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Leitthema

Hautarzt S. Karrer · S. Arndt


DOI 10.1007/s00105-015-3686-x Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Universitätsklinikum Regensburg, Regensburg, Deutschland

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2015

Plasmamedizin in der
Dermatologie
Wirkmechanismen und
Anwendungsmöglichkeiten

Etwa 5 Mio. Menschen in Deutschland nisiert wird und dadurch die Ionen sehr nen, zur Zerstörung von Biofilmen, zur
leiden an chronischen Wunden, die schnell auf Raumtemperatur abkühlen. Wundbehandlung und Geweberegene-
trotz Therapie nach 8 Wochen noch In der Medizintechnik werden „heiße“ ration sowie zur Tumortherapie, anwen-
nicht abgeheilt sind. Die Ursachen Plasmen schon seit längerer Zeit z. B. zur den zu können [24, 42]. Die Behandlung
dafür sind meistens venöse Abfluss- Gerätedesinfektion sowie zur Blutkoagu- mit Plasma erfolgt dabei kontakt- und
störungen, gefolgt von arteriellen lation und Gewebeabtragung eingesetzt. schmerzfrei, rein physikalisch, ohne einen
Durchblutungsstörungen und Stoff- Erst die Entwicklung von Niedertem- Angriffspunkt für allergische Reaktionen
wechselstörungen, wie sie bei Patien- peraturplasmen revolutionierte das Ge- zu bieten [22, 25]. Die keimtötende Wir-
ten mit Diabetes und Dekubitalulzera sundheitswesen und eröffnete einen neu- kung von kaltem atmosphärischem Plas-
vorkommen. Außerdem siedeln sich en Forschungsbereich, die Plasmamedi- ma gegen ein breites Spektrum von Mik-
in der Regel Bakterien in der Wunde zin. Seither wird versucht die Wirkungs- roorganismen wurde in zahlreichen Stu-
an, wodurch die Heilung zusätzlich weise von Plasma genauer zu verstehen, dien bereits bestätigt, ohne dass es bisher
behindert wird. Besonders problema- um Niedertemperaturplasmen ohne Ri- Hinweise auf eine Resistenzbildung der
tisch wird es, wenn multiresistente siko in den unterschiedlichsten medizi- Bakterien gibt [13, 15, 43, 44, 58, 61]. Da-
Keime die Wunde infizieren. Neue an- nischen Bereichen, sei es zur Antisep- mit besitzt Plasma ein großes Potenzial
tibakterielle Strategien, die diese Kei- tik oder zur Behandlung von bakteriel- als Alternative zu herkömmlichen anti-
me unabhängig von ihrem Resistenz- len, viralen oder mykotischen Infektio- mikrobiellen Therapien wie Antibioti-
status bekämpfen und gleichzeitig zu
einer verbesserten Wundheilung bei-
tragen, sind daher dringend nötig.

Seit Kurzem steht eine neue, vielverspre-


chende Therapieoption zur Verfügung:
Niedertemperaturplasma. Atmosphäri-
sches Plasma ist definiert als der vierte
Aggregatzustand neben fest, flüssig und
gasförmig. Es handelt sich bei Plasma um
ionisiertes Gas mit verschiedenen Kom-
ponenten wie Ionen/Elektronen, elektri-
schen Feldern, sichtbarem Licht, UV-und
Wärmestrahlung sowie reaktiven Spezies
(.   Abb. 1). Wichtig ist die Unterschei-
dung zwischen „heißem“ (thermischem)
Plasma und „kaltem“ (nichtthermischem
bzw. Niedertemperatur-)Plasma, die auf
den relativen Temperaturen von Elektro-
nen, Ionen und Neutralgas beruht [16].
Niedertemperaturplasmen sind „kalt“,
weil das Trägergas (z. B. Argon, Helium,
Umgebungsluft) nur ganz schwach io- Abb. 1 8 Relevante Komponenten von Plasma. Insbesondere sind die geladenen Teilchen und die
Dichte freier Radikale (reaktive Sauerstoff- und Stickstoffspezies) für die Wirkung verantwortlich

Der Hautarzt 1
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Abb. 2 8 a kINPen MED der neoplas tools GmbH (mit freundl. Genehmigung neoplas tools GmbH). b Adtec SteriPlas der Fir-
ma Adtec Plasma Technology/Adtec Europe (mit freundl. Genehmigung Adtec Europe Limited). c In Zukunft können größere
Wundflächen auch mit einem Silikon-„Plasma Patch“ von COLDPLASMATECH behandelt werden (mit freundl. Genehmigung
Wacker Chemie AG). d Ion-Med hat mit BioWeld1, das zusammen mit Chitoplast, einem speziellen medizinischen Wund-
pflaster agiert, ein innovatives System zur Wundheilung entwickelt (mit freundl. Genehmigung Ion-Med Ltd). e plasma ONE-
Gerät der plasma MEDICAL SYSTEMS GmbH (mit freundl. Genehmigung plasma MEDICAL SYSTEMS GmbH). f PlasmaDerm
FLEX9060 Gerät der Firma CINOGY (mit freundl. Genehmigung CINOGY GmbH)

