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WISSENSCHAFTLICHES ARBEITEN

LEITFADEN
EMPFEHLUNGEN ZUR FORMALEN UND SPRACHLICHEN GESTALTUNG
VON WISSENSCHAFTLICHEN TEXTEN

© Judith Ölbey, August 2012


INHALT

1. Zur Bedeutung wissenschaftlicher Arbeitstechniken........................... 1

2. Themenfindung ............................................................................... 2

3. Literatur- und Quellenbearbeitung .................................................... 4

3.1 Recherchieren .................................................................................. 4

3.2 Bibliografieren ................................................................................. 5

3.3 Zitieren ............................................................................................ 8

4. Formale Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten .............................. 10

4.1 Typoskript ..................................................................................... 10

4.1 Aufbau der Arbeit.......................................................................... 11

5. Sprachliche Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten ......................... 16

6. Anregungen zur abschließenden Überarbeitung.............................. 18

7. Literaturempfehlungen ................................................................... 20
Wissenschaftliches Arbeiten
Leitfaden

1. Zur Bedeutung wissenschaftlicher Arbeitstechniken

Dieser Leitfaden zum wissenschaftlichen Arbeiten richtet sich hauptsächlich an Studien-


anfänger und soll den Übergang von der schulischen zur wissenschaftlichen Ausbildung
erleichtern. Gerade in dieser Übergangsphase ist den angehenden Akademikern häufig
nicht bewusst, was im Rahmen eines Hochschulstudiums erwartet wird und welche
Herausforderungen vor allem das Erlernen wissenschaftlicher Arbeitstechniken stellen
kann. Das frühzeitige und intensive Einüben dieser Techniken ist jedoch besonders
wichtig, denn es bildet die Basis für jede akademische Qualifikation und kann nur
realisiert werden, wenn die folgenden Hinweise beachtet und beim Verfassen eigener
wissenschaftlicher Texte immer wieder gezielt angewendet werden können. Gleichzeitig
versteht sich diese Broschüre aber auch als Nachschlagewerk für Unklarheiten, die mög-
licherweise im Laufe des Arbeitsprozesses auftauchen.

Wie die Gewinnung wissenschaftlicher Erkenntnisse konkret aussieht, ist je nach For-
schungsdisziplin unterschiedlich: Während Naturwissenschaftler einen Anspruch auf
kausale Erklärungen empirisch erforschbarer Ereignisse erheben können, ist es Sozial-
und Wirtschaftswissenschaftlern oft unmöglich, zu objektiven Wahrheiten zu gelangen.
Hier stellt vielmehr die plausible Interpretation sozialer oder ökonomischer Phänomene
das Forschungsziel dar: Auf Basis einer Untersuchung dieser Phänomene gelangt man zu
einer (subjektiven) Meinung, die man mit Hilfe der Argumentationsstruktur inter-
subjektiv nachvollziehbar macht. Der einzelne Forscher entwickelt anhand der kritischen
Rezeption vorhandener Theorien, Publikationen und Methoden eigene Gedanken, stellt
sie öffentlich zur Diskussion und trägt so zum gemeinsamen Erkenntnisgewinn bei.

Im Rahmen Ihres Hochschulstudiums dienen wissenschaftliche Ausarbeitungen in Form


von Seminararbeiten primär dazu, zu zeigen, dass Sie in der Lage sind, ein Thema ei-
genständig, systematisch und mit wissenschaftlicher Methodik zu bearbeiten. Im Un-
terschied zu Klausuren, bei denen es um den Nachweis von Grundlagen und
Transferwissen geht, liegt der Fokus hier auf dem Erwerb und der Anwendung von
Methoden und Fachwissen. Die Beschäftigung mit der Thematik ist also ungleich inten-
siver als bei der Klausurvorbereitung. Daher kann man schriftliche Hausarbeiten als Vor-
stufe zur wissenschaftlichen Abschlussarbeit betrachten.

Im Folgenden soll beschrieben werden, wie dieser wissenschaftliche Arbeitsprozess im


Einzelnen aussieht und welche Regeln und Normen die Grundlage dafür bilden. Dazu
wird in einem ersten Schritt Basiswissen über den Prozess der Themenfindung vermittelt:
Welche Fragen oder Probleme können bzw. sollten erforscht werden? Wie wird eine
Fragestellung und eine Hypothese entwickelt? Wenn diese grundlegenden Fragen
geklärt sind, müssen Sie ein umfassendes Expertenwissen zu den verschiedenen As-
pekten des zu bearbeitenden Themas erwerben und in der Ausarbeitung auch ver-
mitteln können. Deshalb soll an dieser Stelle der korrekte Umgang mit der Literatur von
der Recherche bis hin zur richtigen Zitier- und Bibliografierweise beschrieben werden.
Danach werden die formalen Standards wissenschaftlicher Arbeiten erklärt: Wie ist eine
solche Arbeit aufgebaut? Welche Schriftart, Schriftgröße etc. sollte verwendet werden?
Nachdem anschließend ein paar Hinweise zur sprachlichen Gestaltung wissenschaftlicher
1
Wissenschaftliches Arbeiten
Leitfaden

Arbeiten gegeben werden, erfolgen in einem letzten Kapitel Ratschläge für die Über-
arbeitung des Geschriebenen. Für den Fall, dass Sie weiterführende Informationen zu
wissenschaftlichen Arbeitstechniken benötigen, finden Sie am Ende dieser Broschüre ein
paar Literaturempfehlungen.

2. Themenfindung

Der Ausgangspunkt jeder Forschung ist die Identifikation eines forschungsrelevanten


Problems. Da es keine konkrete Definition dafür gibt, was unter einem solchen Problem
zu verstehen ist, versucht der Forscher, anhand gewisser Kriterien zu entscheiden, ob ein
Problem relevant genug ist, wissenschaftlich analysiert zu werden. Dabei ist nicht nur
entscheidend, dass das Thema über einen Neuerungswert verfügt und das For-
schungsresultat eine gewisse Bedeutsamkeit für den Forschungszweig haben – also
praxisbezogene Erklärungs- oder Lösungsansätze liefern – sollte,1 sondern auch, dass
zumindest ansatzweise Klarheit darüber herrscht, wie eine Lösung für das analysierte
Problem gefunden werden kann. Anhaltspunkte für die Themenfindung können fol-
gende Fragen liefern:
• Welches Problem ist von aktueller Bedeutung und wird (kontrovers) diskutiert?
• Welches Problem wird in der öffentlichen Auseinandersetzung vernachlässigt?
• Welche Selbstverständlichkeit sollte in Frage gestellt werden?

Bereits zu Beginn des Forschungsprozesses sollten parallel zur Beantwortung dieser


Fragen auch die zur Verfügung stehenden Methoden2 sowie der Forschungsstand3
sondiert und die Frage beantwortet werden, ob das eigene Forschungsvorhaben
methodisch und materiell realisierbar ist. Dabei geht es nur um eine grobe Ein-
schätzung; die konkrete Vorgehensweise entwickelt bzw. ändert sich erfahrungsgemäß
im Verlauf des Arbeitsprozesses.

Haben Sie sich mit dem Forschungsstand vertraut gemacht und im gewählten Themen-
gebiet eine Problemstellung gefunden, die sowohl innovativ und bedeutsam als auch
umsetzbar ist und nicht zuletzt Ihr eigenes Forschungsinteresse weckt, müssen Sie das
Thema mit Hilfe einer Fragestellung eingrenzen und präzisieren. Die Entwicklung einer
solchen Fragestellung legt den Aspekt fest, unter dem die ausgewählten Quellen bzw.
Texte analysiert werden sollen. Diese Eingrenzung ist von großer Bedeutung, denn zu
weit gefasste Problemkomplexe können nicht im vorgegebenen Rahmen bearbeitet
werden.

1
Dies gilt insbesondere für Bachelor- und Masterarbeiten sowie für Ihre eventuelle weiterführende aka-
demische Laufbahn. Bei Hausarbeiten können Sie durchaus vermeintlich banale Fragestellungen bear-
beiten, solange Sie auch hier bekannte Lösungsansätze oder Erklärungsmuster kritisch reflektieren und
problemadäquat modifizieren, denn hier liegt das Augenmerk zunächst auf der Einübung der wissen-
schaftlichen Arbeitstechniken. Aber: Je weiter Sie in Ihrem Studium vorangeschritten sind, umso for-
schungsorientierter und professioneller muss Ihre Herangehensweise sein.
2
Beispielsweise stellt sich hier die Frage, ob sich bei dem Thema eher eine quantitative oder eine qualita-
tive Vorgehensweise anbietet. Sollte/könnte man eventuell eigene Interviews führen, Statistiken auf-
stellen o.ä.?
3
Wurde das Problem bereits wissenschaftlich untersucht? Wenn ja, unter welcher Fragestellung/mit
welcher Methodik? Wie ist die Literaturlage?
2
Wissenschaftliches Arbeiten
Leitfaden

Darüber hinaus bilden Sie als Ableitung aus dieser Fragestellung eine Hypothese, die im
Verlauf des Forschungsprozesses überprüft werden soll. Mit dieser Hypothese beant-
worten Sie die leitende Forschungsfrage vorläufig oder beziehen dazu Stellung. Dabei
ist es irrelevant, ob Sie die formulierte Position selbst unterstützen; wichtig ist die
Diskussion der Hypothese.

