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Die Geschichte und die Transzendentale Sphäre

Jacinto Páez

Das Thema meines Vortrages ist die allgemeine Auffassung der Geschichtsphilosophie im
sudwestdeutschen Neukantianismus. Das systematisches Problem dieser Bewegung ist das
Verhältnis zwischen der Geschichte und der transzendentalen Sphäre.
Im Neukantianismus und besonders in der Version der badischen Schule gibt es eine strenge
Trennung zwischen zwei verschiedenen Aufgaben, nämlich, der Analyse, die der Erkenntnistheorie
gehört, und der Analyse der konkreten Akten der Erkenntnis. Die letzte gehört zum Felde der
empirischen Forschung und die erste zur Philosophie. Die Analyse der Erkenntnistheorie führt die
Neukantianern zu einer Auslegung der kantischen transzendentalen Prinzipien als Werte. Eine Folge
dieser Trennung, die auf den ersten Blick selbstverständlich scheint, ist die Kluft zwischen der
transzendentalen Prinzipien und der Wirklichkeit. Die Literatur zu diesem Thema neigt dazu, die
Philosophie der Geschichte zu vernachlässigen. Die Philosophie der Geschichte wird am meistens
als Philosophie der Historiographie betrachtet. Diese Auslegung ist vernünftig, sofern die
Neukantianer dem Kontexte des Diskussion über das Historismus gehören. In bekannten Arbeiten
haben Windelband und Rickert für die methodologische Trennung zwischen Naturwissenschaften
und Geschichte, gegen Positivismus, gestritten. Das systematische Programm diesen Autoren fasst
die Frage der Möglichkeit der Geschichte als Wissenschaft zusammen.
Wir denken aber, dass es ist eine gültige Möglichkeit dort zu suchen eine Lösung eine
anderes Problem. Ich bin nicht für eine allgemeine Ablehnung der traditionellen Auffassung aber
für die Komplet Identifizierung zwischen Philosophie der Geschichte und Logik der Geschichte.
Meiner Meinung nach ist die Philosophie der Geschichte des Neukantianern im Funktion der
Probleme, Probleme die sich auf die Definition der transzendentale Philosophie als Wertlehre
bezieht. Deshalb möchte ich heute erklären wie eine Theorie der Geschichte in Neukantianismus
gegründet sein kann. Das Interesse für die Geschichte bestimmt den Ursprung des Impulses zum
Thema des Transzendentales aber auch das Ziel dieses Impulses. Die Überlegung eine mögliche
Verbindung kommt aus zwei Quellen: aus der nötigen Verankerung der transzendentalen
Untersuchung in der Erfahrung und aus der Notwendigkeit einen Weg für die Durchführungen der
Werte zu finden. Wie ich schon gesagt habe, spielt Geschichte eine doppelte Rolle. Am Anfang der

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Logik, weil durch Geschichte sollen wir die Werten erforschen. Und am Ende der Logik, weil die
Werte als normative Prinzipien für die Handlungen der Subjekten gelten.
In diesem Sinne hat diese Disziplin eine originale Bedeutung, die weder spekulative
Philosophie der Geschichte noch Philosophie der Historiographie sei. Um dieses Ziel zu erreichen,
werde ich auf drei Fragen antworten: (1) wie ist das Thema von einem Verhältnis zwischen
Geschichte und transzendentale Philosophie entstanden?; (2) Wie haben Windelband und Rickert
dieses Verhältnis gedacht?; und (3) welche ist die Gültigkeit dieses Versuches?

