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Zusammenfassung Netzwerke und Schaltungen II (D-ITET)

Update 15.07.2019

Komplexe Wechselstromrechnung

Zeigerdefinition

� jy
Komplexer Zeiger û = ûej ϕu 2

Die Länge des (Spitzenwert-)Zeigers ist gleich dem Spitzen- ωt 2 ωt 1


wert der sinusförmigen Spannung u(t).
� M u 0 x Bemerkung:
Im{û}
Phasenverschiebung ϕu = arctan Re{û} Der betrachtete Zeiger ist über
3� die Kosinusfunktion definiert. Zei-
2 ger können generell vektoriell ad-
0 u
Dazugehöriger u(t) = Re{ûej ωt } ωt1 diert/subtrahiert werden, wenn die-
u
ωt2 se sinusförmige Grössen mit dersel-

Zeitverlauf = û cos(ωt + ϕu ) 2 ben Frequenz beschreiben.

3�
2
ωt

Kenngrössen periodischer Grössen (Periode T )

t0 +T
Z s
1 1
Z t0 +T
Mittelwert ū = u(t) dt Effektivwert U = Uef f = u2 (t) dt
T t0 T t0

1
Z t0 +T
Gleichrichtwert |ū| = |u(t)| dt
T t0

2û û

Für sinusförmige Grössen gilt: |ū| = π
und U = √ ⇒ û = 2U
2

Strom-/Spannungs-Beziehungen der Bauelemente

R d
Integration dt → 1/j ω Differentiation dt
→ jω

Widerstand Induktivität Kondensator


1
Spannung û = R · î û = jωL · î û = jωC
· î
diL (t) R
(zeitabhängig) u(t) = R · i(t) uL (t) = L · dt
uC (t) = u(0) + 1/C ic (t) dt
1 1
Strom î = R
· û î = jωL
· û î = jωC · û
R duC (t)
i(t) = 1/R · u(t) iL (t) = i(0) + 1/L uL (t) dt iC (t) = C · dt

Impedanz ZR = R Z L = j ωL = jXL Z C = 1/j ωC = jXC


mit XC = −1/ωC
1
Admittanz YR = R
=G Y L = 1/j ωL = jBL Y C = jωC = jBC
mit BL = −1/ωL
π π
Zeiger ϕu = ϕi ϕu = ϕi + 2
ϕu = ϕi − 2

î û û î φ û
î φ

Strom und Spannung in Phase In Induktivitäten, die Ströme sich verspäten Der Strom eilt vor, im Kondensator

1
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Impedanz und Admittanz

Impedanz Z = |Z| ej ϕ = R + j X = 1/Y [Ω] R: Wirkwiderstand, X: Blindwiderstand


1
Admittanz Y = |Y | ej ψ = G + j B = Z
[S] G: Wirkleitwert, B: Blindleitwert
√ 1
Scheinwiderstand |Z| = R2 + X 2 = |Y | tan ϕ = X/R = −ψ (−90◦ ≤ ϕ ≤ 90◦ )
√ 1
Scheinleitwert |Y | = G2 + B 2 = |Z| tan ψ = B/G = −ϕ

Umrechnung
R R −X X
Z→Y G= = B= =−
R2 + X 2 |Z|2 R2 + X 2 |Z|2

G G −B B
Y →Z R= = X= =−
G2 + B 2 |Y |2 G2 + B 2 |Y |2

Knotengleichung, Maschengleichung, Parallelschaltung, Serienschaltung

N
X Serienschaltung Z gesamt = Z 1 + Z 2 + . . . + Z N
Knotengleichung îk = 0
k=1 1 1 1 1
Y gesamt
= Y1
+ Y2
+ ... + YN
N
X
Maschengleichung ûk = 0 1 1 1 1
Parallelschaltung Z gesamt
= Z1
+ Z2
+ ... + ZN
k=1

Y gesamt = Y 1 + Y 2 + . . . + Y N

Parallelschaltung mit Z1Z2


Z gesamt = Z 1 +Z 2
zwei Impedanzen

Serienschaltung mit Y gesamt =


Y 1Y 2
zwei Admittanzen Y 1 +Y 2

Spannungsteiler, Stromteiler
^i Z1 Z2 Zn
n
Zk X
u^ 1 u^ 2 u^ n
Spannungsteiler ûk = û mit Z ges = Zk Spannungsteiler
Z ges u^ ges
k=1

^i
Z2ZL Z1 u^ 1
Belasteter
Spannungsteiler
û2 = û û
Z 1 (Z 2 + Z L ) + Z 2 Z L
ZL Z2 u^ 2 Belasteter
Spannungsteiler

Yk i i1 i2
Stromteiler îk = î Strom-
Y gesamt u^ Z1 Z2 teiler

2
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Superposition

Bei linearen Netzwerken können Netzwerksgrössen durch Superposition berechnet werden. Dafür werden für jede Quelle folgende Schritte
durchgeführt:
1. Alle bis auf die jeweils betrachtete Quelle unwirksam machen:

• Spannungsquellen → Kurzschluss
• Stromquellen → Leerlauf

2. Gesuchte Netzwerksgrösse mit nur dieser Quelle berechnen


Spannungen und Ströme ergeben sich als Summe aller berechneten Teillösungen. Leistungen können nicht summiert werden!

