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ES IST ROT

nr.  . . 


IMMER NOCH ROT!
KÖNNEN SICH MENSCH UND AMPEL JEMALS VERSÖHNEN?
BLASTING DESIGN BY RADO
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SINTRA JUBILÉ / HIGH-TECH CERAMICS / WWW.RADO.COM


INHALT 38
titelgeschichte
WARUM SIND AMPELN SO OFT ROT?
Sie ist so präsent im deutschen Alltag, dass sogar eine Koalitionsoption nach ihr
benannt ist: die Ampel – grün, gelb, meistens aber rot! Oder kommt uns
das nur so vor? Nach seiner Recherche hat sich unser Autor Henning Sußebach
geschworen, nie mehr über Rot zu schimpfen – aber öfter mal rüberzugehen …
seite 

765
Erwähnungen

250 250

200 200

175 175

150 150

125 125

100 100

75 75

50 50

25 25

0 0
2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010

DER ERREGER THILO SARRAZIN


Unsere Grafik zeigt, mit welchen Äußerungen Thilo Sarrazin in den letzten Jahren
inhalt infografik ole häntzschel fotos sigrid reinichs; evolve / photoshot / intertopics

wie viel Aufmerksamkeit erreichte, bis ihn die neuesten den Job kosteten.
Helmut Schmidt erläutert im Gespräch mit Giovanni di Lorenzo, warum er denkt,
dass die SPD Abweichler wie Sarrazin nicht gleich aus der Partei schmeißen sollte
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DIE GENE DES GUTEN


Als er den britischen Biologen Richard Dawkins zum Streitgespräch traf, erfüllte
sich unser Autor Stefan Klein einen 15 Jahre alten Wunsch. Dawkins meint,
dass die Gene den Menschen zum Egoisten machen. Klein ist seit Langem vom
Gegenteil überzeugt. Es wurde Zeit, mal miteinander zu reden
seite 

NOCH VIER WOCHEN: DAS ZEITMAGAZIN WIRD 40


titelfotos matthias weingärtner

Im Oktober 1970 ist das ZEITmagazin zum ersten Mal erschienen –


das feiern wir mit einem großen Geburtstagsheft

www
Diese Woche auf zeitmagazin.de:
Integrationsdebatte: Weshalb die SPD im Fall Sarrazin nichts mehr richtig machen kann
Die bisherigen Wissenschaftsgespräche von Stefan Klein
Neues vom ZEITmagazin täglich auch unter www.facebook.com/ZEITmagazin

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HARALD MARTENSTEIN

über die übertriebene Angst vor Gefahren aller Art

»Auch wenn wir erst zwanzig sind, wir leben


längst in einem gigantischen Altersheim«

Illustration ge Idee ist, wöchentlich 1000 Euro fürs Lotto- Wenn sich einer beim Glücksspiel ruiniert,
FENGEL spielen auszugeben, weiß ich auch so. Ich kann dann ist weder die Lottogesellschaft daran
übrigens auch schon alleine über die Straße schuld noch der Staat, sondern er selber. Es
und alleine Pipi machen. Wer so beschränkt gab eine Versuchung, er war der Versuchung
ist, dass er 1000 Euro in der Woche beim nicht gewachsen, die meisten anderen sind es.

S
eit einiger Zeit laufen Werbespots fürs Lotto-
Lotto verzockt, der kapiert auch die Warnung
im Radio nicht, oder er ist so schräg drauf, dass
ihm sowieso alles egal ist, inklusive der rauchi-
gen Frauenstimme. Die Warnung ist voll-
kommen sinnlos. Sie sagt lediglich: »Big
Dies liegt in der Natur der Versuchung, nicht
jeder ist ihr gewachsen. So ist das eben in der
Freiheit, der Fuchs kann dich fressen, und
wenn du diesen Gedanken nicht erträgst,
dann lass dich halt in den Stall sperren, so
spielen im Radio. Am Ende des Werbespots Brother is watching you.« Wobei der große lange, bis sie dich schlachten. Nein – der Stall
sagt eine rauchige Frauenstimme: »Glücksspiel Bruder natürlich wahnsinnig nett ist und sich ist ein falsches Bild.
kann süchtig machen.« Sie spricht es »süch- lediglich Sorgen um mich macht, ähnlich wie Die Warnaufkleber sind ein Symptom für eine
tich« aus, es klingt eigentlich eher verführerisch die Krankenschwester in Einer flog über das Gesellschaft, die wie ein Sanatorium funk-
als warnend. Alles, was Spaß macht, kann auch Kuckucksnest. Kennen Sie den Film? tioniert, wir alle, auch wenn wir erst zwanzig
süchtig machen, ist diese Tatsache eigentlich Ich weiß genau, was jetzt passiert. Ich kriege sind, leben längst in einem gigantischen Al-
bekannt? Wer gerne isst, kann esssüchtig wer- empörte Mails von einem halben Dutzend tersheim. Wir sind an einen Rollator fest-
den und erwacht eines Morgens als 200-Kilo- Organisationen und von Leuten, die schrei- gekettet, wir werden regelmäßig mit Breichen
Mensch. Angeblich gibt es auch Computer- ben, dass sie spielsüchtig waren, ich bin der gefüttert, obwohl wir noch Zähne haben. Wir
süchtige und Sexsüchtige. Warum steht noch große Verharmloser. Darum geht es doch gar sind versorgt, die Verantwortung für den
keine Warnung auf den Bildschirmen und den nicht. Leute ruinieren sich am Spieltisch, die- ganzen Rest wird uns abgenommen. Auf-
Kühlschränken, warum müssen sich sexuell se Tatsache ist mir bekannt, andere stürzen regung schadet uns nur.
attraktive Menschen keine Warnung – Sex mit beim Bergsteigen ab, und wieder andere er- Meine Lieblingsszene der Filmgeschichte
mir kann süchtig machen – auf einschlägige trinken in der Badewanne. Das Leben steckt stammt aus Einer flog über das Kuckucksnest,
Körperstellen tätowieren lassen? voller Risiken. Man muss immer schön auf- dem bereits erwähnten Film, der in einer An-
Ich habe nichts Grundsätzliches gegen Fürsor- passen. Und trotzdem, auch wenn man noch stalt spielt. Einer der Insassen, ein riesiger In-
ge, aber man kann es auch übertreiben. All- so sehr aufpasst, klopft unversehens der Sen- dianer, reißt das Waschbecken aus dem Boden,
mählich habe ich das Gefühl, vom Staat wie senmann ans Türchen. Was dann? Klebt ihm wirft es durchs Fenster und geht einfach weg.
ein Kleinkind behandelt zu werden, und das einen Warnaufkleber auf seine Sense: Sterben Glücksspiel kann süchtig machen! Steckt es
macht mich wütend. Dass es keine vernünfti- kann tödlich sein. Vielleicht hilft es. euch doch … na, ihr wisst schon, wohin.

6 zu hören unter www.zeit.de / audio


T H E A R T O F F U S I O N
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UNTERWEGS MIT JUERGEN TELLER (50)

Backstage bei Helmut Lang

PARIS
Helmut habe ich 1993 bei seiner Moden- er sie gezeigt hat, die Musik, die Auswahl der Genial war auch Helmuts Idee, als er nach
schau in Paris kennengelernt. Ich sollte seine Models, Männer und Frauen gleichermaßen, New York zog, die gelben Taxis als Wer-
Kollektion für das Magazin i-D fotografieren, es waren immer starke Charaktere ganz ver- befläche zu nehmen. Das hatte aus der
kurz bevor sie auf den Laufsteg kam. Das hat schiedenen Alters und unterschiedlicher Modebranche noch niemand gemacht. Sein
so viel Sinn für mich gemacht, dass ich seine Statur. Und es herrschte immer eine gute Name riesengroß auf den Taxis und oft
Kollektionen weiter fotografiert habe, bis er Stimmung, jeder freute sich, die anderen dazu ein kleines Foto von mir. Fand ich
2004 aufgehört hat mit der Mode. Es war nach sechs Monaten wiederzusehen. damals immer gut, so in unser Taxi zu stei-
immer aufregend, immer spannend. Helmut Heute ist bei den Modenschauen alles ganz gen, wenn ich mal in New York war. Eine
ist ein sehr guter Freund geworden, und er ist anders. Eine Riesenhorde von Fernsehka- Auswahl meiner Helmut-Lang-Serie zeige
einer der absolut modernsten Modedesigner, meras, Journalisten, Fotografen, Model- ich im Herbst im Museum für Moderne
dessen Einfluss sehr sichtbar ist, damals wie agenten – es ist ein Zirkus geworden, der Kunst in Frankfurt, in einer Gruppenaus-
heute. Alles war gut: seine Schnitte, die Aus- das Backstage-Arbeiten wie damals schwie- stellung über Mode und Fotografie der
wahl moderner Materialien, der Ort, an dem rig machen würde. neunziger Jahre.

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DEUTSCHLANDKARTE

Solardächer
Von
MATTHIAS STOL Z

Nennleistung aus
Photovoltaik-
Anlagen in kWp
seit 1.1.2009
≥0
≥ 100
≥ 250
≥ 500
≥ 1000
≥ 2500
≥ 5000

In Wohngebieten fallen immer wieder archi- be gab). Die auffälligste Mode heute ist die Süden Freunde fanden, wo die Sonne häufig
tektonische Moden auf, die sich nicht Archi- Solaranlage auf dem Dach. Sie zeigt weithin vorbeischaut. Besonders viele Solardächer gibt
tekten, sondern die Bewohner ausgedacht ha- sichtbar, dass da ein ökologisch denkender es sogar im Nordwesten, dem stark bewölkten
ben. So war es in den Achtzigern im Westen Mensch wohnt. Sie ist ein Statussymbol, das Eck des Landes. Es gibt dort aber viele Ein-
beliebt, Garagen kunterbunt anzumalen (um vom Staat mitbezahlt wird. Laut Stiftung Wa- familienhäuser, viele Bauernhöfe und offenbar
die Garage vom Spießerimage zu befreien), im rentest lohnen sich Solaranlagen als Geldanlage auch genügend Geld, um es anzulegen. Viel-
Osten waren nach der Wende dunkelviolette sogar, wenn gar nicht so oft die Sonne scheint. leicht glauben die Niedersachsen auch, dass
Dachziegel beliebt (weil es so lange wenig Far- Und so kam es, dass die Zellen nicht nur im sich so die Sonne anlocken lässt.

infografik jörg block quelle bundesnetzagentur tabellenkalkulation paul naudacher geografie lutum+tappert
Pierce Ewan Kim Olivia
Brosnan McGregor Cattrall Williams
GESELLSCHAFTSKRITIK

„Der perfekte Thriller!“


Über Vaterliebe Süddeutsche Zeitung

Von
URSUL A MÄRZ

Der Funktionär und sein neues Lieblingssorgen-


kind: Uli Hoeneß herzt Franck Ribéry
Ein Film von
Roman Polanski
Der
Ghostwriter
D ass es sich bei der Vaterliebe – wie
bei der Elternliebe überhaupt – im Kern um eine Leidenschaft handelt, die fähig ist zu
Unvernunft, Wildheit und Raserei, das lässt sich am biblischen Gleichnis vom ver-
lorenen Sohn sehen. Der Vater, der allen Grund hätte, den liederlichen Sohn zu ver-
Nichts ist gefährlicher
als die Wahrheit
Nach dem Bestseller von
Robert Harris

dammen, gerät völlig außer sich vor Glück, als er den Nichtsnutz in der Ferne erkennt.
Er rennt ihm entgegen, fällt ihm um den Hals, steckt ihm zur Begrüßung einen kost-
baren Ring an den Finger, lässt ein Fest vorbereiten, für das extra ein Kalb geschlachtet
wird. Keine Moralpredigt, kein Wort von Strafe. Nichts als haltlose Freude darüber,
dass der Verlorengeglaubte wieder da ist.
Jeder moderne Erziehungsberater würde sich an die Stirn tippen. Da belohnt ein Vater
den Missetäter auch noch. Da benimmt sich ein Vater geradezu triebhaft. Nur ist der
Beschützerinstinkt eben tatsächlich dies: ein Trieb. Sorge und Sexus sind vom Wesen her
nicht so weit voneinander entfernte Leidenschaften, wie wir uns im Lauf der Zivilisati-
on zu glauben angewöhnt haben. Und offenbar kann diese Leidenschaft auch einen
symbolischen Vater erfassen, wie Uli Hoeneß es als Präsident des FC Bayern für die
Spieler seiner Mannschaft ist, insbesondere für einstige Sorgenkinder wie Deisler oder
Scholl, die von Hoeneß’ Fürsorge noch heute schwärmen.
Der Spieler Franck Ribéry hatte Verkehr mit einer minderjährigen französischen Pros-
tituierten, in Frankreich läuft deshalb ein Ermittlungsverfahren gegen ihn. Nun darf
man annehmen, dass es auch taktische Motive sind, die Hoeneß veranlassen, sich hinter
seinen Star zu stellen (»Franck ist in einer gewissen Bringschuld, das weiß er selber«). DVD, Blu-ray und Special Edition
Aber eben nicht nur. Im Gesichtsausdruck und in der Geste des Vereinspräsidenten, der Jetzt im Handel!
hier schützend, ja zärtlich die Hände um Ribérys Kopf legt, zeigt sich eine väterliche
Sorge in einer leidenschaftlichen Weise, die über Taktik weit hinausgeht. Ribéry, so er- Ebenfalls neu auf DVD! Die preisgekrönte Dokumentation
ROMAN POLANSKI: WANTED AND DESIRED
zählte er jüngst, würde sich Hoeneß, wenn er nicht schon einen hätte, als Papa wünschen.
Wann hat man Uli Hoeneß je so berührt gesehen?

