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Aus dem Inhalt

VERGÄNGUCHKEiT
Vergänglichkeit

EVS/IGKEIT
oder Ewigkeit
ocfer Seite 2

Gottes Hand Im
Volke rdrama
Das Titelbild zeigt uns einen Tempel. sich die Gruppe für ein Erinnerungs-
Er stammt noch aus der Zeit vor Chri- foto auf. Während sich alle 24 M ä d -
großen Weltgeschehens
sti. Dieser einst grolle und herrliche chen und zwei Betreuerinnen auf dem Seite 4
Tempel ist nur noch eine Ruine. Holzsteg versammelten, ging die Ju-
Sie zeugt von der Vergänglichkeit, v o m gendleiterin ein paar Schritte auf
Zerfall, Sterben i m d Untergang. Gleich festen Boden zurück, u m alle Personen Heute noch
diesem Tempel sind Geschlechter u n - auf das Bild zu bekommen. Sie' hatte an Gott glauben?
tergegangen, Weltreiche zerfallen und keine Bedenken über die Belastbar-
Seite 9
Namen großer Märmer ausgelöscht keit des Holzsteges. Plötzlich schrille
worden. Schreie, es krachte, der Steg wankte,
Zur Zeit Noahs wurde das Menschen- Holztrümmer lösten sich, der Steg m i t
allen Menschen sackte nach unten. Mene, Mene, Tekel,
geschlecht hinweggerafft durch die
Sintflut. Ihr Leben bestand i n Essen Schreiend und sich überstürzend fielen U-Pharsin
und Trinken, Freien und Freienlassen. die Mädchen 20 Meter tief auf Felsen Seite 12
Sie ließen sich vom Geiste Gottes oder ins Wasser. S fanden den Tod,
nidit mehr strafen, darum mußte Gott i m d 16 wurden schwer verletzt.
dieses Strafgericht über sie kommen Die Klamm war am x. Juli dieses Jah-
Am Ende
lassen. res für den Zutritt freigegeben worden,
nachdem vorerst Teile des Holzsteges unserer Zukunft?
Die Städte Sodom und Gomorra hat-
neu errichtet worden waren. Ein Gen- Seite 14
ten Wohlleben und gute Tage, aber
darmeriebeamter sagte; „Von außen
den Armen und Bedrückten halfen sie
sind die Holzteile gut erhalten, innen
nicht. Ausschweif iing und Unzucht war
aber ist alles morsch. Das wurde bei der Gesetz und Gnade
das Kennzeichen dieser lasterhaften
Untersuchung nicht bemerkt. Sonst
Städte. Gott machte durch Feuer und Seite 17
würden die Kinder vielleicht noch le-
Schwefel diesem Sündenpfuhl ein En-
ben . . . "
de.
Bei den Römern waren Brot und Spiele Dies ist ein treffendes Bild für unsere Die letzte Botschaft
Zeit. Außen scheint alles wohlauf, alles
ihre Lebensregel. Der innerliche Zer- an eine sterbende Welt
i n bester Ordnung, Wohlleben und
fall führte zum Untergang des römi-
gute Tage, aber innen ist alles morsch Seite 20
schen Weltreiches. Sterbende Völker
und faul. A m innerlichen Zerfall sind
verlieren das Maß.
Geschlechter, Reiche und Nationen u n -
Wie ist es heute? Die einzigen Ziele tergegangen. So ist es auch heute. Las- Gedenke
der meisten Menschen sind Erfolg, sen wir uns an dem Flimmer und allem Seite 23
Wohlstand, Sicherheit, Vergnügen und schönen Äußeren nicht täuschen.
Komfort. Auch die Namen großer Männer sind
Wenn wir unsere Zeit nach den Ge- nur i n den Sand geschrieben. Astro-
mälden moderner Künstler beurteilen,
Heute, so ihr
nauten — fastvergessen! Jetzt schauen
darm sehen w i r nur wahllose Farb- sie nur noch i n den M o n d . Sie waren seine Stimme höret
kleckse ohne jeden erkennbaren Sinn die Helden des Jahres X969 — Neill Seite 27
und Plan. Welche Ironie! Armstrong, Edwin A l d r i n und M i k e
Eine Zivilisation, die die besten Autos, Collins. Sie waren gefeiert und be-
die besten Kühlschränke und die jubelt. Jedes K i n d kannte die „Apollo- In keinem
besten Computer produziert, bringt 11 "-Astronauten, die als erste M e n -
gleichzeitig die schlechtesten Menschen schen den M o n d betreten hatten. —
anderen Heil
hervor. Fünf Jahre später, i m Juli 1974 ge- Seite 29

A m 29. Juli 1974 wanderten 24 dachten die Chronisten zwar des Ereig-
jxmge Mädchen singend und fröhlich nisses, aber v o m Schicksal der M o n d -
zu der romantischen Kitzlochklamm männer las und hörte man wenig.
bei Salzburg. A m Ziel angelangt genoß Aus gutem Grund. Denn von den Missionshaus „Hebron''
jeder den grandiosen Anblick der ent- Super-Helden des Raumfahrtzeitalters 7109 Jagsthausen/Heilbronn
fesselten Wassermassen. D a n n stellte gäbe es wenig Schönes zu berichten. BergwaidstraBe 2

2
Armstrong, i m typisch amerikani-
schen Rummel als Schaustück herum-
gereicht, auf jeder Gesellsdiaft be-
gehrt und ständig i n Begleitung v o n
Filmsternchen, lebt heute zurückge-
zogen und verbittert auf einer Farm
bei Cincirmati.
Ehekrisen u n d private Erschütterun-
gen trieben Armstrong aus der Welt
des Ruhmes i n die Einsamkeit. Glück-
licher hat ihn seine Pioniertat vor fünf
Jahren nicht gemacht, auch nicht rei-
cher.
Übler noch erging es seinem Kollegen
Aldrin, der heute i n Los Angeles als
Wirtschaftsberater lebt. Er erlitt meh-
rere Nervenzusammenbrüche und war
lange i n psychiatrischer Behandlung.
Auch i n seiner Ehe kriselte es schwer.
Collins leitet ein Museum für Luft-
und Raumfahrt i n Washington. I h m
bHeben zwar private Probleme erspart,
aber vom großen Ruhm spürt auch er
nicht mehr viel.
Überhaupt ist die einst überschäu-
mende M o n d - und Raumfahrt-Begei-
stenmg in den USA verebbt. Das W o r t
NASA hat seine Zauberkraft verloren;
der „Beruf "Astronaut reiztkaum noch,
seit die US-Regierung den Weltall-
stürmern den Geldhahn kleiner ge-
dreht hat.
Von den einst 73 Astronauten sind nur
noch 34 i m Training, und v o n denen
werden nur wenige zum Einsatz k o m -
men. Die Epoche der Raumhelden ging
schnell zu Ende; auf der Erde sind
größere Probleme zu lösen.
Umsturz und Affären abtreten — ihre das Leben beginnt erst. Ja, m i t Chri-
Wofür lebst du? Stimme w i r d nicht mehr gehört, ihre stus hast d u eine lebendige Hoffnung,
Lebst du nur für deine sportlichen Lei- Namen liest man nicht mehr. W a h r - für dich ist ein Platz bereitet, eine Hei-
stungen? Eines Tages wird die Ge- lich, E. G. W h i t e hat recht, wenn sie mat, eine sichere Wohnung. Dort zer-
schmeidigkeit deiner Muskeln schwin- schreibt: „Namen großer Männer sind fressen keine Motten das Kleid, kein
den, die Reflexe verlangsamen, und i n den Sand geschrieben." Rost zerstört mehr, kein Geschrei wnä
das Leben ist vorbei. Leben für dich selbst? Ein Star oder keine Nacht w i r d mehr sein. Kein Leid
Leben für wissenschaftliche Leistun- Idol zu sein. Z u genießen und bewun- und kein Tod, keine Trennung wird
gen? Das Wissen wird dich eines Tages dert zu werden. EinesTages w i r d deine mehr sein. Die Bibel sagt: Alle Herr-
überholen, dann wird dein Leben vor- Schönheit verblühen, u n d das Leben lichkeit dieser Welt w i r d vergehen . . .
bei sein. ist vorbei. „Himmel und Erde werden vergehen",
Leben nur für die Familie? Eines Tages Lege dir ein schönes Kleid an, poliere aber Gottes W o r t vergeht niciit.
werden die Kinder heranwachsen und dein A u t o , baue dein Haus, baue m i t „ . . . wer den Wülen Gottes tut, der
fortgehen. Es wird leer, und dein Le- an einem irdischen u n d nationalen bleibt ewiglich."
ben w i r d einsam. Reich, mache dir einen Namen, pflege Der Liederdichter sagt: „ . . . N u r was
Leben für geschäftlichen Erfolg? Eines deine Schönheit, n i m m dir den besten getan ist aus Liebe zu Jesus, das hat
Tages w i r d das Alter kommen, jün- Arzt und Professor, wisse: Dein Kleid Wert und w i r d ewig bestehn."
gere Menschen werden deinen Platz wird veralten, das A u t o , „dein heilig's Gott ist ewig, sein Sohn Jesus Christus
einnehmen, und das Leben ist vorbei. Blechle", w i r d verrosten, das Haus zer- ist ewiglich, sein W o r t bleibt. Stellen
Leben für politische Karriere? Eines fallen, das Reich vergehen, dein Name wir unser Leben unter Gottes Führung,
Tages wird dein Einfluß verblassen, ausgelöscht, die Schönheit verwelken, vertrauen w i r der Erlösung durch Je-
deine Stirmne nicht mehr gehört wer- dein Leben hört einmal auf. Alles ist sus Christus, gehorchen w i r seinem
den, du wirst abtreten müssen v o n vergänglich. W o r t , daim sind w i r berufen zu einem
der Bühne, und dein Leben ist vorbei. Lebst du aber für Christus, dann lebst unvergänglichen und unverwelklichen
In diesem Jahr mußten viele durchTod, du für ein unvergängliches Erbe, und Erbe.

3
Gk)ttes H a n d

Jesus sagte zu den Frommen seiner Zeit: „Und des Morgens A u f was sollten wir i n dieser letzten Zeit besonders achten?
sprecht ihr: Es wird heute Ungewitter sein, denn der Himmel „Und wir haben desto fester das prophetische W o r t , und
ist rot und trübe. Ihr Heuchler, über des Himmels Gestalt ihr tut wohl, daß i h r darauf achtet als auf ein Licht, das da
könnet ihr urteilen; könnet i h r denn rücht auch über die scheinet an einem dunklen O r t , bis der Tag anbreche und
Zeichen der Zeit urteilen?" M a t t h . 16, 3. der Morgenstern aufgehe i n euren Herzen." 2. Petr. 1,19.
Verfallen wir vielleicht auch i n dieselben Fehler, obwohl die
Zeichen der Zeit schon eine deutliche Sprache sprechen? Die Zeichen in der Völkerwelt
große Weltenuhr steht sozusagen auf einer Minute vor Unsere Welt steht i n Flammen, und Menschen ohne Gott
Mitternacht. „Große Übertreibung", sagt der heutige U n - werden niemals i n der Lage sein, diese Flammen zu zügeln.
glaube. Wenn alle Prophezeiungen der Bibel prozentweise Die Dämonen der Hölle sind losgelassen. Leidenschaften,
aufgezählt werden könnten und auf ihre Erfüllung h i n Habsucht, Haß und sexuelle Begierden greifen auf der gan-
untersucht würden, könnten wir ungehindert zu dem Re- zen W e l t wie Feuer u m sich.
sultat kommen, daß nur n o d i 2 Prozent unerfüllt vor „Unsere Probleme überschreiten unsere Grenzen." Überall
uns liegen. Ist das Ende nahe? Es ist nicht nur nahe — es ist i n der W e l t züngeln die Flammen. Das Dach droht einzu-
uns auf den Fersen! stürzen. Der Mensch ist von allen Seiten von einem Feuer
umgeben, über das er die Kontrolle verloren hat.

Die Flamme der Bevölkerungszunahme


Die gegenwärtige Bevölkerungsexplosion erschreckt jeden
Einsichtigen. Das Anwachsen der Bevölkerung ist beängsti-
gend.
W i r wissen, daß die Bevölkerungskurve Chinas einer der
in Asien beunruhigenden Faktoren ist.
Der britische Historiker A r n o l d Toynbee kennzeichnete die-
ses Dilemma folgendermaßen: „Sollte ein Atomkrieg aus-
brechen, dann werden zu wenig Leute übrigbleiben, um die
Zivilisation aufrechtzuerhalten; sollte ein solcher Krieg aber
nicht ausbrechen, dann w i r d es zu viele Menschen geben,
sie werden das Leben auf diesem Planeten unerträglich und
unmöglich machen." Die Statistiken zeigen unerbittUch, mit
welcher Geschwindigkeit die Geburtenrate die Todesrate
übersteigt.

Die Flamme der Gesetzlosigkeit


Das ist furchtbar und gefährlich. Viele Wissenschaftler wis-
sen, wie gefährlich das Spiel m i t dem Feuer ist, und warneri.
Aber wer nimmt die Sache ernst? Prof. Jaspers schreibt i n
seinem Buch „Atombombe und die Zukunft der Mensch-
heit": „Ich glaube, nicht übertreibend zu reden. Wer weiter
lebt wie bisher, hat rücht begriffen, was droht. . . . Ohne
Umkehr ist das Leben der Menschen verloren."
O, wie sind die Staatsschiffe i n Seenot! Das Weltenmeer
ist i m wahrsten Sirme des Wortes wütend geworden. Die
Staatsmänner bieten w o h l viele Ratschläge an, um das
Chaos zu regeln und die „Passagiere" zu retten. Politische
Pläne xmd Programme von Organisationen bemühen sich,
um den Ausweg für die steuerlose, brennende Gesell-
schaft zu finden. .Dieses Weltchaos wird i n der Heiligen
Sdirift i m 2. Timotheusbrief, Kapitel 3, Vers 1—5, beschrieben: „Das sollst du
aber wissen, daß i n den letzten Tagen werden greuliche Zeiten kommen. Denn
es werden Menschen sein, die viel v o n sich halten, geizig, ruhmredig, hof-
färtig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, ungeistlich, lieblos, xmver-
söhnlich, Verleumder, unkeusch, w i l d , ungütig, Verräter, Frevler, aufgeblasen,
die mehr lieben Wollust denn Gott; die da haben den Schein eines gottsehgen
Wesens, aber seine Kraft verleugnen sie; i m d solche meide."
A u f dieser kranken Erde, wie die spanische Bibelübersetzung i n Jes. 24, Vers 4
sie nennt, ist heute tatsächlich alles Böse los.

Die Menschen sind heute, ohne daß dabei zuviel behauptet w i r d , '
gewissenlos, schamlos, lieblos und
grundsatzlos, charakterlos, grenzenlos i m Sündigen,
sittenlos.
Deshalb ist der Zustand unserer Erde jeden Tag mehr
friedlos, hoffnungslos, kopflos und
arbeitslos, herzlos, haltlos,
disziplinlos,
Die Bibel sagt, daß Sünde Unrecht sei. ( i . Joh. 3, 4.) Jesus wies darauf h i n , daß
sich am Ende der Geschichte i n der ganzen W e l t Rebellion gegen Gesetz u n d
Ordnung ausbreiten werde. Rebellion und Gesetzlosigkeit herrschen jetzt auf
der Erde, wie es die Welt bisher noch nie gekannt hat.

Kriegsrüstungen und Kriege


„Ihr werdet von Kriegen und Kriegsgerüchten hören. Habt acht, laßt euch da-
durch nicht erschrecken. Das muß so kommen, aber das Ende ist damit noch
nicht da." Matth. 24, 6 (Rösch).
Kriege hat es immer gegeben, und zwar leider so viele, daß man v o m Krieg als
dem „Normalereignis" der menschhchen Geschichte gesprochen hat.
So gab es i n 3400 Jahren nur 268 Friedens]ahre. Aber seit dem ersten Weltkrieg
haben die Kriege ihr Antlitz grundlegend verändert. Die Technik verändert das
Schlachtfeld, man kämpft nicht nur zu Wasser und zu Lande, sondern auch i n
der Luft. Die Kriegsfurie wächst und w i r d wilder und wilder. Der amerikanische
Physiker Condon bemerkt: „Wenn w i r weiter und weiter aufrüsten, wenn w i r Das gibt es nur
weiter den Finger am Abzug halten, werden die meisten v o n uns dieses Jahr-
zehnt nicht überleben." Es herrscht kein Zweifel, daß die Nationen der Welt
einmal auf derWelt...
alles vorbereiten, u m eine der schrecklichsten Szenen i m Drama des mensch- . . . daß eine Schlacht auf einer Gedenk-
lichen Kampfes abrollen zu lassen, und daß die ganze Welt auf einen Krieg tafel steht, bevor sie überhaupt statt-
gefunden hat! Auf dieser Tafel, am
zutreibt, der gewaltiger ist als alles bisher Dagewesene. I n der Schrift w i r d er
Fuße des Hügels von Megiddo (Har-
bezeichnet als „die Schlacht von Harmagedon". (Offbg. 16,15—16; Joel 3,9—14.) magedon) steht, daß hier am „Ende der
Tage" die letzte Schlacht geschlagen
Die Hungersnöte und Seuchen werden wird. Jährlich lesen hier Tau-
sende von in- und ausländischen Touri-
„Hungersnot und Pest . . . w i r d es allenthalben geben." M a t t h . 24, 7 (Rösch). sten die gewaltige Prophezeiung aus
Mächtige Kriege bringen zwangsläufig verheerende Hungersnöte und Krank- Offenbarung 16.
heiten m i t sich. Trotz des technischen Fortschrittes w i r d das 20. Jahrhundert als „Und der sechste Engel goß aus seine
die Epoche des großen Notstandes i n die Geschichte eingehen. A r n o l d Toynbee, Schale auf den großen Wasserstrom
einer der hervorragendsten Historiker unserer Zeit, sieht nicht i m Krieg, son- Euphrat; und das Wasser vertrodtnete,
dern i m Hunger die Bedrohxmg unserer Zeit. W o der Hunger die Körper aus- auf daß bereitet würde der Weg den
Königen vom Aufgang der Sonne. Und
mergelt, fehlen auch die Seuchen nicht. Unzureichende Nahrungsproduktion
ich sah aus dem Munde des Drachen
und Bevölkerungsexplosion beschwören zusammen eine Weltkrise v o n unbe- und aus dem. Munde des Tieres und
kannten Ausmaßen herauf. Die Anzahl der Hungertoten pro Jahr, die schon aus dem Munde des falschen Propheten
heute i n die Millionen geht, könnte sich bald verhundertfachen. Viele hundert drei unreine Geister gehen, gleich den
Millionen von Menschen, die heute noch atmen, könnten i n weltweiten H u n - Fröschen; denn es sind Geister der
Teufel, die tun Zeichen und gehen aus
gersnöten zugrunde gehen! Die Bevölkerungsexplosion i n Verbindung m i t zu den Königen auf dem ganzen Kreis
Dürreperioden u n d daraus entstehenden Hungersnöten sind unabwendbare der Welt, sie zu versammeln in den
Bedrohungen für das Überleben der Menschheit. Streit auf jenen großen Tag Gottes, des
Was wird den Hungersnöten folgen? Allmächtigen. Siehe, ich komme wie ein
Dieb. Selig ist, der da wacht und hält
Sind nicht Seuchen zum Teil eine natürliche Folge v o n Nahrungsmangel? Der seine Kleider, daß er nicht bloß wandle
Weg zum Wiederaufleben von Seuchen ist bereits geebnet. Mehr Menschen, das und man nicht seine Schande sehe. Und
bedeutet mehr und mehr Abfall und Müll und mehr Unrat, mehr Wasser-, Luft- er hat sie versammelt an einen Ort, der
und Bodenverschmutzung und damit auch mehr Krankheit. Große Menschen- da heißt auf hebräisch Harmagedon."
Offbg. 16,12-16,
massen auf engem Raum sind potentielle Brutstätten für Seuchen. Epidemien

5
können sidi dabei schnell v o n Menscii zu Mensch über-
tragen und breiten sich dadurch aus wie ein Steppenbrand.

