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Rechtsinformatik

Was ist Rechtsinformatik?


RI befasst sich als Wissenschaftsdisziplin mit dem Verhältnis von Recht und Informationstechnologie.

Dabei werden insbesondere solche Fälle behandelt, in denen die rechtliche Lösung von Konflikten an
Grenzen stößt.

Früher – Automation der Rechtsanwendung „Subsumtionsautomat“

Heute – Legal Tech. Einfluss künstlicher Intelligenz auf Rechtsetzung und Rechtsanwendung →
Fragen der Compliance und Usability

E-Health

Unter E-Health fasst man Anwendungen zusammen, die für die Behandlung und Betreuung von
Patientinnen und Patienten die Möglichkeiten nutzen, die moderne Informations- und
Kommunikationstechnologien (IKT) bieten

Rechtliche und ethische Herausforderungen für E-Health:

- Je nach IT-Architektur der Vernetzung und Abrufbarkeit der Gesundheitsdaten (zentral oder
dezentral) mehr oder wenige große Angriffsvektoren
- Gesundheitsdaten als lukrativer Anknüpfungspunkt für „Nebengeschäfte“
- Vermessung des Menschen: Optimierung der Gesundheit und Bemakelung des
Nonkonformen
- Telematiktarife als Ende des Solidaritätsprinzips der Krankenversicherung
- Gesundheitsdaten als „ubiquitärer digitaler Fingerabdruck“

Gamification
Recht auf informationelle Selbstbestimmung folgte aus dem Volkszählungsgesetz vor 35 Jahren.

Nur das ist zulässig, was auch erlaubt ist→ Rest unzulässig

Unterscheidung von 2 Ebenen → Basis & Ausführlich

Reduktion der Komplexität ist nötig, vereinfacht und erschlägt nicht sonst Information Overload. (
Zusammenspiel von Mediendidaktik und Gamedesign).

Gamification bietet Möglichkeit zur Trendwende, Point of no Return und aktuellen Forschungsansatz

Bisherige Einwilligungen zu Datenschutzerklärungen nur juristischer Vorwand, da der Inhalt/Text


nicht verstanden werden konnte, dies jedoch Voraussetzung ist.

Kriterien für verständliche Einwilligungskonzepte:


- Ansprechendes Design
- Motivierende Interaktion
- Reduktion von Komplexität
- Herausforderung: Vollständigkeit vs. Einfachheit
- Zusammenspiel von Mediendidaktik, Gamedesign, Compliance
- Layered Policy Design
- Integrativer Ansatz
➔ Missbrauch/Manipulation auch spielerisch nicht vermeidbar…

Cybermobbing
Cybermobbing wird hier verstanden als schwerwiegende und nachhaltige Verletzung der
persönlichen Ehre oder Persönlichkeit eines Menschen durch Aktivitäten im oder durch das Internet.

Kann jeden treffen und endet manchmal auch tödlich.

Ausdruck in verschiedenen Ausprägungen:

➔ Aktive Äußerungen (üble Nachrede, Verleumdung), Ausgrenzung, Hochladen intimer Fotos,


Schule oder auch Arbeitsplatz als Ort

Mobbing unterscheidet sich dadurch, dass im Internet oft schwerwiegendere Handlungen vollzogen
werden, die nachhaltig bestehen.

Aufzeichnungsgeräte (meist Handy) immer dabei, meist ohne Einverständnis des Betroffenen →
Gefährdung und Begehung einer Straftat

Stalking/Nachstellen §238 StGB

Kaum Verfolgung von angezeigten Fällen (unter 1%), Verfahren werden eingestellt & auf
Privatklageweg verwiesen.

➔ Vollzugsdefizite: Ohne Strafantrag erfolgt nichts, dies stellt ein Hindernis für Opfer dar, durch
Überforderung und Scheu. Durch die Anonymität der Täter wird die Identifizierung erschwert
und erfolgt eher selten

Maßnahmen:
Cybermobbing-Gesetz erforderlich, NetzDG ist nicht die Antwort auf Cybermobbing →
Löschungsverpflichtung für Provider für rechtswidrige Inhalte

Problem durch Konzeption des NetzDG:


- Unangemessene Beschränkung der Meinungsfreiheit (Abgrenzungsfrage: rechtswidrig
ja/nein?, Persönlichkeitsschutz, allg. Handlungsfreiheit)
- Schranke der pers. Ehre (Meinungsfreiheit oder Persönlichkeitsschutz), Schmähkritik
(Nazischlampe war zulässig)
- Satire und Ironie nicht immer als solche zu erkennen
- Fehlende Einzelfallprüfung, da manchmal automatische Löschung durch Bots, technische
Hilfsmittel
- Übermäßiges Löschen: Over-Blocking, künstliche Intelligenz → Kann ein Programm Ironie
erkennen?
- Eingriff in den Meinungsbildungsprozess
- Provider mutiert hier zum Richter, da er die Entscheidung treffen muss, ob Fehler im System,
Konfliktfall oder Interessenskonflikt → Inwieweit ist eine Agentur in der Lage
schwerwiegende Eingriffe zu erkennen/ zu beurteilen?
- Europäische Richtlinie: E-Commerce Richtlinie, Mit- Störerhaftung,
Urheberrechtsverletzungen, Verhinderung durch Upload-Filter?

Verstärkende Elemente für üble Nachrede im Internet:


- Gefühlte/vermeintliche Anonymität, dadurch Herabsetzung der Hemmschwelle
- Reichweite, weltweites Netzwerk, Zugang für viel mehr Menschen
- einfache Benutzeroberfläche – von jedermann zu bedienen
- Web 2.0 eigene Inhalte hochladen und kommentieren, soziale Vernetzung durch Facebook
etc. → Ganze Welt kann teilhaben
- Über Hashtags die aktuellen Beiträge auch von Personen außerhalb des Freundeskreises
- Verfügbarkeit 24/7
- Nachhaltigkeit, da im Netz alles gespeichert ist (Große Belastungswirkung für Opfer)

Lösungsansatz durch Rechtsinformatik:


- Verpflichtung Netzwerkbetreiber zur Löschung einschlägiger Beiträge durch das NetzDG
(bisher Anspruch gegen Täter)
- Mitstörerhaftung wenn er Kenntnis von der unrechtmäßigen Tat hatte
➔ Dadurch entstehen oben beschriebene Probleme