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HS Wirtschaftsdidaktik WS 08/09

Knowledge Building

Kurs: HS Wirtschaftsdidaktik - New Learning mit Web 2.0?


Dozent: Prof. Dr. Fritz Klauser
Referenten: Josephine Fleischer, Susanne Fessel
Datum: 04.12.2008

Thema: Knowledge Building: Theorie, Pädagogik, und Technologie


nach Marlene Scardamalia und Carl Bereiter
Inhalt:
1. Einführung......................................................................................................................1
2. Knowledge Forum ..........................................................................................................1
2.1. Ist Knowledge Forum eine Social Software? ...........................................................1
2.2. Entwicklung und Grundgedanke des Knowledge Forum .........................................2
2.3. Bestandteile des Knowledge Forums .......................................................................2
2.4. Anwendungsfelder des Knowledge Forums.............................................................2
3. Knowledge Building – Ein Neuer Ansatz? ......................................................................3
3.1. Entstehung des Knowledge Building .......................................................................3
3.2. Lernen vs. Knowledge Building ..............................................................................3
3.3. Die sechs Eckpunkte des Knowledge Building ........................................................4
3.4. Lehrer – Schüler – Rollen .......................................................................................5
3.5. Kritische Würdigung und Einordnung von Knowledge Buildings............................5
4. Eignung des Knowledge Forums nach dem KB Ansatz...................................................6
4.1. Potenzial des Knowledge Forums............................................................................6
4.2. Eine Empirische Studie ...........................................................................................6
5. Fazit und Ausblick..........................................................................................................7
6. Literatur..........................................................................................................................8
7. Anhang ...........................................................................................................................9

„Je mehr man weiß, desto mehr weiß man was man nicht weiß“
HS Wirtschaftsdidaktik WS 08/09
Knowledge Building

1. Einführung
Aktuell in der Pädagogik wird über eine sinnvolle Nutzbarkeit und Effektivität von Web 2.0
Technologien und deren Einsatz in Lehr-Lern-Arrangements diskutiert und erforscht. Bei Re-
cherchearbeiten im Internet zu diesem Thema fällt schnell auf, dass vorrangig die Technolo-
gien den Mittelpunkt in der Diskussion einnehmen und die theoretischen Lehr-Lern-Ansätze
für effektives Lernen vernachlässigt werden oder gänzlich unbeachtet bleiben. Im folgenden
Beitrag wird die Technologie Knowledge Forum (KF) vorgestellt und anhand des theoreti-
schen Ansatzes Knowledge Building (KB) auf Einsatz- und Anwendungsmöglichkeiten in der
kaufmännischen Ausbildung überprüft.

2. Knowledge Forum
2.1. Ist Knowledge Forum eine Social Software?

Zur Beantwortung dieser Frage wurde die Definition für Social Software nach Schmidt zu
Grunde gelegt.
"Social Software sind solche internetbasierten Anwendungen, die Informations-, Iden-
titäts- und Beziehungsmanagement in den (Teil-) Öffentlichkeiten hypertextueller1 und
sozialer Netzwerke unterstützen." (Schmidt, 2006, S. 2)
Nach dieser Definition und anhand der drei Basis-Funktionen nach Schmidt kann Knowledge
Forum als Social Software eingeordnet werden.

Basis-Funktionen Social Software Knowledge Forum

Informationsmanagement Finden, Bewerten und Ver- Ideen (Informationen) können


walten von Information gesucht, bewertet, verwaltet und
selbst erstellt werden

Identitätsmanagement Darstellung von Aspekten In Form von eigenen Ideen und


seiner selbst im Internet Gedankengängen

Beziehungsmanagement Kontakte abbilden, pflegen Ideen werden von verschiedenen


und neu knüpfen Mitgliedern verknüpft und abge-
bildet, es kommt zu Gruppenbil-
dung über gemeinsame Interes-
sen
Tabelle 1: Eigene Darstellung in Anlehnung an Schmidt, 2006, S. 5.

