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Lehrstuhl für Ökonometrie und Statistik (ECON) Sommersemester 2019

Statistik I Übung zur Vorlesung

Aufgabenblatt 1 – Lösungen

* Aufgabe 1

(a)

Die Grundgesamtheit sind die im Jahr 2018 in der Bundesrepublik Deutschland neu zugelas- senen Pkw.

Sachlich: Neu zugelassene Pkw.

Räumlich: Zulassung in der Bundesrepublik Deutschland.

Zeitlich: Zulassung im Jahr 2018.

Die Merkmalsträger sind die Elemente der Grundgesamtheit, d.h. jeder Pkw, der im Jahr 2018 in der Bundesrepublik Deutschland neu zugelassen wurde.

(b)

Mögliche Merkmale sind z.B.

Marke (mit Ausprägungen Audi, BMW, Ford, Mercedes-Benz, Opel, Toyota, Volkswa- gen usw.)

Farbe (mit Ausprägungen rot, grün, blau, schwarz, weiß usw.)

Motorleistung (Ausprägungen sind alle Werte in kW größer gleich 0)

Anzahl Sitzplätze (Ausprägungen sind zunächst alle natürlichen Zahlen)

und viele mehr.

* Aufgabe 2

(a)

Geschwindigkeit eines Pkw

stetig

Hörerzahl der Statistik I

diskret

Anzahl der Mitarbeiter eines Betriebs

diskret

Einkommen

quasi-stetig

Zeit für die Beschleunigung eines Pkw von 0 auf 100 km/h

stetig

Klausurpunkte

diskret

Semesterzahl

diskret

Grundstücksgröße

stetig

Durch die nur endliche Messgenauigkeit in endlichen Stichproben wird auch jedes stetige Merkmal letztlich diskret gemessen.

(b)

Körpergewicht

nicht häufbar

Beruf

häufbar

Akademischer Grad

häufbar

1

Geburtsort

nicht häufbar

Geschlecht

nicht häufbar

Familienstand

nicht häufbar

Todesursache

häufbar

Eine Möglichkeit, um aus einem häufbaren Merkmal ein nicht häufbares zu konstruieren, wä- re es, alle möglichen Kombinationen der Ausprägungen als neue Ausprägungen aufzufassen. Wären z.B. {BSc, MSc, Dr.} die Ausprägungen des häufbaren Merkmals „Akademischer Grad“, so würden die neuen Ausprägungen

{BSc}, {MSc}, {Dr.}, {BSc, MSc}, {BSc, Dr.},

, {BSc, MSc, Dr.}

lauten. Ein Merkmalsträger, bei welchem vorher wegen vorhandenem Bachelor- und Master- abschluss die Ausprägungen BSc und MSc gemeinsam auftraten, hätte anschließend nur noch die (eindeutige) Ausprägung {BSc, MSc}. Die Frage nach dem Sinn von Merkmalsausprä- gungen der Sorte {BSc, Dr.} („ist es möglich, auch ohne Masterabschluss einen Doktorgrad zu erwerben?“) stellt sich dabei zunächst nicht. Formal werden vorher Elemente der Merkmalsmenge M betrachtet, nachher jedoch Elemente der Potenzmenge P(M ) (d.h. der Menge aller Teilmengen) der Merkmalsmenge.

(c) Einwohner der Stadt Karlsruhe: Bestandsmasse – zugehörige Bewegungsmassen: Zuzü- ge, Wegzüge, Geburten, Todesfälle

Neueinschreibungen am KIT: Bewegungsmasse – zugehörige Bestandsmasse: Anzahl eingeschriebene Studenten am KIT

Einzahlungen auf ein Girokonto: Bewegungsmasse – zugehörige Bestandsmasse: Konto- stand des zugehörigen Girokontos

* Aufgabe 3

Geschlecht

Nominal

Körpergröße

Metrisch (Verhältnisskala)

Kinderzahl

Metrisch (Absolutskala)

Abonnierte Zeitungen

Nominal

Windstärke

Ordinal

Schulnote

Ordinal

Unfallursache

Nominal

Hubraum eines Motors

Metrisch (Verhältnisskala)

Temperatur

Metrisch (Intervallskala)

Dienstgrad

Ordinal

Freizeitbeschäftigung

Nominal

Rechtsform einer Unternehmung

Nominal

Geburtsjahrgang

Metrisch (Intervallskala)

2

Semesterzahl

Transformationen:

Metrisch (Absolutskala)

Nominalskala: Alle bijektiven Abbildungen möglich. Beispiel: Kodierung des Geschlechts männlich 1, weiblich 0. Genauso wäre aber auch männlich 7, weiblich 10 zulässig, da keine weiteren Forderungen als die Bijektivität gestellt werden.

Ordinalskala: Zusätzlich zur Bijektivität muss die Ordnung erhalten bleiben (strenge Mono- tonie).

., ungenügend 6. Richtig wäre je-

Beispiel: Kodierung der Schulnoten sehr gut 1,

doch auch eine Kodierung nach dem Schweizer System, d.h. sehr gut 6,

1, denn nur die Reihenfolge der Merkmale untereinander (nicht die Richtung!) muss erhalten

bleiben. Unzulässig hingegen wäre eine Kodierung der Form sehr gut 2, ungenügend

., ungenügend

1, befriedigend 3,

., da so die Reihenfolge der Merkmale vertauscht würde.

Intervallskala: Da Nullpunkt und Einheit der Skala willkürlich sind, sind alle Transformatio-

= 0 zulässig. Somit sind nur Differenzen von Ausprägungen

aussagekräftig, nicht aber Verhältnisse. Beispiel: Umrechnung der Temperatur von Celsius (Merkmal x) in Fahrenheit (Merkmal y) gemäß y = 9 x + 32.

nen der Form y = ax + b mit a

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Verhältnisskala: Der Nullpunkt ist hier natürlich vorgegeben, es sind somit lediglich Trans-

formationen der Form y = ax mit a

aussagekräftig. Beispiel: Umrechnung der Körpergröße von Meter (Merkmal x) in Zentimeter (Merkmal y) gemäß y = 100x.

= 0 zulässig. Neben Differenzen sind auch Verhältnisse

Absolutskala: Da Nullpunkt und Einheit natürlich vorgegeben sind, sind keine Transforma- tionen zulässig.

Aufgabe 4

(a)

statistische Einheit: jeder Kfz-Haftpflichtversicherte, der bei diesem Versicherungsunterneh- men in Vertrag steht. Grundgesamtheit: Menge der Kfz-Haftpflichtversicherten, die bei diesem Versicherungsunter- nehmen in Vertrag stehen.

(b)

Alter: sachlich, verhältnisskaliert, stetig. Geschlecht: sachlich, nominalskaliert, nicht häufbar. Beruf: sachlich, nominalskaliert, häufbar. Wohnort: örtlich, nominalskaliert, häufbar. Dauer des Versicherungsvertrages: sachlich, verhältnisskaliert, stetig. Anzahl der bisher eingetretenen Schadensfälle: sachlich, absolutskaliert, diskret. Gesamtschadenshöhe: sachlich, verhältnisskaliert, diskret (bzw. quasi-stetig).

(c)

Offensichtlich ist eine Unterscheidung zwischen diskret und stetig nur bei metrisch skalierten Merkmalen sinnvoll.

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Aufgabe 5

sachlich: wahlberechtigte Personen (über 18 Jahre alt, keine Ausländer, keine Entmündigten). räumlich: im entsprechenden Bundesland (z.B. Baden-Württemberg) lebende Personen. zeitlich: Zeitpunkt der Landtagswahl.

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