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Liste 3

Kritische MIN-Studierende bei den Wahlen zum


Fakultätsrat Mathematik,
Informatik, Naturwissenschaften - 2013

Universität bauen
für Partizipation, Kooperation und dynamische Entwicklung
„Die aufgeklärt bürgerliche Gründungsgeschichte, ihre widersprüchliche Entwicklung im jüdischen Viertel und
ein demokratischer Aufbruch mit der Ambition, Humboldt'sche Bildungsansprüche gesellschaftlich zu
verallgemeinern, prägen die Entwicklung der Universität und kommen auch baulich zum Ausdruck. Der
bewusste Umgang mit dieser Geschichte ist die Basis einer souveränen Entwicklung der Universität in
gesellschaftlicher Verantwortung.
Die Universität ist in Stadt und Stadtteil gut gewachsen. Sie liegt zentral, ist hervorragend regional und
überregional erreichbar, belebt den umgebenden Bezirk ökonomisch, kulturell und sozial und gedeiht durch die
gesellschaftliche Integration ihrer wissenschaftlichen Einrichtungen.“
Stellungnahme des Akademischen Senats zur baulichen Entwicklung der Universität Hamburg vom 20. Mai 2010

1919 (Gründung), 1933 (Faschismus), 1945 Hauptcampus zu befördern. (Der Philosophenturm


(Befreiung, aber folgend auch Restauration), 1968 ist mit der Einheit von Forschung, Lehre,
(soziale Öffnung, Demokratisierung, kritischer Bibliothek auf jedem Stockwerk und der Betonung
Gesellschaftsbezug), 2003 (Unternehmerische von Seminar- anstelle von Vortragsräumen ein
Hochschule) bilden die Zäsuren der wechselvollen gelungenes Beispiel dafür.)
Geschichte der Universität Hamburg. 2010 setzten Ausreichende und selbst-verständliche Orte der
Aktive, unter anderem mit über 20.000 Kommunikation müssen geschaffen werden.
Unterschriften, ihren Verbleib und ihre vernünftige Ausdruck dieser Orientierung wäre z.B. ein
Entwicklung im Grindel-Viertel durch. Ausschlag- lebendiger, dem Hauptcamus zugewandter und in
gebend war dabei der positive den Stadtteil integrierter „MIN-
Bezug auf die lebensbefürwor- Campus“, der zum Aufenthalt
tende Kultur und progressive einlädt.
Inhaltlichkeit der Universität der
70er Jahre. Es ist zu erwarten, daß die
Auf dieser Grundlage steht nun Entwürfe für die neuen Gebäude
die Sanierung und Erweiterung dem noch nicht entsprechen, da
der MIN-Bauten um Bundes- noch erhebliche Elemente der
straße und Martin-Luther-King- „Unternehmerischen Hochschule“
Platz an. Die notwendig zu Geltung haben. Einen baulichen
entwickelnde emanzipatorisch Vorgriff auf wieder bessere Zeiten,
eingreifende Wissenschaft basiert auf der können die Mitglieder der Uni selbst erwirken.
Verständigung und dem Austausch aller Mitglieder, Die räumliche Aneignung der Institution durch ihre
der Einheit von Studium, Lehre, Forschung und Mitglieder, was auch bedeuten mag, einen Nagel in
Verwaltung, der Entwicklung der Wissenschafts- die Wand zu schlagen oder diese entfernen oder
und Fachkultur und ihrer Interdisziplinären verrücken zu können, ist durch die bisher wegen
Kooperation mit aktuellem, kritischem Bezug zur der Schuldenbremse geplante Anmietung der
Welt. Sie sind durch die räumliche Nähe, die Räumlichkeiten nicht ausreichend ermöglicht.
Einheit von Fach und Bibliothek, ihre Integration in Dafür müssen sie Gebäude der Stadt werden.
den Stadtteil und ihre Hinwendung zum Durch kritische Stellungnahmen greift der
Fakultätsrat in die Bauentwicklung ein. Den
Vorstellung und Erläuterung der überarbeiteten nötigen Nachdruck für die geschichtsbewusste und
Entwürfe des Architektenwettbewerbes allgemein nützliche Entwicklung der eigenen
Neubauten MIN-Forum und Informatik Bauten bedarf der Unbescheidenheit ihrer
„Bewohner“, sich diese für die Nutzung für den
Dienstag, den 2. Juli 2013, um 19:00 Uhr Menschheitsfortschritt aneignen zu wollen. Die
Hörsaal C der Chemie, Martin-Luther-King-Platz 6 Präsentation und Diskussion der Entwürfe ist eine
gute Gelegenheit dafür.

