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TOXIKOLOG IE

Wunderwaffe Bor?
Eine Nutzen-Risiko-Bewertung von Bor in Nahrungsergänzungsmitteln

Immer mehr Menschen greifen zu Nahrungsergänzungsmitteln, um eine gesunde


und ausgewogene Ernährung sicherzustellen. Solche vermeintlich
gesundheitsfördernden Zubereitungen enthalten mittlerweile auch
Ultraspurenelemente wie Bor. Das Halbmetall soll neben dem positiven Einfluss
auf den Knochenstoffwechsel auch vor Prostatakrebs schützen und
antiinflammatorisch wirken. Aber sind diese Versprechen auch begründet, und ist
Bor überhaupt essenziell für den menschlichen Organismus? Und warum wurden
einige Bor-Verbindungen im Jahr 2010 auf die Kandidatenliste für besonders
besorgniserregende Substanzen gesetzt? | Von Denise Häschke und Ralf Stahlmann

Aufnahme von Bor – meist mit der Nahrung


Das Halbmetall Bor kommt in Form von sauerstoffhaltigen Verbindungen wie Borax (Natriumborat), Kernit oder Borsäure
vor. Anorganische Bor-Verbindungen sind weit verbreitet und sowohl in Gesteinen, Böden, Meer- sowie Süßwasser als
auch in der Flora zu finden. Nicht nur in der Natur, auch im täglichen Leben ist Bor allgegenwärtig. Anorganische Bor-
Verbindungen werden dank ihrer pH-puffernden, konservierenden, flammenhemmenden und antiseptischen
Eigenschaften sowohl in Lebensmittelverpackungen und Bedarfsgegenständen eingesetzt als auch in medizinischen und
pharmazeutischen Bereichen angewendet. Auch in Waschmitteln, Klebstoffen, Farben und Insektiziden sind Bor-
Verbindungen zu finden.

Wir nehmen Bor täglich aus verschiedenen Quellen auf, zum größten Teil jedoch über die Nahrung. Die Aufnahmemenge
kann dabei stark variieren. Wie eine britische Studie feststellte, gelangen durchschnittlich 1,5 mg Bor am Tag über die
Nahrung in unseren Körper, in einer Studie aus den USA waren es mit 0,87 bis 1,35 mg etwas geringere Mengen [1].
Besonders pflanzliche Erzeugnisse sind reich an Bor – wie Trockenobst, Gemüse, Nüsse, Wein und Bier (s. Tabelle 1).
Dagegen haben Fleisch, Fisch und Milchprodukte einen eher geringen Bor-Gehalt. Jedoch können auch borarme
Nahrungsmittel durch größere Verzehrsmengen eine Haupteinnahmequelle darstellen. Dazu zählen beispielsweise
Kaffee, Kartoffeln und frisches Obst. Auch das Trinkwasser trägt zur täglichen Bor-Aufnahme bei. Etwa 0,1 bis 0,3 mg Bor
sind in einem Liter Leitungswasser enthalten, Mineralwässer weisen im Durchschnitt 0,75 mg pro Liter auf. Als
Maximalwert werden für diese sogar 4,35 mg Bor pro Liter angegeben. Weitere potenzielle Expositionsquellen können
neben dem Arbeitsplatz auch Kosmetika, Arzneimittel und Spielzeuge sein [1].

Tab. 1: Bor-Gehalt in Nahrungsmitteln [12]

durchschnittlicher Bor-Gehalt
Nahrungsmittel
[mg/kg Frischgewicht]

Brot 0,5

andere Getreideprodukte 0,9

rohes Fleisch < 0,4

Innereien < 0,4

Fleischprodukte 0,4

Geflügel < 0,4

Fisch 0,5

Öle & Fette 0,4

Eier < 0,4

Konfitüre 0,8

grünes Gemüse 2,0

Kartoffeln 1,4

anderes Gemüse 1,4

Gemüse in Dosen 1,2

frisches Obst 3,4

Fruchtzubereitungen 2,4

Getränke 0,4

Milch < 0,4

Milchprodukte 0,4

Nüsse 14,0
Physiologische Bedeutung von Bor
Für Pflanzen ist Bor ein essenzielles Element. Es nimmt Einfluss auf das Wurzelwachstum, fördert die
Nährstoffaufnahme sowie das Pollenschlauchwachstum und unterstützt somit auch die generative Entwicklung der
Pflanze. Beim Menschen ist die physiologische Bedeutung weit weniger eindeutig. Zwar zählt Bor nach der Definition der
Gesellschaft für Ernährung und Ernährungsforschung zu den Ultraspurenelementen (Bedarf < 1 mg) [2], jedoch ist unklar,
inwieweit Bor essenziell für den menschlichen Organismus ist. Eine Mangelerscheinung wurde nur im Tierexperiment
unter extremen Bedingungen nachgewiesen.

