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Publikation der deutschen Versicherer

(GDV e. V.) zur Schadenverhütung

Offshore-Windenergie

VdS 3522 : 2016-01 (01)


Offshore-Windenergie VdS 3522 : 2016-01 (01)

Zusammenfassung
In der vorliegenden Publikation zu Schadenverhütung bei Offshore-Windenergie werden die offshore-
typischen Gefahren und damit verbundenen Risiken identifiziert, analysiert und bewertet, u. a. auch im
Vergleich mit der Offshore-Förderung von Gasen und Öl. Auf dieser Grundlage sind Maßnahmen zum
Brand- und Maschinenschutz systematisch aufbereitet, insbesondere für Offshore-Plattformen und ein-
schließlich der Instandhaltung und des Ersatzteil-Konzepts. Sie ergänzen die bestehenden Empfehlungen
der Versicherer zum Risikomanagement bei der Errichtung von Offshore-Windparks (VdS 3549) und zum
Brandschutz bei Windenergieanlagen (VdS 3523).

Summary

In the present publication on loss prevention in offshore wind power, the offshore-typical hazards and
associated risks are identified, analysed, and assessed, e.g. in comparison to offshore extraction of gas
and oil. On this basis we have systematically elaborated measures for fire and machinery protection, in
particular for offshore platforms and including the servicing issues and the concept for replacement parts.
They complement the existing recommendations by insurers on risk management in the construction of
offshore wind farms (VdS 3549) and for fire protection in wind turbines (VdS 3523).

Die vorliegende Publikation ist unverbindlich. Die Versicherer können im Einzelfall auch andere Sicherheitsvor-
kehrungen oder Installations- oder Wartungsunternehmen zu nach eigenem Ermessen festgelegten Konditionen
akzeptieren, die diesen technischen Spezifikationen oder Richtlinien nicht entsprechen.

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VdS 3522 : 2016-01 (01) Offshore-Windenergie

Offshore-Windenergie
Inhalt
Zusammenfassung ................................................................................................................................... 2
Summary .................................................................................................................................................. 2
1 Vorbemerkungen ........................................................................................................................ 4
2 Anwendungsbereich ................................................................................................................... 4
3 Begriffe ....................................................................................................................................... 5
4 Gefahren und Risiken.................................................................................................................. 5
5 Schutzmaßnahmen ..................................................................................................................... 8
5.1 Brandschutz ........................................................................................................................................ 9
5.1.1 Maßnahmen zur Vermeidung von Gefahren der Brandentstehung .................................................. 9
5.1.1.1 Nicht betriebsbedingte Zündquellen.................................................................................................. 9
5.1.1.2 Betriebsbedingte Zündquellen ......................................................................................................... 11
5.1.1.3 Blitz-/Überspannungsschutz ........................................................................................................... 12
5.1.2 Maßnahmen zur Begrenzung der Brandausbreitung (Baulicher Brandschutz) ............................ 14
5.1.3 Maßnahmen zur wirksamen Branderkennung und -bekämpfung ................................................. 15
5.1.3.1 Branderkennung ............................................................................................................................... 18
5.1.3.2 Brandbekämpfung ............................................................................................................................ 18
5.1.4 Brandschutzorganisation ................................................................................................................. 20
5.1.4.1 Brandschutzbeauftragter ................................................................................................................. 20
5.1.4.2 Alarm- und Gefahrenabwehrplan (Notfallplan)............................................................................... 20
5.1.4.3 Feuerlöscher ..................................................................................................................................... 21
5.1.4.4 Schadenminderung........................................................................................................................... 21
5.2 Maschinenschutz .............................................................................................................................. 22
5.2.1 Standfestigkeit und Widerstandsfähigkeit ....................................................................................... 22
5.2.1.1 Korrosionsschutz .............................................................................................................................. 22
5.2.1.2 Schutz gegen Kolkung ...................................................................................................................... 22
5.2.1.3 Schutz vor Naturgefahren................................................................................................................. 22
5.2.1.4 Schutz vor Diebstahl und Vandalismus ............................................................................................ 23
5.2.2 Sicherstellung der Verfügbarkeit, Betriebssicherheit .................................................................... 23
5.2.2.1 Betriebssicherheit, Notbetrieb, Notstromversorgung ....................................................................24
5.2.2.2 Diversifikation und redundante Systeme ......................................................................................... 25
5.2.2.3 Fail-Safe ............................................................................................................................................ 25
5.2.2.4 Anlagenüberwachung, Monitoring ................................................................................................... 26
5.2.3 Instandhaltung und Ersatzteilkonzept ............................................................................................. 27
5.2.3.1 Instandhaltung ................................................................................................................................. 27
5.2.3.2 Ersatzteilkonzept .............................................................................................................................. 27
5.3 Transporte während des Betriebs ................................................................................................... 28
6 Literatur.....................................................................................................................................28
6.1 Gesetze und Verordnungen .............................................................................................................. 28
6.2 Vorschriften, Regeln und Informationen der Träger der gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV)... 28
6.3 Technische Regeln ............................................................................................................................ 28
6.4 Publikationen der deutschen Versicherer zur Schadenverhütung ................................................. 29
6.5 Publikationen der VdS Schadenverhütung GmbH (VdS) .................................................................. 29
6.6 weiterführende Literatur ................................................................................................................. 30

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Offshore-Windenergie VdS 3522 : 2016-01 (01)

1 Vorbemerkungen J
Sicherung der Betriebsbereitschaft und Ver-
hütung von Anlagenschäden infolge der Still-
Mit dem politisch erklärten Ziel, regenerative stände bei unvorhergesehenen Stromunter-
Energiequellen und -träger zu fördern sowie ihren brechungen durch Not-Energieversorgung.
Anteil an der gesamten Energieversorgung deut-
lich zu steigern, gewinnt die Offshore-Windenergie Die nachfolgend dargestellten sicherheitsrele-
(OWE) zunehmend an Bedeutung. Dabei ist die Off- vanten Hinweise erheben keinen Anspruch auf
shore-Windenergie insbesondere gekennzeichnet Vollständigkeit und entbinden nicht von der Einhal-
durch die im Vergleich zu Onshore-Anlagen här- tung behördlicher Auflagen oder Anordnungen.
teren, unbeständigeren Einsatzbedingungen und
wesentlich höhere Investitionen. Auch mit Blick auf Die vorliegende Publikation basiert insbesondere
die Anforderungen an die erforderliche Verfügbar- auf den derzeit vorliegenden Schadenerfahrungen
keit von OWE-Anlagen (OWEA) sieht der Gesamt- von vergleichbaren Offshore-Anlagen und voraus-
verband der Deutschen Versicherungswirtschaft schauenden Gefahrenanalysen. Sobald sich grund-
e. V. (GDV) veranlasst, einen neuen Leitfaden zu sätzliche Änderungen in der Technik oder risiko-
Schadenverhütung bei OWE in Abstimmung mit technischen Bewertung ergeben, ist beabsichtigt,
Planern und Industrie zu erarbeiten. diesen Leitfaden zu aktualisieren.

In diesem Leitfaden werden typische Schadenursa- Die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und ein-
chen beschrieben, die unter den besonderen Ver- schlägiger Regelwerke, die den Stand der Sicher-
hältnissen des Betriebs von OWEA gegeben sind heitstechnik widerspiegeln, wird vorausgesetzt.
und aus der systematischen Gefahrenanalyse klar
zu erkennen sind. Auf dieser Grundlage werden
Maßnahmen zur Schadenverhütung empfohlen. 2 Anwendungsbereich

Ziel ist es, die Eintrittswahrscheinlichkeit und/oder Der vorliegende Leitfaden bezieht sich auf die Pla-
das Ausmaß eines Schadens bei OWEA-Anlagen, nung und den Betrieb von Offshore-Windparks,
z. B. eines Brand- oder Maschinenschadens, zu wozu insbesondere
minimieren. Mit Bezug auf den Brandschutz kön-
nen die notwendigen Maßnahmen wie folgt gegli- J
Offshore-Windenergieanlagen (OWEA)
edert werden: J
Plattformen und
J
deren Kabelanlagen
J
Verringerung der Brandentstehungsgefahren
J
Begrenzung der Ausbreitung von Feuer und gehören. Bezüglich der Gefahren, Risiken und
Rauch im Brandfall Schadenverhütung bei der Errichtung von Offshore-
J
Sicherstellung der erforderlichen Rettung von Windparks einschließlich des zugehörigen Trans-
Personen, was in der Regel bereits gesetzlich/ ports von Bauteilen und Anlagen wird auf den Code
behördlich geregelt ist of Practice des EWTC (European wind turbine com-
J
wirksame Branderkennung und Brandbekämp- mittee) sowie einschlägige Regelwerke verwiesen.
fung
Dieser Leitfaden gilt grundsätzlich für neu zu er-
Für den Maschinenschutz treten offshore beispiels- richtende Anlagen. Bestehende Anlagen und Platt-
weise folgende Aspekte hervor: formen sollten im Rahmen der gegebenen Mög-
lichkeiten den Empfehlungen dieses Leitfadens
J
Vermeidung von ungeplanten Anlagenstillstän- angepasst werden.
den durch eine vorbeugende Instandhaltung, die
unabdingbar auf die teils stark eingeschränkte Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Ge-
Offshore-Zugänglichkeit der Anlagen abge- fahren und Risiken ggf. projekt- bzw. objektbezo-
stimmt sein sollte. gen im Einzelfall gesondert geprüft werden müs-
J
Vorbeugende Instandhaltung auf Grund der sen, etwa hinsichtlich der Installation und des Be-
eingeschränkten Zugänglichkeit und kostenin- triebs von Batteriespeichern. Dementsprechend
tensiven Schiffs- und Hubschraubereinsätze, können Lösungen zur Schadenverhütung und zum
insbesondere in Verbindung mit Condition Risikomanagement nötig werden, die über die An-
Monitoring Systems und mittels Sensorik und forderungen der Regelwerke hinausgehen.
Kamerasystemen zur Fernüberwachung, damit
Schäden gezielt vermieden werden können.
J
Aufrechterhaltung der Betriebsbereitschaft
durch die Bereitstellung von Redundanzen.

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VdS 3522 : 2016-01 (01) Offshore-Windenergie

3 Begriffe Gefahren und die damit verbundenen Risiken mit-


hilfe geeigneter Maßnahmen zu minimieren und zu
Offshore-Windparks bestehen gemäß dem BSH- beherrschen. Neben möglichen Gefährdungen von
Standard zur konstruktiven Ausführung von Personen sind hierbei insbesondere die Sach- und
Offshore-Windenergieanlagen (OWEA) insbeson- Betriebsunterbrechungsschäden zu betrachten.
dere aus folgenden baulichen Komponenten: Zur Ableitung dieser Empfehlungen werden

J
Windenergieanlagen bestehend aus Turbine, J
Erfahrungen bei Onshore-Windenergieanlagen
Gondel, Rotorblättern, Turm und Unterkonstruk- (WEA) und OWEA in der Küstennähe,
tionen sowie der zugehörigen Gründungsstruktur J
Erfahrungen bei der Offshore-Förderung von
zur statischen Einbindung in den Meeresboden Gas und Öl sowie
J
der parkinternen Verkabelung der einzelnen J
die Gefahrenanalyse und Risikobewertung, die
OWEA einschließlich der Zusammenführung an anhand der verfügbaren Erfahrungen entwickelt
der Umspannstation und ggf. projektspezifisch anzupassen sind,
J
Plattformen für
J
AC-Umspannstation, herangezogen.
J
Hochspannungsgleichstromübertragung
(HGÜ) (AC-/DC-Wandlung) Erfahrungen bei Onshore-WEA sind u. a. im beste-
J
Wohn- und Arbeitstationen sowie henden Leitfaden VdS 3523 systematisch und bei-
J
ggf. weitere parkinterne Stationen spielhaft aufbereitet. Erfahrungen bei OWEA in der
J
Stromabführungssystemen zwischen OWEA Küstennähe und bei der Offshore-Förderung von Gas
und Umspannstation, zwischen Umspannsta- und Öl sind in zugehörigen Regelwerken verankert.
tionen selbst und zwischen Umspannstationen
und Netzanbindung an Land Hinweis:

4 Gefahren und Risiken J


Windenergieanlagen (WEA), Leitfaden für den
Brandschutz (VdS 3523)
Empfehlungen zur Schadenverhütung, die in J
International Maritime Organization
nachfolgenden Abschnitten aufgeführt sind, zie- Code for the Construction and Equipment of
len insbesondere darauf ab, die bei OWE typischen mobile Offshore Drilling Units

Bohr-/Förder- Windenergie-
Nutzungsbereiche
Plattformen Plattformen
Kommandozentrum/Leitstelle ja ja
Flüssigkeitsseparator im Keller, Bohrlochkeller
ja nein
(Sicherheitsventile), Pipelinebereich im Unterkeller
Transformatoren nein ja
plattformeigene Elektrosysteme und elektrotechnische
ja ja
Systeme, Batteriesysteme
elektrische Betriebsräume
Großsysteme, z. B. zur Energieweiterleitung nein ja
J
Schaltanlagen ja ja
J
Technikräume (Luft, Wasser, Entsalzungsanlagen) ja ja
Lagerräume (ggf. auch für Gefahrstoffe, Abfälle) ja ja
Maschinenräume, z. B. Dieselgenerator ja ja
Werkstätten ja ja
Aufenthaltsräume (Schlafkabinen, TV-Räume, ja
ja
Fitness-Räume) (sofern bemannt)
ja
Küchen/Essbereich ja
(sofern bemannt)
offener Deckbereich ja ja
Verkehrswege (Rettungswege) ja ja
Tabelle 1: Vergleich der typischen Nutzungsbereiche auf Offshore-Plattformen

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Offshore-Windenergie VdS 3522 : 2016-01 (01)

Eine Analyse der Brandgefahren – basierend auf Um größere Übertragungsentfernungen mit ge-
dem Vergleich zwischen den typischen Nutzungs- ringeren Verlusten zu ermöglichen, kann es sein,
bereichen jeweils auf der parkinternen Umspann- dass die Einspeisungen auf die HGÜ-Ebene umge-
station und Bohr-/Förder-Plattform – ist nachfol- richtet werden.
gend tabellarisch dargestellt.
Bei einem Ausfall der HGÜ-Station würde die Wei-
Ausgehend von den jeweils in der Tabelle 1 aufge- terleitung der erzeugten Energie der angeschlos-
führten Nutzungsbereichen und die damit verbun- senen Windparks gleichzeitig ausfallen. Des Wei-
denen Gefahren der Brandentstehung und Brand- teren muss bei einem Ausfall des Stromnetzes die
ausbreitung können die Brandgefahren auf der Stromversorgung der Windparks für den eigenen
Plattform identifiziert und bewertet werden. Bedarf über eine Netzersatzversorgung abgedeckt
werden.
Auf dieser Basis und mit Bezug auf die jeweils re-
levanten Schutzziele und Schutzinteressen können Diese Risikobetrachtung gilt auch für sämtliche
die notwendigen Brandschutzmaßnahmen abge- Kabelverbindungen bis zur Netzanbindung an
leitet werden. Land.