Bei einer Hypothese handelt es sich um eine Vermutung, die als gültig angesehen
wird, also (noch) nicht widerlegt bzw. falsifiziert worden ist. Die Hypothese stellt stets
einen Zusammenhang zwischen mindestens zwei Sachverhalten (Ursache – vermutliche
Folge) her und rückt die Beziehung zwischen beiden in den Mittelpunkt. Erkennbar ist
die Hypothese oftmals daran, dass sie in einem Wenn-Dann-Satz ausgedrückt wird:
Wenn die Bedingungen XY gegeben sind, dann trifft vermutlich die Behauptung Z zu.

Erfahrungsgemäß wird eine Hypothese oftmals mit einer These verwechselt. Deshalb
soll an dieser Stelle noch einmal die Abgrenzung zwischen beiden Begriffen verdeutlicht
werden: Im Gegensatz zur Hypothese, bei der die Kernaussage nur dann zutrifft, wenn
die vorher festgelegten Bedingungen gegeben sind, ist eine These eine von allen
Voraussetzungen freie Behauptung, die kontrovers formuliert ist und eine allgemeine
Gültigkeit für sich beansprucht. Da dies auch auf eine Tatsachenbehauptung zutreffen
kann, sei an dieser Stelle noch ein kleiner Trick zur Unterscheidung einer These von
einer Tatsachenbehauptung erwähnt: Zu einer These lässt sich stets eine plausible Ge-
genthese aufstellen, zu einer Tatsachenbehauptung nicht. An einem Beispiel sieht das
folgendermaßen aus: „Heute regnet es.“ ist beispielsweise eine Aussage (eine
Tatsachenbehauptung), der – wenn sie den Tatsachen entspricht – nichts entgegen ge-
setzt werden kann, während der These „Morgen wird es sonnig“ die Gegenthese
„Morgen wird es bewölkt sein.“ gegenübersteht. Zur Hypothese ausgebaut, könnte der
Satz folgendermaßen lauten: „Wenn es weiterhin wolkig ist, dann steigt die Wahr-
scheinlichkeit, dass es morgen regnet.“ Auf Basis einer These oder Hypothese ist also
ein argumentativer Austausch möglich, auf Basis eines Allgemeinplatzes wie „Heute
regnet es.“ nicht. Dieser argumentative Austausch, diese Diskussion verschiedener As-
pekte sowie Pro- und Kontraargumente, die auf der Qualität der These bzw. Hypothese
basiert und von ihr abhängt, bildet den Kern jeder wissenschaftlichen Ausarbeitung.
Der Formulierung einer guten, möglichst zugespitzt und kontrovers formulierten These
oder Hypothese kommt damit im Prozess des wissenschaftlichen Arbeitens zentrale Be-
deutung zu.

Nach bzw. während der Festlegung der Fragestellung/Hypothese sollten Sie sich
Gedanken zur zeitlichen Organisation des Arbeitsprozesses machen, denn eine gründ-
lich recherchierte und ausgearbeitete wissenschaftliche Arbeit erfordert viel Zeit. Vor
allem die Sammlung von relevantem Textmaterial kann sehr zeitaufwändig sein
(Literatur in der Bibliothek nicht verfügbar/nicht ausleihbar, Notwendigkeit der Fern-
leihe, etc.). Hier kann es – neben einem frühzeitigen Beginn – hilfreich sein, einen
detaillierten Zeitplan zu erstellen. Dieses vorab festgelegte Zeitbudget verhindert auch –
zusammen mit der Themeneingrenzung – das Ausufern der Arbeit. Zu diesem Zweck ist
daneben die Erstellung einer ersten Gliederung nützlich. Anhand dieser vorläufigen
Gliederung lassen sich der rote Faden sowie der Umfang der Arbeit überprüfen.

3
Wissenschaftliches Arbeiten
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3. Literatur- und Quellenbearbeitung

3.1 Recherchieren

Sind alle Vorüberlegungen abgeschlossen, beginnt die Phase der Materialsammlung und
Literaturrecherche. Zur Bearbeitung der Fragestellung bzw. Hypothese können alle ge-
eigneten Medien verwendet werden: Primärliteratur (z.B. Gesetzestexte) bzw. Quellen
(hierzu zählen u.a. Interviews, Protokolle, Bild- und Tonmaterial, aber auch zu dis-
kutierende Literatur), Sekundärliteratur (= Fachliteratur, die sich mit anderer Literatur
wissenschaftlich auseinandersetzt), Tertiärliteratur (die Sekundärliteratur diskutiert, z.B.
Lexika oder Enzyklopädien). Wichtig ist jedoch, dass es sich um wissenschaftlich
fundierte Quellen und Literatur handelt.4 Achtung: Wikipedia zählt NICHT dazu! Zur
Gewährleistung der Aktualität sollten Sie bei Büchern (ob Monografien oder Sam-
melbände) stets darauf achten, die neueste Auflage zu verwenden.

Die Herangehensweise an die Literaturrecherche kann sehr unterschiedlich sein und


hängt nicht zuletzt von der individuellen Arbeitsweise ab. Grundsätzlich stellt ein Blick in
Nachschlagewerke wie Lexika oder Enzyklopädien einen guten Anfang dar, denn hier
finden sich erste Hinweise auf Publikationen zum jeweiligen Thema. Daneben liefern
auch allgemeine oder themenbezogene Einführungen einen ersten Überblick zu Stan-
dardwerken. Selbstverständlich können Sie auch das Internet zum Einstieg in die Litera-
turrecherche verwenden. Dabei bieten sich vor allem die Homepages wissenschaftlicher
Zeitschriften oder Think Tanks an, die manchmal die entsprechenden Artikel auch zum
Download anbieten. Sollten diese Artikel online nicht verfügbar sein, so kann man die
(Online-)Zeitschriftendatenbanken der Bibliotheken zur Suche nach einem Printexem-
plar nutzen. Generell sei die häufige und systematische Nutzung der Bibliotheken emp-
fohlen, denn eine Vielzahl an relevanten Publikationen lässt sich über deren Online-
kataloge ermitteln. Falls eine Publikation nicht in einer Bibliothek vor Ort verfügbar sein
sollte, gibt es die Möglichkeit der Fernleihe. Bitte beachten Sie jedoch, dass Fernleihen
mehrere Wochen dauern können.

In der Regel verfügt man bereits nach einer grundlegenden Auseinandersetzung mit
dem Thema im Rahmen der Themenfindung sowie der Ermittlung des Forschungs-
standes über eine gewisse Basisliteratur. Diese stellt einen guten Ausgangspunkt für eine
detailliertere Recherche in Form der Schneeballmethode dar: Indem man systematisch
die Literaturverzeichnisse dieser Publikationen nach hilfreichen Querverweisen durch-
arbeitet (und diese Methode in den so gefundenen Publikationen wieder anwendet),
kann man innerhalb kurzer Zeit eine sehr große Literaturmenge erfassen. Wichtig ist
dabei, stets den Fokus der geplanten Arbeit im Blick zu behalten und nicht einer Sam-
melleidenschaft zu erliegen. Für eine Hausarbeit ist beispielsweise eine Anzahl von 10-15
Printtiteln bereits ausreichend.5 Dazu kann es hilfreich sein, permanent zu bibliogra-
fieren, also schon während der Recherchephase alle gefundenen Titel in einer Literatur-
liste aufzuführen. Dieses systematische Bibliografieren erleichtert den Arbeitsprozess,

4
Ist der Urheber adressierbar? Zur Qualitätssicherung: Kann man davon ausgehen, dass die Belege stim-
mig, das vermittelte Wissen geprüft ist?
5
Achtung: Nicht jedes Thema ist gleichermaßen gut erforscht. Zum Verhältnis Seitenanzahl – Anzahl der
Quellen s. auch Kapitel 3.3 Zitieren, S. 8ff.
4
Wissenschaftliches Arbeiten
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weil Sie so stets einen Überblick behalten können, über wie viele und welche Publika-
tionen Sie bereits verfügen und welche noch benötigt werden. Darüber hinaus lässt sich
eine vorab sorgfältig erstellte Bibliografie in Form des Literaturverzeichnisses leicht in die
Arbeit überführen und kann als Grundlage für das Zitieren dienen.

