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Vera Oeri-Bibliothek
Dank an Roland Moser, Heinz Holliger, Thomas Kessler, Alfred Knüsel, Beatrice und Peter Stein, Christian
Sutter, Kurt Widmer, Heidy Zimmermann, Paul Sacher Stiftung Basel.
György Kurtág ist mit dem subjektiven Ausdrucksvermögen seiner Musik eine singuläre Erscheinung in
der zeitgenössischen Musik. Der 1926 in Lugoj (im Banat) geborene ungarische Komponist und Pianist
schafft sein Werk vor dem Hintergrund der Begrenztheit des Lebens. Seine Hommages verbinden sich zu
Erinnerungsnetzen. Die kurzen Stücke entwickeln grosse Kraft. Kurtág hat 1959 nach einer Lebens- und
Schaffenskrise mit dem Komponieren neu begonnen. Vorangegangen war ein tonales Frühwerk in der
Tradition Bartóks. Die Westeuropareise 1957/58 brachte Krise und Neubeginn. In Paris besuchte Kurtág
Kurse bei Olivier Messiaen und Darius Milhaud und erhielt wesentliche Impulse von der Psychologin
Marianne Stein, die ihm half, ein neues Kapitel seines Schaffens aufzuschlagen. Zurück in Budapest schuf
er 1959 sein Streichquartett op. 1. In den nächsten Jahren erprobte Kurtág den neu gewonnenen kom-
primierten Stil in verschiedenen Besetzungen. 1968 schrieb er eines seiner bislang längsten Stücke, Die
Sprüche des Péter Bornemisza op. 7 für Sopran und Klavier. In diesem Werk tritt das Wort als zweite
semantische Ebene zur Musik hinzu. Aus den Sprüchen des Péter Bornemisza hat Kurtág einen Merk-
spruch entnommen, der sich als Motiv und Motto durch seine Werke zieht: Virág az ember… Blumen die
Menschen. Blumen welken zwar, sie blühen aber auch eine Weile und zeichnen sich in die Welt ein.
Inzwischen stellt Kurtág seine Stücke zu offenen Werkreihen zusammen. Dies begann 1973 mit Spielen
(Játékok) für Klavier, von denen es bisher acht Bände gibt. Seit den achtziger Jahren entstehen Signs,
Games and Messages für Streicher. Eine Auswahl aus Játékok pflegt Kurtág gemeinsam mit seiner Frau
Márta in Konzerten zu spielen, gemischt mit Bearbeitungen von Bach-Chorälen. Dabei ist der szenische
Aspekt des vierhändigen Klavierspiels nicht zu übersehen. Das Klavierstück Virág az ember besteht aus
sieben über die Tastatur verteilten Einzeltönen, in der dreihändigen Version überkreuzen sich Hände
und Arme zu sich umschlingenden Tönen.
Seit einem ersten Interpretationskurs im Mai 1988 war Kurtág öfter zu Gast an der Musik-Akademie
Basel, wo er im Elektronischen Studio arbeitete, Kammermusik und Instrumentation unterrichtete. Es
entstanden freundschaftliche Kontakte zu Roland Moser, Thomas Kessler, Heinz Holliger, Christian Sut-
ter, Alfred Knüsel und Kurt Widmer, die seine Werke einstudierten und denen sie teilweise gewidmet
sind. Kurtágs musikalische Poetik vergegenwärtigt die Ausstellung in der Vera Oeri-Bibliothek mit Leih-
gaben seiner Basler Freunde als Beitrag zu der Veranstaltungsreihe „Messages à György Kurtág“ –
Konzerte und Gespräche zum 90. Geburtstag an der Musik-Akademie Basel.
Vitrine 1
György Kurtág, Signs, Games and Messages for Viola
Samuel Beckett: le nain. Hommage à Roland Moser (1994)
Partitur Editio Musica Budapest 2005 (Vera Oeri-Bibliothek)
Vitrine 2
György Kurtág, Játékok VIII für Klavier zu vier Händen und für zwei Klaviere (1973–)
Virág az ember… Blumen die Menschen [sich umschlingende Töne] für drei Hände
Partitur Editio Musica Budapest 2010 (Vera Oeri-Bibliothek)
Zeitschrift Fotó
Fotoserie zu György und Márta Kurtág von Marian Reismann, Oktober 1990
Privatsammlung Beatrice und Peter Stein
Vitrine 3
Béla Bartók: Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta (1936)
Bearbeitung des 1. Satzes für Klavier vierhändig von György Kurtág (undatiert)
Geschenk an Paul Sacher zum 85. Geburtstag (1991)
Faksimile der Handschrift, Widmung vom Umschlag und Schluss des 1. Satzes
Paul Sacher Stiftung Basel, Sammlung Paul Sacher
Vitrine 4
Friedrich Spangemacher (Hg.): György Kurtág, Bonn 1986
Mit Widmung „Für Marianne, der ich alles verdanke im Beruf und im menschlichen Werden. Gyuri“
Privatsammlung Beatrice und Peter Stein
Brief von Bálint András Varga an Marianne Stein vom 26. Oktober 1988
Die ungarische Psychologin Marianne Stein (1913–1994) lebte in den achtziger Jahren in Basel. Mit ihrer
Hilfe befreite sich Kurtág 1957/58 in Paris aus einer Schaffenskrise.
