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Cytologie

Cytologie.....................................................................................................................................1
1. Bau der Zelle.......................................................................................................................1
1.1. Einführung...................................................................................................................1
1.2. Bestandteile von Zellen und deren Funktionen............................................................2
1.2.1 Zellkern......................................................................................................................4
1.2.2 Ribosomen.................................................................................................................5
1.2.3 Cytoplasma.................................................................................................................5
1.2.4 Endoplasmatisches Reticulum (ER)...........................................................................6
1.2.5 Dictyosomen (Golgi-Apparat)...................................................................................6
1.2.6 Vesikel und Lysosomen.............................................................................................7
1.2.7 Zellwand (nur bei Pflanzen).......................................................................................8
1.2.8 Zellmembran/Biomembran........................................................................................8
1.2.9 Mitochondrium...........................................................................................................8
1.2.10 Chloroplast...............................................................................................................9
1.2.11 Vakuolen................................................................................................................10
1.2.12 Centriolen...............................................................................................................10
1.2.13 Microbodies (Peroxiosomen).................................................................................10
1.2.14 Cytoskelett.............................................................................................................11
1.3. stoffliche Zusammensetzung der Zelle......................................................................14
1.4. Feinbau ausgewählter Zellbestandteile......................................................................14
2. Bau von Gewebe ..............................................................................................................14
2.1. Pflanzengewebe ........................................................................................................14
2.2. Gewebe von Mensch und Tier...................................................................................14
3. Stofftransport ...................................................................................................................14
3.1.Allgemein ...................................................................................................................14
3.2. Diffusion ...................................................................................................................14
3.3. Osmose ......................................................................................................................14
3.4. Vergleich Stofftransport ............................................................................................14

1. Bau der Zelle

1.1. Einführung

Die Cytologie ist die Lehre der Zellen. Man unterscheidet zwischen Prokaryotenzellen
(„Procyten“) und Eukaryotenzellen („Eucyten“).

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Merkmal Prokaryoten Eukaryoten
Größe 0,2-10 (-50) µm 2-20 (-300) µm
Erbsubstanz 1 ringförmiges, freies Mehrere Chromosomen
Chromosom, Plasmide
Genetischer Austausch Konjugation Geschlechtszellen
Membranumgrenzte Nein Ja
Organellen
Ribosomen 70 S1 80 S
Cytoskelett Nein Ja
Geißeln Proteinfilamente an Aus Mikrotubuli
Zellaußenwand
Vielzelligkeit/Arbeitsteilung Nein Ja
Zugehörig Bakterien, Archea Pflanzen, Tiere, Pilze

Die eukaryotischen Zellen werden nochmals in tierische und pflanzliche Zellen differenziert.

1.2. Bestandteile von Zellen und deren Funktionen

Die Zelle kann mit einer Fabrik verglichen werden. Sie stellt verschiedene Produkte her:
• Proteine
• Kohlenhydrate
• Fette
• Pigmente
• Andere Substanzen

Dazu benötigt sie Maschienen, Arbeiter, Rohstoffe und Baupläne:


- Die Maschinen sind die Zellorganellen.
- Die Arbeiter sind die Enzyme.
- Die Rohstoffe sind in der aufgenommenen Nahrung enthalten
- Die Baupläne sind als Erbinformationen auf der DANN gespeichert, die in den
Chromosomen innerhalb des Zellkerns vorliegen.

Der Grundaufbau von Pflanzlichen(a) und Tierischen Zellen(b) unterscheidet sich in gewissen
Punkten:

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S = Masse der Ribosomen, in Svedberg-Einheit (Maß für Sedimentationsgeschwindigkeit) dargestellt

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Kategorie Pflanzenzelle Tierzelle
Aufbau Zellkern mit Kernkörperchen
und Erbinformationen
Mitochondrien
Ribosomen
Zellplasma
Zellmembran
Endoplasmatisches Retikulum
Dictyosomen
Zellwand mit Tüpfel Keine
(Plasmodesmen)
Vakuolen selten
Chloroplast keine
Tonoplast keine
Zellsaftvakuole Lysosomen
Keine Centriolen
keine Flagellen (Fortbewegung)
Energiegewinnung Photosynthese Aufnahme von organischen
Substanzen
Zellatmung
Ernährung Wasser H2O
Kohlenstoffdioxid CO2 Zucker
Mineralsalze Kohlenhydrate
autotroph Fette
Sauerstoff
heterotroph

