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Ursprünglich ein von einem Bach durchzogenes, sumpfiges Tal, wurde es erst unter dem

legendären etruskischen König Lucius Tarquinius Priscus zu Beginn des 6. Jahrhunderts v. Chr. in
die Stadt einbezogen. Den Höhepunkt seines prachtvollen Ausbaus erlebte es in der Römischen
Kaiserzeit.

An der Stelle des späteren Forum Romanum befand sich bis zum 7. Jahrhundert v. Chr. eine
sumpfige Ebene, die sich zwischen Palatin und Kapitol erstreckte und von den frühen latinischen
Siedlern als Begräbnisstätte verwendet wurde. Erst durch Anlage der Cloaca Maxima konnten
dieser Sumpf und seine Verlängerung Richtung Tiber, das Velabrum, ausgetrocknet werden.

„Hier, wo die Märkte jetzt sind, lagen früher morastige Sümpfe, Löcher mit Wasser gefüllt, stieg im
Tiber die Flut. Das ist der Lacus Curtius, wo im Trockenen ein Altar jetzt steht: Festes Land heute,
war es doch früher ein See. Wo das Velabrum jetzt den Festzug zum Circus geleitet, war einst nur
Weidengestrüpp, wankendes Schilfrohr zu sehn.“

– Ovid: Fasten 6, 401–406

Die römische Geschichtsschreibung bringt die Initiative zum Bau der Cloaca Maxima mit Lucius
Tarquinius Priscus um 600 v. Chr.,[2] die Vollendung mit Lucius Tarquinius Superbus, dem letzten
römischen König, in Verbindung.[3] Archäologisch nachweisbar ist das Ende der Bestattungen im
Forumstal um 600 v. Chr. Zugleich entstand eine erste Pflasterung, die von der Nutzung des neuen
Platzes zeugt. Um 600 v. Chr. entstand auch das Gebäude der Regia, obwohl traditionell als Haus
oder Regierungssitz des zweiten römischen Königs Numa Pompilius bezeichnet und in der
schriftlichen Überlieferung als eines der ältesten Gebäude Roms verankert.

Nördlich dieses Platzes wurde bald ein zweiter angelegt, das durch die Rostra vom Forum
abgegrenzte Comitium. Hier wurde der größte Teil der römischen Politik gemacht, da der
Senatssitz, die Curia, und die Rostra, die öffentliche Rednertribüne, direkt daneben lagen. Um 490
v. Chr. wurden zwei Tempel im Tal erbaut, die den Göttern Saturn und Castor gewidmet waren. Sie
bildeten zusammen mit einer Ladenzeile zwischen den Tempeln, den tabernae veteres, die
südliche Begrenzung des als Marktplatz dienenden Forums.

Hierfür das Forum als Standort gewählt zu haben, belegt dessen zunehmende Bedeutung in
politischer Hinsicht. Es beginnt die Politisierung des Forums.[8] Im Jahr 338 v. Chr. ließ Gaius
Maenius die Schiffsschnäbel aus der Schlacht von Antium an der Rednertribüne anbringen. Zuvor
wurde derlei Siegesbeute in die Tempel und Heiligtümer geweiht. Gaius Maenius wurde im selben
Jahr mit einer Ehrensäule und der Aufstellung eines Reiterstandbildes geehrt. Auch Lucius Furius
Camillus zu Ehren, Amtskollege des Maenius im Konsulat des Jahres, wurde ein Reiterstandbild auf
dem Forum aufgestellt, mit dem Leistung und Sieg im Latinerkrieg gewürdigt wurden. Eine weitere
Reiterstatue folgte im Jahr 306 v. Chr. für Quintus Marcius Tremulus vor dem Dioskurenempel.
Gaius Duilius wurde 260 v. Chr. mit einer columna rostrata geehrt. An ihr wurden die von ihm
erbeuteten Schiffsschnäbel (rostra) angebracht. Schließlich wurden auch die Gesandten Roms, die
während ihrer Gesandtschaft ums Leben gekommen waren, mit Statuen auf oder bei der
Rednertribüne geehrt.
Neben diesen Ehrungen für Zeitgenossen traten solche für Personen der Vergangenheit, deren
Vorbildhaftigkeit für die Zeit ihrer Aufstellung jeweils herausgekehrt wurde: für den Augur Attus
Navius, der auf wundersame Weise die Ficus Ruminalis auf das Comitium versetzt hatte; für
Horatius Cocles, für Hermodoros von Ephesos, der bei Erstellung des Zwölftafelgesetzes
entscheidende Hilfe leistete; für Pythagoras und Alkibiades. Die zunehmende Konkurrenz
innerhalb der römischen Nobilität führte schließlich zu einer derartigen Häufung von Ehrenstatuen
auf dem Forum, dass im Jahr 158 v. Chr. alle Statuen, die nicht auf Volks- oder Senatsbeschluss
aufgestellt worden waren, abgeräumt wurden. Dennoch wurden insbesondere im 1. Jahrhundert
v. Chr. vermehrt Statuen, oft exzeptionell in der Ausführung, doch meist aus nichtigem Anlass
gestiftet: für Sulla, Pompeius und Caesar, für Octavian, Lucius Antonius, Marcus Aemilius Lepidus
und Marcus Antonius. Im politischen Kampf der ausgehenden Republik wurden solche
Ehrenstatuen nun jedoch beständig umgestürzt oder zerstört, wiederaufgerichtet, eingeschmolzen
oder in Sicherheit gebracht.