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de KURZFASSUNG

Inwieweit lebt der Mensch ständig


unter Strahlenbelastung ?
von Eike Roth
e-mail Eike.Roth@energie-fakten.de

Hier die Fakten - vereinfachte Kurzfassung


Die Erde war noch jung und für ihre Intensität schwanken Der dritte Teil der natürlichen
die Strahlenbelastung war 10 zwischen etwa 0,3 und 3 mSv Strahlung schließlich kommt aus
Mal so hoch wie heute. In dieser (Milli-Sievert) pro Jahr, Extrem- unserem eigenen Körper. Mit
Umgebung entwickelte sich das werte in manchen Regionen ge- Nahrung und Atemluft nehmen
Leben vor ungefähr 3 Milliarden hen bis über 100 mSv pro Jahr wir unvermeidbar radioaktive
Jahren. Seitdem ist die Strahlen- hinaus. Ausweichen können wir Substanzen auf. Bei ihrem Zerfall
belastung zwar immer kleiner dieser Strahlung nicht; wir kön- in unserem Körper senden sie
geworden, aber sie war nie Null nen höchstens in Gegenden zie- Strahlen aus, die teilweise im
und sie wird es auch nie sein. hen, in denen sie niedriger ist, Körper absorbiert werden, teil-
Das Leben hat sich längst daran oder durch Verwendung be- weise aber auch aus ihm heraus-
gewöhnt. stimmter Baustoffe (z. B. Holz) kommen und unsere Umgebung
Woher stammt die Strahlung? für unsere Häuser ihre Intensität bestrahlen. Auch hier könnten
Ein Teil stammt noch aus der Ent- verringern. wir z. B. durch eine geeignete
stehungsgeschichte der Erde. Zu Ein anderer Teil der Strahlung Diät unsere Strahlenexposition
den Substanzen, aus denen sich kommt vom Himmel, genauer beeinflussen, vermeiden können
seinerzeit die Erde gebildet hat, gesagt aus dem Weltraum. Wir wir sie aber auch hier nicht.
gehören auch langlebige radio- bezeichnen ihn als „Höhenstrah- Natürlich hat man nach ge-
aktive Elemente wie z. B. Uran lung“. Je höher oben wir sind, sundheitlichen Auswirkungen
und Thorium. Deren Radioakti- desto stärker ist diese Strahlung, dieser stark schwankenden
vität nimmt in ungefähr einer je weiter unten wir sind, desto natürlichen Strahlenexposition
Milliarde Jahren auf die Hälfte mehr wird sie durch die Atmos- gesucht. Aber man hat keine ge-
ab. Auch heute noch „versor- phäre abgeschwächt. Auch die- funden, höchstens tendenziell ei-
gen“ sie uns je nach ihrer Kon- ser Strahlung können wir nicht ne Abnahme der Krebshäufigkeit
zentration in Gesteinen und Erd- ausweichen, wir können nur auf mit zunehmender Strahlung.
reich mit unterschiedlich viel io- Höhen-Kuraufenthalte, interkon-
nisierender Strahlung. Ihrem Ur- tinentale Flugreisen, Ski-Urlaube Lesen Sie mehr in der Langfas-
sprung entsprechend bezeichnen im Hochgebirge und dergleichen sung.
wir diese Strahlung als „terrestri- verzichten.
sche Strahlung“. Übliche Werte

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Inwieweit lebt der Mensch ständig


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von Eike Roth
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Hier die Fakten - Langfassung