foto eibner-pressefoto ug & co. kg / action press www.arthaus.de


www.facebook.com/ARTHAUS
WER AN DER AMPEL WARTET, HADERT: MUSS DAS
EINFACHER? UNSER REPORTER IST DIESEN

Von
HENNING SUSSEBACH

ÜBER
SO L ANGE DAUERN? GEHT DAS NICHT ALLES
MENSCHHEITSFRAGEN NACHGEGANGEN

ROT Der Johannes-Brahms-Platz in Hamburg,


aus der Luft gesehen
M
itten in Hamburg ist es. Dort, wo vom Hafen Kurvenradien und Fahrspurbreiten, Bahr seit
her die Möwen segeln und wo die Straßen 25 Jahren für die Amp..., nein: Lichtsignal-
große Namen tragen. Wo die Kaiser-Wilhelm- anlagen. Auf einem Konferenztisch haben sie
Straße den Gorch-Fock-Wall kreuzt, wo Schil- eine Karte aufgefaltet, die an ein Schnittmuster
der in Richtung Elbbrücken und Jungfernstieg erinnert. Nur sieht alles noch mal komplizierter
weisen, dort liegt, verkehrsumtost, der Johan- aus. In den Augen der beiden Männer glimmt
nes-Brahms-Platz. Wenn die Ampel Grün Stolz. Endlich ein Bürger im Büro!
zeigt, hat man ihn in zehn Sekunden überquert Das da auf der Karte, sagt Bahr, sei der
und dann auch schon vergessen, weil der Ver- Brahms-Platz. In seinen Akten schlicht »Kno-
kehr uns immer weiterträgt. Und damit unsere ten 257«, aber womöglich die aufregendste
Gedanken. Kreuzung der Stadt: »Ein innerstädtischer fünf-
Jetzt ist aber gerade Rot. So wie immer armiger, signalgeregelter Knotenpunkt mit der
Rot zu sein scheint, wenn wir an eine Ampel Verkehrszusammensetzung Kfz, ÖPNV und
kommen. Rad.« Heißt wohl: Morgens, mittags, abends
Wir stehen also und fangen an zu grübeln: treffen hier aus allen Himmelsrichtungen zig-
Welche Macht im Land verteilt eigentlich das tausend Seelen in Eile aufeinander. Alle paar
Grün? Wer verschenkt an all den Kreuzungen Sekunden kommt ein Autoschwall von Norden
die Zeit – und stiehlt sie wieder? Und wie ist es und von Süden, alle paar Sekunden einer aus
bestellt um das Verhältnis zwischen Mensch dem Westen und dem Osten. Dazu Fußgänger,
und Ampel, zwischen Individuum und Obrig- Radfahrer, Busse. Und jeder will rüber. Sofort.
keitssignal, das Vorfahrt gibt und nimmt (und »Aber rein statistisch muss man auch mal
manchmal Amt und Würden raubt, wenn man stehen«, sagt Bahr.
es missachtet wie Margot Käßmann)? »Die Ampel kann es ja nicht jedem recht
Jede Stadt hat ihre Kreuzung, an der sich machen«, sagt Hansen.
alles ballt und balgt: Berlin den Potsdamer »Jedenfalls nicht gleichzeitig«, sagt Bahr.
Platz, München den Stachus, Hamburg den Fast wird es philosophisch in Raum D
Brahms-Platz, gerade erst renoviert. Und fast 5.06. Denn mit der Nüchternheit des Inge-
jeder Mensch kennt eine Ampel, die sein Heim nieurs ist nicht zu fassen, was täglich an Deutsch-
von seiner Arbeit trennt, an der er steht und lands Kreuzungen geschieht: Selbst rechtschaf-
hadert, an der jeder nur an sich denkt und sich fene Bürger warten auf das nächste Ampelgrün
doch alle einig sind in einer Frage: Was haben wie auf eine Droge, und noch die ruhigsten
»die« sich dabei wieder nur gedacht?! Altruisten verwandeln sich in Egozentriker.
Die Ampel steht für die Macht des Staa- »Das müssen wir dann moderieren«, sagt
tes, stumm und unbestechlich. Es heißt, die Hansen.
Deutschen respektierten ihre Ampeln wie kei- »Signaltechnisch abwickeln«, sagt Bahr.
ne andere Nation – und hassten sie zugleich. Den Brahms-Platz hatten sie die letzten
Vielleicht könnten sich Volk und Staatsmacht zehn Jahre am Wickel. 1999 habe Hamburg
ja versöhnen, wenn man sie endlich mal ver- »eine GI« beschlossen, sagt Hansen.
stünde, diese Ampeln. Eine GI?
»Lichtsignalanlagen.« »Grundinstandsetzung.«
Wie bitte? Alles neu also: Straßenführung, Asphalt,
MICHAEL BAHR
»Wir reden hier von Lichtsignalanlagen«, Ampeln. Um noch mehr Menschen in noch
ist seit 25 Jahren für die Ampeln in sagt der Mann in Zimmer D 5.06 noch einmal, kürzerer Zeit über Knoten 257 zu kriegen.
Hamburg zuständig. Er würde sie nur langsam und sehr leise. Und so, wie er dabei Bevor draußen Bagger rotierten, Asphalt
nie so nennen über seine Lesebrille blickt, ist mit der Sache platzte, Bitumen floss, hatten Bahr und Han-
nicht zu spaßen. Oder war da doch ein Lächeln sen im Büro über Verkehrsflussanalysen, Er-
für den Laien? läuterungsberichten und Abwägungsvermer-
Wer wissen will, welche unsichtbare Hand ken gehockt. Zur Freigabe der Kreuzung im
uns durch die Straßen führt, landet in Hamburg Herbst 2009 war kein Bordstein mehr dort, wo
beim Landesbetrieb Straßen, Brücken und er früher mal war. Dafür standen neue Ampeln
Gewässer, versteckt in einem Backsteinblock im im Wert von 554 000 Euro. Bahr hatte sie mit
Stadtteil Hammerbrook, wo sich die schicke Anforderungsschleifen im Asphalt und Infra-
City Schritt für Schritt an Hafenödnis verliert. rotdetektoren an den Masten versehen, mit 17
Hier sitzen Computerfirmen und Telefon- verschiedenen Programmen je nach Verkehrs-
dienstleister, Krankenkassen und Behörden. Es lage und Tageszeit. Und mit 64 »Signalgebern«
ist, als habe die Stadt alles Unglamouröse aus- für jede erdenkliche Richtung, also 64-mal Rot
gelagert in ein Exil für Techniker und Bürokra- und Grün und Grün und Rot.
ten. Ein Exil der Ernsthaftigkeit. Nicht un- »Jede Kreuzung ist ein Kompromiss«, sagt
bedingt ein schillernder Ort. Vermutlich würde Hansen. »Nicht das Optimum, aber für alle das
sogar an einem Tag der offenen Tür niemand Beste rausgeholt.«
kommen. Deshalb gibt es auch keinen. »Was dann ja eigentlich das Optimum
Doch jetzt sitzen in Zimmer D 5.06 zwei ist«, sagt Bahr.
Verkehrsingenieure in den Fünfzigern, das Haar Er beugt sich wieder über die Karte. »Hier
ergraut, gutmütig in der Ausstrahlung. Roland zum Beispiel«, sagt er und sticht mit dem Zeige-
Hansen, ein großer Mann mit Silberbart wie finger mitten ins vielspurige Gestrichel, »haben
Hemingway, und Michael Bahr, etwas kleiner wir das amerikanische Linksabbiegen einge-
und mit weißem Haarkranz. Hansen ist seit 17 führt. Keine große Sache – aber auf diesem
Jahren für die Straßenplanung zuständig, für breiten Knoten: schwierig.« Bringt fünf Sekun-

14 foto vorherige doppelseite michael zapf fotos hannah schuh


den Zeitgewinn je Umlauf. Das sind im Schnitt jetzt breiter.« Und im November seien die
drei Autos. Macht 120 in der Stunde. »Und Straßen am vollsten. »Keine Ferien, kein Schnee,
wenn ich für jedes Auto sechs Meter Platzbedarf alle arbeiten – und noch hat keiner Grippe.«
rechne, habe ich damit einen stündlichen Rück- Es war nur kurz Rot am Brahms-Platz,
stau von 720 Metern abgebaut.« aber nach einer Viertelstunde bei Hartmut Reez
Aber das nur fürs Erste, sagt Bahr. Er hängt alles mit allem zusammen. Der Mauer-
hätte da auch noch »Signalzeitenpläne« mit fall, die Ladenöffnungszeiten, das Wetter, die
exakten Angaben aller Rotphasen und »Zeit- Durchschlagskraft des nächsten Grippevirus,
Weg-Bänder«, mit denen er die grüne Welle das Ampelgrün. Wenn dann aber ein Baumarkt
erklären könne – bei der es sinnvoll sei, die eröffnet: wieder alles anders. Wenn ein Neu-
Autos nach ein paar Kreuzungen bei Rot auf- baugebiet erschlossen wird: wieder neue Ver-
laufen zu lassen und als komprimierten Haufen kehrsströme. Wenn ein Ampelplaner da nicht
wieder loszuschicken, damit die Leute aus den auf dem aktuellen Stand ist: eine Katastrophe.
Nebenstraßen auch mal eine Chance zum Ein- »Die Frage ist da natürlich: Wann sollen
biegen bekämen. Er könnte, sagt Bahr, auch was wir eigentlich messen?«, fragt Reez. »Wann
zu den Sonderschaltungen erzählen, zum herrscht Durchschnittsverkehr?« Nicht mon-
»Hafenräumprogramm« für Sturmfluten, zur tags, wegen der Monteure aus Mecklenburg.
»Feuerwehrfahrgassenschaltung«, zur »Fußball- Und auch nicht freitags. Nicht in den Ferien.
anfahrt« und »Fußballabfahrt« und zum »Staats- Nicht wenn eine Demonstration die Stadt
besuchsprogramm«, bei dem Kim Jong Il, wenn blockiert. Nicht bei Schnee. Nicht bei Regen.
er denn mal nach Hamburg käme, auf dem »Da fließt der Verkehr auch langsamer.«
Weg vom Flughafen zum Rathaus nicht einmal Es war der 14. September 1999, ein
Rot sähe – ganz wie zu Hause in Pjöngjang. Dienstag, an dem Reez einen Studententrupp
Aber darauf will Bahr lieber später zurück- zum alten Brahms-Platz schickte, bepackt mit ROLAND HANSEN
kommen. »Sie müssen erst mal ins Amt V«, sagt Klemmbrettern und Zähluhren. Die Sommer-
er. Zurück in die Behörde für Stadtentwicklung ferien waren vorbei. Keine Reisewelle, keine ist ein Kollege von Michael Bahr, seit 17
Jahren im Amt. Er ist der Experte für
und Umwelt. Dort dann zum Kollegen Reez. Grippewelle. Der Himmel wolkenlos. Kurvenradien und Fahrspurbreiten
»Der macht die Verkehrsprognosen. Der weiß, Die Studenten zählten an jenem Tag
wer wann wohin will in dieser Stadt. Und das 12 530 Wagen, die den Brahms-Platz über die
ist ja die Grundlage von allem.« Denn wer die Kaiser-Wilhelm-Straße querten. 9170 davon
Sache am Ende wirklich verstehen wolle, sagt stadteinwärts – aber nur 3360 stadtauswärts.
Bahr, jede Sekunde Rot und Grün, der müsse Wo sind denn die anderen alle geblieben?
noch mal ganz an den Anfang. »Der Verkehr sucht sich seinen eigenen
Also wieder in die Stadt, in den stein- Weg«, sagt Reez. »Wie Wasser, nich?«
schweren Prachtbau der Behörde für Stadtent- Zu den 12 530 Autos auf der Kaiser-Wil-
wicklung und Umwelt. Im fünften Stock wie- helm-Straße kamen 32 990 Autos den Gorch-
der ein Mann von Mitte fünfzig an einem Fock-Fall von Norden angerauscht, 26 120
Konferenztisch, wieder ein »Dipl.-Ing.« auf der über den Holstenwall im Süden und 18 220
Visitenkarte und an der Wand ein raumhoher über den Sievekingplatz im Westen. Reez rech-
Stadtplan wie aus einem Fernsehkrimi. nete Überschneidungen und Fehler raus und
Hartmut Reez trägt Strickjacke und kam am Ende auf 67 010 Autos pro Tag. Zehn
Walrossbart, seine Sätze beendet er oft mit Prozent aller in der Stadt gemeldeten Wagen.
einem hanseatisch nasalen »nich?«. »Landläufig 67 010. Rechnet man wie Michael Bahr
herrscht ja die Meinung, es gibt immer mehr – nämlich, dass bei Grün alle zwei Sekunden
Verkehr, überall ist Stau, und alle Ampeln sind ein Auto den Haltestreifen überquert –, brauch-
rot, nich?«, sagt Reez. Seine Augen verraten es te der Brahms-Platz 134 020 Sekunden Grün
schon: ist falsch. Oder nicht ganz richtig. Seit am Tag. Sind 2233 Minuten. 37 Stunden.
1990 habe der Autoverkehr in Hamburg nur Schwierig.
um drei Prozent zugenommen, sagt Reez, auf »Sie müssen berücksichtigen, dass uns
den Stadtautobahnen hingegen: »Plus zwanzig! zwei beziehungsweise drei Fahrstreifen pro
Der Speckgürtel. Der Fernverkehr. Und die Richtung zur Verfügung stehen«, sagt Bahr in
A 20. Die neue Ostseeautobahn, nich?« seiner Büroabgeschiedenheit in Hammerbrook,
»Ich zeig’s mal an der Karte«, sagt Reez, in die wir nun zurückgekehrt sind. Zweispu-
springt auf und läuft zur Wand. 4000 Kilo- riges Grün braucht nur halb so viel Zeit. Und
meter Straßen gibt es in Hamburg. Und 350 zweispuriges Grün in entgegengesetzten Rich-
automatische Zählstellen. Die melden Reez je- tungen nur ein Viertel. Also alles ganz einfach!
den Tag, wer wann wo in welche Richtung fährt »Das wiederum müssen Sie tageszeit-
– wodurch eine kleine Soziologie des Stadtver- abhängig sehen.«
kehrs entsteht: Sonntags sind nur halb so viele Allein in der morgendlichen Spitzenstun-
Autos unterwegs wie in der Woche, samstags de drängen nämlich 4774 Autos auf die Kreu-
zwei Drittel. Montags sei die »Pendlerspitze« zung. Macht 9548 Sekunden Grünbedarf. Sind
besonders hoch, ruft Reez von der Karte herü- 159 Minuten.
ber, »und zwar seit dem Mauerfall. Das sind die Schon wieder schwierig.
Mecklenburger Wochenpendler. Kommen Aber nicht unlösbar. Es gibt da Parameter,
montags über die A 20, fahren freitags wieder festgehalten in den Richtlinien für Lichtsignal-
zurück.« Die »Abendspitze« in der Innenstadt anlagen, von Kennern wie Bahr und Hansen
sei durch die flexiblen Ladenschlusszeiten hin- zärtlich Rilsa genannt. 146 Seiten Formeln,
gegen deutlich abgeschliffen: »Da ist die Spitze Grafiken und Wenn-dann-Bezüge.