Weltweite Angst
„Auf Erden wird unter den Völkern angstvolle Verzweif-
lung herrschen. . . . Die Menschen werden vergehen vor
banger Erwartung der Dinge, die über den Erdkreis kom-
men werden." Luk. 21, 25—26 (Rösch).
Dai5 eine grolle Angst von der Menschheit Besitz genom-
men hat, w i r d wohl niemand ableugnen. Die Ärzte spre-
chen von einer Angstpsychose als Krankheit unserer Zeit.
Ja, man kann sogar Pillen gegen Angst kaufen! Jede vierte
i n den USA verkaufte Tablette ist heute solch eine „Anti-
Angst-Pille".
Der deutsche Philosoph Jaspers schrieb: „Eine vielleicht
noch nie dagewesene Lebensangst ist der unheimUche Be-
gleiter des modernen Menschen." Der Wiener Kulturhisto-
riker Hans Sedknayer bekennt: „Die Welt, der Mensch
und die Natur entfremden sich, beherrschender Affekt w i r d
die Verzweiflung und Angst. Beleuchten wir kurz die aus-
geprägteste Form der Angst, die m i t der steigenden Radio-
aktivität verbundene Atomangst." Katastrophe v o n Longarone (Italien) i n Erinnerung. Ein
Die Angst hat aber ein vielfältiges Gesicht. Es gibt eine Teil des Berges stürzte i n den Stausee und löste eine hun-
Lebensangst, Platzangst, Examensangst, Kriegsangst, To- dert Meter hohe Flut- und Schlamrhwelle aus. Diese über-
desangst; Angst vor Menschen, Angst vor Aufgaben, Angst walzte das Dorf und begrub 4000 Menschen.
vor der eigenen Schwäche, Angst vor einem übermächtigen
Schicksal, Angst vor der dunklen Zukunft un d vieles an- Zeichen auf moralischem Gebiet
dere mehr. „Und wisset das aufs erste, daß i n den letzten Tagen kom-
men werden Spötter, die nach ihren eigenen Lüsten wan-
Der falsche Friedensruf deln." 2. Petr. 5, 5.
Wissen Sie, da.Q der Ruf nach Frieden, den wir jetzt i n der „Wohl dem, der nicht wandelt i m Rate der Gottlosen, noch
Welt hören, schon i m Worte Gottes aufgezeichnet ist? sitzet, da die Spötter sitzen." Ps. 1,1.
1. Thess. 5, 5 (Elberfelder): „Wenn sie sagen: Friede und K. Koch schreibt i n seinem Buch „Jesus lebt", Seite 22—24:
Sicherheit! dann kommt ein plötzliches Verderben über sie." „Nach einem Vortrag erzählte mir ein Pfarrer folgendes
In dieser Zeit wird ein Friedensruf über die ganze Erde Erlebnis: A n einem heißen Julitag befand ich mich
gehört werden, i m d man w i r d sich so sicher fühlen, daß am Stramd eines Ostseebades. Vier junge Leute erregten
man keine Gefahr mehr achtet. Während w i r von einer durch ihre dummen Scherze die Aufmerksamkeit und den
Krise i n die andere.gehen und am Abgrund der größten Unwillen der Badegäste. Es handelte sich u m einen 22jäh-
Katastrophe balancieren, hat die Welt noch nie so viel von rigen Studenten, seinen Freund und ihre beiden Freundin-
Sicherheit und Frieden geredet wie heute. Angefangen von nen. Der Höhepunkt ihres frivolen Verhaltens war die
Picassos Friedenstaube bis zum Schlagwort: Friede und Nachahmung einer Beerdigung. Der Student ließ sich i m
Wohlstand. Ufersand bis zum Kopf eingraben. Seine Freunde schmück-
Der Schrei nach Frieden, der heute i n aller Welt ertönt und ten das Grab m i t grünen Zweigen. Der Freund spielte den
der gerade vor dem Wiederkommen Christi i n den Wolken Pfarrer, der den ,Verstorbenen' beerdigte. Die beiden
des Himmels zu einem betäubenden Crescendo anwachsen Freundinnen spielten die Leidtragenden und standen wei-
wird, ist gleichzeitig ein Zeichen seiner nahen Zukunft und nend daneben. Ein Photograph, der ein Geschäft witterte,
ein an den Himmel gestelltes Begehren, daß jener, der unser nahm die Gruppe auf. Nach beendeten Beerdigungsfeier-
Friede ist, kommen möge. Jesus Christus ist der einzige, der lichkeiten buddelten die jungen Freunde den Studenten wie-
dieser mit Aufregung und Krieg geplagten Welt den voll- der aus. U m sich vom Sand sauber zu machen, begab er sich
kommenen Frieden, nach dem wir uns alle sehnen, geben zum Wasser und schwamm hinaus. Vergeblich warteten die
kann. Freunde auf seine Rückkehr. Erst drei Tage später wurde
sein Leichnam von den Wellen angeschwemmt. Eine halbe
Zeichen in der Natur: Erdbeben Stunde nach dem bösen Spiel war aus dem frivolen Scherz
„Und werden geschehen große Erdbeben h i n und wieder." Wirklichkeit geworden.
Luk. 21, X I . Sicherlich hat es immer Erdbeben gegeben. Wie ein Lauffeuer durcheilte die Kunde von diesem ver-
Auch hier müssen wir bedenken, daß nicht die Katastro- hängnisvollen Spiel die Reihen der Badegäste. Der Photo-
phen an sich, sondern ihre Häufung und Größe Zeichen der graph setzte die Vervielfältigungen seiner Aufnahme zu
Zeit darstellen. U n d da reden die Statistiken klar und deut- Hunderten ab. Schließlich zog die Polizei auf Wunsch der
lich. Die Seismologen (Erdbebenforscher) erklären, daß seit Eltern, die telegraphisch von dem Unglück verständigt wor-
400 Jahren die Zahl der großen Erdbeben ständig zunimmt. den waren, die Aufnahmen wieder ein. Es stellte sich her-
Man vermutet sogar, daß der Erdmantel sich u m den Erd- aus, daß der Student das einzige K i n d seiner Eltern war
kern verschoben habe. Ein weiteres Kapitel der Erdbewe- und ohne Wissen der Eltern mit einer Freundin unterwegs
gung sind die Bergrutsche. Sicher haben manche noch die war.

6
Soweit der Bericht des Pfarrers, der an dem betreffenden Samuel Johnson schrieb: „Die Lust am Golde, gefühllos
Mittag am Badestrand war. Zur Bestätigung seiner Aus- und unbarmherzig, ist die letzte Entartung des degenerier-
sage zeigte er m i r eine Aufnahme der Beerdigungsszene ten Menschen."
vor, die er ausnahmsweise hatte behalten dürfen, ferner
den dazugehörenden Ausschnitt aus der Tagespresse, der Zeichen auf religiösem Gebiet
die Überschrift trug: ,Aus Spiel wurde Ernst.' — Über dem
„Und viele falsche Propheten werden auftreten und werden
ganzen Erlebnis steht das W o r t aus Galater 6, 7: ,Irret
viele irreführen." M a t t h . 24, i i .
euch nicht, Gott VäQi. sich nicht spotten. Was der Mensch
sät, das wird er ernten.' Unser Gott, der lange m i t unend- „Denn es werden viele kommen unter meinem Namen und
licher Geduld und Barmherzigkeit unserem sündigen Trei- sagen: Ich b i n Christus; u n d werden viele verführen."
ben zusehen karm, wird plötzlich unheimlidi schnell aktiv, M a t t h . 24, 5.
wenn er bewußt gelästert und herausgefordert w i r d . " Es ist heute das Jahrhundert der falschen Christi und Pro-
Jesus sagte: „Und wie es i n den Tagen Noahs zuging, so pheten. „Personen werden sich ausgeben als Christus sel-
wird es auch i n den Tagen des Sohnes des Menschen sein: ber und den Titel u n d die Verehrung verlangen, welche
Sie aßen, sie tranken, sie heirateten, sie wurden verheiratet." allein dem Erlöser der Welt gehören." Ein Christus i n
Lukas X7, 26—27. Frankreich, i n Amerika, i n England, i n Holland u n d i n
Österreich.
Obwohl sie Gott durch Noah gewarnt hatte, waren sie so
mit sich selbst und mit ihrer Gottlosigkeit beschäftigt, daß I n dem Dorf Montfavet i n der Nähe von Avignon erklärte
sie „es nicht merkten, bis die Sintflut kam und alle hinweg- ein Postbeamter, Georges Roux, er sei Christus. Er tat Zei-
raffte." Matth. 24, 39. chen und Wunder, u m seinen Anspruch zu erhärten. Viele,
vor allem religiös leicht beeinflußbare Menschen, sind von
Jesus sagte weiter: „Ebenso wie es i n den Tagen Lots zu-
i h m fasziniert. Dieser „rote Georges" hatte bis vor wenigen
ging: sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie
Jahren einen schwarzen Kollegen i n Amerika. Ein Neger i n
pflanzten, sie bauten, an dem Tage aber, da Lot aus Sodom
Haarlem, dem bekannten Vorort von New York, gründete
hinausging, regnete es Feuer und Schwefel v o m Himmel
eine Sekte. V o n seinen Anhängern ließ er sich „father
und vertilgte alle. A u f welche Weise w i r d es an dem Tage
divine" „göttlicher Vater" anreden. Auch er zeichnete sich
sein, da der Sohn des Menschen sich offenbart," Luk. X7,
durch Wunder aus. Ein Christus i n Holland. Ein schlichter
28—50,
Fischer gibt sich als Christus aus und gründet einen religi-
Die Welt befindet sidi in einer moralischen Aufweidiung,
ösen Kult. Der holländische Christus behauptete: „Ich kann
wie sie nicht einmal i n den Tagen Roms bekannt gewesen
nicht sündigen, nicht krank werden, nicht sterben."
ist. Uns stehen sämtliche Vergnügungen zur Verfügimg, die
I n Österreich war es Leopold Brandstätter, der sich als Chri-
ein Mensch nur genießen kann. Aber der Mensch hat alles,
stus ausgab. Mehr als 7000 Gläubige hatte er u m sich ge-
was ihm Gott je gegeben hat, mißbraucht, einschließlich der
schart. Seine Freunde schenkten i h m einen weißen Merce-
Sexualität, bis er keine Freude und Befriedigung mehr i n
des. Inzwischen ist auch dieser falsche Christus gestorben.
den Dingen findet. Die Zeitschrift „ T i m e " berichtete v o n
einem „Fest des freien Ausdrucks" i n dem Pariser Jugend-
zentrum, wo junge Männer u n d Frauen vor Zuschauern
Die Zunahme der prophetischen Erkenntnis
Unsittlichkeiten v o n solcher Verderbtheit vollzogen, daß „ D u aber, Daniel, verschUeße diese Offenbarungen, ver-
sie gar nicht beschrieben werden können. Das ist der siegle das Buch bis zur Endzeit! Viele werden es durchfor-
Mensch, der tut, was er t u n w i l l . Das ist die menschliche schen, u n d die Erkenntnis w i r d groß sein." D a n . 12, 4
Natur ohne Gott. Ein Zeichen des Endes. (Henne).
W i r leben i n dem Zeitalter rapide zunehmenden Wissens.
Maßlosigkeit des Reichtums Das menschliche Wissen verdoppelt sich alle fünfzehn
„Nun wohlan, ihr Reichen, weinet und jammert über die Jahre. So ist der Mensch innerhalb weniger als zwei Gene-,
Drangsale, die über euch hereinbrechen! Euer Reichtum ist rationen vom Pferdewagen zur Rakete gelangt.
verfault, und eure Kleider sind von Motten zerfressen. Euer Diese Stelle könnte natürlich auch bedeuten, daß die Kennt-
Gold und Silber ist verrostet, und ihr Rost w i r d zum Zeug- nis der prophetischen Schriften zunehmen w i r d . Auch das
nis wider euch sein und euer Fleisch verzehren wie Feuer. ist heute wahr. Das Interesse ist heute groß und das Stu-
Ihr habt Schätze gesammelt i n den letzten Tagen." Jak. 5, dium der prophetischen Schriften eifrig bei vielen Christen,
Neue archäologische u n d wissenschaftliche Entdeckungen
haben die Prophetie i n den Brennpunkt gerückt. W i r kön-
Während Millionen Menschen hungern, werden andere
nen heute viele Teile davon i m Licht der gegenwärtigen
Millionen immer reicher. Wenn man vor Jahren von einem
Weltereignisse besser verstehen.
Millionär hörte, bekam man Respekt. Heute gibt es i n der
westlichen Welt Tausende von Millionären. Ein M a n n mit
hunderttausend Dollar wird heute nicht mehr als wohl-
Die Verkündigung des Evangeliums in der ganzen Welt
habend bezeichnet. Es ist durchaus nichts Falsches, wohl- „Und dieses Evangelium des Reiches wird gepredigt werden
habend zu sein, werm der Reichtum rechtmäßig erworben auf dem ganzen Erdkreis, allen Nationen zu einem Zeugnis,
wurde. Doch wer sich über die Quellen seines Reichtums und dann w i r d das Ende kommen." Matth. 24, 14 (Elber-
keine Rechenschaft gibt, der sündigt i n den Augen Gottes. felder).
Das W o r t Gottes warnt: „Denn eine Wurzel aller bösen Propst Jänicke: „ J e mehr der Zeiger der Weltuhr vorrückt,
Dinge ist die Geldgier." 1. T i m . 6,10. um so schärfer treten die Konturen der W e l t - i m d Gottes-
„Hütet euch vor aller Habsudit." Luk. 12,15. geschichte hervor."

7
Prof. Dr. Künneth: „Die MenscWieit treibt in ihrer gott-
widrigen Haltung dem Weltende und der Weltvollendung
zu."
Osborn; „Es ist meine Überzeugung, daß die Weltuhr M i t -
ternacht geschlagen hat."
Die letzte Weltstunde ist zugleich die Stunde der Welt-
mission. W i r wissen, daß Jesus Christus wiederkommen
wird. Niemand weiß, wann er wiederkommt. M a n kennt
weder Stunde noch Tag noch Monat noch das Jahr. Gott
allein weiß, warm er wiederkommen wird. Aber die Bibel
sagt, daß er wiederkommen w i r d . Es gibt keine Möglich-
keit, daß die Völker der Welt die Probleme der mensch-
hchen Natur lösen können, bis er wiederkommt. Eines wis-
sen wir, die Wiederkunft Christi ist heute näher als am
Anfang unseres Glaubens.
„Kommende Ereignisse werfen ihre Schatten voraus."
Es ist die Stunde gekommen, wo Gott sein Reich aufrichten
wird. Wer w i r d vor i h m bestehen? N u r wer jetzt bereit ist,
mit der Nachfolge Christi ernst zu machen. W i r dürfen
keine Gelegenheit versäxmien, die Zeit ist kurz, und der
Richter ist auf dem Weg.
„Wohl jenem Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, bei
solchem Tun finden w i r d . " M a t t h . 24, 46.
Die Hoffnung auf die Wiederkehr Christi sollte uns nur
um so intensiver arbeiten lassen, damit w i r „nicht zuschan-
den werden vor i h m bei seiner Wiederkunft". 1. Joh. 2, 28.
Für den Christen w i r d die Wiederkunft Christi ein herr-
licher Augenblick sein, für die Menschen ohne Christus das
größte Unglück, eine tragische Trennung, eine unvorstell-
bare Enttäuschung. Aber welch ein herrlicher Abschluß für
die, die bereit sind. Die letzten Worte der Bibel lauten: „Ja,
ich komme bald. Amen. Komm, Herr Jesu!" Offbg. 22, 20.
K. Barath

Wal^m (Blaube an Jtlm


ift bec 3uöU)eg
am jebec Z)unfEl!)dt
unb 3uötöeglofigMt

8
an Gott glauben?
Vor etlicher Zeit besuchte mich ein junger Afrikaner aus Aber haben sie denn nicht alle das Heil i n dem großen
einem der neuen Staaten des schwarzen Kontinents. Höf- Sterblichen gesucht? Haben sie nicht gebrüllt: „Führer be-
lich, aber selbstsicher war sein Auftreten. I n sechsjährigem fiehl, wir folgen dir!"? Haben sie rücht dem Menschen statt
Studium an Universitäten hat er es zum Diplom-Ingenieur Gott Treue bis i n den Tod gelobt? W a r u m wundern sie sich
gebracht. I n unserem Gespräch kamen w i r auch auf Gott zu denn, wenn sie ernten, was sie gesät haben?
sprechen. Seine Eltern seien Christen und er selbst auf M i s - W i r d denn der noch glauben können, der durch die Folte-
sionsschulen i n seiner Heimat unterrichtet worden. „Doch rungen der KZs ging, weil er zu einer anderen Rasse gehört,
wissen Sie", sagte er, „ich habe i n meinem Leben alle meine eine andere Religion hat, eine andere politische Überzeu-
Probleme mit dem Verstand gelöst, und bei Gott ist m i r das gung? Diskriminiert, deportiert, mißhandelt, ausgehungert,
nie gelungen. Somit glaube ich nicht an i h n . " Er erzählte gefoltert, und dann die Vergasung. M o r d an wieviel Tau-
mir auch, daß er i n seiner Heimat außer Lehrer auch Ge- senden Unschuldiger? M o r d , Vertreibung, Raub, Vergewal-
werkschafter gewesen sei. Dabei habe er N o t , Ungerechtig- tigimg, Geiselnahme, Brutalität und Ungerechtigkeit. Nicht
keit und Brutalität i n einem solchen Maße gesehen, daß es nur auf dem Archipel Gulag; i n unseren Städten, auf unse-
seinem Leben eine andere Richtung gab. Er erzählte v o n ren Straßen, i n unserer Umgebung. W o h i n w i r uns be-
verhungernden Kindern, v o n Männern, denen Kolonial- geben, sind w i r i n Gefahr, durch Verbrecher, durch den
herren wegen geringfügiger Vergehen einfach die rechte Verkehr, durch die Umweltverschmutzung, durch Krank-
Hand abhackten, von der Unterdrückung durch die Kolo- heitserreger, durch Naturgewalten, durch wirtschaftÜches
nialherrschaft. „Nein, m i t einem allmächtigen, liebenden Chaos oder durch den Ausbruch eines neuen Krieges. Wer
Gott kann ich das alles nicht vereinbaren." kann da noch glauben? Oder sollten wir vielleicht fragen:
Als der junge M a n n mir an so manchem Abend gegenüber- Wer kann es sich unter diesen Umständen leisten, ohnef
saß und ich i n seine blitzenden, dunklen Augen schaute, Glauben, ohne Gott zu leben? [
wurden manche Bilder und Berichte i n meiner Vorstellung In der Bibel w i r d eine derartige Entwicklimg der Dinge vor-
wieder lebendig. Bilder und Berichte v o m Kampf der unter- ausgesagt: „Das sollst du aber wissen, daß i n den letzten
jochten Völker gegen ihre Zwingherren. Ich dachte an ver- Tagen werden greuliche Zeiten kommen. Denn es werden
schiedene Länder i n A f r i k a und an die Mau-Mau-Bewe- Menschen sein, die viel von sich halten, geizig, ruhmredig,
gung. A n den Befreiungskampf der Kongolesen, an die hoffärtig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, un-
Befreiungsbewegungen i n vielen Teilen Afrikas, wo die geistlich, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unkeusch,
Menschen noch unter der Herrschaft der Weißen stöhnen. w i l d , ungütig, Verräter, Frevler, aufgeblasen, die mehr lie-
In anderen Teilen hat ein Staat nach dem anderen seine ben Wollust denn Gott, die da haben den Schein eines gott-
Freiheit erlangt. M i t großer Begeisterung haben die Schwar- seligen Wesens, aber seine Kraft verleugnen sie; und solche
zen ihr Schicksal i n die eigene Hand genommen. Doch was meide." z. T i m . 5, 1—5. I n seinen Abschiedsreden fragte
kam dann? Zunächst Schwierigkeiten und Chaos, dann Jesus seine Jünger: „Doch wenn des Menschen Sohn k o m -
Gewalttat und Bürgerkrieg, Machtkämpfe u n d Stammes- men w i r d , meinst du, daß er auch werde Glauben finden
fehden, erneut Not, Hunger, Verbrechen, und viel, viel Blut auf Erden?" Luk. i S , 8.
wurde vergossen. Wieder Bilder des Schreckens aus dem
Kongo, verhungernde Kinder i n Biafra, Hunger i n N o r d - Glücklich sein ohne Gott?
afrika, Stammeskriege i m Süden, Vertreibung der Weißen, Als ich meinen jungen afrikanischen Freimd einmal spontan
Vertreibung und Enteignung der Asiaten i n Uganda. fragte: „Sind Sie denn glücklich ohne Gott?", sagte er nach-
Die Ursache des Unvermögens zum Glauben scheint bei denklich; „Wer ist schon glücklich ohne Gott? Ich b i n es
dem jungen Afrikaner dieselbe zu sein wie bei dem alten nicht." W e i l er keine Aufenthaltsgenehmigung bekam,
Frontsoldaten. Eher müde als leidenschaftlich sagte er: mußte er wieder fort. Beim Abschied merkte ich, daß er
„Wissen Sie, wer das mitgemacht hat wie w i r ! Wenn es noch etwas wollte, konnte es aber nicht erraten. So fragte
eine Hölle gibt, dann sind wir i n Stalingrad durchgegangen. ich ihn, was ich noch für ihn t u n könne. Ich war sehr über-
Da hat uns keine Kirche und kein Gott geholfen." rascht, als er zu m i r sagte: „Möchten Sie bitte m i t m i r
William Craig urteilt über Stalingrad: „Die Schlacht war beten!" Der Intellektuelle, der Gott m i t dem Verstand nicht
das größte kriegerische Blutbad seit Beginn der Geschichte erfassen konnte, der jahrelang durch atheistische Hoch-
gewesen — rund zwei Millionen Männer und Frauen waren schulen gegangen ist, verlangt nach Gott. Als nun zu sei-
tot." Andere geben an, sie hätten ihren Glauben i n den nem wenigen Gepäck noch eine Bibel kommt, bringe ich
Bombennächten des letzten Weltkrieges verloren. Unter ihn zum Bahnhof, hoffend, daß er ans Ziel kommt.
krepierenden Granaten, i n der Hitze der Phosphorbrände, Die Bibel sagt: „Es ist aber der Glaube eine gewisse Zuver-
beim Gewimmer sterbender Kinder t m d Greise. sicht des, das man hofft, und ein Nichtzweifein an dem, das

9
man nicht sieht. . . . Aber ohne Glauben ist's urunöglich, zuführen, wurde der Gottessohn Mensch. Aber sein Weg
Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kormnen w i l l , der muß führte i h n über Golgatha, über das Kreuz — zu unserem
glauben, daß er sei und denen, die i h n suchen, ein Ver- Glück.
gelter sein werde." Hebr. x i , x. 6.
Vor etwa 300 Jahren hat Joachim Neander, Düsseldorfer Zum Frieden mit Gott
Rektor, das bekannte Kirchenlied gedichtet: Lobe den Her- Alles i n unserer Welt läuft nach seiner eigenen Gesetz-
ren, den mächtigen Körüg der Ehren . . ." Aus Anerken- mäßigkeit. Tag und Nacht, Sommer und Winter, Frieden
nung dafür nannte man ein Tal nach i h m : Das Neandertal. und Krieg. Krieg kommt nicht, weil es Gott so w i l l , son-
Wenig später wurde dort bei Grabarbeiten der Schädel dern weil die Menschen selbstsüchtig sind, neidisch, voll
eines Menschen gefunden, des Neandertalers, der vor Tau- Haß. Sie denken statt an Vergebung an Vergeltung. Hier
senden von Jahren gelebt hat und offensichtlich ermordet liegt die Gesetzmäßigkeit zu aller Unruhe und allem U n -
wurde, wie ein Loch i n seinem Schädel zeigt. Die Menschen frieden. W i r d es uns gelingen, diese Gesetzmäßigkeit zu
haben sich also, was ihre Grausamkeit anbelangt, wenig durchbrechen, werden wir zuerst den Frieden mit Gott er-
geändert. Wenn wir Gott loben, dann nicht wegen des Gut- leben, dann Frieden i m eigenen bisher ruhelosen Herzen
seins der Menschen, sondern trotz ihrer Bosheit. Neander und schheßlich Frieden mit den Mitmenschen!
selbst schrieb kurz vor seinem Tod: „Ach, es ist nidit leicht, Der Häftling eines berüchtigten KZ-Lagers hat jahrelang
sich seiner Gemeinschaft mit Gott i n Christus zu versichern. seinen einstigen Peiniger gesucht. Seine Narben haben
Aber ich will mich Heber zu Tode hoffen als durch Unglau- sichtbar an die Brutahtät dieses Mannes erinnert. Wieviel
ben verlorengehen." Menschenleben hat er auf dem Gewissen? N u n aber hat
Es geht mir jetzt nicht darum, die Beweise aufzuzeigen, die sich das Blatt gewendet, und die Folterknechte werden über-
uns zwingen, an Gott zu glauben. Zwingen lassen wir uns all zur Rechenschaft gezogen. I n einer Kleinstadt findet er
ja sowieso nicht. Bei uns würden also weder die alten Fran- ihn endlich. I n der Anonymität hatte er sich ein neues Le-
ken noch die Inquisitoren etwas ausrichten, wenn sie uns ben aufgebaut. Das Herz schlägt dem ehemaligen Häft-
— wie einst — vor die W a h l stellten, entweder das Kreuz ling, als er seinem einstigen Aufseher gegenübersteht.
oder den Feuertod! Paul de Lagarde hat einmal gesagt: Doch jener erkennt i h n nicht wieder. „Idi bin N r . 3XX."
„Der Kern des Menschen ist nicht der Verstand, sondern sagt der einstige Lagerinsasse. Herr Hinz wird blaß. Er
der Wille: Wer nicht sehen w i l l , der sieht nicht, und wenn kann kein W o r t sagen. N u n hat i h n doch einer der „Ehe-
alle Professoren der Welt auf i h n los bewiesen." Deshalb maligen" gefunden, vor denen er floh und die ihn bis in
sollten wir uns einmal fragen: Was wollen wir? Doch ganz seine Träume hinein verfolgten. Schließlich stammelte er:
einfach: Leben wollen wir und nicht mehr, aber auch nicht „Dann sind Sie gekommen, u m sich an mir zu rächen?"
weniger. Ein Leben in Freiheit und Glück. Aber kämpft und „ N e i n " , sagt der andere, „ich w i l l Ihnen sagen, daß ich
bekämpft man sich nicht seit den Anfängen der Mensch- Ihnen vergeben habe." Fassungslos und verwirrt starrt Herr
heitsgeschichte u m dieses Ziel? Selbstsüchtig und voll Haß Hinz auf den Besucher. „Ja, ich habe die vergebende Liebe
erjagt der einzelne sowie im Kollektiv die Völker, das Gottes i n Christus Jesus erfahren. U n d ich möchte, daß auch
Glück. Aber sie merken rücht, daß sie durch die W a h l ihrer Sie wieder Frieden finden. Deshalb habe ich Sie gesudit,
Mittel und Waffen, die sie gebrauchen — vom Dämon ge- um Ihnen zu sagen, ich habe Ihnen vergeben."
leitet —, ihr Glück, ihre Mitmenschen und schheßlich sich Haß treibt zur Vergeltung, Gewalttat schreit nach Rache.
selbst zerstören. Z u wahrem Leben aber kommt man nur Wollen w i r diesen triebhaften dämonischen Gefühlen freien
durch den, der von sich sagte: „Ich b i n der Weg, die Wahr- Lauf lassen, bis unser Planet Erde zu einem riesigen Fried-
heit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch hof geworden ist? Nicht den Arabern, den Israelis, dem
mich." Joh. 14, 6. U m ims wieder zu wahrem Glück zurück- Vietkong, nicht den Revoluzzern, Anarchisten und Gewalt-

