Sie sind auf Seite 1von 30

LITERATURGESCHICHTE

Überblick:
Namen und Reihenfolge der Epochen
Zeitleiste: Epochen und wichtigste
Namen
Einzelne Epochen:
Renaissance, Reformation Symbolismus, Impressionismus
Barock Expressionismus
Aufklärung, Rokoko, Empfindsamkeit
Sturm u. Drang Neue Sachlichkeit, Literatur im Dritten
Klassik Reich, Exilliteratur u.a., episches Theater
Romantik
Literatur nach 1945:
Biedermeier
Trümmerliteratur, Literatur des
Junges Deutschland Kahlschlags, absurdes u.
Realismus dokumentarisches Theater,
Naturalismus Postmoderne
Literaturepochen bis Ende 19. Jh.
Renaissance, Reformation
Barock
Aufklärung, Rokoko, Empfindsamkeit
Sturm u. Drang
Klassik
Romantik
Biedermeier
Junges Deutschland
Realismus
Naturalismus
Literaturepochen im 20. Jh.
Symbolismus, Impressionismus

Expressionismus

Neue Sachlichkeit, Literatur im Dritten Reich,


Exilliteratur u.a., episches Theater

Literatur nach 1945: Trümmerliteratur,


Literatur des Kahlschlags, absurdes u.
dokumentarisches Theater, Postmoderne
1600 Barock (1600-1720) Zeitleiste
... H.J.Christoph von Grimmelshausen: Der abentheuerliche
1700 Simplicissimus
A. Gryphius: Lyrik
1710
1720 Aufklärung, Rokoko, Empfindsamkeit (1720-1785)
Philosophie: R. Descartes (Rationalismus);
1730 Th. Hobbes, J. Locke, D. Hume (Empirismus); Voltaire;
I.Kant
1740
Literatur: G.E. Lessing
1750
1760
Sturm u. Drang (1767-1785)
1770 der junge Goethe: Werther
der junge Schiller: Kabale u.Liebe, Die
1770
Räuber
1780 J.G.Herder

1790 Klassik (1786-1805)


1790 Klassik (1786 (G. in Italien) -1805 (Schillers Tod) )
J.J.Winckelmann; I.Kant
1800 Goethe: Iphigenie, Faust I, Wilhelm Meister
Schiller: Maria Stuart, Wallenstein
1810 Romantik (1798-1830)
Früh-: Philosophie: J.G. Fichte; Lit.: A.W. u. Fr. Schlegel; Novalis; L. Tieck
1820 Hoch-: Cl. Brentano; A.v. Arnim; Gebr. Grimm
Spät-: J.v. Eichendorff; E.T.A. Hoffmann
1830
Biedermeier (1820-1850) Junges Deutschland
1840 A. Stifter; E. Mörike; Ferd. Raimund; (1835-50)
Joh. Nestroy, A. v. Droste-Hülshoff Philosophie: L.Feuerbach; K. Marx
1850 H. Heine; G. Büchner; L. Börne
1860 Realismus (1850-1890)
G. Keller
1870 C.F. Meyer
Th. Storm
1880 Fr. Hebbel
Th. Fontane Naturalismus (1880-1900)
1890 Philosophie: Positivismus
G. Hauptmann
1900 A. Holz; Joh. Schlaf
Beispiel Maria Stuarda –
Friedrich Schiller, prima
rappresentazione nel 1800

https://youtu.be/r81tZhBO7LI?t=
4160
Symbolismus, Impressionismus (1890-1920)
1900 St. George; R.M. Rilke; H.von Hofmannsthal
Chr. Morgenstern
1910
Expressionismus (1910-1925)
1920 G. Benn; G. Trakl; A. Döblin; Fr. Kafka; G. Heym, A. Stramm; E.
Lasker-Schüler; A. Ehrenstein; Fr. Werfel; O. Kokoschka
1930
Neue Sachlichkeit; Dritte-Reich-Lit.; Exilliteratur (1925-50)
1940 Th. u. H. Mann; H. Hesse; R. Musil; A. Seghers; E.M Remarque; J. Roth; S.
Zweig; Ö v. Horváth; E. Kästner; B. Brecht: episches Theater.
1950
Dichtung nach 1945: Trümmerliteratur, Literatur des
1960 Kahlschlags, absurdes u. dokumentarisches Theater, Lit. Der
1970 DDR; Postmoderne; W. Borchert; P. Celan; A. Andersch; M. Frisch; Fr.
Dürrenmatt; H. Böll; I. Bachmann; G. Grass; M. Walser; M.L. Kaschnitz;
1980 H.M. Enzensberger; H. Kipphardt; Chr. Wolf; P. Süskind; Robert Schneider;

1990
2000
BAROCK (1600-1720) :
chr. Glaube: Lebensfreude u. Vanitas

AUFKLÄRUNG (1720-1785):
Kritik an Autorität der Kirche u. des absol. Staates
= Vernunft in Politik, Religion, Wissenschaft, Erziehung ...