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1.2.1 Zellkern

Der Zellkern, auch Nucleus genannt, enthält den größten Teil des genetischen Materials der
Zelle. Er ist von einer ovalen Kernhülle umgeben. Die Kernhülle ist eine Doppelmembran,
wobei es sich bei jeder Membran um eine Lipiddoppelschicht mit integrierten Proteinen
handelt. Die Membranen sind durch einen Zwischenraum voneinander getrennt. Sie
verschmelzen nur im Bereich der Kernporen und bilden Löcher in der Kernhülle. Durch die
Kernporen können Makromoleküle und andere Teilchen transportiert werden. Auf der
Innenseite der Kernhülle befindet sich die Kernlamina, die dem Zellkern seine Stabilität gibt.
Im Inneren des Kerns befindet sich das Kernplasma (Karyoplasma).
Darin befindet sich die DNA (Desoxyribonukleinsäure), in Form des Chromatins. Das
Chromatin ist ein Komplex aus DNA und Proteinen und verdichtet sich im Laufe der
Zellteilung zu Chromosomen.
Im Zellkern befinden sich ein oder mehrere Nucleoli (Nucleolus; Kernkörperchen: Organell
ohne Membran). Hier wird die rRNA (ribosomale RNA) gebildet, welche sich im Cytoplasma
zu den Untereinheiten der Ribosomen zusammenfindet.
Weiterhin speichert der Zellkern die
Erbinformation und steuert die
Proteinbiosynthese. Hierzu werden Informationen
von der DNA abgelesen und in Form der mRNA
(Messenger RNA) gespeichert. Diese wird im
Ribosom weiterverwertet.
Bei der Zellteilung gibt der Zellkern immer die
identischen Erbinformationen weiter.

Der Kern ist die „Steuerzentrale“ der Zelle: Er enthält die


Erbinformation, die für die Zellteilung und die Steuerung der
Stoffwechselprozesse verantwortlich ist.

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1.2.2 Ribosomen

Ribosomen bestehen aus rRNA und globulären Proteinen und haben einen Durchmesser von
10-20 nm. Sie werden in den Kernkörperchen vorgebildet und im Cytoplasma
zusammengesetzt. Eine Membran besitzen sie nicht.
Ein Ribosom besteht aus einer großen und einer kleinen Untereinheit, welche sich bei der
Proteinbiosynthese zusammenfinden. Deshalb bezeichnet man sie auch als Orte der
Proteinbiosynthese. Hierbei wird die mRNA abgelesen und in Aminosäureketten übersetzt
(Transkription), d.h. es werden Proteine gebildet.
Zellen mit hoher Proteinsyntheseleistung enthalten demnach besonders viele Ribosomen.
Auch bei den Ribosomen wird eine Unterscheidung vorgenommen:
Man unterscheidet freie Ribosomen und membrangebundene Ribosomen.
Die freien Ribosomen liegen offen im Cytosol vor. Die hier produzierten Proteine haben
meist Aufgaben im Cytosol wie beispielsweiße Enzyme, die dort ablaufende
Stoffwechselprozesse katalysieren.
Die membrangebundenen Ribosomen sind dagegen an der Außenseite des ER angeheftet.
Ihre Proteine sind meist für den Einbau in die Membran oder zur Verpackung in Vesikel und
andere Organellen bestimmt oder werden aus der Zelle hinausgeschleust.

Ribosomen sind der Ort der Proteinbiosynthese.

1.2.3 Cytoplasma

Eine Zelle besteht aus Plasma. Hierbei wird differenziert in


• Protoplasma (= alle lebenden Bestandteile einner Zelle)
• Cytoplasma (= alle lebenden Bestandteile einer Zelle außer Zellkern) und dem
• Grundplasma (=umschließt alle lebenden Bestandteile einer Zelle).