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verbrediern auf unseren Straßen wollen w i r das sagen. Sie
verstehen die Predigt doch nicht. — Noch nicht — man muß Gelobt sei Gott!
sie ihnen erst vorleben! D u anständiger Bürger, D u Zeit-
genosse, der D u nicht mehr an Gott glauben kannst. D u Ich bat um Kraft, etwas leisten zu können)
sollst einmal Einkehr bei D i r selbst halten. D u sollst einmal da machte er mich schwach, damit ich in Demut
darüber nachdenken, wieviel Gefühle v o n Haß, Rache, gehorchen lerne.
Neid, Lieblosigkeit oder Gleichgültigkeit Dich zum Spiel- Gelobt sei der starke Gott!
ball Deiner eigenen Triebe machen. Ich meine, wenn D u Ich bat um Gesundheit, um damit Größeres zu
ehrlich gegen Dich selbst bist, wirst D u erkennen, daß die tun als bisher} ich erhielt Krankheit, um das
Ursache zu Deinem Unglauben i n Deiner eigenen Brust ist. Bessere tun zu können.
„Der Zöllner . . , sdilug an seine Brust i m d sprach: Gott sei Gelobt sei der gnädige Gott!
mir Sünder gnädig! Ich (Jesus) sage euch: Dieser güig h i n - Ich bat um Reichtum, mich und andere damit
ab gerechtfertigt i n sein Haus." Luk. iS, X3.14. glücklich zu machen; er machte mich arm,
Weim D u nach Golgatha schaust, erblickst D u Deinen Hei- damit ich weise wurde.
land, der eben all diese Deine ungeheiligten Gefühle, denen Gelobt sei der segnende Gott!
viele böse Taten entsprangen, hinauf ans Kreuz getragen
Ich bat um Macht und Ansehen, im Ruhm
hat. Er w i l l D i r sagen; Ich habe D i r vergeben. Laß Deinen
der Menschen menschenwürdig zu handeln; aber
Geist, Dein Gewissen zur Ruhe kommen. N i m m den Frie-
er stürzte mich in Ohnmacht und Verachtung,
den an, den ich D i r biete. „Sei nicht ungläubig, sondern
damit ich seine Hilfe suche.
gläubig." Joh. 20, 27. Er sagt D i r weiter: „Deki Herz er-
Geloht sei der barmherzige Gott!
schrecke nidit! Glaube an Gott und glaube an mich! I n
Ich erbat alles, um mich des Lebens zu erfreuen;
meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn's nicht
so wäre, so wollte ich zu euch sagen: Ich gehe h i n , euch die ich erhielt das Leben, um mich an allem zu erfreuen.
Stätte zu bereiten. U n d wenn ich hingehe, euch die Stätte Gelobt sei der gütige Gott!
zu bereiten, so w i l l ich wiederkommen u n d euch zu mir Ich bekam nicht von dem, was ich erbat,
nehmen, auf daß ihr seid, wo ich b i n . " Joh. 14, x—3. und doch mehr, als ich erhofft habe;
Stehen w i r erst an jenen Ufern, dann w i r d unser Geist auch unausgesprochene Bitten hat er mir erfüllt
das erfassen, was w i r jetzt noch nicht verstehen können. und mich mit ungekannten Gaben gesegnet.
Wenn die letzten Nebel des Unrechts u n d Leides ver- Geloht sei der ewig-reiche Gott!
schwunden sein werden, w i r d das Gotteskind sehen, was Worte eines Unbekannten
es hier geglaubt hat. Fr. Herbolsheimer

m k bcaud)en einen (Blauben, 5ec

in ®ott qetöuuielt ift unb ber von


m ectüactet/ bap ec ©ein Won
l)ält unb alles tut, ttiaö 0 r
üertjeipen bat.

11
Speisen wandern i n den Mülleimer.
Gemüse xmd Früchte werden vernich-
tet, weil sie auf dem M a r k t nicht die
gewünschten Preise aufkommen las-
sen.
Ik^lSMl^lSHIWl Die Notzeiten des Krieges sind ver-
gessen. Sicherlich, w i r wissen, daß eine
große Zahl Menschen auf der Welt
verhungert, aber das ist ja so weit weg.
W i r sehen uns nicht genötigt, unsere
Forderungen an das Leben herabzu-
setzen. Es geht vielen wie der Grüle,
Dies waren die geheimnisvollen Worte an der W a n d zu denken. Sie sind auch man glaubt es einfach nicht, daß an-
an der Wand beim Fest des Königs heute eine Warnung gegen die u n - dere Zeiten kommen werden. Wer
Belsazer. Er war der letzte Herrscher widerruflichen Folgen der Sorglosig- aber m i t dem Worte Gottes bekarmt
über das babylonische Weltreich. Die keit und Gleichgültigkeit, die heute i n ist und alles ansieht, was i n der Welt
Worte wm-den v o n einer mysteriösen der Welt herrschen. Vielmals und auf vor sich geht, der sieht das Mene,
Hand i n feurigen Buchstaben geschrie- vielerlei Weise hat Gott der Mensch- Mene, Tekel schon an der W a n d ge-
ben. Diu-ch die Offenbarung des W o r - heit Warnungen gegeben. Die ernsten schrieben.
tes Gottes wissen wir, was diese Schrift Botschaften werden aber kaum beadi-
bedeutet: „Mene, das ist: Gott hat tet. M a n schwimmt weiter i n dem Krise auf Krise
dein Königreich gezählt und vollendet. Strom der Sünde, und Millionen, die W i r leben i n einer Zeit, i n der eine
Tekel, das ist: M a n hat dich i n einer sich Christen nennen, machen keinen Krise der'anderen folgt: Ölkrise, sozi-
Waage gewogen und zu leicht gefun- Ernst mit der Bekehrung. Der Materia- ale Krise, Geldkrise, Vertrauenskrisen
den. Peres, das ist: Dein Königreich ist lismus hält sie gefangen. Sie sind zu- bis i n die höchsten Stellen, Bevölke-
zerteilt und den Medem und Persern frieden m i t einem Formengottesdienst. rungskrise usw. hängen wie dunkle
gegeben." Dan. 5, 25—28. Sie schließen ihre Augen für die so Wolken über der Menschheit. Nicht
Hiermit wurde das Gericht Gottes über deuthch wahrnehmbaren Zeichen der vergessen dürfen w i r dabei die geist-
das gottlose Babel angekündigt. Ganz Zeit. Die Worte, die Jesus, der Heiland liche Not. I n der Christenheit rümmt
plötzlich war diese Schrift an der W a n d der Welt, zu dem alten jüdischen Volk der Glaube an den lebendigen Gott ab.
erschienen, als der Köiüg m i t seinen sprach, gelten auch heute für unsere Spiritistische Mächte u n d Einflüsse
Gewaltigen bei einem ausgelassenen Zeit: „Wenn doch auch du erkenntest durdi Film, Fernsehen, Literatur usw.
Festmahl saß. Die durch den über- zu dieser deiner Zeit, was zu deinem verwirren Millionen Menschen. Ist das
mäßigen Weingenuß erhitzten Gesich- Frieden dient! Aber n u n ist's vor dei- nicht alles eine Schrift an der Wand?
ter der Teilnehmer wurden weiß. Die nen Augen verborgen." Luk. i g , 42. Es muß doch einem jeden denkenden
Musik hörte auf z u spielen. Die Tan- Der Gott des Himmels läßt sich nicht Menschen deutlich sein, daß die Ent-
zenden erstarrten. Der Flirt wurde be- spotten. Der Tag der Abrechnung wicklung i m steigenden Wohlstand
endet. Der König zitterte vor Schreck. kommt. Das M a ß ist voll. Es gibt nicht endlos sich i n derselben Rich-
I n dieser Stimmung hörte diese Gesell- eine Fabel v o n einer Grille und einer tung bewegen w i r d , sondern daß die-
sdiaft die Worte des herbeigerufenen Ameise. D i e Grille verbringt ihre Zeit ses unwiderruflich zu einer Katastrophe
betagten Propheten Daniel. Vom Gei- i m Sommer i m Tanz beim herrlichen führen muß. D i e zunehmende Indu-
ste Gottes erleuchtet, las er die Schrift Sonnenschein. Bis i n die Nacht singt striaHsierung verschmutzt das Wasser
und verkündete unerschrocken das Ge- sie ihr Lied. Die Ameise warnt sie we- und die Luft. Schon viele müssen dar-
richt Gottes. gen ihres sorglosen Lebens, aber die unter leiden. Die Rohstoffvorkommen
Ganz plötzlich kam die Gerichts stunde Grille verwirft jede Ermahnung. Die nehmen rapide ab, weil ein unverant-
über das einst so mächtige Babel. M i t - Ameise arbeitet unter der heißen Son- wortlicher Abbau damit getrieben w i r d .
ten i n dem Rausch des Wohlstandes nenglut i m d läßt sich nicht zurückhal- Gewinnsucht und Ehrsucht sind viel-
und des Wohlergehens brach das durch ten. Dann kam der Winter m i t seinen fach der Anlaß dazu. Die Zeitungen
Menschenmacht errichtete Weltreich dunklen, kalten Tagen. Die lustige sind jeden Tag gefüllt mit Nachrichten
plötzlich zusammen. Noch i n dersel- Grille, die nichts gesammelt hatte, kam über die schlechten Folgen des verkehr-
ben Nacht — so berichtet uns die Bibel tun, während die Ameise durch ihren ten Verhaltens i n Vergangenheit und
— erfüllte sich das göttliche Urteil. Fleiß genügend Vorrat für den Winter Gegenwart. Eine Gruppe von Wissen-
Es möge jetzt die Frage aufsteigen: hatte. Die Grille mußte eben ehe Fol- schaftlern hat intensive Untersuchun-
Warum sollen wir dieses Ereignis, das gen des sogenannten „besseren Le- gen durchgeführt. Sie gaben einen aus-
beinahe 2600 Jahre zurückliegt, wie- bens" tragen; u n d diese waren tra- führlichen Bericht unter dem Titel
der ins Gedächtnis zurückrufen? Got- gisch. „Rapport v o m Club v o n Rome" her-
tes W o r t sagt: „Solches alles wider- Die Menschheit hat i n den vergange- aus. Er ist eine Warnung an die ganze
fuhr jenen zum Vorbild; es ist aber nen Jahren i n Wohlstand u n d Über- Welt. D a r i n lesen w i r : „Wir fangen
geschrieben uns zur Warnung, auf wel- fluß gelebt. Davon zeugen die Müll- an festzustellen, daß i n unserer tech-
che das Ende der Welt gekommen ist." eimer und das Sperrgut, das zur A b - nologischen Gesellsdiaft jeder Fort-
1. Kor. 10,11. holung bereitgestellt w i r d . Gute Möbel schritt den Menschen sowohl mächti-
Und doch ist es nützlich, gerade i n u n - stehen an der Straße, weil sie nicht ger als auch ohnmächtiger macht. Jede
serer Zeit wieder an die Gerichtsworte mehr modern sind. Brot und sonstige neue Macht, die über die Natur er-

12
obert wird, stellt sidi heraus als eine
Madit der Natiu: über den Mensdien "
selbst. Wissenschaft und Technologie
haben uns sowohl die Drohung des
thermo-nuklearen Untergangs als audi
Gesundheit und Wohlstand gebracht.
Die Zunahme der Bevölkerung und der
Zug nach den Großstädten führt zu
neuen und erniedrigenden Formen der
Armut. Damit verbunden ist ein Nie-
dergang der M o r a l . Elektrizität i m d
moderne Maschinen haben die Lust an
der körperhchen Arbeit verringert und
die Genugtuung über das gelungene
Werk hinweggenommen. Das Auto
bringt Freiheit und Beweglichkeit, aber
audi Gift i n die Städte. Die uner-
wünschten Folgen der Technologie sind
nur zu deutlidi zu sehen. Sie verursa-
chen eine Bedrohung, die für die
Menschheit unwiderruflich katastro-
phal werden muß. Menschen werden
der Gesellschaft entfremdet und ver-
werfen jede Autorität. Versklavung an
Drogen, Missetaten usw. nehmen den
Glauben rücht nur i m religiösen Sinne,
der jahrhundertelang ein Halt gewe-
sen ist, sondern auch i n den weltlidien
und politischen Dingen. Alle diese
Dinge scheinen m i t der Zunahme des
Wohlstandes größer zu werden. Die-
ses ist die kritische Situation der
Menschheit. W i r körmen die Sym-
ptome eines tiefen Mißbehagens in der
Gesellschaft wahrnehmen, dennoch
sind wir nicht imstande, die volle Be-
deutung zu verstehen oder die funda-
mentalen Ursachen festzustellen. Dar-
um sind wir nicht imstande, eine pas-
sende Antwort zu geben. W e n n das
heutige Wachstum der Weltbevölke-
rung, die Industrialisierung, die Ver- ten hingewiesen wurde: „Das W o r t beim mächtigen Babel, w i r d das W o r t
schmutzung der Nahrung und die Er- des Herrn ist gut, das du sagst, — und vom Himmel gehört werden: „Es ist
schöpfung der Hilfsquellen i n der Na- sprach: Es sei nur Friede und Treue, geschehen." Jesus w i r d dann kommen
tur unverändert weitergeht, werden die solange ich lebe." Jes. 39, 8. Trotz der wie ein Dieb i n der Nacht, aber nicht
Grenzen auf unserem Planeten bald vielen Warnungsbotschaften durch die für diejenigen, die auf die Zeichen der
erreicht werden. Es muß uns langsam Propheten der Bibel und den heutigen Zeit achteten und sich auf diese große
deutUch werden, daß unsere Erde nicht Botschaften aus den Kreisen der W i s - Stunde vorbereiteten.
unendUch ist." (Rapport Club von senschaft eilt die Menschheit dennoch Die Vorgänge i n der Welt sollten uns
Rome, Unesco.) i m Geiste der Gleichgültigkeit weiter. zu ernstem Nachdenken und zu völli-
Vielleicht sehen sie die Zeichen an der ger Hmgabe an Gott und seine Wahr-
Gegenüber diesen Tatsachen hat ein
Wand, aber verstehen sie nicht bzw. heit führen. Es ist heute mehr denn je
großer Teil der Menschen folgende
wollen sie nicht verstehen. Die Welt notwendig, frei zu werden von jeder
Denkweise: Sie sagen wohl, daß die
weiß die A n t w o r t rücht, wohl spricht Selbstsicherheit und Gleichgültigkeit.
Grundstoffe der Erde beschränkt sind,
man davon, aber v o n einer Lösung ist Alles ruft uns zu, daß die Zeit nur noch
meinen aber, daß m i t Hilfe wissen- kurz ist. Mehr denn je sollten wir auf
nichts zu sehen. M a n sucht nach allen
schaftlicher Methoden die Produktion möglichen Auswegen und träumt da- die Worte des Propheten Zephanja
wohl noch erhöht werden könne. Sie von, daß es zuletzt doch noch g,elingen achten: „Suchet den Herrn, alle ihr
meinen wohl, daß es unsere Zeit noch werde, eine bessere Zeit herbeizufüh- Elenden i m Lande, die ihr seine Rechte
überdauern wird. Sie wiederholen die ren. haltet; suchet Gerechtigkeit, suchetDe-
Worte des Königs Hiskia, der vom Das W o r t Gottes aber gibt ims die m u t , auf daß ihr am Tage des Herrn
Propheten Gottes auf versäumte Pflich- wahre A n t w o r t . Plötzhch, wie damals möget verborgen werden." Zeph. 2, 3.

13
1

A m E n d e lootöSCiiO'^yikyiifü^ü: ?
1962 ~ die westliche sowie die östliche Welt war i n einem deckt wird? Der Mensch i n seiner Überheblichkeit, die er
Freudenrausch über die phantastisch anmutenden Errun- sich anmaßt, zerstört sich und seine Umwelt:
genschaften der Technik, die jedes Begehren der Menschen • Er verpestet die Luft!
erfüllen werden. A u f der Weltausstellung i n Seattle, USA,
• Er verseucht das Wasser!
wird den Millionen Besuchern aus allen Erdteilen verkün-
digt: W i r haben paradiesische Zustände i m 21. Jahrhundert • Er vergiftet die Nahrungsmittel!
zu erwarten: Klimaanlagen, die Obst und Gemüse zu allen • Er erfüllt seine Umwelt m i t Lärm!
Jahreszeiten wachsen lassen,. Wände aus Luftströmen,
• Er umgibt sich mit einer Müllandschaft!
Transportmaschinen, die zu Land und i n der Luft gleicher-
mal3en zu gebrauchen sind, Schalter, m i t denen die fiaus- • Er baut immer schrecklichere Vernichtungswaffen!
frau die Zimmerwände beliebig verändern kann, Telefone, • Er zerstört seine Gesundheit, seinen Geist und seine Seele!
die automatisch Fenster schließen oder Rasen sprengen. I m
Der Mensch — er spielt m i t einer weltweiten Katastrophe!
Osten verkündigt man gleichzeitig, daß bis 1980 die Land-
fieutzutage atmet der Mensch ständig Gift ein, er trinkt
wirtsdiaft dreieinhalbmal soviel hervorbringen w i r d . Dem-
Gift, er ißt Gift, meist ohne dessen bewußt zu sein: zum
entsprechend w i r d nur noch kurz gearbeitet. Mieten w i r d
Beispiel Blei von den Abgasen der Autos, ein Gift, das ins
es nicht mehr geben. Jede Familie erhalt die ihr zukom-
Gehirn geht, ähnliche Auswirktmgen wie Tollwut haben
mende freie Wohnung; Gas, Wasser, Elektrizität, Verkehrs-
und töthch w i r k e n kann, dessen Konzentration i n unserer
mittel sind ohne Kosten zu benutzen, wie auch Einrich-
Umwelt bereits die Höchstgrenze des Verträglichen für
tungen des Gesundheitswesens. Jubelnd wurden diese
unseren Körper erreicht hat. — Weiter nimmt der Mensch
öffentlich proklamierten Sätze dort begrüßt.
radioaktive Substanzen auf, die heute schon in jeder Was-
Wissenschaftler und Fachleute geben uns die A n t w o r t auf
serprobe nachgewiesen sind. Sie rufen Knochenkrebs xmd
die Frage, warum die phantastischen Zukunftsprognosen
Leukämie hervor und schließen die Gefahr i n sich, die Erb-
von 1962 rücht eintrafen: „Wir haben in unserer Überheb-
masse des Menschen negativ zu verändern.
lichkeit vergessen..." — „Wir werden zu stark, zu raffi-
Nach Meinung des angesehensten deutschen Krebsfor-
niert . . ." ~ „Unsere Arroganz wurde am offensichtlichsten
schers Prof. Bauer sind Autoabgase der Hauptkrebserreger,
beim Problem der U m w e l t v e r s c h m u t z u n g . . . " — „Der
vor allem aber das Auspuff- und Teerprodukt Benzpyren.
Mensch hat seine Umwelt mißbraucht."
Es verursacht hauptsächlich Lungenkrebs und andere Krebs-
Die Erde beginnt nun zu sterben! Sie stirbt erkrankungen der Atemwege.
• an Vergiftung der Luft und des Wassers, Manche Wissenschaftler behaupten, daß ein Großstädter
i n seinem Leben genausoviel Benzpyren einatmet wie ein
• an Sauerstoffmangel,
Raucher, der 35 Jahre lang täglich 50 Zigaretten raucht.
• an Müll und Lärm, Der Frankfurter Zoologe Prof. B. Grzimek, bis Anfang
• an Überbevölkerung, 1973 Beauftragter der Bundesregierxmg für den Natur-
schutz, sagt i n diesem Zusammenhang: „Unsere Luft ist
• an der Zerstörung der Natur und ihres natürHchen Kreis-
bereits so erheblich von krebserregenden Stoffen durch-
laufs,
setzt, daß v o n den heute lebenden 60 Millionen Bundes-
• an der Bedrohung durdi eine weitere Eskalation der Waf- deutschen m i t Sicherheit ij Millionen an Krebs erkranken
fentechnik und des Waffenarsenals. werden."
Sie stirbt an dem verschmutzten Geist des Menschen und Der Biologe Paul Ehrlich rechnet damit, daß 1975 200000
an seiner darin orientierten gewissenlosen Tat. Menschen allein i n der Bundesrepublik an den Folgen der
Der programmierte Selbstmord unserer Erde durch einen Luftverschmutzung sterben werden. Dies ist der Fludi der
unkontrollierten Fortschritt hat bereits schon solche Aus- bösen Tat des Menschen! M a n fragt sich deshalb voller
maße angenommen, daß der bekannte Futurologe und U m - Besorgnis: Steht vielleicht schon der Fluch Gottes über
weltforscher Rüdiger Proske diese Entwicklung m i t den unseren Häuptern? Ähnlich wie er eiimial über dem Volk
Worten kommentierte: „Wir sind am Ende unserer Zukunft Israel stand? U n d den Gott nüt den Worten angedroht
angekommen." — Der amerikanische Wissenschaftler Prof. hatte: „Der Herr w i r d dich schlagen m i t . . . giftiger L u f t . . .
Ernest E. Snyder schreibt i n der Einleitung zu seinem Buch Der Herr w i r d deinem Lande Staub und Asche für Regen
„Todeskandidat Erde": „ W i r sind i n halsbrecherischem geben vom Himmel auf dich, bis du vertilgt werdest." 5.
Tempo dabei, uns selbst zu vernichten." Was nützt es dem Mose 28, 22. 24.
Menschen, wenn er zvun M o n d fliegen kann, die Erde aber Nur wenige Raucher wissen oder wollen wissen, daß sie
i n zunehmendem Maße verschmutzt und m i t Abfällen be- gefährlidx leben. Daß jede Zigarette, die sie rauchen, ihnen

