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CANYON WORKSHOP: SCHNELLSERVICE MOUNTAINBIKE

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Auch wenn Dein


Bike einwandfrei läuft, ist von Zeit zu Zeit ein Kurzcheck
einiger sicherheitsrelevanter Bauteile fällig.

Verfahre jedoch nach dem Motto: „Never change a running


system“. Das gilt vor allem für Schaltung und Bremsen:
Wenn diese einwandfrei funktionieren, verstellt man am
besten nichts, sondern kontrolliert sie nur.

Folgende Bauteile solltest Du in regelmäßigen Abständen


kontrollieren:

1. Vorbauschrauben: Benutze hierzu den Canyon-Drehmomentschlüssel


(Torque Wrench). Kontrolliere die vorgegebenen Anzugsmomente an Len-
kerklemmung.

2. … und Schaftklemmung.
Die Werte der Anzugsmo-
mente sind an den jeweiligen
Stellen auf dem Vorbau auf-
gedruckt.

3. Kurbelschrauben: Auch diese können sich mit der Zeit lockern. Das ist zwar
wenig sicherheitsrelevant, kann aber zu nervenden Geräuschen führen. Um
dies zu verhindern, sollten die Schrauben mit Fett oder Montagepaste montiert
werden.

5. Steuersatzspiel checken:
Ein lockerer Steuersatz äu-
ßert sich in unpräzisem Lenk-
verhalten und Klappern. So
kannst Du die Funktions-
weise Deines Steuersatzes
ganz einfach testen: Hebe
Dein Bike am Oberrohr hoch,
bis das Vorderrad in der Luft
hängt. Schubse den Lenker
mit der anderen Hand ganz
leicht an. Die Frontpartie Dei-
nes Bikes muss von selbst
hin- und herschwenken.

4. Bremsscheiben: Hierzu brauchst Du den entsprechenden Torx-Schlüssel.


Die Schrauben sind ab Werk mit Loctite gesichert. Ziehe sie wirklich nur dann
nach, wenn sie sich spürbar gelockert haben.

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6. Stelle dann das Vorderrad


wieder auf den Boden.
Presse nun Zeigefinger und
Daumen an den Steuersatz
und ziehe mit der anderen
Hand die Vorderbremse. Wa-
ckelt das Bike jetzt vor und
zurück? Etwaiges Spiel
spürst Du dabei sofort.

7. Und so stellst Du den Steuersatz nach: löse zunächst die Klemmschrau-


ben am Vorbau.

9. Bevor Du die Vorbau-


Klemmschrauben endgültig
festziehst, richte den Lenker
gerade aus, nimm dazu das
Oberrohr zwischen die Beine
und peile über den Vorbau
auf das Vorderrad.

8. Der Steuersatz wird mit der oberen Vorbauschraube vorgespannt. Oft


reicht eine Viertelumdrehung nach rechts, um das Spiel im Steuersatz zu
beseitigen. Der umgekehrte Fall: sitzt der Steuersatz zu fest, dann drehst
Du die Schraube nach links. Ziehe dann die Klemmschrauben am Vorbau
wieder fest. Achte dabei unbedingt auf das richtige Anzugsmoment. Dieses
ist auf dem Vorbau aufgedruckt. Möglicherweise musst Du dieses Prozedere
mehrfach wiederholen, bis der Steuersatz korrekt eingestellt ist.

10. Schnellspanner-Check: 11. Die Sattelstütze braucht


Kontrolliere den vorderen von Zeit zu Zeit eine neue
und den hinteren Schnell- Fettpackung, damit sie sau-
spanner. Ziehe die Schnell- ber und ohne Reibung im
spanner handfest an. Die Sitzrohr hin- und hergleiten
Hebel sollten nach oben zei- kann. Doch zuerst solltest
gen, damit sie nicht an Ästen Du die Stütze sowie das Sitz-
hängenbleiben können. rohr gründlich säubern. De-
montiere die Stütze und
wische mit einem Lappen
das alte Fett ab. Verfahre
genauso mit dem Sitzrohr.
Versuche mit einem ein-
gedrehten Lappen soweit
wie möglich ins Innere des
Rohrs vorzudringen.

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ACHTUNG: Sattelstützen
aus Carbon brauchen eine
spezielle Carbon-Montage-
paste. Nach der Montage der
Stütze sollte sie flutschen
wie am ersten Tag.

12. Fette jetzt sowohl die Stütze als auch das Sitzrohr neu ein.

13. Kontrolliere die Ablaufbohrung unter dem Tretlager auf Durchlässigkeit. 14. Auch die Schaltwerk-Röllchen sind sehr verschmutzungsanfällige Teile,
Diese Stelle steht unter akutem Schmutzbeschuss. Die Folge: das Kondens- die man hin und wieder reinigen sollte. Kettenöl und Schmutz setzen sich
wasser kann nicht mehr ablaufen und das Innenlager beschädigen. Mache hier hartnäckig fest. Zum Reinigen spannst Du am besten einen Lappen
die Bohrung gegebenenfalls frei. Verwende dazu am besten einen spitzen über einen Schraubenzieher. Setze diesen jetzt am Röllchen an und drehen
Gegenstand aus Kunststoff. Metallische Gegenstände könnten den Lack gleichzeitig an der Kurbel. So kratzt Du die Röllchen nach und nach wieder
beschädigen. frei.

16. Nur mit sauberer und


stets geölter Kette holst Du
die optimale Leistung aus
Deinem Bike. Öle also die
Kette von Zeit zu Zeit ein.
Achte darauf, dass jedes
Glied etwas Öl abbekommt.
Lasse es kurz einwirken und
wische danach das über-
schüssige Öl mit dem Lap-
pen ab.

15. Wenn die Kette rasselt oder nur unwillig aufs nächste Ritzel springt, dann
hat sich meistens der Schaltzug etwas gelängt. Oft passiert das bei neuen
Bikes schon nach kurzem Gebrauch. Mit der Einstellschraube am Schalt-
hebel kannst Du das Problem sogar während der Fahrt in den Griff bekom-
men: einfach etwas nachdrehen (nach links). Oft reicht schon eine
Viertelumdrehung, und die Schaltung funktioniert wieder einwandfrei.
ACHTUNG: Verstelle die Schaltung wirklich nur, wenn sie nicht mehr richtig 03
funktioniert. Denn: Never change a running system!
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18. Und noch ein letzter Tipp: Kontrolliere Deine Reifen auf Fremdkörper.
Oft haben sich bereits Schrauben, Nägel oder spitze Steine in die Karkasse
gebohrt, ohne jedoch den Schlauch zu beschädigen. Entferne diese, sonst
hast Du später auf Tour Ärger mit Platten.

17. Gönne Deiner Federgabel hin und wieder etwas Schmierung. So bleiben
die Dichtungen geschmeidig und das Ansprechverhalten verbessert sich.
Verwende hierzu spezielles Teflon-Spray (z.B. von Brunox). Sprühe dieses
unten an die Dichtungen der Gabel. ACHTUNG: Halte unbedingt einen Lap-
pen darunter, damit überschüssige Flüssigkeit nicht die Scheibenbremse
berührt. Verfahre genauso beim hinteren Dämpfer. Achte darauf, dass das
Schmiermittel nicht in das Innere der Gabel eindringt, denn das kann dazu
führen, dass sich das Öl in der Gabel verdünnt.

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