Der Maschinenschutz für die Windparks ist für Bei Maschinenschäden kann es sich um zufällige
den funktionssicheren Betrieb unerlässlich, da Einzelschäden oder um Serienschäden handeln.
die parkinternen AC-Umspannstation/-en die von Typische Schadenursachen sind in der Tabelle 3
den OWEA generierte Energie bündeln und trans- aufgeführt.
formieren. Auf diese Umspannstationen ist beson-
deres Augenmerkmal zu richten. Fällt die AC-Um- Grundsätzlich sind bei OWE erhöhte Auf-
spannstation aus, so ist die Stromausspeisung des wendungen notwendig, nicht zuletzt durch die
betroffenen Windparks nicht mehr möglich, trotz offshore-typischen Umgebungsbedingungen. Im
funktionsfähiger OWEA. laufenden Betrieb sind z. B. die Zugänglichkeit und
das Arbeiten wetterbedingt stark eingeschränkt.
In der Abbildung 1 ist eine Plattform mit drei Ebe- Im Schadenfall müssen darüber hinaus erschwer-
nen im Grundriss beispielhaft dargestellt. te De-/Remontage und Trümmerbeseitigung er-
wartet werden.

Nutzung Bohr-/Förder- Windenergie-


Brandgefahren plattform Plattform
Gefahren der Brandentstehung
J
Blitz ja ja
J
Mängel und Fehler in der Elektroinstallation
J
allgemein ja ja
J
spezifisch keine Transformatoren
J
feuergefährliche Arbeiten Werkstätten Werkstätten
J
feuergefährliche Einrichtungen Küchen Küchen
J
sonstige Ursachen unkontrollierter Austritt
nein
von Fördermedien
Gefahren der Brandausbreitungen
brennbare Fördermedien ja nein
Lagergut und Gefahrstoffe ja ja
Brandlasten:
Dämm- und Isolierungs-
ja ja
material
Kabel-, Rohr- und Lüftungsleitungen begrenzte Möglichkeit zur baulichen Abtrennung
unzureichende Abtrennungen ja ja
Tabelle 2: Typische Brandgefahren auf Offshore-Plattform

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VdS 3522 : 2016-01 (01) Offshore-Windenergie

Cellar Deck
Exterior Walkway

Sewage FiFi Gas Emergency Switchboard


Sewage
Treatm + Pump Generator Room Life
Raft

Cable Joints

Generator
Room

33kV GIS
HV AC
UP

UP
Cable Joints

Fuel Fuel

Bunker
Station
Fresh FW Cooling Water/
Water Plant Pump Room

Exterior Walkway

Mezzanine Deck
Tween Deck
Exterior Walkway

Cabin Cabin
Store Store Store
Compensator
Shunt
Cabin Cabin
Transformer Transformer

Cabin Store Galley

Cabin Hatch Hatch DOWN

Cabin Cable & Access Way 155kV GIS


DOWN

DOWN
UP

UP

UP

Cabin

Cabin Cabin

Mess Room Transformer Transformer


Cabin Cabin
Compensator
Shunt

Cabin Cabin

Exterior Walkway Exterior Walkway

Main Deck

Danger
Store Store Good
Store

Workshop

Hatch
DOWN

Control
Room
DOWN

UP

Battery
SCADA Room

Muster Station

Life Boat

Abb. 1: Grundaufbau einer Plattform für Umspannstation (Skizzen)

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Offshore-Windenergie VdS 3522 : 2016-01 (01)

Schadenursache Beschädigung oder Zerstörung folgender Anlagenteile


menschliche Fehler: Planungs-, Konstruk-
tions-, Material-, Ausführungs-/Montage- und sämtliche Anlagenteile
Bedienungsfehler, Ungeschicklichkeit, Vorsatz
Naturgefahren: sämtliche Anlagenteile, insbesondere Rotorblätter
Sturm, Seegang, Frost, Eisgang, Erd/Seebeben und Rotorlager, Gondel
Tragwerk einer Plattform, Gründungsstruktur, An-
Schwingungen
triebstrang einer OWEA
Tragwerke von Plattformen und OWEA, Schief-
Baugrundversagen
stellung/Umstürzen
Kurzschluss, Überstrom, Überspannung elektrische Einrichtungen, elektrische Betriebsräume
unkontrollierbarer Betrieb, z. B. Ausfall von Brand-
Versagen von Mess-, Regel- oder
melde- und Löschsystemen auf einer Plattform, me-
Sicherheitseinrichtungen
chanische Folgeschäden durch Überdrehzahl
zu kühlende Aggregate (z. B. Umformer, Transfor-
Betriebsmittelmangel
matoren) und bewegliche Teile (z. B. Lager, Getriebe,
(Kühlwasser, Öl, Schmiermittel)
Antriebstrang der OWEA); Brandentstehung möglich
sämtliche Anlagenteile, z. B. Lager mit brennbaren Be-
Brand, Explosion, feuergefährliche Arbeiten
triebsstoffen, technische Betriebsräume, Wohnbereiche
Elektrische Einrichtungen, Mess-, Regel- und
Blitzschlag und Blitz-Überspannung Sicherheitseinrichtungen, Rotor, Antriebsstrang,
Gondel; Turm teilweise
Kollision
Tragwerke und Topsite von Plattformen, Türme von
(Anprall und Absturz von Fahrzeugen jeder
OWEA sowie Hubschrauberlandeflächen und Kräne
Art)
Gewaltbruch in Folge Fliehkraft Rotor, Nabe, Antriebstrang der OWEA
Lagertanks, Einhausungen, Raumabschlüsse auf
Überdruck oder Unterdruck
Plattformen
Überlastung Lager, Getriebe, Antriebsstrang, Elektroinstallation
Meeresströmungen Fundamente (Auskolkung), Seekabel (Freispülen)
ankernde Schiffe Seekabel (Beschädigung durch Anker)
Tabelle 3: Typische Schadenursachen und deren Folgen

5 Schutzmaßnahmen technischen und organisatorischen Anforderungen


berücksichtigt werden. Zu nennen sind u. a.:
Die umfangreichen Anforderungen des Brand- und
Explosionsschutzes und des Maschinenschutzes J
Verwendung von Produkten und Systemen, die
im Hinblick auf Personen-/Umweltschutz und hinsichtlich ihrer Eignung für die Offshore-An-
Sachschutz erfordern zur Planung und Installation wendung geprüft und anerkannt sind.
von Offshore-Windparks die Erarbeitung eines um- J
Verwendung nicht brennbarer Bauteile und Bau-
fassenden Schutzkonzepts. stoffe.
J
Planung und Installation von Produkten und Sys-
Bereits bei der Erstkonzeption soll darauf geach- temen, die nach anerkannten Regeln der Technik,
tet werden, dass Maßnahmen zum Brand- und z. B. VdS-Richtlinien für Planung und Einbau der
Maschinenschutz sich nicht gegenseitig in ihren Brandmelde- und Feuerlöschtechnik, erfolgen.
Funktionen beeinträchtigen. J
Beauftragung von Unternehmen mit geeigneten
Ausstattungen und Fachkräften, die für die Pla-
Um während der gesamten vorgesehenen Be- nung, den Transport und die Installation hinrei-
triebsdauer des Windparks die Wirksamkeit und chend qualifiziert sind.
Zuverlässigkeit der Maßnahmen zum Brand- und J
Abnahme betriebsfertig installierter Anlagen
Maschinenschutz sicherzustellen, müssen bereits und Einrichtungen durch anerkannte Sachver-
in der Planung und Projektierung die baulichen, ständige.

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VdS 3522 : 2016-01 (01) Offshore-Windenergie

J
Regelmäßige und ordnungsgemäße Durchfüh- Eine lückenlose Brandschutzorganisation ist Vor-
rung von Wartung und Prüfung. aussetzung für eine dauerhafte Sicherstellung des
J
Dokumentation der Brandschutzinstallationen geplanten und installierten Brandschutzstandards.
sowie der Wartungen und Prüfungen.

Die einzelnen Maßnahmen sollen aufeinander ab- 5.1.1.1 Nicht betriebsbedingte Zündquellen
gestimmt sein, um eine mögliche gegenseitige Be-
einträchtigung zu vermeiden. Einen entscheidenden Beitrag hierzu leisten or-
ganisatorische Brandschutzmaßnahmen, die die
Darüber hinaus kann ggf. eine Zertifizierung von anwesenden Personen (Betriebspersonal und Per-
z. B. Anlagen, Maßnahmen und Prozessen zur wei- sonal der Fremdfirmen) zu einem sicherheitsge-
teren Risikominderung beitragen. rechten Verhalten veranlassen und sie auf einen
möglichen Brandfall vorbereiten sollen. Es ist da-
her zweckmäßig, die nachfolgend beschriebenen
5.1 Brandschutz Maßnahmen in einer Brandschutzordnung, Haus-
ordnung oder Betriebsanweisung für den Wind-
Beim Betrieb von Offshore-Windparks sind Brand- park festzuschreiben:
schutzmaßnahmen erforderlich, um die brandbe-
dingte Gefährdungen J
Ordnung und Sauberkeit

J
der ggf. anwesenden Personen (Betriebsperso- Eine Grundvoraussetzung für sicheres Arbeiten
nal und/oder Personal der Fremdfirmen, z. B. sind Ordnung und Sauberkeit am Arbeitsplatz.
zur Instandhaltung), Dies gilt sowohl für den einzelnen Arbeitsbe-
J
der planmäßigen Energieübertragung und da- reich als auch für die gesamte Plattform. Und
mit der Versorgungssicherheit sowie zwar sowohl für den Normalbetrieb als auch
J
der investitionsintensiven Bauten und Anlagen insbesondere während und nach Montage-,
Wartungs- und Reparaturarbeiten.
zu minimieren.
Die betroffenen Bereiche sind während der
Bei der Errichtung der Plattformen in der Werft Arbeiten soweit wie möglich sauber zu halten.
und vor Ort sind ebenfalls brandschutztechnische Brennbares Material, insbesondere brennbare
Vorkehrungen gemäß den o. g. Zielsetzungen zu Flüssigkeiten, sind maximal für den Schichtbe-
ergreifen. Sind bauliche und anlagentechnische darf im Arbeitsbereich vorzuhalten, ansonsten
Brandschutzmaßnahmen während der Errichtung an den hierfür vorgesehenen Lagerstätten auf-
ggf. noch nicht betriebsbereit, müssen bis zu ihrer zubewahren (z. B. im Materiallager). Während
Inbetriebnahme Ersatzmaßnahmen zur Brandver- der Arbeiten anfallende brennbare Abfälle und
meidung und rechtzeitigen Brandbekämpfung er- Verpackungen sind kurzfristig sicherheitsge-
griffen werden. recht zu lagern und der Entsorgung zuzufüh-
ren (siehe Abfall/Restabfallentsorgung), nicht
Zum Brandschutz sind Maßnahmen zur Vermei- benötigte Werkzeuge und Maschinen sind bei-
dung der Brandentstehung sowie zur Begrenzung seite zu stellen. Brandschutzeinrichtungen, wie
der Brandausbreitung und zur wirksamen Brand- etwa Feuerschutzabschlüsse, Brandmelde-
bekämpfung im Brandfall notwendig. und Löschanlagen sind soweit wie möglich ein-
satzbereit zu halten, andernfalls sind adäquate
Ersatzmaßnahmen zu treffen.
5.1.1 Maßnahmen zur Vermeidung von
Gefahren der Brandentstehung J
Verbot von Rauchen und offenem Feuer

Durch die Beherrschung von betriebsbedingten Für den gesamten Bereich der OWEA und der
und Vermeidung von nicht betriebsbedingten Plattformen sind ein Rauchverbot und ein Ver-
Zündquellen sollen Brände und Explosionen von bot des Umgangs mit offenem Feuer auszu-
vornherein vermieden werden. Dies erfordert, dass sprechen.
Maßnahmen des vorbeugenden Brand- und Explo-
sionsschutzes bereits in der Planungs- und Kon- Um die Einhaltung des Rauchverbots sicher-
struktionsphase sowie auch im späteren Betrieb zustellen, sollten Betriebspersonal und Perso-
beachtet werden. nal der Fremdfirmen belehrt und Verstöße ge-
gen das Rauchverbot mit Sanktionen geahndet
werden.