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14 Minuten Leben kostet. Konsumiert ein Raucher 40 Lärm — das stärkste Umweltgift
Zigaretten tägUch, so verkürzt er sein' Leben durchschnitt- Das stellte das Max-Planck-Institut für Arbeitsphysiologie
lich xm\ V2 Jahre. Als Folge langjährigen Rauchens sterben fest. I n den Städten hupende Autos, quietschende Reifen,
in der Bundesrepublik jährlich rund 20000 Menschen an kreischende Bremsen, aufheulende Martinshörner, r u m -
Lungenkrebs u n d looooo Menschen an Krebs anderer pelnde Lastwagen, knatternde Motorräder, lärmende
Organe, sowie Herz- u n d Gefäßkrankheiten. Das ist die Straßenbahnen, ratternde Preßlufthämmer, stampfende
Bilanz, die der Öffentlichkeit viel zu wenig bekannt ist. Dampframmen, brüllende Bohrer, quietschende Pumpen,
Darum mein dringlicher Rat: Raucher soHten das Rauchen zischende Preßluft. . .
aufgeben. Wer das nicht w i l l , der sollte wenigstens den
In den Betrieben dröhnende Motoren, kreischende Sägen,
Nichtrauchern nicht die Luft verpesten. Nichtraucher soll-
aufheulende P r ü f s t ä n d e . . . I n den Häusern lärmende
ten darauf bestehen, daß in ihrer Gegenwart nicht geraucht
Rundfunk- u n d Fernsehgeräte, schreiende Kinder, lauter
wird. Sie sind es ihrer Gesundheit schuldig.
Familienstreit, einlaufendes Badewasser, Toilettengeräu-
sche . . . I n der Luft dröhnende Triebwerke der Flugzeuge,
Das Wasser stirbt Überschallknall . . . I n kluger Vorausschau prophezeite be-
Der Mensch braucht 2,8 Liter Wasser täglich zum Leben. reits vor mehr als 60 Jahren der berühmte Bakteriologe und
Der Schweizer z. B. verbraucht aber bis zu 500 Liter täglich: Nobelpreisträger Robert Koch (1843—1910): „Der Tag
Mit seinen Wasch- imd Abwaschmaschinen in der Industrie. w i r d kommen, da der Mensdi gegen den Lärm als Erzfeind
Für die Herstellung von einem Liter Bier sind 40 Liter Was-
ser nötig, für 1 k g Stahl braucht man 80 bis 125 Liter, für
1 k g Papier 50 bis 130 Liter, für 1 k g Kunstseide sogar 500
Liter. Wer aber macht sich schon Gedanken, wenn er den
Wasserhahn aufdreht, daß er pro Tag bis 400 Liter Wasser
verbraucht?
Bereits heute können unsere Wasserwerke den steigenden
Bedarf an Süßwasser nicht mehr allein aus dem Grund-
wasser decken. Unser täghdies Wasser muß inmier mehr
aus dem Oberflächenwasser, also aus den Flüssen, Seen
und dem Meer aufbereitet werden. 20 Millionen Menschen
beziehen bereits ihr Trinkwasser aus dem Rhein, 3 M i l l i -
onen Menschen aus dem Bodensee. Schon heute müssen
40 "/o des Trinkwassers i n der Bundesrepublik aus offenen
Gewässern gewonnen werden. — Der Rhein — einst gefühl-
voll i n vielen Liedern besungen, hat sich i n den letzten
Jahren i n eine stinkende Brühe verwandelt. I n seiner Ta-
gesration v o n 100000 Tonnen Wasser schwimmen 6000
Giftstoffarten. Diese Vielzahl v o n zum Teil sehr gefähr-
lichen Giftstoffarten wälzt sich i n den trüben Fluten des
Rheins talabwärts. Sie hat i h n zu „Europas größter u n d
giftigster Kloake" gemacht. U n d das i m Namen des chemi-
schen Fortschritts. Durch Schwefelsäure, zahlreiche andere
Gifte und andere ölreste ist der Rhein so verseucht, daß es
nur noch eine Frage der Zeit ist, bis er Feuer fängt und zu
brennen beginnt. So heißen Überschriften und Schlagzei-
len: „Flüsse sind Abwässerkanäle", „aus dem Bodensee
droht Krebsgefahr", „das Wasser rings u m Gotland gleicht
einer Jauchegrube", „Sperrung des Neckar erwogen".
Beridite schildern, wie derTegern- und Schliersee i n Bayern,
der Zürichsee, fast alle norditaUenischen Seen, viele schwe-
dische Seen, sogar die Wolga, der Ural, heimgesucht sind.
Nicht nur der Ohio ist nicht mehr schön, auch die Donau
ist nicht mehr blau — und das gilt für die übrigen Flüsse
dieser Welt. Es sieht so aus, als stünde uns i n ähnlicher
Weise die Plage bevor, die Gott einst über die Ägypter
wegen ihrer Gesetzlosigkeit u n d Uneinsichtigkeit ihres
Handels ankündigen ließ: „Das Wasser i m N i l soll i n Blut
verwandelt werden, damit die Fische i m Strom sterben und
der Strom stinkt." 2. Mose 7,17. 18.
Es sieht fast so aus, als würde sich das wiederholen, was
einst Gott zur Züchtigung seines abtrürmigen Volkes an-
wandte: „Ich speise sie m i t Wermut xmd tränke sie m i t
Giftwasser," Jer. 9,14.

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seiner Gesundheit zum Kampf w i r d antreten müssen wie den Wasserhahn aufdrehst und das kostbare Naß ver-
gegen Cholera und Pest." schwendest, sondern zu sparen beginnst.
Ironisch und doch mit einer großen Portion Wahrheit schrieb • Energie ist etwas Kostbares. Fang an damit zu sparen.
Heinz Schewe: „Wenn die Stadtverwaltungen, die U-Bah- Also Lichter löschen statt unnötig brennen lassen. Trep-
nen bauen lassen, m i t der Zeit gehen wollen, sollten sie pen steigen statt Lift fahren (es ist sowieso gesünder),
rechtzeitig an das Notwendigste denken: Es müssen Ner- i n Räumen leben, die nur auf 20 Grad erwärmt werden
venheilanstalten gebaut werden, Heilanstalten, nichts als statt auf 24 Grad (ist noch eiimial viel gesünder).
Heilanstalten! Für die Lärmgeschädigten. Für diejenigen,
die das Rasseln, Stampfen, Drillen, Quietschen und Zischen • Unnötige Fahrten m i t motorgetriebenen Fahrzeugen ver-
nicht mehr aushalten können." meiden. Ein Auto verbraucht rücht nur Öl und Benzin, es
erzeugt auch Abgase und Lärm.
Die Internationale Standardisierungsorganisation (ISO) i n
Genf machte die Voraussage, daß i n 30 Jahren die M e n - • Iß Obst und Gemüse auch m i t kleinen Schönheitsfehlern.
schen, die i n den großen Städten wohnen oder arbeiten, Sie enthalten weniger Chemikalien.
infolge des stark zunehmenden Lärms stocktaub sein wer- • Werde „abfallbewußt", kaufe Produkte, deren Verpak-
den. Es werde sogar Lärmtote geben! — Bereits die alten kung zurückgegeben werden kann. Benutze eigene Ein-
Chinesen wußten vor 2000 Jahren, wie man Menschen auf kaufstaschen.
höchst unblutige Weise ins Jenseits befördern konnte: Sie
• W i r f nichts aus dem fahrenden Z u g oder A u t o , bringe.
folterten Verbrecher m i t schrillen Pfeifen und ohrenbetäu-
den Müll, wo er hingehört, und die Küchenabfälle (so-
benden Werkzeugen, bis sie tot umfielen. — Gottes W o r t
weit es möglich ist) ztmi Kompost. Er gibt dir den besten
gibt uns i m „Lärm der Vergänglichkeit" den Rat: „Wenn
Dünger, u n d d u kannst auf die giftigen Kunstdünger
ihr imikehrtet und stillebliebet, so würde euch geholfen..."
verzichten.
Jes. 30,15.
• Jeder fange bei sich selbst an und sehe den Großen auf
Wir sind am Ende die Finger. Macht Umweltverschmutzer imd -Zerstörer
auf ihr schädliches T u n aufmerksam.
Der österreichische Kulturphilosoph Prof. D r . Kurt Besci
schreibt: „Die Konsumproduktion unserer Zeit, die chrom-
Hoffnung für morgen
blitzenden Warenhäuser, diese Dome unserer Zivilisation,
gaukeln uns i n die Chimäre (Trugbild) eines langsam alle „Die Welt ist reif für deinen Z o r n und für dein Gericht
Menschen ergreifenden Paradieses. Die Idee einer zweck- über die Toten, denn die Völker haben sich aufgelehnt. —
mäßig geplanten und genormten Wohlstandsgesellschaft, Die Zeit ist gekommen, deine Diener und Propheten zu
eines uns fast ausschUeßlich umgreifenden Alltags, täuscht belohnen und alle, die dir gehören. Große und Kleine, alle,
über die Dämonen hinweg, die wie elegante Modepuppen die dich fürchten. Die Zeit ist gekommen, alle zugrundezu-
hinter großen Schaufenstern freundlich lachen, aber nur richten, die die Erde zugrunderichten." Offbg. 11, 17. 18
darauf lauern, uns alle zu vernichten." (Gute Nachricht). W i r sind am Ende unserer Zukunft. Die
Der Schweizer Dramatiker F. Dürrenmatt läßt i n seiner Weissagungen i n Jesaja 24, Matthäus 24, Lukas 2X und
Komödie „Die Physiker" resignierend sagen: „Wir haben Offenbarung gehen vor unseren Augen i n Erfüllung. Jesus
das Ende unseres Weges erreicht. Aber die Menschheit ist Christus w i r d wiederkommen, nicht mehr als Erlöser, son-
noch nicht so weit. W i r haben uns vorgekämpft, nun folgt dern als Richter und König aller Könige. Er wird Gericht
uns niemand nadr, w i r sind ins Leere gestoßen. Unsere halten über die, die die Erde verderbt haben. Sie haben
Wissenschaft ist schrecklich geworden, unsere Forschung Verderben gesät und müssen Verderben ernten.
gefährlich, unsere Erkenntnis tödlich. Es gibt für uns Phy- Aber allen Kleinen und Großen, die I h m vertrauten, die die
siker nur noch die Kapitulation vor der Ehrlichkeit." Erlösung durch Christi Blut annahmen und ihr Leben Ihm
In 23 bis 30 Jahren, so sagen viele Wissenschaftler, w i r d übergaben, die Gebote Gottes gehalten haben, ist ein neuer
der „Point of no return" erreicht sein, der Punkt, der nicht Himmel und eine neue Erde beschieden. Sie dürfen eingehen
überschritten werden darf, wenn wir überleben-wollen. Ein zu des Herrn Herrlichkeit.
Computer, gefüttert m i t den Daten und Vorhersagen der Sie dürfen alles ererben — was kein Auge gesehen, kein
jetzigen xmheilvollen Entwicklung, hat die Annahme der Ohr gehört und i n keines Menschen Herz gekommen ist,
Wissenschaftler bestätigt: Es ist 5 Minuten vor X2. N u r hat Gott denen bereitet, die I h n lieben. Sie haben i n diesem
noch wenig Zeit bleibt, u m das Umdenken und vor allem Leben m i t I h m gerechnet und haben sich nicht verrechnet.
das dementsprechende Handeln zu lernen. Sie haben m i t Jesus gesammelt und bewahrt und dürfen
nun m i t I h m alles erben, Bürger, Könige und Priester dieses
Was sollen wir tun? ewigen Reiches sein.
Umweltverschmutzer und Sünder werden draußen sein —
• Jesus sagt: D u mußt von neuem geboren werden — Wie-
dort w i r d Heulen und Zähneknirschen sein —, Gott kann
dergeburt durch Hinwendung und Auslieferung an Jesus.
ihnen keinen Zutritt geben, sonst würden sie wieder alles
Er will jedem, der zu I h m kommt, ein neues Herz und
verderben, verschmutzen und vernichten. Laßt uns die Zei-
einen neuen Geist geben, aus i h m einen solchen M e n -
chen der Zeit als Alarmsignale erkermen, daß w i r unsere
schen machen, der i n seinen Geboten und Rechten wan-
Berufung und Erwählung festmachen. „Die Welt vergeht
delt. — Ausgerüstet m i t einem neuen Herzen und einem
mit ihrer Lust. Wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt
neuen Geist, wird man nicht mehr länger der Wegwerf-
i n Ewigkeit."
gesellschaft anhangen, sondern m i t Jesus sanuneln.
Maran atha: Unser Herr kommt — Sein Reich kommt.
• Fang i m Kleinen an, indem du nicht mehr gedankerilos H . Fleschutz

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„Denn die Sünde wird nidit herrsdien entnommen. V o n diesem Gesetz, das Was ist Sünde?
können über eudi, sintemal ihr nidit Gott selbst m i t eigener Hand auf u n - Vor 3000 Jahren sagte ein inspirierter
unter dem Gesetz seid, sondern unter zerstörbares Material schrieb, ist also Schreiber der Bibel: „Sünde ist der
der Gnade." Rom, 6, 14. Vor Jahren hier die Rede. Es ist ein Ausdruck des Leute Verderben." Die Geschichte der
hörte ich einen Evangelisten i n seiner Charakters Gottes, des Gesetzgebers. Menschheit bestätigt diese Aussage.
Ansprache behaupten, daß die Gültig- Gott ist heilig, gerecht und guj, v o l l - Sünde hat die ganze Welt angefüllt mit
keit des Gesetzes bei Pfingsten aufge- kommen und ewig. Die Heilige Schrift ihrer tödlichen Frucht. Sünde füllt die
hört habe, daß wir seitdem unter der sagt vom Gesetz Gottes, daß es heilig, Krankenhäuser und Irrenanstalten m i t
Gnade leben und das Gesetz für die redit und gut ist, daß es vollkommen, ihren Opfern. Sie füllt die Gefäng-
Christen nicht mehr existiere. Nach ewig und unveränderlich ist. Würde nisse m i t ihren Sklaven. Sie zerreißt
Schluß seiner Ansprache fragte ich i h n , Gott dieses Gesetz verändern oder gar die zarten Familienbande, zerstört die
ob er glaube, daß das Gesetz der Zehn abschaffen, dann würde er seine per- Heime und macht menschliche Herzen
Gebote seit Pfingsten zu Ende kam. Er sönlichen Eigenschaften ändern i m d zu Mördergruben. Komm m i t mir i n
bejahte dies, indem er obigen Text als sein ewiges Dasein aufheben. Unver- den Gerichtssaal. Siehst du dort den
Beweis anführte und betonte, daß die änderlichkeit bedingt ewige Existenz. Sohn liebender Eltern vor dem Richter
Christen „frei v o m Gesetz" seien. I m Einklang m i t diesem Grundsatz er- stehen? Er ist des Mordes angeklagt
Diese Auffassung findet heute weit- klärt auch Christus: „Es ist leichter, und wird schuldig befunden. Siehe ihn
verbreitete Annahme in der Christen- daß Himmel und Erde vergehen, denn auf dem Schafott stehen! Die Schlinge
heit. Man behauptet, daß nicht eine daß ein Tüttel vom Gesetz falle." Luk. wird i h m um den Hals gelegt; die Fall-
gewisse Menschenklasse, sondern eine 16, 17. Der Psalmist erklärte: „Alle türe öffnet sich, und ein junges, kost-
gewisse Zeitperiode unter dem Gesetz seine Gebote sind rechtschaffen. Sie bares Leben, bedeckt mit Schande, wird
stand. Die Zeit des Alten Testaments, werden erhalten immer und ewiglich." dem Tode übergeben. D u siehst die
so meint man, sei der Abschnitt der Ps.111,7. 8. Das Gesetz Gottes drückte gebrochenen Eltern über das ver-
Heilsgeschichte, i n dem die Mensch- die unveränderlichen Rechte des Schöp- loschene Leben gebeugt, m i t dem ihre
heit „unter dem Gesetz" stand. Seit fers und des Geschöpfes aus. Es ist ein Freude, ihr Stolz, ihre Hoffnung zu
dem Tode Jesu aber befinde sie sich ewiges Richtmaß aller Handlimgen, Grabe getragen w i r d . Er war einst ein
unter der Gnade. Worte i m d Gedanken der Menschen, unschuldiges K i n d , dessen zarte Hände
Wollte Paulus i m angeführten Texte Es zeigt, was recht und was unrecht ist; kosend der Mutter Hals umschlangen.
wirklich sagen, daß Menschen, die un- es ist deshalb auch der göttliche M a ß - Der kostbare Schatz ist zerstört — ein
ter der Gnade sind, das Gesetz nicht stab i m Jüngsten Gericht. Trefflich sagt Opfer der Sünde.
mehr zu halten brauchen? Daß dieses Elliot: „Lange sollte die irrende Hand
des Menschen zögern, ehe sie es wagt, Sünde zerstört alles Edle und Reine i m
Gesetz überflüssig ist und zu Ende
kam? W i r finden i n diesem Texte drei mit dem Meißel menschlicher Vernunft Menschen und stürzt i h n i n den A b -
wichtige Worte: Gesetz, Sünde und auch nur ein von der Hand des imend- grund des Lasterlebens, Gehe i n die
Gnade, deren Bedeutung und Verhält- lichen Gottes i n unzerstörbare Stein- Lasterhöhlen — die Sammelplätze des
nis zueinander wir hier studieren wol- tafeln eingegrabenes W o r t wegzumei- Abschaums der menschlichen Gesell-
len. Das erste W o r t ist ßeln. Durch dieses Gesetz kommt „Er- schaft. Siehst du das Licht der Hoff-
kenntnis der Sünde" (Rom. 20), sagt nung verloschen i n den Augen der I n -
Gesetz Gottes Wort. Existiert demnadi die sassen? Hörst d u die Lästerworte, die
Der angeführte Text spricht zweifellos Sünde noch, dann muß auch das Ge- Flüche, die Verwünschungen, die von
von dem Gesetz der Zehn Gebote, setz noch existieren, welches die Sünde den Lippen einer freudlosen, hoff-
denn der Schreiber erklärt in Kapitel 7, anzeigt. U n d dies bringt uns zum zwei- nungslosen, erbitterten Seele fallen?
Vers 7, daß das von ihm angeführte ten W o r t unseres erstangeführten Tex- Denke daran, mein Freund, daß dieses
Gesetz sagt; „Laß dich nicht gelüsten." tes. W i r fragen: gefallene, elende Wesen einst ein rei-
Diese Worte sind den Zehn Geboten nes Kinderherz war, aus dessen blauen

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Augen die Unschuld des Hinunels Übertretung des Gesetzes vorgesehen, ruht auf dem mittleren der drei Ge-
strahlte, dessen Kindermimd das M u t - dann hörte die Übertretung ~ die kreuzigten. „Mutter, wer ist dieser, der
terherz erfreute. Was hat diese reine Sünde — auf, Unrecht zu sein; dann i n der Mitte hängt?" fragt das Kind.
Blume i n den Sdrmutz getreten und hätte das Gesetz keine Autorität, keine Die Mutter sagt: „Er ist Jesus von Na-
zerstört? Sünde tat dies! Sünde ist die Macht. Der Übertreter ist, solange zareth."
Geißel, welche die Welt i n ein Tränen- seine Übertretungen nicht durch an- „War er ein böser M a n n , Mutter?"
tal verwandelte. Doch dieses alles ist dere Vorkehrungen gesühnt werden fragte das K i n d .
nur die Frudit, das Resultat der Sünde. und solange er weiter i n der Übertre- „Nein, mein Kind, er war ein sehr gu-
Es gibt aber keine biblische Erklärung tung beharrt, „unter dem Gesetz", ter M a n n . " —
von dem, was Sünde eigentlich ist. d. h . dem Urteil des Gesetzes verfal- „Aber warum hat man i h n denn ge-
Gottes Wort erklärt, daß Sünde Ge- len, genau so wie der v o m Gericht i n kreuzigt, M u t t e r ? "
setzlosigkeit — Übertretung des Ge- Gewahrsam genommene Verbrecher Die Mutter zieht ihr K i n d näher an ihr
setzes — ist. ( i . Joh. 3, 4; Elberfelder unter mensdilicher Gesetzesgewalt ist. Herz und flüstert Ihm leise ins O h r :
oder Menge-Übersetzung.) U m sich von dem Fluch oder der Strafe „ O Kind, er nahm deines Vaters Platz
Der kleine Katechismus der bischöf- des Gesetzes zu befreien, unter wel- ein und starb an seiner Statt."
lichen Methodisten-Gemeinschaft sagt: chem alle Menschen stehen, weil sie Er nahm unser aller Platz ein, lieber
Frage: „Was ist denn eigentlich Sün- alle gesündigt haben, sucht n u n der Leser. Er starb den Tod, den wir ver-
de?" Antwort: „Die Übertretung des Sünder Gnade beim Gesetzgeber. Dies dienen, damit wir das Leben bekämen,
götthchen Gesetzes." (Seite 20.) bringt uns zum dritten W o r t unserer das er hatte.
Ein lutherischer Katechismus sagt: „Die Betrachtung:
„Sag, wie er büßte für alle.
Sünde ist das Unrecht, das Übertreten
Die Gnade Gottes Als an dem Kreuze er starb.
der göttlidien Gebote." (Konfirman-
Kündet mir immer aufs neue:
denbüchlein der Ev, Luth. Gemeinde, Was ist sie? W o r i n besteht sie? W i e
Jesus das^Heil mir erwarb."
Seite 68.) w i r d sie ausgedrückt? Gnade ist Gottes
Ein katholischer Katechismus sagt: Gunst, die er dem Menschen i n unver- Diese Erlösung wird dem Menschen
„Todsünde wird begangen i m Über- dienter Weise zuteil werden läßt. Sie d u r d i das Evangelium angeboten und
treten des Gesetzes Gottes." (Con- ist Gottes Verfahren dem Sünder ge- verkündigt. Deshalb nennt es die Bibel
vert's Catechism, Seite 43.) genüber, ausgedrückt i n der Hingabe „das Evangelium der Gnade Gottes"
Diese Aussagen süid i n Harmonie m i t seines Sohnes, der selbst ohne Sünde (Apg. 20, 24). Befreit nun die Gnade
Gottes Wort. Die Erklärimg ist richtig. und schuldlos, freiwillig die Schuld und Gottes den Christen von der Pflicht
Die ganze Welt schmachtet heute unter Strafe des Sünders auf sich nahm und des Gehorsams, vom Halten der Ge-
dem Fluch der Sünde — der Übertre- für diesen die v o m Gesetz geforderte bote Gottes?
tung der Gebote Gottes. „Der Tod ist Todesstrafe erlitt. „ A n welchem w i r
der Sünde Sold." Rom. 6, 23. Die haben die Erlösung durch sein Blut, die In welchem Verhältnis stehen Gesetz
Sünde bezahlt heute ihren Sold. Dies Vergebung der Sünden nach dem und Gnade?
setzt voraus, daß auch das Gesetz, des- Reichtum seiner Gnade." Eph. 1, 7. Das Gesetz,ist für den Menschen ein
sen Übertretung Sünde ist, heute noch Ein Evangelist illustrierte diesen Gna- Spiegel, i n welchem er seine Sünd-
Gültigkeit hat, denn „wo das Gesetz denakt Christi durch Beschreibung haftigkeit erkennt. (Jak. 1, 23—25.)
nicht ist, da ist auch keine Übertre- einer Szene unter dem Kreuze Christi. Wie nun ein Spiegel uns alle Unsauber-
t u n g " , sagt Gottes W o r t . Obwohl der beschriebene Vorgang nur keit offenbart, jedoch nicht fähig ist,
Sünde ist Feindschaft gegen Gott. Er Dichtung ist, so veranschaulicht er uns von dem Schmutz, den er uns zeigt,
haßt sie, denn sie ist das Gegenteil sei- nichtsdestoweniger die Wahrheit der zu reinigen, so kann auch das Gesetz
ner Heihgkeit, Gerechtigkeit und sei- Erlösung. Der Schreiber sieht Barrabas Gottes den Sünder nicht rein machen
nes Charakters, der i n den Zehn Ge- mit seinem Weibe und Kinde unter von seiner Übertretung. Es zeigt ihm
boten klar zum Ausdruck kommt. Gott dem Kreuze stehen. Des Kindes Auge die Krankheit, aber es ist kein Heil-
ist gut. Die Sünde ist böse; infolge-
dessen muß Gott die Sünde, das Böse,
hassen und zerstören. Er kann dies
nur, indem er entweder die Sünde m i t
dem Sünder vertilgt oder den Sünder Die Gnade aber des Herrn währet von Ewigkeit
von der Sünde, dem todbringenden
Element, befreit. W e i l Gott den Sün- zu Ewigkeit über die, so ihn fürchten, und seine
der liebt, deshalb tut er das letztere bei
jedem, der willig ist, die Sünde aufzu-
geben. Das geschieht jedoch nicht, i n -
Gerechtigkeit auf Kindeskind bei denen, die
dem er das Gesetz ungültig macht, wie
manche Sünder wünschen, weil sie die seinen Bund halten und gedenken an seine
Sünde lieben und diese nicht aufgeben
wollen. Das übertretene Gesetz ver- Gebote, daß sie darnach tun.
langt den Tod des Übertreters. „Der
Tod ist der Sünde Sold, aber der Sta- Psalm 105,17.18.
chel des Todes ist die Sünde", sagt die
Schrift. Wäre keine Strafe für die

