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Sehr geehrte/r Konferenzteilnehmer/in,

vielen Dank, dass Sie sich bereit erklärt haben, im Rahmen des Arbeitskreises Bildungspolitik der Ro-
ten Sonne Parania (RSP) an der anstehenden Bildungskonferenz in Parania mitzuwirken. In einem
ersten Schritt werden Sie in den nächsten Wochen, zusammen mit weiteren Vertretern unserer Par-
tei, Standpunkte zu spezifischen Fragestellungen (Bildung & Ungleichheit, Curriculumsentwicklung,
Bildungsstandards) erarbeiten, die Sie dann auf der anstehenden Bildungskonferenz vertreten.

Im Nachgang zu unserer Vorbesprechung erhalten Sie anbei ein Paper, das die Kernforderungen un-
serer Partei in Bezug auf die Bildungspolitik sowie eine Kurzdarstellung der Parteihistorie zusammen-
fasst. Ich bitte Sie, die Vorbereitungsmappe genau zu studieren, um die Vorstellungen der RSP in den
anstehenden Verhandlungen adäquat vertreten zu können.

Der Themenkomplex Bildung spricht bis auf wenige Ausnahmen alle Wählergruppen an. Wie ich schon
in der Vorbesprechung angemerkt habe bietet die anstehende Bildungskonferenz unserer Par- tei
dementsprechend die Chance, sich im wichtigen Feld der Bildungspolitik weiter zu profilieren.
Lassen Sie uns diese Chance nutzen! Mit

freundlichen Grüßen

Gheorge Salim
Mitglied im Parteivorstand und bildungspolitischer Sprecher Rote Sonne Parania (RSP)
Rote Sonne Parania

Fragen der Bildungspolitik


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Parania ist ein relativ rohstoffarmes Land und daher extrem abhängig von Bildung. Die RSP
zielt auf die Verzahnung von Sozialpolitik und Bildungspolitik und auf die Verantwortung
des Sozialstaates zur Ermöglichung möglichst gleicher Bildungschancen. Mit der wachsen-
den Bedeutung von Bildung und Wissen gilt es, den individuellen Bildungserfolg von Schü-
lerinnen und Schülern weiter zu stärken und die pädagogischen und organisatorischen Kon-
zepte weiterhin verstärkt auf die Bedürfnisse und Interessen von Kindern und Jugendlichen
abzustimmen. Bildung ist eine Voraussetzung, um Wege für die individuelle Entwicklung zu
ebnen. Sie eröffnet den Menschen die eigenständige und selbstgesteuerte Teilhabe am sozia-
len und politischen Leben, hilft ihnen, Lösungen für ihre individuellen Herausforderungen
zu finden, vermittelt ihnen Werte, um ihren Lebensstil nachhaltig zu gestalten.

Die RSP sieht Bildung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Grundgedanke der Bildungspoli-
tik sind Solidarität und Selbstbestimmtheit. Die RSP bekennt sich klar zur Idee, möglichst
allen Paraniern einen möglichst hohen Bildungsabschluss zu ermöglichen. Dabei steht die
Idee der Durchlässigkeit des Schulsystems und des möglichst langen gemeinsamen Lernens
an erster Stelle. Der gemeinsame Schulbesuch in den ersten acht Jahren prägt das paranische
Bildungssystem und soll unbedingt beibehalten werden. Gleiche Entwicklungs- und
Bildungsmöglichkeiten sind für alle Menschen in Parania unabdingbar.

Qualitätserhöhung steht in allen Paranischen Bildungseinrichtungen und auf allen Bildungs-


stufen auf der Tagesordnung. Dafür optimale Rahmenbedingungen inhaltlich-pädagogischer
und materiell-finanzieller Art zu schaffen, ist Pflicht und Verantwortung aller Beteiligten.
Qualitätserhöhung muss einhergehen mit größerer Vergleichbarkeit innerhalb Paranias und
Europas und Durchlässigkeit sowie gleicher Wertigkeit aller Abschlüsse.

Die RSP strebt daher folgende Ziele an:

 Die Sicherung und Weiterentwicklung eines qualitativ hochwertigen, zukunftsgerichteten,


international konkurrenzfähigen Bildungsangebotes in Kindergärten und Schulen,
Universitäten und andere Bildungseinrichtungen
 Evaluation als Mittel der Sicherung und Steigerung der Qualität von bildungspolitischen
Programmen und Unterrichtsmethoden von den Kindertagesstätten bis zur
Hochschulreife und der beruflichen Bildung,
 Eine anforderungsadäquate Förderung in allen Schulen und Schularten sowie eine
Verstärkung der Sprachförderung
 Eine an diesen Zielen ausgerichtete Organisation des Schulsystems unter staatlicher
Aufsicht.
 Die Durchsetzung absoluter Chancengleichheit, Basis dafür sind die Beibehaltung der gemeinsamen
Beschulung in Primarstufe und Sekundarstufe I und der weitere Abbau selektiver Elemente im
Bildungswesen.
 Den Ausbau von Ganztagesbetreuung und Nachmittagsschulen mit Freizeitprogramm
Rote Sonne Parania