höfische
Kultur
das ROKOKO (ca. 1750-1780):
Aufklärung (Vernunft) + Empfindsamkeit (Gefühl)

STURM UND DRANG (1770-1785)


Der (das) Barock
30-jähriger Krieg:
Vanitas-Bewusstsein: Vergänglichkeit alles Irdischen

Lebenslust Lebensangst
(carpe diem!) (memento mori!)
Tatendrang u. Jenseits als einzig
Ruhelosigkeit Dauerhaftes

• Schelmenroman • Märtyrerdrama
• höfisch galanter Roman • Gedankenlyrik
(bes. Sonett)
Aufklärung u. Sturm und Drang (1)
- Absolutismus
- Kleinstaaterei
- politisch machtloses Bürgertum

AUFKLÄRUNG STURM UND DRANG

Gemeinsamkeiten:
kritische Grundhaltung gegen
- Tradition und Autoritäten
- Standesschranken
- herrschende gesellschaftspolitische Verhältnisse
- christlichen Dogmatismus
für
- soziale Gerechtigkeit
- Menschenrechte
- Toleranz
(2) Aufklärung u. Sturm und Drang
Unterschiede:
• Natur als vernünftig geordneter, • Vergöttlichung der nur durch das
wissenschaftlich ergründbarer Gefühl erfahrbaren Natur
Bereich (Pantheismus)
• Keine Einwirkung Gottes auf Natur • Natur als Abbild der Seele
und Geschichte (Deismus) (Mikrokosmos u. Makrokosmos)
• Mensch: zur vernünftigen Einsicht • Mensch: Spielball fremder Mächte
befähigt
• Subjektivismus und Irrationalismus
• Rationalismus (Glaube an Vernunft
• Propagierung einer nationalen
und Fortschritt)
Einheit
• Propagierung des Weltbürgertums
• Dichter als Genie
• Dichter als Wissenschaftler
• emotionale, gefühlsbetonte Sprache
• klare, einfache, nüchterne Sprache
Klassik
HARMONIE (Idealisiertes Vorbild:
griech. Antike)
aller Kräfte

• Natur: großartig
geordnetes Reich
Sinnlichkeit Sittlichkeit
Leidenschaft Vernunft
Neigung Pflicht
Wirklichkeit Ideal
• Humanität:
„Edel sei der Mensch,
hilfreich und gut“
Die Romantik
Melancholie, Weltschmerz, Sehnsucht

Vergangene Fremde Wilde


Zeiten: Länder: Natur: Irrationales:
Vorliebe Entdeckung Harmonie Traum,
für das exotischer zw. Natur Geister,
Mittelalter Länder und Gefühl Spuk

Volkslied Reiseroman Naturlyrik Märchen,


Märchen Spukgeschichten

„Universalposie“: Mischung der Gattungen


Junges Deutschland - Vormärz - Biedermeier

Napoleon - Freiheitskriege - Restauration

Liberale Bestrebungen: Resignation:

• Meinungs- u. Pressefreiheit • Rückzug ins Private


• Emanzipation der Frau • bürgerliche Bescheidenheit
• Abbau sozialer u. mora- • konservative Grundhaltung
lischer Schranken
(2) Junges Deutschland, Vormärz und Biedermeier

Literarische Tendenzen:

• Atheismus • Pietismus, Religiosität


• Lächerlichmachen der • Inniges Verhältnis
Naturschwärmerei zur heimatlichen Natur
• Weltbürgertum • Regionale Orientierung
• Blick auf Probleme der • Interesse für Vergangen-
Gegenwart heit u. dt. Geschichte
• Großstädte als Zentrum • Ländliche Abgeschieden-
der Bewegung heit des Dichters
• Optimismus • Pessimismus
Realismus
Industrielle Revolution

Proletariat in Großstädten

Soziale Probleme

Resignation und Illusionslosigkeit

Hinwendung zur diesseitigen, sinnlich erfassbaren Welt


(2) Realismus
Hinwendung zur diesseitigen, sinnlich erfassbaren Welt

detailgetreue Mensch im Seelische Vor-


Abbildung der Konflikt zur gänge:
Natur: Umwelt:
Bildungs-
Dinggedicht Soziales u.
Drama Gesellschafts
roman
Naturalismus
Arno Holz: Die Kunst

KUNST = NAT U R - X
Ziel: Positivismus: X=Reproduktions-
Veränderung Weglassung alles bedingungen:
der Wirklichkeit Übersinnlichen • unzulängliche
Sprache
Themen: Konzentration
- Großstadt auf die nackte, • Annäherung an
- Armut harte Wirklichkeit die Wirklichkeit
- Ausbeutung
Mensch als Produkt Daher:
- Frauenpro-
von Rasse, Milieu Verwendung von
blematik
und Zeit ► Darwin Dialekt,
- Ehebruch
Umgangsprache
- Standesunter-
schiede
Jahrhundertwende:
Impressionismus / Symbolismus
• Modernisierung des Alltags: Elektrifizierung, Verkehr,
Medien, Medizin, Wissenschaften: Quantentheorie, Relativitätstheorie,
• Psychoanalyse
• Verstädterung – Industrieproletariat
• aufstrebendes Bürgertum, aber alte Klassenhierarchie
(Adel, Militär)
• quasi Absolutismus Kaiser Wilhelms II. trotz konstitut. Monarchie