Maschenstromverfahren
1. Vereinfachung: Vor dem Aufstellen der Gleichungen evtl. Netzwerk vereinfachen und u^ R1 iR1
alle gesteuerten Quellen durch unabhängige Quellen ersetzen.
R1 u^
2. Stromquellenersatz: Stromquellen durch Leerlauf ersetzen ⇒ Elementarmaschenset
R2 R2 R4
M* iR2 i iR4
u^
iM1 iR3 iR5
R3 iM2
3. Maschenströme: Weise jeder Elementarmasche im Set M * einen Maschenstrom zu. i
u^ R3
R5
4. Stromquellenmasche: Füge Stromquellen wieder ein und ergänze für jede Stromquelle
einen zusätzlichen bekannten Maschenstrom, der sich über eine beliebige Masche schlies- Ersatzschaltbild eines Übertragers mit
sen kann. gesteuerten Quellen
M
5. Maschengleichungen: Stelle für jede Elementarmasche im Set M * die Maschenglei-
chung auf. u^ 1 iMi L1 L2 iMj u^ 2

6. Gleichungsumformung: Umformen des Gleichungssystems:

– Steuergleichungen der gesteuerten Quellen einsetzen


iMi L1 L2 iMj u^ 2
– Alle bekannten Quellengrössen auf die ”rechte” Seite der Gleichungen bringen u^ 1
– Sortieren der Gleichungen nach den Maschenströmen

Anzahl der Gleichungen: NM = Zweige − Knoten + 1 jwM iMj jwM iMi

Knotenpotentialverfahren
1. Vereinfachung: Vor dem Aufstellen der Gleichungen evtl. Netzwerk vereinfachen und
alle gesteuerten Quellen durch unabhängige Quellen ersetzen.

2. Spannungsquellenwandlung: Wandele alle realen Spannungsquellen jeweils zu einer φ^ 4+u^ q K5 Z1 i K φ^ 1


1 1
realen Stromquelle um. u^ +u^
K4
u^q=k i^5 Z2 Z4
3. Bezugsknoten: Wähle einen beliebigen Bezugsknoten K0 mit Potenzial ϕ̂0 = 0. i7 i4
i2
4. Hüllfläche: Führe jeweils eine Hüllfläche um die beiden Netzwerkknoten ein, die direkt φ^ 4 i8 φ^ 2 i φ^ 3
über eine ideale Spannungsquelle ûqµ verbunden sind. K4 Z8 K2 K3
Z7 i6 i3 i5
5. Knotenspannungen: Weise jedem Knoten ausser dem Bezugsknoten eine Knotenspan- u^K3
nung ûKν zu. Bei den 2 Knoten, die von einer Hüllfläche umgeben sind, wird dem Knoten u^K4 Z6 u^K2 Z3 u^ Z5
K1
µ am Endpunkt des Bezugspfeils der Spannung ûqµ die Knotenspannung ûKµ und dem
Knoten µ+1 am Startpunkt des Bezugspfeils der Spannung ûqµ die abhängige Knoten- 0 Bezugsknoten
spannung ûKµ+1 = ûKµ + ûqµ zugewiesen.

6. Knotengleichung: Stelle für alle Knoten mit unabhängiger Knotenspannung ûKν die ^ +u^
φ^ µ+1=φ µ qµ
Knotengleichung auf. Für die Knoten, die direkt mit einer Spannungsquelle verbunden µ+1
u^Kµ+1
sind, wird dabei die Knotengleichung für die Hüllfläche aufgestellt. u^ qµ
^u φ^ 0

7. Gleichungsumformung: Umformen des Gleichungssystems: µ Bezugs-
– Steuergleichungen der gesteuerten Quellen einsetzen φ^ µ knoten
– Alle bekannten Quellengrössen auf die ”rechte” Seite der Gleichungen bringen Hüllfläche
– Sortieren der Gleichungen nach den Knotenspannungen

Anzahl der Gleichungen: Nk = Knoten − 1

3
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Leistung im Wechselstromkreis

Relative Phase ϕ = ϕu − ϕi
I
Momentanleistung p(t) = u(t) i(t) U Z
= U I cos ϕ+U I cos(2ωt+ϕu +ϕi ) a)
1 ∗
Scheinleistung [VA] S = P + jQ = û î
2
U j Im(S)

Imaginäre Achse
S
p
S = |S| = P 2 + Q2 = U I
jQ
Wirkleistung [W] P = U I cos ϕ φu I
φi φ
2
= Re(S) = 12 R î Reelle Achse P Re(S)

b) c)

Blindleistung [VAr] Q = U I sin ϕ = Im(S)

leistung
(kVAr)
Blind-
Für Q > 0 ist die Last induktiv, für Q < 0 ist diese kapazitiv.
Induktive Verbraucher: Q > 0 da ϕ > 0 (û eilt vor î )

Scheinleistung (kVA)
Kapazitive Verbraucher: Q < 0 da ϕ < 0 (û eilt nach î )

Wirkleistung (kW)
(und für ohmsche Verbraucher Q = 0).

Leistungsfaktor λ = P/S = cos ϕ

Leistungsanpassung Zi i Ri jXi
Bei der Leistungsanpassung soll die Wirkleistung im Verbrau- i
cher maximiert werden. Die Wirkleistung wird maximal, wenn
die Blindleistung minimal wird, d.h.
u^ q d) u^ q RL
u ZL
Z L = Z ∗i jXL
mit der Innenimpedanz Z i = Ri + j Xi und der Lastimpedanz
Z L = RL + j XL

Dreiphasensysteme

Allgemein

Beim symmetrischen Dreiphasensystem sind die Quellenspannungen je um 120◦ = 3
zueinander phasenverschoben.
U , I bezeichnen Stranggrössen und UL , IL Aussenleitergrössen.
3 ∗
Scheinleistung (im symmetrischen System) S= û î
2 1 1
= P + jQ

Wirkleistung bei symmetrischer Belastung P = 3U I cos ϕ

Wirkleistung bei gleichen Widerständen in Dreieck und 2 /R = 3 · P


P 4 = 3 · UL ∗
Sternschaltung, d.h. R4 = R∗
U 2
2 √L
Für gleiche Leistung der Stern- und der UL 3
R4
= R∗
⇒ R4 = 3R∗
Dreieckschaltung