ka und Antiseptika. Neben diesen inzwi- neter Plasmaquelle, Behandlungsdauer ten, mit Argon als Arbeitsgas betriebenen
schen gut untersuchten antimikrobiellen und Einhaltung vorgeschriebener Grenz- kalten Atmosphärendruck-Plasmajet zur
Effekten zielt die aktuelle Forschung auf werte sind bei Patienten jedoch noch kei- Behandlung schlecht heilender Wunden
weitere nichtthermische Effekte des Plas- ne wesentlichen unerwünschten Neben- und erregerbedingter Hauterkrankungen.
mas ab. Die Bandbreite reicht hierbei von wirkungen aufgetreten. Es gibt allerdings Mit diesem sog. kINPen MED der Firma
der Untersuchung physikalischer Grund- bisher nur wenige Studien, die die Sicher- neoplas tools GmbH (Greifswald) können
lagen über die optimale, individuelle Plas- heit der einzelnen Plasmaquellen auf mo- kleine chronische Wunden mit kaltem
mazusammensetzung bis hin zur Analy- lekularer Ebene untersucht und bestätigt Plasma behandeln werden (.   Abb. 2a).
se der Wirkungsweise von Plasma auf di- haben, hier liegt sicherlich ein Fokus der Dabei wird der Plasmastift senkrecht in
verse eukaryotische Zelltypen. Entschei- aktuellen Forschung. einer gleichmäßigen Bewegung von et-
dend ist dabei, dass die Wirkungswei- wa 5 mm/s über das betroffene Hautareal
se und die Aktivierung von molekularen Als Medizinprodukt geführt. Dieses Plasmagerät wurde in Zu-
Mechanismen stark von der verwendeten CE-zertifizierte Plasmageräte sammenarbeit zwischen dem Leibniz-In-
Plasmaquelle und der Generierungsme- stitut für Plasmaforschung und Techno-
thode sowie der Behandlungsdauer ab- Inzwischen sind einige Plasmageräte CE- logie e. V. (INP Greifswald), der Univer-
hängig sind. Die wesentlichen Wirkkom- zertifiziert und in Deutschland als Medi- sitätsmedizin Greifswald und der Chari-
ponenten von Plasma (reaktive Stickstoff- zinprodukte im Einsatz. Die Entwicklung té Universitätsmedizin Berlin entwickelt.
und Sauerstoffspezies, UV-Strahlen und neuer Geräte und die Ideenvielfalt, die Der MicroPlaSter beta (ADTEC He-
elektrische Felder) lassen sich dabei je Geräte für die entsprechenden Anwen- althcare, Houndslow, Middlesex) ist seit
nach gewünschtem Effekt wie ein „Cock- dungen zu optimieren sowie auch funk- November 2014 ein CE-zertifiziertes Me-
tail“ mischen und sind in verschiede- tionalisierte antimikrobielle Wundaufla- dizinprodukt, das nun unter dem Namen
nen Plasmaquellen in unterschiedlichem gen zu entwickeln [55], laufen auf Hoch- Adtec SteriPlas erhältlich ist (.  Abb. 2b).
Ausmaß wirksam. Daher lassen sich die touren. So werden in nächster Zeit wei- Der MicroPlaSter wurde vom Max-
Ergebnisse von Studien, die mit unter- tere innovative Produkte auf den Markt Planck-Institut für Extraterrestrische
schiedlichen Plasmageräten (Plasma-Jet, kommen. Physik in Garching in Zusammenarbeit
Plasma-Torch, Plasma-Pen) entstanden Seit 2013 gibt es den ersten in Deutsch- mit der Firma Adtec Plasma Technolo-
sind, nicht direkt vergleichen. Bei geeig- land als Medizinprodukt CE-zertifizier- gy Co. Ltd, Hiroshima, entwickelt. Mit

2 Der Hautarzt
Zusammenfassung · Abstract

dem MicroPlaSter (Version alpha/beta) Hautarzt  DOI 10.1007/s00105-015-3686-x


wurden die ersten klinischen Studien am © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2015
Menschen sowie zahlreiche In-vitro- und
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In-vivo-Untersuchungen durchgeführt.
Der MicroPlaSter bzw. der Actec Steri- Plasmamedizin in der Dermatologie. Wirkmechanismen
Plas besitzt eine Plasmafackel mit 6 Elek- und Anwendungsmöglichkeiten
troden, die Plasmaproduktion erfolgt
Zusammenfassung
durch mikrowelleninduzierte Entladun- Die Plasmamedizin hat sich in den letzten Hautinfektionen und Bekämpfung von Tumo-
gen. Argon wird dabei als Trägergas be- Jahren zu einem innovativen Forschungsge- rerkrankungen eröffnet. Die größte Heraus-
nutzt, das den Gasstrom zum Zielgebiet biet mit großem Potenzial entwickelt. Seit der forderung bei der Einführung der Plasmame-
transportiert. Die Öffnung der Plasmafa- Entwicklung von Niedertemperaturplasmen dizin in den klinischen Alltag wird es jedoch
ckel hat einen Durchmesser von 3,5 cm stehen neue, fassettenreiche Anwendungs- sein, die Kenntnis über die genauen Wirkme-
möglichkeiten in der Medizin zur Verfügung. chanismen von Plasma auf Zellebene wei-
und erlaubt eine Behandlungsfläche von