3.2 Bibliografieren

Beim Bibliografieren gibt es keine einheitliche Regelung. Sie haben somit die Möglich-
keit, sich aus den verschiedenen Bibliografierweisen diejenige auszusuchen, die Ihnen
am plausibelsten erscheint. Achtung: Unabhängig davon, für welche Vorgehens-
weise Sie sich entscheiden – bleiben Sie dabei! Sie sollten niemals traditionelle und
amerikanische Literaturangaben bzw. Zitierweisen mischen, d.h. weisen Sie Texte ent-
weder in Fußnoten (traditionell) oder im Fließtext (amerikanisch) nach. Bleiben Sie auch
6
darüber hinaus in Ihrer Vorgehensweise einheitlich!

Der Sinn der bibliografischen Angaben besteht darin, die Publikation, auf die Sie sich be-
7
ziehen, identifizier- und auffindbar zu machen. Fragen Sie sich also bei der Erstellung
der Bibliografie stets, ob man mit Ihren Angaben den Titel finden kann. Das gilt sowohl
für das Literaturverzeichnis der Arbeit als auch die Literaturangaben im Fließtext oder
der Fußnote.

Unabhängig von der gewählten Bibliografierweise gibt es gewisse Informationen, die


üblicherweise weggelassen werden sollten. Dazu zählen:
• ISBN-Nummer
• (Verlag)8
• Reihe
• Verlag, Verlagsort, Herausgeber und Erscheinungsdatum einer Zeitschrift
• Verlag, Verlagsort, Jahrgang und Seitenzahl bei Zeitungsartikeln

Im Quellen- und Literaturverzeichnis können Sie zunächst eine Trennung zwischen


Quellen und Literatur9 vornehmen. Darüber hinaus ist eine Unterscheidung zwischen
selbstständig und unselbstständig erschienener sowie zwischen veröffentlichter und un-
veröffentlichter Literatur möglich:
X. Quellen- und Literaturverzeichnis
X.1 Quellenverzeichnis
X.1.1 Veröffentlichte Quellen
X.1.2 Unveröffentlichte Quellen
X.2 Literaturverzeichnis
6
Dies gilt unter anderem – aber nicht nur – bei Abkürzungen: Für das Wort „Herausgeber“ sind beispiels-
weise zwei Abkürzungen gebräuchlich (Hg. oder Hrsg.). Entscheiden Sie sich für eine von beiden und
verwenden Sie diese durchgehend!
7
Das heißt auch, dass bei der Titelangabe in alter Rechtschreibung keine Korrektur zur neuen Recht-
schreibung vorgenommen wird (s. auch Fußnote 16 zum Umgang mit der alten Rechtschreibung in
Zitaten).
8
Die Angabe des Verlages ist abhängig von der Bibliografierweise: In amerikanischen Literaturangaben ist
er beispielsweise mit anzugeben, in der traditionellen ist er meist wegzulassen.
9
Der Begriff „Quellen“ bezeichnet Primärliteratur (=Literatur, die Gegenstand der Untersuchung ist),
Interviews, Bild- und Tonmaterial o.ä.; Literatur meint Sekundär- und Tertiärliteratur (s. auch S. 4).
5
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X.2.1 Selbstständig erschienene Literatur


X.2.2 Unselbstständig erschienene Literatur10
Welche Einteilung Sie vornehmen, hängt von der Quellen- und Literaturlage ab: Ver-
wenden Sie beispielsweise keine unveröffentlichten oder überhaupt keine Quellen, ist
ein entsprechender Gliederungspunkt obsolet.

Alle Quellen- und Literaturangaben sind im Literaturverzeichnis stets in alphabetischer


Reihenfolge der Nach- bzw. (falls nötig) Vornamen der Verfasser vorzunehmen. Ver-
wenden Sie von einem Verfasser mehrere Publikationen, so ist nach aufsteigender Jah-
reszahl zu sortieren. Das dritte Ordnungskriterium ist der Titel. Alleinverfasserschaft steht
vor Mitverfasserschaft. Quellen- und Literaturangaben müssen in den Quellenverweisen
im Text und im Quellen- und Literaturverzeichnis immer exakt übereinstimmen.11
Achtung: Literatur, die zwar gelesen, aber nicht für die Erstellung der Arbeit verwendet
wurde, wird NICHT ins Quellen- und Literaturverzeichnis aufgenommen! Bei Aufsätzen
aus Sammelbänden ist sowohl der Aufsatz als auch der Sammelband, aus dem dieser
Aufsatz stammt, separat zu vermerken. Fehlende Angaben zum Autor, Erscheinungsort
oder Erscheinungsjahr sind eindeutig zu kennzeichnen (o. V., o. O., o. J.).

Im Folgenden sind einige Grundlagen der (traditionellen) Bibliografierweise aufgeführt:

a) Selbstständige Publikationen werden unter dem Nachnamen des Verfassers einge-


ordnet:
Nachname, Vorname: Titel. Untertitel, [xx. Auflage, falls nicht erste Auflage. Wenn
12
aktualisierte Auflage, angeben,] Ort Jahr.
Akademische Titel entfallen und Namenszusätze wie Adelstitel werden an den Vor-
namen angehängt (Name, Vorname von). Bei fremdsprachigen Publikationen wird
die bibliografische Angabe an deutsche Konventionen angepasst (Hrsg. statt eds.),
bleibt aber in der Groß- und Kleinschreibung an das Original angelehnt.

Unveröffentlichte Arbeiten wie Hochschulschriften müssen als solche gekennzeichnet


werden. Dies gilt auch für den Fall, dass bibliografische Daten nicht zu ermitteln sind:
Nachname, Vorname: Titel. Untertitel. Unveröffentlicht(e) [Art der Arbeit,] Ort Jahr.

Bei Büchern mehrerer Autoren werden bis zu drei Autoren namentlich aufgeführt.
Diese Namen werden durch Schrägstriche getrennt:
Name1, Vorname 1/Nachname2, Vorname2: Titel. Untertitel, [xx. Auflage,] Ort Jahr.13

Bei mehr als drei Autoren wird nur der erste Name vollständig angegeben (das gilt
auch bei den Verlagsorten):
Name1, Vorname1 u.a. oder et al.: Titel. Untertitel, [xx. Auflage,] Ort Jahr.

10
Die Angaben wurden für eine bessere Übersichtlichkeit eingerückt.
11
Ausnahme: Bei Folgezitaten ist der Einsatz von Kurztiteln möglich, s. S. 9.
12
Zur Zeichensetzung bei Literaturangaben: Zwischen Ort und Jahr wird kein Komma gesetzt, am Ende
der Literaturangabe steht immer ein Punkt.
13
Auch hier gilt es, die alphabetische Reihenfolge einzuhalten: Derjenige, bei dem der erste Buchstabe des
Nachnamens zuerst im Alphabet erscheint, ist zuerst zu nennen. Abtrennungen mit Schrägstrich zwi-
schen den Verfassernamen erfolgen ohne Leerzeichen.
6
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Gibt es einen erheblichen Unterschied zwischen Erstveröffentlichungs- und Neuer-


scheinungsjahr, sollten beide Daten aufgeführt werden:
Nachname, Vorname: Titel. Untertitel, Ort Jahr (Erstveröffentlichung Jahr).

b) Sammelbände werden mit dem Vermerk „(Hrsg.)“ unter dem Namen des (ersten)
Verfassers eingeordnet. Handelt es sich um mehrere Verfasser, ist analog zu Ab-
schnitt a) zu verfahren:
Name, Vorname (Hrsg.): Titel. Untertitel, [xx. Auflage,] Ort Jahr.

In manchen Fällen (z.B. bei Lexika oder Festschriften) tritt der Herausgeber hinter das
Werk zurück. Ein solches Werk wird alphabetisch unter dem Titel eingeordnet und
der Herausgeber erst nachfolgend genannt:
Titel. Hrsg. von Vorname Name. Ort Jahr.

c) Nicht selbstständige Publikationen (z.B. Artikel in Zeitschriften oder Sammelbänden)


werden unter dem Namen des Verfassers des Artikels eingeordnet. Nach der Kenn-
zeichnung „in:“ werden anschließend die Daten der Publikation, in der der Artikel
erschienen ist, hinzugefügt.14
Artikel aus einem Sammelband:
Name1, Vorname1: Titel. Untertitel, in: Vorname2 Name2 (Hrsg.): Titel. Untertitel,
[xx. Auflage], Ort Jahr, S. xxx-xxx.
Aufsatz aus einer Zeitschrift:
Name, Vorname: Titel. Untertitel, in: Zeitschrift, Jahrgang, Heft (Jahr), S. xxx-xxx.15
Lexikonartikel:
(Name, Vorname des Verfassers, falls auffindbar): (Art.) Titel, in: Titel des Lexikons,
[xx. Band,][xx. Auflage,] Ort Jahr, S. xxx-xxx.
Zeitungsartikel:
(Name, Vorname des Verfassers, falls auffindbar): Titel, in: Titel der Zeitung vom
TT.MM.JJJJ.
Internetseiten:
(Name, Vorname des Verfassers, falls auffindbar): Titel. Untertitel, in: http://URL
[Abfragedatum TT.MM.JJJJ].