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Sternschaltung

Aussenleitergrössen UL = 3U , IL = I
L1 i1
3

u^ 12 u^ Z1 Z1
P
Leistung P P =U Ik cos ϕk
k=1 u^ 1 iN
N Z2
Z3
bei symmetrischer Last = 3U I cos ϕ
u^31
Symmetrische Sternschaltung u^ 3 u^ 2 L2 i2 u^ Z3 u^ Z2
Z 1 = Z 2 = Z 3 , d.h. î1 + î2 + î3 = 0 = îN ⇒ N -Leiter nicht notwendig
Aussenleiterspannungen û12 = û23 = û31 = 3û
√ u^ 23 L3 i3
Aussenleiterspannungen
eilen gegenüber entspr. u = u = u = û12
√ =
û23
√ =
û31

1 2 3 3 3 3
Strangspannungen um
30◦ vor

Sternschaltung mit Neutralleiter


Bei unsymmetrischer Belastung fliesst ein ûk
îN = î1 + î2 + î3 mit îk =
Strom îN im Neutralleiter: Zk

Sternschaltung ohne Neutralleiter


Bei unsymmetrischer Belastung tritt eine Spannung ûM am Sternpunkt des Verbrauchers auf:
û û Y + û2 Y 2 + û3 Y 3
ûZk = ûk − ûM mit îk = ZZk ûM = 1 1
k Y1+Y2+Y3

Dreieckschaltung

Aussenleitergrössen UL = U , IL = 3I
L1
i1
Für die Quellenströme
u^ 1 ^ iZ1
u^ 3
û1 û3
î1 = îZ1 − îZ3 = −
gilt (î2 , î3 analog) Z1 Z3
u12 Z3 Z1
iZ3
3
u^ 31
Leistung P
Z2 iZ2
P
√ P =U Ik cos ϕk
(Ik = |îk |/ 2) k=1

L2 i2
bei symmetrischer Last = 3 U I cos ϕ u^ 2
u^ 23 L3 i3

Stern-Dreieck Umwandlung

Die Stern- und die Dreiecksschaltung weisen mit folgenden Zusammenhängen zwischen den Knoten KN 1, KN 2 und KN 3 jeweils die gleichen
Gesamtwiderstände auf.

1
1
Stern → Dreieck
Z12 Z13 Z1
0 Z1Z2
Z3 Z 12 = Z 1 + Z 2 +
Z3
2
Z2 3 Z2Z3
2 3
Z23 Z 23 = Z2 + Z3 +
Z1
Z3Z1
Z 31 = Z3 + Z1 +
Dreieck → Stern Z2
Z 12 Z 31
Z1 =
Y 1Y 2
P
Z
Y 12 = P
Z 23 Z 12 P Y
Z2 = P mit Z = Z 12 + Z 13 + Z 23
Z Y 2Y 3 P
Y 23 = P mit Y =Y1+Y2+Y3
Z 31 Z 23 Y
Z3 = P
Z Y 3Y 1
Y 31 = P
Y

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Frequenzabhängige Netzwerke
Hoch-/Tiefpass Filter

Hoch- und Tiefpass Filter sind frequenzabhängige Spannungsteiler


Phase: ∆ϕu = ϕu2 − ϕu1

Für Filter 1. Ordnung gilt bei der Grenzfrequenz fg :


1. |Re(Z 1 + Z 2 )| = |Im(Z 1 + Z 2 )| Z1
2. Phasenverschiebung ϕ = 45◦

3. Ausgangsamplitude ist √1
2
mal so gross wie u^ 1 Z2 u^ 2
Eingangsamplitude

RL-Hochpass Filter: Z 1 = R und Z 2 = j ωL RL-Tiefpass Filter: Z 1 = j ωL und Z 2 = R


û2 ωL û2 R
Übertragungsfunktion û1
= √ Übertragungsfunktion û1
= √
R2 +(ωL)2 R2 +(ωL)2
   
π ωL ωL
Phase ∆ϕu = 2
− arctan R Phase ∆ϕu = − arctan R

R R
Grenzfrequenz fg = 2πL
Grenzfrequenz fg = 2πL

RC-Hochpass Filter: Z 1 = 1/j ωC und Z 2 = R RC-Tiefpass Filter: Z 1 = R und Z 2 = 1/j ωC


û2 ωRC û2 1
Übertragungsfunktion û1
= √ Übertragungsfunktion û1
= √
1+(ωRC)2 1+(ωRC)2

π
Phase ∆ϕu = 2
− arctan (ωRC) Phase ∆ϕu = − arctan (ωRC)

1 1
Grenzfrequenz fg = Grenzfrequenz fg = 2πRC
2πRC

Für Filter 2. Ordnung gilt bei der Resonanzfrequenz f0 :


1. Re(Z 1 + Z 2 ) = 0

2. Phasenverschiebung ϕ = 90◦

LC-Hochpass Filter: Z 1 = 1/j ωC und Z 2 = j ωL LC-Tiefpass Filter: Z 1 = j ωL und Z 2 = 1/j ωC


û2 1 û2 1
Übertragungsfunktion = Übertragungsfunktion =
û1 1− 21 û1 1−ω 2 LC
ω LC

√ √
∆ϕu = π
− arctan(ω LC) Phase ∆ϕu = − arctan(ω LC)
Phase 2
1
1 Resonanzfrequenz f0 = √
Resonanzfrequenz f0 = √ 2π LC
2π LC

