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DEUTSCHE NORM Mai 2008

DIN 53109
D
ICS 85.060 Ersatz für
DIN 53109:1993-09

Prüfung von Papier und Pappe –


Bestimmung des Abriebs nach dem Reibradverfahren
Testing of paper and board –
Determination of abrasion by the abrasion wheel method
Essai des papiers et cartons –
Détermination de l’abrasion à l’aide d’un abrasimètre
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Gesamtumfang 8 Seiten

Normenausschuss Materialprüfung (NMP) im DIN


Normenausschuss Papier und Pappe (NPa) im DIN

© DIN Deutsches Institut für Normung e.V. · Jede Art der Vervielfältigung, auch auszugsweise,
nur mit Genehmigung des DIN Deutsches Institut für Normung e.V., Berlin, gestattet.
Alleinverkauf der Normen durch Beuth Verlag GmbH, 10772 Berlin
Preisgruppe 6
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www.beuth.de 1409389
DIN 53109:2008-05

Vorwort
Diese Norm wurde vom Arbeitsausschuss NA 062-04-26 GA „Physikalisch-technologische Prüfverfahren für
Papier und Pappe“ im Normenausschuss Materialprüfung (NMP) erarbeitet.

Auf Folgendes wird hingewiesen:

⎯ Das in dieser Norm beschriebene Prüfgerät entspricht weitgehend dem in den USA und Europa
verbreiteten Taber-Reibrad-Gerät mit den dazugehörigen Reibrädern CS-10.

⎯ Bei normgerechter Handhabung der Proben und regelmäßiger Wartung des Prüfgerätes ist nach
DIN ISO 5725-1 für dieses Prüfverfahren mit einer Vergleichbarkeit von 10 % zu rechnen.

Änderungen
Gegenüber DIN 53109:1993-09 wurden folgende Änderungen vorgenommen:
a) Norm redaktionell überarbeitet;
b) normative Verweisungen aktualisiert.

Frühere Ausgaben
DIN 53109: 1974-11, 1985-11, 1993-09

1 Anwendungsbereich
Diese Norm legt ein Prüfverfahren zur Beurteilung der Scheuerfestigkeit der Oberfläche trockener und
feuchter Papiere und Pappen fest. Als Maß für den Abrieb dient die Abriebmasse, die durch das Schleifen der
Proben mit Schmirgelrädern bestimmter Güte entsteht.
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Das Prüfverfahren ist nicht anwendbar für gewachste oder ähnlich behandelte Oberflächen, da sich hierdurch
die Poren der Reibräder zusetzen.

2 Normative Verweisungen
Die folgenden zitierten Dokumente sind für die Anwendung dieses Dokuments erforderlich. Bei datierten
Verweisungen gilt nur die in Bezug genommene Ausgabe. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte
Ausgabe des in Bezug genommenen Dokuments (einschließlich aller Änderungen).

DIN 53804-1, Statistische Auswertungen — Teil 1: Kontinuierliche Merkmale

DIN EN 20187, Papier, Pappe und Zellstoff — Normalklima für die Vorbehandlung und Prüfung und Verfahren
zur Überwachung des Klimas und der Probenvorbehandlung

DIN EN ISO 186, Papier und Pappe — Probenahme zur Bestimmung der Durchschnittsqualität

DIN ISO 48, Elastomere und thermoplastische Elastomere — Bestimmung der Härte (Härte zwischen
10 IRHD und 100 IRHD)

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DIN 53109:2008-05

3 Begriffe
Für die Anwendung dieses Dokuments gelten die folgenden Begriffe.

3.1
Abrieb
Lostrennen kleiner Teile aus der Papieroberfläche unter festgelegten mechanischen Beanspruchungen

ANMERKUNG Der Begriff „Abrieb“ steht hier als Synonym für „Verschleiß“.

4 Bezeichnung
Bezeichnung des Verfahrens zur Bestimmung des Abriebs nach dem Reibradverfahren (A):

Prüfung DIN 53109-A

5 Geräte

5.1 Prüfgerät

Das Prüfgerät (siehe Bild 1) besteht aus dem Gerätegehäuse mit Antrieb und wahlweise für Trocken- und
Nassabrieb einsteckbarem, waagerecht angeordnetem Teller (1), auf dem die Probe durch Schraube (2),
Mutter (3), Scheibe (4) und Spannring (5) plan aufgespannt wird.