In der amerikanischen Literaturangabe wird die Jahresangabe vorgezogen:


Name, Vorname Jahr: Titel. Untertitel, [xx. Auflage,] Ort: Verlag.
Der Vorname des Autors wird mit dem Anfangsbuchstaben abgekürzt.
Hier gilt die Regelung, dass zur besseren Identifizierbarkeit (im Fließtext sowie im
Literaturverzeichnis) nach der alphabetischen Sortierung der betreffenden Werke ein Zu-
satzbuchstabe eingeführt wird (also XXXXa, XXXXb, usw.), wenn man mehrere Publi-
kationen eines Verfassers verwendet, die das gleiche Erscheinungsjahr haben.

14
Wenn Artikelverfasser und Herausgeber identisch sind, kann die zweite Namensnennung mit „ders.“
oder „dies.“ abgekürzt werden.
15
Der Herausgeber wird bei Zeitschriften oder Zeitungen nicht genannt. Ist der Verfasser nicht zu
ermitteln, können Sie den Artikel unter dem Titel der Zeitschrift/Zeitung einordnen. Zeitschriftentitel
können bei Verwendung eines sogenannten Siglenverzeichnisses (s. S. 10) abgekürzt werden. Die
Heftnummer wird nur angegeben, wenn es sich um eine Einzelausgabe handelt.
7
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3.3 Zitieren

Neben dem Bibliografieren gehört das korrekte Zitieren aus verwendeten Texten zu den
grundlegenden Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens, denn die Qualität einer
Arbeit misst sich nicht zuletzt an der Qualität der verwendeten Quellen. Über die Anzahl
an Quellen, die für die Erstellung eines Textes verwendet werden sollte, lassen sich kaum
allgemeingültige Aussagen treffen. Jedoch gilt ein Verhältnis von Seiten- zu Quellenan-
zahl von 1:1 als Minimalanforderung.

Textpassagen, die entweder wörtlich oder sinngemäß von einem anderen Autor
übernommen wurden, müssen nach bestimmten, allgemeingültigen Kriterien gekenn-
zeichnet werden. Dies dient – neben der Überprüfbarkeit der Arbeit – dazu, eigene von
fremden Gedanken zu unterscheiden. Dabei sollten Zitate im Text eingeführt und einge-
ordnet, vor allem aber nicht aus ihrem ursprünglichen Kontext gerissen werden. Achten
Sie darüber hinaus darauf, keine Banalitäten zu zitieren (Daten, die jederzeit über ver-
schiedene Quellen verifizierbar sind, z.B. Jahreszahlen)!

a) Direkte (wörtliche) Zitate müssen originalgetreu (d.h. ohne jegliche Verände-


16
rung) unter Angabe der Quelle (mit Seitenzahl) wiedergegeben und zur Kenn-
zeichnung in doppelte Anführungszeichen gesetzt werden. Falls sich bereits im
Originaltext doppelte Anführungszeichen befinden, werden diese in einfache umge-
wandelt.

Aus der originalgetreuen Wiedergabe von wörtlichen Zitaten folgt, dass offensicht-
liche Fehler im Original nicht korrigiert, sondern ebenfalls exakt zitiert und durch ein
nachgestelltes [sic] oder [!] markiert werden.

Hervorhebungen im Original müssen übernommen und hinter dem Zitat kenntlich


gemacht werden: „[…]“ (Hervorhebung im Original). Nimmt man selbst innerhalb
eines Zitates Änderungen des Schriftbildes vor, macht man dies ebenfalls deutlich:
„[…]“ (Herv. durch Verf.).

Auslassungen in Zitaten werden mittels […] an der Stelle, an der Text aus dem Origi-
nal weggelassen wurde, markiert. Das betrifft auch den Einbau von Teilzitaten in die
eigene Satzkonstruktion. Darüber hinaus ist es auch möglich, Sinnergänzungen,
Erklärungen oder syntaktische Komplettierungen in ein Zitat einzubauen. Diese
Ergänzungen werden ebenfalls in eckige Klammern gesetzt und mit dem Hinweis
„Zitat [Ergänzung]“ (Anm. d. Verf.) verdeutlicht. Auch Änderungen in der Groß- und
Kleinschreibung werden in eckige Klammern gesetzt.

Zitate ab einer Länge von zwei bis drei Zeilen können zur besseren Übersichtlichkeit
einzeilig und mit geringerer Schriftgröße (in der Regel zwei Punkte kleiner als die ver-
wendete) links und rechts eingerückt geschrieben werden. Generell sollte jedoch
darauf geachtet werden, nur kurze und prägnante Passagen zu übernehmen. Diese
werden in der normalen Schriftgröße und mit anderthalbfachem Zeilenabstand im

16
Daraus folgt, dass – wenn der Originaltext nach der alten Rechtschreibung abgefasst ist – nach der
alten Rechtschreibung zitiert wird. Vorsicht also bei der automatischen Rechtschreibkorrektur!
8
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Fließtext wiedergegeben. Sie können entweder mit Hilfe eines Doppelpunktes ein-
geleitet oder – unter oben genannten Bedingungen – in die bestehende Satzkon-
struktion eingebaut werden.

Ist die Quelle englischsprachig, muss das Zitat nicht übersetzt werden. Es gilt die
englische Zeichensetzung (Anführungszeichen oben). Wörtliche Zitate aus anders-
sprachigen Quellen aber sollten in einer Fußnote übersetzt werden.

Nicht immer ist es möglich, einem Zitat den Originaltext zu Grunde zu legen. In
diesen Fällen ist es legitim, auf Sekundärliteratur auszuweichen, solange man beide
Texte im Literaturverzeichnis angibt. Diese sekundären Zitate werden in den
Quellenverweisen mit „zit. nach“ gekennzeichnet: Autor des Originalzitats, zit. nach
Angabe der Sekundärquelle, S. Seitenzahl.

b) Indirekte (sinngemäße) Zitate sind Textstellen, die unter wesentlichem Einfluss


eines anderen Textes entstanden sind. Sie werden in den Quellenverweisen mittels
einem den Quellenangaben vorangestelltem vgl. kenntlich gemacht, um sie von
direkten Zitaten abzuheben.

c) Die Quellenverweise zeigen die Herkunft von Zitaten an. Sie können verschieden-
artig angegeben werden. Wichtig ist jedoch auch hier, dass die Angaben einheitlich
und eindeutig bleiben.

Nach der traditionellen Vorgehensweise werden die Quellenverweise in eine Fußnote


geschrieben: Hinter dem Zitat wird eine Fußnote gesetzt und in der Fußnote wird der
Ursprungstext (bei Erstnennung) vollständig ausgewiesen.17 Die Angaben werden
dabei aus dem Quellen- und Literaturverzeichnis übernommen und mit der
Seitenzahl (dem genauen Ort des Zitats) – durch Komma abgetrennt und mit
vorangestelltem S. für Seite – ergänzt.

Wenn Sie Ihre Bibliografie in der amerikanischen Verfahrensweise angefertigt haben,


gehen Sie auch bei den Quellenverweisen auf diese Art vor. Dann schreiben Sie den
Nachnamen des Autors, die Jahreszahl der Veröffentlichung des Originalwerkes so-
wie – durch Komma getrennt – die Seitenzahl des Zitats in Klammern hinter das
Zitat: „…“ (Nachname des Autors Jahreszahl, Seitenzahl). Auch hier müssen die
Angaben in den Quellenverweisen mit denen im Quellen- und Literaturverzeichnis
korrespondieren. Auf mehrere Werke eines Autors wird folgendermaßen verwiesen:
„…“ (Autor Jahreszahl 1, Seitenzahl; Jahreszahl 2, Seitenzahl; usw.). Hat der Autor
mehrere Titel in einem Jahr veröffentlicht, gilt analog zum Literaturverzeichnis die
Einführung von Zusatzbuchstaben gemäß der alphabetischen Reihenfolge der Titel
(s. S. 7). Bei mehreren Autoren werden diese aufgeführt. Gibt es mehrere Autoren
mit gleichem Nachnamen, so wird der Vorname des Verfassers abgekürzt
hinzugefügt. Verweist man bei einer Textstelle auf mehrere Autoren und Werke,
werden die Autoren in alphabetischer Reihenfolge angegeben und mit Semikolon
getrennt „…“ (Autor 1 Jahreszahl, Seitenzahl; Autor 2 Jahreszahl, Seitenzahl; usw.).

17
Bei jeder weiteren Nennung genügt es, einen signifikanten Kurztitel zu verwenden.
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Wissenschaftliches Arbeiten
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Wenn Sie einen Text sehr häufig zitieren, müssen Sie den Titel nicht ausschreiben,
sondern können eine signifikante Kurzform, ein sogenanntes Sigel, wählen (z.B. „APuZ“
für die Zeitschrift „Aus Politik und Zeitgeschichte“). Die verwendeten Abkürzungen
müssen jedoch entweder im Text selbst (nach der ersten Verwendung) oder im Rahmen
eines separaten Siglenverzeichnisses (nach dem Quellen- und Literaturverzeichnis) aufge-
schlüsselt werden.