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Bode-Diagramm
Gezeichnet wird von kleinen zu grossen Frequenzen, d.h. links nach rechts / Darstellung in dB-Skala → F (ω)[dB] = 20 log10 (F (ω))

1. Faktorisieren der Funktion: F ges (jω) = K0 (jω)r F 1 (jω) · F 2 (jω) · . . . · F n (jω)


| {z }
F∗
ges (jω)

Teilsysteme Fi (jω) in Standardform

Fi (jω) = 1 + jωTn,i Steigung +20dB/Dekade Phase +90◦


1
Fi (jω) = 1+jωTp,i
Steigung -20dB/Dekade Phase -90◦
Fi (jω) = 1 + 2di Tn,i (jω) + (jω)2 Tn,i
2 Steigung +40dB/Dekade Phase +180◦
Bedingung: di ≤ 1, sonst Polynom mit 2 reellen Nullstellen
1
Fi (jω) = 2
1+2di Tp,i (jω)+(jω)2 Tp,i
Steigung +40dB/Dekade Phase -180◦
Bedingung: di ≤ 1, sonst Polynom mit 2 reellen Polstellen

2. Teilsysteme nach aufsteigenden Eckfrequenzen sortieren (ω1 = kleinste Eckfrequenz)


Amplituendgang (doppellogarithmische Darstellung)
∗ (0)| · ω r )
3. Startpunkt: ω1 / FdB (ω1 ) = 20 log10 (|K0 Fges 1
4. Startpunkt nach links: Gerade mit Steigung r·20dB/Dekade (Für r = 0 waagerechte Gerade)
5. Startpunkt nach rechts: Geradensegmente von einer Eckfrequenz bis zur nächst höheren Eckfrequenz. Bei jeder Eckfrequenz ωi ändert
Amplitudengang Steigung je nach Teilsystem, das zur Eckfrequenz gehört (s.o.).
Mehrfache Pol-/Nullstellen: Steigungsänderung mehrfach nehmen.
6. Annäherung: Ecken bei Eckfrequenz noch um ± 3dB bzw. Vielfachen davon bei mehrfachen Pol-/Nullstellen abrunden (+n·3dB bei
konvexem / -n·3dB bei konkavem Verlauf). Dies gilt nur für konjugiert komplexe Pole mit Dämpfung di > 1/2.
Falls di < 1/2: - Resonanzüberhöhung bei ωi um −20 log10 (2di )dB oberhalb Geradennäherung
q q
- Resonanzkreisfrequenz ωr = ωi 1 − 2d2i ⇒ Punkt um −20 log10 (2di 1 − d2i )dB oberhalb Geradennäherung
Phasengang (logarithmische x-Achse)
7. Startfrequenz ω1 nach links: (
r · 90◦ falls K0 Fges (0) > 0
ϕ(0) =
−180◦ + r · 90◦ falls K0 Fges (0) < 0

8. Startpunkt nach rechts: Phase ändert bei jeder Eckfrequenz ωi je nach Teilsystem (s.o.).
9. Annäherung: Glieder 1. Ordnung – Phasenverlauf mit ±45◦ /Dekade zwischen 0.1ωi und 10ωi
Konjugiert komplexe Pole: Phasenänderung bei Eckfrequenz um so steiler, je kleiner di
Phasengang für Teilsystem Fi (jω) ist punktsymmetrisch zu dazugehörigen Eckfrequenz ωi .

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Schwingkreise

Resonanzfrequenz ω0 = 2πf0 = √1 Strom î & Spannung û sind bei ω = ω0 in Phase, d.h. Im(Z) = 0
LC

Serienschwingkreis (Spannungsüberhöhung – “Saugkreis”) i L C


1
Gesamte Impedanz Z = R + j (ωL − ωC
)
u^ L u^ C
u^ u^ R
q
Güte QS = 1
R
L
C R

Qs ≤ √1 Z
(
ûLmax ûCmax 1
= ' 2
Einfluss der Güte û û Qs Qs > √1
2

1

Maxima von Spulen- & ωL = ω0 q mit ds ≤ 2 ω < ω0 Kapazität bestimmt Verhalten
1 d2
1− 2 s ω = ω0 Gesamtimpedanz minimal (Z = R), Strom maximal
q √
Kondensatorspannung ωC = ω0 1 − 12 d2s mit ds ≤ 2 ω > ω0 Induktivität bestimmt Verhalten

Parallelschwingkreis (Stromüberhöhung – “Sperrkreis”) i


1
Gesamte Admittanz Y = G + j (ωC − )
ωL
iR iL iC
q
u^
C
Güte QP = R L R L C

Qp ≤ √1 Y
(
îLmax îCmax 1
= ' 2
Einfluss der Güte î î Qp Qp > √1
2
q √
Maxima von Spulen- & ωL = ω0 1 − 12 d2p mit dp ≤ 2 ω < ω0 Induktivität bestimmt Verhalten
1
√ ω = ω0 Gesamtimpedanz maximal (Z = R), Strom minimal
Kondensatorspannung ωC = ω0 q mit dp ≤ 2
1− 1 d2
2 p ω > ω0 Kapazität bestimmt Verhalten

Allgemein
2π·Gespeicherte Energie
Güte Q= Verluste pro Periode Die Güte ist ein Mass für Spannungs- bzw. Stromüberhöhung.

(Je grösser Q, desto ausgeprägter ist das Resonanzverhalten.)

Für Q ≤ √1 ergibt sich keine Strom- bzw. Spannungsüberhöhung.


2

Für Q > 4 kann näherungsweise angenommen werden, dass die Strom- bzw. die Spannungsüberhöhung
gleich dem Wert der Güte ist und dass die Maxima bei näherungsweise bei ω0 liegen.