So hat sich eine multidisziplinäre Interessen- ter zu vertiefen. Nur so kann eine sichere An-
4–5 cm2. Der Abstand zum Zielgewebe gruppe aus Medizinern, Physikern und Biolo- wendung von Plasma am Patienten gewähr-
wird durch ersetzbare Plastikabstands- gen gebildet, die gemeinsam versuchen, die leistet werden.
halter auf 2 cm definiert. In klinischen Plasmamedizin zu verstehen und sowohl kli-
Studien wurden Behandlungszeiten von nische als auch wissenschaftliche Fragestel- Schlüsselwörter
lungen zu beantworten. Für die Dermatolo- Wundheilung · Wirkmechanismen ·
2–5 min eingesetzt. Die Temperatur des
gie werden neue Horizonte in der Wundhei- Mediziner · Physiker · Biologen
applizierten Plasmas am Zielort beträgt in lung, Geweberegeneration, Behandlung von
etwa 33–37 °C.
Als weitere Innovation zur Behand-
lung von größeren Wundflächen ist der- Plasma medicine in dermatology. Mechanisms
zeit ein „Plasma-Patch“ aus Silikon der of action and clinical applications
Firma COLDPLASMATECH (Greifs-
Abstract
wald) in Entwicklung (. Abb. 2c). Plasma medicine has developed into an in- ment of skin infections, and tumor therapy. A
Die Firma Ion-Med (Yokneam, Israel) novative field of research showing high po- major task will be the introduction of plasma
hat ein innovatives Plasmaverfahren ent- tential. Since the establishment of cold atmo- into clinical medicine and, simultaneously,
wickelt, das sog. BioWeld1-System, das zu- spheric plasma, new, multifaceted medical the further investigation of the mechanisms
sammen mit Chitoplast, einem speziellen treatment opportunities have become avail- of action of plasma at the cellular level. On-
able. Within a short time a multidisciplinary ly then can the safety of plasma treatment in
medizinischen Wundpflaster, agiert. Das special interest group of medical scientists, patients be assured.
Pflaster wird über die Wundfläche gelegt physicists, and biologists was created, aim-
und mit Plasma begast. Das Pflaster wur- ing to understand plasma medicine and an- Keywords
de entwickelt, um die Wundheilung von swer clinical as well as scientific questions. In Wound healing · Mechanisms of action ·
Hauttransplantaten, Transplantatentnah- dermatology, new horizons are being opened Medics · Physicists · Biologists
for wound healing, tissue regeneration, treat-
mestellen oder postoperativen Wunden
zu verbessern (. Abb. 2d).
Die plasma MEDICAL SYSTEMS
GmbH (Bad Ems, Deutschland) hat ein land) umfasst unterschiedliche DBD- Wirkmechanismen von
akkubetriebenes, mobil einsetzbares Plasma-Gerätevarianten, mit denen über Niedertemperaturplasmen
Plasmagerät entwickelt, das als Medizin- einen Schwamm, der auf die Haut aufge-
produkt (Klasse  IIa) CE zugelassen ist legt wird, eine Fläche von bis zu 22,5 cm2 Effekte auf Mikroorganismen
(.  Abb. 2e). Das Gerät mit dem Namen abgedeckt werden kann. Zur Behandlung
plasma ONE verfügt über verschiedene kleinerer Areale stehen 2 weitere Geräte Es ist durch zahlreiche Studien belegt,
Instrumentensonden, mit denen fast alle zur Verfügung, die Behandlungsflächen dass gramnegative und grampositive Bak-
Haut- und Schleimhautbereiche erreicht von 3 und 1 cm2 abdecken. Bei diesen Me- terien sehr effizient mit kaltem Plasma ab-
und behandelt werden können. Es ist für dizinprodukten wird zur Erzeugung des getötet werden können, genau wie Pilze,
die Behandlung von Wunden und Haut- Plasmas Umgebungsluft verwendet. Pri- Biofilme, Viren und Sporen. Dabei kön-
infektionen konzipiert worden, wird aber märe Indikationen zur PlasmaDerm-The- nen die Bakterien unabhängig von ihrem
auch in der Zahnheilkunde z. B. zur Be- rapie sind chronische Wundheilungsstö- Resistenzstatus [Methicillin-resistente
handlung von Parodontitis oder zur Re- rungen wie venöse und arterielle Ulzera- Staphylococcus-aureus-Stämme (MRSA),
duktion von Biofilmen eingesetzt. In-vi- tionen, Dekubitalgeschwüre oder das dia- multiresistente gramnegative Erregern
tro- und In-vivo-Studien mit diesem Ge- betische Fußsyndrom (. Abb. 2f). (MRGN)] und auch extrem strahlenre-
rät, die die Sicherheit und Wirksamkeit sistente Keime wie Deinococcus radiodu-
belegen, liegen allerdings noch nicht vor. rans, aber auch andere humanpathoge-
Die PlasmaDerm Produktfamilie (CI- ne Mikroorganismen wie Listerien, Sal-
NOGY GmbH, Duderstadt, Deutsch- monellen oder enterohämorrhagische