Das Cytoplasma besteht größtenteils aus


• organischen Stoffen: Proteinen, Lipiden, Polysacchariden, RNA, kl. organischen
Molekülen
• anorganischen stoffen: anorg. Moleküle (Salze) und Ionen
• Wasser (50-90%),
und macht ca. 75-95% der Zellmasse aus. Das Cytoplasma umgibt als lebende Substanz den
Zellkern.
Das Plasma ist der Ort vielfältiger Stoffwechselvorgänge. Es ist nach außen hin von der
Zellmembran, bei Pflanzen zudem noch von der Zellwand, begrenzt. Hierbei handelt es sich

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nicht um eine einheitliche Masse, sondern um verschiedene Strukturelemente. Es enthält die
Zellorganellen und wird vom Cytoskelett durchzogen und gestützt. Durch ein vielfältiges
Membransystem wird es in kleine Räume, Kompartimente, unterteilt. Somit können
verschiedene Stoffwechselvorgänge unabhängig voneinander stattfinden. Diese Aufteilung in
getrennte Reaktionsräume nennt man auch Kompartimentierung.
Des Weiteren hat das Plasma eine Transportfunktion: Plasmastränge dienen dem Transport
von Stoffen.

1.2.4 Endoplasmatisches Reticulum (ER)

Das endoplasmatische Reticulum (ER) ist ein


umfangreiches Membranlabyrinth und macht über die
Hälfte der gesamten Membranmenge aus. Übersetzt
bedeutet der Name „Netz im Cytoplasma“.
Es besteht aus einem Geflecht von Membranröhren und –
säcken, die sich zu Zisternen erweitern (Hohlräumen). Ihr
Inneres, das ER-Lumen, ist durch die ER- Membran vom
Cytosol getrennt und steht mit dem
Membranzwischenraum der Kernhülle (perinukleärer
Raum) in Verbindung.
Man unterscheidet das glatte und das raue ER anhand
ihrer Oberfläche, da das raue noch zusätzlich mit
Ribosomen besetzt ist.

Glattes ER
Das glatte ER wirkt bei vielfältigen Stoffwechselprozessen mit, unter anderem beim
Kohlenhydratstoffwechsel und bei der Beseitigung von Giften und Arzneimittel. Die Enzyme
des glatten ER sind auch von Bedeutung für die Synthese von Fettsäuren, Phospholipiden,
Steroiden(Geschlechtshormone, Stereoidhormone der Nebennieren) und anderen Lipiden.
Zellen (zb. Im Hoden/Eierstock) die viele Hormone bilden haben eine große Menge an gER.
In der Leber hilft es z.B. auch beim Abbau von Giften und Alkohol sowie Medikamenten.

Raues ER
Zum einen sondern die angehefteten Ribosomen des rER Proteine ab (Sekretion). Diese
Polypeptidketten (z.B. Insulin) werden durch die ER- Membran ins ER-Lumen geschleust.
Dort werden die Ketten noch zurechtgeschnitten und falten sich in ihre native Konformation.
Die meisten sekretorischen Proteine sind Glykoproteine, die ihre Kohlenhydratgruppen im
ER angeheftet bekommen.
Die fertigen sekretorischen Proteine verlassen das ER durch Membranbläschen, den
Transportvesikeln.
Zum anderen produziert das rER auch membranbildende Proteine, die noch während ihrer
Bildung im ER verankert werden.

1.2.5 Dictyosomen (Golgi-Apparat)

Den Golgi-Apparat kann man sich auch als große Fertigungs-, Lager-, Sortier- und
Versandzentrale vorstellen. Hier werden die Produkte des ER abgewandelt, gespeichert und
dann zu anderen Bestimmungsorten weitertransportiert.