Unabhängig von der verwendeten Zitierweise gibt es allgemeingültige Regelungen, die


einzuhalten sind: Bezieht sich ein Quellenverweis auf die gleiche Quelle wie die direkt
vorangehende, wird sie durch ebd. abgekürzt.18 Zitiert man über mehrere Seiten hinweg,
kann man entweder die genauen Seitenzahlen angeben (xx-xx.) oder mit f. für eine bzw.
ff. für mehrere folgende Seiten abkürzen. Auch hier ist auf eine konsistente Vorgehens-
weise zu achten: Entweder arbeitet man mit f. bzw. ff. oder man gibt die Seitenzahlen
genau an.

4. Formale Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten

4.1 Typoskript

Die Seitenränder sollten wie folgt gewählt werden:


oberer Rand: ca. 2,5 cm
unterer Rand: ca. 2,5 cm
linker Rand: 3 cm
rechter Rand: 3 cm

Der Textteil ist generell mit 1,5-fachem Zeilenabstand bei Schriftgröße 12 bzw. bei
Großkapitelüberschriften Schriftgröße 14 (einheitlich Standardschriftarten Times New
Roman oder Arial) im Blocksatz abzufassen. Dabei ist auf eine korrekte und vernünftige
Silbentrennung zu achten. Seitenzahlen befinden sich in der Regel in der Fußzeile (rechts
oder mittig) des Dokuments, die Seitenzählung beginnt mit der ersten Seite des
Textteils. 19

Zur Orientierung des Lesers kann mit 1,5 cm Abstand zum oberen Rand und in kleinerer
Schriftgröße eine Kopfzeile mit dem Titel der Arbeit oder des aktuellen Kapitels
eingefügt werden. Die Einfügung dieser Kopfzeile ist fakultativ und bietet sich vor allem
bei längeren Arbeiten an.

Absätze fassen Sinneinheiten von mehreren Sätzen zusammen und dienen der Über-
sichtlichkeit der Arbeit. Sie werden entweder durch Leerzeile oder durch erkennbaren
Einzug der ersten Absatzzeile voneinander getrennt. Eine der beiden Methoden ist zu
wählen und konsequent einzuhalten.
18
Hinweis: Zur besseren Übersichtlichkeit „ebd.“ möglichst nicht bei der ersten Fußnote auf einer Seite
verwenden!
19
Die Referenzgröße für die Länge der Arbeit bildet allein der Textteil. Titelblatt und Verzeichnisse werden
NICHT in die Zählung einbezogen. Für das dem Textteil vorangehende Abbildungs-, Tabellen- und
Abkürzungsverzeichnis kann jedoch zur besseren Übersichtlichkeit eine alternative Zählung (bspw. mit
römischen Zahlen) verwendet werden.
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Wissenschaftliches Arbeiten
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Fußnoten werden in der gleichen Schriftart, jedoch zwei Punkte kleiner als der Haupttext
und mit einfachem Zeilenabstand verfasst. Dies gilt auch für längere (eingerückte) Zitate
(s. Anmerkungen zur Zitation S. 8ff.). Fußnoten- oder Anmerkungsziffern werden hoch-
gestellt in Schriftgröße 8 direkt hinter den betreffenden Satz bzw. Satzteil (hinter das
Satzzeichen) oder das betreffende Wort (in diesem Fall vor ein eventuelles Satzzeichen)
gesetzt.

Objektsprachliche Ausdrücke (=Wörter oder Sätze, die im Mittelpunkt der Analyse


stehen, bspw. bei Definitionen) werden kursiv geschrieben, Termini bzw. semantische
Angaben dagegen in einfache Anführungszeichen gesetzt. Ein Beispiel für die
Abgrenzung zwischen objektsprachlichen Begriffen und Termini sieht folgendermaßen
aus: Als Volkswirtschaft (=objektsprachlicher Begriff) bezeichnet man..., ABER der
Begriff „Volkswirtschaft“ verdeutlicht... (=semantische Angabe). Besonders
hervorgehobene Wörter oder Sätze sind g e s p e r r t (also mit einem größeren Zeichenab-
stand) zu setzen.

Abbildungen und Tabellen, die in engem Zusammenhang zum Thema stehen, werden in
den Fließtext integriert und sollten in diesem Bezug finden („Wie Abb. X zeigt,…“).
Veränderungen am Original sind immer mit Hilfe einer Fußnote kenntlich zu machen
(z.B. in Form von „In Anlehnung an“). Bei originalgetreu übernommenem Material ist
die Quelle in einer Fußnote zu vermerken. Dazu finden Sie im folgenden Unterkapitel
nähere Informationen.

4.1 Aufbau der Arbeit

Der formale Aufbau einer wissenschaftlichen (Haus-)Arbeit ist folgendermaßen:


1. Titelblatt
2. Inhaltsverzeichnis
3. Vorwort (in Ausnahmefällen)
4. Abbildungsverzeichnis (optional) lassen sich zum Darstellungsverzeichnis zu-
5. Tabellenverzeichnis (optional) sammenfassen
6. Abkürzungsverzeichnis (optional)
7. Textteil (bestehend aus Einleitung, Haupt- und Schlussteil)
8. Eventuell Anmerkungen (besser in Form von Fußnoten in den Textteil einfügen)
9. Quellen- und Literaturverzeichnis
10. Siglenverzeichnis (optional)
11. Anhang mit Materialien (z.B. Grafiken, Abbildungen), sofern nicht bereits im
Textteil enthalten
12. Eidesstattliche Erklärung

Das Titelblatt sollte nachstehende Informationen beinhalten:


a) Hochschule/Universität
b) Studiengang
c) Semester
d) Name des Moduls/des Kurses
e) Name des betreuenden Dozenten/der betreuenden Dozentin
11
Wissenschaftliches Arbeiten
Leitfaden

f) Titel (und eventuell Untertitel) der Arbeit


g) Name des Verfassers/der Verfasserin
h) Semesteranzahl zum Zeitpunkt des Verfassens der Arbeit
i) Kontaktdaten des Verfassers/der Verfasserin
Diese Angaben sollten in drei Blöcke (a-e oben, f in der Mitte, g-i unten auf dem Blatt)
aufgeteilt und jeweils zentriert angeordnet werden. Beachten Sie bitte, dass Titel und
Hypothese nicht deckungsgleich sind! Der Titel soll dem Leser einen Eindruck über das
Thema vermitteln, ist also kürzer und allgemeiner gehalten.

Ein Vorwort oder eine Danksagung ist bei einer wissenschaftlichen Arbeit unüblich
und wird nur in Ausnahmefällen (z.B. Danksagung für Unterstützung bei empirischen
Forschungsarbeiten) eingefügt.

Das Inhaltsverzeichnis (die Gliederung) ist essentieller Bestandteil der Arbeit, denn es
soll dem Leser einen Überblick über den inhaltlichen Aufbau und die Proportionierung
der Arbeit sowie die angewendete Methodik geben und ihn von der Stringenz des
Textes überzeugen. Mit Hilfe von aussagekräftigen und präzisen Kapitelüberschriften
muss es die zentralen Gedanken des Verfassers in der Form widerspiegeln, dass dem
Leser ermöglicht wird, jederzeit nachzuvollziehen, an welcher Stelle der Untersuchung er
sich gerade befindet. Dabei sollten Sie beachten, stets deskriptive Inhalte von wertenden
Aussagen zu trennen. Beschreiben Sie also im Allgemeinen zunächst die Ausgangs-
situation, bevor Sie zur Analyse übergehen, und berücksichtigen Sie dies auch bei der Er-
stellung der Gliederung.

Gliederungspunkte, die in der Gliederung auf derselben Ebene stehen, müssen auch
inhaltlich von gleichem Rang sein und von einer gemeinsamen Problemstellung
ausgehen. Bitte beachten Sie hierbei zusätzlich, dass ein Kapitel keine einzelnen
Unterkapitel haben sollte (d.h. ein 1.1 ohne ein 1.2 ist obsolet) und dass die letzte Stelle
der Nummerierung (außer bei der höchsten Gliederungsebene) ohne Punkt endet (also
1., 2., usw., aber 1.1, 1.2). An Übersichtlichkeit gewinnt das Inhaltsverzeichnis, wenn
die einzelnen Blöcke gemäß ihrer Hierarchieebene eingerückt werden (s. Beispiel auf S.
5f.). Die Gliederungslänge und der Grad an Detailliertheit sind abhängig vom gewählten
Thema, jedoch sollte versucht werden, ein gewisses Gleichgewicht zwischen einem
Zuviel und einem Zuwenig zu schaffen: Eine lange Gliederung ohne unterschiedliche
Hierarchieebenen vermittelt schnell den Eindruck einer fehlenden inneren Kohärenz der
Arbeit, während bei einer zu spezifischen Teilung in Unterkapitel der Lesefluss gestört
wird. Allgemein lässt sich festhalten, dass ein Gliederungspunkt bzw. eine Sinneinheit
nicht kürzer als eine halbe Seite sein sollte. Die Gliederung ist darüber hinaus so zu
gestalten, dass die einzelnen Großkapitel immer ungefähr den gleichen Umfang er-
halten. Auf diese Weise wirkt die Arbeit insgesamt ausgewogen.