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im Sinne von logisch miteinander verbunden

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2.2. Entwicklung und Grundgedanke des Knowledge Forums

Die Technologie des Knowledge Forums2 wurde auf der Grundlage des Knowlegde Building
Ansatzes entwickelt mit dem Ziel eine wissensgenerierende Gemeinschaft zu fördern und zu
unterstützen. Knowledge Forum ist ein asynchrones Diskussionsmedium, das für alle Teil-
nehmer über das Internet zugänglich ist. Dabei können die Teilnehmer nicht nur die Rolle des
Lesenden einnehmen, sondern auch zum Autor werden. (vgl. Scardamalia & Bereiter, 2006)

2.3. Bestandteile des Knowledge Forums

Das Knowledge Forum setzt sich aus zwei Hauptbestandteilen zusammen, den Notes und den
Views. Als Notes werden die Beiträge bezeichnet in denen Gedanken und Ideen festgehalten
werden. Sie stellen den Ausgangspunkt einer Diskussion bzw. eines Discourses3 dar. Views
hingegen sind grafische Elemente und dienen zur thematischen Ordnung der Notes, als eine
Art Übersicht. Mit Hilfe von Scaffolds4 (z.B. Meine Theorie, Neue Informationen, Eine bes-
sere Theorie) soll es den Lernenden erleichtert werden ihre eigenen und andere Ideen besser
zu verstehen. Die Navigation im Knowledge Forum wird durch das Display Tool (Anzeige-
Werkzeug) erleichtert, in dem es gezielt verschiedene Informationen zu den Notes und Views
anzeigt. Dadurch, dass die Mitglieder der Gruppe ihr eigenes Wissen mitteilen und für die
anderen Mitglieder zugänglich machen, übernehmen sie Verantwortung für das Wissen der
gesamten Gruppe. Eine detaillierte Auflistung und Übersicht zum KF ist im Anhang darge-
stellt.

2.4. Anwendungsfelder des Knowledge Forums

KF ist eine Technologie die nicht auf den Einsatz in Schulen ab der ersten Klasse beschränkt
ist. Diese Technologie kann auch Anwendung im universitären Bereich finden und darüber
hinaus. Einsatzgebiete können in den Naturwissenschaften, der Medizin aber auch auf dem
Gebiet der Wirtschaftswissenschaften sein.

2
KF ist eine überarbeitete Version vom CSILE (Computer Supported Intentional Learning Environment), welche von der
York University und dem Ontario Institute for Studies in Education (University of Toronto) 1983 entwickelt wurde. Mittler-
weile ist KF in der Version 4.7 für Internetbrowser zugänglich. Es wird seit 1995 fortwährend auf den KB-Ansatz angepasst
und ausgebaut.
3
Hier wird unter Discourse ein tiefgründiges Gespräch verstanden, welches zur Wissenserweiterung dienen soll.
4
Unter Scaffolds werden Gerüstbausteine verstanden, die helfen sollen Gedanken zu ordnen.

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3. Knowledge Building – Ein neuer Ansatz?


Knowledge Forum, wie bereits unter 2.2 erwähnt wurde, basiert auf dem Ansatz des Know-
ledge Buildings.

3.1. Entstehung des Knowledge Building

Der Ansatz Knowledge Building wurde von Marlene Scardamalia und Carl Bereiter5 Anfang
der 90er entwickelt. Ihrer Ansicht nach befinden wir uns in einer wissensbildenden Zivilisati-
on, welche ständig wächst. Deshalb ist es wichtig, die Menschen für diese Wissensgemein-
schaft zu bilden. Somit sehen sie die fundamentale Aufgabe der Bildung darin, die Jugend in
diese wissensbildende Zivilisation einzubinden und ihren Platz darin zu finden (vgl. Scarda-
malia & Bereiter, 2006). Diese Aufgabe wird ihrer Meinung nach jedoch nicht von der tradi-
tionellen Lerntheorie und auch nicht ausreichend von den bisherigen konstruktivistischen An-
sätzen erfüllt. Sie (vgl. Scardamalia & Bereiter, 2003) kritisieren, dass:
• In der Schule vorrangig nur vorhandenes Wissen gelehrt wird
• Schüler nur Teilfähigkeiten für Forschungsabläufe und wissenschaftliches Arbeiten
vermittelt bekommen
• Kollaboratives Arbeiten zu wenig gefördert und unterstützt wird
Deshalb fordern Sie:
• Schüler frühzeitig an ein Arbeiten wie in wissenschaftlichen Forschungsgruppen zu
gewöhnen und sie mit der Vorgehensweise vertraut zu machen
• Schüler sollen dabei unterstützt werden kollaborativ Wissen zu generieren und diese
fortschreiten zu lassen