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Er besteht aus abgeflachten, durch Membranen begrenzte Hohlräume, die aufeinander
gestapelt sind. Häufig sind in der Zelle auch mehrerer solcher Stapel, die Dictyosomen,
vorhanden, die dann miteinander in Verbindung stehen. Jede Zisterne ist von einer Membran
umgeben, die den inneren Hohlraum von dem Cytosol trennt. In der Umgebung des Golgi-
Apparats befinden sich zahlreiche Transportvesikel.
Der Golgi-Apparat hat eine eindeutige Polarität. Man unterscheidet die (konvexe) cis-Seite,
welche dem ER und dem Zellkern zugewandt ist, und die (konkave) trans-Seite, welche zur
Plasmamembran zeigt. Vom ER abgeschnürte Transportvesikel treffen auf der cis-Seite an
und verschmelzen dort mit dem Golgi-Apparat. Auf ihrem Weg zur trans-Seite werden die
Stoffe in der Regel chemisch umgewandelt. Neben der Fertigstellung von Molekülen,
produziert der Golgi-Apparat auch selbst Makromoleküle, wie Polysaccharide (Pektine;
Cellulose bei Pflanzen). Die Herstellung und
Abwandlung der Produkte verläuft stufenweiße von
Zisterne zu Zisterne, da jede ein unterschiedliches
Enzymgemisch beinhaltet, wobei die
Zwischenprodukte wieder durch Transportvesikel
weitertransportiert werden. Das Endprodukt verlässt
dann letztendlich den Golgi-Apparat auf der trans-
Seite und gelangt durch Vesikel an den jeweiligen
Bestimmungsort.

1.2.6 Vesikel und Lysosomen

Vesikel und Membranfluss


Membransysteme sind keine starren Strukturen,
sondern ein dynamisches System. Dieser entsteht durch
den Austausch membranumhüllter Bläschen, den
Vesikeln. Das ganze wird auch als Membranfluss
bezeichnet. Die Vorgänge haben unterschiedliche
Bezeichnungen:
• Exocytose: Stoffe werden aus der Zelle ausgeschleust, ohne dass die Zellmembran
durchwandert wird.
• Endocytose: Stoffe gelangen in die Zelle, indem sich an der Zellmembran Vesikel
nach innen abschnüren.
• Phagocytose: Feste Stoffe werden aufgenommen.
• Pinocytose: Gelöste Stoffe werden aufgenommen.
Im Zellinneren verschmelzen die Vesikel mit den Lysosomen, die Verdauungsenzyme
enthalten.
Eine Besonderheit ist die rezeptorvermittelte Endocytose. Sie ist an Rezeptorproteine
gebunden, die in der Membran eingelagert sind. Meistens liegen sie gehäuft, in so genannten
coated pits vor, die auf der Cytoplasmaseite mit einer Proteinschicht umgeben sind. Sobald
diese Rezeptorproteine mit einer Substanz besetzt sind, stülpt sich die Membran ein. Es
entstehen mit einer Proteinschicht ummantelte Vesikel, die coated Vesikel.

Lysosomen
Das Lysosom ist ein Membranvesikel und dient zur intrazellulären Verdauung von
Makromolekülen. In den Lysosomen befinden sich die Enzyme für die Hydrolyse von
Proteinen, Polysacchariden, Fetten und Nucleinsäuren. Die Enzyme wirken am besten bei
einem pH-Wert von 5. Das Lysosom ist ein Reaktionsraum, in dem die Zelle gefahrlos

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Makromolekühle abbauen kann, ohne sich selbst zu Zerstören. Werden zu viele
Lysosomenenzyme frei verdaut sich die Zelle quasi selbst.
Die Enzyme und die Lysosomenmembran werden im rauen ER gebildet und im Golgi-
Apparat vervollständigt. Das Lysosom wird aufgrund der Struktur ihrer Bestandteile nicht
selbst verdaut, da sie den Enzymen keinen Angriffspunkt bieten.
Die primären Lysosomen verschmelzen mit den Nahrungsvesikeln zu sekundären
Lysosomen. Darin werden die eingeschlossenen Partikel verdaut und die Abbauprodukte
werden danach wieder ins Cytosol als Nährstoffe abgegeben.
Bei der Autophagie verdauen Lysosomen z.B. ein anderes Organell. Die Abbauprodukte
werden wiederverwertet. Die Zelle erneuert sich somit ständig selbst.
Der programmierte Zelltod, die Apoptose, wird durch ihre eigenen Lysosomenzyme
ausgelöst und ist ein wichtiger Vorgang in der Entwicklung von Lebewesen (z.B. der
Rückbildung der Schwimmhäute bei menschl. Embryos).