V.i.S.d.P.: Despina Chaluppa, Große Brunnenstraße 50, 22763 Hamburg bitte wenden!
-Dokumentiert-
Beschlüsse des Fakultätsrat MIN zur Bauentwicklung
in seinen Sitzungen vom 12. März und 24. April 2013

Überarbeitung der Entwürfe diskutieren


Der Fakultätsrat fordert die BWF [Behörde für Wissenschaft und Forschung] auf, die Vorschläge zur
Überarbeitung der Hochbauentwürfe MIN-Forum und Informatik in der Fakultät (fakultäts-) öffentlich
noch vor ihrer Entscheidung zur Diskussion zu stellen, damit die funktionalen Anforderungen der
MIN-Fakultät frühzeitig berücksichtigt werden können.

Bauliche Entwicklungsoffenheit insbesondere der Informatik gewährleisten


Der Fakultätsrat bittet die BWF darzulegen, wie eine baulich flexible Erweiterungsmöglichkeit der
Informatik und des MIN Forums aussehen könnte. Der Fakultätsrat bittet zu prüfen, ob durch eine
Verbindung auf mehreren Ebenen zwischen den Baukörpern (MIN Forum und Informatik) die
Flexibilität der Nutzung deutlich erhöht werden könnte.

Bibliotheken ausreichend dimensionieren und behindertengerecht bauen


Fachbibliotheken sind für die Wissenschaftsinstitution von wesentlicher Bedeutung: Sie sind als
Gedächtnis der Wissenschaft Voraussetzung ihrer bewussten Weiterentwicklung und sie sind als
Arbeits- und Kommunikationsort in und zwischen Studium und Forschung konstituierend für die
Einheit von Studium, Forschung und Lehre und damit für ihre demokratische Orientierung. Der
Fakultätsrat sieht die aktuelle Bauplanung im Widerspruch zu dieser Bedeutung, denn die
Bibliotheken sind für die volle Entfaltung ihrer Aufgabe zu klein. Im Prozess der Planung wurde die
Fläche zudem immer weiter reduziert, so dass statt einer Verbesserung der Situation der Bibliotheken
- der Bestand nicht in adäquater historischer Tiefe unterzubringen ist,
- die Einlagerung sogar über die vereinbarten 20% hinausgehen soll, wodurch die Qualität der
Bibliotheken zusätzlich gemindert würde,
- nahegelegt wird, ältere Bücher auszumustern, statt geschichtsbewusst zu arbeiten,
- Arbeitsplätze statt mit 3,5 nun mit beengenden 2,5 qm nicht mehr für ein vertieftes Arbeiten
geeignet sind.
Der Fakultätsrat fordert daher die BWF auf, im Gespräch mit der MIN-Fakultät und den Nutzern,
diese Mängel zu heben und darauf zu achten, dass die Barrierefreiheit zu gewährleisten ist.

MIN-Forum und Informatik-Bau dem Stadtteil zuwenden


Universität und Anwohner haben gemeinsam dafür gestritten, dass die Universität an ihrem Ort bleibt
und sich hier weiterentwickelt. Diese Integration in Stadt und Stadtteil soll bei der weiteren baulichen
Entwicklung zur Geltung kommen.
Der Fakultätsrat erwartet von der BWF eine stärkere Berücksichtigung der Zugänge zu Stadt
(Bundesstraße) und Stadtteil (Monetastraße), sowie eine einladende innere und äußere Ausrichtung
der Gebäude hin zum Viertel (z.B. Foyers sollen Orte der Kommunikation sein, auch für öffentliche
Veranstaltungen, und die Mensa soll auch zur Monetastraße hin gewandt sein).

V.i.S.d.P.: Despina Chaluppa, Große Brunnenstraße 50, 22763 Hamburg bitte wenden!