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Hinterla ene Werke

über

Krieg und Kriegführung

General Carl von Clau ewi.

Vierter Band,

Der Feldzug von 1796 in Italien.

Zweite Auflage.

- Berlin,

Ferd. Dümmlers

Verlagsbuchhandlung.

1858.

von 1796 in Italien. Zweite Auflage. - Berlin, F e r d . D ü m

Der Feldzug von 1796

in Italien.

Hinterla enes Werk

HON

General Carl von Clau ewitz.

Mit einer Karte von Oberitalien und 5 Plänen.

Zweite Auflage.

Berlin, Ferd. Dümmler's Verlagsbuchhandlung.

1858.

2 T 5 7 G T F1 -

C
C

I n h a lt.

Stärke und Stellung der Franzo en .

Die Verbündeten .

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Verhältniß beider Armeen und Feldherren

Italiäni che Staaten .

Operationsplan .

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Eröffnung des Feldzugs

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Gefecht bei Voltri den 10. April .

Gefecht von Monte Legino den 11. April .

Gefecht von Montenotte den 12. April . Gefecht bai Mille imo den 13. April Er tes Gefecht bei Dego den 14. April

Zweites Gefecht bei Dego den 15. April

Re ultat die er er ten Gefechte

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Betrachtung über Bonapartes Umkehren gegen Colli

Gefecht bei Ceva

am 19. April

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Gefecht bei Cur aglia am 20. April .

Gefecht bei Mondovi am 22. April

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Bonapartes Plan .

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Waffen till tand mit den Sardiniern .

Bewegungen bis zum Ab chluß des Waffen till tandes Bedingungen des Waffen till tandes . Verhältni e nach dem Waffen till tand

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Bonapartes Uebergang über den Po .

Beaulieu geht über den Po

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Gefecht bei Fombio am 8. Mai Gefecht bei Lodi am 10. Mai .

Bonaparte

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Bonaparte ver ichert ich der Provinz Mailand

Bonaparte geht über den Mincio. Gefecht von Borghetto am 30. Mai

Betrachtungen. Beaulieu

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Unteritalien

Betrachtung

Ausführung

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Wurm er rückt zum Ent atz von Mantua an

Anfang der Belagerung von Mantua

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«

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Gefechte bei Rivoli und bei Salo am 29. Juli

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Bonaparte wendet ich gegen Quasdannowit ch

Wurm er geht über den Schlacht bei Lonato am

Schlacht von Ca tiglione am 5. Augu t

Mincio

3.

Augu t

Tirol

Rückzug Wurm ers nach

Strategi cher Totalerfolg

Betrachtung über Wurm ers Ang

Bonapartes Vertheidigung

Bonaparte bleibt drei

riff und Bonapartes Verteidigung

Wochen an der Ei ch

Neuer Angriffsplan der Oe treicher

Betrachtung

Bonaparte

greift Davidowit ch an

Bonaparte wendet ich gegen Wurm er Wurm er wirft ich in Mantua hinein

Gefecht bei S. Giorgio und der

.

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Favorite am i5. September -

Lage der franzö i chen Armee

Neuer Angriffsplan

Davidowit ch chlägt den

Betrachtung .

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der Öe treicher

General

Vaubois

im Et chthal

Alvinzi rückt gegen Verona vor

Schlacht von Arcole am

15., 16. und 17. November

Betrachtungen über die Schlacht von Arcole Bonaparte wendet ich gegen Davidowit ch .

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14. und 15. Januar

Mantua fällt

.

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von Tolentino gezwungen

Operationspläne

der Theile

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-

Betrachtungen

.

Betrachtung

Politi che Verhältni e

Operationsplan der Oe treicher

Schlacht von Rivoli am

Schlacht bei der Favorite vor Mantua am 16. Januar

Re ultat des fünften Aktes

Betrachtungen Sjeldzuges

-

-

Der Pap t wird. zum Frieden

-

Betrachtungen über den ganzen Feldzug

Stärke und Stellung bei

Bonaparte dringt über di

Jouberts Unternehmungen in Tirol

Schluß des Feldzugs .

e fäli chen Alpen

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S. dringend die großartigen Ereigni e des Feldzuges von

1796 in Italien uns auffordern, die en Feldzug in einem wahren

Zu ammenhang kennen zu lernen und uns nach den Ur achen umzu ehen, welche die großen Ent cheidungen, die in ihm liegen, hervorgebracht haben, o wenig Befriedigung bietet uns die Ge chichte de elben dar, und o tro tlos i t die Arbeit, eine, wenn auch noch o allgemeine, Ueber icht davon zu geben. Jomini hat in einer Ge chichte der Revolutionskriege die en Feldzug in der zweiten Ausgabe o gut darge tellt, wie es ihm die Dürftigkeit der Quellen erlaubte; gleichwohl i t eine Erzäh lung dürftig, lückenhaft, dunkel, wider prechend, kurz alles, was eine bündige Dar tellung der Ereigni e in ihrem Zu ammenhange nicht ein ollte. Nichts de to weniger giebt ie wenig tens von franzö i cher Seite die we entlich ten Zahlen und die haupt äch

an. Dagegen läßt das Wenige, was von Seiten in ihren Militärzeit chriften bekannt gemacht i t,

lich ten Motive der Oe treicher

über Stellung, Ab icht und Motive, kurz über alle Haupt achen in olcher Unwi enheit und Verwirrung, daß die e Erzählung wie

ein bloßes Agglomerat von Trümmern er cheint.

Die Memoiren Napoleons, welche billig einen großen Auf chluß über den ganzen Feldzug geben ollten, täu chen in die er

IW.