1.2.7 Zellwand (nur bei Pflanzen)

Die Zellwand

1.2.8 Zellmembran/Biomembran

1.2.9 Mitochondrium

Mitochondrien sind halbautonome Organellen und zudem die Orte der Zellatmung wobei aus
Zuckern, Fetten und anderen Nährstoffen mithilfe von Sauerstoff Energie gewonnen und in
ATP umgesetzt wird.
Mitochondrien sind von Membranen umschlossen, haben jedoch keine direkte Verbindung
zum inneren Membranensystem. Ihre Membranproteine werden von freien Ribosomen im
Cytosol bzw. von Ribosomen innerhalb des Mitochondriums selbst gebildet. Es beinhaltet
zudem eine eigene ringförmige DNA.

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Die Anzahl der Mitochondrien ist Abhängig von der Stärke der Stoffwechselaktivität einer
Zelle. Das Mitochondrium ist von einer Doppelmembran umgeben. Die äußere Membran ist
glatt, während die innere vielfach eingefaltet
ist. Diese Einfaltungen nennt man Cristae,
welche die Oberfläche vergrößern und die
Produktivität steigert. Die Membranen
unterteilen das Innere in zwei Kompartimente:
den Intermembranraum (Raum zwischen den
Membranen) und die Matrix (Raum innerhalb
der inneren Membran. In der Matrix befinden
sich Ribosomen sowie mitochondriale DNA
und zahlreiche Enzyme des Kohlenhydrat- und
Lipidstoffwechsels. Hier finden auch einige
Reaktionsschritte der Zellatmung statt.

1.2.10 Chloroplast

Chloroplasten, Chromoplasten und Leukoplasten bilden die Gruppe der Plastiden und gehen
aus einer gemeinsamen Vorstufe, den Proplastiden, hervor.

Leukoplasten: sind farblose Plastiden in pflanzlichem Gewebe das keine Photosynthese


betreibt. Als Amyloplasten speichern sie zum Beispiel in Wurzelzellen Stärke als
Proteinoplasten speichern sie Proteine oder als Elaioplasten Lipide .

Chromoplasten: sind Plastiden die Xanthophyll oder Carotinoide enthalten. Deswegen


erscheinen sie gelb oder rot anstatt grün wie bei den Chloroplasten. Die Chromoplasten sind
verantwortlich für viele Blütenfarben sowie Farben mancher Früchte oder Wurzeln Bei
einigen Pflanzen enthalten Chromoplasten auch Chlorophyll in geringer Menge.

Chloroplasten:
Chloroplasten sind halbautonome Organellen und zudem die Orte der Photosynthese.
Hierbei wird Lichtenergie in chemische Energie umgewandelt.
Chloroplasten sind von Membranen umschlossen, haben jedoch keine direkte Verbindung
zum inneren Membranensystem. Ihre Membranproteine werden von freien Ribosomen im
Cytosol bzw. von Ribosomen innerhalb des Mitochondriums selbst gebildet. Es beinhaltet
zudem eine eigene ringförmige DNA.
Sie enthalten den Farbstoff Chlorophyll sowie Enzyme und andere Moleküle, welche für die
Photosynthese benötigt werden. Diese linsenförmigen Organellen findet man in allen grünen
Organen der Pflanzen und pflanzenähnlichen Protisten.
Die Chloroplasten sind von einer Doppelmembran umgeben, welche den
Intermembranraum umgeben.
Im Inneren des Organells befindet sich ein weiteres Membransystem in Form von
scheibenförmig abgeflachten Vesikeln, den Thylakoiden. Sind diese münzenartig
übereinander gestapelt, so bilden sie das Grana. Die Thylakoidmembranen bestehen aus einer
Lipiddoppelschicht mit eingelagerten Proteinen (Enzyme und Eiweiß-/Farbstoffkomplexe).
Der umgebende Raum wird als Stroma bezeichnet.
Die Thylakoidmembran unterteilt somit das Innere des Chloroplasten in zwei Kompartimente:
den Thylakoidinnenraum und das Stroma. Im Stroma laufen wichtige Stoffwechselprozesse
ab (Fett und Stärkesynthese) und es enthält die ringförmige DNA.