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mittel. Doch wie die Erkenntnis unse- W e n n das Gesetz sagt: „Tue dies, u nd ist Übertretung des Gesetzes Gottes.
rer Unreinheit, offenbart durch den du sollst leben", antwortet die Gnade: Der Sünder oder Übertreter ist „unter
Spiegel, uns zu Waschbecken un d Seife „Ich . . . wül solche Leute aus euch ma- dem Gesetz". Wenn er nun durch die
führte, so ist auch das Gesetz, wie Pau- chen, die i n meinen Geboten wandeln umwandelnde Gnade Gottes die Ge-
lus erklärt, „unser Zuchtmeister ge- und meine Rechte halten u nd danach bote Gottes hält, ist er „unter der
wesen auf Christum" (Gal. 5, 24). t t m . " Hes. 36, 27. Das Gesetz zeigt Gnade" und geht i n das Reich Gottes
„Das Blut Jesu Christi, des Sohnes das Bedürfnis der Gnade, die Gnade ein, denn „selig sind, die seine Gebote
Gottes, macht uns rein von allen Sün- verherrlicht das Gesetz i n uns. „Heben halten, auf daß sie Macht haben an
den." Trefflich bemerkt darüber der wir denn das Gesetz auf durch den dem Holz des Lebens und zu den Toren
berühmte Gottesmann Joh. Wesley: Glauben? das sei ferne! sondern w i r eingehen i n die Stadt." Offbg. 22,14.
„Zwischen dem Gesetz und dem Evan- richten das Gesetz auf." RÖm. 3, 31. Hast du diese Kraft der Gnade Gottes
gelium besteht das allerengste Ver- Alle Menschen, die selig werden, wer- schon erfahren, lieber Leser? I m Leben
hältnis. A u f der einen Seite bahnt das den durch die Gnade geschickt gemacht des Propheten Elias finden wir eine
Gesetz stets den Weg zum Herrn und für den Himmel und gehen durch die Begebenheit, welche ims zeigt, wie wir
weist uns h i n aufs Evangelium; auf Gnadenpforte ins Reich Gottes ein. diese umwandelnde Gnade erfahren
der anderen Seite führt uns das Evan- Die Erlösten v o n A d a m an bis zum können. Eine arme W i t w e , die nichts
gelium zu einer immer genaueren Er- letzten Gläubigen, die dermaleinst den mehr zu essen hatte, ka m zu Elia und
füllung des Gesetzes." (Wesley's Thron Gottes umscharen, alle werden bat u m Hilfe. Er fragte sie, was sie i m
Serm., Bd. 1, S. 2212.) Wesley drückt dasselbe Gnadenlied singen u nd zeu- Hause habe. Sie sagte: „Deine Magd
hier die wichtige Wahrheit aus, daß gen „von Jesu Christo . . ., der uns hat nichts i m Hause denn einen Öl-
die Gnade Gottes den Menschen nicht gehebt hat und gewaschen v o n den k r u g . " Der Prophet befahl ihr, Gefäße
nur befreit von der Strafe für began- Sünden m i t seinem Blut." Offbg, -1, 3. zu sammeln rmd diese i m Kämmerlein
gene Sünden, sondern vielmehr auch Könnten wir uns i m Geiste i n die Hei- zu füllen m i t dem ö l aus dem Krug.
von der Macht der Ausübung der mat der Erlösten versetzen und sie Sie tat wie befohlen, und siehe da, die
Sünde. O, welch eine Tiefe des uner- fragen: „Wie seid ihr hierher gekom- Gefäße wurden voll ö l — genug für
forsdilichen Reichtums der Gnade Got- men?" Was würden sie uns antworten? ihren Lebensunterhalt. Gehe h i n i n
tes! Jesu Macht befreit den Sklaven Würden wir zu Abraham sagen: „Die dein Kämmerlein, gib dein Leben, als
der Sünde vom Sündigen! Wenn inmier Bibel gibt dir Zeugnis, daß du Gottes ein leeres Gefäß, deinem Gott. Er w i r d
bußfertige Sünder vor dem Erlöser Gebote und Rechte gehalten; hast du es füllen m i t dem ö l seiner Gnade,
standen, sagte er ihnen nicht nur: dir den Himmel verdient durch deinen und auch du kannst m i t dem Knechte
„Deine Sünden sind dir vergeben", Gehorsam?" „ N e i n " , würde er ant- Gottes singen: V o n seiner Fülle haben
sondern auch: „Sündige hinfort nicht worten, „ich b i n durch den Glauben wir genommen Gnade u m Gnade.
mehr." Joh. 8, x i . I n diesem Befehl lag gerecht geworden u nd nicht durch
die Kraft der Ausführung für jeden, meine Werke. Gottes erlösende Gnade
der willig war, denselben zu befolgen. zeugte i n meinem Leben den Gehor- Gottes Gebote sind nicht schwer
Er enthält auch heute noch für jeden sam des Himmels, während i d i auf
Am Ende ist's doch gar nicht schwer,
reumütigen Sünder die Kraft der Aus- Erden lebte; u nd n u n verpflanzte mich
Ein seTger Mensch zu sein;
führung. Gott verheißt, „daß die Ge- Gott i n den Himmel m i t den Erlösten
Man gibt sich ganz dem Herren her
rechtigkeit, vom Gesetz gefordert, i n und Gehorsamen."
Und hängt an ihm allein.
uns erfüllt werde, die nicht nach dem W i r fragten Mose: „Wie kamst du
Fleische wandeln, sondern nach dem hierher? War es dein Gehorsam, nach- Man ist nicht Herr,man ist nicht Knecht,
Geist." Rom. 8, 2—4. Die hier v o m Ge- dem du den T h r o n Ägyptens aus- Man ist ein fröhlich Kind,
setz geforderte Gerechtigkeit ist Befol- schlugst, womit du dir einen Platz i m Und wird stets seVger, wie man reiht
gung des Gesetzes. „Wer recht tut, der Himmel kauftest?" „ N e i n " , würde er Den Herren lieb gewinnt.
ist gerecht." Jesu Gnadenkraft allein rufen, „die Gnadenhand, die mich aus Man wirkt in stiller Tätigkeit
kann uns gehorsam machen, wenn w i r Ägypten führte, öffnete m i r die H i m - Und handelt ungesucht.
uns seiner Macht ausliefern. Was das melspforte!" Gleichwie ein Baum zu seiner Zeit
Gesetz verlangt, erfüllt Christus durch W i r fragten D a v i d : „David, du warst Von selbst bringt Blüt' und Frucht.
seine Kraft i n uns. ein Mordstifter und Ehebrecher. Wie Man sieht nicht seine Arbeit an
Wo das Gesetz sagt: „Bezahle die hast du diese Himmelskrone erwor- Als Müh', vor der uns bangt;
Schuld", sagt die Gnade: „Siehe, ich ben?" Er würde uns antworten: „ J a , Der Herr hat stets in uns getan.
habe deine Sünden von dir genom- ich war, was du sagst, aber ich bereute Was er von uns verlangt.
men." meine Sünde u nd bekannte sie und rief
Wo das Gesetz sagt: „Der Tod ist der aus: ,Gott sei m i r gnädig nach deiner Man fügt sich freudig immer fort
Sünde Sold", sagt die Gnade: „Die Güte, und tilge meine Sünde nach dei- In alles, was er fügt,
Gabe Gottes ist das ewige Leben i n ner großen Barmherzigkeit.' Ps. 51, Ist allezeit, an jedem Ort, , "
Christo Jesu, unserem H e r r n . " 3. 4. Da vergab er m i r alle meine Sün- Wo man ihn hat, vergnügt.
Wo das Gesetz Verdammnis und Tod den und warf sie i n die Tiefe des Mee- So selig ist ein gläub'ger Christ,
urteilt, verkündigt die Gnade Recht- res. Er gab mir auch ein gehorsames So reich und sorgenleer.
fertigung und Leben. Herz auf Erden und hier i m Himmel Und wenn man so nicht selig ist.
Wo das Gesetz Heihgkeit v o m M e n - eine unvergängliche Krone." So wird man's nimmermehr.
schen fordert, da schafft die Gnade Das Verhältnis zwischen Sünde, Ge- Spitta
Gottes Heiligkeit i m Menschen. setz u n d Gnade ist sonüt dieses: Sünde

X9
Und i d i sah einen Engel fliegen m i t - Daniel, der Prophet des lebendigen sen, und die Menschen werden ver-
ten durch den Himmel, der hatte ein Gottes, vor den König gebracht, sprach: schmachten vor Furcht und vor War-
ewiges Evangelium z u verkündigen „Und d u , Belsazer, sein (Nebukad- ten der Dinge, die kommen sollen auf
denen, die auf Erden wohnen, und nezars) Sohn, hast dein Herz rücht Erden; denn auch der Himmel Kräfte
allen Heiden und Geschlechtern und gedemütigt, ob d u wohl solches al- werden sich bewegen." Luk. 21,25. 26.
Sprachen und Völkern, und sprach m i t les weißt, sondern hast dich widef
Der Griff nach den Sternen:
grolBer Stimme: Fürchtet Gott und ge- den Herrn des Himmels erhoben,
bet i h m die Ehre; denn die Zeit seines und die Gefäße seines Hauses hat „Gedachtest du doch in deinem Her-
Geridits ist gekommen! U n d betet an man vor dich bringen müssen, und du, zen: ,Ich will in den Himmel steigen
den, der gemacht hat Himmel und Erde deine Gewaltigen, deine Weiber und und meinen Stuhl über die Sterne Got-
und das Meer und die Wasserbrun- deine Kebsweiber, habt daraus getrun- tes erhöhen; ich will mich setzen auf _
nen." Offbg. 14, 6. 7. ken, dazu die silbernen, goldenen, denBerg der Versammlung in der fern-
Diese letzte erhabene und feierliche ehernen, eisernen, hölzernen, steiner- sten Mitternacht; ich will über die
Szene, m i t welcher der Gang der nen Götter gelobt, die weder sehen hohen Wolken fahren und gleich sein
Weltgesdüchte ihren Abschluß findet, noch hören noch fühlen; den Gott aber, dem Allerhöchsten.'" Jes. 14,13.14.
wurde dem heiligen Seher v o n Patmos der deinen Odem und alle deine Wege Das SpieLmit der absoluten Waffe:
vor die Augen geführt. W i r alle wer- i n semer Hand hat, hast du nicht ge-
„Es wird aber des Herrn Tag kommen
den bei diesem wichtigen Vorgang lücht ehrt. Darum ist v o n i h m gesandt diese
wie ein Dieb in der Nacht, an welchem
nur als Zuschauer zugegen sein, son- Hand und diese Schrift, die da ver-
die Himmel zergehen werden mit gro-
dern persönlich daran beteiligt sein. zeichnet steht. Das ist aber die Schrift,
ßem Krachen; die Elemente aber wer-
Deshalb sollte der Ruf zur Buße und allda verzeichnet: Mene, Mene, Tekel,
den vor Hitze schmelzen, und die Erde
der große göttliche Gerichtsakt uns U-pharsin. U n d sie bedeutet dies:
und die Werke, die darauf sind, wer-
jetzt schon sehr interessieren. Mene, das ist: Gott hat dein König-
den verbrennen." 2. Petr. 3,10.
Als das alte Babylon das Sündenmaß reich gezählt und vollendet. Tekel, das
voll machte und Belsazer i n seiner ist: M a n hat dich i n einer Waage ge- Das Erwachen der Völker und das hy-
Überheblichkeit und Trunksucht die wogen und zu leicht gefunden. Peres, sterische Wettrüsten:
heiligen Tempelgefäße zu sündlichen das ist: Dein Königreich ist zerteilt und „Die Heiden werden sich aufmachen
Handlungen benutzte, da war die den Medern und Persern gegeben. — und heraufkommen zum Tal Josaphat;
Grenze erreicht und das direkte Ein- Da befahl Belsazer, daß man Daniel denn daselbst will ich sitzen, zu richten
greifen Gottes notwendig. Eine ge- mit Purpur kleiden sollte und i h m eine alle Heiden um und um." Joel 4, 12
heimnisvolle Hand schrieb an der W a n d goldene Kette an den Hals geben, und
des königlichen Palastes das „ M E N E , ließ von i h m verkündigen, daß er der
MENE, TEKEL, U-PHARSIN". dritte Herr sei ün Königreich. Aber i n Der Zusammenbruch sittlicher Lebens-
A u f den Befehl des Königs h i n wurden derselben Nacht ward der Chaldäer führung:
alle Weisen und Wahrsager hereinge- König Belsazer getötet." D a n . 5, „Und wie es geschah zu den Zeiten
bracht, „aber sie konnten weder die 22—30. Noahs, so wird's auch geschehen in
Schrift lesen noch die Deutung dem I m Lichte des prophetischen Wortes den Tagen des Menschensohnes: Sie
König anzeigen". „Darüber erschrak und i n den welterschüttemden Ereig- aßen, sie tranken, sie freiten, sie ließen
der König Belsazer noch härter und TÜssen können wir deutlich sehen, daß sidi freien, bis auf den Tag, da Noah
verlor ganz seine Farbe; und seinen eine unsichtbare Hand an der W a n d in die Arche ging und die Sintflut kam
Gewaltigen ward bange." Dan. 5, 8. 9. unseres Planeten das MENE, MENE, und brachte sie alle um." Luk. 17,26.27.
Die überschäumende Freude und Aus- TEKEL, U-PHARSIN sdireibt. Unsere Der Versudi, Europa zu vereinigen:
gelassenheit wurde i n Angst, Schrek- stolze und gottesleugnerische Genera-
ken und tiefe Trauer verwandelt. Die tion w i r d i n der Waage des Himmels „Und daß du gesehen hast Eisen mit
Königin-Mutter, die inzwischen v o n gewogen, und sie w i r d zu leicht erfun- Ton vermengt: Werden sie sich wohl
diesem Ereignis erfuhr, trat vor den den werden. Das drohende Gericht nach Menschengeblüt untereinander
Körüg und sagte: „Laß dich deine Ge- Gottes hängt schwer über den Städten mengen, aber sie iverden doch nicht
danken nicht so erschrecken, und ent- der von Gott abtrünnigen Welt. aneinander halten, gleichwie sich Eisen
färbe dich nicht also! Es ist ein M a n n mitTon nicht mengen läßt." Dan. 2,43.
in deinem Königreich, der den Geist Die Zeit ist kurz Das Wiederaufleben einer totgeglaub-
der heiligen Götter hat, . . . nämlich Die wachsende Furcht vor der Zukunft: ten Kirche:
Daniel, den der König ließ Beltsazar
„Und es werden Zeichen geschehen an „Und ich sah seiner Häupter eines, als
nennen. So rufe man nun Daniel; der
Sonne und Mond und Sternen; und wäre es tödlich wund; und seine töd-
wird sagen, was es bedeutet." Dan. 5,
auf Erden wird den Leuten hange sein, liche Wunde ward heil. Und der ganze
10—12.
und sie werden zagen, und das Meer Erdhoden verwunderte sich des Tie-
und die Wasserwogen werden brau- res." Offbg. 13, 3.

20
Zunahme der Gewalttaten, Verbre- über, deren eigenes Gewissen ernst- selbst ist u n d seinen verlorenen Z u -
dien aller A r t und Naturkatastrophen l i d i beunruhigt ist. . . . Doch die Zeit stand erkennt, der w i r d die i h m aus-
sind ein neuer Beweis, da.Q w i r dem ist k u r z . " gestreckte Hand zur Rettung ergreifen.
Höhepimkt der Geschichte der Mensch- Kein Wunder, daß sich immer mehr Schon i m Alten Testament hat Gott
heit entgegeneilen. I m Evangehum v o n Leute fragen, was w o h l die Zukunft Prediger der Gerechtigkeit gehabt, die
Matthäus 24 hat Jesus, der Sohn Got- für sie bereit hält. Kein Wunder, daß unermüdlich u n d xmerschrocken die
tes, die Zeichen des Endes vorausge- sie fragen: Sind w i r am Ende der Zeit? Rettungsbotschaft ~ das ewige Evan-
sägt, xmd sie erfüllen sidi vor unseren Kein Wunder, daß viele Menschen das gelium — verkimdigt hatten.
Augen. Einige Aussagen prominenter vergessene Buch — die Bibel — zur Abel, Henoch, Noah, Abraham und
Persönlichkeiten mögen das oben Er- Hand nehmen, u m zu erfahren, was alle Patriarchen und Propheten waren
wähnte bestätigen. dieses alte Buch über das Ende der Prediger der Gerechtigkeit. Der größte
Billy Graham erzählte v o n einer A u - Welt sagt. Prediger der Gerechtigkeit war aber
dienz bei Altbundeskanzler Dr. Ade- Christus selbst gibt uns die bestimm- Jesus, der Sohn Gottes. Er verließ den
nauer: „Dieser große Deutsche", so testen Auskünfte über diesen Gegen- Himmel, alle Herrlichkeit, die A n b e -
beriditete er, „fragte m i d i spontan stand, und dies darum, weil seine Jün- tung der himmlischen Heerscharen und
nach der Begrüßung: ,Dr. Graham, ger i h n einst fragten: „Welches ist das die Nähe seines Vaters, u m i n diese
glauben Sie an die Auferstehung der Zeichen deiner Wiederkunft xmd des traurige, m i t Sünden beladene Welt zu
Toten?' — ,Selbstverständlich glaube Weltendes?" M a t t h . 24, 3 (Menge- kommen u n d das verlorene Schaf zu
ich daran!' — ,Ich glaube es auch', ant- Übersetzxmg). suchen. Jesus konnte wirklich sagen:
wortete Adenauer, ,sonst wäre es zum A u f die Frage seiner Jünger gibt Jesus „Derm des Menschen Sohn ist gekom-
Verzweifeln. Die Weltgeschichte nimmt eine ganz klare A n t w o r t : „Und es w i r d men, zu suchen und selig zu madien,
ja einen unheimlichen Verlauf.'" gepredigt werden das Evangelium vom das verloren ist." Luk. i g , 10. Die ewig
Charles A. Malilc, früherer Präsident Reich i n der ganzen Welt zu einem unbegreifliche Liebe trieb ihn zu xms,
der Vereinten Nationen, sagte auf ei- Zeugnis über alle Völker, t m d dann und er versucht auch heute noch, uns
ner Washingtoner Versammlung, daß w i r d das Ende kommen." M a t t h . 24,14. mit Seilen der Liebe zu sich zu ziehen.
heute nichts leichter sei, als „entmutigt Der Prophet Jeremia sagt: „Der Herr
über die Faktoren des Untergangs xmd Die Verkündigung der letzten ist mir erschienen von ferne: Ich habe
des Verderbens nachzudenken", aber Botschaft dich je und je geliebt; darum habe ich
die Gründe zur Entmutigung „sind so „Und ich sah eüien Engel fliegen m i t - dich zu m i r gezogen aus lauter Güte."
zahlreidi, daß es manchmal einer star- ten durch den Himmel, der hatte ein Jer. 31, 3.
ken geistigen Anstrengung bedarf, xmi ewiges Evangelixmi zu verkündigen Eine Frau sieht, daß ihr Haus in Flam-
sich die eigentlichen Faktoren der Hoff- denen, die auf Erden wohnen, u n d men steht. Blitzschnell erinnert sie sich
nung und der Erneuerung zu vergegen- allen Heiden u n d Geschlechtern u n d an ihr schlafendes Kind i m Haus. Sie
wärtigen. Wer hat nicht einigen Zwei- Sprachen und Völkern, xmd sprach m i t eilt so schnell sie nur kann, bahnt sich
fel darüber, ob die westliche Zivilisa- großer Stimme: Fürchtet Gott und ge- den Weg durch die Flammen, reißt das
tion noch länger bestehen kann . . ., bet i h m die Ehre; denn die Zeit seines K i n d aus der Wiege, hüllt es ein i m d
während Furcht, Unsicherheit und Ver- Gerichts ist gekommen! U n d betet an bahnt sich wieder den Weg durch die
weichhchung sie v o n innen untermi- den, der gemacht hat Himmel xmd Erde Flammen i n die Freiheit. Das Kind war
nieren?" und Meer u n d die Wasserbrxmnen." gerettet! Erst später bemerkt sie, daß
Einer der berühmtesten Kernphysiker, Offbg. 14, 6. 7. ihr Haar versengt war und sie Wunden
Harold C. Ureg, sagte sogar: „Tatsädi- Bevor die Tür der Gnade sich für immer davongetragen hatte. Die Liebe zu dem
lich wird die zukünftige Geschichte schließt xmd die sieben letzten Plagen hilflosen Kinde war so groß, daß sie
vielleicht nicht lange dauern." (die i n der Offenbarung i m 16. Kapitel keine Gefahr sah; es galt die Rettung
Ein anderer, Thomas E. Murry von der deuthch beschrieben sind) als Gerichte des Kindes.
Atomkommission, ging sogar soweit über eine xmbußf ertige Menschheit aus- Auch Jesus achtete nicht auf die Gefah-
zu sagen: „Weim w i r alles, was w i r gegossen werden, läßt Gott i n seiner ren, Schwierigkeiten, Nöte des Lebens,
wissen, i n Betracht ziehen, dann kann sudienden u n d rettenden Liebe die auf Spott, Verfolgung und selbst auf
es der unbegreifliche xmd imerforsch- letzte Einladung ergehen. den grausamsten Tod, u m uns nur zu
liche Wille Gottes sein, das zwanzigste Der Herr sagt durch seinen Propheten: helfen u n d uns v o m ewigen T o d zu
Jahrhundert für die Menschheit zur „Denn ich habe kein Gefallen am Tode retten. Noch am Kreuz betete er: „ V a -
Ladenschlußstunde zu machen." des Sterbenden, spricht der Herr Herr. ter, vergib ihnen; denn sie wissen nicht,
Die wechselnde Furcht vor der Zukunft Darxmi bekehret euch, so werdet i h r was sie t u n ! " Luk. 23, 34. Aber nicht
hat sogar viele religiöse Führer ergrif- leben." Hes. 18, 32. nur Jesus, der Menschen Sohn, vergoß
fen, die solange irrtümlicherweise ver- Seit dem Sündenfall ist der Himmel Tränen über eine gottfeindliche und
kündigt hatten, daß die Welt besser auf der Suche nach dem Verlorenen. unbußfertige Menschheit, wie w i r i m
xmd immer besser werde. Die Sünde hat xms v o n der Quelle des Lukas-Evangelium lesen: „Und als er
AbschUeßend noch eine Aussage des Lebens, des Lichts, der Freude, des nahe hinzukam, sah er die Stadt an
provisorischen Ausschusses des Welt- Trostes xmd des Friedens getrermt. W i r und weinte über sie und sprach: Wenn
kirchenrates: „Die Welt steht heute sind Sklaven des eigenen Ichs, Sklaven doch auch du erkenntest zu dieser dei-
zwischen Leben xmd Tod. Der M e n - der Leidenschaft, Sklaven des Erzbe- ner Zeit, was zu deinem Frieden dient!
schen Hoffnxmgen auf eine bessere trügers — des Teufels — geworden, Aber nun ist's vor deinen Augen ver-
Welt haben sich nicht erfüllt. . . . W i r wenn w i r es auch nicht wahrhaben borgen." Luk. 19, 41. 42. Auch unser
stehen dieser Krise als Christen gegen- woUen. Wer aber aufrichtig m i t sich Vater i m Himmel hat uns lieb, und