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Offshore-Windenergie VdS 3522 : 2016-01 (01)

Das Rauchverbot ist bereits an den Zugängen zur Im Erlaubnisschein müssen die erforderlichen
OWEA deutlich und dauerhaft zu kennzeichnen. Brandschutzmaßnahmen vor, während und nach
diesen Arbeiten detailliert dokumentiert sein.
Für Plattformen mit Aufenthaltsräumen ist Die Arbeiten müssen durch den Betreiber bzw.
es zweckmäßig, einen Raucherbereich einzu- seinen Beauftragten vor Arbeitsaufnahme frei-
richten. Dieser sollte baulich von anderen Be- geben werden (Sicherheitsbeauftragten, Brand-
reichen getrennt sein und aus nichtbrennbaren schutzbeauftragten).
Baustoffen bestehen. Er muss mit mindestens
einem Handfeuerlöscher und einer automa- Für feuergefährliche Arbeiten in speziell dafür
tischen Feuerlöschanlage ausgestattet sein. Zur eingerichteten (stationären) Werkstattbereichen
Entsorgung von Tabakresten sind großvolumige kann das Erlaubnisscheinverfahren entfallen.
Sicherheitsaschenbecher aufzustellen. Diese Bereiche sind vor Beginn der Arbeiten auf
ihre Sicherheit und Sauberkeit zu überprüfen,
J
Keine Einrichtung behelfsmäßiger Heizungen da sie ggf. über längere Zeit nicht oder ander-
weitig genutzt sein können.
Die Aufstellung und der Betrieb mobiler Heizge-
räte sind zu untersagen. In explosionsgefährdeten Bereichen dürfen
feuergefährliche Arbeiten nicht ausgeführt
J
Getrennte Entsorgung von Abfällen werden. Zuvor müssen die Explosionsgefahren
restlos beseitigt werden.
Mit Ölen, Fetten und Lösemitteln verschmutzten
Putzlappen in geschlossenen Behältern entsor- Feuergefährliche Arbeiten dürfen nur von Mit-
gen (Selbstentzündungsgefahr). arbeitern oder Fremdfirmen ausgeführt wer-
den, die die entsprechende fachliche Ausbil-
Abfälle aus den Arbeits- und Aufenthalts-/ dung besitzen und mit diesen Arbeiten vertraut
Wohnbereichen sind einmal pro Schicht, minde- sind. Ferner müssen sie an einer Sicherheits-
stens jedoch täglich, einzusammeln und bis zur und an einer Brandschutz-Unterweisung für
Verbringung von der Plattform in geschlossenen die Plattform teilgenommen haben, die jeweils
Behältern aufzubewahren. Sofern die Behälter längstens zwölf Monate zurückliegen.
in geschlossenen oder überdachten Bereichen
aufgestellt werden, sind diese Bereiche mit einer Für unfallgefährliche Arbeiten sollte ein schrift-
automatischen Feuerlöschanlage auszustatten. liches Erlaubnisscheinverfahren praktiziert
werden, bei dem die notwendigen Sicherheits-
Tabakreste und sonstige Abfälle, die möglicher- maßnahmen vor, während und nach den Arbei-
weise noch Glut enthalten können, sind ge- ten festgelegt werden.
sondert einzusammeln und in geschlossenen,
nichtbrennbaren Behältern aufzubewahren. Sie Brandwachen sind während und nach der Arbeit
dürfen nicht mit den übrigen Abfällen vermengt aufzustellen. Auch Nebenräume sind zu kon-
werden. trollieren.

J
Feuergefährliche Arbeiten und Vermeiden von J
Zugangsüberwachung
Funkenbildung
Die Zugänge zur OWEA sind so zu sichern, dass
Feuergefährliche Arbeiten in Zusammenhang Unbefugte keinen einfachen Zugang zu den
mit Reparatur-, Montage- und Demontagear- technischen Anlagen haben.
beiten sollten vermieden werden. Ist dies nicht
möglich, sollte geprüft werden, ob anstelle die- Insbesondere bei nicht permanent besetzten
ser Arbeiten auch sogenannte kalte Verfahren Plattformen sind sensible Bereiche wie etwa die
(Sägen, Schrauben, Kaltkleben etc.) eingesetzt Leitwarte, die Schaltanlagen usw. verschlossen
werden können. zu halten.

Sind feuergefährliche Arbeiten (Schweißen, Ein unbefugtes Betreten der Plattform muss
Brennschneiden, Trennschleifen, Löten, Heiß- erkannt werden, etwa durch Video- oder
kleben usw.) unvermeidbar, muss ein schrift- Einbruchmeldesysteme, ggf. auch mit Anspra-
liches Erlaubnisscheinverfahren für feuerge- che-Möglichkeit an die unbefugte Person bzw.
fährliche Arbeiten erfolgen, um eine Brand- Personen.
entstehung zu vermeiden oder einen Brand früh-
zeitig zu erkennen und wirksam zu beherrschen.

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VdS 3522 : 2016-01 (01) Offshore-Windenergie

Für Seenotfälle kann ein offen zugänglicher ren, Leitungen, Generatoren. Bestandteile dieses
Bereich (Rettungsplattform, Schleuse, Schutz- Schutzkonzepts sind unter anderem:
raum) vorhanden sein, ggf. auch mit Alarmie-
rungsmöglichkeit/Sprechstelle. J
Fehlerstromschutzeinrichtungen
(RCD ≤ 300 mA)
J
Störlichtbogenschutzeinrichtungen
5.1.1.2 Betriebsbedingte Zündquellen (mit optischem Erkennungsteil)

Anlagenteile mit möglichen Zündquellen sind so Bestmöglichen Brandschutz gewährleisten ge-


anzuordnen und auszuführen, dass brennbare Ma- staffelte Schutzkonzepte, bei denen durch Ver-
terialien im Normalbetrieb und während einer Stö- zahnung der Schutzeinrichtungen benachbarter
rung nicht entzündet werden können. Betriebsmittel ein gegenseitiger Reserveschutz
entsteht. Bei entsprechender Konfiguration
Typische betriebsbedingte Zündquellen sind z. B.: können z. B. Brandgefahren aus einem Lichtbo-
gen in der Niederspannungsschaltanlage trotz
J
Blitzstrom (Blitz-/Überspannungsschutz) Versagen des Leistungsschalters vermieden
J
Fehler und Mängel in der Elektroinstallation, bei werden. Geeignete Störlichtbogen-Schutz-
elektrischen Anlagen und Geräten, etwa Kurz- systeme erkennen den Fehler und öffnen den
schluss und Lichtbogen sowie Schwingkreise Mittelspannungsschalter auf der Oberspan-
J
heiße Oberflächen, z. B. Heizeinrichtungen, nungsseite des Transformators oder aktvie-
Lager, Bremsscheibe ren ein sogenanntes Löschgerät (Löschung
des Lichtbogens durch Erzeugung eines Kurz-
Heiße Oberflächen sollen mit Abdeckungen aus schlusses). Die Schutzsysteme müssen ein so-
nichtbrennbaren Materialien abgeschirmt werden, fortiges geregeltes Abschalten der OWEA mit
zudem soll ein ausreichender Abstand eingehalten anschließender all-poliger (mittelspannungs-
werden. seitiger) Trennung vom Netz sicherstellen.

J
Elektrische Anlagen und Geräte: Elektrische Hinweis: siehe
Einrichtungen wie Verteilungen, Transforma-
toren etc. auf den Plattformen müssen von den J
VdS 2025 Elektrische Leitungsanlagen,
anderen Betriebsbereichen feuerhemmend Richtlinien zur Schadenverhütung
getrennt werden. Diese abgetrennten Bereiche J
VdS 2046 Sicherheitsvorschriften für
dürfen nicht als Lagerstätte für brennbare Ma- elektrische Anlagen bis 1000 Volt
terialien verwendet werden. J
VdS 2349-1 Auswahl von Schutzeinrichtungen
für den Brandschutz in elektrischen Anlagen
Elektrische Anlagen u. a. Transformatoren, J
VdS 2349-2 EMV-gerechte Errichtung von
Schaltanlagen sind mit den entsprechenden Niederspannungsanlagen
Schutzeinrichtungen auszurüsten:
Elektrische Anlagen und Überwachungssy-
J
Schutz vor Kondensatbildung steme müssen regelmäßig vor Ort von Sachver-
J
Differenzialschutz ständigen geprüft werden. Eine wiederkehrende
J
Erdschlussschutz Prüfung von elektrischen Anlagen gemäß VdS
J
Buchholzschutz (nur Transformator) 2871 sollte in der Regel alle zwei Jahre erfolgen.

Abhängig von den Umgebungsbedingungen ist Ortsveränderliche Geräte, die im Rahmen der
zu prüfen, ob weitere Schutzvorkehrungen, z. B. Wartung und Instandsetzung oder die vom Per-
Korrosionsschutzsysteme, notwendig sind. sonal auf den Aufenthalts-Plattformen einge-
setzt werden, sind regelmäßig zu prüfen (siehe
Die Schutztechnik, die alle elektrischen Einrich- DGUV-Vorschrift 3 der Deutschen Gesetzlichen
tungen sowie Maßnahmen zum Erfassen von Unfallversicherung).
Netzfehlern und anderen anormalen Betriebszu-
ständen in OWEA und den Plattformen beinhal- Hinweise: siehe
tet, soll dem Stand der Technik entsprechen. Ihre
Hauptaufgabe ist die selektive Erkennung der J
Unfallverhütungsvorschrift: Elektrische An-
Fehlerstelle sowie die unverzügliche Abschaltung lagen und Betriebsmittel (DGUV Vorschrift 3,
fehlerbehafteter Teile des Netzes oder einzelner vorherige BGV A3)
elektrischer Betriebsmittel, z. B. Transformato-

11
Offshore-Windenergie VdS 3522 : 2016-01 (01)

J
VdS 2871 Prüfrichtlinien nach Klausel Das Ergebnis der Prüfungen und Mängelbesei-
SK 3602, Hinweise für den anerkannten tigung ist schriftlich zu dokumentieren, z. B. in
Elektrosachverständigen einem Wartungspflichtenheft oder Betriebsbuch.
J
DIN EN 50308 (VDE 0127-100) Windenergie-
anlagen – Schutzmaßnahmen – Anforderun- J
Lüftungs-/Klimaanlagen, Heizungsanlagen
gen für Konstruktion, Betrieb und Wartung
J
DIN EN 50110-100 (VDE 0105-100) Betrieb Dezentrale und mobile Heizungs- und Klima-
von elektrischen Anlagen geräte sollen nicht eingesetzt werden. Zentral-
J
DIN EN 60204-1 (VDE 0113-1) Sicherheit von einheiten nebst Aggregaten der Heizungs- bzw.
Maschinen – Elektrische Ausrüstung von Ma- Klima- und Lüftungstechnik sind jeweils in ei-
schinen – Teil 1: Allgemeine Anforderungen genständigen, feuerhemmend abgetrennten
J
DIN EN 61400-3 (VDE 0127-3): Räumen aufzustellen. Diese technischen Be-
Windenergieanlagen – Teil 3: Auslegungs- triebsräume dürfen zur Vermeidung der An-
anforderungen für Windenergieanlagen auf sammlung erhöhter Brandlast nicht als Abstell-
offener See (IEC 61400-3) räume umfunktioniert bzw. anderweitig genutzt
werden (siehe auch Abs. 5.1.1).
Zudem sollen Thermografie-Untersuchungen
der Elektroinstallationen regelmäßig durchge-
führt werden, u. a. in folgenden Bereichen: 5.1.1.3 Blitz-/Überspannungsschutz

J
Anschlussbereiche und wenn möglich Kon- Die Notwendigkeit der für EMV-gerechte Blitz- und
takte der Niederspannungs-Sicherungslast- Überspannungsschutzmaßnahmen (EMV = Elek-
trenner tromagnetische Verträglichkeit) für OWEA ergeben
J
Klemmvorrichtungen bzw. Klemmleisten in sich aus folgenden Gründen:
Verteilungen sowie Schalt- und Steuerver-
teilern 1. Die Funktionalität von OWEA wird durch elek-
J
Anschlussbereiche und wenn möglich trische/elektronische Geräte und Systeme
Kontakte von Sammelschienen, Schütze, (Betriebsmittel) sichergestellt.
Kondensatoren usw.
J
Anschlussbereiche und Oberflächen von 2. Nach dem Gesetz über die elektromagne-
Transformatoren, Konvertern und Motoren tische Verträglichkeit von Betriebsmitteln
J
Energiekabel bzw. Kabelbündel (EMVG) werden spezielle Anforderungen an
J
Oberflächen von Betriebsmitteln, bei denen die Stör- und Spannungsfestigkeit von elekt-
eine gefahrdrohende Erwärmung vermutet rischen/elektronischen Geräten und Anlagen
werden kann. (Betriebsmitteln) gestellt.

Die Durchführung der Thermografie-Prüfung Plattformen


ist von einem hierfür anerkannten Sachverstän-
digen vorzunehmen werden, z. B. ein VdS-aner- Plattformen sind mit einem umfassenden und dem
kannter Sachverständiger für Elektro-Thermo- jeweiligen Anlagentyp der Plattform angepassten
grafie. Blitz- und Überspannungsschutzsystem auszu-
rüsten.
Die Wiederkehrperiode der Thermografie-
Prüfung ist in Abhängigkeit der Prüfergebnisse Das Erdungssystem und der Potenzialausgleich al-
festzulegen. ler metallischen Komponenten dienen dem Perso-
nenschutz und dem Schutz der elektrischen/elek-
Hinweise: siehe tronischen Einrichtungen vor Beschädigung oder
Zerstörung durch elektrische Fehler oder durch
J
VdS 2858 Thermografie in elektrischen An- Blitzeinschlag in die Plattform.
lagen: Ein Beitrag zur Schadenverhütung
und Betriebssicherheit Anlagen zum Blitz- und Überspannungsschutz
J
Verzeichnis der VdS-anerkannten Sachver- sind wie andere Anlagenteile der Plattform nach
ständigen für Elektrothermografie (Elektro- den anerkannten Regeln der Technik zu planen,
thermografen, VdS 2861): http://vds.de/de/ zu errichten und zu betreiben. Bei der Ausle-
zertifizierungen/dienstleistungen/elektro- gung des Schutzkonzepts dienen die Normreihe
fachkraefte-sachverstaendige/elektrother- DIN EN 62305 und weitere Regelwerke von z. B.
mografie/verzeichnis/. DNV GL als Basis. Grundsätzlich ist die höchst

12
VdS 3522 : 2016-01 (01) Offshore-Windenergie

mögliche Blitzschutzklasse (Blitzschutzklasse I = Mindestmaße von Leitern, die verschiedene


LPL I) zu wählen. Potenzialausgleichsschienen miteinander oder
mit der Erdungsanlage verbinden, sind in der
Der Erdungswiderstand für eine Erdungsanlage DIN EN 62305-3 Tabelle 8 zu finden. Mindestmaße
sollte ≤ 10 Ω betragen. Das Erdungssystem und von Leitern, die innere metallene Installationen mit
der Potenzialausgleich sollten gemäß den vertrag- der Potenzialausgleichsschiene verbinden, sind in
lichen Anforderungen und relevanten Normen und der DIN EN 62305-3 Tabelle 9 zu finden.
Standards gemäß DIN/VDE bzw. EN/IEC durchge-
führt werden: Typische Verbindungen können sein:

J
DIN VDE 0185-305 bzw. DIN EN 62305 J
geschweißte Verbindungen
(IEC 62305-3) J
geschraubte Verbindungen (nur für Erdleiter)
J
DIN VDE 0100 Teil 100 J
Rivet-Verbindungen (nur für Erdleiter)
J
DIN VDE 0100 Teil 410
J
DIN VDE 0100 Teil 540 Die Länge der Verbindungen sollte 350 mm nicht
überschreiten.
Alle für das Erdungssystem und den Potenzialaus-
gleich eingesetzten Teile sollten unter Berücksich- OWEA
tigung von Korrosion ausgewählt werden. Diese
Komponenten müssen den Anforderungen der OWEA sind mit einem umfassenden und dem je-
maritimen Umgebung gerecht werden und sollten weiligen Anlagentyp der OWEA angepassten Blitz-
in Edelstahl ausgeführt werden. und Überspannungsschutz auszurüsten.