Bis heute konnte nicht eindeutig bewiesen werden, welche spezifischen biochemischen Funktionen Bor in höher
entwickelten Organismen einnimmt. In einigen Publikationen wird darauf hingewiesen, dass Bor eine bioaktive
Nahrungskomponente sei, die einen positiven Einfluss auf die menschliche Gesundheit haben soll. Insbesondere soll Bor
die Gehirnaktivität steigern, den Knochenstoffwechsel positiv anregen, arthrotische Beschwerden lindern und sogar vor
Prostatakarzinomen schützen [3, 4]. Diese Annahmen basieren allerdings meist auf In-vitro-Versuchen sowie
Tierexperimenten an Fröschen und Fischen. Da in vitro meist unrealistisch hohe Konzentrationen eingesetzt wurden und
Untersuchungen an Tierarten, die nicht zu den Säugetieren zählen, kaum Relevanz für den Menschen haben, lassen sich
aus den Ergebnissen keine wesentlichen Schlussfolgerungen ziehen. Auch die bisher publizierten Untersuchungen beim
Menschen geben leider keine klaren Hinweise. Dies soll am Beispiel der angeblich protektiven Wirkung von Bor bei
Prostatakarzinomen dargestellt werden. Zwei Studien werden genauer betrachtet, die zu unterschiedlichen Ergebnissen
führten.

Bor und Prostatakarzinom


Zahlreiche Ernährungsfaktoren sind hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Entstehung eines Prostatakarzinoms untersucht
worden. In epidemiologischen Studien wurde z. B. eine Assoziation zwischen einer erhöhten Kalorienzufuhr,
insbesondere in Form von gesättigten Fetten, beschrieben. Andererseits wird Selen, Lycopen sowie den Vitaminen A oder
E eine protektive Wirkung nachgesagt. Eindeutige Nachweise dieser Zusammenhänge gibt es nicht. Es ist nicht
überraschend, dass auch die Aufnahme von Bor mit der Nahrung in diesem Kontext untersucht wurde. Vor etwa zehn
Jahren nahmen gut 9000 Männer an einer Studie teil, in der dieser Frage nachgegangen wurde. Darunter befanden sich
95 Männer mit Prostatakarzinom, von denen insgesamt 76 hinsichtlich des Bor-Gehaltes ihrer Nahrung ausgewertet
werden konnten. Dies geschah durch ein Interview. Aus den Angaben zur Ernährung wurde die Bor-Aufnahme dann
abgeschätzt. Das Ergebnis war beeindruckend: eine hohe Bor-Aufnahme scheint vor Prostatakarzinom zu schützen.
Allerdings mahnen die Autoren zu einer vorsichtigen Interpretation der Daten („… should be interpreted with caution …“),
da die Zahl der Patienten sehr klein war und die Studie andere methodische Schwachstellen aufweist [5].

So überrascht es nicht, dass einige Jahre später in einer ähnlich angelegten epidemiologischen Studie mit einer höheren
Zahl von Teilnehmern keine entsprechende Assoziation gefunden werden konnte. Hier waren insgesamt etwa 800
Männer identifiziert worden, bei denen im Laufe des Studienzeitraums von zwei bis drei Jahren ein Prostatakarzinom
diagnostiziert worden war. In der Kontrollgruppe gehörten 25% der Männer zu der Gruppe mit hoher Bor-Aufnahme von
mehr als 1,8 mg pro Tag, unter den Karzinompatienten gehörten 25,8% in diese Gruppe [6].

Die beiden Untersuchungen beleuchten die Probleme und Fehler, die sich bei einer oberflächlichen Interpretation von
Daten aus epidemiologischen Studien ergeben können. Bevor weitreichende Schlussfolgerungen daraus gezogen werden,
sollten die Ergebnisse überprüft werden. Leider gibt es keine Daten aus prospektiven, placebokontrollierten Studien, aus
denen sich am ehesten eine eindeutige Empfehlung ableiten ließe.