21
deshalb gab er seinen Sohn als Beweis und i m Auftrag Gottes allen Völkern, näher ist als w i r denken, sollten wir
seiner unbegreiflichen Liebe. „Also Sprachen und Rassen das Evangelium den Rat des Apostels Petrus zu Her-
hat Gott die Welt geliebt, daß er sei- von der Liebe Gottes i n Christus pre- zen nehmen. „Es w i r d aber des Herrn
nen eingeborenen Sohn gab, auf daß digen sowie die Bestimmtheit und die Tag kommen wie ein Dieb i n der Nacht,
alle, die an ihn glauben, nicht verloren Nähe des jüngsten Gerichts verkündi- an welchem die Himmel zergehen wer-
werden, sondern das ewige Leben ha- gen w i r d . den m i t großem Krachen; die Elemente
ben." Joh. 5,16. Laut dem 14. und 15. Vers w i r d diese aber werden vor Hitze schmelzen, imd
W i r haben auf außerordentliche u n d Bewegung i h r W e r k i n den Tagen der die Erde u n d die Werke, die darauf
bedeutungsvolle Charakterzüge der reifenden Ernte t u n , zur Zeit, da die sind, werden verbrennen. So nun das
gegenwärtigen Weltlage hingewiesen. Weltgeschichte ihrem Höhepunkt zu- alles soll zergehen, wie sollt ihr denn
Diese eindrucksvollen Entwicklungen, treibt und sich die letzten großen Zei- geschickt sein m i t heiligem Wandel
die alle von weltweiter Bedeutung sind, chen v o n Christi Wiederkunft ereig- und gottseligem Wesen, daß ihr war-
die i n der göttlichen Prophetie ange- nen. tet u n d eilet zu der Zukunft des Ta-
zeigt werden, die alle zur gleichen Zeit Die Erkennungszeichen dieser Bewe- ges des Herrn, an welchem die H i m -
und in derselben Generation einsetzen, gung sind: mel v o m Feuer zergehen xmd die Ele-
künden an, daß etwas Gewaltiges be- mente vor Hitze zerschmelzen wer-
Hier ist Geduld der Heiligen;
vorsteht. den!" z. Petr. 3,10—iz.
Aber es gibt noch ein weiteres Zeichen, hier sind, die da halten die Gebote Got-
Für unsere Zeit körmte es wahrlich kei-
welches alle anderen erhellt und an Be- tes und den
nen passenderen Rat geben.
deutung übertrifft: Die Verkündigung Glauben an Jesum. Die A n t w o r t auf die Frage, was m i t
der letzten Botschaft. dem „heiligen Wandel" und der „rech-
Weit i n die Zukunft bückend, den letz- Diese Schar wartet geduldig auf die
Wiederkunft Jesu Christi, als die Er- ten Gottesfurcht" gemeint ist, wird aus
ten Stunden der Weltgeschichte ent-
füllung der Hoffnung aller Gläubigen. dem Evangelium und den Briefen der
gegen, wenn die Wissenschaft i n ihren
Sie hält alle Zehn Gebote Gottes und Apostel klar ersichtlich.
Errungenschaften den Höchsten Gipfel
ehrt den großen Gesetzgeber durch Jetzt, w o es dem Ende entgegengeht
und die menschliche Verdorbenheit
ihre Treue und Hingabe. und der Höhepunkt des großen Tages
ihren tiefsten Stand erreicht haben,
Sie glaubt an Jesus als ihren persönh- herannaht, sollen w i r so christusähn-
wenn die erwachten Nationen sich
chen Erlöser und Retter von Sünde und lich sein, wie uns nur der Heilige Geist
für Harmagedon vorbereiten, sah der
große Apostel Johannes i n einer V i - Tod und glaubt, daß Christus ihre Ge- machen kann.
sion eine überraschend neue Entwick- rechtigkeit ist. Jeden Augenblick sollten w i r beten:
lung, als ob Gott selbst mit dringen- Der Leser w i r d fragen: H a t sich diese „Laß die Schönheit Jesu i n mir sichtbar
der u n d besonderer Absicht i n das Voraussage Gottes erfüllt? Gibt es werden, laß mich durch seine Gnade
Weltgeschehen eingreifen würde. Er heute eine solche Bewegung? Gibt es beständig jede Seite seiner Güte an
sagt: „Und ich sah einen Engel fliegen eine organisierte Gemeinde Jesu C h r i - den Tag legen — seine Liebe, seine U n -
mitten durch den Himmel, der hatte sti, die sich dieses Auftrages bewußt schuld, seinen Gehorsam, seine Groß-
ein ewiges Evangelium zu verkündigen ist u n d m i t Hilfe Gottes den Willen zügigkeit, seinen Geist der Versöhn-
denen, die auf Erden wohnen, u n d Gottes zu erfüllen sucht? lichkeit, seine Demut und seine Selbst-
allen Heiden u n d Geschlechtern u n d Ja, es gibt, Gott sei Dank, eine solche aufopferung."
Sprachen und Völkern, und sprach m i t Bewegung. Tag u m Tag müssen w i r mit Gott wan-
großer Stimme: Fürchtet Gott u n d Als die Zeit erfüllet war und die Zei- deln, wie Henoch es tat, indem wir be-
gebet i h m die Ehre; denn die Zeit sei- chen der Zeit das Ende ankündigten, ständig danach streben, i h m zu gefal-
nes Gerichts ist gekommen! U n d betet rief, Gott ein Volk, welches rasch Aus- len i n allem, was w i r sagen und tun.
an den, der gemacht hat Himmel und maße annahm, welche kein Zuschauer Tag für Tag müssen w i r zu unserem
Erde i m d Meer und die Wasserbrun- damals für möglich gehalten hatte. Heiland u n d Hohenpriester kommen
nen." Offbg. 14, 6. 7. Weder m i t Geld noch m i t Einfluß aus- und u m Vergebung der Sünden u n d
Zwei andere Engel folgen. Einer schrie:
gestattet, verbreitete es sich schnell von unser Zukurzkommen flehen und dar-
„Sie ist gefallen, sie ist gefallen, Baby-
Land zu Land und v o n Kontinent zu um bitten, daß er uns auf den Tag sei-
lon, die große Stadt; . . . " , und der an-
Kontinent. Heute, nach etwas mehr als ner Erscheinung bereit macht!
dere Engel rief: „So jemand das Tier
einem Jahrhundert, ist es i n aller Welt W i r müssen nach dem wahren Volke
anbetet und sein Bild und nimmt das
vertreten, und obwohl aus allen Natio- Gottes suchen und uns m i t i h m vei;-
Malzeichen an seine Stirn oder an seine
nen und Sprachen gesammelt, bildet es binden, um mitzuhelfen, die letzte
Hand, der w i r d v o n dem Wein des
eine glückliche Familie. Die große Hoff- warnende Botschaft zu tragen.
Zorns Gottes trinken . . . " Offbg. 14,
8—10. Obwohl es sidi hier u m eine nung auf die baldige Wiederkunft Jesu Bei einer völligen Übergabe des Le-
symbolisdie Sprache handelt, wie bei beseelt sie alle und der Glaube an ihren bens an Gott und unseren himmlischen
vielem, was Johannes niederschrieb, so Erlöser, als das Lamm Gottes, sowie Vater werden wir für alles bereit sein,
ist doch die Bedeutung klar. das Halten seiner Gebote, als die Richt- was die Zukunft auch bringen mag.
Ohne Zweifel beschreiben diese Verse schnur des Glaubens und Handelns. Weder Besorgnis noch Furcht werden
die Entstehung einer religiösen Bewe- wir haben, sondern ein ruhiges, freu-
gung i n der letzten Zeit, die sich i m Vorbereitung auf die letzte Stunde diges Vertrauen, daß alles wohl sein
Huge auf der ganzen Welt ausbreiten Da der Höhepunkt der Gesdüchte i m - w i r d , wenn Jesus wiederkommt.
mer schneller herannaht und vielleicht Siegmund Gutkneckt

22
alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut."
Da ruhte er voll Freude über das gelungene Werk.
„Gott segnete den siebenten Tag und heiligte i h n . " Er son-
derte i h n ab zu heiligem Dienst, „weil er an i h m ruhte von
allen seinen W e r k e n " . Er gab i h n A d a m als Ruhetag. Er
war ein Gedächtnistag der göttlichen Schöpfung und daher
ein Zeichen der Macht und Liebe Gottes. Die Heilige Schrift
sagt: „Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder."
Mit seiner eigenen Stimme verkündigte der Herr die Zehn
Ps. 111, 4. „Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige
Gebote vom Sinai. Donner und Bhtz zeugten von der Nähe
Kraft und Gottheit, w i r d ersehen seit der Schöpfung der
der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes und begleiteten die
Welt und wahrgenommen an seinen Werken, so daß sie
Verkündigung des ewigen Gesetzes, das den Grundstock
keine Entschuldigung haben." Rom. 1, 20.
für das ewige Recht bildet. Der Herr selbst stieg hernieder
Alle Dinge wurden durch den Sohn Gottes geschaffen. „ A m
auf den Berg, nachdem Israel sich i h m geweiht hatte. Der
Anfang war das W o r t , und das W o r t war bei Gott. . . .
ganze heilige Berg rauchte i m d war in Feuer gehüllt.
Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe
Aus dieser Feuerglut sprach der Herr zu seinem Volk.
ist nichts gemacht, was gemacht ist." Joh, 1, 1—3. U n d da
(2. Mose ig, x6—25.) Inmitten dieser Zehn Gebote steht
der Sabbat ein Gedächtnistag der Schöpfung ist, ist er ein
das vierte, das Sabbatgebot. Eigentlich ist es gar kein Ge-
Zeichen der Liebe und der Macht Christi.
bot, sondern es trägt mehr den Charakter einer göttlichen
Der Sabbat lenkt unsere Gedanken auf die Natur und
Bitte, einer Ermahnung an die Menschheit. „Gedenke des
bringt uns i n Verbindung m i t dem Schöpfer. I m Gesang
Sabbattags, daß du ihn heihgest. Sechs Tage sollst du ar-
der Vögel, i m Rauschen der Bäume, i m Plätschern der W e l -
beiten und alle deine Dinge beschicken; aber am siebenten
len können w i r noch die Stimme dessen hören, der m i t
Tage ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes; da sollst du
Adam i n der Kühle des Tages redete. Indem wir die Kraft
kein Werk t u n noch dein Sohn noch deine Tochter noch
Gottes i n der Natur wahrnehmen, finden wir reichen Trost;
dein Knecht noch deine Magd noch dein Vieh noch dein
denn das W o r t , das alle Dinge schuf, gibt auch unserer
Fremdling, der i n deinen Toren ist. Denn i n sechs Tagen hat
Seele Leben. Er, „der da hieß das Licht aus der Finsternis
der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und
hervorleuchten, der hat einen hellen Schein i n unsere Her-
alles, was darinnen ist, und ruhete am siebenten Tage.
zen gegeben, daß durch uns entstünde die Erleuchtung zur
Darum segnete der Herr den Sabbattag und heiligte i h n . "
Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes i n dem Angesicht Jesu
2. Mose 20, 8—11.
Christi". 2. Kor, 4, 6. Darum singt der Psalmist:
Wenn wir dieses Gebot lesen, dann braucht es eigentlich
nicht viel Erklärung. Es ist deutlich genug. A n diesem Ge- „Herr, du lassest mich fröhlich singen von deinen Werken,
bot ist nichts Mystisches oder U n erklärbar es. Alles ist i n und ich rühme die Taten deiner Hände.
runden und deutlichen Worten gesagt. Der Herr hat sich i n Herr, wie sind deine Werke so groß!
bezug auf dieses Gebot genau so deutlich ausgedrückt wie Deine Gedanken sind sehr tief." Ps. g2, 5. 6.
bei den anderen neun Geboten, so daß kein Mißverständnis
Der Heilige Geist erklärt durch den'Propheten Jesaja: „Mit
möglich ist. Nur Unwillen und unehrliche Spitzfindigkeiten
wem wollt ihr denn Gott vergleichen? Oder was für em
und Schriftverfälschungen können diesen Worten Gottes
A b b i l d wollt ihr von i h m machen? ; . . Wißt ihr denn nicht?
eine andere Bedeutung geben. Das Gebot enthält eine Vor-
Hört ihr denn nicht? Ist's euch nicht von Anfang an ver-
schrift: „Gedenke des Sabbattags, daß du i h n heiligest."
kündigt? Habt ihr's nicht gelernt von Anbegirm der Erde?
Dann folgt eine nähere Andeutung: „Sechs Tage sollst du
Er thront über dem Kreis der Erde, und die darauf wohnen,
arbeiten und alle deine Dinge beschicken; aber am sieben-
sind wie Heuschrecken; er sparmt den Himmel aus wie
ten Tage ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes . . .", und
einen Schleier und breitet i h n aus wie ein Zelt, i n dem man
zum Schluß gibt das Gebot den Grund für die geweihte
wohnt. . . . M i t wem wollt ihr mich also vergleichen, dem
Ruhe an: „Denn i n sechs Tagen hat der Herr Himmel und
ich gleich sei? spricht der Heilige. . . . Hebet eure Augen i n
Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist,
die Höhe und seht! Wer hat dies geschaffen? Er führt ihr
und ruhete am siebenten Tage. Darum segnete der Herr
Heer vollzählig heraus und ruft sie alle m i t Namen; seine
den Sabbattag und heiUgte i h n . " Der einzige Grund für die
Macht und starke Kraft ist so groß, daß nicht eins von
Heiligung des Sabbats ist also die Tatsache, daß Gott selbst
ihnen fehlt. W a r u m sprichst du denn, Jakob, und du, Israel,
an diesem Tage ruhte. Darm weist dieses Gebot uns zu-
sagst: M e i n Weg ist dem Herrn verborgen, und mein Recht
rück zur Schöpfung und der damit eng verbundenen Ein-
geht vor meinem Gott vorüber? Weißt du nicht? Hast du
setzung des Sabbats. Der Sabbat des vierten Gebotes ist
nicht gehört? Der Herr, der ewige Gott, der die Enden der
darum kein anderer Tag als der, welcher bei der Schöpfung
Erde geschaffen hat, w i r d nicht müde noch matt, sein Ver-
durch Gott gesegnet und geheiligt wurde. Der Herr stellte
stand ist unausforschlich. Er gibt dem Müden Kraft und
den Sabbat i n die Mitte der Zehn Gebote, damit die M e n -
Stärke genug dem Unvermögenden," Jes. 40, x8. 29. —
schen diese heilige Einrichtung nicht vergessen sollten, Gott
„Fürchte dich nicht, ich b i n m i t dir, weiche nicht, denn ich
wünscht, daß dieser Tag ihnen immer i m Gedächtnis blei-
bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte
ben sollte. Darum fängt dieses Gebot m i t dem W o r t „ G e -
dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit." Jes, 41,
denke" an.
10. — „Wendet euch zu mir, so werdet ihr gerettet, aller
Für den Menschen gemacht, hatte er seinen Ursprung, „als Welt Enden; denn ich b i n Gott, und sonst keiner mehr."
mich (Gott) die Morgensterne miteinander lobten und Jes. 45, 22. Dies ist die Botschaft, die i n der Schöpfung nie-
jauchzten alle Gottessöhne". Frieden erfüllte die Welt; denn dergelegt wurde, und die durch den Sabbat wachgehalten
die Erde stand mit dem Hünmel i n Einklang. „Gott sah an w i r d . Bei dem Sabbatgebot an Israel sagte der Herr: „Meine

25
Sabbate sollt ihr heiligen, daß sie ein Zeidien seien z w i - Als der Heiland und seine Jünger an einem Sabbat v o n dem
sdien mir und euch, damit ihr wißt, daß ich, der Herr, euer O r t der Anbetung zurückkehrten, gingen sie durdi ein rei-
Gott b i n . " Hes. 20, 20. fendes Kornfeld. Jesus hatte seüien Dienst an diesem Sab-
Der Sabbat war i n dem auf Sinai gegebenen Gesetz ein- bat bis zum Abend ausgedehnt, und als sie nun durch das
geschlossen; aber er wurde nicht erst damals als Ruhetag Feld gingen, pflückten die Jünger einige Kornähren, rieben
verkündigt. Das Volk Israel besaß schon die Erkenntnis sie zwischen den Händen und aßen die Körner. A n keinem
dieses Tages, ehe es nach Sinai kam; denn auf dem Wege anderen Tage hätte dies irgendwelches Aufsehen erregt;
dahin wurde der Sabbat gehalten. Als einige diesen geweih- denn es war gestattet, beim Durchschreiten eines Kornfel-
ten Tag entheiUgten, tadelte sie Gott und sagte: „Wie lange des, eines Obst- oder Weingartens beliebig viel Früchte zu
weigert ihr euch, meine Gebote und Weisungen zu halten?" pflücken und zu genießen. N u r an einem Sabbat war so
2. Mose 16, 28. etwas nicht erlaubt, ja, es wurde sogar als Sabbatschändxmg
Nicht nur für Israel war der Sabbat gegeben, sondern für betrachtet. Nicht nur das Pflücken war eine A r t Ernte, son-
die ganze Welt. Schon i m Paradies hatte Gott ihn den M e n - dern auch das Reiben zwischen den Händen galt gewisser-
schen verkündet, und gleich den anderen Vorschriften des maßen als ein Dreschen der Frucht. So wurde die Tat der
Gesetzes ist seine Gültigkeit unvergänghch. V o n dem Ge- Jünger von den Rabbinern als doppelte Übertretung des
setz, zu dem das vierte Gebot gehört, erklärt Christus: Sabbatgebotes bezeichnet.
„Bis daß Himmel und Erde vergehe, wird nicht vergehen Die schnüffelnden Spione der Rabbiner beklagten sich bei
der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz." Jesus und sagten: „Siehe deine Jünger tun, was am Sabbat
Matth. 5, iS. Solange Himmel und Erde bestehen, w i r d der nicht erlaubt ist." M a t t h . X2, 2.
Sabbat immer ein Zeichen der Macht des Schöpfers sein. Als Jesus selbst einmal am Teich Bethesda der Sabbatschän-
Und wenn auf Erden das Paradies wieder erblühen w i r d , dung beschuldigt wurde, verteidigte er sich mit der Bezeu-
dann wird auch Gottes heiHger Ruhetag von allen, die tmter gung, der Sohn Gottes zu sein i m d i n Einklang m i t dem
der Sonne leben, gefeiert werden. „Einen Sabbat nach dem himmlischen Vater zu handeln .-Jetzt, da seine Jünger ange-
andern" werden die Bewohner der gereinigten neuen Erde griffen wurden, verwies er die Ankläger auf Beispiele aus
„kommen, um vor mir ctnzubeten, spricht der H e r r " . Jes. dem Alten Testament, auf Handlungen, die am Sabbat von
66, 25. solchen Personen vorgenommen worden waren, die i m
Keine andere Einrichtimg, die den Juden anvertraut war, Dienste Gottes standen.
zeichnete sie so sehr vor den umliegenden Völkern aus wie Die jüdischen Lehrer rühmten sich ihrer Kenntnis der hei-
gerade der Sabbat. Gott wollte, daß die Feier dieses Tages ligen Schriften; in des Heilands A n t w o r t lag jedoch ein Vor-
sie als seine Anbeter kennzeichne. Der Sabbat sollte ein wurf hinsichtlich ihrer Unwissenheit der Schriften. „Habt
äußeres Zeichen ihrer Trennung vom Götzendienst sowie ihr nicht gelesen", sagte er zu ihnen, „was David tat, da
ihrer Verbindung m i t dem wahren Gott sem. U m aber den i h n und die m i t i h m waren hungerte? Wie er i n das Gottes-
Sabbat heiUgen zu können, müssen die Menschen selbst haus ging und aß die Schaubrote, die er doch nicht durfte
heilig sein und durch den Glauben Teilhaber der Gerechtig- essen noch die, die m i t i h m waren, sondern allein die Prie-
keit Christi werden. Als den Israeliten das Gebot gegeben ster?" M a t t h . 12, 3. 4. „Und er sprach zu ihnen: Der Sabbat
wurde: „Gedenke des Sabbattages, daß du i h n heiligest", ist u m des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch
sagte der Herr auch zu Urnen: „Ihr sollt mir heilige Leute u m des Sabbats w i l l e n . " Markus 2, 27. „Habt i h r nicht
sein." 2. Mose 20, 8; 22, 30 (31). N u r so konnte der Sabbat gelesen i m Gesetz, wie die Priester am Sabbat i m Tempel
die Israeliten als Anbetende Gottes kennzeichnen. den Sabbat brechen i m d sind doch ohne Schuld? Ich sage
Als die Juden von Gott abwichen und sich dadurch selbst euch aber: Hier ist Größeres als der Tempel. . . Des M e n -
um die Gerechtigkeit Christi brachten, verlor der Sabbat schen Sohn ist ein Herr auch über den Sabbat." Matth. 12,
für sie seine Bedeutung. Satan versuchte sich zu erhöhen 5. 6. 8.
und die Menschen von Christus abspenstig zu machen. Er Wenn es David erlaubt war^ von den Broten i m Tempel,
strebte danach, den Sabbat zu ändern, weil dieser das Zei- die doch für einen heiligen Zweck bestimmt waren, zu essen,
chen der Macht Christi ist. Die Führer Israels handelten um seinen Hunger zu stillen, dann war es auch kein U n -
nach dem Willen Satans, indem sie den Sabbat m i t be- recht v o n den Jüngern, wenn sie a,m heiligen Sabbattag
drückenden Menschensatzungen umzäunten. Zur Zeit Chri- Ähren ausrauften, u m davon zu essen und ihren Hunger
sti war der Sabbat so verfälscht worden, daß er mehr dem zu stillen. Außerdem hatten die Priester am Sabbat mehr
Charakter selbstsüchtiger, willkürlich handelnder Menschen zu t u n als an anderen Tagen; dieselbe Arbeit zu welthchen
glich, als daß er das Wesen eines liebenden Gottes tmd Zwecken wäre sündhaft gewesen, doch das Wirken der Prie-
Vaters widerspiegelte. Die Rabbiner bezeichneten Gott i m ster geschah i m Dienste Gottes. Sie übten jene Gebräuche,
Grunde genommen als ein Wesen, das Gesetze erließ, die die auf die erlösende Kraft Christi hinwiesen, u n d i h r
zu halten Menschen unmöglich war. Sie veranlaßten das Dienst war i n Übereinstimmung m i t dem Sinn und Ziel des
Volk, Gott als einen Tyrannen anzusehen und zu glauben, Sabbats. N u n aber war Christus selbst gekommen, und die
daß die Beachtung des Sabbats, wie sie von Gott verlangt Jünger, die seinen Auftrag ausführten, waren i m Dienste
werde, die Menschen hartnäckig und grausam mache. Es Gottes tätig; alles, was zur Erfüllung dieses Auftrages not-
war Christi Aufgabe, diese falschen Begriffe zu beseitigen. wendig war, durfte v o n ihnen auch am Sabbat getan wer-
Obgleich er von den Rabbinern m i t schonungsloser Feind- den.
schaft verfolgt wurde, bemühte er sich nicht i m geringsten, Christus wollte seinen Jüngern und auch seinen Gegnern
ihren Forderungen zu entsprechen, sondern feierte viel- zeigen, daß der Dienst für den Herrn allem anderen vor-
mehr den Sabbat i n Übereinstimmung m i t dem Gesetz gehen sollte. Das W e r k Gottes m dieser Welt ist auf die
Gottes. Erlösung der Menschen gerichtet; deshalb steht auch das,
was am Sabbat getan werden muß, u m diese Aufgabe zu