1

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welche billig einen großen Auf chluß über den ganzen Feldzug geben ollten, täu chen in die

e

2

Beziehung alle Hoffnung. Die Ereigni e der früheren Zeit gehen

dem Gefangenen von St. Helena nur wie ein Traumbild vorüber,

und was darf man in einem

Präzi ion? Außerdem nimmt

heitsliebe Rede i t,

die den eigentlichen Gehalt die er Memoiren ausmachen, ind mei tens

von die em Gei t der Unwahrheit und Ab ichtlichkeit ange teckt und verdorben. Um ich aber einen Begriff zu machen, wie wenig Bonaparte von dem eigentlich Fakti chen die es Feldzugs wußte, darf man nur die in die em Bande enthaltenen Ren eignements

den einzelnen Generalen auf eine Fragen die er te Frage an den General Menard

i t, unter we en Befehl er bei Montenotte ge tanden habe, und

o geht es fort*). Es i t unter die en Um tänden nicht anders möglich, als daß in der folgenden Ueber icht die es merkwürdigen Feldzugs ehr häufig tatt des viel Be timmteren, welches erforderlich gewe en

wäre, nur das Allgemeinere hat gegeben werden können, und tatt

wirklich hi tori cher Motive nur Vermuthungen.

nach ehen, die ihm von gegeben werden; gleich

Traume weniger uchen, als die der gänzliche Mangel an Wahr

einen hi tori chen Erinnerungen, o oft von Zahlen die

allen Werth. Selb t die Motive und die Betrachtungen,

1. Stärke und Stellung der Franzo en.

Das Ende des Feldzugs von 1795 hatte Be itz der Riviera von Genua gela en, o wie

ie bildenden Apenninen. Die Oe treicher nahmen den ö tlichen

Abhang ein. Die Stärke und Stellung der franzö i chen Streitkräfte war Ende März:

die Franzo en im des Kammes der

*) Die päter, als alles Andere er chienene Ge chichte die es Feldzugs vom Major von Decker i t unbrauchbarer, als alles Andere und verdient keine ern tliche Erwähnung.

es Feldzugs vom Major von Decker i t unbrauchbarer, als alles Andere und verdient keine ern

Z

A. Italiäni che Armee.

Sie be tand aus den

Divi ionen:

La Harpe

8000 Mann

Ma ena

9000

-

Augereau

8000

-

Serrurier

7000

-

Macquard

3700

-

Garnier

3200

-

Kavallerie

4000

-

Summa 43000 Mann

A

mit nicht mehr, als echszig

Kanonen.

Die drei er ten Divi ionen tanden

-

-

Anfangs April in der

Riviera von Savona bis

Loano.

La Harpe hatte eine Brigade

den Antrag

bei

unter General Cervoni bis

einer Anleihe, welchen das

dem Gouvernement von Genua machte,

zu unter tützen.

Voltri vorge choben, um

Directorium in die em Augenblick

durch eine drohende Nähe Brigade nicht zur eigent

Es gehörte al o die e

lichen Auf tellung der Franzo en.

Son t hatten die e drei Divi

ionen den Gebirgskamm der Appenninen

der Bormida mit kleinen Po ten

zwi chen den Quellen

ver

be etzt, die auch zum Theil

chanzt waren.

Dies erfährt man nur im

Verlauf der Begeben

heiten und bleibt daher ganz in Po ten, ihrer Unter tützung

welche die e

Ungewißheit über die Art die er

w, mithin über die

Bedeutung,

Gebirgsvertheidigung haben ollte.

Die Divi ion Serrurier tand an

den Quellen des Tanaro,

d. h. im oberen Theil eines

Thales.

Die Kavallerie kantonirte in der

Riviera hinter der Infanterie.

Die beiden Divi ionen

Macquard und Garnier tanden in

den Thälern, die nach

dem Col de Tende und Col de

Ceri e

führen; ie waren als ein

die Verbindung der italiäni chen

ausmachte.

detachirtes Korps zu betrachten,

welches

Armee mit der Alpenarmee

Die e Alpenarmee tand unter den

Befehlen von Kellermann,

1*

Korps zu betrachten, welches Armee mit der Alpenarmee Die e Alpenarmee tand unter den Befehlen von

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war einige 20.000 Mann tark und hatte die Eingänge zur

Dauphiné und

Außerdem

nach Savoyen be etzt.

hatten die Franzo en noch zwei Re ervedivi ionen,

die 20,000 Mann tark waren, in der Graf chaft Nizza und der

als Depots und zu Be atzungen in den

von den Engländern bedrohten Kü ten tädten, o wie zur Erhaltung

der innern Ruhe.

Bonaparte wurde an die Spitze der eigentlichen italiäni chen Armee ge tellt, von welcher die beiden andern unabhängig waren.

Die franzö i che Armee litt an allen Bedürfni en der Aus rü tung und des Unterhaltes den dringend ten Mangel. Die er

Zu tand wurde in den Händen eines achtundzwanzigjährigen, höch t unternehmenden Feldherrn gerade das Mittel zu dem höch t

energi chen Anfall, mit welchem der Feldzug eröffnet wurde.

Provence. Sie dienten

2. Die Verbündeten.

Die ö treichi cheHauptarmeeunterBeaulieus

.

Hierbei befanden ich 1500 Mann Neapo litani cher Kavallerie.

Bundeskorps unter Ge

peziellem

Befehl

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Das ö treichi che

neral

Colli

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Sardini che Truppen gleichfalls unter Colli

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32,000 Mann

5,000

-

20,000

-

57,000 Mann

mit 148 Ge chützen, ämmtlich unter dem Oberbefehl von Beaulieu. Die ö treichi che Hauptarmee war in einen rechten und einen linken Flügel getheilt.

Der rechte Flügel unter Argenteau be tand aus den

Brigaden:

Liptay

4 Bat.

 

Ruccavino 4

-

Pittoni

7

-

Sullich

5

-

2 Eskadr.

20 Bat. 2 Eskadr. Der linke Flügel unter Sebottendorff be tand aus den Brigaden:

- Sullich 5 - 2 Eskadr. 20 Bat. 2 Eskadr. Der linke Flügel unter Sebottendorff be

Kerpen

5

Nicoletti

6

-

Ro elmino

4

-

Schubirts

-

18 Eskadr.

Neapolitaner

-

15

-

15 Bat. 33 Eskadr. Da das Ganze, 35 Bataillone und 35 Eskadrons, zu 27,000 Mann Infanterie und 5000 Mann Kavallerie angegeben

wird, o muß man das Bataillon zwi chen 7 800 Mann annehmen, und daraus würde folgen, daß Argenteau zwi chen

15-

und 16,000, Sebottendorff zwi chen 16-

und 17.000 Mann

tark gewe en wäre. Allein dies war nicht der effektive Stand;

denn die ö treichi che

Armee hatte Ende März gegen 7000 Kranke, d. h. al o über ein Fünftel vom Ganzen, o daß man das Korps von Colli nicht über 20,000, den rechten Flügel der ö treichi chen Hauptarmee

nicht über 12,000, den linken nicht über 14,000 und die ganze

verbündete Macht nicht über 46,000 Mann wird rechnen können. Wenn wir über die Stellung der Oe treicher etwas Be timm tes und Deutliches aus agen ollen, o befinden wir uns in

Beziehung auf das Fakti che chon ehr in Verlegenheit, mehr in Beziehung auf die Ab icht und den Charakter

Wir mü en uns

und noch der elben.

mit den allgemein ten Umri en begnügen.