Der Hautarzt 3
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Abb. 3 9 Wirkung von Nie-


dertemperaturplasmen auf
die Wundheilung

Escherichia coli (EHEC) mit kaltem Plas- men-Verhältnis von prokaryoten Zellen Keime, besonders MRSA auf, die zu einer
ma innerhalb weniger Sekunden abgetö- wiederum führt zu einer Zellschädigung globalen Bedrohung werden können [18,
tet werden [2, 12, 43, 44, 49, 50]. Eine ak- bereits bei niedrigerer „Giftdosis“ [14]. 41]. Untersuchungen an Zellkulturen,

»
tuelle Studie von Ahlfeld et al. [1] zeigt, Tiermodellen und klinische Studien an
dass kaltes Plasma auch die Keimzahl von Plasma kann die chronischen Wunden belegen, dass Plas-
Noroviren signifikant reduziert. Für die Wundheilung durch die ma die Wundheilung durch die Reduk-
antimikrobiellen Eigenschaften von kal- tion verschiedenster Mikroorganismen
tem Plasma sind vor allem physikalische
Reduktion verschiedenster verbessern kann [10, 13, 25, 28–30, 60].
Mechanismen durch die im Plasma vor- Mikroorganismen verbessern Neben der Infektionsbekämpfung am
handenen reaktiven Spezies, freien Radi- Menschen lassen sich die antimikrobiel-
kale und UV-Photonen verantwortlich, Plasmaanwendungen erfolgen kontakt- len Eigenschaften von Plasma auch her-
aber auch biologische Mechanismen wie und schmerzfrei. Die Behandlungszei- vorragend in der Hygiene für die Desin-
DNA- und Zellmembranschädigung. Da- ten sind für die meisten Indikationen fektion und Sterilisation von vitalem Ge-
bei spielt auch die Interaktion von Plas- sehr kurz, und bisher konnten keine al- webe wie auch von temperaturempfindli-
ma mit Flüssigkeiten und Oberflächen, lergischen oder toxischen Reaktionen, chen Materialien nutzen.
auf denen sich die Keime befinden, eine Resistenzentwicklungen oder andere re-
komplexe Rolle. Ebenso kann die antimi- levante Nebenwirkungen festgestellt wer- Effekte auf wundheilungs-
krobielle Effektivität durch die verwende- den. So bietet Plasma im Vergleich zum relevante Zellen der Haut
te Plasmaquelle, die Zusammensetzung herkömmlichen Einsatz von Antisepti-
des Plasmas, die Behandlungsdauer und ka oder Antibiotika gerade auch in der Es gibt vielfältige Studien, die die Wir-
-häufigkeit beeinflusst werden [58]. Die Wundbehandlung eine Reihe von Vor- kung von Plasma auf wundheilungsrele-
Selektivität von Plasma auf prokaryoti- teilen. Chronische Wunden sind in der vante Zellen in vitro untersuchen. Zu den
sche gegenüber eukaryotischen Zellen Regel durch eine bakterielle Mischflora wundheilungsrelevanten Zelltypen zäh-
beruht unter anderem auf einem unter- kontaminiert. Zu einer kritischen Besied- len Keratinozyten, Fibroblasten und En-
schiedlichen Zellmetabolismus und einer lung kommt es, wenn die Bakterien die dothelzellen, aber auch Zellen des Im-
höheren Zellorganisation der eukaryo- Wundheilung verzögern. Steigt die Bakte- munsystems, insbesondere bei chronisch
ten Zellen, die sich besser vor reaktiven rienlast weiter an, so folgt eine Infektion, infizierten Wunden. Die meisten Studien
Sauerstoffspezies (ROS) und externem die wiederum die Wundheilung hemmt. wurden bisher mit primären Keratinozy-
Stress schützen können. Ein höheres und Auf chronischen Wunden treten außer- ten oder an HaCaT-Zellen durchgeführt
somit ungünstigeres Oberflächen-Volu- dem immer häufiger pharmakoresistente [4, 9, 19, 21, 52, 57]. Es gibt aber auch

