Sie sind auf Seite 1von 2

Kritische MIN-Studierende Liste 2

Veredelte Wissenschaft?
„Die Förderinitiative ‚Innovative Hochschule‘ nimmt die – neben Forschung und Lehre – sogenann-
te dritte Mission ‚Transfer und Innovation‘ in den Blick und richtet sich besonders an kleine und
mittlere Universitäten und an Fachhochschulen. Ihr Wissen und ihre Ergebnisse aus der For-
schung sollen zum Nutzen der Gesellschaft und Wirtschaft veredelt werden.“
„Zwei neue Programme für die Hochschulen“, 20.5.2016, Bundesministerium für Bildung und Forschung, www.bmbf.de.

Edel wird, was Geld erhält? Bund und Länder haben jüngst einen weiteren Wettbewerb im Rahmen
der „Exzellenzinitiative“ beschlossen, in dem auch kleine und mittelgroße Hochschulen nach Aus-
zeichnungsgeldern springen dürfen; der Betrag ist mit 500 Mio in zehn Jahren gering. So wird ver-
sucht, einen Teil der wachsenden Kritik an dem Forschungswettbewerb zu integrieren. Die Verach-
tung dieser Politik für die Wissenschaft bleibt dabei völlig unverfälscht, und das Bundesministerium
unterliegt obendrein der eigenen Propaganda: Hier wird tatsächlich daran geglaubt, dass nicht ge-
sellschaftlich relevanter Erkenntnisfortschritt, sondern das Auszeichnen den Gebrauchswert der
Wissenschaft hervorbringe.
Daher empfiehlt es sich, alle möglicherweise noch vorhandenen Anflüge von Ehrfurcht oder Dank-
barkeit für derlei Gelder abzuschütteln,
sich auf die tatsächliche Bedeutung der
Wissenschaft zu besinnen, sie zu ver-
wirklichen und zu mehren. Für den Bei-
trag der Wissenschaften zur allgemein
förderlichen Erkenntnisbildung ist ent-
scheidend, dass die wissenschaftlich Tä-
tigen vernünftig arbeiten können. Alle
müssen die Möglichkeit haben, offenher-
zig in der Sache zu kooperieren und so
die großen, ungelösten Fragen der
Menschheit anzugehen. Was die Einzel-
nen in diesem Sinne brauchen, brau-
chen die Hochschulen und die ganze
Gesellschaft nicht minder: Eine bedarfs-
deckende Grundfinanzierung für die
ganzen Hochschulen verbunden mit ei-
nem Ende der Wettberwerberei. Wer
sich mit dieser Richtung positioniert,
überzeugt auch andere. Diese persönli-
che Bedeutung hat Geschichte, Gegen-
wart und Zukunft. Niemand sollte sie
sich abspenstig machen lassen.

Uni für alle statt Exzellenzinitiative!


Unterschriftenlisten, weitere Informationen zur Unterschriftenkampagne und Termine finden sich unter
www.asta-uhh.de/ei

bitte wenden
V.i.S.d.P.: Tobias Berking, An der Verbindungsbahn 8, 20146 Hamburg
– dokumentiert –

Rede von Victoria Mader, FSR Holzwirtschaft, am 3. Mai 2016 vor dem Rathaus bei der
Demo „Hochschulpolitik auf dem Holzweg – Kampf für den Erhalt der Holzwirtschaft“

