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NEUE jy atom “Unlaret SosLaies dbnaSe Zag NaH LO 05{ 829 £2b 25m PUORIFDES 'REDARTEDRS: 0 ee eee MORAL UND POLITIK Wie oft schon haben sich Moralisten und Politiker mit diesem Thema beschaftigt! Je ter das aber geschah, desto enttduschender war das Ergebnis. Die Politik der Ausbeuter- Klassen, die sich die Herrschaft in ihren eigenen und in fremden Lindern zum Ziel gesetzt ha- ben, war zutiefst amoralisch. Nicht umsonst sind seit den Zeiten Machiavellis Betrug, Arglist und Verrat fiir Staatsméinner nicht nur zuldssig, son- dern geradezu legitim. Zwei Linien des Sitten- verfalls der biirgerlichen Gesellschaft verliefen Parallel: Die innere Amoralitat des kapitalisti- schen Regimes und die auSere, von Eroberungs- kkriegen gerechtfertigte Amoralitat. ,Ein Volk, das andere Vélker unterdriickt, kann selbst nicht frei sein‘, ist eine alte Weisheit und erinnert daran, daB Expansion die logische Fortsetzung des Unrechts in einer inneren Ordnung ist, die sich auf die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen griindet. Erst die Zeit der sozialistischen Revolutionen, die von der Oktoberrevolution eingeleitet wur- de, hat den verwunschenen Kreis gesprengt, in dem die Aufenpolitik Jahrhunderte gefangen war. In Erfilllung ging Karl Marx’ Forderung, ndie einfachen Gesetze der Moral und des Rechts, welche die Beziehungen von Privat- personen regeln sollten, als die obersten Gesetze des Verkehrs von Nationen geltend zu machen." Es ist ganz natiirlich, daS die freie soziale Ordnung —eine Leistung des re- volutioniiren Volkes—auch eine Aufenpolitik neuen Typs, eine Politik des Friedens und der Gleichberechtigung der Volker schuf. Es ist nicht erstaunlich, daB diese hoch- moralische Linte der neuen Gesellschaftsord- nung sofort von den Auguren der alten Welt angegriffen wurde. Man denke nur daran, was fiir ein Geschrei sich erhob, als die Sowjet- republik alle vom Zarenregime unterzeichneten Geheimvertrige publizierte! Diese Obstruktion dauert mehr oder minder bis zum heutigen Tag an. Es gibt keinen einzigen politischen Schritt der sozialistischen Staaten, der seitens der zum Abtreten von der historischen Biihne ver- dammten Klassen nicht begeifert, verzerrt und diffamiert wiirde. Die Ausfiille verstérken sich besonders jetzt, da ein Glied nach dem anderen aus dem kapitalistischen System herausfallt, der sozialistische Internationalismus aber die Vélker, die einen neuen Weg gewahlt haben. unterstitzt. Exst kiirzlich hat die Sowjetunion auf der 35. Tagung der UNO-Vollversammlung erneut einen umfangreichen Komplex praktischer MaGnahmen zur Festigung des Friedens und zur Gesundung der Weltlage angeboten. Dieses Pro- gramm fand in der ganzen Welt groBes Interesse und wurde von der dieser Tage abgeschlossenen Generaldebatte erdrtert. Doch wieder wurde der Diffamierungsmechanismus in Gang gebracht, mit dem der gute Wille der Sowjetunion zum Frieden in Zweifel gesetzt und praktische Schritte zur Verbesserung der Weltlage, die sich in den letzten Monaten so sehr kompliziert hat, verhindern werden sollen. Ein moralischer Wert der AuBenpolitik des Sozialismus besteht darin, daB die neue Gesell- schaftsordnung iiber das Gezeter erhaben ist, das politische Hinterwaldler um jede neue sowjetische Initiative anstimmen. Man stelle sich nur vor, wo die Welt heute ware, hitten die Sowjetunion und ihre Mitstreiter die provo- katorische Linie der Entspannungsgegner auf- genommen, hitten sie Boykott mit Boykott und Verhandlungsabbruch mit _Verhandlungsab- bruch beantwortet! Die sozialistische Diploma- tie verliert nie das Hauptziel aus den Augen: die Gewahrleistung von Frieden und Sicherheit. Die Weltéffentlichkeit wurde inzwischen Zeuge des wichtigen Treffens zwischen Vertre- tern der UdSSR und der USA, auf dem Fra- gen der Aufnahme von ’ Verhandlungen fiber die Begrenzung von Nuklearwaffen in Europa _praktisch erdrtert werden sollten. Es gibt keinen internationalen Kommentator, der die Bedeutung dieser Probleme bestritte und nicht Hoffnung auf ihre Lésung ausspriche Doch wir fragen erneut, ob denn diese Begeg- nung méglich geworden wire, wenn die Sowjetunion die obstruktionistische Linie ver- sehiedener westlicher Staatsminner_ mitge- macht hiitte? In den konsequenten sowjetischen Friedensinitiativen liegt die Kraft der sozialisti- schen Gesellschaftsordnung, liegt ihr Glaube an die Méglichkeit der Verhinderung eines Kriegs- brandes. yin unseren Tagen kann es keine morali- schere, im besten Sine dieses Wortes sittlichere Politik geben, die dem Herzen und dem Ver- stand der Vélker entspricht, als die Politik des Friedens, der Entspannung, der Verhitung des ‘Wettriistens", auBerte vor kurzem L. Breshnew. Diese Art der AuGenpolitik ist die direkte Fortfihrung der Traditionen der Grofen Okto- berrevolution. ,,Vélker der Welt! Vereinigt Euch im Kampf fir die Abwendung einer Kern- kriegsgefahr! lautet ein Aufruf des ZK der KPdSU zum bevorstehenden 63. Jahrestag der Oktoberrevolution, in dem gewissermafen das hiichste Gesetz der Moral und des Rechts, die Friedensmission der sozialistischen Revolution, enthalten ist. NEUE ZEIT 4-80