4 Der Hautarzt
Studien, die sich auf Epithelzellen [27, 37, heilungsrelevanten Zellen werden zel- auch ROS und NOS spielen dabei eine
38], Endothelzellen [36], Fibroblasten [5, luläre Effekte von Plasma während der Rolle. Für Endothelzellen ist bisher pub-
53] oder Zellen des Immunsystems [7, 8, Wundheilung in Tiermodellen analysiert. liziert, dass FGF-2, ein Angiogenese för-
20] fokussieren. Da es kein standardisier- Diese In-vivo-Untersuchungen sind un- dernder Wachstumsfaktor, durch Nieder-
tes Verfahren zur Anwendung von Plas- abdingbar und schließen parakrine Me- temperaturplasmen gebildetes ROS indu-
ma gibt und jede Forschergruppe ihre chanismen (Austausch zwischen ver- ziert wird [3, 36]. Des Weiteren konnten
eigenen Plasmageräte und Bedingungen schiedenen Zelltypen) mit ein, die bei wir in In-vivo-Studien an Mauswundhei-
wählt, können die Ergebnisse mit einem der Wundheilung eine erhebliche Rolle lungsmodellen zeigen, dass durch Plasma
bestimmten Gerät nicht unmittelbar auf spielen. Bisher lassen sich folgende Wir- (10 Plasmaanwendungen zu je 2 min, Mi-
andere Geräte übertragen werden. In ers- kungsweisen von Plasma auf die Wund- croPlaSter beta) die Proliferation der Ke-
ter Linie werden jedoch 2 verschiedene heilung aufzeigen (. Abb. 3; [4, 5]). ratinozyten induziert wird, was sich wie-
Plasmatechniken verwendet: Die Wundheilung lässt sich allgemein derum positiv auf die Reepithelisierung
55direkte Plasmen [Dielectric-barrier- in 3 Phasen einteilen: während der Wundheilung auswirkt [4].
discharge (DBD)-Gerät] und 55die Entzündungsphase, Zusammenfassend lässt sich sagen, dass
55indirekte Plasmen (Plasmanadel, 55die Granulationsphase (proliferative verschiedene zelluläre Mechanismen in
Plasmafackel). Phase) und unterschiedlichsten Zelltypen in allen
55die Reepithelisierungsphase. 3 Phasen der Wundheilung aktiviert wer-
So können die beobachteten Plasmaeffek- den, die sich positiv auf die Wundheilung
te abhängig von der Behandlungsdauer, Bisherige Ergebnisse zeigen, dass Nieder- auswirken.
Gasart (Umgebungsluft, Helium, Argon temperaturplasmen bereits sehr früh in
etc.), Plasmaquelle und Zelltyp variieren. den Prozess der Wundheilung eingrei- Effekte auf Tumorzellen
Zu den generellen bisher beschriebenen fen und die Immunzellaktivierung (Ma-
Plasmaeffekten auf eukaryotische Zel- krophagen, Leukozyten und neutrophile Interessanterweise zeigten bereits ver-
len gehören: Zellmembranveränderun- Granulozyten) fördern [5]. Des Weiteren schiedene Studien, dass Tumorzellen des
gen, Veränderungen der Zellmorpholo- reduziert Plasma die bakterielle Entzün- humanen und murinen malignen Mela-
gie (Abrunden der Zellen), Induktion von dung durch die Aktivierung von antimi- noms (z. B. G361, Mel Juso, Mel Ei, Mel
intrazellulären reaktiven Spezies [ROS, krobiellen Peptiden, den β-Defensinen, in Ho, Mel Ju, HTZ19 und B16-F10), des
Stickstoffspezies (NOS)], mitochondria- Keratinozyten [4]. β-Defensine sind klei- Lungenkarzinoms (SW900), des Glio-
le Schäden, Induktion von Apoptose und ne 33 bis 47 Aminosäuren lange Pepti- blastoms (U87, U373, A172), des Pros-
Nekrose, Modulation der Zellprolifera- de. Sie kommen in allen eukaryotischen tatakarzinoms (LNCaP, PC-3, BPH-1),
tion und Migration (Aktivierung/Inhi- Organismen und höheren Pflanzen vor des kolorektalen Karzinoms (SW480)
bierung), DNA-Schäden und Zellzyklus- und dienen der Abwehr von mikrobiel- sowie des Mammakarzinoms (MCS-7,
arrest. Bei diesen bisher beschriebenen len Erregern, vor allem Bakterien, aber MDA-MB-231) im Vergleich zu norma-
Plasmawirkungen ist es wichtig zwischen auch Pilzen und Toxinen. In Säugetie- len, nicht entarteten Zellen (HaCat, HU-
plasmainduzierbaren letalen und zellsti- ren findet man sie zahlreich auf Haut- VEC, NHBE, normale Melanozyten, nor-
mulierenden Effekten zu unterscheiden. und Schleimhautoberflächen. Während male Astrozyten, primäre murine Ma-
Generell lässt sich sagen, dass kurze Be- einer Entzündungsreaktion steigt die krophagen) sehr viel sensitiver auf Plas-
handlungszeiten/niedrige Plasmadosen körpereigene Produktion der Defensi- mabehandlungen reagieren [6, 26, 39, 40,
eher zellstimulierende Effekte (verstärkte ne an. Zudem fördert Plasma die Expres- 51, 54]. Auch hier wurden die Studien
Migration, verstärkte Proliferation) aus- sion von wundheilungsrelevanten Zyto- mit verschiedensten Plasmageräten [Mi-
lösen, wohingegen lange Behandlungs- kinen (z. B. IL-6, IL-8) und Wachstums- krowellen-Plasma-Reaktor, Plasma-Na-
zeiten/hohe Plasmadosen eher zum Zell- faktoren (z. B. TGF-β1, TGF-β2) in Kera- del, DBD-Plasma, Plasma-Gun, „surfa-
tod führen (Apoptose, Nekrose, Inhibie- tinozyten und Fibroblasten und induziert ce micro discharge“ (SMD)-Plasma, Plas-
rung der Proliferation, Zellzyklus Arrest). die Produktion von Kollagenen bedingt ma-Jet etc.] und Behandlungszeiten (von
Aber nicht nur die Behandlungszeit spielt durch die Aktivierung von Fibroblas- 1–120  s) durchgeführt und lassen sich
für die molekularen Effekte eine Rolle, ten [4, 5]. Somit fördert Plasma die Ma- deshalb nicht unmittelbar vergleichen.
sondern auch die Zusammensetzung des trixsynthese der wiederherzustellenden Allen Studien ist jedoch gemeinsam, dass
Plasmas, die je nach gewünschter Indika- Bindegewebsstruktur. Überdies konnten wenige Sekunden ausreichen, um Tumor-
tion (Wundheilung oder Tumortherapie) positive Effekte von Plasma auf die Neu- zellen zu töten, wohingegen Normalzel-
speziell modifiziert werden kann. synthese von Blutgefäßen (Angiogenese) len unbeeinflusst bleiben. Diese Selekti-
Unser Fokus, aber auch das Interesse beobachten werden, was speziell für die vität zwischen Tumor- und Normalzel-
verschiedener Forschergruppen liegt ak- Wundheilung von großer Bedeutung ist. len ist in der Tumortherapie ein wichti-
tuell in der Untersuchung von molekula- Für die Angiogenese verantwortlich ist ges Ziel, weshalb die Plasmatherapie die
ren Effekten von Niedertemperaturplas- die Stimulation von Wachstumsfaktoren Tumorbehandlung in Zukunft revolu-
men auf die Wundheilung. Neben In-vi- (z. B. VEGF, EGF, FGF) und Zytokinen tionieren könnte. Bisher lässt sich aller-
tro-Untersuchungen mit diversen wund- (z. B. IL-1, -2, -6, -8, TNF, TGF-β), aber dings noch nicht wirklich erklären, war-