15
www.rowohlt-berlin.de

Die Rilsa ist Bahrs Bibel. Wenn Bahr daraus Und Axel Hoffmann in Zimmer D 4.34 – der
liest, werden dem Laien zumindest die ein- vierte Mittfünfziger in dieser Erkundung und
fachsten Gebote klar: Auf Straßen mit maxi- sicher ein Freund freier Wahlen – zieht einen
mal 50 km/h sind dem Autofahrer drei Se- Ordner aus dem Regal: Briefe von draußen.
kunden Gelb gegeben, um zu bremsen. Bei »Ich glaube, ich muss an dieser Stelle
60 km/h sind es vier, bei achtzig km/h sieben. nicht ausführen, warum diese Ampeln keinen
Der Fußgänger muss mit einer Geschwin- Sinn machen ...«, »... steckt doch Absicht
digkeit von 1,2 bis 1,5 Meter pro Sekunde dahinter!«, »Millionen völlig sinnlos ver-
laufen, um es über Grün zu schaffen. Das pulvert ...«, »... hoffe, dass die tägliche Demü-
hektische Berlin verlangt von seinen Bürgern tigung aller Radfahrer beendet wird!«, »... ein
die Höchstgeschwindigkeit, Bahr gewährt Auto, das an der Ampel warten muss, pro-
den Hamburgern Gemächlichkeit. Mit duziert im Verlauf der Jahre Tausende Tonnen
»Nachtabschaltungen« (obwohl vom Volk CO₂ mehr. Ein Fußgänger, der länger warten
gewünscht) ist zu geizen, seit ein Experiment muss, produziert dabei absolut keine Schad-
in Duisburg zu schweren Unfällen geführt stoffe«, »... werden die Sensorknöpfe von
hat: Der deutsche Autofahrer ist auf Ampeln Tausenden Bürgern betätigt, d. h. auch von
konditioniert – und kracht, wenn die Lichter unsauberen und kranken Menschen. Das
ausgehen, sofort in einen anderen. (Weshalb, bedeutet, dass auch Infektionen über diese
wer eine Ampel austritt oder absägt, bis zu Schalter weitergegeben werden können.«
fünf Jahre ins Gefängnis muss.) Hoffmann, groß, schlank und mit einem
Weiter gilt: Die »Umlaufzeit« – also die nahezu fahrlässigen Hang zur Flapsigkeit,
Wartezeit, in der jeder an seiner Kreuzung hebt die Hände, als müsse er sich ergeben, und
einmal Grün bekommt – soll maximal 90 sagt: »Ich sitze ja auf der Seite, auf der man
Sekunden betragen, besser nur 60. Zwar nicht frech werden darf.« Aber er sagt’s jetzt
macht es dem Autofahrer nichts aus, bei einfach mal: Für Ärger sorgen immer die
Hagel, Blitz und Donner Rot zu sehen – aber »Oberschlaumeier«. Wenn es um Ampeln
dem Fußgänger. Daher die alte Ampelinge- gehe, machten die sogenannten Problem-
nieurs-Weisheit: Lange Rot = tot. viertel keine Probleme. Da haben die Leute
Jede Kreuzung, das wird bei disziplinier- andere Sorgen als zu wenig Grün. »Oder die
ter Rilsa-Lektüre klar, ist eine komplizierte gehen einfach über Rot«, raunt Hoffmann.
Komposition aus »Einfahrzeit«, »Überfahr- Ärger machen: Ärzte, Steuerberater,
zeit« und »Räumzeit«. Und ein einziges Einer- Oberstudienräte. Vor dem Rot sind alle gleich?
«Schlau, melancholisch seits-Andererseits: Einerseits steckt in jeder
verschenkten Sekunde ein Stau. Andererseits
Gilt nicht für Erfolgsmenschen mit Gerade-
aus-Biografien. Die lassen auch mal ihren
und in höchstem sollte Frau Müller von der Straße runter sein, Anwalt schreiben, wie der Geschäftsmann aus
bevor Herr Meier kommt. Wenn sich da was Blankenese, dem zu selten Grün war auf seiner
Maße poetisch.» überschneidet, hat der Planer Mist gebaut. Rennstrecke zwischen Villa und Firma. In
Spiegel Online über »Feindliches Grün«, sagt Bahr. seinen 30 Berufsjahren hat Hoffmann nie er-
67 010 Autos aus fünf Richtungen, lebt, dass ein mündiger Bürger je für jemand
Markus Berges
Radfahrer und Fußgänger, Drängler und anderen gesprochen hätte als für sich selbst.
Trödler. 44 Möglichkeiten, die Kreuzung zu Hoffmann ist für die Aktualisierung alter
queren, durchnummeriert von K1 bis A41. Ampeln zuständig. Der Verkehr hält sich ja
Am 24. Februar 2004, als die Verkehrsfluss- nicht ewig an Prognosen. Damit die Senioren
programme von Bahr und Hansen keine noch über die Straße kommen, geht Hoff-
virtuellen Verstopfungen mehr an Knoten mann vor Altersheimen mittlerweile runter
257 zeigten, ging ein gewaltiger Stapel von auf 1,0 Meter pro Sekunde Gehgeschwindig-
Plänen und Erläuterungen in die »erste Ver- keit. Zu den »Schulanmarschzeiten« versucht
schickung« – die Welt der Zahl traf auf die er, alles für die Kinder rauszuholen. Aber
Welt der Politik, der Weltanschauungen und wenn er an einer Kreuzung etwas ändert, eine
Geschäftsinteressen: Über jede Sekunde Grün Sekunde für die einen umverteilt, meckern
und jeden Zentimeter Fahrbahn mussten sofort wieder die anderen. Allerdings schimp-
Bahr und Hansen Rechenschaft ablegen un- fen die Autofahrer dann nicht auf die Fuß-
ter anderem bei der Finanzbehörde, beim gänger oder andersherum, sondern alle auf die
Oberbaudirektor, bei der Kulturbehörde, der Deppen vom Amt. Irgendwie, sagt Hoffmann,
Behörde für Umwelt und Gesundheit, der stünden sie immer als die Drögen da mit ihrer
Behörde für Wirtschaft und Arbeit, beim Rilsa, ihrer Bürokratensprache: »Wir hier sind
Fahrradbeauftragten, bei den Fachfrauen der doch alle Ingenieure geworden, weil wir in der
Behörde für Bauen und Verkehr, bei der Schule in Deutsch so schlecht waren.«
© Stephen Shore

Stadtreinigung, der Handelskammer, der An jeder Kreuzung treffen zigtausend


Hamburger Hochbahn, der Hamburger Au- Partikularinteressen aufeinander – und die
ßenwerbung GmbH, beim Verband für das Staatsdiener Bahr, Hansen und Hoffmann
Personenverkehrsgewerbe, beim Hamburger stehen wie Blauhelmsoldaten im Schlacht-
Taxen-Verband, beim Landesverband Ham- getümmel der Individualisten und Ideologen.
Der Debütroman des burger Taxiunternehmer und beim Verband Der ADAC will Dauergrün für seine Auto-
Sängers und Songschreibers für Taxi-Mehrwagenunternehmer. fahrer. Die Hochbahn wirft den »Fahrgast-
von «Erdmöbel» Wer sich je gewundert hat, warum in der druck« von 400 Millionen Kunden jährlich
Demokratie manches länger dauert als in ins Argumentegetümmel und fordert mehr
China oder Dubai, ahnt jetzt, woran das liegt. Ampelfreischaltungen für ihre Busse. Dann
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aber steht der Radfahrbeauftragte auf der Mat- neu und hinterfragen sich selbst. Im vergange-
te und sagt, Radfahren sei noch umweltfreund- nen Jahr haben sie die Zahl der verampelten
licher als Busfahren, deshalb: keine Bushalte- Kreuzungen nach sechzig Jahren sogar erstmals
stellen, um die Radfahrer einen Bogen machen verkleinert – von 1749 auf 1747. Lächerlich?
müssen! Weniger diskriminierende Anforde- Wenn in Deutschland eine Ampel fällt und ein
rungstaster! Nur so sei der Klimakollaps zu Kreisverkehr entsteht, findet Brilon, ist das eine
vermeiden. Findet auch die Umweltsenatorin. Kulturrevolution.
Schaltet man die Ampeln für einen Ver- Allerdings sollte sich niemand Hoffnun-
kehr, wie man ihn gerne hätte? Oder für einen, gen für Kreuzungen wie den Brahms-Platz
wie er derzeit nun einmal ist? machen: Zwar bekommt man theoretisch
Schweigen in der Männerrunde. Schließ- 70 000 Wagen pro Tag über einen Kreisel –
lich räuspert sich der Kollege Bahr seine Ver- aber das schaffen nur die Briten. Die Deutschen
legenheit aus dem Hals und sagt: »Wir Inge- kriegen maximal 25 000 Autos ohne Blech-
nieure machen keine Politik.« schäden über einen Kreisel gelotst. Man kann
Mehr Grün für Radfahrer und Fußgänger sie im Verkehr nicht sich selbst überlassen. Eine
ist ja gut. Für die Umwelt. Langfristig. Aber Frage der Sozialisierung.
wer die Ampeln für morgen schaltet, bringt Also eine Kreuzung – und damit Regu-
den Verkehr von heute zum Erliegen. lierungskampf. In Hamburg-Hammerbrook
»Und die Politik würde fragen: Wozu hat der Kollege Hansen die Stellungnahmen
habe ich eigentlich eine Fachbehörde?«, sagt zur ersten Verschickung aus dem Regal gezo-
Hoffmann. Stilles Nicken jetzt. gen. Eine dicke Akte: Die Verkehrsdirektion
Eine grüne Welle für Radfahrer? Autos verlangt, »die Fahrspuren von 3,00 auf 3,25
rauschen berechenbar mit Tempo 50 durch die Meter zu verbreitern«. Der Taxen-Verband be-
Stadt. »Auf dem Rad kommt Tante Erna mit dankt sich dafür, dass vor der Konzerthalle AXEL HOFFMANN
acht Stundenkilometern angezuckelt, der Fahr- »nun 6 statt 2 Taxiposten vorgesehen sind«.
radkurier mit 35. Was soll man da machen?«, Die Hochbahn fordert, »die Lichtsignalanla- Seine Aufgabe: Die Aktualisierung der
fragt Hoffmann. gen so zu koordinieren, dass die den Knoten Rot- und Grünzeiten. Weil Prognosen ja
nie so ganz stimmen. In seinem Büro
Öfter Grün für Fußgänger? Es gibt Kreu- querenden Busse den Bereich ohne Zwischen- sammeln sich Beschwerdebriefe aller
zungen, an denen sie die Takte immer schneller halt passieren können«. Der Fahrradbeauf- möglichen Verkehrsteilnehmer
schalten, mittlerweile alle 45 statt 90 Sekunden. tragte kritisiert, dass »vor der Querung der
Heißt aber auch: Das Grün dauert nur halb so Fahrbahn Holstenwall – Gorch-Fock-Wall ...
lang. Die Autos bremsen öfter ab und fahren nur ein Signal für Busse vorgesehen ist«, aber
wieder an. Auch blöd für die Polkappen. keins für Fahrräder. Und der Oberbaudirektor
Doch das ist Bahr schon wieder zu weit- gibt zu bedenken, der Brahms-Platz sei ein
schweifig. Davon steht auch nichts in der Rilsa. »gestalterisch höchstbedeutender Raum«, vor
Er muss diese 67 010 Autos über die Kreuzung dem Krieg ein »rechteckig gefasster Platz mit
kriegen, ein Ingenieur kommt aus den Sach- Eingangsfunktion in die Innenstadt«. Hansens
zwängen schlecht raus. Bahr liebt den Frickel- Kurven: viel zu weitschweifig! Die Ingenieure
kram sogar. Sonst wäre er Utopist geworden. sollten »Plätze wieder zu Plätzen machen«.
Die Welt, aus den Büros der Herren Bahr, Also alles enger, eckiger. Fünf Meter mehr
Hansen und Hoffmann betrachtet, ist ge- Vorplatz für die Konzerthalle. Und die Kaiser-
schwätzig geworden. So viel Ideologie. So viel Wilhelm-Straße ein paar Meter verlegen, da-
Ungeduld. Eine Gesellschaft, die Fortkommen mit die Sichtachse aufs Oberlandesgericht
zum Ideal erhoben hat, kann Stillstand nicht nicht durchbrochen wird.
ertragen. Draußen sind sich alle einig: Ampeln Damit war Hansens Busspur weg. Und
sind Freizeiträuber. Drinnen finden sie: Es sind Bahrs darauf abgestimmte Ampelschaltung.
Gerechtigkeitsverteiler. Schon wieder Rot? Die beiden haben also noch mal von vor-
Dann hat jemand anders gerade Grün. ne angefangen. Berichte, Vermerke, Einsprü-
Könnte es also sein, dass nicht die Ver- che, Gespräche. Noch mal drei Jahre. 2007 die
waltung das Problem ist? Sondern die Verwal- zweite Verschickung. Im Dezember 2009, zehn
teten? Einen Experten in Deutschland gibt es, Jahre nach Beginn der Planung, zogen die letz-
dessen Urteil auch in Hamburg-Hammerbrook ten Bauarbeiter ab. Hansens Straßen waren
Gewicht hat: Werner Brilon. Der ist emeritier- fertig, Bahrs Ampeln begannen im neuen
ter Professor für Verkehrswesen, Verfasser von Rhythmus zu leuchten. Wer diese Kreuzung
Ingenieursschmökern wie Wartezeit an über- verstanden hat, hat Deutschland begriffen.
lasteten Knotenpunkten und Dimensionierung Und wer sie nicht verstanden hat, erst recht.
von Straßenquerschnitten nach Begegnungswahr- Bahr, Hoffmann und Hansen planen
scheinlichkeit – vor allem aber: erklärter Feind längst neue »Knoten«. Hin und wieder aber
der Ampel und Freund des Kreisverkehrs. Bri- verlässt Michael Bahr sein Büro und fährt – mit
lon kennt Kleinstädte, in denen sich ahnungs- Bus und Bahn – zum Brahms-Platz, wo er dem
lose Bürgermeister von Ampelherstellern teu- Kreuz und Quer der Autos, Radfahrer und
erstes Equipment aufschwatzen ließen, Technik, Fußgänger zuschaut wie ein Choreograf, der
die sie nicht beherrschen und mit der sie den einen mühsam einstudierten Tanz seines Bal-
Verkehr erst richtig zum Erliegen brachten. Er letts begutachtet. An dieser Kreuzung in Ham-
kennt Ampeln auf dem Land, wo sie nichts sind burg, über die wir beinahe hinweggefahren
als Testanlagen für Sekundärtugenden. Die wären. Dort, wo vom Hafen her die Möwen
Hamburger hingegen: »Machen ihre Sache segeln, wo die Straßen große Namen tragen.
gut.« Kämpfen um Sekunden, schalten dauernd Und wo zufällig Rot war. zeitmagazin
nr . 