Zum Schutz von elektrischen oder elektronischen Anlagen zum Blitz- und Überspannungsschutz
Aufbauten auf dem obersten Deck der Plattform sind wie andere Anlagenteile der OWEA nach den
(z. B. Antennenanlagen, Wettermesseinrichtungen anerkannten Regeln der Technik zu planen, zu er-
usw.) sollten vorzugsweise isolierte Fangeinrich- richten und zu betreiben. Bei der Auslegung des
tungen verwendet werden. Die Blitzströme sind Schutzkonzepts dienen u. a. die IEC DIN EN 61400-
unter Beachtung der notwendigen Trennungsab- 24 (VDE 0127-24) und die Normen der Reihe
stände zielgerichtet in das Jacket und somit ins DIN EN 62305 als Basis.
Wasser bzw. in den Meeresboden abzuleiten, z. B.
über isolierte Ableiter. Zur Planung von Anlagen zum Blitz- und Über-
spannungsschutz ist eine Risikobeurteilung durch-
Die Fundamentpfähle (Jacket Piles oder Mono- zuführen. Grundsätzlich ist jedoch die höchst mög-
piles), die in den Seeboden gerammt werden, bil- liche Gefährdung gemäß IEC 62305 (Blitzschutz-
den die Basis für die Erdung. Der Erdwiderstand klasse I = LPL I) anzunehmen, solange nicht durch
sollte ≤ 10 Ω sein. Die Pfähle sind elektrisch mit eine Risikoanalyse eine andere Blitzschutzklasse
dem Jacket oder, wenn Monopiles verwendet wer- nachgewiesen werden kann.
den, mit dem Transition Piece zu verbinden. Bei
der Verwendung von Jackets sollte jeder der drei Bei der Planung eines Blitzschutzsystems (en:
Pfähle eine elektrische Verbindung zum Jacket lightning protection system / LPS) einer OWEA müs-
haben. Bei Verwendung von Monopiles sollten drei sen das Risiko eines Blitzeinschlages und/oder die
elektrische Verbindungen zwischen Monopile und mögliche Beschädigung der OWEA berücksichtigt
Transition Piece in einem Winkel von 120° instal- werden. Blitzschäden einer ungeschützten OWEA
liert werden. können in Form der Beschädigung der Rotorblät-
ter, der mechanischen Teile und der elektrischen
Zum Potenzialausgleich innerhalb der Plattform Systeme sowie des Betriebsführungssystems auf-
ist es zweckmäßig, in jedem Raum einen Erdungs- treten. Darüber hinaus sind Menschen in OWEA
punkt festzulegen, der eine ausreichende Verbin- und in deren Nahe Gefährdungen durch Schritt-
dung zu der metallischen Tragkonstruktion hat oder Berührungsspannungen oder durch Explosi-
und über eine Potenzialausgleichsschiene (PAS) onen oder Brände als Folge eines Blitzeinschlags
verfügt. ausgesetzt.

Alle Metallstrukturen und Metallteile, die nicht mit Bei der Risikobeurteilung sind u. a. die möglichen
der Stahlkonstruktion verschweißt sind, müssen Wege des Blitzstromes, z. B. vom Rotorblatt über
elektrisch leitend mit dem Erdungssystem verbun- Nabe, Gondel, Turm und Transition Piece zum Fun-
den werden. Angaben über die zu verwendenden dament, genau zu erfassen und zu betrachten. In
Querschnitte sind in der DIN EN 62305-3 zu finden. den Blitz- und Überspannungsschutz sind insbe-

13
Offshore-Windenergie VdS 3522 : 2016-01 (01)

Abb. 3: Zuordnung der Blitzschutzzonen (BSZ) bei


OWEA (Quelle: Multibrid)

5.1.2 Maßnahmen zur Begrenzung der Brand-


ausbreitung (Baulicher Brandschutz)

Der Einsatz brennbarer Materialien, z. B. ge-


schäumter Kunststoffe wie PU (Polyurethan) oder
PS (Polystyrol) als Dämmstoff oder GFK (glasfa-
Abb. 2: Blitzkugelmodell (r = 20 m, Quelle: Fa. Dehn) serverstärkter Kunststoff) für Abdeckungen und
sonstige Bauteile, ist aus brandschutztechnischer
Sicht möglichst zu vermeiden.
sondere die Gondel und die Rotorflügel sowie alle
betriebswichtigen und sicherheitsrelevanten Elek- Ist der Einsatz nichtbrennbarer Materialien im Ein-
troinstallationen bzw. -einrichtungen inklusive Ka- zelfall nicht möglich, sind mindestens schwerent-
beltrassen einzubeziehen. flammbare Stoffe (Baustoffklasse DIN 4102-B1
bzw. B oder C nach DIN 13501-1) einzusetzen.
Zu berücksichtigen ist die Zuordnung der Anlagen- Zudem sollten geschlossenporige Stoffe mit ab-
teile von OWEA zu einzelnen Blitzschutzzonen in waschbarer Oberfläche verwendet werden, damit
Abhängigkeit von der jeweils zu erwartenden Stör- Verunreinigungen, Ölleckagen u. Ä. nicht eindrin-
größe durch Blitzteilströme und Schaltüberspan- gen können und dadurch die Brandgefahr im Laufe
nungen. Zur Auslegung der Anlagenkomponenten der Betriebszeit erhöht wird.
des Blitzschutzes ist die relevante Schutzklasse
der Anlagen festzulegen. Dabei sollte für ein um- Sollten zwei und mehrere Plattformen z. B. aus
fassendes Blitzschutzsystem bei OWEA minde- Gründen der erhöhten Redundanz in unmittel-
stens die Schutzklasse I gewählt werden. Ähnlich barer Nähe (Abstand < 500 m) nebeneinander an-
wie bei hohen Türmen stellen für OWEA aber auch geordnet werden, ist neben der Betrachtung an-
stromschwache Blitze eine besondere Herausfor- derer, ggf. relevanter Gefahren und Risiken (z. B.
derung dar. Deswegen sollten mit dem Blitzkugel- Schiffsanprall, Ankerschäden) darauf zu achten,
verfahren (Kugelradius 20 m) Schutzbereiche bei dass im Brandfall eine Brandübertragung über die
Turm, Gondel, Nabe und Rotoren – auch drehend Wärmestrahlung und die verbindenden Bauteile,
– festgestellt werden. z. B. Elektro- und Rohrleitungen sowie Brücken-

14
VdS 3522 : 2016-01 (01) Offshore-Windenergie

bauten, wirksam verhindert wird, um einen gleich- Kabeltrasse in die Räume mit für die Anwendung
zeitigen Verlust von zwei und mehr Plattformen zu im Offshore-Bereich zugelassenen Systemen feu-
vermeiden. erhemmend (K 30 bzw. EI 30) abgeschottet wer-
den.
Plattformen

Die Aufbauten der Plattform sollen aus geeig- 5.1.3 Maßnahmen zur wirksamen Brand-
netem Stahl hergestellt werden, die mit Bezug auf erkennung und -bekämpfung
den Brandschutz ggf. mit zusätzlichen nichtbrenn-
baren Baustoffen geschützt sind. Für brandschutztechnische Anlagen und Einrich-
tungen, z. B. Brandmelde- und Feuerlöschanlagen
Räume sind mit Wänden und Decken von angren- ist folgendes zu beachten:
zenden Bereichen der Plattform abzutrennen. Die-
se Bauteile einschließlich der sie tragenden oder J
Es dürfen nur anerkannte und zugelassene Bau-
aussteifenden Konstruktion sowie Außenwände teile eingesetzt werden. Es muss eine den Ein-
müssen feuerhemmend (mit einer klassifizierten satzbedingungen entsprechende Bauteilprüfung
Feuerwiderstandsfähigkeit von mindestens 30 Mi- und Zulassung durch eine für den Brandschutz
nuten = A 30 gemäß Modo Code, vergleichbar mit akkreditierte Zertifizierungsstelle vorliegen.
F 30 nach DIN 4102-2 bzw. REI 30 / EI 30 nach Hinsichtlich der Einsatzbedingungen müssen
DIN EN 13501-2) ausgeführt werden. Die ggf. be- insbesondere auch die Umgebungsbedingungen,
stehende Anforderung an die baulichen Abtren- z. B. Luftfeuchte, korrosive Luft, max./min. Tem-
nungen zu Flucht- und Rettungswege, z. B. A 60, peraturen und Temperaturschwankungen usw.
bleibt davon unberührt. beachtet werden.
J
Betriebsfertig installierte Anlagen und Einrich-
In raumabschließenden Innenbauteilen (Decken tungen sind durch anerkannte Sachverständige
und Wände) sind betriebsnotwendige Öffnungen, abzunehmen.
z. B. Fenster und Türen sowie Öffnungen zur J
Alle Anlagen und Einrichtungen sind durch an-
Durchführung von Leitungen (Elektro-, Lüftungs- erkannte Sachverständige regelmäßig zu prü-
und Rohrleitungen), feuerhemmend (mit einer fen und durch geeignete Fachkräfte ordnungs-
klassifizierten Feuerwiderstandsfähigkeit von min- gemäß zu warten. Ergebnisse der Wartung,
destens 30 Minuten = K 30 nach DIN 4102-2 bzw. Prüfung sowie ggf. notwendiger Instandsetzung
EI 30 nach DIN EN 13501-3) abzuschotten. sind zu dokumentieren.
J
Die ordnungsgemäße Funktion bzw. Einsatz-
OWEA bereitschaft von Sicherheits- und Brandschutz-
anlagen (z. B. Brandmeldeanlagen, Feuer-
In OWEA ist der Einsatz brennbarer Materialien, löschanlagen) ist an einer ständig besetzten
z. B. geschäumter Kunststoffe wie PU (Polyure- Stelle zu überwachen (z. B. permanent besetzte
than) oder PS (Polystyrol) als Dämmstoff oder Plattform, Leitwarte an Land usw.). Störungen
GFK (glasfaserverstärkter Kunststoff) für Abde- müssen sofort erkannt und deren Beseitigung
ckungen und sonstige Bauteile, aus brandschutz- unverzüglich eingeleitet werden.
technischer Sicht möglichst zu vermeiden. Ist der
Einsatz nichtbrennbarer Materialien im Einzelfall Bis zur Beseitigung der Störungen müssen ad-
nicht möglich, sind mindestens schwerentflamm- äquate Ersatzmaßnahmen eingeleitet werden,
bare Baustoffe einzusetzen. Zudem sollten ge- z. B. Aufstellen von Brandwachen o. Ä. Kann
schlossenporige Stoffe mit abwaschbarer Oberflä- dies nicht geschehen, so sind die nach dem Not-
che verwendet werden, damit Verunreinigungen, fallhandbuch festgelegten Maßnahmen zu tref-
Ölleckagen u. ä. nicht eindringen können und da- fen, die bis zum Abschalten der Anlage reichen
durch die Brandgefahr im Laufe der Betriebszeit können.
erhöht wird.
Die grundsätzliche Eignung von brandschutztech-
Hinweis: siehe VdS 3523 Windenergieanlagen nischen Anlagen zur Branderkennung und Brand-
(WEA); Leitfaden für den Brandschutz bekämpfung sind in nachfolgenden Tabellen über-
sichtlich und beispielhaft aufgeführt.
Kabelanlagen
Weitere Anlagen und Einrichtungen zur Brander-
Außen liegende Kabeltrasse soll feuerhemmend kennung und Brandbekämpfung für spezielle Be-
(A 30) von angrenzenden Bereichen abgetrennt reiche, z. B. Hubschrauberlandedeck, können er-
werden. Alternativ können die Durchführungen der forderlich sein.

15
Offshore-Windenergie VdS 3522 : 2016-01 (01)

Branderkennung

Die grundsätzliche Eignung von BMA für WEA sind in der Publikation VdS 3523 dargestellt und erläutert
(siehe auch Tabelle 4).

Wärmemelder
Melderart (Index „R” Flammen- Multisensor-
Rauchmelder
gemäß melder melder
DIN EN 54-5)
mehr-
punkt- linien- Rauch
punkt- Rauch
förmig förmig punkt- linien- und
förmig IR UV und
förmig förmig Wär-
Raum/Einrichtung Streu- An- Licht- CO2
me
licht saug strahl
Offshore Windenergieanlage (OWEA)
Gondel mit Transformator
inklusive Nabe und - + - - - - - - -
Zwischenböden
Schaltschrankräume + + + + + - - + +
Turmfuß/Plattform mit ggf.
- + - + - - - - -
vorhandenen Installationen
Schaltschränke + + - - - - - + -
Hydrauliksystem - + - + - - - - -
Transformator - + - Buchholzschutz - - - -
Offshore-Plattformen (HGÜ-, Umspann- und Serviceplattform)
Leitstand der Umspannstati-
+ + + + + - - + +
on, Schaltschrankräume
Schaltschränke + + - - - - - + -
Hydrauliksystem - + - + - - - - -
Transformator - + - Buchholzschutz - - - -
Werkstattbereiche + + + - - - - - -
Wohn- und Aufenthaltsbe-
+ + + - - - - - -
reiche, Flure, Treppenräume
Lagerbereiche + + + - - - - - -
Maschinenräume, z. B.
+ + + + + + + + +
Dieselgenerator
Lagerbereiche für Gefahr-
stoffe, z. B. brennbare + + + + + + + + +
Flüssigkeiten
+ grundsätzlich geeignet
- eher nicht geeignet
Die Angaben in dieser Tabelle beziehen sich auf die grundsätzliche Eignung verschiedener Meldertypen im Hinblick auf die
Funktionsweise und die allgemeinen Anwendungsbedingungen im jeweils betreffenden Anlagenbereich von Offshore-Platt-
formen; sie dienen als Orientierungshilfe und ersetzen nicht den erforderlichen Eignungsnachweis sowie die objektspezifische
Fachplanung durch einen geeigneten Fachplaner, z. B. VdS-anerkannte Errichter. Dabei sind die typenabhängigen Besonder-
heiten von WEA, den Einsatz in Offshore-Bereichen und Brandmeldeanlagen in Abstimmung mit dem Versicherer (z. B. inge-
nieurtechnischer Abteilung), VdS Schadenverhütung GmbH sowie ggf. der Zertifizierungsstelle für OWEA zu berücksichtigen
(siehe hierzu auch VdS-Richtlinien für Planung und Einbau von Brandmeldeanlagen (VdS 2095)).