Zuer t hatte

General Colli in den nördlichen Ausläufen der

Apenninen als eine Art Avantgarde ge tanden, während die ö t reichi chen Truppen am Po und bis zur Adda in Winterquar tieren lagen. So war die Sache noch Ende März. Anfangs April wurde Argenteau, welcher mit zwei Brigaden in der Gegend von Acqui tand, in die Gebirgsthäler weiter vor ge choben, und Colli zog ich rechts zu ammen. Die er nahm nun mit dem Kern einer Macht, d. h. mit

acht Bataillonen, eine Stellung bei Ceva, hatte Provera mit vier Bataillonen bei Mille imo zur Verbindung mit Argenteau, zwei Bataillone bei Murialdo, Vorpo ten gegen Gare io, und noch ein

bei Mille imo zur Verbindung mit Argenteau, zwei Bataillone bei Murialdo, Vorpo ten gegen Gare io,

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paar Seitenkorps, das eine bei Mondovi, das andere links bei Pedagiera. Argenteau nahm von Ovado, im Thal der Orba, bis Cairo eine Linie ein von etwa zehn Stunden, die auf den Umwegen

leicht funfzehn betragen konnte. Er hatte aber anfangs nicht die Hälfte und, als der Feldzug anfing, nicht viel über die Hälfte einer Truppen, nämlich elf Bataillone und zwei Eskadrons, bei

ich, das Uebrige cheint noch

Folge war, daß er im Grunde nur eine Art von Vorpo tenkette bildete, denn wenn 6 7000 Mann auf funfzehn Stunden

in einem Gebirgslande o aufge tellt ind, daß ie die Thäler und

Rücken quer durch chneiden und alle die e Thäler und Rücken mit etwas be etzen wollen, o kann man ich denken, wie alles in einzelne Bataillone und Kompagnien verzettelt ein mußte. Der Hauptpo ten war Sa ello von drei Bataillonen, wo ich Argenteau elb t befand. Von dem ö treichi chen linken Flügel, der ich bei Pozzolo Formigaro zu ammenzog, wurden vier Bataillone bis auf die Bochetta und ein paar Bataillone bis nach Campo Freddo vor

ge choben. Ein großer Theil de elben war noch aus den Winter

quartieren im Mailändi chen im Anmar ch. Um ich von der Lage der verbündeten Armee in den er ten

acht Tagen des Aprils, in Beziehung auf die Gegend eine klare

Vor tellung

am Po geblieben zu ein. Die

zu machen, muß man ie ich folgenderge talt denken.

Die Franzo en waren während des Winters Herren des

Kammes der Apenninen geblieben, den ie während der rauhen Jahreszeit zwar nur mit chwachen Po ten be etzten, aber doch

wie den

ihrigen betrachten konnten; ohne die en Kamm hätten ie

auch in

dem chmalen Streif Landes längs der Kü te nicht bleiben

können. Die Verbündeten ihrer eits erkannten in die er immer noch ehr beengten Lage der Franzo en einen bedeutenden Vortheil

für ihre künftige Offen ive, und glaubten al o in dem nördlichen

Abhang

des Gebirges bleiben zu mü en, um den Franzo en das

Terrain

ihrer Auf tellung nicht von elb t zu erweitern, ihre Mittel

zu mü en, um den Franzo en das Terrain ihrer Auf tellung nicht von elb t

7

des Unterhaltes dadurch zu vermehren und ihnen das Hervor brechen in die Ebenen Piemonts dadurch zu erleichtern. Sie ließen al o, während ie die Winterquartiere in den Ebenen der Lombardei bezogen, das Korps von Colli im Gebirge, dem Ge neral Argenteau mit der einen Hälfte eines Korps bei Acqui zur Unter tützung tand. Als das Frühjahr herankam, chob

um eine

eine ver

Beaulieu den General Argenteau auch ins Gebirge vor,

künftige Offen ive dadurch vorzubereiten und wie durch

tärkte Vorpo tenlinie die Ver ammlung der übrigen Armee in der

Gegend von Acqui und Novi zu decken.

So befand ich al o

Armee im Ange icht der Fran

die eine Hälfte der verbündeten

zo en in

ich mehrere Tagemär che dahinter noch ammelte. Beaulieu elb t war er t den 27. März zu Ale andria an gekommen, um das Kommando zu übernehmen; es war al o chon dadurch erklärlich, daß die Zu ammenziehung er t in die er Zeit erfolgte. In die en Verhältni en, welche ich, wie wir ehen, ziemlich natürlich o machten, wäre auch noch kein Grund zu großen Un

Auf tellung, während die andere

einer ehr ausgedehnten

glücksfällen vorhanden gewe en, wenn für die

Hauptmacht eine

weiter rückwärts gelegene konzentrirte Stellung gewählt und den vorge chobenen Truppen aufgegeben worden wäre, ich bei einem ern tlichen feindlichen Angriff auf die e zurückzuziehen.

Beaulieu eine olche Vertheidigungsdispo ition für den

ihm in dem Angriff zuvorkäme, verab äumt großer Fehler.

Fall, daß ein Gegner hat, i t allerdings ein

Von einer eingerichteten ausgedehnten Defen iv tellung im Gebirge war al o eigentlich nicht die Rede. Aber die ehr kordon

üchtige Armee kry talli irte im ein tweiligen Vor chieben eines

Theils ihrer Kräfte an jedem Berg und Steg unwillkürlich zu

einer Art von Kordon; denn man ieht aus ihrer eigenen Er

zählung, mit welcher Wichtigkeit vom kleinen und großen General tabe alle topographi chen Einzelnheiten aufgefaßt und in Rechnung gezogen worden ind. Da es an einem anderen Vertheidigungs

Daß

chen Einzelnheiten aufgefaßt und in Rechnung gezogen worden ind. Da es an einem anderen Vertheidigungs Daß

S

plan fehlte, o chien allerdings alles auf der örtlichen Verthei

digung und der chwachen und ver päteten Hülfe, die ein Po ten

einem Nachbar lei ten konnte, zu beruhen.