1
Dämpfung d= Q
 
ω ω0
Verstimmung ν= ω0
− ω
Normierte Verstimmung: Ω = Qν

f0
Bandbreite B= Q
= f2 − f 1

Ortskurven

Ortskurven beschreiben den Verlauf der Spitze eines von der Frequenz abhängigen komplexen Zeigers Z = Z(ω).
Der Zeiger stellt im Falle der Impedanzortskurve die Impedanz Z(ω) bzw. im Falle der Admittanzortskurve die Admittanz Y (ω) = Z −1 (ω)
dar. Eine Resonanz tritt auf, wenn die Ortskurve die reelle Achse schneidet.

Tipps zum Zeichnen Grundregeln der Inversion


• Grenzbetrachtungen: ω → 0 und ω → ∞ Gerade durch den Ursprung ↔ Gerade durch den Ursprung
• Achsenschnittstellen: Real- bzw. Imaginärteil Null setzen. Gerade nicht durch den Ursprung ↔ Kreis durch den Ursprung
• Komplizierte Netzwerke: Ortskurven von Teilnetzwerken Kreis nicht durch den Ursprung ↔ Kreis nicht durch den Ursprung
punktweise addieren.
• Admittanz/Impedanz umwandeln mittels Möbiustransformation.

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Fourier Analyse

Fourierreihe periodisch

Eine periodische Funktion f (x), welche endlich ist und sich in endlich viele Teilintervalle zerlegen lässt, in denen f (x) stetig und monoton
ist, erfüllt die Dirichlet’schen Bedingungen. Das heisst: f (x) lässt sich als eine Summe von trigonometrischen Funktionen darstellen.
Im Beispiel der Spannung u(t) lässt sich dies z.B. wie folgt interpretieren: u(t) = U0 + û1 · cos(ωt + ϕ1 ) + û2 · cos(2ωt + ϕ2 ) + . . .
|{z} | {z } | {z }
DC Grundschwingung 1. Oberschwingung

Periodendauer T = 2π/ω
P∞ h i
ân · cos n2π Tt + b̂n · sin n2π Tt

Normalform u(t) = a0 + n=1

P∞ P∞
Spektralform u(t) = a0 + n=1 ĉn cos(nωt − ψn ) = a0 + n=1 ĉn sin(nωt + ϕn )

1
RT
Koeffizientenberechnung a0 = T 0 u(t) dt
2
RT
ân = T 0 u(t) cos(nωt) dt
2
RT
b̂n = T 0 u(t) sin(nωt) dt
q
ân b̂n
Amplitudenspektrum ĉn = â2n + b̂2n tan(ϕn ) = tan(ψn ) = ân
b̂n

Fourierreihen von typischen Signalen:

Zeitfunktion Ueff Fourier-Koeffizienten Zeitfunktion Ueff Fourier-Koeffizienten


1 −4ˆu 1
u û a0 = 2 u,
ˆ ân = π 2 n2
u a0 = 2δ û

3
δT 2δT √
t n = 1, 3, 5, ... t
û 2δ ân = 2ˆ
u 1
π n sin(n2πδ )
0 T/2 T 2T 0 T 2T
n = 1, 2, 3, ...

u
 1 1
  
u(t) = 2û π2 cos(ωt) + 32 cos(3ωt) + 52 cos(5ωt) + ... u(t)= 2δ û + 2ˆ
u 1 1
π sin(2πδ ) cos(ωt) + 2 sin(4πδ ) cos(2ωt) + 3 sin(6πδ ) cos(3ωt) + ...

u 8ˆ
u 1 n+3 u 2ˆ
u −4ˆ
u 1
a0 = π , ân =
b̂n = π 2 n2 (−1)
2

√ û
√ π (n+1)(n−1)
t
3 2
0 T/2 T 2T 0 T/2 T 2T t n = 2, 4, 6, ...
n = 1, 3, 5, ...
ˆ| sin(ωt)|
u(t) = u
   
u cos(2ωt) cos(4ωt) cos(6ωt)
u(t) = 8ˆ
u
π2 sin(ωt) − 1
32 sin(3ωt) + 1
52 sin(5ωt) − +... u(t) = 2ˆ
u
π − π

1·3 + 3·5 + 5·7 + ...

n +1
−û 1 2ˆ
u u (−1) 2

u
û a0 = 12 u,
ˆ b̂n = π n
u a0 = π , ân = π (n+1)(n−1)
√ û

3 2
0 T 2T t n = 1, 2, 3, ... 0 T/2 T 2T t n = 2, 4, 6, ...
ˆ| cos(ωt)|
u(t) = u
   
u cos(2ωt) cos(4ωt) cos(6ωt)
u(t) = û
2 − û
π sin(ωt) + 1
2 sin(2ωt) + 1
3 sin(3ωt) + ... u(t) = 2ˆ
u
π + π

1·3 − 3·5 + 5·7 − +...

û −2ˆ
u 1
u 2ˆ
u 1 n+1 a0 = π , ân =
b̂n = π n (−1)
û π (n+1)(n−1)
√ u û û
t
3 2 b̂1 =
0 T/2 T 2T n = 1, 2, 3, ... 2
0 T/2 T 2T t
n = 2, 4, 6, ...

u(t) = u
ˆ sin(ωt) für 0 ≤ t ≤ T /2
   

u 1 1 û û 2ˆ
u cos(2ωt) cos(4ωt) cos(6ωt)
u(t) = π sin(ωt) − 2 sin(2ωt) + 3 sin(3ωt) − +... u(t) = π + 2 sin(ωt) − π 1·3 + 3·5 + 5·7 + ...

