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Energie | 07.11.

2010

Nationaler Plan fördert Elektromobilität

Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: Immer mehr Elektroautos sollen bald
unterwegs sein

Rund 500 Millionen lässt dich die Bundesregierung die Erforschung und
Förderung von Elektromobilität kosten. Bis 2020 sollen eine Million Elektroautos
unterwegs sein. Nun werden die ersten Ergebnisse vorgestellt.

Am Montag (08.11.2010) präsentiert Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle den


vorläufigen Stand des Projekts Informations- und Kommunikationstechnologie für
Elektromobilität. Die Forschungsarbeit ist Teil des im August 2009 vom Bundeskabinett
verabschiedeten "Integrierten Energie- und Klimaprogramms". Es umfasst vor allem
Fördermaßnahmen für die Zell- und Batterieforschung.

Vier Gründe

Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der


Bildunterschrift: Weg vom Verbrennungsmotor

Bei ihrem ehrgeizigen Plan wird die Bundesregierung von vier Gründen geleitet: So soll der
Schadstoffausstoß in Deutschland durch Elektroautos drastisch gesenkt werden. Das wird
durch eine größer werdende Zahl von Autos ohne Verbrennungsmotoren dann erreicht, wenn
die Herstellung des benötigten Stroms keinen oder weniger Schadstoff verursacht als die
bisherigen Autos.

Kritiker wie Fraunhofer-Präsident Hans-Jörg Bullinger halten das Ziel der Bundesregierung von
einer Million Elektroautos bis 2020 für nicht "berauschend", wenn man überlege, "dass dann
50 bis 60 Millionen Fahrzeuge in Deutschland unterwegs sein werden". Andere Länder wie
Frankreich zeigten sich hier ehrgeiziger.

Zweitens sollen in dieser Branche mittelfristig rund eine Million – möglichst


sozialversicherungspflichtige – Arbeitsplätze entstehen. "E-Mobilität" gilt in der Regierung
nicht nur als wirksames Umweltprojekt, sondern auch als Jobmaschine. Zum Dritten soll die
Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduziert werden; die Vorräte an Öl und Gas sinken
beständig, eine Verknappung und damit Verteuerung ist absehbar. Und: Die Bundesrepublik
Deutschland will "Leitmarkt für Elektromobilität" werden.

Weltmarkt im Visier

Bildunterschrift: Herausforderung Tanken

Wie in anderen Branchen auch, setzt die Regierung auf das technische Know-how deutscher
Firmen und deren weltweit guten Ruf. Aber das allein dürfte nicht genügen. Deshalb werden
im Rahmen des Konjunkturpaketes II 500 Millionen Euro in die Erforschung und Förderung der
Elektromobilität investiert.

Um eine führende Stellung auf dem zukünftigen Weltmarkt zu erreichen und anschließend zu
festigen, geht es vor allem um die Entwicklung von leistungsstarken Zellen und Batterien.
Ebenso bedeutend sind der Ausbau der Netze, die Suche nach Lösungen für das Recycling von
alten Batterien und die Schaffung von Kompetenzzentren, in denen gut ausgebildete
Mitarbeiter anzufinden sind.

Neue Infrastruktur

Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: Die


Zapfsäule der Zukunft?

Weitere Herausforderungen bringen die Vorteile der neuen Technik mit sich: Elektroautos
machen keinen Lärm und tanken kein Benzin, dem muss sich die Verkehrsinfrastruktur
anpassen. In einer Übergangsphase soll die Elektromobilität in den herkömmlichen
Straßenverkehr integriert werden, so sieht es der Entwicklungsplan der Bundesregierung vor.

Vor allem der flächendeckende Aufbau von Ladestationen für Elektroautos muss
vorangetrieben werden. Dazu gibt es Förderschwerpunkte, die sich auch mit Informations- und
Kommunikationstechnologie beschäftigen. Sie soll gewährleisten, dass Elektro- und
Hybridfahrzeuge in die bestehenden Energie- und Verkehrsnetze integriert werden.

Autor: Matthias von Hellfeld