24
fördern, i n Einklang m i t dem Sabbatgebot. Diese Lehre A n einem anderen Sabbat sah Jesus beim Betreten einer
betonte der Heiland noch dadurch, dal3 er sich „Herr des Synagoge einen M a n n m i t einer verdorrten Hand. Die Pha-
Sabbats" nannte, der erhaben ist über alle Zweifel und auch risäer beobachteten i h n , begierig zu sehen, was er t u n
über das Gesetz. Der ewige Richter sprach die Jünger Jesu würde. Jesus wußte wohl, daß er als Übertreter des Geset-
von allem Tadel frei, indem er sich gerade auf jenes Gesetz zes angesehen würde,, wenn er am Sabbat heilte. Dennoch
berief, dessen Übertretung man sie bezichtigte. zögerte er rücht, die Schranken der übernommenen M e n -
Jesus begnügte sich rücht damit, seinen Gegnern einen Vor- schensatzungen, die den Sabbat umzäunten, niederzurei-
wurf zu machen, sondern er erklärte damit, daß sie i n ihrer ßen. Er ließ den leidenden M a n n hervortreten und fragte
Blindheit den Sinn des Sabbats verkannt hätten. Er sagte: dann: „Soll man am Sabbat Gutes t u n oder Böses tun,
„Wenn i h r aber wüßtet, was das ist: ,Ich habe Wohlgefal- Leben erhalten oder töten?" M a r k . 5, 4. Bei den Juden
len an der Barmherzigkeit und nicht am Opfer', hättet ihr herrschte die Regel, daß, wer eine gute Tat unterließ, gleidi-
die Unschuldigen nicht verdarrunt." Matth. 12, 7. Die vielen zeitig eine böse Tat beging; ein gefährdetes Leben nicht zu
seelenlosen Zeremoiüen konnten ihren Mangel an aufrich- retten bedeutete es zu töten. So schlug Jesus die Juden mit
tiger Rechtschaffenheit u n d hingebungsvoller Liebe, die ihren eigenen Waffen. „Sie aber schwiegen stille. Und er
immer den wahren Anbeter Gottes auszeichnen, nicht er- sah sie umher an m i t Zorn i m d ward betrübt über ihr ver-
setzen. stocktes Herz und sprach zu dem Menschen: Strecke deine
Aufs neue wiederholte Christus die Wahrheit, daß die Hand aus! U n d er streckte sie aus; und seine Hand ward
Opfer, i n sich selbst wertlos, nur ein M i t t e l , nicht aber die gesund." M a r k . 3, 4. 5.
Erfüllung wären. Ihre Aufgabe war es, die Menschen zum Als Jesus gefragt wurde: „Ist's auch recht, am Sabbat zu
Heiland zu führen und sie dadurch i n Über eins tkrunung heilen?", antwortete er: „Welcher ist unter euch, wenn er
mit Gott zu bringen. Allein den Dienst aus Liebe schätzt ein einziges Schaf hat und es fällt ihm am Sabbat i n eine
Gott; fehlt diese Liebe, darm sind ihm alle Opfer und For- Grube, der es rücht ergreife und i h m heraushelfe? Wieviel
men ein Ärgernis. Genauso ist es auch m i t dem Sabbat. mehr ist nun ein Mensch als ein Schaf? Darum darf man
Dieser war dazu bestimmt, die Gemeinschaft der Menschen wohl am Sabbat Gutes t u n . " M a t t h . 12,10—12.
mit Gott herzustellen. Als jedoch das Gemüt der Menschen Die Pharisäer wagten es aus Furcht vor der Menge nicht,
von lästigen Satzungen i n Anspruch genommen wurde, war dem Herrn zu antworten. Sie wollten sich selbst keine
Gottes Absicht m i t dem Sabbat durchkreuzt; die rein äußer- Schwierigkeiten bereiten. Sie wußten genau, daß er die
liche Beachtimg des Sabbats war ein Hohn. Wahrheit gesprochen hatte. Lieber würden sie einen M e n -

25
sehen seinen Schmerzen überlassen als ihre Satzxmgen über- kommen, sie wieder aufzurichten, damit sie Gott verherr-
treten. Dagegen befreiten sie ein Schaf aus einer Notlage, lichen und die Seligkeit der Menschheit schaffen sollte.
um dem Eigentümer den Verlust zu ersparen. M i t h i n heßen „Der Sabbat ist u m des Menschen willen gemacht und nicht
sie einem Tier größere Sorge angedeihen als dem Menschen, der Mensch u m des Sabbats w i l l e n " , sagt Jesus. Die Ein-
der doch zum Ebenbild Gottes geschaffen ist. Dies veran- richtungen, die Gott geschaffen hat, dienen dem W o h l der
schauhcht deutlich die W i r k u n g aller falschen Glaubens- Menschheit. „Es geschieht alles u m euretwillen." 2. Kor.
richtungen. Diese entspringen dem Verlangen, sich über 4, 15. — „Es sei Paulus oder Apollos oder Kephas, es sei
Gott zu erheben, enden aber darin, daß sie den Menschen Welt oder Leben oder Tod, es sei Gegenwärtiges oder Z u -
unter das Tier erniedrigen. Jede ReHgion, die sich gegen künftiges, alles ist euer, ihr aber seid Christi, Christus aber
die oberste Gewalt Gottes wendet, betrügt den Menschen ist Gottes." 1. Kor. 3, 22. 23. Das Gesetz der Zehn Gebote,
um die Herrlichkeit, die er bei der Schöpfung besaß und die zu denen der Sabbat gehört, gab Gott zum Besten seines
ihm von Christus wiedergegeben werden soll. Jede falsche Volkes. „Der Herr hat uns geboten, nach all diesen Rechten
Religion lehrt ihre Anhänger, gegen die menschhchen Be- zu tun, daß w i r den Herrn, unseren Gott, fürchten, auf daß
dürfnisse, Leiden und Redite gleichgültig zu sein; das Evan- es uns wohlgehe unser Leben lang." 5. Mose 6, 24. U n d
gehum aber legt hohen Wert auf das Menschentum u n d durch denPsalmisten erhielt Israel die Aufforderung: „Die-
sieht den Menschen als Erlösten durch das Blut Christi, der net dem Herrn mit Freuden, kommt vor sein Angesicht mit
i n allen Nöten der UebevoUsten Aufmerksamkeit wert ist. Frohlocken! Erkennet, daß der Herr Gott ist! Er hat uns
Der Herr sagt, „daß ein M a n n kostbarer sein soll als Fein- gemacht und nicht w i r selbst zu seinem Volk und zu Scha-
gold und ein Mensch wertvoller als Goldstücke aus O p h i r " . fen seiner Weide. Gehet zu seinen Toren ein m i t Danken,
Jes. 13,12. zu seinen Vorhöfen m i t Loben; danket i h m , lobet seinen
Als Jesus sich an die Pharisäer m i t der Frage wandte, ob es Namen!" Ps. 100, 2—4. V o n allen, „die den Sabbat halten,
redit sei, am Sabbat Gutes zu t u n oder Böses, Leben zu daß sie i h n nicht entheihgen" (Jes. 56, 6 ) , sagt der Herr:
retten oder zu töten, stellte er sie ihren eigenen bösen A b - „Die wül ich zu meinem heiligen Berge brbigen und will
siditen gegenüber. Sie trachteten i h m m i t bitterem Haß sie erfreuen i n meinem Bethaus." Jes. 56, 7. „Des Men-
nach dem Leben, während er das Leben retten i m d den schen Sohn ist ein Herr über den Sabbat." Diese Worte
Mensdien Glückseligkeit bringen wollte. W a r es nun bes- sind voll Belehrung u n d Trost. W e i l der Sabbat u m des
ser, am Sabbat zu töten, wie sie es zu t u n beabsichtigten, Menschen willen gemacht wurde, ist er des Herrn Tag. Er
oder Kranke zu heilen, wie er es getan hatte? Was war ge- gehört Christus; denn alle Dinge sind durdi i h n gemacht.
rediter: alle Menschen zu lieben und dies durdi Taten der Ohne i h n „ist nichts gemacht, was gemacht ist". Joh. 1, 3.
Barmherzigkeit zu bekunden, oder an Gottes heiligem Tage Da er alles geschaffen hat, hat er auch den Sabbat einge-
Mordgedanken i m Herzen zu hegen? setzt; durch i h n wurde dieser als ein Gedächtnistag cles
Durch die Heilung der verdorrten Hand verurteilte Jesus Schöpfungswerkes abgesondert, und so weist der Sabbat
die Gebräuche der Juden und handhabte das Sabbatgebot auf i h n als den Schöpfer und auch auf den, der da heiligt.
so, wie Gott es einst gegeben hatte. „Darum darf man wohl Im Sabbat liegt die Erklärung, daß er, der alle Dinge i m
am Sabbat Gutes t u n " , sagte er. Indem er die sinnlosen Himmel u n d auf Erden geschaffen hat u n d i n dem alle
Einsdiränkungen der Juden hinwegräumte, ehrte er das Dinge zusammengefaßt sind, das Haupt der Gemeinde ist
wahre Wesen des Sabbats, während Jesu Ankläger Gottes und daß w i r durch seine Macht m i t Gott versöhnt sind.
heiligen Tag entehrten. Gott sagte, indem er v o n Israel sprach: „Ich gab ihnen auch
Viele, die die Meinung vertreten, daß Christus das Gesetz meine Sabbate zum Zeichen zwischen mir und ihnen, damit
abgetan habe, lehren, daß er den Sabbat brach und sogar sie erkannten, daß ich der Herr b i n , der sie heiligt" (Hes.
die Jünger rechtfertigte, als sie das gleiche taten. Solche 20,12) — der sie heilig macht. Also ist der Sabbat ein Zei-
Propheten stellen sich i n Wirklichkeit den krittelnden Juden chen der Macht Christi, uns zu heiligen, und er ist allen
gleich u n d widersprechen dem Zeugnis Christi von sich gegeben, die Christus heiligt. Als ein Zeichen der heiligen-
selbst; denn er sagte: „Ich halte meines Vaters Gebote und den Macht ist der Sabbat allen gegeben, die durch Christus
bleibe i n seiner Liebe." Joh. 1.5,10. Weder der Heiland noch ein Glied des Israels Gottes werden.
seine wahren Nachfolger brachen das Sabbatgebot. C h r i - Der Herr sagt: „Wenn du demen Fuß am Sabbat zurück-
stus war eine lebendige Verkörperung des Gesetzes, v o n hältst und nicht deinen Geschäften nachgehst an memem
dessen heiligen Vorschriften er nicht eine einzige i n seinem heiligen Tage und den Sabbat ,Lust' nennst und den heili-
Leben übertrat. Er blickte auf ein Volk von Zeugen, die alle gen Tag des Herrn ehrest (,geehrt'); . . . darm wirst du
eine Gelegenheit suchten, i h n zu verdammen, und er konnte deine Lust haben am Herrn, u n d ich w i l l dich über die
sie unwidersprodien fragen: „Welcher unter euch kann Höhen auf Erden gehen lassen, und will dich speisen mit
mich einer Sünde zeihen?" Joh. 8, 46. dem Erbe deines Vaters Jakob; denn des Herrn M u n d hat's
Der Heiland war nicht gekommen, die Worte der Patriar- geredet." Jes. 58, 13. 14. A l l e n , die den Sabbat als Zeichen
chen und Propheten umzustoßen; derm er selbst hatte durch der Schöpfungs- u n d Erlösungsmacht Christi annehmen,
diese Männer geredet. Alle Wahrheiten des Wortes Gottes w i r d er eine Lust sein, und da sie Christus i n diesem Tage
kamen von ihm. Aber all diese unschätzbaren Edelsteine sehen, werden sie sich i n i h m freuen. Der Sabbat weist sie
waren i n eine falsche Fassung gebracht; ihr kÖstÜches Licht hin auf die Werke der Schöpfung als Beweis seiner mächti-
war benutzt worden, dem I r r t u m zu dienen. Gott wünschte, gen Kraft, zu erlösen. Während er an den verlorenen Frie-
daß sie aus der Fassung des Irrtums herausgenommen und den des Paradieses erinnert, spricht er v o n dem wieder-
i n den Rahmen der Wahrheit gebracht würden. Dies aber erlangten Frieden durch den Heiland. Jedes D i n g üi der
konnte nur durch göttliche Hand geschehen. Durch die Ver- Natur wiederholt seine Einladung: „Kommet her zu mir
bindung mit dem Irrtum hatte die Wahrheit dem Feinde alle, die i h r mühselig und beladen seid; ich w i l l eudi er-
Gottes und der Mensdien gedient. N u n war Christus ge- quicken." Matth. X I , 28.

26
SO ihr seine Stimme höret...!
- _J L

Vor Jahren brachen die Deiche der stark genug, den Menschen zu einer Der Evangelist Caesar Malan sprach
Nordsee und der Elbmündung bei einer Veränderung zu veranlassen? Ist das einmal mit einem jungen Mädchen. Im
gewaltigen nächtlichen Sturmflut. Die W o r t v o n Mensch zu Mensch stärker? Laufe der Unterhaltung sagte er, daß
Polizei hatte i n den bedrohten Gebie- Gibt es noch etwas Höheres? er hoffe, daß sie eine rechte Dienerin
ten Lautsprecherwagen aufgestellt, um Ein Freund ruft an. Wen erfreut es Christi werde. Charlotte ElHott, so
die Bewohner zu warnen. V o n einem nicht, wenn man an i h n denkt. Es ist hieß das Mädchen, ließen die eindring-
Pfarrer der Gegend wird berichtet, daß doch tröstend, nicht vergessen zu sein. lichen Worte des Evangelisten nicht
er m seiner Gemeinde von Haus zu Wehe dem, der allein ist m i t seinen mehr los. Jedoch sie wußte auch nicht,
Haus ging, um die Gemeindegheder Problemen. A u f der ganzen Welt wie sie eine wahre Christin werden
wadizurütteln. Vielen aber war das scheiden täglich 1000 Menschen durch konnte. Schließhch suchte sie Malan
lädierhch. Sie hatten zu lange sicher Selbstmord aus dem Leben, weitere nochmals auf i m d fragte, wie sie zu
in ihren Häusern gewohnt und sollten ^000 versudien es. Sie werden m i t Gott kommen könne. „Kommen Sie zu
nun fUehen? Sie nahmen die Warnung ihren Problemen nicht mehr fertig. i h m , so wie Sie sind", war die kurze
nicht ernst. Als die Fluten dann rasch Wer von uns kann i n unserer schnell- A n t w o r t . So machte sie es und stellte
anstiegen, war es für viele zu spät. lebigen und komplizierten Welt noch fortan ihr Leben samt ihrer Begabung
Hunderte kamen bei der Katastrophe sagen, daß er keine Probleme hat? Das i n den Dienst Christi. V o n ihr haben
ums Leben, moderne Leben ist doch zu verwickelt, w i r das schöne Lied: „ S o wie ich b i n ,
Wie würden wir bei emer solchen War- so daß es Geborgenheit für längere nichts bringe ich, als daß dein Blut
nung reagieren? Haben w i r durch die Zeit einfach nicht mehr gibt. Die Pro- einst floß für mich." Als Charlotte
täghdien Berichte von Unfällen und bleme mögen zwar verschieden sein, Elliott nach einem erfüllten Leben i m
Katastrophen gelernt, daß solche Nach- aber auf der ganzen Welt sind sie da. 82. Lebensjahr starb, fand man in
richten ernst zu nehmen sind? Manche U n d nun ruft uns der große M e n - ihrem Nachlaß viele Dankschreiben
sind der Meinung, daß Japan und schenfreund zu: „Siehe, ich b i n bei für dieses Lied. Tausenden ist ihr Be-
Zentralamerika eben immer wieder euch alle Tage bis an der Welt Ende." kenntnis i m Lied zum Segen geworden.
von Erdbeben heimgesucht werden. Matth. 28, 20. Sein W o r t sagt uns: Es fordert auch uns auf, so wie w i r
In Nordafrika und Australien gebe es „Alle eure Sorge werfet auf i h n ; denn sind zum Herrn zu kommen. Seine
Dürreperioden. Amerika sei das Land er sorgt für euch", x. Petr. 3, 7. Es ist Verdienste von Golgatha sind auch
der Wirbelstürme. Gewisse Landstriche kein billiger Trost, was hier angeboten für unsere Sünden, Charakterfehler
würden eben immer wieder von Über- wird. Wer dem W o r t folgt, weiß es. und Probleme ausreichend. Seine Auf-
sdiwemmungen verwüstet. W o ein Wie aber köimen wir Gottes Angebot forderung gilt noch immer: „Kommet
Vulkan ist, müsse man damit rechnen, annehmen? her zu mir alle, die ihr mühselig und
daß er die Umgegend m i t glühender
Lava überflute. W a r u m siedeln die
Menschen sidi dort an?
Wir steigen ins A u t o , obwohl wir wis-
sen, daß es alle 30 Sekunden i n der
Bundesrepublik einen Verkehrsunfall
gibt. I m Jahr sterben durchschnittlidi
17 000 Menschen auf den bundesdeut-
sdien Straßen. W i r fahren trotzdem,
weÜ das Leben uns dazu zwingt. Fah-
ren wir aber vorsichtiger, wenn wir
um die Gefahr wissen? Vielleicht eine
Weile, wenn w i r gerade Zeuge eines
Verkehrsunfalles geworden sind. Aber
wie bald ist die Mahnung wieder ver-
gessen?
Wer erlebt, wie jemand an Lungen-
krebs als Folge von Tabakraudx da-
hinsiedit, dem schmeckt die Zigarette
eine Weile nicht mehr. Aber wariun
gibt er es lüdit ganz auf? W a r u m ha-
ben uns die vielen Krankheiten unter
uns noch rücht zur Aufgabe so man-
cher schädlichen Gewohnheit geführt?
Ist die Warnung des Sdiicksals nicht