Zwischen Probe und Teller wird eine etwa 0,75 mm dicke Gummischeibe (6) mit einer Kugeldruckhärte
zwischen 30 und 40 IRHD1) eingelegt. Die Reibräder (8) haben einen Durchmesser von 44 mm bis 50 mm
und eine Breite von 13 mm und bestehen aus Gummi mit eingebetteten Schleifkörpern. Die Andrück-
vorrichtung (7) muss so konstruiert sein, dass jedes der beiden Reibräder eine Kraft F von wahlweise

⎯ (10,3 ± 0,2) N,

⎯ ( 5,4 ± 0,2) N,

⎯ ( 3,0 ± 0,1) N oder


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⎯ ( 1,7 ± 0,1) N

auf die Probe ausübt. Der Abstand der Reibräder und der Durchmesser des Tellers sind dem Bild zu
entnehmen. Der Teller dreht mit (55 ± 6) min-1.

Ein Zählwerk registriert die Anzahl der Umdrehungen.

Die Reibräder bewegen sich in entgegen gesetzter Richtung und üben eine kombinierte abreibende,
pressende und drehende Wirkung auf eine ringförmige Fläche der Probe von etwa 30 cm2 aus.

Durch eine Absaugvorrichtung, die bei geschlossenen Absaugstutzen einen Überdruck von etwa 15,5 mbar
erzeugt, müssen die abgeriebenen Teile abgesaugt werden. Die Absaugstutzen (9) sind so über der
Abriebzone der Probe angeordnet, dass sich der eine Stutzen zwischen den beiden Reibrädern, der andere
diametral gegenüber befindet.

1) Siehe DIN ISO 48.

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Maße in Millimeter
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Legende
1 Teller 6 Gummischeibe
2 Schraube 7 Andrückvorrichtung
3 Mutter 8 Reibrad
4 Scheibe 9 Absaugstutzen
5 Spannring

Bild 1 — Prüfgerät zur Bestimmung des Abriebs

5.2 Analysenwaage

Es ist eine Analysenwaage mit Fehlergrenzen von 0,001 g und einer Ansprechschwelle von 0,2 % der
aufgelegten Masse zu verwenden.

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DIN 53109:2008-05

6 Kalibrierung
Nach etwa 1 000 min–1 oder nach Prüfung einer Probe, die in der Oberfläche Füllstoffe oder eine
Beschichtung enthält, ist die Oberfläche der Reibräder zu reinigen.

Hierzu wird auf den Teller des Prüfgerätes eine spezielle Abriebscheibe aufgestellt. Als geeignet erwies sich
eine Abriebscheibe aus Schmirgelpapier der Körnung 180.

Die Reibräder sollen darauf unter einer Anpresskraft von 5,4 N und je nach ihrem Zustand, 20 min–1 bis
50 min–1 laufen. Während dieser Umläufe sind die abgeriebenen Teile durch ständiges Bürsten von den
Reibrädern und dem Teller zu entfernen. Den einwandfreien Zustand der Reibradoberflächen erkennt man am
Verschwinden der anfänglich farbigen Spur auf der Abriebscheibe.

Zur Prüfung der Körnung der Reibräder wird eine etwa 1 mm dicke Scheibe aus gewalztem Zinkblech mit
einer Vickershärte von (45 ± 5) HV3 (Prüfkraft 29,4 N, Einwirkdauer 10 s bis 15 s) nach DIN EN ISO 6507-1
auf den Teller gespannt und während 100 min–1 unter den gleichen Abriebbedingungen erfolgt eine weitere
Wägung. Wenn für diese letzten 100 min–1 bei 3,0 N Anpresskraft der Masseverlust der Zinkblechscheibe
zwischen 1,4 mg und 2,8 mg liegt, sind die Reibräder für die Prüfung zugelassen.

7 Probenahme
Die Probenahme muss nach DIN EN ISO 186 durchgeführt werden.

8 Proben

8.1 Form, Herstellung und Anzahl

Aus den zu prüfenden Probestücken aus Papier oder Pappe werden 20 Scheiben mit einem Durchmesser
von 105 mm geschnitten. In der Mitte der Scheibe muss ein Loch von 6 mm Durchmesser gestanzt werden,
damit die Proben auf dem Reibteller befestigt werden können.

8.2 Vorbehandlung

Die Vorbehandlung der Proben muss nach DIN EN 20187 durchgeführt werden.
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9 Durchführung

9.1 Abrieb von trockenen Proben

Die Prüfungen müssen in dem gleichen Normalklima durchgeführt werden, wie für die Vorbehandlung der
Proben.