Ein programmatischer Hintergrund


Für die Antwort auf unsere erste Frage werde ich auf dem Kontext von der neukantianischen
Philosophie zurückgehen. Windelband und Rickerts Program zu verstehen bedeutet auch das
allgemeine Problematik der Philosophie im neunzehnten Jahrhundert zu erwähnen. Es ist klar, dass
die Philosophie dieser Periode suchte nach Kant zurückzukehren als eine Alternative für die
spekulative Philosophie im Hegelianischen Sinne aber auch als eine Alternative für den
Positivismus. Aber es ist normal auch zu lesen, dass diese Rückkehr nicht auf das Wort der
Kantischen Philosophie sondern auf ihren Geist war. Deshalb könnten wir mehrere Auffassungen
der kantische Philosophie finden. Der Impuls war nicht eine deutliche Darstellung der Philosophie
Kants aber eine kreative und an die Zeit angepasste Version. Eine relevante aber nicht oft zitierte
Stellung im Kontext der neukantinischen Diskussion hat Rudolf Haym, wer wahrscheinlich den
ersten Versuch einer Synthese zwischen Geschichte und transzendentale Philosophie formuliert hat.
Ich benutze hier einen Fragment aus seinen Vorlesungen Hegel und seine Zeit, wo die
Notwendigkeit einer Überwindung der Hegelschen Philosophie verteidigt wird.
In der letzten Vorlesung spricht Haym über die Notwendigkeit die Philosophien von Kant
und Hegel in einer einzigartigen Synthese zu artikulieren. Haym bestätigt, dass das Defizit der
kantischen Philosophie ihre abstrakte Natur ist, und dass auf diesen Grund eine Korrektur
erforderlich ist. Die Wurzeln der Metaphysik liegen nicht in der menschlichen Vernunft im
Allgemeinen sondern in der zeitlichen Vernunft, die durch Wünsche, Tendenzen, Streben sich
darstellen lässt. In dieser Weise kann der programmatische Ausdruck “Die Philosophie der Zukunft
wird wieder eine kritische und transcendentale sein”1 nicht von der Impuls einer Transformation der
kantischen Philosophie isoliert werden. Deshalb schreibt Haym:

1 Haym (1857:468)
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“Es handelt sich darum, die dogmatische Metaphysik des letzen Systems in’s transzendentale
umzuschreiben. Der Wahrheit der absoluten Idee ist der lebendige Mensch in der ganzen
Concretion seiner Innerlichkeit und in der Totalität seiner historischen Erscheinung und
Entwicklung”2.

Ähnlich beschreibt der Historiker der Philosophie Kuno Fischer die Philosophie als die
Selbsterkenntnis des menschlichen Geistes. Und er erklärt diese Erkenntnis als einen Forstschritt
des menschlichen Bildungsprozess, der das Wesen der Philosophie darstellt. Beiträge wie diese sind
wichtig für die Neukantiern aus zwei Grunden. Der erste ist die Anerkennung der Abstraktion in der
Kantischen Philosophie, die eine neue Bearbeitung des Verhältnisses zwischen Philosophie und
Erfahrung motiviert. Der zweite Grund ist die Forderung einer Auffassung des Sinnes der
Wirklichkeit, der unabhängig vom absoluten Wissen ist. Während die Neukantianern eine
dialektische Vereinigung von real und ideal ablehnen, akzeptieren sie auch nicht eine komplette
Spaltung, die zum Nihilismus führt. Der Begriff des Wertes von Windelband und Rickert muss ein
neues Verständnis von der Trennung zwischen des Ideales und der Realität ermöglichen.

Windelband und Rickert


Ich werde diese Abteilung über die Neukantianer mit einer kurzen Referenz zur
methodologischen Arbeit von Windelband anfangen: “Kritische und genetische Methode?”.
Windelband versucht in diesem Essay die Philosophie als Wissenschaft zu bestimmen.
Windelband spricht im Kantischen Sinne gegen die Möglichkeit einer metaphysischen
Auffassung der Philosophie, das heisst, gegen einen ganz rationalen Weg in der Bestimmung der
Prinzipien unserer Erkenntnis. In Gegenteil soll die Philosophie die Methode der konkreten
Wissenschaften als Anfangspunkt nehmen. Die Definition der Philosophie, im Kontext dieses
methodologischen Essays, besteht in der Anerkennung, dass die Methoden der Wissenschaften -
induktiven oder deduktiven- zweifellose Voraussetzungen. Um ihre Ziele zu erreichen setzen die
wissenschaftlichen Methoden eine Menge von allgemeinen Prinzipien voraus aber vorweg ein
universales Nexus der Phänomene. Windelband nennt diese Prinzipien Axiomen oder Werte. Die
Besonderheit dieser Axiome ist dass wir durch sie keine logische Argumente beweisen können, da
alle Beweise, entweder Induktionen oder Deduktionen, auch Axiomen brauchen. Für Windelband
können diese Prinzipien nur das Objekt für eine spezifische Art von Argumente sein, nämlich, ein