Die Spirale der Strahlenangst andere Nuklearanlagen. Sie lösen manchen Politikern auch be-
Strahlung erscheint uns wichtig. unsinnige Maßnahmen aus wie wusst weitergedreht. Je größer
Fast täglich sieht, hört oder liest die Entsorgung der „Strahlen- die Angst vor Strahlen, desto
man in deutschen Medien, dass molke“ zu völlig überzogenen weniger Akzeptanz findet die
Strahlung schädlich ist und dass Kosten2. Im medizinischen Be- Kernenergie in der Bevölkerung.
selbst kleine und kleinste Men- reich führen sie zu bedenklichen Dieses Ziel wird von einigen un-
gen ionisierender Strahlung1 Verweigerungshaltungen gegen beirrt verfolgt, auch wenn da-
nachteilige Gesundheitsfolgen medizinisch indizierte Diagnose- durch - neben allen anderen
haben. Unsichtbar, nicht riechbar und Therapieverfahren, und sie Nachteilen - unsere Chance, dro-
und nicht hörbar, so wird uns führen zu gravierenden Fehlbe- hende Klimagefahren abzuwehren,
gesagt, kann bereits ein einziges hauptungen, wie z. B. angeblich massiv geschmälert wird. Dass
Strahlungsteilchen unendliches „Zehntausende (oder noch mehr) die den Fachleuten bekannten
Leid durch Krebs oder Erbschä- Strahlentote“ als Folge des Fakten eine ganz andere Sprache
den verursachen. Regelmäßig Tschernobyl-Unfalls 3. Diese Fehl- sprechen, wird durch gezielte
wiederholt, führen diese Aussa- behauptungen verstärken dann Fehlmeldungen verdeckt. Sehr
gen zu den bekannten quasi-reli- ihrerseits wieder die Wirkung der erfolgreich, denn die tatsächli-
giösen Kreuzzügen gegen Wack- Ausgangsaussage, jede Strah- chen Fakten sind in der Öffent-
ersdorf und Gorleben, gegen lung verursache Schäden. Die lichkeit kaum bekannt.
Castor-Transporte, gegen den Spirale der Strahlenangst dreht
Schnellen Brüter und gegen viele sich munter und sie wird von

1 Ionisierende Strahlung ist jede Strahlung, die genügend Energie hat, um Atome und Moleküle zu ionisieren (um Elektronen aus dem
Atom- oder Molekülverband herauszuschlagen). Die wichtigsten Arten von ionisierender Strahlung sind Alpha-, Beta- und Gamma-
Strahlen. Alpha-Teilchen bestehen aus zwei Protonen und zwei Neutronen, Beta-Teilchen sind Elektronen und Gamma-Teilchen sind reine
Energiequanten.
2 Nach Tschernobyl wurden in Deutschland 5000 Tonnen Molke zunächst monate- und jahrelang in Eisenbahnwaggons kreuz und quer
durch die Lande gefahren und dann für mehrere hundert Millionen DM in eigens hierfür gebauten Einrichtungen entsorgt, obwohl ihre
Radioaktivität kleiner war als die von normalem Phosphatdünger und daher ein Aufbringen auf Felder (Molke ist ein guter Dünger) nicht
nur sehr viel billiger gewesen wäre, sondern zusätzlich auch noch einen Nutzen gehabt hätte.
3 Die Tschernobyl-Katastrophe soll nicht heruntergespielt werden. Aber bei allem Schrecklichen müssen auch hier die Fakten anerkannt
werden. Nach zahlreichen und detaillierten Untersuchungen internationaler Forschergruppen (einschließlich der UNO) hat das
Tschernobyl-Unglück unmittelbar 32 Todesopfer gefordert. Außerdem sind von den 157 Patienten, die aufgrund akuter Strahlenkrankheit
längere Zeit klinisch behandelt werden mussten, bisher 14 Personen - wahrscheinlich an den Spätwirkungen der damals erlittenen
Schäden - gestorben. In der Bevölkerung sind etwa 2000 Kinder vermutlich strahlenbedingt an Schilddrüsenkrebs erkrankt. Gottseidank
ist diese Krankheit relativ gut behandelbar. Trotzdem sind bisher wahrscheinlich 5 Kinder daran gestorben. Andere Krebserkrankungen
einschließlich Leukämie wurden weder bei den Aufräumarbeitern („Liquidatoren“), noch in der allgemeinen Bevölkerung in erhöhtem
Ausmaß gefunden (siehe auch „Welche Folgen hatte der Reaktorunfall von Tschernobyl ?“ von Karl-Heinz Orth).