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Ihre Form ist wandelbar und sie sind beweglich.

1.2.11 Vakuolen

Vakuolen sind wie Vesikel intrazelluläre Membranbläschen, jedoch größer. Es gibt


verschiedene Arten von Vakuolen:
- Durch Phagocytose entstandene Nahrungsvakuolen
- Kontraktile Vakuolen: Pumpen überschüssiges Wasser aus der Zelle
- Zentrale Vakuolen, Zellsaftvakuole

Die Zellsaftvakuole ist von einer Membran umschlossen, dem Tonoplast. Der Tonoplast ist
sehr selektiv, weshalb der Zellsaft und das Cytosol eine andere Zusammensetzung aufweißen.
Die zentrale Vakuole entsteht durch Verschmelzung kleinerer Vakuolen, die ihrerseits vom
ER und Golgi-Apparat stammen, und nimmt bei einer ausgereiften Zelle bis zu 80% des
Volumens ein.
Die Zellsaftvakuole hat folgende Funktionen:
- Speicherung organischer Verbindungen (z.B. Proteine, anorg. Ionen K und Cl)
- Abbau von Makromolekülen
- Abfallbeseitigung
- Zellwachstum: Wasseraufnahme durch Osmose, wodurch ein Binnendruck („Turgor“)
entsteht, der die Zelle wachsen lässt
- Schutz vor Tierfraß: ungenießbare oder giftige Stoffe enthalten
- Anreicherung von Pigmenten

Der Zellsaft ist eine wässrige Lösung zahlreicher org. und anorg. Stoffe:
- Pigmente
- Reservestoffe: werden bei Bedarf verbraucht; z.B. Glucose, Fructose, Saccharose
- Stoffwechselprodukte und Exkrete

1.2.12 Centriolen

1.2.13 Microbodies (Peroxiosomen)

Peroxisomen (früher auch „Microbodies“ genannt) bauen in vielfältigen


Stoffwechselfunktionen H2O2 auf und ab.
2 H2O2 → 2 H2O + O2
Sie sind von einer einfachen Membran umhüllte Vesikel und enthalten Enzyme, die Oxidasen,
die Wasserstoff von verschiedenen Substraten abspalten und auf molekularen Sauerstoff
übertragen, wobei Wasserstoffperoxid (H2O2) entsteht.
Manche Peroxisomen bauen Fettsäuren mit Sauerstoff zu kleineren Molekülen ab, die dann in
die Mitochondrien gelangen und dort als Betriebsstoff für die Zellatmung dienen.
Peroxisomen der Leber entgiften den Alkohol und andere organische Schadstoffe, indem sie
davon H abspalten und auf O übertragen. Es entsteht H2O2, was selbst hochgiftig ist.
Deswegen enthalten Peroxisomen das Enzym Katalase, welches das H2O2 in Wasser und
Sauerstoff umwandelt.

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In diesen räumlich abgetrennten Bereichen ( Kompartimenten ) können Reaktionen ablaufen,
die für den Organismus gefährlich wären, würden sie im Cytoplasma stattfinden.

Eine spezialisierte Form der Peroxisomen, die Glyoxysomen, findet man in den
Speichergeweben fettreicher Pflanzensamen. Sie enthalten Enzyme, die für den oxidativen
Abbau von Fettsäuren sorgen, wodurch die chem. Energie des Samenöls zugänglich wird, bis
der Keimling durch Photosynthese eigene Nährstoffmoleküle herstellen kann.
Peroxisomen wachsen durch Aufnahme von im Cytosol gebildeten Proteinen und Lipiden und
vermehren sich durch Teilung.

Metabolische Kooperation von Peroxisomen und Mitochondrien

Peroxisomen wurden sinnvoll in den Katabolismus eingebunden; zum Bindeglied wurde das
(energiereiche) Acetyl-CoA . Die Abbildung zeigt beispielhaft wie Ethanol eingesetzt wird
um nicht nur Wasserstoffperoxid zu entgiften sondern auch selbst in einen Metaboliten
(Zwischenprodukt, hier Acetyl-CoA) von allgemeiner Bedeutung im Katabolismus
(Energiegewinn, Abbau) und Anabolismus (Aufbau von Fettsäuren Cholesterin usw.)
überführt zu werden.