 Eine verstärkte Beteiligung und verstärkte Mitspracherechte der Akteure, insbeson-


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dere der Schülerinnen und Schüler, an den Entwicklungen im Schulsystem
Rote Sonne Parania

Rote Sonne Parania 4

Die paranische Partei Rote Sonne Parania (RSP) ist die größte linksgerichtete Partei Paranias
und stellt momentan die Regierung des Landes. Sie gilt nominell als Nachfolgerin der Kom-
munistischen Partei Paranias (KPP), die bis zur Revolution in Parania die Macht innehatte.
In den Jahren nach der Revolution trat sie bis zum Jahre 1999 unter dem Namen SPP (Sozia-
listische Partei Paranias) zu den Wahlen an, konnte jedoch nie mehr als 32% der Stimmen
holen und war nicht an der Regierung beteiligt. 1999 wurde die Partei unter dem heutigen
Namen neu gegründet. Seit 2007 stellt sie, in einem kooperativen Bündnis mit der Sozialde-
mokratischen Einheit Paranias (SEP), im so genannten Sozialistischen Bündnis die Regie-
rung.

Geschichte
Im Zuge der Paranischen Revolution wurde die kommunistische Partei Paranias von der
damaligen Übergangsregierung per Dekret verboten und ihr Vermögen eingezogen. Für die
Teilnahme zur geplanten verfassungsgebenden Versammlung gründete sich die Partei im
September 1991 unter dem Namen SPP (Sozialistische Partei Paranias) neu und wählte mit
Evor Duriau ihren ersten Vorsitzenden. Diesem wurden in der Folgezeit Verstrickungen in
die geheimdienstlichen Skandale der Jahre 1990 nachgesagt, so dass bereits im Dezember
1991 der weitgehend als unbelastet geltende Frans Kollecu die Geschicke der Partei bis 1995
leitete. Die schwere Wahlniederlage von 1995 führte zu einem Bruch der Führungsriege.
Frans Kollecu nebst einer kleineren Gruppe spaltete sich ab und gründete 1996 die Partei
Fruntu Democrat Parania (FDP). Neuer Vorsitzender wurde Koban Beiusel.

1999 verlor die SPP erneut die Wahl, die FDP konnte die 5%-Hürde knapp überspringen.
Beide Parteien kamen zusammen auf 35%. Der Versuch einer Koalition mit der Sozialdemo-
kratischen Einheit Paranias scheiterte. Die in der Folgezeit stattfindenden Umbrüche führte
1999 zur Fusion der FDP mit der SPP als Neugründung unter ihrem heutigen Namen: Rote
Sonne Parania. Frans Kolleku übernahm erneut den Parteivorsitz.

Obwohl die RSP in den Wahlen von 2003 ein gutes Ergebnis verbuchen konnte (37%),
scheiterten die Koalitionsverhandlungen mit der SEP, wofür insbesondere die Frage des
Umgangs mit Mitgliedern der ehemaligen kommunistischen Partei, die in der RSP immer
noch aktiv sind, verantwortlich gemacht wurde. Nach dem so genannten „Historischen
Schnitt“ im Jahre 2005, bei dem sieben ehemalige Regierungsmitglieder die Partei verlassen
mussten und die Lossagung von den kommunistischen Idealen für jedes Parteimitglied ver-
pflichtend wurde, gewann die RSP die Wahlen des Jahres 2007 mit 41,7% der Stimmen und
verfehlte nur knapp die absolute Mehrheit der Sitze. Diesmal waren die Koalitionsverhand-
lungen mit der SEP (16%) jedoch erfolgreich.
Rote Sonne Parania

Das Regierungsbündnis aus RSP und SEP wurde in den Wahlen 2011 und 2015 mit jeweils kleine-
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ren Stimmenverlusten auf beiden Seiten erneut bestätigt.

Politische Richtlinien
In der Präambel ihrer Satzung beschreibt sich die Partei als in der Tradition der Arbeiterbe-
wegung stehend. Thematisch stehen vor allem soziale und ökonomische Fragen im Vorder-
grund, wie Armut, die Sicherung der Arbeitsplätze und die Verhinderung kapitalistischer
Auswüchse. Dennoch bekennt sich die RSP zur sozialen Marktwirtschaft, allerdings mit pa-
ranischer Prägung. Leitgedanke dieser Politik ist die Rückführung ehemals staatlicher Pro-
duktionsstätten in private Unternehmen, wobei jedoch Einrichtungen, die als staatserhaltend
angesehen werden (Wasserversorgung, Strom, Bildung, Infrastrukturmaßnahmen etc.), wei-
terhin unter staatlicher Kontrolle bleiben müssen, um die bekannten Auswüchse des Kapita-
lismus zu verhindern.