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Strahlung ist Teil unseres phäre abgeschwächt wird, ist die Wie angegeben, stammt die
Lebens Höhenstrahlung in Meereshöhe terrestrische Strahlung im We-
Strahlung und Leben sind am geringsten. Sie nimmt mit sentlichen aus dem Zerfall von
nicht voneinander zu trennen. der Höhe deutlich zu. In Meeres- Uran und Thorium. Diese radio-
Seit es Leben auf der Erde gibt, höhe beträgt die Dosis etwa aktiven Elemente sind von Natur
war es immer ionisierender Strah- 0,36 mSv (Milli-Sievert) pro Jahr 4, aus in jedem Erdmaterial und in je-
lung ausgesetzt. Mehr noch: in 1000 m Höhe etwa 0,5 und in dem Gestein vorhanden, wenn
Früher, als das Leben auf der Erde 3000 m Höhe etwa 1,1 mSv pro auch in recht unterschiedlicher
entstand, war die Strahlung Jahr. Wer seine persönliche Konzentration. Beide Elemente
noch viel höher als sie heute ist. Strahlenexposition senken will, zerfallen über mehrere Zwi-
Unter Strahlung hat sich das Leben der sollte besser in der Tiefebe- schenstufen letztlich in nicht
entwickelt, an sie hat es sich an- ne wohnen und auch im Urlaub mehr radioaktives Blei. Eine dieser
gepasst, und mit ihr kommt es nicht ins Gebirge fahren. Außer- Zwischenstufen ist Radon. Das ist
heute wie damals sehr gut zu- dem sollte er keine Flugreisen ein radioaktives Edelgas, das
recht. Dabei ist Strahlung nicht unternehmen, bei denen die Ma- - eben weil es ein Gas ist - aus
nur überall vorhanden, sondern schinen in größerer Höhe flie- allen Gesteinen und insbesonde-
sie ist auch an verschiedenen Or- gen, vor allem Interkontinental- re aus Spalten und Ritzen im Ge-
ten in sehr unterschiedlicher Flüge. stein in die Luft heraus kommt.
Stärke vorhanden. Und auch wo Die terrestrische Strahlung Wenn wir atmen, atmen wir da-
die Strahlung relativ stark ist, kommt aus dem Erdreich und her immer auch etwas Radon
konnte kein negativer Einfluss aus Gesteinen. Sie stammt aus mit ein. Radon ist ein Alpha-
auf unsere Gesundheit festge- dem radioaktiven Zerfall natürlicher Strahler (d. h., Radon sendet Al-
stellt werden. radioaktiver Substanzen, die im pha-Strahlen aus) und wenn es
Wesentlichen noch aus der Ent- in unserem Körper zerfällt, erhält
Woher kommt die Strahlung? stehungsgeschichte der Erde insbesondere die Lunge eine er-
In der Natur gibt es hierfür im übrig geblieben sind. Die wich- hebliche Strahlenexposition. Je
Wesentlichen drei Ursachen: Die tigsten dieser Substanzen sind nach Radon-Konzentration erge-
kosmische Strahlung, die terre- Uran, Radium und Thorium. Je ben sich sehr starke Schwankun-
strische Strahlung einschließlich nach ihrer Konzentration in ober- gen. Der Vergleichbarkeit halber
Radon und die Eigenstrahlung flächennahen Schichten ist die auf den ganzen Körper umge-
des menschlichen Körpers. von ihnen ausgehende Strahlen- rechnet liegen typische Werte et-
Die kosmische Strahlung kommt, exposition unterschiedlich groß. wa zwischen 1 und 5 mSv pro
wie ihr Name sagt, aus dem Welt- In Norddeutschland z. B. beträgt Jahr, die Spitzenwerte gehen
all. Von allen Seiten dringen sie etwa 0,4 mSv pro Jahr, in über 100 mSv pro Jahr hinaus.
hochenergetische geladene Teil- Bayern mit ziemlichen Schwan- Interessant in diesem Zusam-
chen in die Atmosphäre der Er- kungen im Mittel etwa 0,6 mSv menhang ist vielleicht auch noch
de ein. Dort lösen sie zahlreiche pro Jahr und im Oberpfälzer der Einfluss von Häusern und
Prozesse aus, bis schließlich ioni- Wald etwa 1,25 mSv pro Jahr. Wohnungen auf die Exposition
sierende Strahlung die Erdober- Auf der Erde insgesamt kommen durch Radon. Aus sämtlichen
fläche erreicht. Diese wird als Schwankungen bis zu etwa 3 mSv Baumaterialien (und insbesonde-
„Höhenstrahlung“ oder auch als pro Jahr sehr häufig vor, und die re aus dem Boden im Keller) dif-
„kosmische Höhenstrahlung“ Spitzenwerte liegen deutlich fundiert Radon heraus. Je nach
bezeichnet. Da die Strahlung auf über 100 mSv pro Jahr 5. Qualität der Lüftung reichert es
ihrem Weg durch die Erdatmos- sich in der Gebäudeluft unter-

4 mSv ist die Maßeinheit für die Dosis ionisierender Strahlung in ihrer Wirkung auf den menschlichen Körper, wobei die unterschiedliche
Wirkung unterschiedlich stark (genauer: unterschiedlich dicht) ionisierender Strahlung berücksichtigt wird.
5 Besonders hohe Werte wurden z. B. in Kerala in Indien mit 55, in Esperito Santo in Brasilien mit 175 oder in Ramsar im Iran mit 860 mSv
pro Jahr gemessen.