Tabelle 4: Hinweis zur Auswahl von Brandmeldern zur Raum- und Einrichtungsüberwachung

16
VdS 3522 : 2016-01 (01) Offshore-Windenergie

Brandbekämpfung

Die grundsätzliche Eignung von Feuerlöschanlagen für WEA ist in der Publikation VdS 3523 dargestellt
und erläutert (siehe auch Tabelle 5).

Löschanlagen Gaslösch- sonstige Feuer-


Wasserlöschanlagen
(Löschmittel) anlagen löschanlagen
chem.
CO2 und Was-
Sprink- Sprüh- Aero-
Raum/Einrichtung (Hoch- inerte ser- Schaum Pulver
ler wasser sol1)
druck) Lösch- nebel
gase
Raumschutz, z. B.:
Gondel mit Generator, Trans-
formator, Hydrauliksystemen,
+ + + + + + - -
Getriebe, Bremse, Azimut-
Antrieb
Nabe mit Pitch-Antrieb und
+ + + + + - - -
ggf. Generator
Zwischenböden mit Ölauf-
fangwanne sowie Kabel- + - + + + + - -
und Elektroinstallation
Leitstand der Umspann-
station, Schaltanlagenräu- + + - - + - - -
me (ohne Transformator)
Turmfuß/Plattform mit ggf.
+ + + + + - - -
vorhandenen Installationen
Wohn-/Aufenthaltsbereiche,
- - + - + - - -
Flure und Treppenräume
Lagerbereiche - - + - + - - -
Lagerbereiche für Gefahrstoffe,
+ + - + + + - -
z. B. brennbare Flüssigkeiten
Werkstattbereiche und
- - + - + - - -
sonstige Räume
Einrichtungsschutz, z. B.:
Steuer-, Umrichter- und Schalt-
+ + - - + - - -
schränke (NS/MS), geschlossen
Transformator + - - + + - - -
Steuer-, Umrichter- und
+ - - - + - - -
Schaltschränke (NS/MS), offen
Hydrauliksystem, offen + - + + + + - -
Küchenschutz - - - - + + - -
+ grundsätzlich geeignet
- eher nicht geeignet
NS/MS = Niederspannung/Mittelspannung
Die Angaben in dieser Tabelle beziehen sich auf die grundsätzliche Eignung verschiedener Feuerlöschanlagen im Hinblick auf
ihre Funktionsweise und allgemeinen Anwendungsbedingungen im jeweils betreffenden Anlagenbereich von Offshore-Platt-
formen; sie dienen als erste Orientierungshilfe und ersetzen nicht den erforderlichen Eignungsnachweis sowie die objektspe-
zifische Fachplanung durch einen geeigneten Fachplaner, z. B. VdS-anerkannte Errichter. Dabei sind die typenabhängigen Be-
sonderheiten, Besonderheiten von Offshore-Bereichen und Feuerlöschanlagen in Abstimmung mit dem Versicherer (z. B. in-
genieurtechnischer Abteilung), VdS Schadenverhütung GmbH sowie ggf. der Zertifizierungsstelle für OWEA zu berücksichtigen
(siehe hierzu auch VdS-Richtlinien für Planung und Einbau der jeweiligen Feuerlöschanlagen).
1) Bezüglich des Einsatzes von Aerosollöschanlagen liegen derzeit keine Erfahrungen betreffend der Zuverlässigkeit und
Wirksamkeit vor.

Tabelle 5: Hinweis zur Auswahl von Feuerlöschanalagen für den Raum- und Einrichtungsschutz

17
Offshore-Windenergie VdS 3522 : 2016-01 (01)

5.1.3.1 Branderkennung Hinweis: siehe VdS 2304 Einrichtungsschutz für


elektrische und elektronische Systeme, Planung
Zur wirksamen Begrenzung von Brand- und Fol- und Einbau.
geschäden sollen sämtliche Bereiche/Räume
in OWEA (Gondel, Turm und ggf. vorhandene Die Eignung der Brandmelder ist in Abhängigkeit
Zwischenebenen) und auf Plattformen durch au- von den jeweiligen Einsatzbedingungen und in Ab-
tomatische Brandmeldeanlagen überwacht wer- stimmung mit dem Systeminhaber (Hersteller) ob-
den. Doppelböden und Deckenhohlräume o. Ä. mit jektspezifisch zu prüfen. Dabei ist insbesondere auf
Brandlasten, z. B. Kabeln und sonstigen Leitungen, die optimale Branderkennung und die Begrenzung
sind in die Überwachung einzubeziehen. Die auto- von Fehl- bzw. Täuschungsalarmen zu achten.
matische Branderkennung dient der Alarmierung
vor Ort und der ggf. notwendigen Einleitung von Bei einer automatischen Branderkennung sollten
Maßnahmen zur Evakuierung. Zudem wird eine mindestens folgende Reaktionen ausgelöst werden:
ständig besetzte Stelle alarmiert und eine mög-
liche automatische Abschaltung von Anlagen und J
Alarmierung der betroffenen Bereiche sowie der
Auslösung von Löscheinrichtungen angesteuert. gesamten Offshore-Anlage (Personenschutz)
J
Brandmeldung mit gesicherter Alarmweiterlei-
Kameraüberwachungen (mit geeigneter Linsen- tung zu einer ständig besetzten Stelle
reinigung im Außenbereich) in den relevanten Be- J
Abschaltung der betroffenen Anlage und voll-
reichen sollen dem Leitstellenpersonal die Möglich- ständige Trennung vom Netz
keit geben, die Situation vor Ort visuell einzu- J
Auslösung der Einrichtungs- und Raumschutz-
schätzen und wenn erforderlich weitergehende löschanlage in Zweimeldungsabhängigkeit
Maßnahmen über die Leittechnik zu ergreifen.
Bei Meldesystemen, die unterschiedliche Alarm-
Zur Visualisierung der Situation vor Ort im Brand-/ schwellen zulassen, besteht die Möglichkeit, in
Notfall sollten besonders exponierte Räume und Abhängigkeit von den Alarmschwellen abgestuf-
Bereiche, Flure, Aufenthaltsräume, das Heli-Deck te Reaktionen einzuleiten, z. B. Voralarm, Haupt-
und „Evakuierungseinrichtungen“ mit einer Video- alarm usw.
und/oder auch erforderlichenfalls Infrarot-Kamera
ausgerüstet werden. Die Überwachungsbilder Bei der Auswahl der Brandmeldertechnik ist stets
müssen zur Lageeinschätzung und Einleitung von darauf zu achten, dass in Anbetracht der erschwer-
Maßnahmen zur ständig besetzten Leitwarte über- ten Erreichbarkeit die erforderliche Instandhaltung
tragen werden. Inwieweit eine permanente oder si- praktikabel gewährleistet werden kann.
tuationsbedingte online Übertragung erfolgt, sollte
vom jeweiligen Sicherheitsanspruch und Funkti-
onsnutzung abhängig gemacht werden 5.1.3.2 Brandbekämpfung

Hinweis: siehe VdS 2095 Richtlinien für automa- Für den wirksamen Brandschutz von Offshore-
tische Brandmeldeanlagen – Planung und Einbau. Anlagen empfehlen sich selbsttätige, stationäre
Feuerlöschanlagen.
Überwachung der Einrichtungen ergänzend zur
Raumüberwachung ist erforderlich, wenn Einrich- Dabei kommen grundsätzlich Gaslöschanlagen,
tungen Wassernebellöschanlagen oder Schaumlösch-
anlagen in Betracht. Für Aufenthaltsbereiche auf
J
gekapselt, Plattformen können auch Sprinkleranlagen zum
J
zwangsbelüftet Einsatz kommen.
J
in Räumen mit hoher Luftwechselrate
Diese Feuerlöschanlagen können als Einrich-
betrieben werden, so z. B. Schalt- und Umrich- tungs- oder Raumschutzanlagen oder eine Kom-
terschränke. Bei der Überwachung der Einrich- bination aus beiden ausgeführt werden. Einrich-
tungen sollte vorzugsweise ebenfalls Rauch als tungsschutzanlagen wirken dabei selektiv auf das
Brandkenngröße herangezogen werden. Im Ein- zu schützende Gerät oder Anlagenteil.
zelfall, insbesondere bei der Gefahr sich schnell
entwickelnder Brände kann auch der Einsatz von Aufgrund der schlechten Erreichbarkeit für Hilfskräf-
Flammenmeldern sinnvoll sein. te ist bei der Verwendung von Einrichtungsschutz-
anlagen zu prüfen, ob eine zusätzliche Raumschutz-
anlage als Rückfallebene vorzusehen ist.

18
VdS 3522 : 2016-01 (01) Offshore-Windenergie

Vor Auslösung einer Feuerlöschanlage sollte die Weiterhin sei auf die notwendigen Schutzbestim-
Klima- oder Lüftungsanlage automatisch abge- mungen im Hinblick auf die Personensicherheit
schaltet werden. bei der Verwendung von Gaslöschanlagen hinge-
wiesen.
Für den Einsatz in Technikbereichen von Offshore-
Anlagen sind Löschmittel wünschenswert, die Plattformen
möglichst rückstandsfrei, nicht korrosiv und elek-
trisch nicht leitend und für die herrschenden Um- Alle Räume der Plattform, insbesondere
weltbedingungen in Offshore-Anlagen (Tempera-
tur, Witterung, Dichtigkeit der zu schützenden Ein- J
technische Betriebsräume, (Trafo-/Umrichter-
richtungen und Räume) und Brandlasten geeignet räume, Schaltanlagen-/Leittechnikräume,
sind. Notstrom-/Batterie- und USV-Räume)
(USV = unterbrechungsfreie Stromversorgung),
Für den Einsatz in OWEA kommen je nach An- J
Kabelkanäle, Kabelschächte, Lager, Helideck,
wendungsfall, z. B.: Gründungsstruktur etc.
J
Reserveräume, Lagerräume (Betriebsstoff-,
J
CO2-Feuerlöschanlagen Ersatzteillager, Lager brennbarer Flüssigkeiten)
J
Inertgas-Löschanlagen J
Werkstätten
J
chemische Löschgasanlagen J
Wohneinrichtungen
J
Wassernebellöschanlagen
J
Sprühwasser-Löschanlagen (Transformator- sind jeweils mit einer geeigneten, automatischen
bzw. Umspannstation) Feuerlöschanlage zu schützen (Raumschutz), da
sie baulich lediglich mit einer begrenzten Feuerwi-
in Frage. derstandsfähigkeit (A 30) voneinander abgetrennt
sind.
Der Einsatz von Pulver- bzw. Aerosol-Löschanla-
gen oder Löschanlagen mit Schaumzusätzen ist in Darüber hinaus sind ggf. folgende technischen
Offshore-Bereichen gründlich abzuwägen, da zum Einrichtungen mit einer jeweils geeigneten Feu-
einem die vollständige Löschung eines Brands erlöschanlage zu schützen (Objektschutz), um die
unbedingt erforderlich ist, aber durch das Lösch- Brandgefahren zu minimieren:
mittel Folgeschäden, z. B. Korrosion, entstehen
können. J
Transformatoren und Batterieanlagen
J
elektrische Anlagen (Schaltschränke, Umrich-
Die Eignung der automatischen Feuerlöschanla- ter, Kabeltrassen, Sammelschienen)
gen zum Raum- und Einrichtungsschutz ist in Ab- J
Tanks mit brennbaren Flüssigkeiten
hängigkeit von den jeweiligen Einsatzbedingungen J
Freianlagen
in OWEA und in Abstimmung mit dem Hersteller
objektspezifisch zu prüfen. Dabei sind insbesonde- Die Wahl und die erforderliche Bevorratung des
re folgende Aspekte zu berücksichtigen: wirksamen Löschmittels sind nach den jeweils zu
löschenden Brandgütern zu richten.
J
Löschwirksamkeit
J
notwendige Löschgaskonzentration bzw. Muss mit einem selbsttätig fortschreitenden
Wasserbeaufschlagung Brandereignis gerechnet werden, muss durch die
J
Einwirkzeit für Gaslöschanlagen (Berücksichti- objektüberwachende Brandfrüherkennung auch
gung möglicher Rückzündung) ein stationärer Löschanlagenschutz automatisch
J
Betriebszeit für Wasserlöschanlagen (Berück- ausgelöst werden.
sichtigung eines effektiven Löscherfolgs)
J
Dichtigkeit des Raums/Druckentlastung Sind Anlagen im Außenbereich mit einem erhöhten
J
Bevorratung der Löschmittel (erforderliche Brandrisiko vorhanden, z. B. außenliegende Trans-
Menge, Gewicht, ...) formatoren, Generatoren oder Hubschrauberlan-
J
Volumen/Platzbedarf deplätze, so sollten diese ebenfalls in den Schutz-
J
Installation, Abnahme, Inbetriebnahme umfang mit einbezogen werden.
J
Instandhaltung
J
Zuverlässigkeit (Robustheit der Anlagen im
Hinblick auf Störanfälligkeit, um die Wartungs-
und Prüfungsintervalle zu begrenzen)
J
Löschmittel-Folgeschäden
J
Kosten

19
Offshore-Windenergie VdS 3522 : 2016-01 (01)

OWEA – Gondel (Brandschutzbeauftragter) und diesen entspre-


chend aus- und fortzubilden, z. B. nach vfdb-Richt-
Folgende Einrichtungen und Räume in der Gondel linie 12/09-01 oder europäischem CFPA-Standard.
sollen mit Feuerlöschanlagen geschützt werden: Der Brandschutzbeauftragte soll alle Themen des
Brandschutzes auf der Plattform und den ange-
Feuerlöschanlagen – Einrichtungen schlossenen OWEA koordinieren und überwachen.
J
Steuer-, Umrichter- und Schaltschränke (NS/MS) Dabei kann er auch für mehrere Plattformen/Wind-
J
Transformator parks zuständig sein, insbesondere wenn es sich
J
Hydrauliksystem um nicht permanent besetzte Plattformen handelt.
J
Schleifringgehäuse des Generators