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um unter bestimmten Plasmabedingun- gnifikant höhere Keimreduktion im Ver- on, Wundgröße, Dauer des Ulkus und
gen Tumorzellen selektiv in Apoptose, gleich zur Kontrolle ohne Plasma bewirk- Alter sowie Begleiterkrankungen des Pa-
Nekrose, Zellzyklusarrest oder Seneszenz te [30]. Die Plasmabehandlung wurde da- tienten einen Einfluss auf die Wundhei-
getrieben werden können, Normalzellen bei als Add-on-Therapie zusätzlich zur lung haben, ist es ohne Berücksichtigung
hingegen unversehrt bleiben. Standardwundbehandlung durchgeführt, all dieser Einflussfaktoren schwierig, den

»
wobei eine Wunde oder Wundhälfte des Plasmaeffekt auf die Wundheilung zu un-
Wenige Sekunden reichen, Patienten mit und eine ohne Plasma be- tersuchen. Dafür sind möglichst gleich-
um Tumorzellen zu töten, handelt wurde. Zur Detektion der Keim- artige Wunden erforderlich, wie sie z. B.
last wurden an jedem Behandlungstag Spalthautentnahmestellen darstellen. Da-
wohingegen Normalzellen vor und nach Therapie Nitrozellulosefil- her wurden, um den Effekt des Plasmas
unbeeinflusst bleiben ter verwendet, die ein Auszählen der ge- auf die Wundheilung unabhängig von ei-
wachsenen Bakterienkolonien („colony ner bakteriellen Infektion zu beurteilen,
Für die Selektivität gibt es einige Erklä- forming units“, CFUs) ermöglichen. Zum 40 Patienten mit Spalthautentnahmestel-
rungen, wobei diese Hypothesen mit- Nachweis der Bakterienart wurden 1-mal len mit dem MicroPlaSter beta behandelt
tels In-vitro- und In-vivo-Studien bestä- pro Wochen 2 Standardabstriche durch- [25]. Bei den Spalthautentnahmestellen
tigt werden müssen. Da Tumorzellen im geführt. Die mit Plasma behandelten handelt es sich in Bezug auf die Wundtie-
Vergleich zu Normalzellen eine höhere Wunden zeigten eine um 34 % (p < 10−6) fe und Lokalisation (jeweils Oberschen-
Zellteilungsaktivität aufweisen, können signifikant höhere Reduktion der Keim- kel) um sehr homogene akute Wunden. In
freie Radikale [reaktive Sauerstoffspe- last als die unbehandelten, unabhängig dieser prospektiven, placebokontrollier-
zies (ROS) und reaktive Stickstoffspezies von der Art und dem Resistenzmuster ten Studie wurde eine Hälfte der Entnah-
(RNS)], die durch Niedertemperaturplas- der nachgewiesenen Bakterien. Die Plas- mestelle ab dem ersten postoperativen Tag
men freigesetzt werden, verstärkt aufge- mabehandlung war dabei schmerz- und täglich über 2 min/5 cm2 mit Plasma be-
nommen werden. Normalzellen sind des- nebenwirkungsfrei. In einer zweiten Stu- handelt, die andere Wundhälfte diente als
halb besser vor Plasma „geschützt“ und die [29] konnte mit dem MicroPlasSter al- Kontrolle. Als Placebo fungierte eine reine
weniger angreifbar. Zudem ist bekannt, pha und dem MicroPlaSter beta der zwei- Argongasapplikation. In den mit Plasma
dass der basale ROS-Wert von Tumor- ten Generation gezeigt werden, dass auch behandelten Wundhälften konnten durch
zellen höher ist als der basale ROS-Wert eine nur 2-minütige tägliche Behandlung 2 verblindete Untersucher bereits ab dem
von Normalzellen. Kommt es zur plas- infizierter Ulzera zu einer hochsignifikan- zweiten Behandlungstag eine schnellere
mabedingten Bildung von ROS, wird die- ten zusätzlichen Keimreduktion von 40 % Epithelisierung sowie weniger Fibrinbe-
ses über Nanoporen in die Zellen aufge- (p < 0,016) bzw. 23,5 % (p < 0,08) führt im läge und Blutkrusten nachgewiesen wer-
nommen. Hierbei wird bei Tumorzellen Vergleich zur Standardwundbehandlung den. In keinem Fall kam es zur Wundin-
der ROS-Schwellenwert, der zur Auslö- ohne Plasma. fektion, die Wundumgebung war jeweils
sung von Apoptose führt, schneller über- In einer offenen, retrospektiven ran- reizlos, Schmerzen traten nicht auf. Die-
schritten als bei Normalzellen [17, 35]. domisiert kontrollierten Studie wurde se Studie zeigt, dass der MicroPlaSter be-
Trotz der teils vielversprechenden In-vit- der Effekt des MicroPlaSter alpha auf die ta nicht nur zu einer Reduktion der Bakte-
ro- und In-vivo-Ergebnisse gibt es bisher Wundheilung untersucht [34], wobei die rienlast führt, sondern die Wundheilung
jedoch zur Therapie von Tumoren noch Wundheilung bei diese Studie nur den auch unabhängig von einer bakteriellen
keine klinischen Studien am Menschen. sekundären Endpunkt darstellte. Vergli- Infektion positiv beeinflusst.
chen wurden dabei die initialen maxi- In einer Studie von Metelmann [48]
Klinische Studien mit malen Wundlängen und Wundbreiten konnte gezeigt werden, dass laserindu-
Niedertemperaturplasma in Therapie- und Kontrollareal mit den zierte akute Wunden unter einer Plasma-
Werten nach der letzten Behandlung. Da- behandlung ebenfalls eine bessere Wund-
Effekte auf die Wundheilung bei zeigten sich bei den Patienten (n = 70) heilung und zudem eine überlegene äs-
mit chronisch infizierten Wunden un- thetische Narbenbildung aufwiesen.
Inzwischen liegen mehrere kontrollierte terschiedlicher Ätiologie, die zwischen 3 Der DBD-Plasma Generator Plasma-
klinische Studien an Patienten mit chro- und 7 min mit Plasma im Add-on-Ver- Derm VU-2010 (CINOGY GmbH, Du-
nischen und akuten Wunden vor, die die fahren behandelt wurden, keine signifi- derstadt, Deutschland) wurde erstmals
wundheilungsfördernden und keimredu- kant größeren Reduktionen der Wund- in einer monozentrischen, zweiarmigen,
zierenden Eigenschaften von kaltem Plas- größe im Vergleich zu den Kontrollwun- randomisierten und kontrollierten Studie
ma belegen. den. In einer Subgruppe mit 27 Patienten zur Behandlung von chronischen Wun-
In der weltweit ersten prospektiven mit nur chronisch venös bedingten Ulze- den eingesetzt [10]. In diese Studie wur-
kontrollierten Phase-II-Studie an Pati- ra fand sich eine signifikant größere Re- den nur Patienten mit venösen Ulzera ein-
enten mit chronisch infizierten Ulzera duktion der Wundbreite, aber nicht der geschlossen, die eine Größe von 5–30 cm2
(n = 36) konnte gezeigt werden, dass ei- Wundlänge. hatten und die mindestens seit 12 Wochen
ne tägliche 5-minütige Behandlung mit Da bei chronischen Wunden zahlrei- bestanden. Die Patienten (n = 14) erhielten
dem MicroPlaSter alpha (Adtec) eine si- che Faktoren wie Ätiologie, Lokalisati- entweder eine moderne Wundversorgung