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schiedlich stark an. Dadurch ist Bäder durch jahrhundertelange sie gerade sind, zerfallen sie unter
die Radon-Strahlenexposition in Beobachtungen als wirksame Aussendung von Strahlung ent-
Häusern grundsätzlich höher als Heilbäder erwiesen. sprechend ihrer jeweiligen Halb-
im Freien, und sie ist in Beton- Die dritte unumgängliche wertszeit. Daher bewirken sie in
häusern höher als in Holzhäu- natürliche Strahlenexposition ist unserem Körper eine innere
sern. In Schweden hat eine Kom- die Eigenstrahlung des Körpers. Strahlenexposition6. Je nach Ess-
mission von Wissenschaftlern Nicht nur in allen Baumaterialien gewohnheiten beträgt diese
festgestellt, dass die Strahlen-Ex- sind (natürliche) radioaktive Sub- (wieder auf den Ganzkörper um-
position der Menschen in Häu- stanzen enthalten, sondern auch gerechnet) etwa 0,3 mSv pro
sern, die zur Reduzierung von in allen Lebensmitteln und auch Jahr mit erheblichen Schwan-
Wärmeverlusten in den Jahren in unserer Atemluft (hier ist ne- kungsbreiten.
vor dem Reaktor-Unfall von ben dem schon beschriebenen Die nachfolgende Tabelle stellt
Tschernobyl besser abgedichtet Radon, das im Strahlenschutz üb- die natürliche Strahlenexposition
worden sind, dadurch siebenmal licherweise getrennt behandelt nochmals zusammen. Wie er-
stärker angestiegen ist als infol- wird, vor allem ein radioaktives sichtlich, liegen typische Werte in
ge der Strahlenwolke aus der Isotop des Edelgases Argon zu Summe (inklusive Radon) bei etwa
Ukraine. Wer seine Strahlenex- nennen, das laufend durch die 2 bis 3 mSv pro Jahr und die
position reduzieren will, sollte al- Höhenstrahlung in der Luft nach- Schwankungen sind ganz er-
so in ein Holzhaus ziehen und gebildet wird). Mit Nahrung und heblich.
gut lüften. Atemluft nehmen wir daher un- Die Tabelle enthält nur die
Noch eine letzte Anmerkung vermeidbar radioaktive Materia- natürliche Strahlenexposition.
zum Radon: In praktisch allen lien in unseren Köper auf. Je Daneben gibt es auch noch
Heilbädern ist Radon im Heilwas- nach chemischer Zusammenset- durch menschliche Tätigkeiten
ser enthalten. Alle Bäderkuren zung werden diese an unter- verursachte künstliche Strahlen-
gehen mit einer erhöhten Strah- schiedlichen Stellen und über un- expositionen. Der mit Abstand
lenexposition durch Radon ein- terschiedlich lange Zeiträume im größte Beitrag kommt dabei von
her. Trotzdem haben sich diese Körper eingebaut. Und dort, wo der Medizin: Bei sehr starken

6 Ein typischer Wert für die so zustande kommende Strahlenstärke eines menschlichen Körpers ist 9 000 Bq. D. h., in einem
„normalen“ menschlichen Körper finden je Sekunde 9 000 (natürliche) radioaktive Zerfälle statt, bei denen jeweils
Strahlung ausgesendet wird. Mit dieser Strahlung bestrahlen wir natürlich nicht nur uns selbst, sondern auch unsere
Nachbarn, wenn wir eng beisammen sitzen.