In die em Zu tande befanden ich al o beide Armeen, als

der Feldzug von beiden, wie wir ehen werden, mit einer Offen ive eröffnet werden ollte, und auf die en gegen eitigen Zu tand mußten

al o die gegen eitigen

Die Franzo en befanden ich durch die trategi che Auf tellung, welche ie im vorigen Jahr errungen und eingenommen hatten, in einer Lage, in der ie nicht lange bleiben konnten. In einem von Gebirge und Meer eingeengten, wenige Meilen breiten Kriegs theater mit einer einzigen Straße, mit dem Rücken an der von den engli chen Schiffen beunruhigten Kü te, mit einem einzigen Verbindungsweg, der ganz in der linken Flanke lag, konnten ie nicht die Ab icht haben, einen ganzen Feldzug auszuhalten. Jeder erfolgreiche Angriff auf ihren linken Flügel konnte zu gefährlichen Kata trophen führen. Die Lage der Verbündeten war durch ihre eigenen Fehler gefährlich geworden. Die Hälfte der Armee in einer zwölf bis funfzehn Meilen langen Po tenkette quer über die Ausläufe und

Thäler der Apenninen treichend, mit ehr chwierigen Verbindungs

wegen zwi chen den einzelnen Theilen; das konnte bei einem

la en,

vielmehr war der Verlu t vieler einzelner Po ten, al o ganzer Bataillone, vorherzu ehen.

Pläne berechnet ein.

energi chen Anfall keinen erfolgreichen Wider tand erwarten

3. Verhältniß beider Armeen und Feldherren.

Wenn es der franzö i chen Armee an tau end Bedürfni en fehlte, o oll die ö treichi che reichlich damit ver ehen gewe en ein, und in der That kann man wohl aus der zahlreichen Artillerie und dem reichen Kriegstheater, o wie aus dem Verwaltungs y tem der elben chließen, daß es an dem Nothwendigen nicht gefehlt haben wird, wenn auch manche Berichte von allerhand

fehlenden Ausrü tungsgegen tänden prechen, die die Eröffnung

wird, wenn auch manche Berichte von allerhand fehlenden Ausrü tungsgegen tänden prechen, die die Eröffnung

9

des Feldzugs verzögert haben ollen. Aber die e reichliche Fülle, welche die franzö i chen Schrift teller den Verbündeten beilegen, um den Kontra t mit der Mi ere ihres eigenen Heeres recht fühl bar zu machen, muß man in keinem Fall für eine olche nehmen, die auf den Gei t der Truppen und den Gang der Ma chine einen vortheilhaften Einfluß gehabt hätte. Bei den Verbündeten war es damals noch nicht Sitte, ihre Soldaten je von der y te mati chen Hungerleiderei zu befreien, die den Heeren des acht

zehnten Jahrhunderts eigenthümlich war. Die Fülle bezog ich

auf tau end halb oder ganz entbehrliche Gegen tände des Gepäckes und der Verpflegung, mit denen ich das Vorurtheil der damaligen

Heere herum chleppte, aber keineswegs auf das Soldaten. Vielmehr litt die er in dem Dien t

Rücken, in den rauhen Thälern der Apenninen an Mangel, Ent

Wohlleben des auf den hohen

kräftung und Mißmuth, wie die Berichte der Augenzeugen agen*), und die er Zu tand, verbunden mit den unglücklichen Gefechten

des vorigen Feldzugs, brachte eine recht erbärmliche Stimmung in dem ö treichi chen Soldaten hervor. Der ardini che war ver muthlich nicht be er; denn bei ihm kamen noch allerhand politi che Elemente des Verderbens hinzu. Wenn man al o den Zu tand und die daraus hervorgehende Stimmung und Brauchbarkeit beider Heere mit dem ge unden

Men chenver tand

gen, abgeri enen,

beurtheilt, o i t es klar, daß mit einer hungri

aber leiden chaftlich aufgeregten, nach den Flei ch

töpfen Italiens gierigen Rotte, wie man die franzö i che Armee nennen möchte, mehr anzufangen ein mußte, als mit dem nieder ge chlagenen, ich einer elb t nicht mehr bewußten, weder durch Vergangenheit, noch Gegenwart, noch Zukunft angeregten Söldner

*) Briefe aus ö treichi chen Armee

Italien, ein Beitrag zur Ge chichte und Charakteri tik der in Italien, in den Feldzügen von 1794, 95, 96 und 97.

Wenn auch auf das Zeugniß olcher Jeremiaden, wie die es aus einem ziemlich

niedrigen Standpunkt ge chriebene Buch i t, niemals ein allgemeines Urtheil gefällt werden darf, weil ie immer das Einzelne über chätzen, o können ie doch brauchbar ein, da wo ein Blick auf das Einzelne elb t Bedürfniß wird.

chätzen, o können ie doch brauchbar ein, da wo ein Blick auf das Einzelne elb t

10

der Oe treicher. Wir agen dies nicht, um damit Lob oder Tadel

auszudrücken, und am wenig ten olchen, der auf die Nationalität

ginge, ondern um in dem baaren Zu tand der Dinge die Ur

achen der Ereigni e aufzufinden. In Beziehung auf die Feldherren war das Verhältniß eben o chlimm. Bonaparte war iebenundzwanzig Jahr, Beaulieu

zweiund iebzig. Dem er tern hatte ich eben eine großartige Lauf bahn aufgethan, in der durch Kühnheit und Verwegenheit alles

zu erringen und

nichts zu verlieren war; die em mußte ich die

eine näch tens chließen. Bonaparte hatte eine kla i che, groß

artige Bildung, und die Entwicklung der größten hatte ich unter einen Augen aufgethan; Beaulieu

ling einer echzigjährigen ausmergelnden, gei ttödtenden Dien t pedanterie. Bonaparte konnte die Machthaber Frankreichs wie einesgleichen an ehen, die am 13. Vendemière (5. Oktober 1795) einem Degen ihr Da ein verdankt hatten; Beaulieu war der Diener eines alten Kai erhau es und das Werkzeug eines teifen, unbehülflichen Hofkriegsraths. Bonaparte kannte die Apenninen wie eine Ta che, denn er hatte im Feldzug von 1794 eine ziem kich wichtige Rolle da elb t ge pielt; für Beaulieu war Gebirge

und Kriegsart in dem elben eine ganz neue Er cheinung. Beaulieu

Weltereigni e war der Zög

war gleichwohl kein gewöhnlicher Mann: er hatte nicht nur in den Niederlanden mit Auszeichnung gefochten, wofür ihm die

Ehre die es Kommandos wurde, ondern es fehlte ihm auch nicht an Energie, und er erhob ich um ein Merkliches über den bloßen

doch ehr

wenig zureichend. Ja, es reichte nicht einmal hin, ihm von vorn herein das Vertrauen eines Heeres zu gewinnen; vielmehr cheint in der ö treichi chen Armee ein Gei t der Kabale und des Wider

Dien toffizier. Aber das war in olchen Verhältni en

pruchs bei einem Auftreten erwacht zu ein. Wie ganz anders

und

das i t der letzte Gegen atz, den wir aufzu tellen haben

war

es bei Bonaparte.