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SEPTEMBER 2003:
»Es wird so getan, als ob wir Kinder ins Konzentrationslager schicken«
(mit diesen Worten setzt er sich als Berliner Finanzsenator für höhere Kita-Gebühren ein)

2003
NOVEMBER 2003:
»Ihr seid doch Arschlöcher«
(zu Studenten, die sein Büro besetzen, um gegen die Einsparungen zu protestieren)

FEBRUAR 2004:
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Sarrazin: Er soll beim Bau des Berliner
Kulturtempels Tempodrom 1,5 Millionen Euro veruntreut haben

Anzahl der Presseerwähnungen pro Woche


2004
DEZEMBER 2004:
In der »Tempodrom-Affäre« erklärt das Gericht die Vorwürfe gegen Sarrazin für unhaltbar

JUNI 2005:
Sarrazin will, dass die Berliner Verkehrsbetriebe aus dem Kommunalen
Arbeitgeberverband austreten. Geringere Löhne wären die Folge

2005
APRIL 2006:
Sarrazin klagt vor dem Verfassungsgericht: Der Bund soll das Land
Berlin um Schulden in Höhe von 30 Milliarden Euro entlasten

WIE OFT IN DIE ZEITUNGEN GESCHAFFT?


VOM ERSTEN AUFREGER BIS ZUM RÜCKTRITT:

2006
SARRAZINS PULSSCHLAG

OKTOBER 2006:
Das Bundesverfassungsgericht lehnt Sarrazins Klage ab. Berlin werden die
Schulden nicht erlassen
MIT WELCHEN WORTEN UND TATEN HAT ES THILO SARRA ZIN
JUNI 2007:
Berlin verkauft seine Landesbank samt Sparkasse für 5,3 Milliarden Euro an
den Deutschen Sparkassen- und Giroverband

2007
DEZEMBER 2007:
Obwohl der Bund Berlin nicht entschuldet, ist die Haushaltsbilanz 2007 ein großer Erfolg für
den Sparkommissar: Erstmals wird in Berlin ein Haushaltsüberschuss verzeichnet

FEBRUAR 2008:
»Schon für 3,76 Euro pro Tag gibt es drei volle
Mahlzeiten. Man kann sich also auch von einem Transfer-
einkommen ausgewogen und gesund ernähren«
(so rechtfertigt er die Hartz-IV-Sätze)

JULI/AUGUST 2008:

2008
»Wenn die Energiekosten so hoch sind wie die Mieten, werden sich die
Menschen überlegen, ob sie mit einem dicken Pullover nicht auch bei
15 oder 16 Grad Zimmertemperatur vernünftig leben können«

FEBRUAR 2009:
Sarrazin wird in den Vorstand der Bundesbank berufen, damit ist klar, dass
er seine Arbeit als Finanzsenator beenden wird

MAI 2009:
Amtsantritt bei der Bundesbank

SEPTEMBER/OKTOBER 2009:
» Ich muss niemanden anerkennen, der (…) für die Ausbildung seiner Kinder nicht

2009
vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert. (…) Eine
große Zahl an Arabern und Türken in dieser Stadt (…) hat keine produktive Funk-
tion außer für den Obst- und Gemüsehandel«
DEZEMBER 2009:
Kopftücher sind »ein Symbol des Machtanspruchs des Mannes über die Frau«
MÄRZ 2010:
»Kalt duschen ist doch eh viel gesünder.
Ein Warmduscher ist noch nie weit gekommen im Leben«
(in der Debatte um die »spätrömische Dekadenz«, ausgelöst von Guido Westerwelle)

AUGUST 2010:
»Ich möchte nicht, dass das Land meiner Enkel und Urenkel zu großen Teilen muslimisch

2010
ist, dass dort über weite Strecken Türkisch und Arabisch gesprochen wird, die Frauen ein

infografik: ole häntzschel, redaktion: matthias stolz, recherche: philipp wurm, quelle: g+j pressedatenbank
Kopftuch tragen und der Tagesrhythmus vom Ruf der Muezzine bestimmt wird«

»Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen«

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FRAGEN AN DEN ALTKANZLER

In diesem Land darf jeder seine MEINUNG sagen,


aber über INTEGRATION wird erst wieder gestritten,
seit Thilo SARRAZIN seine abenteuerlichen Thesen
vertritt. Deutschland schafft es nicht, alle Migranten
einzubinden – und die SPD nicht alle Genossen

VERSTEHEN SIE DAS, HERR SCHMIDT?

Helmut Schmidt und Giovanni di Lorenzo im Büro


des ZEIT-Herausgebers in Hamburg
Lieber Herr Schmidt, ich kann mich kaum Ich finde es auch nicht in Ordnung. antrat, hatten wir 3,5 Millionen ausländische
an eine heftigere Debatte erinnern als diese Warum nicht? Arbeitnehmer hier; als ich abgab, waren es
jetzt über Sarrazins Buch. Wie lässt sich das Man muss erst einmal zuhören und fragen immer noch 3,5 Millionen. Jetzt sind wir bei
erklären? und reden. Wir haben früher alle möglichen knapp sieben Millionen Ausländern.
Es lässt sich dadurch erklären, dass Sie relativ abweichenden Mitglieder der sozialdemo-
jung sind. Wenn Sie zum Beispiel 85 Jahre kratischen Partei auch nicht als Erstes mit
alt oder 91 so wie ich wären, dann würden einem Ausschlussverfahren bedroht. Wir
Sie sich an heftige öffentliche Auseinander- haben sie ertragen. Was über die SPD hinaus
setzungen und Debatten erinnern, zum Bei- von Bedeutung ist, ist der Umstand, dass die
spiel über die atomare Bewaffnung der Bun- Freiheit, die Meinung laut und öffentlich zu
deswehr in den Fünfzigern. Oder über die sagen, im Falle Sarrazin als gefährdet er-
damals sogenannte neue Ostpolitik in den scheint. Sie ist in Wirklichkeit nicht gefähr-
Siebzigern. Oder später über den Nato-Dop- det. Aber wenn da jemand etwas gesagt hat,
pelbeschluss. was mir nicht passt, dass ich dem dann gleich
Das waren ja aber Grundsatzfragen der sage, ich gebe dir nicht mehr die Hand, ich
Politik. Hier hat sich eine politisch margina- will dich nicht mehr sehen – das erscheint als
le Figur in einem Buch mit zum Teil aben- eine Verachtung der Meinung, die jemand Spanische Gastarbeiter im Jahr 1970
teuerlichen Thesen an die Öffentlichkeit ge- anders geäußert hat. Das Grundgesetz er-
wagt. Und es gibt dieses Riesenecho. laubt gute, aber auch falsche Politik. Die im Gebremst haben Sie aber nicht aus geneti-
Die Debatten früher waren jedenfalls nicht Artikel 5 garantierte Meinungsfreiheit gilt schen Gründen.
an eine einzelne Person geknüpft. Erst später, nicht nur für richtige, sondern ebenso für Richtig. Das hat doch auch mit Erbschaft
beim Nato-Doppelbeschluss, konzentrierte falsche Meinungen. Dass der als sozialdemo- und Genetik nichts zu tun. Wenn Sie zum
es sich dann zum Teil auf die Person Schmidt kratischer Finanzsenator sehr erfolgreiche Beispiel jemanden aus einer westeuropäi-
und später auf die Person Kohl. Sarrazin provokante Äußerungen tut, daran schen Kultur, aus Spanien oder Portugal,
Welchen Nerv hat Thilo Sarrazin getroffen? gibt es allerdings keinen Zweifel, und ich nach Hamburg-Eimsbüttel verpflanzen, und
Offenbar mehrere gleichzeitig. Einige davon hätte ihm, wenn er mich gefragt hätte, zur seine Kinder gehen in Eimsbüttel zur Schule,
sind Nerven einer bestimmten Gruppe von Mäßigung geraten. dann geht das in aller Regel ganz ordentlich
Leuten. Zum Beispiel gibt es unter den jü- Können Sie denn die Empörung vieler Men- und gut. Mit Menschen aus Polen geht es
dischen Mitbürgern einige, die sich getroffen schen verstehen, wenn jemand wieder ver- besonders gut. Wenn Sie aber jemanden aus
fühlen von einer nebenher gemachten Be- sucht, genetisch zu argumentieren? Kirgisistan oder Afghanistan hierher ver-
merkung über die jüdischen Gene. Aber das Das ist eine der Schwächen nicht nur seiner pflanzen, ohne dass seine Kinder ein bisschen
allgemeine Interesse hat mindestens zwei Argumentation, sondern auch seiner Gedan- Deutsch verstehen, dann haben Sie spätes-
Wurzeln. Erstens: Die Sachverhalte, die er kenführung. Die Vermischung von Ver- tens in der Schule Probleme.
beschreibt, von denen er ausgeht und für erbung – einem genetischen Vorgang – mit Wir haben seit Kurzem eine junge Kollegin,
deren Therapie er Vorschläge macht und aus kulturellen Traditionen, die er vornimmt, die Ihnen in der Politikkonferenz am Freitag
denen er Schlussfolgerungen zieht, die wer- diese Vermischung halte ich für einen Irr- oft gegenübersitzt. Ihre Eltern kamen vor fast
den von vielen Leuten in Deutschland ähn- tum. Es sind nicht ursächlich ihre Gene, die 40 Jahren aus der Türkei nach Deutschland,
lich gesehen. jene Leute aus asiatischen Ländern nach sie waren Fabrikarbeiter, die Mutter konnte
Deutschland mitbringen, welche sich schwer so wenig Deutsch, dass sie an der Fleisch-
integrieren lassen und sich zum Teil auch gar theke gackerte, um zu erklären, dass sie
nicht richtig integrieren möchten. Aber sie Hühnerfleisch haben wollte. Aber die Toch-
bringen kulturelle Traditionen mit, Traditio- ter ist ZEIT-Redakteurin geworden.
nen des Benehmens, der moralischen Über- Ich sage doch nicht, dass es schiefgehen muss;
zeugung, es sind Verhaltensnormen, die ganz im Gegenteil. Es gibt sehr viele Fälle, in
durch Vorbild, Beispiel, Schule, Elternhaus denen es gelingt. Aber es gibt eben auch
und Freundschaften tradiert werden. viele Fälle, in denen es nicht gelingt. Des-
Sehen Sie denn die Identität und den Be- wegen habe ich zum Beispiel darauf hinge-
stand Deutschlands gefährdet durch eine wirkt, dass die Anwerbung von sogenannten
überproportional hohe Geburtenrate von Gastarbeitern gestoppt und die Rückkehr-
Thilo Sarrazin, SPD-Mitglied mit
ungewisser Zukunft
Unterschichtangehörigen, besonders aus der möglichkeiten ausgeweitet wurden. Sie wa-
Gruppe der Migranten? ren ja angeworben worden unter der Vor-
Sie meinen die Defizite der Integration. Das sehe ich im Augenblick nicht. Aber ich stellung, dass sie Gast-Arbeiter seien, der
Ja; nicht alle seine sonstigen Äußerungen muss Ihnen bekennen, dass ich schon in den Gast würde eines Tages wieder nach Hause
werden geteilt. Und das Zweite ist: Seine frühen 1970er Jahren eine Bremsung der gehen. Das wollten aber viele gar nicht.
sonstigen Äußerungen haben viele Leute Einwanderung aus allzu fremden Kulturen Warum hat diese Möglichkeit offenbar nie-
provoziert, vor allen Dingen die Presse und als notwendig erkannt und später gefördert mand gesehen, nämlich dass sie bleiben
die politische Klasse. Die haben zunächst habe. Als ich das Amt des Regierungschefs würden?
eine ziemlich konzentrische Verachtungs- Es sind ja nicht alle Spanier geblieben, auch
und Verurteilungsattitüde entfaltet, bis sie nicht alle Italiener, nicht alle Portugiesen,
gemerkt haben – die Journalisten zuerst –, DIE AUTOREN sondern es sind meistens Menschen geblie-
dass wesentliche Teile des Publikums ganz ben, deren Zuhause ökonomisch und sozial
anders denken. Und dann wurden sie nach- Ihre als Buch erschienenen Interviews viel schlechter geordnet war als hier in
denklich. Es kommt ein Drittes hinzu: Dass »Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt« Deutschland.
seine Partei, der er 30 oder 40 Jahre angehört, sind ein Bestseller. Der Gesprächsstoff Muslime aus der Türkei?
geht Giovanni di Lorenzo und Helmut
die Sozialdemokraten, mit dem Gedanken Schmidt nicht aus. In der Reihe »Verstehen
Zum Beispiel, aber nicht nur aus der Türkei,
umgeht, ihn aus der Partei rauszuschmeißen. Sie das, Herr Schmidt?« befragt der ZEIT- sondern auch aus der Sowjetunion, heute
Das finden viele Leute nicht in Ordnung. Chefredakteur den ZEIT-Herausgeber in Russland, oder aus Ländern im Nahen Os-
Und Sie? loser Folge zur aktuellen Politik ten, zum Beispiel aus dem Libanon. Von