 Bürgertum: Rückzug ins Unpolitische


 „Moderne Nervosität“ (Sigmund Freud)
Impressionismus Symbolismus
„Kunst des Eindrucks“: „Reine Kunst“ /
Ästhetizismus:
• Auflösung der • strikte Absage an den
Gesamtgestalt in die Naturalismus
Vielfalt einzelner Eindrücke
• „L´art pour l´art“:
• subjektive Empfindungen
Kunst als Selbstzweck
• bes. Stilmittel: • strenge Sprachform,
Klangmalerei, Synästhesien Künstlichkeit,
• vorwiegend Lyrik, Symbolsprache,
kleine epische Formen v.a. Lyrik

Eigentlich keine Literaturepochen, sondern Ausdrucksrichtungen!


Expressionismus
Großstadt:
Literatur: Anomymität,
• ungewohnte Bilder Isolation,
• Missachtung
der Grammatik innere Identitätsverlust:
• Verknappung Wahrheit des Sinnzweifel des
des Ausdrucks Gefühls Individuums: “O
Mensch!“

Krieg u. Chaos
Rückbesinnung auf in einer Welt ohne
die einfache Welt der Gott u. Ordnung
sog. primitiven Völker Sozialismus
Kommunismus
Pazifismus
Klassische Moderne
(1880-1930)

Die KM umfasst den Stilpluralismus zwischen 19.


und 20. Jahrhundert. Er bestimmte die
Gründung einer neuen künstlerischen Sprache,
die dazu diente, die Komplexität der Moderne zu
erfassen.
Weltbild der Menschen um 1900
• Besitzbürgertum
– Expansives, materialistisches Wirtschaftsdenken
– Fortschrittsenthusiasmus
• Bildungsbürger
– Pessimismus
– Verlust überlieferter Werte
• Großer Unterschied zwischen Arm und Reich
• Glaube an die Allmacht der Naturwissenschaften  religiöse
Weltdeutungen werden altmodisch
• Theorien von Darwin, Marx und Freud
Lebensgefühl der Menschen um 1900

• Prägend war der rasant wachsender Lebensraum Großstadt


• Ungeheure Beschleunigung in allen Gebieten (z.B.
Verkehrsmittel, Kommunikation)
• Erfahrung sozialer Entfremdung und Isolierung
• Untergangsstimmung
Ende des bürgerlichen Zeitalters („Fin de Siécle“)
• Anbruch einer neuen Zeit: „Moderne“
Zukunftseuphorie
Klassische Moderne
• Franz Kafka: Die Verwandlung (1915)
Die Literatur der Weimarer Republik
• Neue Sachlichkeit
• Ein Ziel der damaligen Schriftsteller war die objektive und
genaue Wiedergabe der Realität. Man wollte den Menschen
Leitbilder geben, um in der neuen Massen- und
Mediengesellschaft bestehen zu können. Man reagierte auf das
Pathos des Expressionismus und schrieb desillusionierte Texte.
• = Zeitroman, Reportageliteratur, Gebrauchslyrik

• Episches Theater (Bertolt Brecht)


• Das Epische Theater ist eine Theaterform, die den
Zuschauer nicht in eine Illusion einhüllt, sondern
versucht, diese durch bestimmte Verfremdungseffekte
zu brechen.
• Brecht schuf damit eine moderne Theaterform,
die mit der Tradition des Dramas nach
Aristoteles oder Lessing radikal brach.
Epische Dramen weisen keinen strengen Aufbau,
wie die Einteilung in Akte und Szenen, auf,
sondern haben die Form von Episoden. Das Ende
ist meist offen.
• Die Wirkungsabsicht besteht nicht mehr in der
Einfühlung des Zuschauers in den Protagonisten.
Statt dessen soll eine Distanzierung vom
Dargestellten erreicht werden, die dem
Zuschauer eine Interpretation ermöglicht und
ihn zu Veränderungen erkannter Missstände
anregt. Die Theaterform nennt man episch, da
außerhalb der Handlung ein Erzähler vorkommt.
Verfremdungseffekte

Erzählerkommentare zum Publikum


Spruchbänder
Plakate
Songs: Beispiel: Die Moritat von Mackie Messer
https://youtu.be/X7eO7MKEZAY
Chöre
Exilliteratur
https://youtu.be/lom7JqdRRcY?list=PL2pXsxI0FI_eeihGwi5oa6Uog42kBx52B

Als Exilliteratur wird die


Literatur von Schriftstellern bezeichnet, die
unfreiwillig Zuflucht in der Fremde suchen
müssen, weil ihre Person oder ihr Werk im
Heimatland bedroht ist. Meist geben politische
oder religiöse Gründe den Ausschlag für die
Flucht ins Exil.