3 3ˆu
u

u 1
u  a0 = 2π
b̂n = √ √
π n 1 3 3
û û 2 + 8π ân = −3 3ˆu 1
0 T/2 T 2T t 0 T 2T t π (n+1)(n−1)
n = 1, 3, 5, ...
n = 3, 6, 9, ...
  √  

u 1 1 3 3ˆ
u 1 cos(3ωt) cos(6ωt) cos(9ωt)
u(t) = π sin(ωt) + 3 sin(3ωt) + 5 sin(5ωt) + ... u(t) = π 2 − 2·4 − 5·7 − 8·10 − ...

Fourier-Transformation nicht-periodisch

Z ∞
Für den Grenzübergang T → ∞ geht das diskrete Linienspek- F {u(t)} U (ω) = u(t) e−j ωt dt
trum in ein kontinuierliches Spektrum über. Durch den Zu- −∞
sammenhang T = 2π/ω streben gleichzeitig die Abstände ∆ω 1
Z ∞
zwischen den Oberschwingungen zu immer kleineren Werten. F −1 {U (ω)} u(t) = U (ω) ej ωt dω
2π −∞

9
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Zusammenfassung Netzwerke und Schaltungen II (D-ITET)

Symmetrien und Vereinfachungen

a0 = 2
R T/2
u(t) dt, b̂n = 0 Ungerade a0 = ân = 0
Gerade Funktionen T 0
R T/2 Funktionen
4
ân = T 0 u(t) cos(nωt) dt 4
R T/2
b̂n = T 0 u(t) sin(nωt) dt
u(t) = u(−t) (→ Spiegelung an y-Achse)
−u(t) = u(−t) (→ Punktspiegelung)

Halbwellensymmetrie a0 = â2n = b̂2n = 0


â2n−1 = T2 0T u(t) cos ((2n − 1)ωt) dt =
R 4
R T /2
u(t) = −u(t + T /2) T 0 u(t) cos ((2n − 1)ωt) dt

b̂2n−1 = T2 0T u(t) sin ((2n − 1)ωt) dt =


R 4
R T /2
T 0 u(t) sin ((2n − 1)ωt) dt

Gerade Fkt. mit a0 = â2n = b̂n = 0 Ungerade Fkt. mit a0 = ân = b̂2n = 0
Halbwellensymmetrie â2n−1 = T8 0T/4 u(t) cos ((2n − 1)ωt) dt Halbwellensymmetrie b̂2n−1 = T8 0T/4 u(t) sin ((2n − 1)ωt) dt
R R

u(t) = u(−t) = −u(t + T /2) u(t) = −u(−t) = −u(t + T /2)

Zerlegung in geraden
u(t) = ug (t) + uu (t)
& ungeraden Anteil
1
ug (t) = 2
[u(t) + u(−t)]
mit 1
uu (t) = 2
[u(t) − u(−t)]

Achsen-/Zeitver- ân,neu = ân · cos(nωt0 ) − b̂n · sin(nωt0 )


schiebung um t0 b̂n,neu = ân · sin(nωt0 ) + b̂n · cos(nωt0 )

Leistung nichtsinusförmiger Grössen


v
u ∞
u 1 X 2 
Effektivwert U = ta20 + ân + b̂2n
2 n=1

1
Z T
Wirkleistung [W] P = u(t)i(t) dt
T 0


1 X 
= U0 I0 + ûn în cos(ϕun − ϕin )
2 n=1

Kenngrössen nichtsinusförmiger Verläufe


pP∞ q
Effektivwert des Wechselanteils U∼ U∼ = n=1 Un2 = U 2 − U02

U1
Grundschwingungsgehalt g (0 ≤ g ≤ 1) g= U∼

√P ∞ 2
q
2 −U 2
Un U∼ 1
p pP∞
Gesamtklirrfaktor k (0 ≤ k ≤ 1) k= n=2
U∼
= U∼
= 1 − g2 = 2
n=2 kn
pP∞ √
Total Harmonic Distortion (THD) T HD = ( n=2 Un2 )/U1 = k/ 1 − k2


Scheitelfaktor ξ ξ= U∼

U∼
Formfaktor F F = |u|

U∼
Welligkeit w w= |U0 |

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Zusammenfassung Netzwerke und Schaltungen II (D-ITET)

Schaltvorgänge
RC-Reihenschaltung an Gleichspg
Schaltvorgang in RC-Netzwerken
Bei energielosem Anfangszustand steigt die Kondensatorspan-
► S R iC(t)
nung beginnend mit uc (t = t0 ) = 0 V auf den stationären
Endwert uc (t → ∞) = U an. Für schnelle Änderungen des
t=t0
Stromes wird der Kondensator ein Kurzschluss, für langsame
ein Leerlauf.      U uR(t) C uC(t)
Ein Einschaltvorgang: ►
 
 
h i t−t0
uC (t) = uC (t → ∞) − uC (t → ∞) − uC (t = t0 ) e− RC
1h
 
i t−t0
iC (t) = uC (t → ∞) − uC (t = t0 ) e− RC       
R
 
Die obigen Gleichungen können auf ►allgemeine RC-Netzwerke
angewendet werden. Dabei ist der Widerstand R der effektive
Widerstand, der beim Laden der Kapazität wirksam ist. Die- 

ser ergibt sich aus dem Widerstand an den Klemmen  derKa-   

pazität, wobei Stromquellen durch Leerläufe und Spannungs-


quellen durch Kurzschlüsse ersetzt► werden müssen. Die Ka-
pazität C ist die effektive Kapazität, die geladen wird – z.B.
parallel oder Kondensatoren in Serie, die zu einem Ersatzkon-
densator zusammengefasst werden. RL-Reihenschaltung an Gleichspannung

duC
DGL für t ≥ t0 U = uR +uC = RC dt
(t) + uC(t)
► →∞
 
Zeitkonstante τ = RC
►      

► 2-496-II

Schaltvorgang in RL-Netzwerken


► des Stromes entgegen. Für S iL(t)


