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Leben und Wirken

Goodman wurde in Chicago als Sohn armer jüdischer Immigranten geboren. Als
Zehnjähriger bekam er eine Klarinette und Unterricht in der Kehelah-Jacob-Synagoge. Für
zwei Jahre unterrichtete ihn Franz Schoepp vom Chicago Symphony Orchestra. Mit zwölf
Jahren spielte er bereits im Theaterorchester und in verschiedenen Tanzkapellen der Stadt.
Während seiner Highschoolzeit trat er 1922 auch mit der Austin High School Gang auf.
Seine Jazzlehrmeister waren die großen Solisten und Bands der 1920er Jahre, u. a. King
Olivers Creole Jazz Band mit Louis Armstrong und die Vertreter des Chicago Jazz.
Goodman stieg in eine der damals führenden Bands in Chicago ein, das Ben-Pollack-
Orchester, mit dem er auf Tournee ging und 1926 seine ersten Aufnahmen machte, darunter
am 17. Dezember die erste Aufnahme eines von ihm gespielten Klarinetten-Solos (He’s the
Last Word). Zwei Jahre später zog er nach New York City, wo er für das Radio und als
Sessionmusiker arbeitete, u. a. für Ben Selvin und Paul Whiteman und als Theatermusiker
am Broadway.
Benny Goodman während eines Konzerts in Nürnberg, 1971

Im Januar 1931 hatte er mit seiner Schallplattenaufnahme des Songs He’s Not Worth Your
Tears einen ersten Charterfolg (#20). Für die Rundfunkserie Let’s Dance formierte der
Klarinettist 1934 seine erste Big Band im Club Billy Rose's Music Hall, die zum ersten Mal in
der Geschichte des Jazz weiße und schwarze Musiker vereinte. Mit ihrer Perfektion[2] errang
sie innerhalb weniger Jahre die Anerkennung nicht nur der Jazzfans, sondern auch
zahlreicher Musikliebhaber außerhalb des Jazzbereichs, zum Beispiel in Mozartkonzerten.
Der große Durchbruch beim Publikum blieb ihm jedoch vorerst verwehrt. In den frühen
1930er Jahren spielte er mit den national bekannten Bands von Red Nichols, Isham Jones
und Ted Lewis.

Ab 1933 hatte er für Columbia weitere Hits wie Fats Wallers Ain’tcha Glad (#6) und den
Songs I Gotta Right to Sing the Blues (#20) und I Ain’t Lazy, I’m Just Dreaming (#6), mit Jack
Teagarden als Bandsänger. Im Juni 1934 gelang ihm mit Moonglow der erste seiner
sechzehn Nummer-1-Hits. In dieser Zeit spielte auch Glenn Miller als freier Posaunist mit.
Erst 1935 im Palomar Ballroom erlebte er mit seiner eigenen Band den Durchbruch und
reiste nun von Erfolg zu Erfolg.
Benny Goodman – Stompin' at the Savoy

Am 16. Januar 1938 gab Goodman dann sein berühmtes Jazz-Konzert (siehe The Famous
Carnegie Hall Concert 1938) in der New Yorker Carnegie Hall. Das Konzert war ein
durchschlagender Erfolg, wodurch der Jazz quasi über Nacht salonfähig und auch in den
„feineren Kreisen“ zunehmend akzeptiert wurde. Die Aufnahme des Konzertes, insbesondere
der überlange Schlusstitel Sing, Sing, Sing, gilt heute als Meilenstein und bedeutender
Genre-Klassiker und fand bereits vor Jahren Aufnahme in den erlesenen Kreis der Hall-of-
Fame des Jazz.

Von 1934 bis 1938 nahm Goodman für das Label Victor auf, das später unter dem Namen
RCA Victor firmierte. Ab 1939 wurden seine Platten bei Columbia Records veröffentlicht,
welche auch das erste Konzert Goodmans in der Carnegie Hall herausbrachten. Für Victor
nahm er auch einen seiner größten Hits auf, Edgar Sampsons Don’t Be That Way, der fünf
Wochen auf Rang 1 stand und 13 Wochen in den Hitparaden blieb. Neben Stompin’ at the
Savoy war dies die Nummer, die Goodman immer wieder für sein Publikum spielen musste.