fotos sigrid reinichs; steffi loos / ddp images; moosbrugger / ullstein bild
denen, die von dort herkamen, sind viele such, der zum großen Teil gelungen ist, die Hätten Sie auch gern Wolfgang Clement in
gern hier geblieben. Und es war vorherzuse- europäischen Juden auszurotten, noch weit der SPD behalten?
hen, dass ihre Integration schwierig sein über Ihre Generation hinaus sowohl im Be- Ich finde, dass mindestens 49 Prozent der
würde. In Wirklichkeit ist eines der zugrunde wusstsein der Nachbarn Deutschlands und Schuld am Zerwürfnis zwischen SPD und
liegenden Probleme – und es ist richtig, dass der anderen Völker in der Welt aufrecht- Clement bei meiner Partei liegen.
darüber jetzt öffentlich geredet wird – der erhalten bleiben wird wie hoffentlich auch in Wenn ein ausgeschlossener Herr Sarrazin zu-
Umstand, dass es uns Deutschen nicht ge- dem Bewusstsein der Deutschen. Jedenfalls sammen mit dem in der Partei nicht mehr
lungen ist, alle der sieben Millionen Zuge- heute ist es im Bewusstsein der Deutschen so gemochten und hinausgedrängten Wolfgang
wanderten zu integrieren. Es ist uns deswegen vorherrschend, dass über die gegenseitigen Clement oder einem in der CDU kaltgestell-
nicht gelungen, weil wir uns nicht ausrei- Schandtaten der zwei Parteien im Nahen ten Friedrich Merz eine eigene Partei grün-
chend angestrengt und die richtigen Schritte Osten, wenn es denn nur zwei sind, in den würde, glauben Sie, dass die Anklang
dafür getan haben. Wir haben einen großen Deutschland bloß berichtet, diese aber nicht finden würde?
Teil von ihnen wirklich integriert, einen er- problematisiert werden. Das ist mir zu spekulativ, weil die drei Per-
heblichen Teil leider gar nicht. Es ist aber Vielleicht gehört zu dieser Zurückhaltung sonen, die Sie da genannt haben, in Wirk-
nicht so sehr die Schuld dieser Migranten, auch, dass man sich nicht dem Vorwurf aus- lichkeit nur relativ kleine gemeinsame Nen-
wie man heute sagt. Die Hauptschuld liegt setzen möchte, am deutschen Ratschlag solle ner haben.
bei uns Deutschen. Und sie liegt auch darin, die Welt genesen. Aber sie bündeln Unzufriedenheit in der
dass wir darüber nicht geredet haben. Man Das wäre ja ein durchaus ehrenhaftes Motiv! Bevölkerung.
kann über Sarrazin sagen, was man will, er Glauben Sie, dass jemand mit der Meinung Das ist eine wichtige Feststellung. Was sie
hat einen Punkt erwischt, der bisher quasi von Sarrazin in der SPD bleiben kann? öffentlich sagen, bringt die Unzufriedenheit
tabu gewesen ist. Ja. Das wird sich wohl auch so herausstellen. des Volkes zum Ausdruck, das stimmt. Und
Welche Tabus gibt es für Sie noch in Deutsch- Manches von dem, was er geschrieben oder die Unzufriedenheit des Volkes ist eine Un-
land? gesagt hat, ist vielleicht gar nicht seine end- zufriedenheit mit der ganzen politischen
Es gibt eine relativ schmale öffentliche De- gültige Meinung: Wenn ich am laufenden Klasse. Diese Unzufriedenheit ist wahr-
batte über die Zukunft der Bundeswehr, aber Band Interviews geben müsste, würden mir scheinlich nicht ungerechtfertigt. Übrigens
welche Aufgaben eigentlich die Bundeswehr auch Worte entschlüpfen, die ich hinterher ist das kein deutsches Phänomen; denn zum
haben soll, welche Aufgaben im Interesse des beim Wiederlesen streiche. Die SPD hat Beispiel in Frankreich oder in Italien sieht es
deutschen Volkes bestehen, gegen wen die doch sogar die seltsamsten Personen jahre- ähnlich aus.
Bundeswehr uns verteidigen soll, was die so- lang geduldet.
genannte Nato soll? Solange ich nicht weiß, Aber in Ihre Zeit fällt zum Beispiel der Raus-
was diese militärisch-strategische Organisati- wurf des ehemaligen Juso-Chefs Klaus Uwe
on Nato soll, so lange kann ich auch nicht Benneter, der später dann eine triumphale
wissen, was die Bundeswehr machen soll. Rückkehr in die SPD feierte und sogar ihr
Generalsekretär wurde.
Er ist inzwischen erwachsen und vernünftig
geworden. Damals war er das nicht.
Er hatte zum Beispiel von sich gegeben, die
DKP sei bloß ein Klassengegner, die CDU
aber ein Klassenfeind. Oskar Lafontaine mit Sohn nach dem
Aber allein deswegen muss ich ihn doch Rücktritt als SPD-Chef und Finanzminister
nicht aus der Partei ausschließen. Wenn ich
jemand ausschließen will, dann gefälligst Sie plädieren für Fairness und Gelassenheit
nach dem geordneten Verfahren, wie es in im Umgang mit Abweichlern?
Ein israelischer Soldat unterwegs zum
der Satzung steht. Ich habe mit Interesse Sie nehmen mir das Wort aus dem Mund:
Einsatz an der Grenze zum Gaza-Streifen gesehen, was Klaus von Dohnanyi über Sar- Gelassenheit, Anstand – und Toleranz. Die
razin und die SPD sagt: »Die SPD neigt SPD hat doch sogar gegenüber Lafontaine
Diese Diskussion halten Sie nicht für einfach dazu, Widerspruch, wenn er streitig geführt jahrelang Toleranz geübt.
nur vernachlässigt, sondern für tabuisiert? wird, schnell auf ein mangelndes Verständnis Warum hatten Sie die Gelassenheit, die Sie
Beides. Es gibt noch ein anderes Thema, das für soziale Fragen abzutun, anstatt die Men- heute anmahnen, nicht gegenüber Karl-
tabuisiert wird. Das ist der Konflikt zwischen schen, die abweichende Auffassungen haben, Heinz Hansen, einem Bundestagsabgeord-
Israel und seinen arabischen Nachbarn. sorgfältig anzuhören.« Das kann ich unter- neten aus Düsseldorf, der in Ihrer Zeit als
Sie haben das Gefühl, dass man Israel nicht schreiben. Das heißt ja nicht, dass damit vor- Kanzler ein Linksabweichler war und von
kritisieren darf? weggenommen ist, wie ein Verfahren aus- Ihrer Partei rausgeschmissen wurde?
Das ist ein weitverbreitetes Gefühl, übrigens geht. Das ist eine andere Frage. Ich war an Hansens Verfahren nicht beteiligt
ein moralisch durchaus achtbares Gefühl. und habe ihn nur von Weitem gekannt, ich
Eine Tabuisierung ist nicht notwendiger- kann ihn nicht beurteilen. Aber einer, der
weise moralisch verwerflich. Sie ist nur in- ihm geistig hoch überlegen war, war Jochen
tellektuell nicht redlich. Steffen aus Schleswig-Holstein.
Aber wie kommen Sie zu so einem Eindruck? War das nicht ein SPD-Linker, der nebenbei
Israel wird doch allenthalben kritisiert? für »Konkret« schrieb und später auch ka-
Nein, es wird vielmehr in der ausländischen barettistische Vorträge hielt?
Presse kritisiert, kaum hier in Deutschland; Ja. Aber wir sind trotz unserer erheblichen
und aus achtbaren Gründen. grundlegenden Meinungsverschiedenheiten
Manchmal hat man das Gefühl, dass auch Freunde geblieben. Jeden Sommer ist er mit
Sie sich nur schwer beherrschen können, Is- seiner Frau an den Brahmsee gekommen und
rael zu kritisieren. hat mich besucht. Er war ein anständiger
Ich beherrsche mich. Denn ich weiß, dass die Außenseiter mit Gemeinsamkeiten: Friedrich Junge. Aber sein Marxismus war in meinen
Erinnerung an Auschwitz und an den Ver- Merz (links) und Wolfgang Clement Augen dummes Zeug. zeitmagazin
nr . 

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2008: Gabriele Michel vor ihrem Haus in Kassel, im Hintergrund ihr damaliger Ehemann
2009: Mutter und Tochter auf der Beerdigung26
des zweiten Ehemanns von Gabriele Michel
2004: Der erste und einzige Joint im Leben der Mutter, ein Hotel in Marrakesch, Marokko.
2004: Im Garten 27in Ramatuelle, Südfrankreich
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Von
CHRISTOPH AMEND
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Alles drin
Heizung > Dank dk

F
SIe träumen, wIr realISIeren. SIe wünSchen,
wIr arbeIten. mIt dem k Küchengeneralumbau
SInd SIe auF der entSpannten SeIte.
wIr Kennen alle handwerKer,
dIe SIe zum Küchenumbau brauchen.

rau Michel, als die Bilder Ihrer Tochter in Berlin ausgestellt wurden,
kamen Sie zur Vernissage. Wie war der Abend für Sie?
Gabriele Michel: Ich habe mich gefreut für meine Tochter. Der
Raum war gut gewählt, großzügig, sie konnte viele Bilder zeigen.
Viele Bilder von Ihnen.
Michel: Ja, vorher habe ich das nicht so recht beurteilen können, K  vo k s k  s d
dfkof  gs kki  b
  ks
i .

aber an dem Abend habe ich gespürt, wie wichtig diese Arbeit für ... in: 10243 Berlin, dk das küchenhaus Günter Skiba Tel.: 030/4220150 · 15344 Straus-
Isabelle ist. Ich lief die Treppen hoch, sah einige Bilder, und erst in berg, dk das küchenhaus Mechler Maßküchen Tel.: 03341/313799 · 15711 Zeesen, dk
diesem Moment habe ich begriffen, was das für sie bedeutet. das küchenhaus Zeesen Tel.: 03375/950561 · 21218 Seevetal, dk das küchenhaus Stöterau
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»einer der beeindruckendsten Fotoarbeiten des Gallery Weekend«. 22949 Hamburg-Hoisbüttel, dk das küchenhaus Tschetschorke Einbauküchen + Bäder
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wusst. 32791 Lage-Waddenhausen, dk das küchenhaus Modernes Wohnen Ruthe-Steinsiek Tel.:
Und wie war es für Sie, sich selbst zu sehen? 05232/18384 · 33330 Gütersloh, dk das küchenhaus Zimmermann Tel.: 05241/337620 ·
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Michel: Ich habe mich gar nicht gesehen. Was ich gesehen habe, war gen (Wald), dk das küchenhaus Michael Zelmanski Tel.: 0212/310407 · 44135 Dortmund,
die Arbeit meiner Tochter. dk das küchenhaus Branz Haus + Küche Tel.: 0231/521493 · 47559 Kranenburg-Frasselt,
Isabelle Graeff: Du hast dich nicht so richtig mit den Bildern iden- dk das küchenhaus Grenzlandküchen Jansen Tel.: 02826/90490 · 49733 Haren-Altenberge,
dk das küchenhaus Wösten Altenberger Küchendiele Tel.: 05934/8048 · 55128 Mainz
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beim Betrachten der Bilder aufgebracht reagieren könnte. Aber ich küchenhaus Elektro-Viertler Tel.: 06722/99590 · 66557 Illingen, dk das küchenhaus Küchen-
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Michel: Isabelle hatte mich nicht auf den Abend vorbereitet! bau Blocher Tel.: 07454/2149 · 73547 Lorch, dk das küchenhaus MZ Küchendesign Tel.:
Graeff: Ich hatte eigentlich vor, mit ihr zu zweit durch die Ausstel- 07172/2420 · 73728 Esslingen, dk das küchenhaus Ralph Schober Tel.: 0711/36550747 ·
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Michel: Ach, das war schon in Ordnung. Der Abend war voller Kling Tel.: 06394/993922 · 77694 Kehl, dk das küchenhaus Schreinerei Kleinhans Tel.:
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Wie haben Sie Ihrer Mutter eigentlich erklärt, dass Sie diese per- Krozingen, dk das küchenhaus Dieter Schrader Tel.: 07633/9233295 · 83365 Nussdorf,
sönlichen Porträts für ein Kunstprojekt veröffentlichen wollten? dk das Nussdorfer küchenhaus Tel.: 08669/78143 · 83626 Valley-Unterdarching, dk das
Graeff: Anfangs war es kein Projekt. Die Bilder sind zunächst aus Valleyer Küchenhaus Johannes Killer Tel.: 08024/93920 · 84375 Kirchdorf, dk das küchen-
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Mutter und mir – wie soll ich sagen? – zu kontrollieren. Küche Sager Tel.: 089/6099604 · 86179 Augsburg, dk das küchenhaus Hirzbauer Ihr
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Graeff: Meine Mutter ist nicht nur unglaublich schön, sie hat ja ein Allgäuer Küchenstudio Tel.: 07565/1880 · 90427 Nürnberg, dk das küchenhaus Design
ganz klassisches Gesicht, viel klassischer als meins … Manufaktur Tel.: 0911/3000100 · 92637 Weiden, dk das küchenhaus Liegl Küchen Tel.:
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Michel: Wenn du mich so siehst, sag es ruhig.
Graeff: … ich habe Jahre gebraucht, um eine eigene Stärke zu ent- So fi Si s: .k-s-k  s.
wickeln, die Arbeit hat mir geholfen. Mit »kontrollieren« meine ich Fo

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 K  o   
:
»verstehen«, ich wollte herausfinden, welche Mechanismen zwischen 01 80 - 1 35 58 32 43 –  O
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if