Als er die er te Revüe hielt, agte er

einen Soldaten:

wir aufzu tellen haben war es bei Bonaparte. Als er die er te Revüe hielt, agte

11

Soldats, vous êtes nus, mal nourris; le gouvernement vous doit beaucoup, il ne peut rien vous donner. Votre patience, le courage que vous montriez au milieu de ces rochers, sont admirables; mais ils ne vous procurent

aucune gloire, aucun éclat ne rejaillit sur vous. Je veux

vous conduire dans les plus fertiles plaines du monde. De riches provinces, de grandes villes seront en votre

pouvoir; vous y trouverez honneur, gloire et richesses.

Soldats d Italie! manqueriez-vous de courage ou de

constance?

War es möglich, daß eine olche Anrede bei olchen Sol daten ihre Wirkung verfehlte? und das aus dem Munde eines

jungen, talentvollen,

wahrer Enthu iasmus erwachen, und er auf der Stelle der Abgott des Heeres werden?

Bonaparte hat nie etwas Be eres ge chrieben und nie etwas

Be eres gethan, als die en Aufruf

ent chlo enen Mannes?

Mußte nicht ein

4. Italiäni che Staaten.

Ob ich gleich das Kriegstheater im Gebiet von Genua be

fand, o war doch

die Stadt elb t noch in einer Art von Neu

tralität, welche ihr un treitig ihre Fe tungswerke ver chafften.

Die übrigen norditaliäni chen Staaten, als Parma, Modena,

obgleich ihre Regierungen

aus Furcht keinen Theil

aller

dings vorherzu ehen war, daß die Franzo en die e Neutralität

nicht gelten la en würden.

Von den unteritaliäni chen Staaten befand ich der Pap t in einer großen Spannung mit der franzö i chen Republik, aber doch eigentlich im Frieden; dagegen hatte der König von Neapel

ein Kavalleriekorps von 1500 Mann bei der Armee Beaulieus.

Toscana, Lucca und Venedig, nahmen,

den Oe treichern zugethan waren, doch

an dem Kriege, glaubten al o neutral zu ein, wobei aber

Venedig, nahmen, den Oe treichern zugethan waren, doch an dem Kriege, glaubten al o neutral zu

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5. Operations-Plan.

-

Beide Feldherren hatten die Wei ung zum Angriff, aber freilich mit ehr ver chiedenartigen Ab ichten. Der Angriff Beaulieus ollte nur darauf gerichtet ein, die Franzo en aus der Riviera zu vertreiben, in Be itz der Meeralpen zu kommen, die Vertheidigungslinie abzukürzen, gerade bis ans

Meer zu ziehen und mit

zu kommen. Hatte man

den Engländern in kürze te Verbindung

dies erreicht, o hoffte man vermittel t

eines Gebirgspo tenkriegs ich ferner im Be itz zu behaupten, die Franzo en auch wohl in der Provence gelegentlich zu beunruhigen.

In

General

gewöhnlichen Verhältni en und gegen einen gewöhnlichen

würde die Ab icht nicht unangeme en gewe en ein, und

im vorigen Jahr war der elbe Plan unter General de Vins un gefähr o ausgeführt worden. Die er Plan hat den Charakter

aller der tau end Feldzugspläne, die in den Kriegen ohne große

Ent cheidung vor tellt, wie

nichts natürlicher, als daß ein olcher zahmer Angriff an der

Kraft des Gegners zu Grunde gehen, und dann in die verderb lich ten Verwickelungen führen würde. Aber Bonaparte war da mals noch nicht bekannt, und die neue Aera der franzö i chen Waffen hatte noch nicht angefangen. Die Feldzüge von 1793,

94 und 95 waren in den Alpen mit abwech elndem Glück geführt

gemacht werden. Wenn man ich aber Bonaparte wir ihn eitdem kennen gelernt haben, o war freilich

worden; der Verlu t der Schlacht bei Loano im November 1795 konnte wie eine andere Begebenheit der Art betrachtet werden. Hatten die Franzo en in den Niederlanden und Holland unge

wöhnliche Erfolge gehabt, o wußte das ö treichi che Kabinet am

be ten, daß politi che Ur achen war der Feldzug von 1795 am

einigermaßen glücklich gewe en. Wenn man alle die e Um tände in

man ich nicht wundern, wenn die ö treichi che

in den Apenninen

berechtigt glaubte,

Betracht zieht, o kann

Regierung auf keine o ent cheidenden Schläge

tark mitgewirkt hatten; dagegen Rhein für die ö treichi chen Waffen

gefaßt war, wie ie bald erfolgten, ondern ich

von mittelmäßigen An trengungen mittelmäßige Erfolge zu erwarten,

war, wie ie bald erfolgten, ondern ich von mittelmäßigen An trengungen mittelmäßige Erfolge zu erwarten,

13

Bonaparte hatte vom Direktorium gleichfalls die Wei ung, zum Angriff überzugehen, und wenn er ie nicht gehabt hätte, o würde er ie ich elb t gegeben haben. Der Aufruf an eine Soldaten agt darüber alles. Er brauchte Geld, Kleider, Pferde,

Lebensmittel, das alles fand er in den Ebenen der Lombardei.

Die feindliche Armee, wenn ie auch um ein Drittel tärker ge

we en wäre, als die einige, wie er wohl geglaubt haben mag,

konnte gegen einen plötzlichen Anfall unmöglich vereinigt chlagen:

es war Hoffnung, ie einzeln aufzureiben, wozu jeder ab olute Wider tand im Gebirge dem Angreifenden tets die Mittel ver chafft; ie war eine verbündete Armee mit zwei divergenten Rück

zugslinien: es war

Bündniß ganz zu palten und dann weitere Erfolge darauf zu

bauen.