Privatsammlung Beatrice und Peter Stein
György Kurtág, Kafka-Fragmente [Meine Gefängniszelle – meine Festung] op. 24 (1985–87)
Partiturkopie der Erstschrift, Marianne Stein gewidmet, Titelseite und Nr. 4 Ruhelos
Privatsammlung Roland Moser
Vitrine 5
Brief aus dem Jahr 1995 und undatierte Postkarte von Kurtág an Elisabeth und Alfred Knüsel
Privatsammlung Alfred Knüsel
György Kurtág, Drei Alte Inschriften für Gesang und Klavier op. 25 (1986–87)
Partitur Editio Musica Budapest mit handschriftlicher Widmung
Privatsammlung Alfred Knüsel
György Kurtág, Einige Sätze aus den Sudelbüchern Georg Christoph Lichtenbergs. Neufassung für Sopran
und Kontrabass op. 37a (1999): [Nr. 1] Die Kartoffeln
Kopie der Handschrift. Die Neufassung schrieb Kurtág für den Basler Kontrabassisten Christian Sutter.
Privatsammlung Christian Sutter
Vitrine 6
György Kurtág, …ein Sappho-Fragment… für Englischhorn (1999)
für Heinz Holliger zum 60. Geburtstag (komponiert 18. – 21.2.1999)
Faksimile der Handschrift
Paul Sacher Stiftung Basel, Sammlung György Kurtág
György Kurtág, Hommage à André Bernold. Paracelsus scripsit: „ichts musz zu nichts werden“
Kopie, datiert 3.11.2014
Paul Sacher Stiftung Basel, Sammlung Heinz Holliger
Vitrine 7
György Kurtág, Hölderlin-Gesänge für Bariton, Posaune und Tuba op. 35a (1993–97)
Partitur Editio Musica Budapest mit handschriftlicher Widmung für Kurt Widmer
Privatsammlung Kurt Widmer
György Kurtág, Hölderlin-Gesänge für Bariton, Posaune und Tuba op. 35a (1993–97)
Partiturkopie mit Einzeichnungen und Zeichnungen von Kurt Widmer
Privatsammlung Kurt Widmer
Hölderlin-Gesänge op. 35a, Signs, Games and Messages, ... pas à pas – nulle part ... op. 36
Kurt Widmer (Bariton), Heinrich Huber (Posaune), David LeClair (Tuba)
ECM Records 2003 (Vera Oeri-Bibliothek)
Vitrine 8
György Kurtág, Suite for Piano ohne Opuszahl (1943)
Partitur in nummerierter Auflage mit nachträglichen Bleistiftkorrekturen Kurtágs
Privatsammlung Roland Moser
Postkarte von Kurtág an Käthi Gohl Moser und Roland Moser vom 9. Juni 1985
Privatsammlung Roland Moser
György Kurtág, Hölderlin-Gesänge op. 35b: Nun versteh' ich… für Roland Moser (1996–)
drei Fassungen (Erstfassung, Double, Double alio modo)
Privatsammlung Roland Moser
Vitrine 9
Instrumentationsübungen von Studierenden der Hochschule für Musik Basel, 1999
Als Vorlage diente Kurtágs Stück … humble regard sur Olivier Messiaen… aus Játékok VI
Instrumentationen von Márton Illés und Wanja Aloe für Bläserquintett
Privatsammlung Roland Moser
Fotos Interpretationskurs mit Studierenden der Hochschule für Musik, 13.– 17.12.2004
Privatsammlung Roland Moser
Vitrine 10
György Kurtág, Perpetuum mobile II aus Zwiegespräch für Streichquartett & Live-Elektronik (1999/2000)
Kompositionsauftrag der Hochschule für Musik Basel, Uraufführung am 12.11.1999
Partiturkopie mit Einzeichnungen
Privatsammlung Thomas Kessler
Programm ECHT!ZEIT, Tage für Live-Elektronische Musik Basel 1999 mit Widmung an Beatrice Stein
Privatsammlung Beatrice und Peter Stein
Fotos Proben zu Zwiegespräch für Streichquartett & Live-Elektronik im Neuen Saal 1999
mit Hansheinz Schneeberger, Karin Kessler (Violine), Patrick Jüdt (Viola), Michael Keller (Violoncello),
György Kurtág junior (Live-Elektronik)
Privatsammlung Thomas Kessler
Thomas Kessler: Kurtág und Computer. Arbeitsbericht über die Entstehung von «Zwiegespräch»
Programmbuch Composers in Residence, Internationale Musikfestwochen Luzern 2000
Vera Oeri-Bibliothek