6 Der Hautarzt
oder als Add-on-Therapie zusätzlich eine der 2-wöchigen Therapie wurde die bak- (E.) coli im äußeren Gehörgang gezeigt
Plasmabehandlung (3-mal wöchentlich terielle Dichte in der Octenidingruppe um werden. Nach einer Cholesteatomopera-
für 8 Wochen). Desinfizierende Maßnah- 35 % reduziert im Vergleich zu einer so- tion der linken Paukenhöhle hatte der Pa-
men außer Plasma wurden nicht durchge- gar leichten Zunahme in der Plasmagrup- tient über 3 Jahre lang an bakteriellen In-
führt. Der handgehaltene DBD-Plasmage- pe (+ 12 %). Beide Behandlungen wurden fektionen der Gehörgänge und des Naso-
nerator kann nur ein Areal von 1 cm2 be- gut toleriert, es zeigten sich keine Hinwei- pharynx gelitten [32], die auch nach re-
handeln, was bei einer Behandlungsdau- se auf Zytotoxizität. gelmäßigen systemischen antibiotischen
er von 45 s pro cm2 in Abhängigkeit von Ein CE-zertifizierter, kommerziell Behandlungen und antiseptischen Maß-
der Ulkusgröße einer mittleren Behand- verfügbarer Plasma-Jet (Maxium Elekt- nahmen nicht abheilten. Die Plasmabe-
lungsdauer von 11 min (± 12,8 min) ent- rochirurgieeinheit mit Maxium Beamer handlung wurde mit einem Abstand von
sprach. Der Abstand zwischen Ulkus und und Beamelektrode, Gebrüder Martin 2 cm vom äußeren Gehörgang 5-mal wö-
dem Plasmagerät beträgt dabei < 1 mm, GmbH + Co. KG, KLS Martin Grupp, KLS chentlich über jeweils 5  min durchge-
was durch einen sterilen Abstandshalter Martin, Tuttlingen) wurde an 11 Patienten führt. Während der Behandlungsphase
gewährleistet wird. Die Ulkusgröße wur- mit 18 stark kolonisierten Wunden zum (insgesamt 43 Behandlungen) waren die
de wöchentlich dokumentiert, und die Koagulationsdébridement eingesetzt [12]. bakteriologischen Abstriche negativ, und
bakterielle Last wurde mittels bakteriel- Die Wunden wurden in Lokalanästhesie der Patient hatte keine Schmerzen mehr,
ler Abstriche und mit Kontaktagarplatten für 10 s/cm2 in einer Sitzung behandelt, sodass die Antibiotika und die Analgeti-
untersucht. Die Plasmabehandlung erwies die Keimlast wurde jeweils vor und nach ka abgesetzt werden konnten. Einen Mo-
sich als sichere Behandlungsmethode und der Behandlung berechnet. Der sichtba- nat nach Abschluss der Behandlung war
führte zu einer signifikanten Reduktion re Durchmesser des Plasmastrahls in der der Patient hochzufrieden mit dem Ergeb-
der bakteriellen Last unmittelbar nach der Zielregion beträgt etwa 5 mm bei einem nis. Allerdings kam es 3 Wochen nach Ab-
Plasmabehandlung, nicht jedoch über die Abstand zur Wunde von ca. 0,5–1 cm. schluss der Behandlung zu einem erneu-
gesamte Behandlungsdauer. Allerdings ten Nachweis von ESBL und E. coli im un-
waren am Ende der Studie in beiden Be- DDEine Plasmaeinzelbehandlung behandelten Nasopharynx.
handlungsgruppen noch die gleichen reduzierte multiresistente Bei einem Patienten mit einem su-
Bakterienarten nachweisbar wie zu Be- Erreger in allen Wunden. perinfizierten, erosiven Morbus Hailey-
ginn der Studie. Bei 5/7 vs. 4/7 in der Stan- Hailey axillär und inguinal führte die
dard- vs. Plasmagruppe kam es zu einer Mit dieser Behandlung konnten 14 von Behandlung mit dem MicroPlaSter be-
über 50 %igen Reduktion der Wundgrö- 22  Wunden pro Behandlung vollstän- ta (1-mal täglich über 5 min) bereits nach
ße, wobei in der Plasmagruppe eine ten- dig gereinigt werden (100 % Keimreduk- nur 4 Plasmaanwendungen ebenfalls zur
denziell größere Abnahme der Wundgrö- tion). Bei 11 von 17 multiresistenten Erre- Schmerzreduktion und zu einer deutli-
ße zu verzeichnen war (Plasma – 5,3 cm2, gern (MRE) und bei 5 von 7 Nicht-MRE- chen Besserung des klinischen Befundes
Standard – 3,4 cm2). Bei 2/7 bzw. 3/7 Pati- Keimen wurde eine komplette Eradika- [31].
enten in der Standard- bzw. Plasmagruppe tion erreicht. Diese unkontrollierte Stu- In einer randomisierten, placebokont-
kam es unter der Therapie jedoch zu einer die zeigt, dass die Argon-basierte Wund- rollierten Studie an 41 Patienten mit Zos-
Vergrößerung der Wundgröße. Patienten koagulation eine wirkungsvolle Metho- ter verbesserte die Behandlung mit dem
in der Plasmagruppe berichteten über we- de auch zur Sanierung von multiresisten- MicroPlaster beta (5 min, 1-mal täglich
niger Schmerzen während und zwischen ten Keimen wie MRSA, multiresistenten über minimal 3 Tage und maximal 9 Ta-
den Behandlungen. Bei der Follow-up- gramnegativen Erregern (MRGN) und ge) signifikant die akute Schmerzsympto-
Untersuchung 4 Wochen nach Therapie- Vancomycin-resistenten Enterokokken matik und führte zu einer besseren Ab-
ende war es bei 3/6 Patienten in der Stan- (VRE) darstellt. heilung der Hautläsionen im Vergleich
dardgruppe und bei 2/5 Patienten in der zur Kontrollgruppe [33]. Die Kontroll-
Plasmagruppe zu einer Vergrößerung der Infektionen der Haut gruppe wurde dabei über 5 min mit Ar-
Ulzera gekommen. gongas als Placebo behandelt. Alle Pati-
In einer Pilotstudie wurde der Effekt Aufgrund der breiten antibakteriellen, enten erhielten eine antivirale, analgeti-
eines Plasmajets (kINPen MED, neoplas antiviralen und antimykotischen Effek- sche und antiseptische Standardtherapie
tools GmbH) auf die Keimreduktion von te von kaltem Plasma sind Infektion der des Zosters. Bei der freiwilligen Follow-
chronischen Wunden im Vergleich zu ei- Haut potenzielle Indikationen für eine up-Untersuchung 4 Wochen nach The-
ner antiseptischen Behandlung mit Oc- Plasmatherapie. rapie, die von etwa der Hälfte der Patien-
tenidin untersucht [56]. Die Behand- In einem Fallbericht konnte die Wirk- ten wahrgenommen wurde, klagten in der
lung wurde 3-mal wöchentlich durchge- samkeit einer Behandlung mit dem Mic- Plasmagruppe nur 22,2 % und in der Kon-
führt über insgesamt 2 Wochen. Dabei roPlaSter beta (Adtec) bei einem Patien- trollgruppe noch 40 % der Patienten über
zeigte sich unmittelbar nach der Behand- ten mit einer sehr schmerzhaften post- Schmerzen.
lung eine signifikant höhere Keimreduk- operativen chronischen Wundinfektion Obwohl bislang klinische Studien feh-
tion durch Octenidin (64 %) im Vergleich u. a. mit einem Extended-Spectrum-β- len, könnten zahlreiche weitere bakteriell
zur Plasmabehandlung (47 %). Im Verlauf Laktamase (ESBL)-positiven Escherichia verursachte Hauterkrankungen wie Im-

