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WOCHENSCHRIFT FUR POLITIK ees ddnasd boléwoose Z36-N3uL01 I aI¢ 064 849 £2, debs 4a =< SOWJETUNION IM BIL ‘us, ist es doch be das Gericht die Aulgabe, die gensveste | Verwirklichung Vollabeisie verhandeln sie Zivil- und Strafsachen aller Ge richte der UdSSR, ohne deshalb ihren eigentlichen Beruf aulzuge Volksbeisitzer Anatoli Mischin bei einer Sitzung des Stadigerichts Moskau Zu den fast 600000 Volks beisitzern gehért Anatoli Mischin, Friser im Moskauer Experimen talwerk _,Stankokonstrukzija Seine Kollegen nominieren ihn schon zum 3, Male als Voiksbe! es Stadigerichts Moskau. dieses Gerichtes, heb! an Anato Mischin hervor, daB er ein Swetlana Petrowa dberaus —ebrlicher, _gewis und Anatoli Mischin fenhalter Mensch ist, der die rnehmen Einblick Prozedmaterialien _aufmerksar in die akten Anatoli Mischin ererter Abteilung Produktionste mit dem Abschnitisleite studiert". Wieder im Betrieb, Am Arbeitsplatz leg! Mischin Rechenschaft ve seinen Kollegen ab und be Spricht mit ihnen am Beispiel einiger Falle Rechts-, Erziehung Vor einer und Maralfragen. Fotos: A. Motschalin Gerichtasitzung WORT DES REDAKTEURS UdSSR UND INDIEN In der komplizierten Weltlage von heute sind besonders die Faktoren bedeutsam, die die Ent- wicklung stabilisieren kénnen. Zu solchen Grundfaktoren gehiren die langjahrigen festen und zugleich dynamischen sowjetisch-indischen Beziehungen, die im Vertrag uber Frieden, Freundschaft und Zusammenarbeit verankert sind. Schon seit Jahren ist die Freundschaft bei- der Staaten ein Eckstein jenes Gebiudes des Friedens und der Sicherheit in der Welt, wel- ches mit so groBer Mithe aufgebaut wird. Je en- ger die Partnerschaft von Moskau und Delhi ist, desto zuversichtlicher kénnen die Menschen al- ler Lander in die Zukunft blicken. Deshalb hat die Nachricht von dem in der ersten Dezember- halfte bevorstehenden Indienbesuch Leonid Breshnews bei allen, denen die Zukunft der Menschheit etwas bedeutet, ein positives Echo gefunden. Seit Breshnews letztem Indienbesuch und sei- nen Gesprichen mit Indira Gandhi und ande- ren fihrenden Persénlichkeiten, seit der Unterzeichnung von Dokumenten, in denen die Hauptrichtungen der sowjetisch-indischen Zu- sammenarbeit festgelegt sind, sind sieben Jahre ‘vergangen. Inzwischen konnten sich die Vélker unserer beiden Lander noch einmal davon tiber- zeugen, wie groBen Nutzen ihnen die gleichbe- rechtigten Kontakte in Wirtschaft, Kultur und natilrlich in der Koordinierung der Politik brin- gen. Diese Erfahrung ist um so wichtiger, als es sich um zwei Staaten handelt, die zwei starke politische Tendenzen unserer Zeit vertreten: um die sozialistische GroSmacht und das gré8- te der nichtpaktgebundenen Lander. Die UdSSR und Indien haben unterschiedli- che Gesellschaftsordnung. Deshalb ist es nur natiirlich, daS. ihre Urteile aber gewisse Welt probleme nicht identisch sind. Aber die Geg- ner der Anniherung beider Linder versuchen umsonst, diesen Umstand hochzuspielen. Wor- auf es ankommt, ist die Ubereinstimmung der prinzipiellen Positionen, die Erkenntnis, daB die historischen Grundinteressen gemeinsam sind. Das erméglicht es Moskau und Delhi, auf wich- tigen Etappen ihre politischen Standpunkte ab- zustimmen. ‘Wie wesentlich das Zusammenwirken beider Staaten gerade jetzt ist, braucht man nicht erst zu sagen. In seiner BegriiSungsansprache fiir den mo- gambiquischen Filhrer Samora Machel erklarte Breshnew am 17. November in Moskau: ,,Der Imperialismus versteift sich auf die Versuche, die objektive weltweite Entwicklung zum Krebs- gang zu zwingen, das Streben der Vélker nach Freiheit und Fortschritt einzudimmen. . . Solan- ge es noch nicht zu spit ist, sollen die friedlie- benden Staaten ihre Bemithungen vereinen, um zu verhindern, daB die Welt zum verhéngnis- vollen Abgrund abgleitet, um dem Wettriisten Einhalt zu gebieten und die Vélkersicherheit zuverlassig zu garantieren."* Das ist auch fiir Asien wichtig: Die allgemeine Verschlechterung des Weltklimas hat ja dort schon Wetterleuchten ausgelést. Chinas Uber- fall auf Vietnam und Drohungen, einen solchen Uberfall zu wiederholen; die Gefahr einer USA- Invasion am Persischen Golf; der Krieg zwi- schen Irak und lran; aggressive Vorstie gegen Afghanistan... Man kann sich ohne weiteres vorstellen, wie gefahrlich sich die Situation zu- spitzen kénnte, wenn die Entwicklung in Asien in die unheilvolle Bahn gerat, in die sie die im- perialistischen und hegemonistischen Krafte zu lenken suchen. Wie groB die Gefahr ist, zeigt z. B. die Mitteilung, daB die NATO Mitte No- vember beschloB, die Beschrinkungen fiir die Lieferung von Offensivwaffen an China aufzu- heben. Auf ihrer jiingsten Pressekonferenz betonte Indira Gandhi das Streben ihres Landes nach Frieden und Sicherheit: ,,Wir geben uns Miihe, die Entwicklung in globaler Perspektive, auf weite Sicht zu beurteilen. Aus diesem AnlaS seien so weitsichtige Aktionen Delhis erwihnt wie die Anerkennung der VR Kampuchea oder die konsequenten Proteste Indiens gegen die USA-Politik zur Schaffung von Aufmarschge- bieten in der Nahe Asiens. In Delhi sieht man die Politik in grofen Zusammenhéngen, weil man dort erkannt hat, wie eng alles in der heu- tigen Welt miteinander verkniipft ist. Sowohl Indien als auch die UdSSR trachten danach, die Prinzipien der friedlichen Koexistenz in die Tat umzusetzen, die Entspannung zu vertiefen und auszudehnen, den Neokolonialismus und Ras- sismus aus der Welt zu schaffen. Das Verhaltnis UdSSR—Indien beruht nicht nur auf politischem oder wirtschaftlichem Nut- zen, obwohl er fiir beide Seiten unbestreitbar ist. Immer gréBer sind die gegenseitigen Sym- pathien und die freundschaftliche Verstiindi- gung zwischen unseren Vélkern. Kennzeich- nend: Sobald der baldige Besuch Leonid Bresh- news bekanntgegeben wurde, fand in Delhi eine Massenkundgebung statt, auf der sich Vertreter| unterschiedlicher Parteien und Schichten der indischen Gesellschaft zur Freundschaft mit der UdSSR bekannten. Zweifellos wird die Freundschaft nach diesem Besuch noch fester und die Zusammenarbeit noch fruchtbarer sein. oMEVE ZEIT” 47.80