Die einzelne Probe wird am Rand gehalten und ihre Oberfläche sorgfältig mit einem weichen Naturhaarpinsel
abgebürstet. Der Pinsel sollte etwa 12 mm breit sind und etwa 25 mm lange Borsten haben. Die Probe muss
dann auf 0,001 g gewogen (Masse m1) und auf den Teller gespannt werden. Die Reibräder werden mit einer
Kraft, die einer der Stufen nach 5.1 entspricht, auf die Probe aufgesetzt. Die Kraft und die Anzahl der
Umdrehungen richtet sich nach den Festlegungen in den einschlägigen Gütenormen oder ist zu vereinbaren.

Die während des Prüfvorganges abgeriebenen Teile werden durch die Absaugvorrichtung entfernt.

Nach Beendigung des Abriebvorgangs wird die Anzahl der Umdrehungen U abgelesen. Die Probe wird
abgenommen, nochmals sorgfältig abgebürstet und auf 0,001 g gewogen (Masse m2).

Es müssen je 10 Einzelmessungen für die Ober- und Unterseite durchgeführt werden.

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9.2 Abrieb von nassen Proben

Zur Bestimmung des Abriebs von nassen Proben wird ein Teller benötigt, der die Form einer flachen Schale
hat und dessen Rand so hoch ist, dass die Probe während des ganzen Versuchs vollständig mit Wasser
bedeckt ist.

Während der Prüfung dürfen weder der Pinsel und die Absaugvorrichtung benutzt noch der Reibradumlauf
gestört werden.

Nach Beendigung des Abriebvorganges ist die Anzahl der Umdrehungen abzulesen. Der Teller wird
abgenommen und das Wasser abgegossen. Die Probe wird ebenfalls abgenommen und der anhängende
Abrieb abgespült.

Anschließend ist die Probe bei (105 ± 2) °C bis zur Gewichtskonstanz und nach DIN EN 20187 erneut im
Normalklima zu behandeln. Im Anschluss ist die Masse m3 auf 0,001 g zu bestimmen.

ANMERKUNG Wasserlösliche Bestandteile können das Prüfergebnis beeinflussen.

10 Auswertung

10.1 Abrieb von trockenen Proben

Der Abriebbetrag mT in mg wird nach Gleichung (1) auf 100 min–1 umgerechnet, berechnet

m1 − m 2
mT = ⋅ 100 (1)
U

Dabei ist

m1 die Masse vor der Abriebprüfung, in mg;

m2 die Masse nach der Abriebprüfung von trockenen Proben, in mg;

U die Anzahl der Umdrehungen.


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Aus den je 10 Einzelwerten für die Ober- und Unterseite der Probe werden die beiden arithmetischen
Mittelwerte bestimmt.

10.2 Abrieb von nassen Proben

Der Abriebbetrag mN in mg wird nach der Gleichung (2) auf 100 min-1 umgerechnet, berechnet

m1 − m3
mN = ⋅ 100 (2)
U

Dabei ist

m1 die Masse vor der Abriebprüfung, in mg;

m3 die Masse nach der Abriebprüfung in mg von nassen Proben, die wieder getrocknet und vorbehandelt
wurden;

U die Anzahl der Umdrehungen.

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DIN 53109:2008-05

Aus den je 10 Einzelwerten für die Ober- und Unterseite der Probe werden die beiden arithmetischen
Mittelwerte bestimmt.

11 Prüfbericht
Der Prüfbericht muss folgende Angaben enthalten:

a) Hinweis auf diese Norm;

b) Art und Bezeichnung des geprüften Materials;

c) Vorbehandlungsklima;

d) Art der Prüfung (trocken oder nass);

e) Anpresskraft in N;

f) Anzahl der Umdrehungen;

g) Abriebbetrag mT und/oder mN in mg, umgerechnet auf 100 Umdrehungen, Einzelwerte und arithmetische
Mittelwerte, getrennt für Ober- und Unterseite der Probe;

h) Standardabweichung und Variationskoeffizient nach DIN 53804- 1;

i) Abweichungen von dieser Norm;

j) Prüfdatum.
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Literaturhinweise

DIN ISO 5725-1, Genauigkeit (Richtigkeit und Präzision) von Messverfahren und Messergebnissen — Teil 1:
Allgemeine Grundlagen und Begriffe
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