Die e Vor tellungen lagen einem Feldherrn wie Bonaparte

zu nahe, um

Gleichwohl gehört es we entlich zur Ge chichte die es Feldzugs, daß die In truktion, welche Bonaparte vom Direktorium erhielt, in der Haupt ache da elbe enthielt. Sardinien von dem ö trei chi chen Bündniß losreißen, es auf Unko ten Mailands vergrößern, um dadurch zu einem Schutz- und Trutzbündniß mit dem elben

oben deshalb zu bedürfen.

Hoffnung, durch einen er ten Erfolg die es

einer Wei ung von

zu kommen, war das vorge teckte Ziel. Die Oe treicher aber als die Hauptmacht vor allem zu treffen und zu entfernen, war der kür

ze te Weg dahin. Darum ollten die Stöße haupt ächlich auf die

Oe treicher gerichtet ein, gegen Ceva und die Sardinier nur o

viel ge chehen, um ich die Flanke einigermaßen zu ichern, die

Po getrieben und das Mailän

Oe treicher aber dann über den

di che erobert werden. Das ind die Hauptideen der ziemlich ver

des

worrenen und nicht ohne Wider prüche abgefaßten In truktion

Direktoriums vom 6. März, welche natürlich allein Carnot zu

ge

chrieben werden muß.

Die Hauptidee, auf die Oe treicher als den Hauptfeind die Stöße vorzugswei e zu richten, i t un treitig ehr lobenswerth und

windet ich aus der Ideenverwirrung der früheren Strategie

e zu richten, i t un treitig ehr lobenswerth und windet ich aus der Ideenverwirrung der

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einigermaßen hervor; aber von einfacher Folge und Klarheit war

doch noch nicht die Rede, und elb t der Maaß tab de en, was zu unternehmen und zu erreichen wäre, bleibt weit hinter den groß

artigen Lineamenten zurück, die uns

der Feldzug elb t auf tellt.

Wir ind genöthigt, bei jener Hauptidee noch einen Augen blick zu verweilen, weil darin eine der wichtig ten trategi chen Fragen enthalten i t, nämlich die nach dem Schwerpunkt der feindlichen Macht.

bildeten, und der Schwer

punkt des Ganzen, wenig tens im er ten Augenblick, in ihnen liegt,

i t nicht zu bezweifeln. Aber An icht des Direktoriums hat

daß ein unausge etztes Siegen gegen die ö treichi che Macht die Sardinier paraly iren und zum Frieden zwingen werde. Nur einen kleinen, kurzen Stoß cheint es dem Feldherrn gegen die Sardinier zu ge tatten. Bonaparte, der die e In truktion in einen Memoiren mit einigen kleinen, höch t gering chätzigen Noten hat abdrucken la en, behandelt die en Gedanken wie eine vollkommene

Ineptie. Die er chroffe Wider pruch fordert uns um o mehr

wie weit reicht das? Nach der es keine Grenzen; da elbe erwartet,

Daß die Oe treicher die Hauptmacht

auf,

die en Gegen tand nach un ern Grund ätzen zu erörtern;

denn

wenn wir auch läng t die Modean icht hinter uns

haben,

den General Carnot wie den Strategen par excellence zu be

durch die Ge la en. Un er die er Verhält keine Autorität

ring chätzung eines großen Feldherrn irremachen zu

Bedürfniß i t hier, den inner ten Zu ammenhang ni e vor Augen zu bringen, und da darf uns

eines Namens tören.

Wenn die Franzo en überlegen genug gewe en wären, um

mit völliger Sicherheit die Oe treicher

bardei, ondern auch aus Friaul und über die Kärnthner Alpen hinauszutreiben und auf Wien zu mar chiren, o i t es wohl nicht zu bezweifeln, daß dadurch der Turiner Hof eo ipso zur

nicht blos aus der Lom

trachten, o mü en wir uns doch auch hüten, uns

Unterwürfigkeit gegen Frankreich gebracht worden wäre, und ohne daß gegen ihn elb t etwas zu ge chehen brauchte. So wie die

gegen Frankreich gebracht worden wäre, und ohne daß gegen ihn elb t etwas zu ge chehen

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Um tände im Jahr 1796 waren, wird kein ver tändiger Men ch

anderer Meinung ein. Konnte man nun unter olchen Um tänden die Sardinier

ganz

ohne Beobachtung la en, und

folglich die eigene Macht

ganz

ungetheilt gegen die Oe treicher verwenden?

allen

neben

der ö treichi chen gelegen hätte, oder wenig tens nicht dicht an der

falls gekonnt haben, wenn z. B. die ardini che Monarchie

Man würde es bei einer andern geographi chen Lage

franzö i chen Operationsba is. Aber die er Staat lagerte ich quer

vor der franzö i chen Operationslinie, al o der Armee

im Rücken, trennte ie ganz von Frankreich und war im Stande,

die chmale Schlucht der Riviera, durch welche die franzö i che

Verbindungslinie lief, fa t mit dem Druck eines Fingers zu chließen. Eine weitläufige, einigermaßen mit An trengungen, Opfern und Ent chlü en verbundene Operation i t, wenn der Hauptfeind ge chlagen i t, von einem chwächeren Verbündeten de elben nicht mehr zu fürchten, und man könnte ihn in die em

Fall fa t ganz unbeachtet la en; aber freilich, wenn die bloße Pa ivität, ein bloßer Patrouillendien t hinreichen, uns empfindlich weh zu thun, dann i t eine Theilung der Streitkräfte unvermeid lich, damit durch eine, wenn auch chwächere, doch nicht ganz unangeme ene Macht dem Feinde diejenige An trengung zur Be

dingung gemacht werde, die über Verhältni e hinausreicht und die

die Natur einer augenblicklichen in andern Fällen vielleicht chon

durch die Lage erforderlich wird. Wenn al o auch durch die unausge etzte Richtung der Stöße gegen die ö treichi che Macht der Erfolg allein errungen werden

konnte, o konnte es doch nicht ge chehen, ohne eine untergeordnete

vollkommen

Macht gegen die Sardinier tehen zu

la en.

War aber die franzö i che Macht nicht überlegen genug, um jenen Erfolg mit vollkommener Sicherheit zu ver prechen, war

auch ein Mißlingen möglich, und kam die er mögliche Fall mit

in Rechnung, ja, dann kam natürlich die ardini che Macht wieder

in eine ganz andere Kategorie der Wichtigkeit. Blieb die fran

ja, dann kam natürlich die ardini che Macht wieder in eine ganz andere Kategorie der Wichtigkeit.