Feuerlöschanlagen – Räume 5.1.4.2 Alarm- und Gefahrenabwehrplan


J
Zwischenböden mit Ölauffangwanne, Kabel- (Notfallplan)
und Elektroinstallation
J
Gondel mit Generator, Transformator, Für OWEA und Plattformen soll ein Alarm- und
J
Hydrauliksystemen, Gefahrenabwehrplan (Notfallplan) als Bestandteil
J
Getriebe, Bremse, Azimut-Antrieb des Betriebshandbuchs erarbeitet werden. Darin
J
Nabe mit Pitch-Antrieb und ggf. Generator sollen Handlungsanweisungen an Mitarbeiter und
Fremdfirmen für mindestens folgende Ereignisse
Die im Folgenden genannten Regelwerken können enthalten, die zur Schadenminderung beitragen:
zur Abschätzung der Wirksamkeit der Löschanlage
herangezogen werden. Für die Planung, Betriebs- J
Brand
bereitschaft und Zuverlässigkeit müssen die be- J
Explosion
sonderen Belange einer Offshore-Anlage berück- J
medizinischer Notfall
sichtigt werden. Dies kann zum Beispiel längere J
Havarie/Fahrzeuganprall
Haltezeiten, Betriebszeiten oder Redundanzen zur J
Umweltschaden
Folge haben. J
Ausfall der regulären Stromversorgung
J
Wiederinbetriebnahme
Hinweis: siehe J
Wettergefahren

J
VdS 2093 CO2-Feuerlöschanlagen, Planung und Einzelnen Mitarbeitern können dabei besondere
Einbau Aufgaben zugewiesen werden, wie z. B. Kontakt-
J
VdS 2108 Schaum-Löschanlagen, Planung und aufnahme mit Rettungskräften (an Land), Herun-
Einbau terfahren von Anlagen, Einleitung von Maßnahmen
J
VdS 2109 Sprühwasser-Löschanlagen, Planung zur Gefahrenabwehr usw.
und Einbau
J
VdS 2304 Einrichtungsschutz für elektrische und Der Notfallplan ist mindestens alle sechs Monate
elektronische Systeme, Planung und Einbau zu überprüfen und bei Bedarf (z. B. nach Ereignis-
J
VdS 2380 Feuerlöschanlagen mit nicht verflüs- sen) zu aktualisieren.
sigten Inertgasen, Planung und Einbau
J
VdS 2381 Feuerlöschanlagen mit halogenierten J
Sicherheits-/Brandschutzunterweisung
Kohlenwasserstoffen, Planung und Einbau
J
VdS 2496 VdS-Richtlinien für die Ansteuerung Das Betriebspersonal und ggf. Personal der be-
von Feuerlöschanlagen auftragten Fremdfirmen sind hinsichtlich der
J
VdS 3188 Wassernebel-Sprinkleranlagen und Brandgefahren in der OWEA regelmäßig zu un-
Wassernebel-Löschanlagen (Hochdruck-Syste- terweisen, z. B. zu:
me), Planung und Einbau
J
VdS 2562 Verfahren für die Anerkennung neuer J
Vermeidung von Brandgefahren
Löschtechniken J
Funktionsweise installierter Brandschutz-
J
VdS CEA 4001 Sprinkleranlagen, Planung und anlagen und -einrichtungen sowie deren
Einbau Umgang
J
richtigem Verhalten im Brandfall, z. B. Alar-
5.1.4 Brandschutzorganisation mierung von hilfeleistenden Stellen
J
richtiger Handhabung von Feuerlöschern
5.1.4.1 Brandschutzbeauftragter
Es ist zu empfehlen, Brandschutzübungen, z. B.
Es wird empfohlen, für den gesamten Brandschutz Probealarm, Umsetzung des Notfallplans und
einen zentralen Ansprechpartner einzusetzen Räumung der Gondel, regelmäßig abzuhalten

20
VdS 3522 : 2016-01 (01) Offshore-Windenergie

und dabei die externen Rettungskräfte einzu- Es wird empfohlen, monatlich eine Brandschutz-
binden. übung auf der Plattform durchzuführen (Probe-
alarm). Ziel dieser Übung ist es, das richtige
Das Betriebspersonal und Personal der ggf. be- Verhalten des Betriebspersonals und Personals
auftragten Fremdfirmen, das an oder auf der der ggf. beauftragten Fremdfirmen im Brandfall
Plattform tätig ist, müssen in Abständen von zu trainieren und zu überprüfen. Hierzu gehört
längstens sechs Monaten eine Sicherheitsun- u. a. das richtige Deuten der Alarmsignale, das
terweisung erhalten. Diese Unterweisung muss richtige Ausführen besonderer Tätigkeiten, der
mindestens beinhalten: Einsatz von Feuerlöschgeräten, das Aufsuchen
des Sammelplatzes usw.
J
sicherheitsgerechtes Verhalten auf der
Plattform J
Redundanzen/sicherheitsrelevante Funktions-
J
Hinweise auf das Rauchverbot und Verbot und Plausibilitätsüberwachung
vom offenem Feuer
J
besondere Unfall- und Brandgefahren Die ordnungsgemäße Funktion bzw. Einsatz-
J
Erlaubnisscheinverfahren für feuergefähr- bereitschaft von Sicherheits- und Brandschutz-
liche Arbeiten anlagen (z. B. Brandmeldeanlagen, Feuerlösch-
J
Notrufe, Bedeutung von Alarmsignalen anlagen) ist an einer ständig besetzten Stel-
(Sirenen usw.) le zu überwachen (z. B. permanent besetzte
J
Verhalten bei Unfall, Erste-Hilfe-Einrich- Plattform, Leitwarte an Land, usw.). Störungen
tungen müssen sofort erkannt und deren Beseitigung
J
Verhalten im Brandfall, Feuerlöscheinrich- unverzüglich eingeleitet werden.
tungen
J
Verhalten bei besonderen Wetterlagen Bis zur Beseitigung der Störungen müssen ad-
J
Sammelplätze, Räumung/Verlassen der äquate Ersatzmaßnahmen eingeleitet werden,
Plattform z. B. Aufstellen von Brandwachen o. Ä. Kann
dies nicht geschehen, so sind die nach dem Not-
Die Unterweisungen sind namentlich zu doku- fallhandbuch festgelegten Maßnahmen zu tref-
mentieren und mindestens drei Jahre aufzube- fen, die bis zum Abschalten der Anlage reichen
wahren. können.

Für Besucher der Plattform ist eine entspre-


chende Kurzunterweisung durchzuführen 5.1.4.3 Feuerlöscher

J
Brandschutz-Unterweisung, Brandschutz- Zur Bekämpfung von Entstehungsbränden ist eine
Übungen ausreichende Anzahl von hierfür geeigneten sowie
funktionsbereiten Feuerlöschern bereitzuhalten.
Das Betriebspersonal und Personal der ggf. be- Diese sollten an geeigneten, gut zugänglichen
auftragten Fremdfirmen, die sich regelmäßig Stellen von OWEA und Plattformen vorhanden sein.
oder gelegentlich auf der Plattform aufhalten,
sollen in Abständen von maximal zwölf Mona- Das Löschmittel ist auf die vorhandenen Brand-
ten eine Unterweisung zum Brandschutz-Helfer lasten abzustimmen. Wegen der negativen Aus-
erhalten. Neben einem theoretischen Teil müs- wirkungen von Löschpulver auf elektrische und
sen auch praktische Löschversuche mit Feuer- elektronische Anlagen ist auf den Einsatz von Pul-
löscheinrichtungen erfolgen, wie sie auch auf verlöschern möglichst zu verzichten.
der Plattform vorhanden sind (z. B. tragbare und
fahrbare Feuerlöscher, Wandhydranten). Hierfür
eignen sich z. B. Feuerlöscher-Trainingsgeräte 5.1.4.4 Schadenminderung
oder Heißübungsanlagen für Feuerwehrtrainig.
Ferner müssen die Funktionsweisen und die Nach einem Brand sollen Brandgase über vorhan-
manuellen Auslösemöglichkeiten für stationäre dene Öffnungen und ggf. mithilfe mobiler Lüfter
Feuerlöschanlagen auf der Plattform bekannt möglichst direkt aus dem Brandraum abgeführt
sein. werden.

Die Unterweisungen sind namentlich zu doku-


mentieren und mindestens drei Jahre aufzube-
wahren.

21
Offshore-Windenergie VdS 3522 : 2016-01 (01)

5.2 Maschinenschutz Zum Korrosionsschutz unter der Wasserlinie ist


ein aktiver Korrosionsschutz (kathodischer Korro-
Ziel des Maschinenschutzes ist der funktionssi- sionsschutz) vorzusehen. Opferanoden sind nicht
chere und störungsfreie Betrieb der gesamten An- einzusetzen.
lagentechnik. Wesentliche Bestandteile des Ma-
schinenschutzes können insbesondere sein: J
Prüfung der Wirksamkeit des Kathoden-
schutzes mittels
J
Auslegung der Anlagentechnik und Bau- J
Referenzzellen/-elektroden des
konstruktionen für die spezifischen örtlichen Fremdstromsystems als permanente Über-
Umgebungsbedingungen (z. B. Kolkschutz, wachung. Eine „Off-Potential“-Messung alle
Klimatisierung etc.) acht Stunden hat sich bewährt. Die Mess-
J
Einsatz offshore-erprobter Anlagentechnik werte der Referenzzellen/-elektroden sind
J
Aufbau und Montage durch erfahrene Her- zu speichern und monatlich auszuwerten.
steller- und Errichter-Unternehmen J
Messungen z. B. ROV (Remotely Operated
J
bewährte Offshore-Logistik für den zuverläs- Vehicle) als Teil der jährlichen Prüfung.
sigen Transport von Personal und Material J
Der passive Korrisionsschutz ist so weit unter
J
eine effiziente und verlässliche Instandhaltung der Wasserlinie anzubringen, bis durch die Re-
duktion von Sauerstoff die Sauerstoffkorrosion
Hinweis: siehe GDV-Publikation „Erneuerbare En- diffusionskontrolliert abläuft und der Werkstoff
ergien, Gesamtüberblick der Technischen Versi- Stahl langsamer oder gar nicht korrodiert.
cherer im GDV über den technologischen Entwick-
lungsstand und das technische Gefährdungspoten- 5.2.1.2 Schutz gegen Kolkung
zial”, Stand April 2013
Aufgrund der Meeresströmungen kann es zu Frei-
In nachfolgenden Abschnitten sind, sofern nicht spülungen der Gründungsstrukturen kommen. Da-
gesondert ausgewiesen, zunächst Hinweise für durch kann im schlimmsten Fall die Standsicher-
Offshore-Plattformen und OWEA zusammenge- heit gefährdet sein.
fasst aufgeführt. Ergänzend dazu werden OWEA-
spezifische Hinweise gesondert aufgeführt. Wird bei der Errichtung die berechnete Auskol-
kung berücksichtigt, kann ein zusätzlicher Kolk-
schutz entfallen.
5.2.1 Standfestigkeit und Widerstands-
fähigkeit Andernfalls sind Kolkschutzsicherungen wie
Steinschüttungen oder geotextile Sandcontainer
5.2.1.1 Korrosionsschutz als kompensatorische Maßnahmen einzusetzen.

Zum Korrosionsschutz über der Wasserlinie emp- Stellen sich im Rahmen der wiederkehrenden Prü-
fehlen sich folgende Maßnahmen: fung unzulässige Auskolkungen heraus, müssen
entsprechende nachträgliche Kolksicherungen
J
jährliche Prüfung gemäß Herstellervorgaben vorgenommen werden, um die nachgewiesene
und ggf. dem zu erstellenden IMS-Handbuch Tragfähigkeit wieder herzustellen.
(Integriertes Managementsystem)
J
Prüfung gemäß DIN EN ISO 12944, die aus fol-
genden Kontrollen bestehen können: 5.2.1.3 Schutz vor Naturgefahren
J
visuelle Sichtkontrolle
J
Kontrolle mittels geeigneter Porenprüfgeräte Sturm, Wellen und Eis
J
Bei Schäden wird die Festigkeit der Be-
schichtung geprüft, z. B. durch eine Haft- Abhängig vom Standort der Windparks besteht
zugsprüfung gemäß DIN EN ISO 4624. die Gefahr der Beschädigung der Gründungs- und
Tragstrukturen durch Sturm, Wellen, Eis (z. B.
Hinweis: siehe auch Eisgang, Eisdecken und Presseisdecken). Zudem
können die Rotorblätter durch Sturm und Verei-
J
DIN EN ISO 12944 Beschichtungsstoffe – sung in ihrer Funktion beeinträchtigt werden. Die
Korrosionsschutz von Stahlbauten durch Letzteren treffen z. B. für Standorte in der Ostsee
Beschichtungssysteme zu. Dementsprechend sind die Strukturen gemäß
J
DIN EN ISO 4624: Beschichtungsstoffe – gültigen Vorschriften und Normen auszulegen und
Abreißversuch zur Beurteilung der Haft- ggf. zu schützen, z. B. durch Eisschutzpoller.
festigkeit

22
VdS 3522 : 2016-01 (01) Offshore-Windenergie

Hinweis: siehe GDV-Publikation „Erneuerbare Ener- 5.2.1.4 Schutz vor Diebstahl und Vandalismus
gien, Gesamtüberblick der Technischen Versicherer
im GDV über den technologischen Entwicklungs- Der Schutz vor Diebstahl und Vandalismus soll
stand und das technische Gefährdungspotenzial”, gemäß der individuellen Gefährdungsanalyse und
Stand April 2013 -beurteilung ausgelegt werden. Eine Zugangs-
überwachung ist grundsätzlich erforderlich (siehe
Ergänzend dazu sind die OWEA insgesamt so Abs. 5.1.1.1).
auszulegen, dass entweder keine Vereisung ein-
tritt oder diese die Funktionsfähigkeit der Kompo-
nenten nicht einschränkt. Dabei ist insbesondere 5.2.2 Sicherstellung der Verfügbarkeit,
die Funktion von Hubschrauber-Landedeck, Belüf- Betriebssicherheit
tungs- und Entlüftungsklappen, Druckentlastung,
Laufwege, Tragstrukturen sicherzustellen. Kabelanlagen