Ganz ähnlich ist die Situation bei anderen Indikationen, die seit Jahrzehnten im Zusammenhang mit einer Bor-
Supplementierung genannt werden. Placebokontrollierte Studien unter Einschluss einer ausreichend großen Zahl von
Patienten, die einen Nutzen von Bor-Verbindungen belegen, sind bisher nicht verfügbar.

Vor dem Hintergrund des nicht belegten Nutzens muss ein besonders kritischer Blick auf die möglichen Risiken geworfen
werden.

Auswirkungen von Bor auf die Reproduktion


In zahlreichen Tierversuchen zeigten Bor bzw. Bor-Verbindungen verschiedene schädliche Wirkungen auf die
Reproduktion. In einer Multigenerationsstudie wiesen männliche Ratten unter der Behandlung mit anorganischen Bor-
Verbindungen ab 26 mg Bor/kg Körpergewicht eine verminderte Spermienfreisetzung auf. Etwas höhere Dosierungen
verursachten testikuläre Atrophien und Sterilität. Ähnliche Wirkungen auf die männliche und weibliche Fertilität wurden
auch bei Mäusen beobachtet. Gezielte Analysen zeigten, dass Bor zu endokrinen Störungen bei diesen Säugetieren führt
[1].

Auch auf die Embryonalentwicklung hat Bor einen Einfluss, wie eine Studie bereits vor mehr als 25 Jahren zeigen konnte.
Die Behandlung trächtiger Ratten mit 13,3 mg Bor/kg Körpergewicht und mehr führte zu einem erhöhten Auftreten von
Rippenverkürzungen und vermindertem Gewicht der Feten. Ähnliche Befunde wurden auch bei Mäusen festgestellt, beim
Kaninchen traten zudem kardiovaskuläre Fehlbildungen auf [1].

Daten von männlichen Beschäftigten des Borax-Abbaus aus den USA sowie aus China und der Türkei zeigten keine
deutliche Beeinträchtigung der männlichen Fertilität durch Bor-Expositionen bis zu 1,8 mg Bor/kg Körpergewicht. Ein
deutliches Risiko für eine reduzierte Fertilität durch Bor-Verbindungen scheint für den Menschen also auch bei höheren
Expositionen nicht zu bestehen. Allerdings ist die Aussagekraft dieser Studien eingeschränkt, da statistische Analysen
oder detaillierte Spermienuntersuchungen fehlen oder andere Probleme hinsichtlich des Studiendesigns bestehen. Daten
über schwangere Frauen mit einer Bor-Exposition am Arbeitsplatz liegen nicht vor [1, 7].

Die Dosierungen, mit denen in Tierexperimenten reproduktionstoxische Wirkungen ausgelöst werden können, liegen
deutlich über den Mengen, die mit der Nahrung oder durch Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen werden. So scheint
auf den ersten Blick ein genügend großer Sicherheitsabstand zu bestehen. Allerdings wird Borsäure bei Ratten offenbar
rascher eliminiert als beim Menschen [9], was bei einer Betrachtung der Sicherheitsabstände berücksichtigt werden
muss. Darüber hinaus gibt es keine Daten zu möglichen Unterschieden in der Empfindlichkeit der embryonalen Gewebe
vom Menschen und verschiedenen Säugetierspezies. Vergleicht man die reproduktionstoxischen Dosierungen der Bor-
Verbindungen mit denen anderer Stoffe, die allgemein als bedenklich angesehen werden, so wird deutlich, dass Borsäure
und Borax durchaus als relativ potente reproduktionstoxische Stoffe angesehen werden müssen. Diese Einschätzung
wird auch in den Bewertungen verschiedener Behörden und Gremien deutlich.

Einschätzung der Experten-Gremien


Nach Meinung der Europäischen Lebensmittelbehörde (EFSA) ist ein spezifisch definierter physiologischer Bedarf von
Bor nicht bewiesen. Zudem gibt es keine ausreichenden Belege hinsichtlich der positiven Effekte auf den
Knochenstoffwechsel, die Gelenk-, Schilddrüsen- und kognitiven Funktionen. Die EFSA empfiehlt, als Erwachsener nicht
mehr als 10 mg Bor aus allen Quellen pro Tag zu sich zu nehmen. Denn diese tägliche maximale Aufnahmemenge, auch
als tolerable upper intake (UL) bezeichnet, führt bei andauernder Zufuhr nicht zu gesundheitlichen Risiken. Für Kinder und
Jugendliche gelten weit niedrigere Richtwerte (s. Tabelle 2) [10].