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i che Macht nicht in ungehemmtem Siegesflug, o war ihre

Verbindung mit dem Vaterlande ehr viel wichtiger, verdiente al o eine viel größere Rück icht; wurde die franzö i che Armee aber gar ge chlagen und mußte Italien räumen, o konnte ihr die ardini che den Untergang bereiten. Auch in die em Fall konnten die Oe treicher anfangs immer

noch die Hauptmacht ein, in welcher ein gemein chaftlicher Schwer punkt vorhanden war, und welche al o durch ihre Bewegungen bis auf einen gewi en Punkt über die Bewegungen der Sardinier

mitent chied. Aber über die en Punkt hinaus hörte der nähere

Zu ammenhang auf, die Wirk amkeit des gemein chaftlichen Schwer

punkts wurde chwächer, ungewi er, unzureichend, und nun mußte die ardini che Macht als eine elb t tändige betrachtet werden, die

in der ö treichi chen nicht mehr Wir wollen das Re ultat

Die Oe treicher waren, o lange beide Armeen auf einem Kriegstheater dicht bei einander unter einem Befehl tanden, un

treitig der Theil der feindlichen

punkt lag; ie würden es für den ganzen Feldzug geblieben ein,

wenn ie ganz

vollkommen i olirt werden können. Sobald aber die Macht der Franzo en blos hinreichte, ie bis an den Mincio oder die Et ch zu treiben, o hörte die ö treichi che Macht mit ihrer Trennung

von den Sardiniern auf, es zu ein, die e traten in eine elb t

tändige Wirk amkeit und waren nun wegen ihrer Lage ogar wichtiger, als die Oe treicher.

Nun aber war in die em Feldzuge offenbar keine olche

um der zuer t

war bei dem

glücklich ten Erfolg nur anzunehmen, daß die Oe treicher genöthigt ein würden, das Mailändi che zu räumen. Ob die er Erfolg hinreichend auf den ardini chen Hof zurückgewirkt haben würde, um ihn zur Unthätigkeit und zum Frieden zu bringen, i t eine höch t zweifelhafte Sache, welcher der franzö i che Feldherr nicht

gemachten Voraus etzung zu genügen, ondern es

Ueberlegenheit der franzö i chen Macht vorhanden,

aus Italien hätten vertrieben, und die Sardinier

Macht, in welchem der Schwer

mitgetroffen werden konnte. zu ammenfa en.

hätten vertrieben, und die Sardinier Macht, in welchem der Schwer mitgetroffen werden konnte. zu ammenfa en.

die Sicherheit eines olchem Zweifel über

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Heeres anvertrauen konnte. Er konnte bei das politi che Benehmen des Turiner Hofes,

wenn er

einen Erfolg über die Oe treicher errang, der ie ganz

über den

Po

trieb, nicht von einen 40,000 Mann 10,000 gegen

Colli tehen

la en, mit 30,000 über den Po gehen, die Oe treicher

aus dem Mailändi chen vertreiben, dann über den Mincio gehen, Mantua ein chließen und bis an die Et ch rücken, während 30 40,000 Sardinier mit einer Ma e fe ter, ihm ver chlo ener Plätze hinter ihm blieben und den Thürhüter einer äußer t dürf

tigen Verbindungslinie machten. Das i t es, was Bonaparte

Un inn nennt, und darin hat er vollkommen Recht, und alles, was die In truktion des Direktoriums über die Nothwendigkeit agt, eine Kräfte gegen die Sardinier nicht zu verthun und für die Oe treicher aufzu paren, i t ohne Präzi ion und Klarheit, ein wahrer Ideenwirrwarr. War ein Sieg gegen die Oe treicher errungen, o konnte er

bis an den Po verfolgt werden; dann aber that es Noth, einen

gegen die Sardinier zu erringen, und die er mußte wo möglich zum Frieden oder Waffen till tand führen. So wenig Rück icht eine untergeordnete Macht verdient, wenn ie in der Hauptmacht mitbe iegt werden kann, o rath am i t es,

wenn dies nicht der Fall i t, ich, obald es ge chehen kann, mit einer Haupt tärke gegen ie zu wenden, weil ie am er ten weicht und zum Frieden zu bringen i t.

Auf die e Wei e, glauben wir, muß die Frage über die

Rich

tung der Hauptmacht beantwortet werden, in o weit olche

durch

die Lage des Schwerpunktes der feindlichen Macht be timmt wird. Aber die e Lage des feindlichen Schwerpunktes ent cheidet nicht

ganz allein; es giebt eine zweite Rück icht, und die e i t auf die

unmittelbaren Erfolge gerichtet, welche ich darbieten. In

der

Regel werden die e freilich bei dem fortge etzten Gebrauche

der

Hauptmacht in einer Richtung am größten ein, aber dies i t doch

von keiner aus chließenden Nothwendigkeit, ondern zufällige Um tände können machen, daß man auf der untergeordneten Richtung

IW.

2

Nothwendigkeit, ondern zufällige Um tände können machen, daß man auf der untergeordneten Richtung IW. 2

18

ich eine viel größere Siegesfülle ver prechen darf. Die er nahe

liegende be ondere Vortheil kann den entfernten allgemeinen auf wiegen. Und die er zweite Punkt war allerdings hier eine neue

die Sardinier

Veranla ung, ich zu einer

zu wenden. Die Oe treicher

konnten ausweichen, ihre Truppen

gewi en Zeit gegen

waren auch be er und zuverlä iger, als die ardini chen; es war al o nicht zu erwarten, daß man in Beziehung auf Trophäen

Streitkräfte gegen ie die elben Re

ultate erhalten würde, wie gegen die Sardinier, die gleich an ihre Haupt tadt gedrängt werden und dann, wenn ie nicht zu

und Vernichtung feindlicher

einem chnellen Frieden griffen, bei der Stimmung des Volkes

im Lande

leicht eine große Kata trophe erleben konnten.

Wir

glauben al o, daß Bonapartes Urtheil auch in un erer

An icht vollkommen gerechtfertigt i t.