27
beladen seid, i d i w i l l euch erquicken".
Matth, i i , 28. W i r sollten nicht über
diesen Ruf hinweg an unser Tagwerk In dem Nachlaß eines gefallenen Soldaten fand man unter anderem
gehen und die Antwort auf später ver- einen Gedichtbrief an seine Mutter. Er lautete:
schieben.
Und wieder sagt uns Gottes W o r t :
„Mutter, und bin ich geblieben Mutter, heut muß ich Dich fragen:
„Siehe, ich stehe vor der Tür und
klopfe an. So jemand meine Stimme bald vielleicht schon Warum hast Du mir niemals
hören w i r d und die Tür auf tun, zu dem
auf dem Felde, von Jesus gesagt?
werde ich eingehen und das Abend-
mahl m i t ihm halten und er m i t m i r " . so wisse, Ich hab ihn im Kriege,
Offbg. 3, 20. W a r u m liegt D i r so we-
es fiel Dein Sohn. in den dunkelsten Stunden,
nig am Abendmahl des Herrn, daß
D u immer wieder sagst: später. Jetzt Das Leben war reich! als Licht für mein Leben
nimmst D u lieber an anderen Feiern und Sterben gefunden.
Ich hab es geliebt.
teil und sagst dennoch: Gott vergesse
ich nicht. „Wozu i n die Versammlung Du hast mit dem Besten Aber, daß es ein Fremder war,
gehen," fragte einer, „Gott ist doch und Schönsten, der mir das Ziel hat gezeigt,
überall?" Er bekam zur A n t w o r t :
„Überall in der Luft ist Wasser, aber was es auf Erden gibt, dem ich von jetzt ab wandere zu,
du kannst deinen Durst nicht stillen, es durchsonnt mir auf edelste Art. der mir von Jesus gesagt
wenn du nicht zum Brunnen gehst."
„Gott w i l l , daß allen Menschen gehol- Dir dank ich's! und, Mutter, nicht Du, nicht Du, —
fen werde und sie zur Erkenntnis der Aber Mutter, das kann ich nimmer verstehn!
Wahrheit kommen," (1. Timoth. 2, 4)
deshalb „ruft er auch zwei oder drei- heut muß ich es Dir sagen, Such ihn! Du findest ihn auch.
mal." Hiob 33, 29. 30. Er tut es durch die Ewigkeit grüßt mich. Mutter — auf Wiedersehn!"
sein W o r t , einen Sdücksalssdiiag, ei-
ne Predigt oder eine Schrift. Als die
Apostel predigten, haben immer wie-
der Menschen gefragt: „Was sollen wir oder Vortragsreihe durchführe, ver- den. Aber unsere Entscheidungen
t i m . . . ?" Die meisten aber sagten, wie schicke ich Einladungen an Leute, die können wir so treffen, daß w i r unsere
immer: später! Der Wiener Volkspre- zwar schon bei meinen Vorträgen wa- Jahre i n Frieden m i t Gott führen, i n
diger, Abraham a Santa Clara (gest. ren, sich aber noch nicht für den Herrn ihm Geborgenheit finden und eine
1705) sagte einmal, es habe jemand entschieden haben. Fast immer kom- Ewigkeit i m Glück unsere Zukunft ist.
den Teufel gefragt, welches sein lieb- men einige Emladungen wieder zu- Gerade heute, wo wir erleben, daß alle
stes Musikmstrument sei. Da habe er rück, m i t dem Vermerk: Adressat ver- Dämme der Sicherheit brechen, wo die
gesagt: Die alte Leier. U n d wo er am storben. Wenn ich dann denke, wie Schranken der M o r a l lüedergerissen
meisten Seelen fange? A n t w o r t : A u f er vor Gott erscheinen wird, geht mir werden, wo die kalten Wogen einer
der langen Bank. Gottes W o r t aber jedesmal ein Stich durchs Herz. Unser Ungewissen Zukunft immer höher
sagt: „Heute, so ihr seine Stimme hö- aller Leben ist wie ein Schatten, der steigen, sollten w i r rücht mehr zörgern,
ren werdet, so verstocket eure Herzen vorüberhuscht. W i r können es nicht unsere Entscheidung für Gott zu tref-
nicht". Hebr. 3, X5. aufhalten, wenn w i r abgerufen wer- fen. F. H .
Der große Evangelist Moody hatte
einst in Chrkago zu predigen. Ernst
und nachdrücklich zeigte er Tausenden
den Weg der Rettung durch Jesus
Die alte Geschichte
Christus. „Entscheidet euch b a l d ! " „Morgen, morgen, nur nicht heute", morgen werd' ich glauben redit.
mahnte er. „Sorgt, daß ihr bis k o m -
Morgen an den Heiland denken, mich bekehren wahr und echt.
menden Sonntag den Weg zu Jesus ge-
funden habt." I n der gleichen Nacht Morgen gegen Sünden kämpfen, die mich halten fest im Bann.
brach i n Chikago ein ungeheurer Doch der Ton läßt sich nicht dämpfen, — „heute" nimm den Heiland an.
Brand aus, dem Hunderte von M e n -
„Heute" dein Gewissen rufet; „morgen, morgen" tröstest du.
schen zum Opfer fielen, darunter auch
viele der Zuhörer Moodys. „Bis zum Tag für Tag versprichst du „morgen", doch die Zeit vergeht im Nu. —
nächsten Sonntag!" so hatte Moody an Wie ein Schatten eilt vorüber deine holde Jugendzeit —
dem Abend gesagt, sollten sie sich ent- O, wie liegt dein kühnes Hoffen, deine Jugendkraft so weit!
scheiden. Er sagte das nie wieder. Die
Unerwünscht naht dir das Alter, drückt die Sündenspur tief ein, —
Entscheidung für Christus darf nicht
aufgeschoben werden. „Heute, so ihr Sieh', jetzt kommt der Tod gebietend, „heute" muß geschieden sein,
Gottes Stimme höret!" hieß es fortan „Heute", denn hier gilt kein „morgen", heute folge zum Geridit, —
in seinen Versammlungen, Keinen Aufschub und kein Bitten, — Tod und Hölle warten nicht.
ledesmal werm ich eme Evangelisation

28
IN KSmSM ANOm
M
,W jMim Ulf ••' /

Tief im menschlichen hlerzen lebt das Verlangen nach Glück, Menschen nur ein Ideal sind, aber keine Realität. Ein jedes
Glücklichsein i m vollsten Sinne des Wortes aber ist eine Streben nach Glück und Heil, sei es auf politischem, sozia-
seltsame Sache für Milhonen Menschen. M a n sucht und lem oder wirtschaftlichem Gebiet, scheiterte bis heute. W i r
strebt danach m i t allen möglichen Kräften und Mitteln, es sind heute Zeuge davon, wie das Elend, die A r m u t , der
herbeizuführen. Manchmal scheint es nahe zu sein, oder Unfrieden, die Unmoral zunehmen. Alle Träume der
man meint gar, es erreicht zu haben,bis dann wieder dunkle Menschheit von stabilen, besseren Zeiten, von einer Wie-
Wolken und Sorgen, Mühe und Leid eine bittere Enttäu- derherstellung eines Paradieses, endeten i n einer schauder-
schung bringen. Dieses gilt nicht nur für den einzelnen haften Realität: der Enttäuschung.
Menschen, sondern es ist die Erfahrung der Menschheit.
Zeigt nicht die Geschichte des Menschengeschlechtes, wie Ein Blick in die Geschichte
alle Versuche, Wohlstand, Friede, Glück immer wieder,
Em Blick i n die Geschichte zeigt uns, wie sehr die Welt
wenn es zeitweilig solches gab, nur zu schnell verschwan-
immer wieder enttäuscht wurde i n ihren Erwartungen nach
den? Seit das erste Menschenpaar das Paradies verlassen
dem Heil i n einer besseren Welt. Männer m i t großem Ver-
mußte, weil es Satan gelang, es zum Übertreten der Gebote
stand standen auf und priesen sich als Retter der Welt. Die
Gottes zu verführen, war der Mensch von wahrer Glück-
Völker schenkten ihnen Vertrauen. Sie wurden verehrt und
seligkeit beraubt und fühlte das Heimweh nadi einem ver-
bejubelt, weil man glaubte, daß sie das Heil bringen wür-
lorenen Paradies.
den.
In allen Sagen und Legenden der meist primitiven Völker
finden wir die Spuren von Sehnsucht nach Heil, Glück und Nennen w i r einige Namen von Menschen alter und neuerer
Seligkeit. Und immer wieder verstand es der große M e n - Zeit, die das Heil bringen wollten. Nebukadnezar (um 600
schenfeind, die Menschen dort das Heil suchen zu lassen, V. Chr.), der mächtige Monarch des gewaltigen babyloni-
wo es nicht zu finden ist. M a n suchte den Seelenfrieden, schen Reiches, war solch ein M a n n . Unter seiner Herrschaft
das Glück und das Heil durch allerlei Riten und Opfer zu wurde Babel ein Weltimperium. Es wurde ein „goldener
erreichen, sogar durdi Selbstpeinigung und Menschenopfer, Becher" genannt. Bekannt ist des Königs Ausruf: „Das ist
in der Anbetung von Götzen aus Stein und Holz, der Sonne die große Babel, die ich erbaut habe zum kömglichen Hause
oder der Vergötterung der Natur. durch meine große Macht, zu Ehren meiner Herrlichkeit."
Satan, der große Feind von Glück und Frieden, benutzt die- Gott aber zeigte i h m i n einem Traum das Bild der kommen-
ses selbstsüchtige Verlangen, die Menschen glauben zu den Weltreiche, die alle keinen ewigen Bestand haben wer-
machen, daß sie selbst durch eigene Weisheit, m i t eigener den. Ferner, daß das Streben nach beständigem Frieden und
Macht, die Erlösung oder das Heil herbeiführen können. Heil ohne Gott I n Chaos, Verwirrung und Bestürzung
W i r leben heute i m 20, Jahrhundert. Hinter uns liegt die enden w i r d . I m 2. Kapitel des Buches Daniel w i r d der
Geschichte von fast viertausend Jahren, eine Geschichte, die Werdegang der Weltgeschichte deutlich gezeigt. I n der Dar-
mit viel Blut geschrieben wurde. Glück, Friede, Ruhe und stellung durch Metalle aus Gold, Silber, Kupfer, Eisen und
Gesundheit sind heute Vorstellungen, die für Millionen Ton, Die Wahrheit der göttlichen Offenbarung haben die

Durch die Bibel spricht Gott zu uns Menschen, Wir er-


fahren darin über Herkunft und Sinn unseres Lebens.
Gott offenbart uns darin seine Liebe, seinen Willen und
seinen Plan mit der Welt.

Kennen Sie ihren Inhalt? Wenn Sie regelmäßig darin


lesen, wissen Sie um ihren Wert. Durch unseren Bibel-
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die Bibel noch fremd ist, möchten wir Ihnen helfen, sie
zu erschließen, bis auch Sie Geborgenheit in Gott ge-
funden haben. Das prophetische Bibelwort wird Ihnen
helfen, das Zeitgeschehen — Unfrieden, Hetze, Gewalt-
tat, die Ereignisse im Nahen und Fernen Osten —, Ihre
persönlichen und familiären Sorgen recht einzuordnen.

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29
Weltherrscher erfahren. Alexander der Große, Julius Cäsar, Wie kann dieses „Heil" erlangt werden?
der Römer, Konstantin der Große, K a r l der Große, Napo-
Das ist die Frage, welche den Leser bewegen möge. Wie
leon imd viele andere mächtige Könige, Fürsten und D i k t a -
bekomme ich dieses Heil —, die Gewißheit der Seligkeit?
toren, wie Mussolini, Adolf Hitler und viele andere i n u n -
Da gibt es nur eine A n t w o r t . Sie ist i m Worte Gottes zu
serer Generation, sie alle bestätigen das W o r t Gottes. Sie
finden. Der Apostel Paulus sagte zu dem Kerkermeister,
alle memten, der Welt das Heil zu bringen, und wurden als
der i n seiner Angst und Seelermot fragte: „Was soll ich tun,
„Retter und Befreier" verehrt. Aber wie tief war die Ent-
daß ich selig werde?" „Glaube an den Herrn Jesus Christus,
täuschung . . . Gerade heute stellen w i r fest, wie sehr die
so wirst du und dein Haus selig." Apg. 16, 3X. A n anderer
Völker enttäuscht sind, wenn führende Männer mit großem
Stelle sagt das W o r t Gottes: „Denn so d u m i t deinem
Namen abtreten mußten. Daran sehen w i r , wie es auf die-
Munde bekennst Jesum, daß er der Herr sei, und glaubst
sem Gebiet aussieht.
i n deinem Herzen, daß Üin Gott von den Toten auferweckt
Selbstsucht, Unaufrichtigkeit, Betrug bis i n die höchsten hat, so wirst du selig. Denn so man von Herzen glaubt, so
Kreise haben das Vertrauen der Völker geschwächt. M a n w i r d man gerecht; und so man mit dem Munde bekennt, so
hat heute das Gefühl, auf einem V u l k a n zu leben, der jeden w i r d man selig." Rom. 10, g. 10.
Augenblick zum Ausbruch kommen kann. Der i n der gan-
Glauben an den Namen Jesus ist der einzige Weg zu wah-
zen Welt bekannte amerikanische Außenminister Kissinger
rer Glückseligkeit. Er hat den Weg gebahnt, daß Menschen,
sagte am 23. September 1974: „Die Welt steht heute am
die durch die Sünde von Gott getrennt sind, wieder m i t i h m
Rande eines ökonomischen Zusammenbruches." Trotzdem
versöhnt werden können. Durch sein Leiden und Sterben
bleibt m der Menschheit das Hoffen und Warten auf Frie-
bezahlte er die Schuld. Durch seinen Gehorsam dem Gesetz
den, Heil und Seligkeit bestehen. Vielen schwebt der Ge-
Gottes gegenüber überwand er den Bösen. Er offenbarte
danke eines vereinten Europas vor. I n der christlichen Welt
dem ganzen Universum die Gerechtigkeit und den Charak-
sucht man das Heil i n der Ökumene aller Christen, m i t
ter Gottes. Dazu kam er i n diese Welt. „Und wiewohl er
einem Oberhaupt, einem Papst i n irgendeiner Form. W i e -
Gottes Sohn war, hat er doch an dem, was er litt, Gehorsam
der andere erwarten, daß innerhalb weniger Jahre das tau-
gelernt." Hebr. 5, 8. A u f diese Weise erwarb er die Gerech-
sendjährige Friedensreich anfangen w i r d .
tigkeit, die vor Gott gilt. U n d diese w i r d einem jeden Men-
AUe diese Erwartungen aber sind i m Widerspruch m i t dem
schenkind, das an den Namen Jesu glaubt, i n Gnaden ange-
Worte Gottes. Sie haben keinen Grund und sind nur gut-
boten. „Meine Kindlein, solches schreibe ich euch, auf daß
gemeinte menschliche Versuche.
ihr nicht sündiget. U n d .ob jemand sündigt, so haben w i r
Und ist In keinem andern Heil einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesum Christum, der ge-
recht ist. U n d derselbe ist die Versöhnung für unsere Sün-
Alle menschlidien Bestrebungen, die i m Widerspruch zu den, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die
den Erklärungen der Heiligen Schrift stehen, werden schei- der ganzen W e l t . " 1. Joh. 2, 1. 2. Für jede Seele, welche
tern. Seligkeit, Heil und wahres Glück ist nur i n dem einen kämpft, u m sich v o n einem sündhaften Leben zu einem
Namen zu finden, der über allen Namen steht, dem Namen Leben der Reinheit zu erheben, liegt die Kraft i n dem einen
Jesus Christus, dem Sohn Gottes. Er allein ist imstande, Namen „unter dem Himmel den Menschen gegeben, darin
den Hunger der Seele zu stillen. Er sagt: „Ich b i n der w i r sollen selig werden". A p g . 4,12. Das einzige Mittel für
Weg . . ." „Ich bin das Brot des Lebens." „Kommet her zu Befreiung von sündigen Neigungen, Unfrieden, Hoffnungs-
mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich w i l l euch losigkeit ist die gnadenvolle Macht, die von dem Glauben
erquicken." an den Namen Jesu Christi ausgeht.
Als Jesus Mensch wurde, verkündete ein Engel des H i m -
mels: „Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher Seligkeit — Heil
ist Christus . . ." Luk. 2, a i . Der Apostel Johannes bezeugt
von i h m : „Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt i n die W o r i n besteht das Heil, die SeHgkeit, die man durch Jesus
Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch Christus erlangen kann? Es ist nicht ein Gefühl oder eine
ihn selig werde." Joh. 3,17. Jesus ist der große Friedefürst, gewisse Hochstimmung, es besteht nicht i n einem Leben
der Heiland der Welt. Seine Lehre, sein götthches Vorbild voller Sonnenschein u n d Lustbefriedigung; das sind die
können der Welt den Frieden und das Heil bringen. Maßstäbe der Welt für Glücklichsein. Die Seligkeit, die
„Und wir haben gesehen und zeugen, daß der Vater den Jesus bietet, ist die Gewißheit, frei zu sein von jeder Ver-
Sohn gesandt hat zum Heiland der W e l t . " 1. Joh. 4, -14. sklavung, Frieden z u besitzen, zu leben i n der Gewißheit,
„Das ist gewißlich wahr und ein teuer wertes W o r t , daß daß eine starke Hand uns führt, und dazu die Hoffnung auf
Christus Jesus gekommen ist i n die Welt, die Sünder sehg ein ewiges Leben i n Herrlichkeit. Das Heil, das i n dem
zu machen . . ." 1. T i m . 1, X5. „Daher kann er auch selig Namen Jesu Christi der W e l t angeboten w i r d , ist ein Heil,
machen immerdar, die durch i h n zu Gott kommen, und lebt das i n dem Alltagsleben des Gläubigen zum Ausdruck
immerdar und bittet für sie." Hebr. 7, 23. „Und ist i n kei- kommt und das i h m einen festen, fundamentalen Grund
nem andern Heil, ist auch kein anderer Name unter dem i n allen Problemen und Stürmen des Lebens gibt. Es führt
Himmel den Menschen gegeben, darin sie sollen selig wer- den Menschen aus dem Alltagsleben von Sorge und Mühe
den." Apg. 4,12. empor zu Gott i n die Sphäre des himmlischen Friedens und
Lichtes. „Darum hat i h n auch Gott erhöht und hat ihm
Kein Buddha, kein Mohammed oder irgendeine andere
einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß i n dem
moderne Religion kann den Frieden, der bis in die Ewigkeit
Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Kniee, die im
reicht, schenken. Über all diesen Lehren der Selbsterlösimg
Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle
steht die Erlösung durch Jesus Christus. Das Heil, das er
Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei,
der Welt anbietet, hat seinen Anfang bei denen, die i h n
zur Ehre Gottes, des Vaters." Phil. 2, 9—-ii. A. Rtngelberg
annehmen.

30
KURHAUS ELIM, 6619 Nonnweiler/Saar, Telefon (06873) 85l
Krankheit kommt nie ohne Ursache! Mißachtung der Gesundheitsgesetze bereitet fhr den Weg und führt sie herbei. Wir sollten die
Pflicht in uns fühlen, zu erforschen, womit man die Gesundheitsgesetze übertritt. Die meisten Menschen leiden infolge ihrer eigenen
verkehrten Handlungsweise. Sie essen, trinken, arbeiten und kleiden sich nicht nach den Grundsätzen der Gesundheit. Die Folgen
ihrer Übertretung bleiben nicht aus. Wenn wir mit unserem KÖrpervorrat sorgfältig umgehen und das empfindliche Getriebe des Kör-
pers in Ordnung halten, bleiben wir gesund! Die Natur erträgt zwar vielen Mißbrauch ohne sichtbaren Widerstand, doch schließlich
rafft sie sich auf, um durch eine entscheidende Anstrengung die Folgen der schlechten Behandlung von sich abzuschütteln. Ihre Bemü-
hungen zur Abwehr äußern sich in der Krankheit!
Man muß zuerst das Wesen der Krankheit bestimmen und dann verständnisvoll daran gehen, die Ursache der Krankheit zu beheben!
Ist die regelmäßige Tätigkeit des Körpers durch Überanstrengung (Übermüdung), übermäßiges Essen (Übermüdung des Verdauungs-
apparates) oder andere Unregelmäßigkeiten gestört, so suche man nicht die Hemmungen durch eine weitere Belastung des Körpers
oder durch eine Menge giftiger Arzneien zu beseitigen! Manche werden durch übermäßige Inanspruchnahme der Verdauungswerk-
zeuge beleibt, andere wieder werden mager und schwächlich, weil ihre Lebenskräfte sich bei der Verarbeitung übermäßig genossener
Nahrung erschöpften. Durch Überanstrengung bei der Reinigung des Blutes von unreinen Stoffen versagt die Leber, und Krankheit
ist die Folge!
In unserem Hause kommt in erster Linie die Behandlung von Erkrankungen in Frage, die als Magen-Darm-Entzündungen sowie
-Trägheit und deren Folgen zu bewerten sind.
So urteilt die „reform rundschau":
„. . . Es werden in erster Linie Erkrankungen des Magen-Darmbereichs behandelt, z. B. nach der Methode von Dr. F. X. Mayr. Ferner
kommen in Betracht: Lebererkrankungen, Herz- und Kreislaufstörungen, Fettsucht, Abmagerung, Blut- und Hautkrankheiten, lang-
wierige Frauenleiden, Rheumatismus, Gelenkentzündungen, Stoffwechselkrankheiten usw. Mit einer Kurdauer von 3—4 Wochen muß
gerechnet werden. Folgende Heilmaßnahmen werden — je nach Fall — angewendet: Darmbäder, Massagen, Blutwäsche (HOT),
Sauna, Unterwassermassagen, Dauerbrause, Bestrahlungen, Fastenkuren, Mayr-Kuren u. a. . . .
Ärztliche Vorträge dienen der gesundheitlichen Aufklärung der Patienten und Kurgäste. . . . Daher kann ich ,Elim' unseren Lesern
nach wie vor empfehlen! Das Haus ist auch während der Weihnachts- und Neujahrstage sowie an Ostern geöffnet. Über die Anreise-
möglichkeiten gibt ein mehrfarbiger Prospekt Auskunft." A. v. d. Alz
„. . . Ansonsten wäre eine Mayr-Kur fällig, die Sie z. B. im Hause ,Elim' in Nonnweiler/Saar bei Herrn Dr. Drofenik durchführen lassen
sollten." Qr. Wg.

Chalet Myrta
Adelboden
Vegetarisches Gästeheim, CH-3715 Adeiboden, Berner Oberland
Chalet „Myrta", vormals „Mithra", liegt in herrlicher Lage am
Sonnenhang, inmitten von Bergwiesen, abseits vom Lärm der
Städte und Straßen. Geborgen in völliger Ruhe und dank der ge-
schützten Lage im reinen, gemilderten Hochgebirgsklima. Präch-
tige Aussicht auf die Schneeberge (3200 m)!
Gepflegtes Heim, nette, warme Zimmer mit fließendem kaltem
und warmem Wasser. Unser Heim wird alkohol- und nikotinfrei
geführt. Ganzjährig geöffnet. Abwechslungsreiche Küche bei guter
vegetarischer Vollwertkost, auch leichte Diät, Parkplatz beim
Haus.

Was bietet Adelboden?


Es liegt im westlichen Berner Oberland, in einem der sonnen-
reichsten Hochtäler der Schweiz, auf einer geschützten Berg-
terrasse. Adelboden Ist ein offiziell anerkannter Klimakurort.
Zufahrt mit Bahn und Postauto oder mit Privatwagen auf ausge-
bauter, ganzjährig befahrbarer Straße.
I

Vergänglichkeit oder Ewigkeit?


Seht, man mußte sie begraben, Ihre Namen sind verklungen, Jesu Name wird bestehen,
die der Welt Gebote gaben, ihre Lieder ausgesungen, Jesu Reidi nie untergehen.
und ihr Wort hat nicht Bestand. ihre Reiche menschenleer, Sein Gebot gilt allezeit.
Ihre Häuser wurden Trümmer, ihre Spiegel sind zerbrochen, Jesu Wort muß alles weichen,
ihre Münzen gelten nimmer, ihre Sprache ungesprochen, und ihn kann kein Tod erreichen.
die man in der Erde fand. ihr Gesetz gilt längst nicht mehr. Jesus herrscht in Ewigkeitl