Eindringen von Tieren (Seevögel, Insekten etc.) Kabelanlagen und andere elektrische Anlagen sind
und sonstigen Fremdkörpern nach den allgemein anerkannten Regeln der Tech-
nik, z. B. DIN-VDE-Normen, ICPC-Empfehlungen
Alle Öffnungen der Plattform, wie Türen, Fenster, für Kabelkreuzungen, zu planen, zu installieren
Wartungs-Klappen, Lüftungs- und Klimatisie- und zu betreiben. Dementsprechend sind sie mit
rungsöffnungen etc., sind durch Gitter, Filter und Überstromschutzeinrichtungen sowie Überspan-
Schließmechanismen so zu gestalten, dass ein nungsableitern zu versehen.
Eindringen von Tieren (auch Insekten) und Fremd-
körpern weitgehend vermieden wird. Kabelanlagen sind bei der Instandhaltung und Be-
triebsüberwachung/Monitoring zu berücksichtigen,
Verunreinigungen durch Tiere sind ebenfalls da sie bei der Montage- und Instandhaltungsarbeit
weitestgehend auszuschließen, z. B. durch die Mi- erfahrungsgemäß beschädigt werden können.
nimierung von Flächen zum Landen/Nisten von
Vögeln. Zur Vermeidung von Schäden an Kabelanlagen
sind nachfolgende Maßnahmen zu ergreifen:
Bewuchs über und/oder unter Wasser
J
Einrichten von Kabelschutzzonen schon vor
Der seebedingte Bewuchs ist entsprechend der Beginn der Bauarbeiten (Zonen, die die Ka-
gültigen Normen und Vorschriften konstruktiv, wie beltrasse und einen zu definierenden Bereich
auch bei der Instandhaltung zu berücksichtigen. um diese herum spezifizieren). Außer dem
Kabelleger (CLV, Cable Laying Vessel) sollten
Der Über- wie auch Unterwasserbewuchs von nach Möglichkeit keine anderen Fahrzeuge im
Strukturen ist ebenfalls Bestandteil von Betriebsü- Bereich der Kabelschutzzonen ankern, aufstän-
berwachung/Monitoring, durch Taucher oder ROVs. dern (z. B. Jack-Up Barges) und/oder arbeiten!
J
Festlegen von Anker- und Jack-Up-Positionen
Der bei der Wartung und Inspektion festgestell- für Montagearbeiten an den OWEA und den
te Bewuchs ist, sofern erforderlich, zu entfernen, Plattformen vor Beginn der Arbeiten. Diese
weil er zu zusätzlichen Lasteinträgen an den be- Positionen müssen so gewählt werden, dass es
treffenden Strukturen führen kann. möglichst zu keinen Überschneidungen mit den
Kabelschutzzonen kommt!
Hinweis: siehe GDV-Publikation „Erneuerbare En- J
Sicherstellen einer vollständigen Footprint-
ergien, Gesamtüberblick der Technischen Versi- Erfassung (z. B. von Jack-Up Barges).
cherer im GDV über den technologischen Entwick- J
Permanentes, zeitnahes Erfassen und Do-
lungsstand und das technische Gefährdungspoten- kumentieren der Footprints und Kabellagen.
zial”, Stand April 2013 Kabelposition und Footprints müssen voll-
ständig (in x-, y- und z-Koordinate) vorliegen.
Die seebodenseitigen Kabelaufnahmen der Platt- Die Aktualisierung muss sofort in der Feld-
form, z. B. die J-Tubes, müssen hinsichtlich des dokumentation umgesetzt werden.
Bewuchses geprüft und dieser ggf. entfernt werden. J
Footprints sind allen beteiligten Parteien zur
Verfügung zu stellen.
J
Durchführen von Kabelprüfungen nach Monta-
gen und zeitnah zur Inbetriebnahme (inklusive
erster Elektrifizierung) oder Wiederinbetrieb-
nahme des Kabels.

23
Offshore-Windenergie VdS 3522 : 2016-01 (01)

J
Durchführen einer Teilentladungsmessung J
Ein DP-Schiff für Wellenhöhe bis Hmax = 2,5 m
(TE-Messung) als elektrischer „Fingerprint“ ist verfügbar und das betreffende Baufeld
der Innerparkverkabelung zur Zustandsbestim- weist eine wetterbedingte Zugangswahr-
mung des Kabels. scheinlichkeit von mindestens 65 % in der
J
Durchführen einer Zustandsanalyse, z. B. TE- monatlichen Betrachtungsweise (ca. 20 Tage
Messung und Tan-Delta-Messung, der Inner- gemäß Wetterdienstabfrage) auf.
parkverkabelung nach ca. fünf Betriebsjahren J
Betriebsstoffe für mindestens 14 Tage bei
(Vergleich mit dem bei der Inbetriebnahme er- ggf. clusterweiser Zuschaltung der Not-
stellten „Fingerprint” des Kabelsystems). schmierung der Rotorlager, Beheizung der
J
Verlegen der Kabel in geschlossenen Ring- Schaltschränke usw. Tägliche Kontrolle
schaltungen. des Füllstands der Betriebsstoffanlagen
J
Einbeziehen der Kabelaufnahmen, z. B. Kabel- mit Logbucheintrag.
J-Tube, in die jährliche Prüfung. J
Ein DP-Schiff ist nicht verfügbar. Zugang für
J
Schutz gegen Freilegung, Versatz und mecha- Wellenhöhe bis Hmax < 1,0 m möglich.
nische Beschädigung durch regelmäßige Über- J
Betriebsstoffe für mindestens 90 Tage bei
prüfung der Überdeckung und des Kolks (ins- ggf. clusterweiser Zuschaltung der Not-
besondere im Bereich der Kabeleinführungen schmierung der Rotorlager, Beheizung der
in die OWEA und Plattformen). Außerdem soll Schaltschränke usw. Tägliche Kontrolle
dadurch ein Durchhang des Kabels frühzeitig des Füllstands der Betriebsstoffanlagen
erkannt werden! mit Logbucheintrag.
J
Kontinuierliche Überwachung (Online Conditi-
on Monitoring) der wichtigsten Parameter der Die Funktionen folgender Komponenten sind im
Kabel (Spannung, Strom, Leistung, Temperatur Notbetrieb sicherzustellen:
etc.) im Betrieb
J
Kommunikationseinheiten: Zugriff auf den
Hinweis: siehe GDV-Publikation „Erneuerbare Ener- Windpark per Fernwirkverbindung. Notwendig,
gien, Gesamtüberblick der Technischen Versicherer um aus der Ferne Schalthandlungen durchfüh-
im GDV über den technologischen Entwicklungs- ren zu können.
stand und das technische Gefährdungspotenzial”, J
Brandschutzanlagen: Brandmelde- und
Stand April 2013 Feuerlöscheinrichtung
J
Mittelspannungsschaltanlage zur Ausführung
entfernter Schalthandlungen
5.2.2.1 Betriebssicherheit, Notbetrieb, J
Marine light: Regulärer Betrieb der See-
Notstromversorgung befeuerung

Ausfälle von Export- und Importkabeln können ge- OWEA


plant oder ungeplant auftreten. Daher ist eine Not-
Energieversorgung zur Aufrechterhaltung der we- Der Notbetrieb jeder einzelnen OWEA ist ergänzend
sentlichen Anlagenfunktionen, auch der Leitwarte, zum Notbetrieb der Plattform zu gewährleisten
erforderlich. durch:

Plattformen J
Geeignetes Speichermedium, z. B. USV in
jeder OWEA, mit einer Stützzeit von minde-
Notbetrieb der Plattform ist zu gewährleisten durch: stens 30 min. Anzustreben ist eine Stützzeit
von 60 min. Nach diesen Zeitraum muss die
J
Netzersatzanlagen und USV-/Notstromgene- Möglichkeit zur externen Zuschaltbarkeit zur
rator zur Sicherung aller wesentlichen Funkti- Ausführung von Schalthandlungen über die
onen im Notbetrieb. Plattform automatisch erfolgen.
J
Bei Ausfall der Netzersatzanlagen ist eine USV
mit einer Stützzeit von mindestens 18 h und/ Die Bebunkerung von Kraftstoffen für den Notbe-
oder eines weiteren Notstromgenerators zur trieb von OWEA ist entsprechend den Festlegungen
Stützung aller Sicherheitsfunktionen im Notbe- für Plattformen auszulegen.
trieb vorzusehen.
J
Befindet sich die Netzersatzanlage auf der Die Funktionen folgender Komponenten von OWEA
Plattform, ist zu ihrer Versorgung folgende Be- sind im Notbetrieb sicherzustellen:
vorratung von Betriebsstoffen in Abhängigkeit
vom verfügbaren Versorgungsschiff (Bebunke-
rungssystem) erforderlich:

24
VdS 3522 : 2016-01 (01) Offshore-Windenergie

J
Kommunikationseinheiten: Zugriff auf die Weiterführende Festlegungen zu Redundanzen
OWEA per Fernwirkverbindung. Notwendig, um sollten auf Basis von Verfügbarkeitsanalysen er-
aus der Ferne Schalthandlungen durchführen folgen.
zu können.
J
Brandmeldeanlage: Brandmelde- und
Feuerlöscheinrichtung 5.2.2.3 Fail-Safe
J
Notschmierung der Rotorlager zum Schutz
vom Hauptlager Ziel des Fail-Safe-Modes ist es, bei Verlust von
J
Kondensatheizung an elektronischen oder Steuerungssignalen oder bei Stromunterbre-
elektrotechnischen Komponenten zur Vermei- chungen Beschädigungen der Anlagen zu verhin-
dung von Kurzschlüssen dern. Es gilt, gesicherte Positionen der Anlagen
J
Einnahme der Segelstellung zu erreichen. Die Anlagen verbleiben in diesem si-
J
Marine light: Regulärer Betrieb der See- cheren Status, um nach der Behebung der Störung
befeuerung wieder funktionsfähig betrieben werden zu können.

5.2.2.2 Diversifikation und redundante Systeme Der Fail-Safe-Mode bewirkt, dass z. B. Schaltanla-
gen in definierte Schaltpositionen geführt werden
Technische Störungen, Defekte oder Schäden (in der Regel geöffneter Schalter).
an Anlagen lassen sich nie ausschließen. Versa-
gen wichtige Anlagen wie Transformatoren oder Für folgende Anlagen von Offshore-Plattformen
Schaltanlagen, so würde der Betrieb des gesam- und OWEA sollte ein Fail-Safe-Mode mindestens
ten Windparks zum vollständigen Erliegen kom- vorgesehen werden:
men. Daher ist für wichtige Anlagen anzustreben,
eine Teil- oder Vollredundanz zu schaffen. J
Heizung/Lüftung/Klimatisierung (Vorbeu-
gung gegen den Eintrag salzhaltiger Luft und
Für Engpassmaschinen und -komponenten ist eine Kondensatbildung sowie daraus ursächlicher
Aufteilung der Anlagenleistung unabhängig vonei- Korrosion etc.)
nander wirkenden Teilanlagen vorzusehen (Risiko- J
Blindstromkompensatoren
diversifikation). J
Transformatoren
J
AC-Umspannstationen
Für Plattformen sollen folgende Anlagen redun- J
Verteilungstransformatoren
dant vorgehalten werden: J
HGÜ-Umspannstationen
J
Schaltanlagen
J
Kommunikationssysteme J
Gleichrichteranlagen
J
Transformatoren J
Leit- und Steueranlagen (bei Ausfall USV-/
J
Blindstromkompensatoren Not-Energieversorgung)
J
Hochspannungsschaltanlage J
Notstromaggregate
J
Leittechnik, Rechner und Peripheriegeräte (Re- J
Süßwasser-Erzeugung (z. B. Umkehrosmose)
dundanzen in brandschutztechnisch getrennten
Räumen) Für folgende Anlagen der OWEA sollte ein Fail-
J
Klima-, Lüftungs- und Meeresluftentsalzungs- Safe-Mode mindestens vorgesehen werden:
anlage
J
Umkehrosmoseanlage J
Rotorblätter (Segelstellung)
J
Azimutantrieb (Ausrichtung der Gondel in
Für OWEA sollen folgende Anlagen redundant Windrichtung)
vorgehalten werden: J
Klimatisierung, Lüftung, Meeresluft-
entsalzungsanlage
J
Energiespeicher der Blattantriebsysteme J
Sicherheitssystem entsprechend der
(in der Regel der Pitchantrieb) DIN EN ISO 13849
J
hydraulische oder pneumatische Systeme, J
Schaltanlagen.
Druckspeicher
J
Windmesseinrichtung (Geschwindigkeit, Hinweis: siehe DIN EN ISO 13849: Sicherheit von
Richtung) Maschinen – Sicherheitsbezogene Teile von Steu-
J
Klimatisierungssysteme (Heizung und erungen
Kühlung)

25
Offshore-Windenergie VdS 3522 : 2016-01 (01)

5.2.2.4 Anlagenüberwachung, Monitoring J


weitere Anlagen, abhängig von der Leistungs-
größe der Plattform, wie
Monitoring im Sinne dieser Publikation umfasst J
Klima-, Lüftungs- und Meeresluft-
sowohl automatische als auch manuelle Zustands- entsalzungsanlage
überwachung von Anlagen und Komponenten. J
Korrosionsschutzanlage (kathodisch)
J
Pumpen
Meteorologische und hydrologische Einwirkungen J
Korrosionsschutz
können die Standfestigkeit der Konstruktionen be-
einträchtigen. Sie sind deshalb automatisch zu er- Die nachfolgenden Anlagen stellen eine Mindestaus-
fassen und in die Alarmmeldungen des Windparks wahl von überwachungsbedürftigen Einrichtungen
einzuschließen. dar. Die zugehörigen Kenngrößen sollen bei der
Zustandsüberwachung mindestens erfasst werden.
Mess-/Steuer-/Regelwerte (MSR-Werte), die zur
Aufrechterhaltung des Betriebs benötigt werden, J
Transformatoren
sind gesichert in IST-Zeit und online zu einer stän- J
elektrische Kennwerte
dig besetzten Leitwarte (24/7/365) zu übertragen, (Spannungen, Ströme etc.)
um ggf. sofort Gegenmaßnahmen einzuleiten. J
Druck, Temperaturen, Schwingungen
Gegenmaßnahmen sind z. B. ein Reduzieren von J
Online Gas-in Öl
Leistungen, oder das zeitliche Vorziehen von War- J
Blindstromkompensatoren
tungsarbeiten. J
Elektrische Kennwerte
(Spannungen, Ströme etc.)
Zusätzlich zur Daten-Erfassungen einzelner J
Druck, Temperaturen
Anlagensteuerungen ist eine zentrale kontinuier- J
Online Gas-in Öl
liche Erfassung und Dokumentation der Betriebs- J
Kabelanlagen
werte umzusetzen. Mögliche Systeme sind SCADA J
Elektrische Kennwerte
(Supervisory Control and Data Acquisition) und (Spannungen, Ströme etc.)
Zustandsüberwachungssysteme, z. B. CMS (Con- J
Temperaturen
dition-Monitoring-Systeme). Abweichungen von J
Pumpen/Antriebe von Pumpen
Betriebssollwerten können durch derartige Moni- J
Fördermengen
toring-Systeme frühzeitig erkannt werden. J
Elektrische Kennwerte, Spannungen,
Ströme etc.
Monitoring-Systeme müssen hinsichtlich ihrer J
Temperaturen, Schwingungen
Eignung für die Offshore-Anwendung geprüft und
zertifiziert werden. Folgende Betriebswerte von OWEA sollen in das
Monitoring mindestens integriert werden:
Hinweis: siehe GDV-Publikation „Erneuerbare Ener-
gien, Gesamtüberblick der Technischen Versicherer J
Schwingungen
im GDV über den technologischen Entwicklungs- J
Öltemperaturen
stand und das technische Gefährdungspotenzial”, J
Drücke
Stand April 2013 J
Partikel
J
Spaltmaßüberwachung (getriebelose OWEA)
Die Zeitintervalle der Aufzeichnungen sind so fest- J
Korrosionsschutz
zulegen, dass rückwirkend Trendanalysen zu An-
lagen-Zuständen, Änderungen und Abweichungen Kamerasysteme sollten parallel zum Brandschutz
möglich sind. Die richtige Interpretation der Auf- auch bei der Maschinentechnik zur Überwachung
zeichnungen kann nur mit dafür geschultem und eingesetzt werden, um in allen Maschinen- und
erfahrenem Personal erfolgen. Anlagenräumen visuell einen zeitnahen Überblick
über die Situation vor Ort zu erhalten.
Diese Aufzeichnungen sollen vorzugsweise für die
gesamte Lebensdauer von Komponenten, mindes- Anmerkung: Für unbemannte Offshore-Plattformen
tens jedoch fünf Jahre aufbewahrt werden. und OWEA ist die Kameraüberwachung von noch
größerer Bedeutung, um eine weitere Informations-
Folgende Komponenten einer Plattform sollten in quelle über die Situation vor Ort zu haben.
das Monitoring integriert sein:

J
Transformatoren
J
Blindstromkompensatoren
J
Kabelanlagen

26
VdS 3522 : 2016-01 (01) Offshore-Windenergie

5.2.3 Instandhaltung und Ersatzteilkonzept Wartungs- und Reparaturarbeiten müssen gemäß


den Herstellerangaben und -empfehlungen durch-
Die Instandhaltung (Wartung, Inspektion und geführt werden. Sie müssen anschließend geprüft
Instandsetzung) von Offshore-Plattformen und und abgenommen werden.
OWEA soll sich auf alle Bestandteile eines Wind-
parks erstrecken. Die notwendigen Inspektionen sind von sachver-
ständigen Stellen durchzuführen, Die Fristen der
Inspektion sind einzuhalten. Liegen nicht genügend
5.2.3.1 Instandhaltung Erkenntnisse vor, so sind wiederkehrende Prü-
fungen zeitlich noch engmaschiger durchzuführen.
In die Instandhaltung einzuschließen sind insbe-
sondere : Bei Heavy-Lifting und Heavy-Transport(s) (z. B. bei
Rotorblatttransporten) sind Prozessbeschreibungen
J
konstruktive Ausführung einschließlich der zu erstellen und durch geeignete Prüfunterneh-
Gründungsstrukturen men zu zertifizieren. Die Ausführungsüberwachung
J
Innerpark- und Exportkabel sowie deren (MWS: Marine Warranty Survey) ist durch einen ge-
Schutzmaßnahmen eigneten Sachverständigen wahrzunehmen.
J
alle brandschutztechnische Anlagen und
Einrichtungen Die Dokumentation der Instandhaltung soll minde-
stens Folgendes beinhalten:
Es sollte eine präventive Wartungs- und Instand-
haltungsstrategie vorgesehen werden. Bei nach- J
sämtliche Maßnahmen
folgenden Engpasskomponenten ist dies zwingend J
Lebensdauerakten der Anlagen und Kompo-
umsetzen: nenten
J
alle Pläne, z. B. Schaltpläne, Hydraulikpläne,
J
Transformatoren Anlagenzeichnungen
J
Schaltanlagen
J
Blindstromkompensatoren Die Dokumentation soll rückverfolgbar gepflegt
J
Netzersatzanlagen (Notstromaggregate) sein und permanent auf aktuellem Stand gehalten
werden.
Wartungs- und Reparaturpläne einschließlich der
Ersatzteilhaltung sind bereits vor der Errichtung
und dem Betrieb mit den Herstellern zu entwickeln 5.2.3.2 Ersatzteilkonzept
und umzusetzen, sodass die Instandhaltung ab der
Errichtungsphase voll einsatzfähig ist. Wiederkeh- Die Festlegung, welche Ersatzteile vorzuhalten
rende Prüfungen (WKP) sind dabei zu berücksich- sind und in welcher Anzahl, erfolgt auf Basis der
tigen und verlässlich durchzuführen. Herstellervorgaben und der Verfügbarkeitsanaly-
se. Sofern nicht bereits berücksichtigt, sind Ersatz-
Von hoher Bedeutung ist die Berücksichtigung der teile für nachfolgende Komponenten vorzuhalten:
umweltbedingt eingeschränkten Zugänglichkeit
der Anlagen. Diesen Einschränkungen ist bereits J
Standardverschleißteile wie Lager, Hydraulik-
bei den Planungen und im Laufe von Wartungen ventile, E-Antriebe, Pumpen, Kabel, Leitungen,
und Reparaturen Rechnung zu tragen. Befestigungselemente etc.
J
Pitch- und Azimutantriebe
Die Zugänglichkeit der Plattformen ist – mit Aus- J
IGBTs (Leistungsthyristoren)
nahme von Extremwetterereignissen – jederzeit J
Rotorsterne
über ein Boatlanding, oder Ersatzzugangssystem J
komplett ausgerüstete und funktionsabge-
und ein Helideck sicherzustellen. nommene Gondeln
J
Batterien und Komponenten zur USV
Zur Durchführung der Instandhaltung muss Per-
sonal mit der erforderlichen Fachqualifikation und Komponenten und Ersatzteile müssen mindestens
Erfahrung eingesetzt werden. den Herstellerspezifikationen entsprechen.

Die Qualitätssicherung ist in allen Betriebsbe- Der oder die Lagerorte für die Ersatzteile, ob off-
reichen zur Sicherstellung der sach- und fachge- shore oder onshore, sind in Abhängigkeit des In-
rechten Ausführung der Arbeiten und Prozesse standhaltungs- und Logistikkonzepts festzulegen.
unabdingbar. Von besonderer Bedeutung für die Ersatzteilbevor-
ratung sind folgenden Kriterien:

27
Offshore-Windenergie VdS 3522 : 2016-01 (01)

J
Lieferzeiten der Komponenten 6 Literatur
J
Entfernung zum nächsten Hafen
J
Erreichbarkeit der Plattform:
J
Nordsee: Erreichbarkeit auch bei kritischen 6.1 Gesetze und Verordnungen
Wellenhöhen
J
Ostsee: Erreichbarkeit auch bei Vereisung Gesetz über die elektromagnetische Verträglich-
J
Möglichkeit zur Anlieferung schwerer Ersatzteile: keit von Betriebsmitteln (EMVG)
J
mit Spezialschiff
J
nötige Krankapazität
J
Zugänglichkeit in die Plattform 6.2 Vorschriften, Regeln und Informationen
J
Verfügbarkeit von Fachkräften mit entspre- der Träger der gesetzlichen Unfallver-
chender Offshore-Tauglichkeit und Spezial- sicherung (DGUV)
werkzeugen
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) –
5.3 Transporte während des Betriebs Unfallverhütungsvorschrift: Elektrische Anlagen
und Betriebsmittel (DGUV Vorschrift 3, vorherige
Für den sicheren Betrieb von Windparks ist der BGV A3)
Transport ein entscheidender Faktor.
www.dguv.de/dguv/de/
Für die Betriebs- und Serviceteams der Wind-
parks müssen – unter Berücksichtigung der um-
gebungsbedingt eingeschränkten Zugänglichkeit – 6.3 Technische Regeln
Personen- und Materialtransporte zu den Anlagen
und Plattformen für einen gesicherten Betrieb ge- DIN VDE 0100 (VDE 0100) – Errichten von Nieder-
währleistet sein. spannungsanlagen
J
Teil 1: Allgemeine Grundsätze, Bestimmungen
Bereits zu Beginn der Errichtung ist ein funktions- allgemeiner Merkmale, Begriffe
fähiges Feldversorgungskonzept vorzuhalten. Für (IEC 60364-1:2005, modifiziert)
die anschließende Betriebsphase ist das Feldver- J
Teil 4-41: Schutzmaßnahmen – Schutz gegen
sorgungskonzept entsprechend anzupassen. Die elektrischen Schlag (IEC 60364-4-41:2005-12,
Auslegung und Verfügbarkeit der Schiffe, CTVs modifiziert)
(Crew Transfer Vessels)/PTVs (Personal Trans- J
Teil 5-54: Auswahl und Errichtung elektrischer
fer Vessels) und Hubschrauber bestimmen den Betriebsmittel – Erdungsanlagen, Schutzleiter
Zugang zum Windpark. DP-Schiffe sind zu be- und Schutzpotentialausgleichsleiter
vorzugen und können die Zugangszeiten erhöhen. (IEC 60364-5-54:2011)

Im Vorfeld sind für sämtliche Standardtransporte DIN EN 62305 (VDE 0185-305-3) – Blitzschutz
folgende Dokumente zu erstellen: (IEC 62305-3)

J
Betriebsanweisungen DIN EN 50308 (VDE 0127-100) – Windenergieanla-
J
Verfahrensanweisungen gen – Schutzmaßnahmen; Anforderungen für Kon-
J
Gefährdungsbeurteilungen struktion, Betrieb und Wartung

Für alle Transporte, die nicht durch ein Standarddo- DIN EN 50110-100 (VDE 0105-100) – Betrieb von
kument beschrieben sind, sind gesonderte Trans- elektrischen Anlagen
portkonzepte zu erarbeiten und zu zertifizieren.
DIN EN 60204-1 (VDE 0113-1) – Sicherheit von Ma-
Zu berücksichtigen ist die Prozessbeschreibung schinen – Elektrische Ausrüstung von Maschinen
zum Heavy-Lifting (siehe Abs. 5.2.3.1). J
Teil 1: Allgemeine Anforderungen (IEC 44/709/
CDV:2014)

DIN EN 61400-3 (VDE 0127-3) – Windenergieanlagen


J
Teil 3: Auslegungsanforderungen für Wind-
energieanlagen auf offener See (IEC 61400-3)

28
VdS 3522 : 2016-01 (01) Offshore-Windenergie

DIN EN ISO 4624 – Beschichtungsstoffe – Abreiß- 6.5 Publikationen der VdS Schadenverhü-
versuch zur Beurteilung der Haftfestigkeit (ISO tung GmbH (VdS)
4624:2002); Deutsche Fassung EN ISO 4624:2003
VdS 2093 – CO2-Feuerlöschanlagen, Planung und
DIN EN ISO 12944 – Beschichtungsstoffe – Korro- Einbau
sionsschutz von Stahlbauten durch Beschichtungs-
systeme VdS 2095 – Automatische Brandmeldeanlagen, Pla-
nung und Einbau
DIN EN ISO 13849 – Sicherheit von Maschinen –
Sicherheitsbezogene Teile von Steuerungen VdS 2108 – Schaum-Löschanlagen, Planung und
Einbau
IEC DIN EN 61400-24 (VDE 0127-24) – Windener-
gieanlagen VdS 2109 – Sprühwasser-Löschanlagen, Planung
J
Teil 24: Blitzschutz – (IEC 61400-24:2010) und Einbau

Beuth Verlag, Berlin, www.beuth.de VdS 2304 – Einrichtungsschutz für elektrische und
elektronische Systeme, Planung und Einbau
International Maritime Organization – Code for
the Construction and Equipment of mobile Off- VdS 2380 – Feuerlöschanlagen mit nicht verflüssi-
shore Drilling Units, 2009 gten Inertgasen, Planung und Einbau

www.imo.org VdS 2381 – Feuerlöschanlagen mit halogenierten


Kohlenwasserstoffen, Planung und Einbau

6.4 Publikationen der deutschen Versiche- VdS 2496 – Richtlinien für die Ansteuerung von
rer zur Schadenverhütung Feuerlöschanlagen

Gesamtverband der Deutschen Versicherungs- VdS 2562 – Verfahren für die Anerkennung neuer
wirtschaft e. V. – „Erneuerbare Energien, Gesam- Löschtechniken
tüberblick der Technischen Versicherer im GDV
über den technologischen Entwicklungsstand und VdS 2858 – Thermografie in elektrischen Anlagen,
das technische Gefährdungspotenzial”, Stand April ein Beitrag zur Schadenverhütung und Betriebssi-
2013, cherheit

www.gdv.de Verzeichnis der VdS-anerkannten Sachverstän-


digen für Elektrothermografie (Elektrothermo-
VdS 2025 – Elektrische Leitungsanlagen, Richtli- grafen, VdS 2861): http://vds.de/de/zertifizierungen/
nien zur Schadenverhütung dienstleistungen/elektrofachkraefte-sachverstaen-
dige/elektrothermografie/verzeichnis/.
VdS 2046 – Sicherheitsvorschriften für elektrische
Anlagen bis 1000 Volt VdS 2871 – Prüfrichtlinien nach Klausel SK 3602,
Hinweise für den VdS-anerkannten Elektrosachver-
VdS 2349-1 – Auswahl von Schutzeinrichtungen ständigen
für den Brandschutz in elektrischen Anlagen
VdS 3111 – Brandschutzbeauftragter (Fachkraft für
VdS 2349-2 – EMV-gerechte Errichtung von Nie- Brandschutz); Unverbindlicher Leitfaden für Aufga-
derspannungsanlagen ben, Bestellung, Qualifikation und Stellung im Betrieb

VdS 3523 – Windenergieanlagen (WEA), Leitfaden VdS 3188 – Wassernebel-Sprinkleranlagen und


für den Brandschutz Wassernebel-Löschanlagen (Hochdruck-Systeme),
Planung und Einbau
https://shop.vds.de
VdS CEA 4001 – Sprinkleranlagen, Planung und
Einbau

VdS Schadenverhütung Verlag


Amsterdamer Straße 174, 50735 Köln
www.vds.de und https://shop.vds.de

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Offshore-Windenergie VdS 3522 : 2016-01 (01)

6.6 weiterführende Literatur

Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brand-


schutzes - vfdb – vfdb-Richtlinien (vfdb 12-09/01):
Bestellung, Aufgaben, Qualifikation und Ausbildung
von Brandschutzbeauftragten

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www.vds.de und https://shop.vds.de

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Herausgeber: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV)

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