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Schwankungen beträgt der die Gesundheit gibt, so zeigen Anzeichen für einen Schwellen-
Durchschnittswert in Deutsch- die Gegenden mit erhöhter wert (unterhalb dessen es keine
land etwa 1,5 mSv pro Jahr. Er Strahlung eher weniger Krebser- schädigende Wirkung gibt) wer-
liegt damit in der selben Größen- krankungen und höhere Lebens- den immer deutlicher. Alle Beob-
ordnung wie die natürliche erwartungen der Menschen7. achtungen über die Wirkungen
Strahlenexposition. Der Fallout Eine Erklärung hierfür könnte kleiner Strahlendosen sowie unser
aus den Atomwaffentests, die darin liegen, dass ionisierende Verständnis über die Abläufe auf
Emissionen aus Kernkraftwerken Strahlung nicht nur Zellschäden molekularer und zellulärer Ebene
im Normalbetrieb und andere im menschlichen Körper verur- und die biologischen Reaktionen
technische Anwendungen füh- sacht, sondern auch die Ab- hierauf sprechen eher für die
ren demgegenüber nur zu mitt- wehrmechanismen gegen Zell- Existenz eines Schwellenwertes
leren Expositionen von jeweils schäden stimuliert und damit ef- als dagegen. Unterhalb des
unter 0,01 mSv pro Jahr. Diese fektiver macht. Da solche Zell- Schwellenwertes dürfte sich so-
Beiträge sind nicht nur sehr viel schäden in wesentlich größerer gar eine gesundheitlich positive
kleiner als die natürliche Strahlen- Zahl durch andere Ursachen als - insbesondere krebsreduzieren-
exposition, sondern auch sehr durch Strahlung bewirkt werden, de - Wirkung der Strahlung er-
viel kleiner als deren Schwan- kann die Stimulierung der Ab- geben. Die Forschung auf die-
kungsbreite. Wer seine persön- wehrmechanismen die durch die sem Gebiet schreitet rasch vor-
liche Strahlenexposition reduzie- Strahlung verursachten Schäden an, in wenigen Jahren werden
ren will, sollte das bedenken. jedenfalls prinzipiell überkom- wir wohl endgültige Klarheit ha-
pensieren und so zu einem ins- ben. Bis dahin sollten wir uns an
Strahlung und Gesundheit gesamt positiven Gesundheits- den wahrscheinlichsten Ergeb-
In Gegenden mit erhöhter einfluss führen (siehe „Wie nütz- nissen orientieren.
natürlicher Strahlenexposition lich und wie schädlich sind Strah-
hat man sorgfältig nach mögli- len ?“ von Eike Roth, „Bio- Fazit
chen gesundheitlichen Folgen logische Wirkungen ionisierender Das Leben kann von Strahlung
der Strahlung gesucht. Dabei hat Strahlung und die Befunde von nicht getrennt werden. Die in
man eindeutig weder eine er- Hiroshima und Nagasaki“ von der Natur vorkommende Schwan-
höhte Krebshäufigkeit, noch ei- Winfried Koelzer und „Hormesis kungsbreite ist sehr groß. Innerhalb
ne erhöhte Zahl von Missbildun- - Wie wirkt Niedrigstrahlung ?“ dieser Schwankungsbreite konn-
gen Neugeborener, noch irgend- von Ludwig E. Feinendegen). Die ten gesundheitliche Schäden bis-
eine andere negative Auswir- offizielle Lehrmeinung im Strah- her nie beobachtet werden, und
kung auf die Gesundheit lenschutz hält zwar noch an der sie sind nach unserem heutigen
gefunden. Im Gegenteil: Wenn sogenannten „linearen Dosis/ Wissen auch nicht zu erwarten.
es überhaupt einen Einfluss der Wirkungs-Beziehung“ (nach der
Strahlung - bei den hier in Rede auch kleinste Strahlendosen
stehenden niedrigen Dosen - auf schädlich sind) fest, aber die

7 Analoge Beobachtungen gibt es auch in Bevölkerungsgruppen, die in ihrem Beruf oder durch andere menschliche Tätigkeiten (Medizin,
Technik) einer geringfügig erhöhten Strahlenexposition ausgesetzt waren: Soweit in diesem Bereich überhaupt ein Einfluss der Strahlung
auf die Gesundheit erkennbar ist, ist es eher ein positiver Einfluss. Negative Einflüsse - insbesondere eine erhöhte Krebshäufigkeit - findet
man erst bei höheren Dosen. Wahrscheinlich gilt auch bei der Strahlung das schon von Paracelsus entdeckte Gesetz, dass „die Dosis das
Gift macht“.

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