 
Eine Spule wirkt Änderungen 
schnelle Änderungen des Stromes wird die Spule ein Leerlauf,    R  

für langsame ein Kurzschluss.


t=t0
Ein Einschaltvorgang:
u (t) 
► U   R
 L  uL (t)

h i R   
uL (t) = R iL (t → ∞) − iL (t = t0 ) e− L (t−t0 )
h i R
− (t−t0 )
iL (t) = iL (t → ∞) − iL (t →
►∞) − iL (t = t0 ) e L




Die obigen Gleichungen können auf allgemeine RL-Netzwerke
angewendet werden. Dabei ist der Widerstand R der effekti-
  

ve Widerstand und L die effektive Induktivität – analog zum


► (siehe
Schaltvorgang in RC-Netzwerken ‒ oben).
diL
DGL für t ≥ t0 U = uR +uL = R iL(t) + L dt
(t)

Zeitkonstante τ = L/R

2-500-II

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Zusammenfassung Netzwerke und Schaltungen II (D-ITET)

Laplace Transformation

Laplace Eigenschaften und Korrespondenzen

Die Laplace Transformation ist eine Weiterentwicklung der Fourier Transformation. Diese gehen für den Fall s = j ω ineinander über.
Bedingung: u(t) = 0 für t < 0.
1
Komplexe Frequenz s = σ + j ω, dω = j
ds

Rs ∞
Laplace Transformation u(t) = L−1 {U (s)} = 1
U (s)est ds b r U (s) = L{u(t)} =
R
u(t)e−st dt
2πj
s̄ 0

u(t) b r U (s) u(t) b r U (s)

u(at), a>0 b r 1
U ( as ) λ u(t) + µ v(t) b r λ U (s) + µ V (s)
a

u(t − t0 ) b r e−st0 U (s) e−at u(t) b r U (s + a)

−t u(t) b r U 0 (s) t2 u(t) b r U 00 (s)

(−t)n u(t) b r U (n) (s)

u0 (t) b r s U (s) − u(0) u00 (t) b r s2 U (s) − s u(0) − u0 (0)


u(n) (t) b r sn U (s) − sn−1 u(0) − sn−2 u0 (0) − . . . − u(n−1) (0)
Rt b r 1 b r 1
RT
u(t)e−st dt
0 u(τ ) dτ s
U (s) period. mit T 1−e−sT 0

1 −t/τ
e b r 1
1 − e−t/τ b r 1
τ sτ +1 s(sτ +1)
1
t e−t/τ b r 1 1
e−t/τ1 − e−t/τ2
 b r 1
τ2 (sτ +1)2 τ1 −τ2 (sτ1 +1)(sτ2 +1)
(
E(t) b r 1
ramp(t) =
0 t<0 b r 1
s t t>0 s2

t − τ + τ e−t/τ b r 1
s2 (τ s+1)

Transformation der Komponenten

I R
Widerstand U (s) = R I(s)
U
i(+0)
Induktivität U (s) = sL I(s) − L i(0)
di
I s
u(t) = L dt 1 i(0)
I(s) = U (s) +
sL s sL U

Kondensator I(s) = sC U (s) − C u(0) 1 u(+0)


du
I sC s
i(t) = C dt 1 u(0)
U (s) = I(s) +
sC s U

U1 i1(+0)
I1 s
sL1
U 1 (s) = sL1 I 1 (s) − L1 i1 (0) + sM I 2 − M i2 (0)
Transformator M
U 2 (s) = sM I 1 (s) − M i1 (0) + sL2 I 2 − L2 i2 (0)
I2 sL2
i2(+0)
U2 s

Einschaltvorgang eines Netzwerks analysieren

1. Transformation des Netzwerks in den Laplace-Bereich. Für geschaltete Spannungsquelle gilt: u(t) = U0 E(t) b r U (s) = U0
s

2. Die gesuchten Zweigströme und -spannungen berechnen.

3. Rücktransformation der gesuchten Grössen in den Zeitbereich (L−1 ).

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Operationsverstärker (OPV/OpAmp)

Allgemein

Der allgemeine OPV ist folgendermassen aufgebaut:


• Zwei Eingänge: Ein invertierenden (−) mit der Span- UB+
+ ia
nung uN und einen nicht-invertierenden (+) mit der ued
Spannung uP . (Bezugspotential jeweils: Masse) -
UB−
• Einen Ausgang mit der Ausgangsspannung ua .
uP uN − + ua
(Bezugspotential: Masse)
• Zwei Betriebspannungsanschlüsse: UB+ und UB− .
+ −
(Bezugspotential: Masse) Masse/Bezugspotenzial
Der OPV hat eine sogenannte Openloop-Verstärkung vg mit
der die Spannungsdifferenz ued = uP − uN verstärkt wird und
am Ausgang angelegt wird:
ua = vg (uP − uN ) = vg ued

Idealer OPV

Der ideale OPV hat folgende Eigenschaften:



• Openloop-Verstärkung: vg → ∞ UB+ ,
 für uP > uN d.h.ued > 0
• ua = 0, für uP = uN d.h.ued = 0

• Eingangswiderstand: rD → ∞, d.h. ie+ = ie− = 0 UB− , für uP < uN d.h.ued < 0

(ua → Rechteck -Funktion)


• Ausgangswiderstand: ra → 0,
d.h. ua verhält sich wie eine ideale Spannungsquelle • Der OPV zeigt keine parasitären Effekte