Das Inhaltsverzeichnis enthält die genauen Überschriften der Kapitel und Unterkapitel
sowie die zugehörigen Seitenzahlen. Am einfachsten lässt sich ein Inhaltsverzeichnis
erstellen, indem die Überschriften als Formatvorlagen angelegt werden, denn so ist die
Deckungsgleichheit gewährleistet.20 Die Art der Nummerierung ist frei wählbar (denkbar
20
Über die automatische Erstellung eines Inhaltsverzeichnisses stellt man nicht nur sicher, dass Überschrif-
ten von Kapiteln und Unterkapiteln mit den Bezeichnungen im Inhaltsverzeichnis übereinstimmen, son-
dern kann auch Änderungen (in der Benennung oder der Seitenzahl) leicht synchronisieren.
12
Wissenschaftliches Arbeiten
Leitfaden

wären Buchstaben, arabische und römische Ziffern bzw. Kombinationen), sollte jedoch
konsequent beibehalten werden.21 Ein Hinweis zu den Überschriften: Wählen Sie aus-
sagekräftige Überschriften, die kurz und prägnant den Inhalt des folgenden Kapitels
widerspiegeln und Rückschlüsse auf die Argumentationslinie der Arbeit zulassen!
Einfallslose und monotone Bezeichnungen wie „Einleitung“/“Einführung“, „Defini-
tionen“, „Fazit“ o.ä. sollten ebenso vermieden werden, wie ganze Sätze oder an den
journalistischen Stil erinnernde Überschriften.

Mit Hilfe von Abbildungen lassen sich im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit Sach-
verhalte anschaulich darstellen. Dies empfiehlt sich vor allem, wenn es sich um eine
Arbeit von großem Umfang handelt, bspw. eine Bachelor- oder Masterarbeit. Werden
diese Abbildungen in den Fließtext eingebaut und nicht im Anhang gesammelt, wie
oben nahe gelegt, ist ein Abbildungsverzeichnis anzulegen, um dem Leser einen
erleichterten Zugriff auf die Abbildungen zu ermöglichen. Dieses Abbildungsverzeichnis
folgt unmittelbar auf das Inhaltsverzeichnis. Jede Abbildung erhält eine Nummer (Abb.
1, Abb. 2 usw.) sowie einen aussagekräftigen Namen und wird unter Angabe der Seite,
auf der sich diese Abbildung befindet, in tabellarischer Form im Abbildungsverzeichnis
erfasst. Das Abbildungsverzeichnis ist überflüssig, wenn alle Abbildungen im Anhang
gesammelt werden.

Finden neben Abbildungen auch Tabellen Verwendung, wird analog zum Abbildungs-
ein Tabellenverzeichnis erstellt. Falls Sie nur wenige Abbildungen und Tabellen ein-
setzen, können Sie beide Verzeichnisse zu einem Darstellungsverzeichnis zusammen-
fassen (bzw. all diese Verzeichnisse weglassen und das Anschauungsmaterial im Anhang
sammeln – s. S. 15). Bei dieser Vorgehensweise sollten Sie die Tabellen und Abbildungen
nicht separat als „Abb.“ bzw. „Tab.“ bezeichnen, sondern allgemein als Darstellung
„Dar.“.

Die Verwendung von Abkürzungen ist bei der Verfassung einer wissenschaftlichen Ar-
beit nicht immer notwendig, bietet sich jedoch an, um den Lesefluss zu erhöhen, z.B.
bei der häufigen Benennung von Gesetzen (BGB statt Bürgerliches Gesetzbuch), In-
stitutionen (EU statt Europäische Union) oder Fachbegriffen. Dennoch sei hier zu einem
maßvollen Gebrauch von Abkürzungen geraten, da auch zu viele Kurzformen den Fluss
der Arbeit stören können. Themenspezifische Abkürzungen (wie LP für Lean Production)
sollten möglichst vermieden werden. Bei der ersten Verwendung im Text wird das
betreffende Wort ausgeschrieben und die Abkürzung in Klammern dahinter gesetzt.
Nachfolgend ist der Gebrauch der Abkürzung ausreichend. Alle Abkürzungen22 werden
in einem Abkürzungsverzeichnis gesammelt und ausformuliert. Das Abkürzungs-
verzeichnis ist zweispaltig aufgebaut: Auf der linken Seite stehen in alphabetischer
Reihenfolge die Abkürzungen, auf der rechten Seite die entsprechenden Ausformu-

21
Für die Nummerierung gilt: Die dem Haupttext vorausgehenden Teile der Arbeit werden nicht nach dem
für die Gliederung des Hauptteils sowie des Quellen- und Literaturverzeichnisses verwendeten Schema
nummeriert; ist diese z.B. in arabischen Ziffern angelegt, werden jene mit römischen Zahlen versehen.
22
Dies betrifft auch Abkürzungen, die nur im Rahmen von Anmerkungen bzw. Fußnoten verwendet wur-
den, jedoch NICHT die aus Abbildungen oder Tabellen, denn diese werden dort mit Hilfe einer Legende
erläutert.
13
Wissenschaftliches Arbeiten
Leitfaden

23
lierungen bzw. Erläuterungen. Hinweis: NICHT in dieses Verzeichnis aufgenommen
werden allgemein bekannte und gebräuchliche Abkürzungen (z.B., usw., d.h., s., u.a.
etc.) sowie in der Arbeit benutzte bibliografische Angaben (ders./dies., ebd., f./ff., Hrsg.
etc.).

Der Textteil besteht im Allgemeinen aus Einleitung, Hauptteil und Schlussbetrachtung.


Diese Dreiteilung macht die Arbeitsschritte deutlich, die zur Klärung der zugrunde
liegenden Hypothese durchgeführt werden müssen: Zunächst wird das Problem geschil-
dert (Einleitung), danach bearbeitet (Hauptteil) und schließlich gelöst (Schlussbetrach-
tung).

Die Einleitung hat den Zweck, den Leser in das Thema einzuführen, ihn zu orientieren
und die Arbeit für ihn vorzustrukturieren. Um dies zu erreichen, sollte sie folgende As-
pekte beinhalten:
• Untersuchungsgegenstand (Worüber schreibe ich? Wie ist der Kontext? Wie
aktuell und relevant ist mein Thema?)
• Problemstellung/Leitfrage (eventuell mit mehreren Unterfragen)
• (fachliche!) Motivation zur Themenwahl
• Themenabgrenzung (Was leistet die Arbeit nicht? Welche Fragen werden nicht
beantwortet?)
• Forschungsstand (Welche grundlegende Literatur gibt es – eventuell auch über
angrenzende Themen? Welche Literatur habe ich für die Erstellung der Arbeit
verwendet und warum?)
• Aufbau der Arbeit (kurze Darstellung des Untersuchungsganges und Begründung
der gewählten Vorgehensweise)

Im Hauptteil setzen Sie sich intensiv mit dem Thema auseinander. Er ist Kernstück der
Arbeit und umfasst ca. zwei Drittel des gesamten Textteils. Hier entfalten Sie Ihre Frage-
stellung(en) und Ihre Argumentationslinie. Ausführlichere Hinweise zur Gestaltung gibt
Ihnen das folgende Kapitel.

Die Schlussbetrachtung rundet die Analyse ab. Hier werden die wichtigsten Resultate zu-
sammengefasst und gewichtet, indem die Hypothese und die Fragestellung(en) aufge-
griffen und die Ergebnisse der Arbeit auf sie bezogen werden. Dabei sollten Sie weder
neue Fakten einbringen noch sich auf eine bloße Zusammenfassung beschränken, son-
dern Ihre Ergebnisse in den größeren Themenkontext einordnen und ihre Relevanz für
den Forschungszweig herausheben, sich anschließende, nicht behandelte Fragen thema-
tisieren und so auf ein weiteres Forschungsinteresse verweisen (also einen Ausblick bie-
ten) oder auf Basis Ihrer Erkenntnisse Prognosen anstellen. Wie groß Ihr Handlungsspiel-
raum hierbei ist, hängt vom untersuchten Thema ab.