3.2. Lernen vs. Knowledge Building

Scardamalia und Bereiter unterscheiden zwischen Lernen und KB. Lernen sehen sie als inne-
ren, nicht wahrnehmbaren Prozess, der sich ausdrückt in der Wandlung von Einstellungen und
Fähigkeiten. Knowledge Building hingegen definieren sie als Schöpfen oder Modifizieren von
allgemein öffentlichem Wissen – Wissen, dass in der Welt zu Hause und zugänglich für ande-
re ist, um daran zu arbeiten oder es zu nutzen. KB ist ein Prozess der neue kognitive Fähigkei-
ten hervorruft als Ergebnis von gemeinsamen Zielen, Gruppendiskussionen und Gesprächen
in denen Ideen zusammengebracht werden. Im Zentrum steht die Entwicklung neuen Wissens
mit und durch eine Gemeinschaft, dabei verfügt keiner über ein „wahres“ bzw. absolutes Wis-
sen (vgl. Scardamalia & Bereiter, 2003).

5
Sie sind die Gründer des Institute for Knowledge Innovation & Technology (IKIT) an der University of Toronto.
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3.3. Die sechs Eckpunkte des Knowledge Building

Scardamalia und Bereiter heben sechs Themengebiete6 hervor, die unterstreichen sollen, dass
Schüler nicht mehr als Lerner angesehen werden sollen, sondern vielmehr als Mitglieder einer
wissensbildenden Gemeinschaft. Diese sechs Themen umschreiben auch gleichzeitig, worauf
in der Lernumgebung nach dem KB-Ansatz geachtet werden sollte (vgl. Scardamalia & Berei-
ter, 2006; Scardamalia, 2002).

Community Knowledge Advancement


• Die Weiterentwicklung des Wissens ist als eine gesellschaftliche Leistung anzusehen
und weniger als eine individuelle Leistung. Es soll kollaborativ in der Gemeinschaft
gearbeitet werden um gemeinsam von den Innovationen zu profitieren.
Idea Improvement
• Der Wissensfortschritt soll als Ideenverbesserung angesehen werden. Jede Idee ist
verbesserungsfähig, vor allem in ihrer Qualität, ihren Zusammenhängen und in ihrer
Brauchbarkeit.
Knowledge Building Discourse
• Der Discourse spielt im KB eine zentrale Rolle. Folgende Punkte sind für eine erfolg-
reiche Durchführung zu beachten:
o Im Discourse soll der Fortschritt des Wissens vorangetrieben werden und nicht
nur der Austausch von Informationen.
o Es soll ein gemeinsames Verständnis entstehen, und nicht wie bei politischen
Diskussionen eine Meinung vertreten werden.
o Im Discourse sollen die allgemein akzeptierten grundlegenden Fakten erweitert
und nicht verhandelt oder debattiert werden.
Knowledge of
• Im KB arbeiten die Lernenden mit komplexen Problemen die in einem tiefen Know-
ledge of resultieren. Knowledge of umfasst nach Scardamalia und Bereiter mehr als
nur prozedurales Wissen und wird als wichtiger Bestandteil erachtet um Wissen wei-
terzuentwickeln. (Somit kann Knowledge of nach unserem Verständnis als konditiona-
les Wissen betrachtet werden.)

6
Diese sechs Themengebiete sind an die 12 Prinzipien des KB angelehnt die von Scardamalia erstellt wurden. (vgl. Schar-
damalia 2002)

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Constructive Use of Authoritative Information


• Es ist wichtig immer auf dem aktuellen Stand des Wissens (der Welt) zu sein um sein
eigenes Wissen fortschreiten zu lassen. Dazu gehört auch, sich auf andere allgemein
anerkannte Quellen zu beziehen, auf diese aufzubauen oder sie zu kritisieren.
Emergent Understanding
• Verständnis über ein Konzept oder einen Prozess entsteht vor allem durch den Dis-
course mit Anderen und über die Reflektion des eigenen Lernprozess im Vergleich
zum Fortschritt der Gemeinschaft.

3.4. Lehrer – Schüler – Rollen

Im Mittelpunkt stehen die Lernenden. Sie formulieren in der Gemeinschaft eigene Ziele, wel-
che gleichzeitig den allgemein verbindlichen Rahmen für die Community festlegen, organisie-
ren den Ablauf und ihre Kommunikation. Somit tragen sie individuell und gemeinschaftlich
die Verantwortung für ihre Beiträge, ihren Wissenserwerb und den Erfolg der Community.
Die Hauptaufgabe des Lehrenden (Tutors) besteht darin, darauf zu achten dass die Lernenden
den Fokus auf der Problemstellung bzw. Aufgabe behalten.