1.2.14 Cytoskelett

Das Cytoplasma ist von mehreren Filamentnetzwerken durchzogen, die man insgesamt als
Cytoskelett bezeichnet.
Ihre auffälligste Funktion besteht darin, die Zelle zu stützen und ihre Form beizubehalten. Es
dient auch zur Verankerung anderer Organellen und Enzymmolekülen. Das Cytoskelett ist
jedoch dynamischer als z.B. ein Knochengerüst. Es kann schnell ab und an anderer Stelle
wieder aufgebaut werden, wenn die Zelle ihre Form verändert.
Es wirkt an mehreren Formen der Bewegung von Zellen mit. Hierzu zählen
Ortsveränderungen der Zelle und die Bewegung ihrer Organellen. Das Cytoskelett wirkt mit
Motorproteinen zusammen.
Motorproteine erzielen ihre Wirkung stets durch Formveränderungen, indem sie ihre „Arme
und Beine“ hin und her bewegen. Angetrieben wird dies mit einer Konformationsänderung

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durch ATP. In jedem Zyklus lässt das Motorprotein seine Haftstelle los und greift ein Stück
weiter wieder zu und führt dann eine Kickbewegung durch. Hierbei gleiten entweder zwei
Mikrotubuli (Mikrofilamente) aneinander vorbei bzw. ein Organell zieht sich an einem
Mikrotubuli (MF) entlang.

Mikrotubuli

Mikrotubuli findet man im Cytoplasma aller Eukaryoten. Sie sind gerade hohle Stäbe, deren
Wand aus den Tubulinen (α- und β- Tubulin), globulären Proteinen, besteht. Das
Längenwachstum erfolgt durch anheften neuer Tubulinmoleküle an den Enden. Mikrotubuli
können auch abgebaut und an anderen Stellen der Zelle wieder aufgebaut werden.
Sie geben der Zelle Form und Stütze, dienen aber auch als „Schienen“, an denen Organellen
entlang gleiten können. Es wird vermutet, das sie sekretorische Vesikel vom Golgi-Apparat
zur Plasmamenbran dirigieren. Außerdem sind sie während der Zellteilung an der Trennung
der Chromosomen beteiligt.

Centrosomen und Centriolen:


In vielen Zellen gehen Mikrotubuli von einem Centrosom aus. Diese dienen als
druckresistente „Tragbalken“. Im Centrosom tierischer Zellen liegt ein Paar von Centriolen
vor, jedes aus neun ringförmig angeordneten Mikrotubuli-Dreiergruppen.
Wenn sich die Zelle teilt verdoppeln sich diese zunächst. Sie organisieren den Mikrotubuli-
Apparat, sind aber nicht zwingend notwendig.

Cilien und Geißeln:


Cilien bedecken die Zelloberfläche in großer Zahl während die Zahl der Geißeln meist auf
eine oder wenige je Zelle beschränkt ist. Auch unterscheiden sie sich in ihrer Länge, wobei
die Geißeln um einiges länger sind. Des Weiteren unterscheiden sie sich auch in ihrem
Schlagmuster: Geißeln haben eine wellenförmige Bewegung (Kraft in Richtung der
Geißelachse), Cilien eher eine rudernde Bewegung (Kraft im rechten Winkel zur Achse).
Trotz Unterschieden haben sie die gleiche Ultrastruktur. Ihr Inneres besteht aus Mikrotubuli
und ist von einer Ausstülpung der Plasmamembran umgeben. Neun Doppel-Mikrotubuli,
deren Hälften eine gemeinsame Zwischenwand haben, sind Ringförmig um zwei einzelne
Mikrotubuli angeordnet („9+2“-Anordnung). Die Mikrotubulipaare des äußeren Ringes sind
mit der Mittelachse durch (Radial-)Speichen verbunden. Außerdem besitzen die äußeren
Doppel-Mikrotubuli paarweiße angeordnete „Arme“, die zu den benachbarten Paaren reichen.
Verankert ist der gesamte Mikrotubulikomplex im Basalkörper, der die gleiche Struktur
besitzt wie ein Centriol.
Die Motorproteine, die aus den einzelnen Mikrotubulipaaren herausragen und sie mit
benachbarten Paaren verbinden, bestehen aus Dynein, einem großen Protein. Diese
Dyneinarme sind für die Biegebewegungen verantwortlich. Sie machen durch eine ATP
angetriebene Konformationsänderung des Proteins einen komplizierten Bewegungszyklus
durch. Hierbei bewegen sich die Paare aneinander vorbei in die entgegengesetzte Richtung.
Aufgrund einereingeschränkten Bewegungsfreiheit kommt es hierbei nur zu einer
Biegebewegung, anstatt zu einer Verlängerung.