2 Haym (1857:468)
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Argument, das das normative Wesen der Prinzipien zeigen kann.Wir können die Prinzipien nur
anerkennen, wenn wir eine epistemische Ziele erreichen möchten.
Wir finden denn eine Auffassung der Philosophie, die nicht spekulativ noch positivisch ist, die
aber in strengen Verhältnis mit der empirischen Forschung bleibt. Deshalb könnte Windelband
sagen, dass die transzendentale Logik eine Darstellung der Axiomen der Wissenschaft ist.
Windelband benutzt dieselbe Strategie für die Ethik und die Ästhetik. Auf dieser Weise werden
nicht nur die Logik sondern die ganze Reihe der philosophischen Disziplinen als Studium der
Geltung der Werte definiert. Die Philosophie soll bestimmen, welche Werte normativ sind, dass
heisst, welche Werte allgemeine Anerkennung bekommen sollen, und welche Werte nur für eine
bestimmte Gesellschaft gültig sind.
Deshlab schreibt Windelband:
“Das System der Logik also ist der Inbegriff aller derjenigen teleologisch zu entwickelnden
Grundsätze, ohne welche es kein allgemeingültiges Denken würde geben können; die Normen der
Ethik entwickeln sich als die Mittel zur Herbeiführung eines Wollens und Handelns, welches
allgemeine Billigung verdient; die Regeln der Ästhetik sind die Bedingungen, unter denen allein ein
allgemein mitteilbares Gefühl möglich ist. Alle Axiome, alle Normen erweisen sich - unabhängig
von jedem besonderen Inhalt und von jeder historischen Bestimmtheit - als Mittel zum Zweck der
Allgemeingültigkeit.” (KGM)

Heinrich Rickert teilt mit Windelband auch die Definition der Philosophie als Lehre der
absoluten Werten. Für Rickert kann die transzendentale Logik durch die Analyse der
Voraussetzungen der Sätze entwickelt werden, ohne Hinweis auf die konkreten subjektiven Akten
von Erkenntnis. Aber diese Unabhängigkeit bedeutet auch dass eine grundlegenden Logik für eine
ganze Erklärung nicht reicht. In der Fall der Erkenntnistheorie schreibt Rickert:

“Wir haben einen Gegenstand, aber wir wissen nicht, wie dieser Gegenstand erkannt wird. Als
reiner Wert ist das Transzendente von allem Erkenntnis durch eine unüberbrückbare Kluft getrennt
… Der Sinn der wahren Sätze ‘gilt’ zeitlos, aber er gilt für niemand.”3 .

Die Trennung zwischen der Sphären von Akten und Erkenntnis, der transzendentalen und der
Empirischen, stellt die Frage von der Möglichkeit einer Vereinigung dieser Sphäeren. Ohne eine

3 H. Rickert, 1909: 217


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Synthese bleibt die Theorie unfähig unsere Erkenntnis zu erklären. Im nächsten Teil meines
Vortrages werde ich über die Rolle, die die Geschichte in der Lösung dieser Trennung spielt,
sprechen.
Für Windelband ist die Struktur der Vernunft uns auf doppelter Weise gegeben. Oder finden
wir was vernünftig ist durch die philosophische Selbstbesinnung, oder erkennen wir die Vernunft in
ihrer zeitliche Entstehung an. Aus diesem Grunde ist es unmöglich Windelbands Werke in
systematischen und historischen Arbeiten zu teilen. Was wichtig ist, ist dass zufolge der
neukantianischen Definition der Philosophie als Kritik, bekommt die zeitliche Entstehung, ein
Primat. Weil es keine Direkt Eingang in der Struktur der Vernunft, und nur eine reflexive durch ein
obkejtiviertes Material gibt, braucht der Philosoph die zeitliche Darstellung, als Anfangspunkt für
die transzendentale Reflexion. Deshalb schreibt Windelband, dass die Geschichte der Organon der
Philosophie ist.
“In dieser Weise erwächst für die Philosophie die Erkenntnis aller inhaltlichen Vernunftwerte
aus der kritischen Durchleuchtung der Geschichte. In der historischen Entwicklung der
Wissenschaften und ihrer axiomatischen Voraussetzungen, in den großen Konzentrationen des
sittlichen, des staatlichen, des sozialen Lebens und in der Ausprägung der dafür geschaffenen
Institutionen und Organisationen, in den Mitwelt und Nachwelt ergreifenden und bezwingenden
Gestaltungen künstlerischer Schaffenskraft, - in diesem viel verflochtenen Werdegang der
Kulturwerte finden Logik, Ethik und Ästhetik die sich gegenseitig ergänzenden und berichtigenden
Materialien für ihre Anwendung der kritischen Methode” (KGM).