31 K ü c h e n , d I e p a S S e n
meiner Mutter und mir bestehen. Ich wollte ISABELLE GRAEFF schäftlich tätig. Wenn wir unterwegs
dabei möglichst ehrlich sein, nichts aussparen, waren, kam oft meine Mutter, um sich
das ist ein wichtiger Bestandteil all meiner künst- 33, geboren in Heidelberg, hat in London zu kümmern. Für Cathrin war das nie
lerischen Arbeiten. am Saint Martins College und an der ein Problem, aber bei Isabelle hieß es
Düsseldorfer Kunstakademie studiert.
Michel: Ich habe dich immer als starke Persön- Die Ausstellung »My mother & I« wurde
oft: Du musst heimkommen, das Kind
lichkeit wahrgenommen. Du bist deinen eigenen in diesem Jahr in Berlin gezeigt, wo die verweigert die Flasche.
Weg gegangen, auch als du dich entschieden hast, Künstlerin heute lebt. Ihre Mutter Graeff: Es gab bei uns zu Hause im Ein-
Künstlerin zu werden. Ich bin sehr katholisch, Gabriele Michel, 57, hat nach der Schei- gangsbereich ein Sofa, von dem aus
streng erzogen worden. Ich habe nie gegen meine dung von Isabelle Graeffs Vater wieder man die Tür beobachten konnte. Ich
Eltern rebelliert. Meine Mutter hat kürzlich in geheiratet habe da oft stundenlang auf meine
Südfrankreich ihren 80. Geburtstag gefeiert, Mutter gewartet. Die Scheidung war
Isabelle war auch da. Ich liebe meine Mutter, aber auch deshalb ein Einschnitt, weil ich bei
sie hat mich manchmal herumkommandiert wie ein kleines Mädchen. meiner Mutter geblieben bin und meine Schwester bei unserem
Graeff: Meine Mutter und ich wollten am Tag nach der Feier zu zweit essen Vater. Das haben wir alle vier so gewollt.
gehen, doch meiner Großmutter war das gar nicht recht: Es ist viel zu gefähr- Südfrankreich, ein großes Haus: Das klingt nach sehr wohlhaben-
lich, hat sie gesagt, ihr werdet noch ausgeraubt, bleibt doch hier! den Verhältnissen. Wie ging es nach der Scheidung weiter?
Die Graeffs sind offenbar eine Familie mit vielen starken Frauen. Michel: Wir sind in eine kleine Wohnung gezogen, das war ein
Michel: Einerseits ja, andererseits durfte ich selbst im Alter von 20 noch Bruch, auf allen Ebenen. Wir hatten viel weniger Geld. Das hat
nicht ausgehen. Ich musste erst heiraten! sich mittlerweile wieder geändert, aber damals war es hart.
Waren Sie als Mutter auch so streng? Ihre Tochter ist Künstlerin, hat in London am Saint Martins
Michel: Nein, ich habe meinen Kindern viel erlaubt. College studiert und bereits erste Ausstellungen gehabt. Ich ver-
Frau Graeff, Sie zeigen Ihre Mutter auch in Situationen, in denen es ihr mute mal, dass Sie sie trotzdem finanziell noch unterstützen?
offensichtlich nicht gut geht. Michel: Wir reden darüber nicht wirklich, aber ich bin nun mal
Graeff: Eine frühe, prägende Erfahrung war die Scheidung meiner Eltern, Geschäftsfrau, und vor drei, vier Jahren, als Isabelle um die 30 war,
da war ich zehn. Vorher waren wir eine große Familie in einem großen Haus, habe ich mich schon gefragt, wie es mit ihr weitergeht. Aber ich
ständig waren Tanten und Großeltern zu Besuch, es war immer etwas los. glaube, am schwierigsten ist es für Isabelle selbst.
Durch die Scheidung ist das zerbrochen. Graeff: Ja, weil ich das Gefühl habe, Rechenschaft ablegen zu
Michel: Wir sind ausgezogen. müssen, weil meine Mutter einige meiner aufwendigeren Arbeiten
Graeff: In einer Nacht-und-Nebel-Aktion. Ich habe dich damals sehr verletzt finanziert hat.
erlebt, ich denke, dass ich damals zu deiner engsten Bezugsperson wurde. Michel: Wenn wir telefonieren, merke ich schon am Ton, wenn
Michel: Isabelle war schon immer näher bei mir und ihre ältere Schwester Isabelle Hilfe von mir braucht.
Cathrin näher bei ihrem Vater. Mein Mann und ich waren gemeinsam ge- Graeff: Ich vermute mal, ein gewisses panisches Timbre …
Michel: Wenn wir morgens telefonieren, reicht schon die Art, wie
sie Guten Morgen sagt.
Sie telefonieren oft?
Michel: Beinahe täglich.
„So gut war George Clooney lange nicht!“ Graeff: Manchmal öfter. Wir reden über alles, was uns bewegt.
Auch über Männer?
CINEMA
Michel: Diese Frage aus dem Mund eines Mannes zu hören ist
delikat.
Graeff: Stört es Sie, wenn ich eine Zigarette rauche?
Michel: Du wolltest doch nicht mehr rauchen.
Graeff: Ich rauche auch normalerweise nicht, Mami.
Michel: Sie merken, meine Tochter will sich vorbereiten auf die
Antwort. Soll ich zuerst antworten?
Wie Sie mögen.
Michel: Wir reden auch über Männer. Vielleicht wird es Sie über-
raschen, aber meine Tochter ist in dieser Beziehung lebenserfahre-
ner. Es klingt vielleicht merkwürdig, aber bedenken Sie meine
strenge, katholische Herkunft! Ich höre auf den Rat von Isabelle.
Graeff: Ich habe meiner Mutter auch als Erster von meinem neuen
Partner erzählt, mit dem ich gedenke mein Leben zu verbringen.
Wie war die Reaktion?
Graeff: Sie hat sich sehr für mich gefreut, vor allem wohl, weil sie
gemerkt hat, wie gut er mir tut.
Wie würden Sie die Generation Ihrer Mutter beschreiben?
Graeff: Ich weiß nicht, ob ich das verallgemeinern kann, aber bei
meiner Mutter würde ich sagen, dass sie trotz aller beruflichen
Erfolge einen viel größeren Bezug zu Mann und Familie hat.
Und wie beschreiben Sie die Generation Ihrer Tochter?
Michel: Es ist bewundernswert, wie frei diese Frauen im Kopf sind,
wie unabhängig im Geist. Aber natürlich zahlen sie dafür auch
einen Preis: Sie verschieben manche Entscheidung in spätere Jah-
re, wie zum Beispiel, ob und wann sie Kinder haben wollen.
Frau Graeff, Sie haben Ihre Mutter acht Jahre lang fotografiert …
EIN FILM VON ANTON CORBIJN Graeff: … ich fotografiere sie natürlich weiter, das Projekt ist noch
lange nicht zu Ende. Und wer weiß, vielleicht fotografiere ich auch

JETZT IM KINO! eines Tages meine Tochter – oder sie mich.

32
zeitmagazin
nr . 

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ICH HABE EINEN TRAUM

SUSANNE LOTHAR

35
»ICH WAR NOCH NIEMALS AM GRAB MEINES VATERS«

Ein oft wiederkehrender Traum ist folgender: Ich sehe den Hinter- Vogel ein Engel mit Flügeln werden würde, da man mir erzählt 50 Jahren sehe ich nachts noch oft in den dunklen Himmel und
kopf meines Vaters neben mir im Bett, er liegt halb abgewandt, ich hatte, das sei nach seinem Tod mit meinem Vater geschehen. Ich suche nach dem Stern, den mein Vater für mich aufgehängt hat.
führe meine Hand an seinen Kopf und versuche ihn zu berühren. stellte ihn mir immer als Engel mit Flügeln vor. Ich stelle mir gerne vor, was er empfunden hat, als ich das erste Mal
In meinem Traum fühlt es sich an, als würde diese Bewegung eine Dann kam ein Auto angerast, der Fahrer machte eine Vollbrem- auf der Bühne stand oder das erste Mal vor der Kamera. Ich frage
Stunde dauern. Dann, in der Aufwachphase zwischen Schlafen und sung. Ich erinnere mich, wie das Auto auf mich zuschoss, an den mich, ob er stolz auf mich ist. Ich träume davon, dass er seinen
Wachen, beginne ich zu begreifen, dass dort neben mir nur ein Wunsch, es möge weiterfahren. Und an eine große Hand, die sich Enkeln zusieht, stelle mir vor, dass er meinen Sohn auf dem Schoß
Kuscheltier meiner Kinder liegt. Ich kann meine Enttäuschung zwischen mich und das Auto senkte. Mir ist nichts geschehen. hat und ihm mit Rat und Trost zur Seite steht, wenn er Probleme
nicht unterdrücken, blicke immer wieder mit weit aufgerissenen Damals begann ich einen inneren Dialog mit meinem Vater. Seit hat. Dass er sich freut, wenn er sieht, wie meine Tochter auf dem
Augen in die Richtung, in die ich meine Hand strecke. Dann drehe diesem Augenblick spüre ich ihn hin und wieder in meiner Nähe, Rücken eines Pferds über ein Hindernis fliegt.
ich mich auf den Rücken und starre an die Zimmerdecke. manchmal ist auch diese Hand wieder da und berührt mich. Zwei- Während ich mir all das zusammenträume, ist es dunkel geworden,
Ich habe mich, wie viele Menschen, oft gefragt, was mit den gelieb- mal hat die Hand mich in der Kindheit noch davor bewahrt, von ich gehe in den Garten und blicke in den Himmel.
ten Toten passiert, die zwar nicht mehr da sind, aber nicht aus den einer Straßenbahn überfahren zu werden.
Gedanken und dem Herzen der Lebenden verschwinden. Ich war noch niemals am Grab meines Vaters. Es war jahrzehntelang
SUSANNE LOTHAR,
Ich weiß, dass mein Vater auf mich aufpasst und mich beschützt. Pilgerstätte von Verehrerinnen. Ich mag keine Friedhöfe. Ich mag
Er starb, als ich sechs Jahre alt war. Einige Monate später, kurz keine Blumen oder Geschenke auf sein Grab legen. Vielleicht traue- 49, wurde als Tochter der Schauspieler Ingrid Andree und Hanns
nach meinem siebten Geburtstag, kniete ich vor dem Haus, in re ich anders als die meisten Menschen. Lothar in Hamburg geboren. Sie gehört zu den renommiertesten
dem ich aufgewachsen bin, auf der Straße, auf dem Asphalt lag Ich habe große Sehnsucht nach meinem Vater, ich würde ihn ger- Schauspielerinnen Deutschlands. Sie war mit Ulrich Mühe verhei-
eine überfahrenen Taube. Ich wartete darauf, dass aus dem toten ne umarmen, zumindest in meinen Träumen. Auch mit beinahe ratet, der 2007 starb

aufgezeichnet von jörg böckem foto stefan heinrichs zu hören unter www.zeit.de / audio
STEFAN KLEINS WISSENSCHAFTSGESPRÄCHE (FOLGE 13)

DIE GENE
DES GUTEN

Tiere kämpfen sehr gern. Der Mensch musste sich das


abgewöhnen, um intelligent zu werden

IST DER MENSCH VON NATUR EIN ALTRUIST,


ODER HANDELT ER STETS EIGENNÜTZIG?
BELOHNT DIE EVOLUTION WIRKLICH DIE
EGOISTEN? EIN STREITGESPRÄCH MIT DEM
DARWIN-ANHÄNGER RICHARD DAWKINS