Nichtidealer/Realer OPV

Der reale OPV hat folgende Eigenschaften: Frequenzverhalten eines realen OPV

• Endliche, frequenzabhängige Verstärkung: |v g (ω)| < ∞ │v │(dB)


g
vg0
• Eingangswiderstand: rD < ∞, d.h. ie+ 6= 0 6= ie−
100 3 dB
=105
80
-20 dB/decade
• Ausgangswiderstand: ra > 0 60
40 ω f
│vg(ω)│≈ -t -
ω=
t

• Die Differenzverstärkung eines realen OPVs sinkt mit 20 f


zunehmender Frequenz. Durch eine entsprechende Fre-
quenzkompensation wird ein Tiefpassverhalten 1. Ord- 0 10 102 103 104 105 106 107 f (Hz)
nung erreicht.
fb ft

vg0
Differenzverstärkung v g (ω) = 1+j ωω
( b
vg0 für ω  ωb
v g (ω) ≈

vg0 ωb
ω
für ω  ωb
 
Transitfrequenz v g (ω) = 1 ≡ 0 dB ωt = vg0 ωb


Verstärkungs-Bandbreite-Produkt v g (ω) · ω = vg0 · ωb = const ( für ω  ωb )

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Negative Rückkopplung - Verstärkerschaltungen

Der Operationsverstärker mit negativer Rückkopplung (Verstärkerschaltung) kann als Regelkreis betrachtet werden. Verstärkerschaltungen
werden in zwei Gruppen unterteilt: Invertierende und nichtinvertierende Verstärker. Bei einfachen Schaltungen erkennt man den Typ daran,
ob das Eingangssignal am positiven oder am negativen Eingang anliegt.

Nichtinvertierender Verstärker Invertierender Verstärker

ie+
if Zf
ued +
-
ie- Zf ie ZN ie-
N -
ue uP
ua ued
P +
ue
uN ZN ie+ ua

Masse
ûa Zf ûa Zf
A(ω) = =1+ (vg → ∞) A(ω) = =− (vg → ∞)
ûe ZN ûe ZN
 Z
  Z
 −1 Z
  Z
 −1
1
A(ω) = 1 + Z f v (ω)
1 + Zf + 1 A(ω) = − Z f v 1(ω) 1 + Z f + 1
N g N N g N

Integrierschaltung Differenzierschaltung

uC uR
if f

Cf CN if Rf
RN
ie ie-
ie ie- -
- +
ued +
ue ue ua
ie+ ua

ûa 1 ûa
A(ω) = =− A(ω) = = jωCR
ûe jωCR ûe
Rt Rt due
ua = −uC = − C1 if (τ ) dτ = − R 1
ue (τ ) dτ ua = −uRf = −Rf if = −Rf CN dt
f N Cf
0 0

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A Mathematik, Konstanten, Einheiten

Trigonometrie

cos2 (x) + sin2 (x) = 1


sin x
tan x = A sin(ωt + α) + B sin(ωt + β) =
cos x
q
sin(x + y) = sin(x) cos(y) + cos(x) sin(y) = [A cos α + B cos β]2 + [A sin α + B sin β]2 ·
cos(x + y) = cos(x) cos(y) − sin(x) sin(y)   
A sin α + B sin β
1 · sin ωt + arctan
cos2 (x) = (cos(2x) + 1) A cos α + B cos β
2
1 tan(−x) = − tan(x)
sin2 (x) = (1 − cos(2x)) 1
2 sin(x) sin(y) = [cos(x − y) − cos(x + y)]
sin(−x) = − sin(x) 2
1
cos(−x) = cos(x) cos(x) cos(y) = [cos(x − y) + cos(x + y)]
2
π
arctan(1/x) = − arctan(x) 1
2 sin(x) cos(y) = [sin(x − y) + sin(x + y)]
2

Komplexe Zahlen

Eulersche Formel: Phase: b


z = a + jb ⇒ ϕ = arctan
jϕ a
e = cos ϕ + j sin ϕ
a + jb b d bc − ad
Multiplikation: z= ⇒ ϕ = arctan − arctan = arctan
c + jd a c ac + bd
z 1 z 2 = (a + jb)(c + jd) = ac − bd + j(ad + bc) Konjugation:
z ∗ = (a + jb)∗ = a − jb
Division:
Zu Polarkoordinaten:
z1 a + jb (a + jb)(c − jd) ac + bd bc − ad
p
= = = 2 +j 2 r = |z| = zz ∗
z2 c + jd (c + jd)(c − jd) c + d2 c + d2 (
arccos ar if b ≥ 0
ϕ = arg(z) = a
Betrag: − arccos r
sonst
p p
z = a + jb ⇒ |z| = |a + jb| = a2 + b2 = zz ∗
Zu kartesischen Koordinaten:
s 2 a = r cos(ϕ)
a + b2

a + jb a + jb p
z= ⇒ |z| = = = zz ∗
c + jd c + jd c2 + d2 b = r sin(ϕ)

Einheiten, Konstanten

Name Symbol Unit Name Symbol Value


Coulomb C As Permittivität (Vakuum) ε0 8.854 × 10−12 VAm
s

J N
Volt V Permeabilität (Vakuum) µ0 4π × 10−7
C A2
V
Ohm Ω A Elementarladung e 1.602 × 10−19 A s
1
Siemens S Ω Lichtgeschwindigkeit (Va- c 2.998 × 108 m
s
Farad F As kuum)
V
Tesla T Vs Ruhemasse Elektron me 9.1094 × 10−31 kg
m2
Weber Wb Vs Ruhemasse Proton mp 1.6726 × 10−27 kg
Vs
Henry H A
J
Prefix Symbol Value
Watt W s Giga G 109
Volt Ampere reactive VAr W
Mega M 106
Kilo k 103
Milli m 10−3
Micro µ 10−6
Nano n 10−9
Pico p 10−12

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