Der Hautarzt 7
Leitthema

petigo contagiosa, gramnegativer Fußin- pH-Wertes im Lipidfilm der Haut könn- Asp f 1 an IgE im Blutserum. Mittels SDS-
fekt, Follikulitiden oder Ecthymata, aber ten positive Effekte auf ichthyotische oder PAGE-Gelelektrophorese konnte eine Re-
auch virale Erkrankungen wie Warzen ekzematöse Hauterkrankungen haben. duktion der Allergengröße durch Plasma
von einer Behandlung mit kaltem Plasma Aufgrund dieser Hinweise auf eine nachgewiesen werden. Die Autoren die-
profitieren. Die Fähigkeit, Textilien und möglicherweise positive Wirkung von ser Studie machen die Hydroxylradikale
damit Strümpfe problemlos zu durch- Plasma auf das atopische Ekzem und das im Plasma für eine Schädigung der Epito-
dringen, macht eine Plasmaanwendung Symptom Juckreiz wurde eine randomi- pe der Allergene verantwortlich, die da-
beispielsweise auch für die Prophylaxe sierte, placebokontrollierte Studie durch- durch ihre Fähigkeit verlieren, an IgE zu
oder Therapie einer Tinea pedum sehr in- geführt, um den Effekt einer 2-minütigen binden. Eine Inaktivierung von Aeroall-
teressant. Kaltes Plasma hätte auch in der Behandlung mit dem MicroPlaSter be- ergenen in Innenräumen erscheint durch
Hygiene z. B. zur (Hände-)Desinfektion ta (Adtec) auf den Juckreiz bei 46 Patien- Entwicklung geeigneter Plasmatechnolo-
in der Klinik oder in öffentlichen Ein- ten mit pruriginösen Hauterkrankungen gien möglich und vielversprechend.
richtungen große Vorteile gegenüber den zu untersuchen [23]. Die Randomisierung
herkömmlichen flüssigen Desinfektions- des Therapie- und Kontrollareals erfolgte Fazit für die Praxis
mitteln, da diese über mehrere Minuten im Seitenvergleich am gleichen Patienten.
einwirken müssen, ein eingeschränktes Als Placebo diente eine Behandlung mit 55Dank interdisziplinärer Forschung in
Wirkspektrum haben und die Haut rei- inertem Argongas mit der gleichen Tem- Medizin, Physik, Chemie, Biologie, Mi-
zen können. peratur wie das Argonplasma. Dabei kam krobiologie und Technik hat sich die
es sowohl kurzfristig unmittelbar nach der Plasmamedizin in den letzten Jahren
Kalte Plasmen bei atopischem Behandlung wie auch langfristig zu einer zu einem innovativen und dynami-
Ekzem und anderen signifikanten Besserung des Juckreizes, schen Forschungsgebiet entwickelt.
Erkrankungen mit Pruritus allerdings gleichermaßen in der Plasma- 55Auch wenn noch viele Fragen offen
wie auch in der Placebogruppe. Die Pa- sind, insbesondere seien hier die In-
Bakterien können verschiedene Hauter- tienten selbst bewerteten die Therapie als teraktionsmechanismen zwischen
krankungen, wie z. B. das atopische Ek- sehr positiv aufgrund der einfachen An- Plasma und lebenden Zellen/Gewe-
zem, triggern. Daeschlein et al. [11] ha- wendung und des Fehlens von relevan- be und die Optimierung der Plasma-
ben daher den Effekt eines Plasmajets auf ten Nebenwirkungen. Da in dieser Stu- zusammensetzung je nach erwünsch-
die bakterielle Besiedlung der Haut un- die auch die Placebobehandlung einen si- tem Effekt genannt, so zeigen die bis-
tersucht. Patienten mit ausgeprägter Sta- gnifikanten juckreizlindernden Effekt ge- herigen In-vitro- und In-vivo-Unter-
phylococcus-aureus-Besiedelung wurden zeigt hat, müssen weitere Studien zeigen, suchungen das große Potenzial der
3 min lang mit einem Niedertemperatur- ob Plasma tatsächlich in der Lage ist, pru- Plasmamedizin.
Atmosphärendruck-Plasmajet behandelt, riginöse Hauterkrankungen erfolgreich zu 55Kalte Plasmen werden in naher Zu-
was zu einer selektiven Eradikation dieses behandeln. kunft sicherlich in zunehmendem
Keims führte. Die physiologische Hautflo- Umfang sowohl für die Therapie als
ra mit Staphylococcus epidermidis und Sta- Weitere Anwendungsgebiete auch für die Prophylaxe diverser, vor
phylococcus haemolyticus blieb dabei un- allem infektiöser Erkrankungen ein-
beschadet und wurde aus tieferen Haut- Die Fähigkeit einer DBD-Plasmaquelle, gesetzt werden können.
schichten zur Hautoberfläche hin mobili- Allergene zu inaktivieren, konnte in ei- 55Es besteht durchaus die Vision eines
siert. Mertens et al. [46, 47] zeigten mit ei- nem aufwendigen Versuchsaufbau gezeigt Durchbruchs in der Medizin und auch
nem DBD-Gerät bei einem Patienten mit werden [59]. Dabei konnten aerolisierte in der Hygiene, vergleichbar mit dem
atopischem Ekzem eine Reduktion von Allergene (Hausstaubmilben Der p 1 und durch die Einführung von Antibiotika.
Staphylococcus aureus um mehr als das Der f 1, Aspergillus fumigatus Asp f 1, Al- 55Zu klären bleibt jedoch – auch im
10-Fache innerhalb von 2 Tagen. Zusätz- ternaria alternata Alt a 1, Hund Can f 1, ökonomischen Sinne – die Überle-
lich sah man eine deutliche Verbesserung Katze Fel d 1) sowie Indoor- und Outdoor- genheit von Plasmen gegenüber bis-
der Hautrötung und eine Reduktion des Umweltallergene durch Plasmaexposition herigen medizinischen Standards.
Juckreizes für Stunden. Untersuchungen (0,12 s) hocheffektiv um 30–80 % in ihrer Dies muss durch kontrollierte klini-
von Marschewski et al. [45] konnten im Allergenität reduziert werden. Dabei wie- sche Studien gezeigt werden.
Stratum corneum menschlicher Haut eine sen die Allergene von Hausstaubmilben,
Veränderung der Komposition der Haut- Hunden und Katzenhaaren sowie Pilzen
Korrespondenzadresse
lipide durch eine Behandlung mit einer (Alt Asp) ein unterschiedliches Anspre-
DBD-Plasmaquelle zeigen (Erniedrigung chen auf die Plasmabehandlung auf, was Prof. Dr. S. Karrer
der Kohlenstoffkonzentration, Erhöhung auf eine unterschiedliche Proteinstruktur Klinik und Poliklinik für Dermatologie
der Stickstoffkonzentration und der Sau- zurückzuführen ist. Auch Blutseren von Universitätsklinikum Regensburg
Franz-Josef-Strauß-Allee 11, 93042 Regensburg
erstoffkonzentration). Diese Veränderun- sensibilisierten Patienten wurden unter-
sigrid.karrer@ukr.de
gen der Hautlipidbarriere und eine eben- sucht, hier zeigte sich eine 50 %ige Reduk-
falls nachgewiesene Erniedrigung des tion der Bindung von plasmabehandelten

8 Der Hautarzt
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Dieser Beitrag beinhaltet keine Studien an Menschen
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