Mikrofilamente (Aktinfilamente)

Mikrofilamente sind widerstandsfähige Stäbe und bestehen aus dem globulären Protein
Actin. Diese Aktinmoleküle sind zu Ketten verknüpft, wobei sich immer zwei Ketten
umeinander wickeln und so das Mikrofilament bilden.

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Die Aufgabe der Mikrofilamente ist es, Zug abzufangen. Zusammen mit anderen Proteinen
bilden sie eine dreidimensionales Geflecht knapp unterhalb der Plasmamembran, das zur
Aufrechterhaltung der Zellform beiträgt. Dieses Geflecht verleiht der Zellrinde
(Außenschicht des Cytoplasma) eine halbfeste, gelartige Konsistenz, im Gegensatz zum eher
flüssigen Solzustand im Inneren
In Tierzellen, die auf Substanztransport durch Plasmamembranen spezialisiert sind bilden
Bündel dieser Filamente den Kern der Mikrovilli, Zellausstülpungen zur
Oberflächenvergrößerung.
Weiterhin wirken sie bei der Kontraktion der Muskeln mit. Hierbei liegen zwischen
Acrinfilamenten noch dickere Filamente aus dem Protein Myosin. Zur Kontraktion kommt
es, wenn die Filamente aneinander vorbeigleiten, wodurch die Zelle kleiner wird.
In anderen Zellen gibt es davon eine weniger komplizierte Miniaturausgabe, die
Actomyosinkomlexe, welche für die örtliche Kontraktion der Zelle sorgt, z.B. bei der
Zellteilung, wobei sich ein Ring aus Mikrofilamenten zusammenzieht und die Tocherzellen
voneinander abschnürt.
Außerdem wirken sie bei der amöboiden Bewegung mit. Dabei wird durch
Wechselwirkungen von Aktinfilamenten und Myosin am hinteren Ende der Zelle die
Flüssigkeit in ihrem Inneren nach vorne ins Pseudopodium („Scheinfüßchen“) gedrückt.
In Pflanzen sorgen die Actin-Myosin-Wechselwirkungen und der Wechsel von Sol und Gel
für die Cytoplasmaströmungen, Kreisbewegungen des Cytoplasmas in der Zelle.

Intermediärfilamente

Sie erhalten ihren Namen, da sie mit ihrem Durchmesser zwischen dem der Mikrotubuline
und der Mikrofilamente liegen. Jeder Intermediärfilamenttyp besteht aus einer anderen
Proteinuntereinheit (verschiedene Kreatine, Vimentin, Desmin, Neurofilamentproteine, usw.).
Unterschiedliche Zelltypen sind auch mit unterschiedlichen Intermediärfilamenten
ausgestattet.
Zu ihren Funktionen gehören die Aufrechterhaltung der Zellform (Zugresistente Elemente),
die Verankerung des Zellkerns und anderer Organellen sowie die Bildung der Kernlamina
(innere Auskleidung der Kernhülle).

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1.3. stoffliche Zusammensetzung der Zelle

1.4. Feinbau ausgewählter Zellbestandteile

2. Bau von Gewebe


2.1. Pflanzengewebe

2.2. Gewebe von Mensch und Tier

3. Stofftransport
3.1.Allgemein

3.2. Diffusion

3.3. Osmose

3.4. Vergleich Stofftransport

EXTRA GRAFIKEN:

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