Tab. 2: Empfohlene maximale Aufnahme von Bor [10]

tägliche maximale Aufnahmemenge


Alter
[mg Bor/Tag]

1 bis 3 Jahre 3

4 bis 6 Jahre 4

7 bis 10 Jahre 5

11 bis 14 Jahre 7

15 bis 17 Jahre 9

Erwachsener 10
gilt auch für Schwangere und Stillende
In einer gesundheitlichen Bewertung von Borsäure und Borax des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) von 2005
wurde anhand von verschiedenen Szenarien abgeschätzt, wieviel Bor der Verbraucher mit der Nahrung und anderen
Quellen aufnimmt und inwieweit Nahrungsergänzungsmittel zu empfehlen sind (s. Tabelle 4). Dabei wurde festgestellt,
dass eine Zufuhr von 1 mg Bor am Tag über Nahrungsergänzungsmittel nicht zu einer Überschreitung der maximalen
Aufnahmemenge führen würde. Sollte höher supplementiert werden, können Gesundheitsrisiken jedoch nicht
ausgeschlossen werden. Angesichts der Unsicherheiten in der Datenlage empfiehlt das BfR, auf
Nahrungsergänzungsmittel mit Borsäure oder Borax zu verzichten. Denn je nach individuellem Verhalten können
bestimmte Verbrauchergruppen mit hoher Aufnahme entstehen, die besonders stark gegenüber Bor-Verbindungen
exponiert sind. Das BfR zeigte, dass z. B. Vegetarier und Menschen, die sehr marken- und produkttreu sind bzw.
borhaltige Medikamente regelmäßig nehmen, vermehrt gegenüber Bor exponiert sein können. Eine vegetarische
Ernährung, basierend auf borreichen Nahrungsmitteln, kann zu einer täglichen Aufnahme von 10 mg Bor beitragen. Des
Weiteren können Menschen, die beispielsweise viel Mineralwasser einer bestimmten Marke trinken, ebenfalls stark
gegenüber Bor exponiert werden (s. Tabelle 3). Geht man dabei vom Mineralwasser mit dem höchsten Borgehalt von gut
4 mg Bor pro Liter sowie einem täglichen Verzehr von ein bis zwei Litern aus, sind Aufnahmen von mehr als 10 mg Bor
durchaus möglich [1].
Tab. 3: Bor-Gehalt von ausgewählten Mineralwässern [13]

Wasser Typ Herkunftsland durchschnittlicher Bor-Gehalt [mg/l]

Apollinaris still Deutschland 1,43

Aqui mit Kohlensäure versetzt Schweiz 0,53

Badoit natürliche Kohlensäure Frankreich 0,10

Black Forest natürliche Kohlensäure Deutschland 0,25

Contrex still Frankreich 0,16

Evian still Frankreich u. NG

Germaniabrunnen natürliche Kohlensäure Deutschland 1,50

Gerolsteiner Sprudel natürliche Kohlensäure Deutschland 0,12

Hessen Quelle natürliche Kohlensäure Deutschland 1,33

Highland Spring still Großbritannien u. NG

Lanjaron natürliche Kohlensäure Spanien 0,02

San Benedetto natürliche Kohlensäure Italien u. NG

San Pellegrino mit Kohlensäure versetzt Italien 0,17

a Sante mit Kohlensäure versetzt USA 4,35

Staatl. Fachingen still Deutschland 0,38

Vichy Celestins natürliche Kohlensäure Frankreich 1,34

Vichy St. Yorre Royal natürliche Kohlensäure Frankreich 2,05

Vittel still Frankreich 0,04

u. NG: unter der Nachweisgrenze von 0,005 mg/l

Die Europäische Chemikalienbehörde (ECHA) ging noch einen Schritt weiter: Aufgrund der Ergebnisse aus den
reproduktionstoxikologischen Studien wurden Borsäure und Borate von der ECHA als wahrscheinlich reproduktions‐
toxisch beim Menschen eingestuft [7, 8]. Zudem nahm die ECHA im Jahr 2010 Borsäure und Borate in die Kandidatenliste
für besonders besorgniserregende Substanzen (SVHC, substances of very high concern) auf [11].
Tab. 4: Borhaltige Nahrungsergänzungsmittel