Zu den Anmerkungen gehören inhaltliche Exkurse, also Informationen, die über das
eigentliche Thema der Arbeit hinausgehen, aber Anknüpfungspunkte bieten, z.B. über
den Verweis auf weitere Literatur zum Thema oder die Diskussion abweichender Posi-
tionen, die keinen unmittelbaren Einfluss auf die eigene Argumentation haben. Die An-

23
So sollte der Verfasser fremdsprachige Bezeichnungen übersetzen bzw. eine deutschsprachige Erklärung
anbieten, bspw. bei ausländischen Institutionen, Parteien oder Fachtermini.
14
Wissenschaftliches Arbeiten
Leitfaden

lage eines separaten Anmerkungsteils ist nicht die optimale Lösung, da der Leser da-
durch zu permanentem Blättern gezwungen ist. Eine bessere Möglichkeit stellen Fuß-
noten dar, mit deren Hilfe die Anmerkungen zu bestimmten Textteilen direkt auf der be-
treffenden Seite zu finden sind. Bei der Anlage der Fußnoten ist ebenso zu verfahren
wie beim Zitieren nach der klassischen Vorgehensweise (s. Kapitel 3.3, S. 8ff. und zum
Typoskript Kapitel 4.1, S. 10f.).

Im Quellen- und Literaturverzeichnis werden in alphabetischer Reihenfolge alle für


die Erstellung der Arbeit verwendeten Titel nach den unter Kapitel 3.2 beschriebenen
bibliografischen Standards aufgelistet. Auf jeden der angeführten Texte muss im Fließ-
text mindestens einmal verwiesen worden sein. Dazu gehören auch Werke, aus denen
sekundär – also über einen anderen Text – zitiert wurde (s. Kapitel 3.3, S. 8ff.).

Wie bereits in Kapitel 3.3 erwähnt, listet das Siglenverzeichnis alle im Rahmen der
Arbeit eingeführten Abkürzungen für verwendete Bücher bzw. Zeitschriften auf. Die
Erstellung erfolgt analog zum Abkürzungsverzeichnis (s. S. 13f.).

Abbildungen und Tabellen, die nicht in den Textteil integriert worden sind, werden im
Anhang gesammelt. Diese Vorgehensweise bietet sich vor allem dann an, wenn nur
wenig Anschauungsmaterial für die Erstellung der Arbeit verwendet wird bzw. dieses
Anschauungsmaterial Zusatzinformationen bietet, die für das Textverständnis nicht
zwingend notwendig sind.

Die eidesstattliche Erklärung wird nur für den Praktikumsbericht bzw. für Abschluss-
arbeiten benötigt. Mit ihr versichert der Autor, die Arbeit selbstständig verfasst und
keine anderen Quellen und Hilfsmittel verwendet zu haben, als die angegebenen. Diese
Erklärung ist stets mit Ort, Datum und Unterschrift zu versehen. Ein Beispieltext könnte
so aussehen:

Eidesstattliche Erklärung

Hiermit versichere ich an Eides statt durch meine eigene Unterschrift,


dass ich die vorliegende (Bachelor-/Master-)Arbeit selbstständig ohne
Hilfe Dritter und ohne Benutzung anderer als der benannten Quellen
und Hilfsmittel angefertigt und das den benutzten Quellen wörtlich oder
sinngemäß entnommene Gedankengut als solches kenntlich gemacht
habe.
Ich versichere weiterhin, dass diese Arbeit noch nicht in dieser oder
ähnlicher Form Bestandteil einer Studien- oder Prüfungsleistung war.
Ich bin mir bewusst, dass eine falsche Erklärung rechtliche Folgen haben
wird.

............................................. ...................................................
Ort, Datum Unterschrift

An dieser Stelle soll noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass
jede wissenschaftliche Ausarbeitung an der SRH Hochschule Berlin einer
15
Wissenschaftliches Arbeiten
Leitfaden

Plagiatsprüfung unterzogen wird (d.h. auch Hausarbeiten, denen keine eides-


stattliche Erklärung beigefügt werden muss, wenn ein begründeter Verdacht
besteht), denn die Übernahme fremden Gedankengutes ohne entsprechende
Kennzeichnung stellt in jedem Fall ein Plagiat dar und ist damit rechtswidrig!
Alle im Rahmen dieser Überprüfungen aufgedeckten Plagiate werden mit Nicht-
bestehen und Abmahnung geahndet.

5. Sprachliche Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten

Beim Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten stellt das Schreiben selbst den entschei-
denden Denkprozess dar. Es wird deshalb bereits im Arbeitsverlauf notwendig werden,
einzelne Kapitel oder Textpassagen so lange umzuformulieren, bis eine klar strukturierte
und sprachlich makellose Texteinheit entsteht. Die Voraussetzung dafür ist die Verwen-
dung einer fehlerfreien Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung. Aber auch
darüber hinaus gibt es Faktoren, die die sprachliche Gestaltung der Arbeit entscheidend
beeinflussen.

Zunächst einmal ist es von großer Bedeutung, dass Sie genaue und treffende Formu-
lierungen finden. Wissenschaft ist nicht gleichzusetzen mit einem übertriebenen Einsatz
von Fremdwörtern und Fachtermini! Schreiben Sie so prägnant und verständlich wie
möglich, setzen Sie Fachbegriffe nur da ein, wo sie unerlässlich sind und ersetzen Sie sie
sonst durch gebräuchlichere Synonyme! Vermeiden Sie lange und komplizierte Satzkon-
struktionen – ein klarer Satzbau spricht für eine klare Gedankenführung. Zu einer ein-
deutigen Sprache gehört auch, dass Sie Akteure möglichst deutlich benennen. Vermei-
den Sie den inflationären Gebrauch von Passivkonstruktionen oder des Wortes „man“.

Ein sachlicher Stil äußert sich auch in der Perspektive: Eine wissenschaftliche Arbeit ist
24
einheitlich in der unpersönlichen Präsensform abzufassen; explizite subjektive Äuße-
rungen sind unerwünscht, da dem Leser bewusst ist, dass es sich – wo nicht anders ge-
kennzeichnet – um die Positionen des Autors handelt.

Zu vermeiden sind des Weiteren umgangssprachliche oder wertende Umschreibungen,


Redewendungen und Metaphern, denn sie untergraben die Glaubwürdigkeit der wis-
senschaftlichen Arbeit. Gleiches gilt für den Einsatz von verstärkenden Adverbien (z.B.
zweifelsohne, zweifellos), Superlativen oder bestimmten Satzzeichen (Fragezeichen in
Überschriften, Ausrufezeichen).

Machen Sie sich darüber hinaus immer wieder bewusst, worum es bei der Erstellung
einer wissenschaftlichen Arbeit geht: Ein Sachproblem soll dargestellt, kritisch diskutiert
und schließlich gelöst werden. Die Art der Darstellung und Diskussion muss dabei auch
für einen Laien verständlich sein. Gehen Sie also immer davon aus, dass der Leser Ihrer
Arbeit in diesem Themengebiet kein Vorwissen hat und Sie der Experte sind. Ziel ist es,
diesen Leser zur Sachlage zu informieren und ihn gleichzeitig von Ihrem Standpunkt zu
überzeugen. Dazu müssen Sie stets Ihre Gedankengänge transparent machen. Dies er-

24
Manchmal wird jedoch die Verwendung anderer Zeitformen notwendig, z.B. bei der Beschreibung
geschichtlicher Ereignisse oder bei Zukunftsprognosen. Aber auch dann ist auf Einheitlichkeit zu
achten.
16
Wissenschaftliches Arbeiten
Leitfaden

reichen Sie zum einen durch den Einsatz bestimmter textorganisatorischer Muster (An-
kündigung von Arbeitsschritten, Vorstrukturieren des folgenden Textabschnittes, Ver-
wendung von Kohäsionsmitteln), zum anderen durch einen exakten, argumentativen
und diskursiven Schreibstil.

Mit dem Einsatz textorganisatorischer Muster steuern Sie die Aufmerksamkeit des Lesers
und helfen ihm, sich innerhalb Ihres Textes zu orientieren. Während die Ankündigung
der nächsten Arbeitsschritte selbsterklärend ist, können Sie zum Zweck der Vorstruk-
turierung des folgenden Textabschnittes
• gliedern (erstens, zweitens, drittens),
• vor- und rückverweisen (Wie ich in Kapitel X.x gezeigt habe…),
• vorläufige Ergebnisse zusammenfassen (Damit lässt sich festhalten, dass…),
• (geschickt) überleiten zum nächsten Textabschnitt (Dies zeigt sich beispielsweise
bei der Analyse von…).
Bei der Zusammenfassung bisheriger Ergebnisse sollten Sie jedoch vorsichtig vorgehen,
da schnell die Gefahr besteht, sich unnötig zu wiederholen. Deshalb sei zu einer maß-
vollen Nutzung dieses Instruments geraten.