3.5. Kritische Würdigung und Einordnung von Knowledge Building

KB ist ein jüngerer Ansatz in der Lehr-Lern-Forschung neben vielen anderen und steckt somit
noch in den Kinderschuhen. Das gesamte Konzept ist an das Vorgehen einer Forschungsgrup-
pe angelehnt. Das heißt die Schüler sollen von klein auf mit forschungstypischen Arbeitswei-
sen vertraut gemacht werden um später in der Lage zu sein Innovationen zu entwickeln. Nach
eigenen Angaben der Autoren basiert dieser Ansatz auf der konstruktivistischen Lerntheorie.
Im Vordergrund steht nach Meinung von Scardamalia und Bereiter der Wissensfortschritt
einer Gesellschaft und nicht mehr das Individuum und sein Verständnis von der Welt. Hier
wird ein Unterschied zu bisherigen Ansätzen des Konstruktivismus erkennbar, da diese sich
bisher vordergründig mit der Wissenskonstruktion vom Individuum beschäftigt haben. Im
zentralen Fokus von KB-Ansatz liegt das kollaborative Miteinander um den gesellschaftlichen
Wissensfortschritt voranzutreiben.
Kritisch muss an dieser Stelle angemerkt werden, dass der Begriff „Wissen“ von den Autoren
im Text nicht definiert wird.
Zusammenfassend können wir sagen, dass KB nicht als neuer Ansatz angesehen werden soll-
te, sondern vielmehr als eine Erweiterung/Ergänzung der Situated Cognition Ansätze, da hier
schon betont wurde wie wichtig die Gemeinschaft in einem Lernkontext ist.

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4. Eignung des Knowledge Forums nach dem KB Ansatz


4.1. Potenzial des Knowledge Forums

Kollaboration und Ideenverbesserung für einen gemeinsamen Wissensaufbau


KF bietet die Möglichkeit, Beiträge anderer zu kommentieren, Beiträge gemeinsam zu erstel-
len, miteinander zu verknüpfen und auf andere Beiträge aufzubauen oder diese zu erweitern.
Somit kann Wissen ausgetauscht werden, aber auch gemeinsame Interessen und Unterschiede
festgestellt werden. Dadurch können die Lernenden untereinander diskutieren und es besteht
die Möglichkeit neue Ideen gemeinsam herauszuarbeiten.

Knowledge of und Problemlösestrategien


Mit Hilfe der Scaffolds wird ein wissenschaftliches Vorgehen angewandt, das die Problemlö-
sung unterstützen soll. Gleichzeitig werden dadurch die Ideen und Gedankengänge für andere
Mitglieder transparent gemacht.

Unterstützung von Metakognition


Die Förderung von metakognitiven Prozessen erfolgt im KF über die strukturierte Aufzeich-
nung der eigenen Ideen mit Hilfe der Scaffolds. Der Lernende und die Community können
dadurch ihren eigenen Lernprozess jeder Zeit nachvollziehen und überwachen.

4.2. Eine empirische Studie

Mit dem Projekt probAdKF ("Erprobung und Adaptierung von Knowledge Forum für und mit
Berufs- und Wirtschaftspädagogen") wurde eine empirische Studie durchgeführt um eine Ein-
schätzung über die Einsetzbarkeit des KF im universitären und schulischen Kontext treffen zu
können.
Mit Hilfe von einem Pretest-Posttest-Design wurden die Haltungen und Einschätzungen der
Lernenden erhoben. Diese waren speziell zu:
• Lernhaltung und Lernpräferenz
• Informations- und Kommunikationstechnologien
• Knowledge Forum,
• Lernen durch Zusammenarbeit und mit Technologieunterstützung