Die Form der Probleme und die Begriffe der Philosophie sind das Resultat der Entstehung der
Vernunft in der Geschichte und diese Formen sind das Material für die erste Schritten in der
philosophischen Beobachtung. Ein ähnliches Standpunkt findet man in einem Essay mit dem Titel:
“Die Erneuerung des Hegelianismus”. Der Kern dieser Erneuerung ist die spezifische hegelianische
Antwort zum Problem des apriori: wir sollen als Basis basis para que? die ganze Menge der
vernunftigen Erfahurungen in allen ihren historischen Erscheinungen nehmen.
Rickert teilt mit Windelband die These über das Verhältnis der Philosophie zur Geschichte. In
einem programatischen Essay, “Von Begriff der Philosophie”, schreibt Rickert:

“Der Gedanke, daß auch die Religionen zur geschichtlichen Kultur gehören, kann zugleich
zeigen, daß der Begriff des Wertes nicht etwa zu eng gefaßt ist, wenn wir ihn dem des Kulturwertes
gleichsetzen … Trotzdem muß sie, ebenso wie auch das Religiöse nur im Erdenleben seinen
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Ausdruck findet, überall an das Geschichtliche und Immanente anknüpfen, um überhaupt ein
unmittelbar zugängliches Material zur Bearbeitung ihrer Probleme zu gewinnen. Nur durch das
Historische hindurch kann der Weg zum Überhistorischen führen. Am historischen Material hat sich
also die Philosophie die Werte als Werte zu Bewußtsein zu bringen.”

Wir finden keinen expliziten Hinweis aber es gibt hier trotzdem ein Echo vom Texte von
Rudolf Haym, den ich erwähnt habe. Das Projekt einer kritischen Philosophie soll auf der
Geschichte gegrundet sein. Obwohl der Philosoph versucht, die Gültigkeit universeller und
notwendiger Werte zu bestimmen, setzt eine solche Untersuchung den Versuch voraus, diese Werte
durch ihr Erscheinen während des gesamten Prozesses der historischen Bildung zu entschlüsseln.

Zum Schluss möchte ich eine Analogie mit Kant vorschlagen. Wir können sagen, dass die
geschichtliche Bearbeitung der Werte mit der metaphysichen Deduktion der Kategorien ähnlich ist.
Und die andere Art von Argumente, die die Gultigkeit der Werte darstellt, ist ähnlich mit der
transzendentalen Deduktion. Deshalb trennen wir das abstrakte Argument für die Notwendigkeit der
Werte im Allgemeinen von der konkreten Bestimmung jedes Wertes. Das Objekt der Philosophie ist
a priori und übergeschichtlich aber unseren Weg zu diesem Objekt is ganz historisch.

Abschluss

Heute habe ich über die Rolle von der Geschichte in der Erfindung der Normen. Das
Problem kommt auf jedem fall mit der Auffassung des ontologischen Sinn dieser Normen. Wenn
keine metaphysischer Antwort - Gott oder die Weltvernunft - gibt, haben wir keine Klarheit über die
Möglichkeit einer Antwort. Aus diesen Grund haben die Neukantianern gesagt, dass die Werte kein
Existenz sonder nur Gültigkeit haben.

Wir haben eine gute Antwort für das erste Problem, nämlich, wie können wir die Werte in
der Realität finden und wie können wir den Sinn von Werten verstehen.