Bor-Gehalt der empfohlenen Tagesdosis


Produkt Bor-Verbindung
[mg]

Warnke® Bor Natriumtetraborat 3

bor-Loges® Tabletten Dinatriumtetraborat 3

Fairvital® Bor Natriumtetraborat 3

effective nature® Bor Dinatriumtetraborat- 3


Decahydrat

EnergyVital® Bor & Co. Borsäure 3

IhleVital® Silizeen beauty Borsäure 0,57

Cal-Mag-Bor-Actif® Natriumborat 3

SpectroVeg Multi-Vita-Min® Tetraborat 0,3


Tabletten

Multi Softgels® Kapseln Bor-Glycinat 1

Bio Nutrition® Mineral Komplex Borsäure 1 bis 2

Fazit
Da die physiologische Bedeutung von Bor bisher nicht belegt ist und es täglich über die Nahrung in ausreichendem Maße
aufgenommen wird, ist eine Supplementierung von Bor über Nahrungsergänzungsmittel offensichtlich unnötig und kann
wissenschaftlich nicht begründet werden. Ein Nutzen ist nicht nachgewiesen. Die Verwendung von Bor-Verbindungen zur
Prävention oder Therapie von Erkrankungen wie Arthrose oder Prostatakarzinom ist wissenschaftlich nicht belegt.
Andererseits können potenzielle Risiken nicht ignoriert werden. Schwangeren Frauen ist unter Berücksichtigung des
teratogenen Potenzials von Borsäure und Borax von einer Supplementation dringend abzuraten. Da der Embryo bereits in
den ersten Wochen der pränatalen Entwicklung empfindlich gegenüber teratogenen Substanzen reagiert und eine
Schwangerschaft häufig erst nach einigen Wochen diagnostiziert wird, gilt dieser Rat für alle Frauen im gebärfähigen
Alter. |

Literatur

 [1] Zusatz von Borsäure oder Borax in Nahrungsergänzungsmitteln. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR),
Gesundheitliche Bewertung Nr. 005/2006

 [2] Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Deutsche Gesellschaft für Ernährung, 2000, 1. Auflage, Umschau/Braus
Verlag

 [3] Nielsen FH. Update on human health effects of boron. J Trace Elem Med Biol 2014;28(4):383-387

 [4] Pizzorno L. Nothing Boring About Boron. Integr Med (Encinitas) 2015;14(4):35-48
 [5] Cui Y, Winton MI, Zhang ZF, Rainey C, Marshall J et al. Dietary boron intake and prostate cancer risk. Oncol Rep
2004;11(4):887-892

 [6] Gonzalez A, Peters U, Lampe JW, White E. Boron intake and prostate cancer risk. Cancer Causes Control
2007;18(10):1131-1140

 [7] Opinion proposing harmonized classification and labelling at EU level of Boric Acid. European Chemical Agency
(ECHA), Committee for Risk Assessment (RAC), 2014

 [8] Opinion proposing harmonized classification and labelling at EU level of Disodium octaborate tetrahydrate. European
Chemical Agency (ECHA), Committee for Risk Assessment (RAC), 2014

 [9] Begründung für Arbeitsplatzgrenzwert: Borsäure und Natriumborate. Ausschuss für Gefahrstoffe, Bundesanstalt für
Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) 2007

[10] Scientific Opinion on the re-evaluation of boric acid (E 284) and sodium tetraborate (borax) (E 285) as food additives.
European Food Safety Authority (EFSA) Journal 2013;11(10):3407-3469

[11] Candidate List of substances of very high concern for Authorisation. European Chemical Agency (ECHA) 2016,
https://echa.europa.eu/candidate-list-table

[12] Expert Group on Vitamins and Minerals (EGVM) 2002, Revised Review of Boron. EVM/99/23/P.REVISEDAU2002

[13] Allen HE, Halley-Henderson MA, Hass CN. Chemical composition of bottled mineral water. Arch Environ Health
1989;44(2):102-116

Autoren

Denise Häschke, M. Sc. Toxikologie

Mitarbeiterin des Masterstudiengangs Toxikologie

Prof. Dr. Ralf Stahlmann


Leiter des Masterstudiengangs Toxikologie

Institut für Klinische Pharmakologie und Toxikologie


Charité - Universitätsmedizin Berlin 
Luisenstr. 7, 10117 Berlin

autor@deutsche-apotheker-zeitung.de

DAZ 2016, Nr. 50, S. 54 , 15.12.2016