37
Er war und ist ja nicht der Einzige, der selbst-

S
Eine Erklärung ist Handel. Menschen sind
los handelte. All die Menschen, die sich für das darauf angewiesen, zu tauschen. So entwickel-
Wohl anderer einsetzen, die Geld oder Blut ten sie einen feinen Sinn für Schuld und
spenden, oder sogar ihr Leben riskieren, sind Dankbarkeit. Und nicht zuletzt achten sie auf
aus Ihrer Sicht völlig bescheuert? ihren guten Ruf. Das Gefühl der gegenseitigen
Von einem darwinistischen Standpunkt aus Verpflichtung war bis zur Einführung des
gesehen, ja. Gewiss sollten wir Hilfsbereit- Geldes die Währung, in der Menschen ihre
schaft und Großzügigkeit kultivieren. Aber ich Geschäfte abwickelten.
weiß nicht, wie viel uns die Natur dabei hilft.
Die Evolution ist überaus grausam. Schon Sogar das Mitleid meint Ihr amerikanischer
Darwin berichtete von Schlupfwespen, die Mitstreiter Robert Wright mit Kaufmanns-
ihre Eier in Raupen ablegen, damit die Larve sinn begründen zu können.
die Raupe anschließend von innen her auf- Er schrieb: »Tiefes Mitgefühl ist lediglich hoch
frisst. Jedes Mal, wenn sich ein Parasit eines differenzierte Anlageberatung.« Wer für einen
ind wir als Egoisten geboren? Im Jahr 1976 Wirtstiers bemächtigt, ein Jäger seine Beute Ertrinkenden in einen kalten Fluss springe,
veröffentlichte Richard Dawkins, ein damals erlegt, gibt es Leid. Die Natur kümmert sich habe bei ihm etwas gut. Und je verzweifelter
völlig unbekannter Biologe aus Oxford, ein nicht darum. Im Gegenteil: Wo zu wenig ge- die Lage des Empfängers, desto höher der Be-
aufsehenerregendes Buch. Es hieß Das egoisti- litten wird, ist der optimale Zustand noch trag auf dem Schuldschein.
sche Gen. Dawkins beschrieb darin eine Welt, nicht erreicht. Tiere vermehren sich so lange,
in der die Gene uns programmieren, zutiefst bis die Ersten verhungern. Und die größten Ich kann dieser Argumentation beim besten
eigennützige Wesen zu sein. Aber schon bei Schönheiten der Natur, die Geschmeidigkeit Willen nicht folgen. Kein Mensch kalkuliert
meiner ersten Lektüre regten sich Zweifel: der Leoparden, die Schnelligkeit der Pferde, seinen Vorteil, wenn er das Leben eines ande-
Könnte es nicht sein, dass Menschen in Wirk- der eindrucksvolle Kopfschmuck der Hirsche ren rettet.
lichkeit weniger egoistisch sind, als sie schei- sind letztlich nichts als das Ergebnis eines Nicht bewusst. Wright geht es wie mir nur
nen? Möglicherweise siegt auf lange Sicht ge- Wettrüstens – und von unendlich viel Leid. darum, zu verstehen, woher unser Instinkt
rade nicht das egoistische Gen, sondern die kommt, anderen zu helfen.
Selbstlosigkeit. Diese Gedanken ließen mich Ohne diese Grausamkeit wären niemals Men-
nicht mehr los, schließlich schrieb ich sogar schen entstanden. Natürlich handeln wir ständig nach dem
ein Buch darüber. So ist es. Prinzip, dass eine Hand die andere wäscht.
Seit seinem spektakulären Erstling hat Aber vieles lässt sich damit überhaupt nicht
sich Dawkins in vielen Werken höchst elo- Und die Gesetze Darwins liegen nach Ihrer begründen. Denken Sie an Soldaten, die sich
quent starkgemacht für eine darwinistische Auffassung unserem Zusammenleben noch auf eine explodierende Granate werfen, damit
Weltsicht, er wurde Professor für Wissen- heute zugrunde. ihre Kameraden überleben. Solche Vorkomm-
schaftsvermittlung an der Universität Oxford. Ja. Das macht es umso erstaunlicher, dass ei- nisse wurden aus allen Kriegen berichtet.
Zuletzt trat er als heftiger Kritiker aller Reli- nige Menschen anscheinend zur Supernettig- Oft machen Menschen schlicht einen Fehler,
gionen hervor. »Darwins Rottweiler« nennt keit fähig sind. wenn sie sich selbstlos verhalten. Wenn Sol-
man ihn. Doch der Mann, der mich auf der daten in der Schlacht mutig sind, machen sie
Terrasse seines sehr britischen Hauses emp- Sie haben uns Menschen bezeichnet als »Ro- sich beliebt. Damit verbessern sie ihre Fort-
fing, stellte sich als ein hinreißender Ge- boter, blind programmiert zur Erhaltung der pflanzungschancen durchaus. Hier in Eng-
sprächspartner heraus. selbstsüchtigen Moleküle, die Gene genannt land gab es während des Ersten Weltkriegs eine
werden«. Die egoistischen Gene seien Fran-
Professor Dawkins, Sie haben auf einer Kreuz- kensteine und alles Leben ihr Monster. Denn
fahrt mit geladenen Gästen ein interessantes normalerweise würden die egoistischen Gene
T-Shirt getragen. Auf Ihrer Brust stand: auch egoistisches Verhalten bewirken. Das
»Atheisten für Jesus«. Ließ die tropische Sonne alles würden Sie wieder so formulieren?
Sie Ihre Liebe zum Christentum entdecken? Natürlich.
Das nicht. Aber Jesus war ein guter Mann.
Dass er an Gott glaubte, versteht sich von Einer Ihrer Verleger soll drei Nächte lang nicht
selbst: Jeder war zu seiner Zeit religiös. Hätte geschlafen haben, als er zum ersten Mal mit
Jesus gewusst, was wir heute wissen, wäre er Ihren Büchern in Berührung kam, so kalt und
wahrscheinlich Atheist, aber ebenso men- düster erschien ihm die Botschaft. Wie fühlten
schenfreundlich gewesen. Immerhin hat er der Sie sich eigentlich beim Schreiben?
Grausamkeit der damaligen Religion abge- Gewiss nicht düster. Eher erregt, der Wahrheit
schworen. auf der Spur zu sein.

Anstelle der Regel »Auge um Auge, Zahn um Wenn es denn die Wahrheit ist. Ich glaube,
Zahn« setzte er das Gebot, seine Feinde zu dass es sehr viel mehr Selbstlosigkeit unter den
lieben und ihnen, wenn nötig, auch noch die Menschen gibt, als Sie mit Ihrer Theorie er-
andere Wange hinzuhalten. klären können. Schon der junge Charles Dar- STEFAN KLEIN,
Kein Wunder, dass sie ihn ans Kreuz genagelt win wunderte sich auf seiner Weltumseglung
haben: In seinem Willen zu Versöhnung war mit der »HMS Beagle« über die nackten Ur- Jahrgang 1965, ist Biophysiker. Der Wis-
er subversiv. Nun lassen die Gesetze der Evo- einwohner Feuerlands. Diese »Wilden«, wie senschaftsautor hat die Bestseller »Die
lution ein gewisses Maß an Nettigkeit gegen- er sie nannte, waren nie mit Menschen einer Glücksformel«, »Zeit. Der Stoff, aus dem
über anderen zu. Aber Jesus war supernett. anderen Kultur zusammengekommen. Trotz- das Leben ist« und »Da Vincis Vermächt-
nis« geschrieben. Sein neues Buch heißt
Sein Verhalten war geradezu eine Perversion dem rühmte Darwin ihren Anstand und ihren »Der Sinn des Gebens. Warum Selbst-
des Darwinismus – man könnte auch sagen, Gerechtigkeitssinn. Darwin sprach von einem losigkeit in der Evolution siegt und wir
aus Sicht der Evolution und der rationalen »sozialen Instinkt«, den er sich freilich nicht mit Egoismus nicht weiter kommen« und
Entscheidungstheorie völlig bescheuert. erklären konnte. ist soeben im Fischer-Verlag erschienen

fotos vorherige doppelseite roy toft / national geographic stock; manfred delpho / blickwinkel
Prachtvolle Geweihe sind das Produkt des Wettrüstens in der Natur

Zeit, da überreichten die Mädchen Männern, In Deutschland zogen Soldaten in Hochstim- Für eine ähnliche Fehlanpassung halten Sie
die nicht in Uniform waren, eine weiße Feder. mung in den Ersten Weltkrieg. Sie waren sich die menschliche Selbstlosigkeit?
Das bedeutete: Feigling. So ein sozialer Druck der Gefahr gar nicht bewusst. Ja, ich vermute, dass Fehlentscheidungen für
existierte wahrscheinlich schon in frühen In England genauso. »Gott sei gedankt, dass viele menschenfreundliche Heldentaten ver-
menschlichen Gesellschaften, und ich könnte er uns diese Stunde gab«, dichtete damals der antwortlich sind. Unsere Gehirne entstanden
mir vorstellen, dass er Männer risikofreudig Poet Robert Brooke. Viele Menschen verehr- in einer Epoche, als die Menschen in ihrem
machte. Mitunter eben zu risikofreudig. ten seine Werke. Clan lebten. Für seine Familienangehörigen
den Kopf hinzuhalten ist aus Sicht der egois-
Eben. Offenbar waren sie bereit, sich auf- tischen Gene höchst sinnvoll. In Ihren Ver-
zuopfern. Ich bezweifle, ob sich dies allein mit wandten lebt schließlich ein Teil Ihres Erbguts
der Sorge um den guten Ruf erklären lässt. fort. Heute sind wir von Fremden umgeben.
Da mögen Sie recht haben. Aber der Impuls, zu allen nett zu sein, ist uns
geblieben. Er ist eine Verirrung in der heuti-
Zumal sich selbstverständlich beide Geschlech- gen Welt.
ter selbstlos verhalten – auch dann, wenn ihre
Nächstenliebe gar nicht gut angesehen ist. Wer sagt, dass die frühen Menschen nur im
Denken Sie nur an all die Menschen, die Kreis ihrer Familienangehörigen lebten? In
Diktaturen Widerstand leisten und dafür Stammesgesellschaften, die bis in unsere Zeit
Gefängnis oder gar den Tod riskieren. überlebt haben, finden Ethnologen größere
Dafür habe ich größte Sympathie. Aber wissen Verbände. Trotzdem stehen Jäger und Samm-
Sie, warum Motten ins Licht fliegen? ler füreinander ein. Übrigens wurden vor
wenigen Monaten neue Forschungsergebnisse
Nein. über Schimpansen veröffentlicht: Die Affen
Natürlich wollen sie sich nicht selbst verbren- ziehen Waisenkinder auf, die nicht mit ihnen
nen. Der Instinkt entstand offenbar zu einer verwandt sind. Interessanterweise tun sie es
RICHARD DAWKINS,
Zeit, als Sonne, Mond und Sterne die einzigen vor allem dann, wenn beispielsweise herum-
Lichtquellen waren. Die Insekten benutzen sie streunende Leoparden ihre Horde bedrohen
Jahrgang 1941, ist Evolutionsbiologe und als Kompass – sie fliegen in einem bestimmten – als wüssten die Tiere, dass die Gemeinschaft
wurde mit seinem Buch »Das egoistische Winkel zu dem Himmelskörper. Wenn sie in Gefahr zusammenhalten muss und es auf
Gen« von 1976 bekannt, in dem er be- aber dasselbe mit einer Lampe versuchen, jeden Einzelnen ankommt.
hauptete, dass die Gene den Menschen dann scheint die Lichtquelle für das Tier stän- Nun, wenigstens gäbe es eine gut darwinisti-
zu einem egoistischen Wesen machen.
Auch sein Buch »Der Gotteswahn«
dig die Position zu ändern. Sie ist ja nicht un- sche Erklärung dafür: Jeder Einzelne hat ein
(2006) war ein Weltbestseller. Sein neues endlich weit weg. So ändert auch das arme Interesse daran, dass seine Gemeinschaft nicht
Werk »Die Schöpfungslüge« erscheint im Insekt seinen Kurs immer wieder – und fliegt zu schwach wird. Sonst wäre am Ende auch
Oktober im Ullstein-Verlag in einer Spirale in die Flamme hinein. sein eigenes Leben gefährdet.

kleine fotos immo klink foto oben sven-erik arndt / wildlife 39


Tiere kämpfen für sich selbst – Menschen kämpfen auch für die Gemeinschaft

Aber die Individuen könnten auch als Tritt- Das klingt plausibel. Wir müssen tatsächlich Es hängt mit bestimmten Botenstoffen im Ge-
brettfahrer abwarten, bis ein anderer sich der noch eine Menge herausfinden, bis wir den hirn zusammen, wie etwa dem Oxytocin. Sie
gemeinsamen Sache annimmt. Doch bei den menschlichen Altruismus wirklich verstehen. werden ausgeschüttet, wenn wir Bindungen
meisten scheint der Impuls zur Hilfsbereit- Dazu müssen wir den Darwinismus sehr sub- zu anderen eingehen. Gleichzeitig aber wirken
schaft stärker zu sein. til betreiben. Es genügt nicht, festzustellen, sie angstlösend und dämpfen die Stressreak-
Was sich mit der Sorge um den guten Ruf dass Menschen irgendetwas tun … tion. Auf diesem Umweg hilft Selbstlosigkeit
erklären lässt. Herz-Kreislauf-Krankheiten und vielen ande-
… beispielsweise sich um andere küm- ren Leiden vorzubeugen.
Sind Sie sicher? Schon Zweijährige zeigen mern … Ein echter Hardcore-Darwinist würde jetzt
Einfühlungsvermögen in die Nöte eines ande- … und dann nach dem evolutionären Vorteil fragen: Wenn es so ist, warum können wir die
ren und versuchen zu helfen. Denen ist ihr Ruf dieser Handlung suchen. Die Frage muss Wohltaten des Oxytocins nicht haben, ohne
völlig egal. vielmehr sein, welchen Wert es hat, ein Hirn dass wir dafür erst einen Preis an einen Mit-
Ich bestreite doch gar nicht, dass Menschen zu besitzen, das unter bestimmten Umständen menschen zahlen müssen? Hätte die Evolution
zur Empathie fähig sind und aus Mitleid er- ein bestimmtes Verhalten befiehlt. an bestimmten Menschen eine solche Anpas-
staunliche Dinge tun. Aber diese Feststellung sung vornehmen können, wären diese gegen-
allein hilft uns nicht weiter. Wir müssen ver- Eben. Nicht alles, was wir tun, muss sich direkt über anderen bessergestellt. Aber offenbar
stehen, woher diese Regungen kommen. auszahlen. Beispielsweise sind Menschen, die sich hätte ein derartiger Umbau unserer Erbsub-
für andere einsetzen, nicht nur zufriedener und stanz andere Nachteile gebracht. So könnte es
Eine Theorie stammt von der amerikanischen gesünder als Egoisten – sie leben sogar länger. Das dabei geblieben sein, dass Einsatz für andere
Anthropologin Sarah Hrdy. Sie wunderte sich haben mehrere große Studien ergeben. indirekt vor Krankheiten schützt.
über den enormen Aufwand, der nötig ist, um Wirklich erstaunlich. Weiß man, warum
ein Menschenkind großzuziehen. Ein auf sich Altruismus mehr Lebensjahre beschert? Mir scheint allerdings, dass unsere Bereitschaft
gestelltes Elternpaar könne in der Natur gar zum Miteinander viel mehr ist als nur ein
nicht ein ganzes Jahrzehnt lang ausreichend Nebenprodukt oder ein »Fehler«: Die Natur
Nahrung heranschaffen, die der Nachwuchs Stefan Klein führt für das ZEITmagazin hat uns regelrecht darauf programmiert, mit
regelmäßig Gespräche mit Wissenschaft-
für einen sicheren Start ins Leben brauche. lern über die großen Fragen, auf die wir
anderen zu teilen. Die meisten Menschen
Fortpflanzen könnten sich die Menschen da- keine letzten Antworten haben. Die bis- empfinden Lustgefühle dabei. Das zeigen neue
her nur, wenn eine Gemeinschaft sie unter- herigen Themen: »Schönheit« (Nr. 26/07), Hirnforschungsexperimente. Wenn die Ver-
stütze. Natürlich dauert unsere Jugend so »Schmerz« (Nr. 47/07), »Mitgefühl« suchspersonen anderen freiwillig etwas abge-
lange, weil das menschliche Gehirn unge- (Nr. 21/08), »Astrophysik« (Nr. 31/08), ben, werden im Kopf Schaltungen aktiv, die
wöhnlich viel lernt und deswegen extrem lang- »Leonardo da Vinci« (Nr. 42/08), »Genfor- uns auch beim Genuss einer Tafel Schokolade
schung« (Nr. 3/09), »Verhaltensforschung«
sam heranreift. So mussten Hrdy zufolge die (Nr. 8/09), »Erinnerung« (Nr. 12/09),
oder beim Sex in Hochstimmung bringen.
Menschen erst die freundlichsten aller Affen »Physik« (Nr. 15/09), »Gerechtigkeit« Vielleicht erklärt dies Phänomene wie die In-
werden, bevor sie sich auch zu den klügsten (Nr. 31/09), »Mütter« (Nr. 48/09) und ternet-Enzyklopädie Wikipedia. Wenn Sie
entwickeln konnten. »Menschheitsgeschichte« (Nr. 4/10) mich vor zehn Jahren gefragt hätten, ob Men-

