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Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Philosophische Fakultät und Fachbereich Theologie


Lehrstuhl für Pädagogik mit dem Schwerpunkt Diversity Education und internationale
Bildungsforschung
Prof. Dr. Anatoli Rakhkochkine

Vorlesung „Geschichte der Pädagogik“

Bildung und Erziehung in der Antike


Erfindung von Schule (Wende vom 3. Zum 2.
Jahrhundert)

„… das räumlich und zeitlich abgesonderte Lernarrangement in


Gruppen von Minderjährigen mit in irgendeiner Art und Weise von
der Erwachsenengesellschaft didaktisch vorstrukturierten Inhalten
im Medium schriftlicher Unterweisung.“ (Adick 2010, 994)
Schule als Verbindung von zwei Formen des Wissenstransfers zu
einer Einheit: „Die ‚Meisterlehre‘ als Modell der Weitergabe des
spezifischen berufsständischen Wissens des Schrifthandwerks
und die ‚Initiation‘ als die pädagogisch gelenkte Einführung in die
Erwachsenengesellschaft in raum-zeitlicher Abkoppelung von der
produktiven Arbeit und dem Alltagshandeln.“ (Adick 2010, 994).

Altägyptische Bildung und Erziehung: Erhaltung und


Reproduktion des (bewährten) Wissens
Reflexionspause
• Schreiben Sie die zentralen relevanten Begriffe aus der
Geschichte der Pädagogik in der betreffenden Epoche
auf!
• Formulieren Sie Kernbotschaften, welche die Entwicklung
des pädagogischen Denkens und der pädagogischen
Praxis in der betreffenden Periode beschreiben.
• Diskutieren Sie die Kernbotschaften mit Ihrem
Sitznachbarn und vervollständigen Sie Ihre Notizen!
• Notieren Sie Fragen, die Sie durch die selbständige
Lektüre oder durch die Diskussionen im Tutorium
beantworten können!
Griechische Antike

Beginn der Epoche 6. Jahrhundert v. Chr. (Vorhersage der


Sonnenfinsternis durch Thales von Milet in 585v. Chr.)

Ende der Epoche: 6. Jahrhundert n. Chr. (Schließung der


letzten Philosophen-Schule durch den römischen Kaiser
Justinian in 529).
Griechische Antike: Sophisten

• Kontext: Entwicklung zur attischen Demokratie


• physis vs. nomos und die Frage nach der Erziehung und
Erziehbarkeit des Menschen
• Professionalisierung der pädagogischen Praxis
• die Bedeutung der Rhetorik für die Entwicklung der
sprachphilosophischen Position des Nominalismus und
„Kultivierung“ des Menschen als Adressat der
rhetorischen Beeinflussung
• Anfänge eines Lehrkanons (vgl. Treml 2005, 45-50)
Griechische Antike: die Warum-Frage in der
griechischen Philosophie und das Nachdenken über die
Differenz

• Sokrates: nicht bloß Vermittlung des überkommenen


Wissens, sondern die Hinterfragung des Wissens und
Mäeutik als methodisches Konzept

• Platon: die Zwei-Welten-Theorie und Bildung als Aufstieg


(Prozess)

• Aristoteles: Begründung der Erziehung im Kontext der


staatlichen Gesetzgebung und Begründung der
Pädagogik als praktische Wissenschaft
Sokratische Methode in der Didaktik

z.B. als Teil des genetischen Prinzips nach Wagenschein


genetisch: „Pädagogik hat mit dem werdenden Menschen
und – im Unterricht, als Didaktik – mit dem Werden des
Wissens in ihm zu tun.“
sokratisch: „Das Erwachen geistiger Kräfte vollzieht sich am
wirksamsten im Gespräch.“
exemplarisch: „Das genetisch-sokratisches Verfahren kann
(und muss) sich auf exemplarische Themenkreise
beschränken.“ (Wagenschein II, 1970 S. 68)

!! Kritik des fragen-entwickelnden Unterrichts in der


modernen Unterrichtsforschung
Das Höhlengleichnis von Platon und Bildung als Aufstieg

www.philosophie-forum.com
Griechische Antike: Geschichte der pädagogischen
Praxis

Spartanische Erziehung
• Erziehung zum mutigen und gehorsamen Krieger
• Hoher Stellenwert des Sports und der Gemeinschaft in
der Erziehung
• Kritik: Erziehung zur Aufrechterhaltung des Bestehenden,
nicht zukunftsgerichtet

Hellenische Erziehung
• Erziehung zum freien Bürger und zur hellenischen
Identität
• Hellenisches Gymnasion: Gymnastik, Musik und Literatur
• Gymnasion als Ort für Feste und Wettkämpfe
Bildung und Erziehung in der römischen Antike

Beginn der Epoche 5. Jahrhundert v. Chr. (Römische Republik)


Ende der Epoche: 476 n. Chr. (ende des Weströmischen Reiches)

• Übernahme der griechischen Einflüsse und pragmatische


Intention in der Bildung und Erziehung
• artes liberales (trivium und quadrivium)