6. Eröffnung des Feldzugs.

Bonaparte traf den 27. März in Nizza ein; mehrere wich tige Anordnungen in Beziehung auf die Admini tration nahmen ihm nur einige Tage Zeit, er etzt ich dann an die Spitze des ganzen Hauptquartiers, welches eit zwei Jahren Nizza fa t nicht verla en hatte und dort etwas eingero tet war, und durchzieht damit die Straße der ogenannten Corniche unter dem Feuer der

engli chen Schiffe, um damit eine Probe zu geben von dem künf

tigen Charakter des Krieges. Den 9. trifft er in Savona ein und i t ent chlo en, eine Offen ive ogleich zu eröffnen. Er be chließt, mit den drei Divi ionen, die ich zwi chen Sa vona und Loano befinden, zwi chen den Quellen der Bormida über das Gebirge zu gehen. Es i t dies der An chluß der Apen ninen an die Alpen und eine allgemeine Ein attlung des Gebirges, indem die Alpen we tlich und die Apenninen ö tlich ich tärker erheben. Mit die en drei Divi ionen, die, abge ehen von den -

und die Apenninen ö tlich ich tärker erheben. Mit die en drei Divi ionen, die, abge

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Kranken*), al o etwa 25.000 Mann betrugen, will er das Cen

trum der Oe treicher anfallen, die dort ihm entgegentretenden Korps chlagen und o die beiden Flügel trennen, während Serrurier

und Colli

fe thält.

tänden überla en. In dem Augenblick, wo Bonaparte die en Angriff

be chließt

und die vorläufigen Bewegungen dazu anordnet, bricht Beaulieu mit dem einigen los, elb t ehe er eine Armee ganz ver ammelt hatte. Der General Colli, welcher den Krieg in die er Gegend

chon mehrere Jahre geführt hatte, machte dem General Beaulieu

den Vor chlag, mit vereinigter Macht, d. h. wenn man die Ka vallerie, welche im hohen Gebirge nicht gebraucht werden konnte, und einige nothwendige Detachements abrechnet, mit etwa 38,000 Mann in zwei Kolonnen von Cairo und Ceva aus in der Rich

Stellung,

tung auf Loano, als das Centrum der franzö i chen

vorzudringen und den rechten Flügel abzu chneiden. Un treitig war dies der be te Plan eines ern tlichen Angriffs. Er führte

im Thal des Tanaro über Gare io gegen Ceva vorrückt

Was er dann weiter zu thun hat, muß er - den Um

zur größten Ent cheidung, hatte die größte Wahr cheinlichkeit

des

Erfolgs für ich, und es wurde im Falle des Nichterfolges

am

wenig ten gewagt. Da Beaulieu ganz Italien zu einer Ba is hatte, und es überhaupt chon ganz unmöglich war, daß die Fran zo en auf ihrem rechten Flügel von einem chmalen Thale aus, wie die Riviera i t, die e Ba is auf irgend eine wirk ame Art bedrohten, o war die Vereinigung der Hauptmacht im Centrum ohne alles Bedenken, und wenn man vereinigt i t, o hat man

im gün tig ten Fall alles zu hoffen, im chlimm ten wenig zu

fürchten.

*) Wir ab trahiren hier auf beiden Seiten von den Kranken und halten

uns an die ur prünglichen Zahlen, weil die Zahl der Kranken vermuthlich auf

beiden Seiten keine ehr ver chiedenen Verhältni e gehabt haben wird (wenig

tens wi en wir in keinem einzelnen Akt haupt ächlich

Fall etwas Näheres davon), und es doch in jedem nur auf das Machtverhältniß ankommt.

2*

einzelnen Akt haupt ächlich Fall etwas Näheres davon), und es doch in jedem nur auf das

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Beaulieu verwarf die en Plan. Er wollte eine Unterneh

gegen den rechten

die Brigade Cer

voni bei Voltri tand, vermuthlich bis dahin ausgedehnt und etwas bloßge tellt dachte. Er dachte dadurch:

Genua zu bringen,

mung noch mehr be chränken, ie vorläufig nur

Flügel der Franzo en richten, den er ich, weil

1. die Franzo en außer Verbindung mit

de en Schwäche er fürchtete;

2. in unmittelbare Verbindung mit dem Admiral Jervis zu kommen, der an der Kü te kreuzte;

in Konflikt

3. mit der Hauptmacht des Feindes elb t gar nicht

zu gerathen, folglich bei der Unternehmung gegen einen

blos untergeordneten Theil weniger zu wagen.

Der er te und zweite die er Zwecke waren offenbar ehr un

der letzte nur dann gefahrlos, wenn

Beaulieu nicht uchte, auch von

tergeordnete Rück ichten, und

die große Ent cheidung, die

einem Gegner nicht zu erwarten war.

Das Merkwürdig te i t, daß Beaulieu

mit einem Angriff

vor chreitet,

hat er ein

16. April noch Truppen aus der Lombardei bei Acqui einge troffen ind.

Motiv die er Uebereilung war von der einen Seite die um Genua, welches ich zwar füglich elb t hätte wehren

können, aber aus Kleinmuth keine angeme enen An talten dazu

gemacht hatte und ich nun durch die Brigade Cervoni noch viel

mehr bedroht glaubte, als dies in der That der Fall war; von der andern Seite hatten die Oe treicher aus der alten Zeit her noch die Gewohnheit bei einer o partiellen Unternehmung, wie ie ie vorhatten, auch nur an partielle Erfolge auf der einen oder andern Seite zu denken, und o fanden ie gar nichts Be

zu unternehmen, ehe ie noch über

denkliches darin, die e chon

ihre ganze Macht disponiren konnten. Wir finden al o beide Feldherren im Begriff zum Angriff

vorzugehen. Beaulieu kommt einem Gegner zwei Tage zuvor,

ehe eine Armee bei ammen i t, denn am 10. April er tes Gefecht, und es cheint, daß den 15. und

Das Be orgniß

eine Armee bei ammen i t, denn am 10. April er tes Gefecht, und es cheint,

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und es ent pinnt ich vom 10. bis zum 15. April eine Reihe von Gefechten, welche den Kollektivnamen der Schlachten von Mon

tenotte und Mille imo

dem ent chieden ten Siege gleichzuachten ind.

7. Gefecht bei Voltri den 10. April.

Beaulieu war den 10. April mit zehn Bataillonen und vier

Eskadronen in zwei Kolonnen gegen den rechten Flügel der Fran

zo en vorgerückt, in der Ab icht fen, mit Verlu t

zu agen pflegt, aufzurollen. Die es Aufrollen wollte er dann o weit treiben, als die 8000 Mann, womit er es unternahm, zureichten. Die linke Flügelkolonne von fünf Bataillonen und vier Es kadronen unter General Pettony ging auf der über die Bochetta

führenden Chau