„Wir stehen jetzt hier vor diesem ehrwürdigen Hause… sentlicher Faktor im Klimawandel. Eine kritische Aus-
ääh, stopp, ehrwürdig? einandersetzung mit den daraus gewonnenen Produkten
Ist das, was heute hier passiert, der Ehre würdig? Vertre- ist somit absolut elementar und unser täglich Brot. Denn
ten die gewählten Leute da drin auch wirklich die Inter- wir sind uns dabei unserer Aufgabe bewusst und gehen
essen von uns allen? Ist es unser Interesse, fast täglich zu ihr konsequent nach.
hören, wir müssten alle sparen, den Gürtel enger schnal-
len? Die Wirtschaft soll stetig wachsen und die Men- Wir können geschützte Holzarten im Handel entlarven,
schen sollen dafür bezahlen. Was für ein Hohn. wir entwickeln moderne Holzwerkstoffe, die die Recy-
clingkreisläufe weiter ausbauen können, wir beraten Re-
Denn fehlt es uns wirklich an Geld in dieser reichen gierungsstellen und NGO´s mit Zahlen und Fakten, um
Stadt? Gerade erst sind wir bei der Schuldenuhr vor der eine Grundlage für gute Entscheidungen zu unser aller
Universität losgelaufen, die uns darauf hinweist, dass die Wohl zu bereiten. Und es gibt noch viel mehr Gründe für
reichsten 10% der Hamburger Bevölkerung einen rund den Erhalt der Holzwirtschaft, doch soll auch gesehen
siebenmal höheren Betrag besitzen als die ganze Stadt werden, dass alle Fächer ihre ganz individuellen Beiträge
Schulden hat. Und was ist mit den 200 Millionen €, die für unser Wohlergehen leisten. Und wir sagen Euch: wir
für Olympia gedacht waren, oder den 290 Millionen €, werden nicht die Letzten sein! Also Verdammte Axt! We-
die als reine Steuermehreinnahmen für 2015 und 16 letz- der wir noch andere Fachbereiche lassen sich absägen
tes Jahr errechnet wurden? oder stückchenweise zerschlagen.
Wir glauben die Kohle ist da. Nur sollte sie nicht an die
HSH Nordbank oder in fade leuchtende Imagepolitur der Daher fordern wir vom Hamburger Senat, sowie Präsidi-
Stadt fließen, sondern uns allen dienen. Und jeder und je- um der Universität Hamburg und Dekanat
dem von uns fällt dazu was ein: Ob Kitas, Suppenkü- - Geht aufeinander zu und reicht Euch die Hände
chen, Fahrradwege oder eben auch die Universitäten. - Findet eine positive, bejahende Lösung zum Erhalt
des Zentrums Holzwirtschaft und seiner dazugehöri-
Fakt ist, dass es Kürzungen allenthalben in der Stadt gibt. gen Studiengänge
Die Schuldenbremse muss dafür herhalten, dass der Se- - Führt eine Nachverhandlung zur soliden, dauerhaften
nat der Universität einen Betrag zuweist, der nicht ein- Grundfinanzierung, die auch da ankommt, wo es
mal reicht, um laufende Kostenerhöhungen auszuglei- mangelt
chen. Das Präsidium reicht den Mangel über die Dekana- - Nehmt Eure gesellschaftliche Verpflichtung wahr und
te weiter bis auf die unteren Ebenen der Fachbereiche. erhaltet die Diversität in Forschung und Lehre, denn
Da sind dann wissenschaftliche Mitarbeiter angewiesen Bildung ist Menschenrecht
in Konkurrenz zu treten und sich um die kargen, hinge- - Somit fordern wir keine Ausrichtung auf die Exzel-
worfenen Brocken zu schlagen. lenzinitiative, sondern Annahme des gesellschaftli-
Der Schwächste verliert und heute sind das wir. chen Auftrags zur Schaffung breiter, interdisziplinärer
Forschung und Lehre für ganzheitlich gebildete Men-
Dabei sind die Holzwirte eine schützenswerte Art. Es schen.
gibt vieles was uns ausmacht. Zum Beispiel sind wir ein-
fach ein richtig cooler Haufen. Seit´ an Seit´ bestreiten Jedes Mitglied und jede Gruppierung soll sich seiner Ver-
wir alle auf dem Campus den Alltag in den Vorlesungen, antwortung für die Gemeinschaft bewusst sein und ent-
vor Mikroskop oder Reagenzglas. Das liefert hervorra- sprechend handeln. Wir sind heute hier, um genau dies zu
gende Ergebnisse und macht auch noch Freude. tun. Eine Misere und ihre Ursachen erkennen und für
eine Besserung einstehen.
Darüber hinaus ist für uns alle in der Gesellschaft die Wir alle hier wollen gar keine Ellbogenmentalität und
konstruktive Beschäftigung mit der Nachhaltigkeit natür- wir wollen kein Konkurrenzgehabe. Lasst uns zusammen
licher Ressourcen besonders wichtig. Viele reden dar- für das positive Miteinander im Alltag stehen und die
über, so manch einer, wie auch die Universität Hamburg, Freude daran hinaustragen.
schreibt sich dies auf die Fahnen, doch wir gehören zu
denen die machen! „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünscht für
Wie zuletzt das „Global Footprint Network“ vor ein paar diese Welt“, sagte Gandhi.
Tagen ausführte, fangen Bäume zu 70% den sogenannten Damit fangen wir hier und heute an. Macht doch einfach
„ökologischen Fußabdruck“ des Menschen auf. Ein we- mit.“