Die Verwendung von Kohäsionsmitteln, mit denen Sie Bezüge zwischen einzelnen Text-
teilen herstellen können, hilft Ihnen ferner dabei, die Textkohäsion zu erhöhen: Pro-
nomen (dieser/jener,…), Konjunktionen (da, weil,…) oder Adverbien (wobei, deshalb,
daher, folglich,…) setzen die verschiedenen Sätze und Textteile in Beziehung zueinander
und tragen so zur Strukturierung und zum Textfluss bei. In diesem Sinne sollten Sie auch
lange Aufzählungen an Spiegelstrichen vermeiden und stattdessen die angerissenen
Punkte zueinander in Beziehung gesetzt im Fließtext diskutieren. Verwenden Sie jedoch
die Kohäsionsmittel sinn- und maßvoll und vermeiden Sie unnötige Füllwörter: Über-
prüfen Sie kritisch, ob der Einsatz notwendig ist (Ist mit einem „deshalb“ im konkreten
Fall tatsächlich eine Schlussfolgerung verbunden, mit einem „aber“ ein Widerspruch?
Ändert sich die Aussage, wenn das entsprechende Wort weggelassen wird?).

Indem Sie darauf achten, argumentativ und diskursiv zu schreiben, tragen Sie ebenfalls
dazu bei, dem Leser Ihre Gedanken transparent zu machen. Formulieren Sie Argumente
stets aus (Argument=Behauptung+Beweis(+Beispiel)). Zählen Sie also nicht nur Thesen
auf, sondern ergänzen Sie diese immer mit einer Begründung (Wie komme ich zu dieser
Behauptung?) und legen Sie die Folgen der These dar. Zur Verstärkung Ihres Arguments
können Sie Beispiele oder Gedankenexperimente hinzufügen. Vernachlässigen Sie je-
doch bei der Argumentation nie die Diskussion, denn so, wie sich zu einer These Gegen-
thesen aufstellen lassen, gibt es zu Argumenten Gegenargumente. Nehmen Sie also
mögliche Gegenpositionen ein, sprechen Sie eventuelle Schwächen Ihrer Argumentation
an und verdeutlichen Sie dann, warum die Gegenargumente nicht stichhaltig sind. Zu
diesem Zweck können und sollten Sie die Positionen anderer Autoren berücksichtigen
und in Ihre Argumentationslinie einbauen (Intertextualität).

Zum Schluss sollen an dieser Stelle noch einmal alle Kriterien, die eine wissenschaftliche
Arbeit erfüllen muss, zusammengefasst werden:
• Lesbarkeit/Verständlichkeit

17
Wissenschaftliches Arbeiten
Leitfaden

• Strukturiertheit/Systematik (Ordnung nach erkennbarem Prinzip, Aufbau der ein-


zelnen Teile der Arbeit aufeinander, korrekte Methodik beim Zitieren und Biblio-
grafieren)
• Kohäsion (deutliche Zusammenhänge, Vermeidung inhaltlicher Sprünge)
• Präzision/Eindeutigkeit
• Ökonomie (Vermeidung redundanter Formulierungen)
• Differenziertheit (Diskussion konträrer Positionen)
• Argumentativität (Erzeugung von intersubjektiver Nachvollziehbarkeit)
• Konsistenz (plausible Analyseschritte und Schlussfolgerungen)
• Fundiertheit (sachgerechte Verarbeitung von Quellen und Literatur)
• Informativität (neue Erkenntnisse zu einem Thema oder neue Perspektive)

6. Anregungen zur abschließenden Überarbeitung

Nachdem Sie die Phase der Textproduktion abgeschlossen haben, sollten Sie das Ge-
schriebene noch einmal überarbeiten. Oft findet man beim wiederholten Lesen In-
kohärenzen, Ungenauigkeiten in der Formulierung, Wiederholungen, Rechtschreibfehler
oder unnötige Füllwörter. Um zu vermeiden, dass die Arbeit aus diesen Gründen eine
Abwertung erfährt, sollten Sie sie vor der Einreichung unter verschiedenen Gesichts-
punkten überprüfen bzw. überprüfen lassen.

Lesen Sie zunächst die Arbeit selbst im Ganzen Satz für Satz kritisch und bewusst und
versuchen Sie dabei, sich in einen unkundigen Leser hinein zu versetzen:
• Ist das, was ich schreibe, verständlich und der rote Faden erkennbar?
• Habe ich meine Vorgehensweise sowohl in der Gliederung als auch im Fließtext
transparent gemacht?
• Sind meine Argumente vollständig, stichhaltig und plausibel?
• Habe ich knapp formuliert, ohne mich zu wiederholen?
• Habe ich verschiedene Positionen ausreichend berücksichtigt und diskutiert oder
bin ich zu einseitig vorgegangen?
• Ist meine Arbeit im Ganzen überzeugend?

Neben der inhaltlichen Überprüfung empfiehlt sich beim wiederholten Lesen eine
Überprüfung der Rechtschreibung und Grammatik. Zu diesem Zweck kann es hilfreich
sein, die Arbeit rückwärts zu lesen, um den Fokus auf die einzelnen Wörter zu lenken.
Achten Sie hierbei auch auf die korrekte Zeichensetzung und Silbentrennung.

Wenn diese erste Korrektur abgeschlossen ist, hilft es oft, die Arbeit einer zweiten
Person zu geben, weil man selbst durch die intensive Beschäftigung mit dem Thema
meist nicht mehr feststellen kann, wo man zu viel Vorwissen vorausgesetzt hat oder
argumentativ oberflächlich geblieben ist. Daneben ist die Gefahr groß, einzelne Recht-
schreibfehler zu überlesen, da die Fähigkeit, derartige, oftmals kleine Fehler zu erken-
nen, durch mehrmaliges Lesen des selbst verfassten Textes eingeschränkt sein kann.

Sind alle inhaltlichen Veränderungen abgeschlossen, sollten die Formalia überprüft wer-
den:

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Wissenschaftliches Arbeiten
Leitfaden

• Stimmen Überschriften in Inhaltsverzeichnis und Fließtext überein?


• Ist die Nummerierung jeweils folgerichtig?
• Ist das Inhaltsverzeichnis vollständig?
• Sind die Seitenangaben korrekt?
• Stimmen die Seitenangaben bei Querverweisen?
• Ist der Textteil in der richtigen Formatierung abgefasst?
• Ist die Absatztrennung einheitlich?
• Stimmen die Quellenverweise mit den bibliografischen Angaben im Quellen- und
Literaturverzeichnis überein?
• Sind alle verwendeten Quellen und Titel aufgeführt und einheitlich bibliografiert?
• Ist bei allen bibliografischen Angaben die Zeichensetzung richtig?
• Sind die Angaben in Abbildungs- und Tabellenverzeichnis (bzw. Darstellungsver-
zeichnis) korrekt?
• Sind alle Abkürzungen in das Abkürzungsverzeichnis aufgenommen worden?
• Ist die Arbeit vollständig?

Wenn Sie alle Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantworten können, ist der Arbeitsprozess
abgeschlossen und die Arbeit kann für die Abgabe vorbereitet werden.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg beim Verfassen Ihrer


wissenschaftlichen Arbeit!

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Wissenschaftliches Arbeiten
Leitfaden

7. Literaturempfehlungen

Boeglin, Martha: Wissenschaftlich arbeiten Schritt für Schritt. Gelassen und effektiv stu-
dieren, 2., durchges. Aufl., Stuttgart 2012.

Esselborn-Krumbiegel, Helga: Richtig wissenschaftlich schreiben. Wissenschaftssprache


in Regeln und Übungen, Stuttgart 2010.

Esselborn-Krumbiegel, Helga: Von der Idee zum Text. Eine Anleitung zum wissenschaft-
lichen Schreiben, Stuttgart 2008.

Franck, Norbert/Joachim Stary: Die Technik wissenschaftlichen Arbeitens. Eine praktische


Anleitung, 16. Aufl., Stuttgart 2011.

Frank, Andrea/Stefanie Haacke/Swantje Lahm: Schlüsselkompetenzen. Schreiben in Stu-


dium und Beruf, Stuttgart 2007.

Franke, Fabian/Annette Klein/André Schüller-Zwierlein: Schlüsselkompetenzen. Literatur


recherchieren in Bibliotheken und Internet, Stuttgart 2010.

Karmasin, Matthias/Rainer Ribing: Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten. Ein Leit-


faden für Seminararbeiten, Bachelor-, Master-, Magisterarbeiten sowie Disserta-
tionen, 6. aktual. Aufl., Stuttgart 2011.

Kruse, Otto: Keine Angst vor dem leeren Blatt. Ohne Schreibblockaden durchs Studium,
12. aktual. Aufl., Frankfurt am Main 2007.

Limburg, Anika/Sebastian Otten: Schreiben in den Wirtschaftswissenschaften, Stuttgart


2011.

Niedermair, Klaus: Recherchieren und Dokumentieren. Der richtige Umgang mit Litera-
tur im Studium, Stuttgart 2010.

Sandberg, Berit: Wissenschaftlich Arbeiten von Abbildung bis Zitat: Lehr- und Übungs-
buch für Bachelor, Master und Promotion, München 2012.

Sesink, Werner: Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten. Mit Internet, Textver-


arbeitung, Präsentation, E-Learning, Web 2.0, 8. aktual. Aufl., München 2010.

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