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Ergebnisse
Die Studenten haben das KF prinzipiell gut beurteilt, allerdings konnten sie sich nur schwer
vorstellen, wie diese Technologie im schulischen Unterricht eingesetzt werden kann. Diese
Meinung führt Gramlinger7 auf die unzureichende Beschäftigung mit dem Knowledge Buil-
ding Ansatz zurück. Weiterhin haben die Studenten angegeben, dass sie KF eher als Plattform
zur Wissensweitergabe und zum Meinungsaustausch verwendet haben. Nur zwei von ~50
Studenten haben angegeben, dass sie auch in einen kollaborativen Lernprozess eingebunden
waren. Ein Großteil der Studenten gab an, dass sie individuelles Lernen bevorzugen. Als posi-
tiv wurden die leichte Zugänglichkeit der Software genannt und die graphischen Gestal-
tungsmöglichkeiten zur Strukturierung der Ideen über die Views.
Bei den Schülern hat sich ergeben, dass sie ihr eigenes Lernen mit KF als äußerst schlecht
beurteilt haben, was sich laut Gramlinger überwiegend auf die technischen Probleme zurück-
führen lässt. Positiv wurde bewertet, dass der Unterricht lebendiger und der eigene Entwick-
lungsprozess der Schüler besser nachvollziehbar war. Jedoch konnte keine Kollaboration un-
ter den Schülern festgestellt werden.
Schlussfolgerung aus der Studie
Um KF effektiv in der Berufsschule einsetzen zu können, sollten Schüler in die Grundgedan-
ken des Knowledge Building eingeführt werden. Des Weiteren sollte diese Software über ei-
nen längeren Zeitraum genutzt werden um diese erfolgreicher nutzen zu können. Eine weitere
Empfehlung von Gramlinger ist, dass der Einsatz im Unterricht erst asynchron erfolgen sollte
und dann sukzessiv in eine Präsenzveranstaltung umgewandelt werden sollte (vgl. Gramlinger
& Czerwiommka, 2004).

5. Fazit und Ausblick


Durch die Anwendung des Knowledge Forums, sowohl bei Berufsschülern, als auch bei Stu-
denten, ließen sich Erkenntnisse für zwei mögliche Anwendungsbereiche gewinnen. Um das
KF erfolgreich anwenden zu können müssen sich die Tutoren und die Lernenden intensiv mit
der Software KF, aber auch mit der dahinter stehenden Theorie KB beschäftigen. Anhand der
Studie konnte festgestellt werden, dass kollaboratives Lernen, unabhängig von Computerein-
satz, schwer umsetzbar ist, da das Problem weniger an der Technik sondern vielmehr bei den
Lernenden liegt. Es wurde deutlich, dass der Einsatz des KF noch weiterer Forschung bedarf,
aber prinzipiell eine interessante Variante zur Unterstützung von Gruppen- und Projektarbei-
ten darstellt.

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Dr. Franz Gramlinger ist der Initiator des Projektes proAdKF

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6. Literatur
Eddy Y.C. Lee, Carol K.K. Chan, & Jan van Aalst (2005). Students Assessing Their Own
Knowledge Advances in a Knowledge-building Environment. In. International Jour-
nal of Computer-supported Collaborative Learning. Verfügbar unter:
http://vdc.cet.edu/entries/lee.htm, Zugegriffen am 26.10.2008
Gramlinger, F. & Czerwiomka (2004). Abschlussbericht. probAdKF "Erprobung und
Adaptierung von Knowledge Forum für und mit Berufs- und Wirtschaftspädagogen".
Hamburg. unveröffentlicht
Haake, J., Schwabe, G. & Wessner, M. (2004). (Hrsg.) CSCL-Kompendium. Lehr-und Hand
buch zum computerunterstützten kooperativen Lernen. München: Oldenbourg. S.
392ff. Verfügbar unter: www.gramlinger.net/f_arbeit/publ/2004_in_CSCL-
Kompendium.pdf, Zufriff am 26.10.2008
Knowledge Forum (2008). Unter www.knowledgeforum.com, Zugriff am 08.10.2008
Scardamalia, M. & Bereiter, C. (2006). Knowledge Building: Theory, Pedagogy and
Technology. In Sawyer, R. K. (Ed.) The Cambridge Handbook of the Learning Sci-
ences. Cambridge: University Press, pp. 97ff.
Scardamalia, M., & Bereiter, C. (2003). Knowledge building. In Encyclopedia of education
(2nd ed., pp. 1370-1373). New York: Macmillan Reference, USA. Verfügbar unter:
www.ikit.org/fulltext/inpressKB.pdf, Zugriff am 26.10.2008
Scardamalia, M. (2002). Collective cognitive responsibility for the advancement of knowl
edge. In B. Smith (ed.), Liberal Education in a Knowledge Society. Chicago: Open
Court, pp. 67-98. Unter: http://ikit.org/fulltext/2002CollectiveCog.pdf , Zugriff am
01.11.2008
Schmidt, J. (2006). Social Software: Onlinegestütztes Informations-, Identitäts- und Bezieh-
ungsmanagement. In: Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen, Nr 2/2006. S. 37-
47.
The Institute for Knowledge Innovation and Technology (2008). Unter:
http://ikit.org/index.html, Zugriff am 09.10.2008

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7. Anhang
Scaffolds

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