40 foto dieter mahlke / blickwinkel


schen freiwillig und ohne Bezahlung ihr Wis- deren Partner revanchieren sich in der Regel. Gerade weil der Gerechtigkeitssinn so mächtig
sen der Welt zur Verfügung stellen würden, So kann sich unter Menschen ein ganz anderes ist, können wir ihn nutzen, um die Selbstlosig-
hätte ich geantwortet: Niemals! Aber offenbar evolutionäres Gleichgewicht einstellen als keit der Menschen zu fördern. Wir sollten
wenden heute Hunderttausende auf der gan- unter Raubtieren. schon Kinder dazu ermutigen, sich immer
zen Welt viel Zeit und Mühe auf, um genau Solche Effekte sind in der Tat faszinierend. wieder in die Lage der Benachteiligten zu ver-
das zu tun. Zu gerne wüsste ich mehr darüber, Aber gerade sie werden doch befördert durch setzen. Mit der Zeit würde ihnen eine Gesell-
was diese Menschen antreibt. die Sorge um die Reputation. Tiger kennen schaft, in der Menschen füreinander da sind,
keinen Tratsch, Menschen wohl. Wenn ich als viel erstrebenswerter erscheinen als eine, in der
Jedenfalls weder Hoffnung auf Gegenleistung anständiger Zeitgenosse dastehe, habe ich jeder für sich kämpft. Und wir haben durchaus
noch die auf Reputation. Wer hier schreibt, mehr Aussicht auf gute Geschäfte. Anlass zum Optimismus. Im Lauf der Mensch-
tut es ja fast immer unter einem Decknamen. heitsgeschichte haben sich die moralischen
Die meisten tun es, das belegen Umfragen, Aber es gibt eben auch ganz andere Wege, um Standards ständig verbessert. Denken Sie nur,
weil sie helfen wollen, Information für alle frei die Hilfsbereitschaft zu steigern. Entscheidend was sich während der vergangenen Jahrzehnte
zugänglich zu machen. ist, ob wir an den guten Willen unserer Mit- getan hat! Wir sind heute viel weniger rassis-
Ich kann sie verstehen. Ich war mal süchtig da- menschen glauben. Schweizer Wissenschaftler tisch als die Menschen noch vor einer Gene-
nach, Computer zu programmieren. Dabei beispielsweise testeten, ob ihre Studenten be- ration. Und Flächenbombardements wie im
habe ich größten Wert darauf gelegt, dass an- reit wären, bei der Einschreibung anonym Zweiten Weltkrieg sind inzwischen undenk-
dere Leute mit den Lösungen, die ich für mich einen freiwilligen Beitrag zur Unterstützung bar. Nicht einmal mehr ein George W. Bush
selbst fand, auch etwas anfangen konnten. ausländischer Kommilitonen zu zahlen. Eine würde Angriffe wie die auf Coventry, Hiroshi-
Wenn sie die Programme, die ich verschenkte, Hälfte der Studenten erfuhr, dass die meisten ma oder Dresden befehlen.
nicht übernahmen, wurde ich ganz traurig. ihrer Kollegen den Beitrag entrichteten, die
andere Hälfte das Gegenteil. Die Spenden- Vielleicht beginnen die Menschen einzusehen,
Die Frage ist, wie man Menschen in dieser bereitschaft der ersten Gruppe war sehr viel dass sie in einem Maße wie niemals zuvor von-
Freude am Teilen bestärken kann. höher. einander abhängig sind. Es wird uns gar
Gewiss: Wie können wir Dummheit im dar- Auch das kann ich nachempfinden. Wir wol- nichts anders übrig bleiben, als über alle
winistischen Sinne verbreiten? len nicht als einsame Wohltäter dastehen, Grenzen hinweg Hilfsbereitschaft und das
während sich die anderen entziehen. Da zeigt Teilen zu lernen. In einer Welt, die rasant zu-
Ist es dumm, wenn Menschen beispielsweise sich unser Gerechtigkeitsempfinden … sammenwächst, wird es immer riskanter, nur
einander vertrauen? Ökonomische Experi- dem Prinzip Eigennutz zu folgen. Das Wohl
mente zeigen eindrucksvoll, dass Versuchsper- … das wohl evolutionäre Ursachen hat. Kin- anderer im Blick zu haben wird zunehmend
sonen, die anderen Glauben schenken, auf der legen schon früh Wert auf Fairness, selbst ein Erfolgsrezept – und lebensnotwendig.
lange Sicht höhere Gewinne einfahren. Denn wenn sie dafür etwas abgeben müssen. Darauf können wir uns einigen. zeitmagazin
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Diesen Satz des französischen Schriftstellers Jules Renard sondern die Technik
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Wer Querstreifen trägt, sieht nicht dicker, sondern jünger aus.
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über Breton-Streifen Iris Mainka fuhr den BMW 320d Touring

Alles läuft gerade Wie in


irgendwie quer Papas Auto

Es gab mal drei Moderegeln, die als unumstößlich


galten: 1. Querstreifen machen dick, 2. Querstreifen
machen dick, 3. Querstreifen machen dick. Vielleicht
waren Querstreifen deshalb traditionell die Tracht
derer, die sich um den Körperumfang eher wenig
Gedanken machten: Seeleute und Häftlinge. Das je-
M anchmal ist, was einem
spontan so einfällt, auch ein bisschen peinlich, und es empfiehlt sich, das Bauch-
gefühl durch den Kopf zu filtern, bevor man es aufschreibt. Trotzdem – der
erste Eindruck hielt sich hartnäckig, er war geradezu aufdringlich, und deshalb
gebe ich hier offen zu: Ich fühlte mich wie in Papas Auto.
Ja pfui, das geht ja nun gar nicht! Mädchenhafte Ehrfurchts-, Unzulänglich-
keits- und Steht-mir-nicht-zu-Gefühle sind echt von vorgestern, und eine Frau
denfalls hat sich geändert. Zurzeit sind Tops, Shirts muss selbstbewusst dagegen angehen ... Weiß ich doch alles! Fühl ich aber nicht.
und Blazer mit blauen Querstreifen überall zu sehen. Das ist ja das Problem: Ins Allgemeine hochgerechnet, sorgen solche dummen
Chanel eröffnete den Reigen Anfang des Jahres mit Gefühle dafür, dass Frauen bis heute, so etwa im Jahr zwanzig des Postfemi-
Karl Lagerfelds Resort-Kollektion, die ganz im Zei- nismus, für ihre Arbeit noch immer weniger Geld fordern als Männer. Stand
chen des Maritimen stand, seitdem haben alle, ob vor Kurzem wieder in der Zeitung. Empirisch untermauert. Darf doch nicht
Céline, Junya Watanabe oder auch Zara und H&M, wahr sein und ist trotzdem so.
Streifen-Tops im Angebot. Wenn meinen Vater, noch vor dem Ölschock 1973, der Alltags-Überdruss pack-
Coco Chanel war es gewesen, die sie einst zur Mode te, stieg er in seinen Wagen und raste über die Autobahn. Wenn er mich zum
machte. Bei einem Urlaub in der Bretagne in den Schrecken meiner Mutter mitfahren ließ, war ich seine mutige Prinzessin und
dreißiger Jahren erspähte sie das Muster bei den Fi- gab mir alle Mühe, bei 180 nicht zu zittern – aus Angst, er werde mich sonst nie
schern – und ließ sich davon zu einem Top inspirieren. wieder mitnehmen. Wenn ich heute, längst so alt wie mein Vater damals, selbst
Seitdem haben die Querstreifen, »Breton-Streifen« ge- am Lenkrad eines BMW über Landstraße und Autobahn jage, fühle ich ver-
nannt, die Mode nicht mehr verlassen. Brigitte Bardot mutlich ebenso großen Spaß wie er, nachdem ich die lästigen Tochtergefühle
trug sie, Edie Sedgwick kombinierte ein Breton-Top beiseitegeschoben habe. Angenehm pressen mich die 185 PS beim Beschleuni-
mit nichts als schwarzen Strumpfhosen, Debbie Harry, gen in den Ledersitz, sicher und souverän ziehe ich um die Kurven, als hätte es
Chrissie Hynde, Patti Smith: Alle waren Breton-Strei- ein Zittern bei 180 nie gegeben. Und gleichzeitig darf ich bei diesem Fahrver-
fen-Trägerinnen. In den Achtzigern sangen Banana- gnügen ein fast blütenreines Gewissen haben! Denn der 320d Touring ver-
rama in Breton-Tops und schlabbrigen Jeans. Noch braucht auf dem Papier sage und schreibe nur 4,8 Liter Diesel. Praxisnah ge-
wohler fühlen sich darin nur die Männer: Pablo Picas- rechnet, sind das zwar im Durchschnitt um die 6 Liter, aber auch das ist für ein
so, James Dean, Iggy Pop, Kurt Cobain und Jean Paul Auto dieser Klasse zauberhaft wenig. Für den geringen Durst sorgt unter ande-
Gaultier. Die Streifen schlagen nur mal heftiger, mal rem die absolut unauffällig agierende Start-Stopp-Automatik, die nur bei lau-
weniger heftig in der Mode auf, wie die Brandung in fender Klimaanlage notgedrungen den Dienst verweigert – aber das war ja in
der Bretagne. Breton-Streifen sind zur Basis-Ausstat- diesem Sommer eher nicht das Problem.
tung in fast jedem Kleiderschrank geworden, weil sie Sage noch einer, es gebe keinen Fortschritt: Wissen und Fühlen, Sparen und Spaß
sich gut kombinieren lassen und selten völlig unpas- müssen nur zusammenfinden. Also, lieber Chef, ich brauch mehr Geld, damit
send sind. Sie strahlen einen einfachen Chic aus, ohne ich mich endlich der Freude am Sparen hingeben kann!
aufdringlich zu sein. Eine Frau, die Querstreifen trägt,
sieht immer ein bisschen nach Jean Seberg, der Schau-
spielerin, aus, ohne etwas dafür tun zu müssen.
Männer, die blau-weiße oder schwarz-weiße Quer-
streifen tragen, wirken jugendlich – aber nicht kin-
disch. Was interessanterweise sofort der Fall ist, sobald
sie andere Streifenfarben anlegen. Es lässt sich streiten,
was ein echtes Breton-Top ist: Es gibt die Meinung,
dass ein Breton-Top nur dann authentisch ist, wenn
das Streifenmuster zwischen Kragen und Anfang der TECHNISCHE DATEN Motorbauart: 4-Zylinder-Dieselmotor
Streifen eine Lücke aufweist. Unstrittig ist aber eines: Leistung: 134 kW (185 PS) Beschleunigung (0–100 km/h): 7,7 s
Wenn man mit Querstreifen dick aussieht, liegt das Höchstgeschwindigkeit: 233 km/h CO2-Emission: 128 g/km
meist daran, dass man dick ist. Durchschnittsverbrauch: 4,8 Liter Basispreis: 35 750 Euro

45 iris mainka ist chefin vom dienst bei der zeit foto bmw group
WOLFRAM SIEBECK IN SÜDTIROL
(3)
Der Kolumnist gerät in ein Festessen, dessen Anlass ihm völlig unbekannt ist

Trentiner Salami und guter Wein entschädigen


für die Mühen des Aufstiegs

Im Höhenrausch
In der Südtiroler Presse wird darüber dis- sich beim Studium der Speisekarte: Carpaccio bemützte Tiroler sich austobten wie Lionel
kutiert, ob man an den Wochenenden die von roten Garnelen und weißer Melone, Sar- Hampton auf dem Vibrafon. Bei mir saß der
Pässe für den Privatverkehr sperren sollte. Wer delle mit Schaum von süßem Knoblauch und Winzer Hans Haas, dessen Pinot Noir ich mit
jemals zur Ferienzeit über den Grödner Joch Mandeln, Thunfischspaghetti mit Sauris Pro- Vergnügen trank, er bevorzugte Barolo. Stän-
genannten Wurmfortsatz gekurvt ist, von sciutto und Eisenkraut (34 Euro). Hier kocht dig wurden Platten mit Risotto, kaltem
Schleichern behindert und von Bikern ver- ein Zarathustra in der dünnen Luft der Vier- Schweinebauch, Trentiner Salami, aber auch
schreckt, kann die Idee nur begrüßen. Un- tausender mit den Zutaten der Konzeptkunst; heiße Fleischstücke auf die Tische gestellt. Die
glücklicherweise liegt der Ort St. Kassian im einer, der sich den Zwängen des Naheliegenden Stimmung war ausgelassen.
Zentrum der Urlauberströme, sodass, wer bei auf den Flügeln der Fantasie entzogen hat. Für »Was feiern wir eigentlich?«, fragte ich die
Norbert Niederkofler im Restaurant Huber- den Bergwanderer, der den Tag über Tausende schöne Elisabetta Foradori, Produzentin des
tus essen will, sich glücklich schätzt, wenn er Kalorien vernichtet hat, gibt es im Rosa Alpina Granato aus der seltenen Teroldego-Traube.
das Hotel Rosa Alpina lebend erreicht. Diese auch eine Weinbar mit Grill, wo er sich mit »Den schönen Tag, das Leben«, sagte sie. »So
Adresse gilt als Nummer eins der Südtiroler Steaks und Gnocchi mit Käsesauce auf den ist es immer in Tirol«, bestätigte mein Chauf-
Gastronomie, Niederkofler als bester Koch nächsten Gipfelsturm vorbereiten kann. feur. Ich glaubte ihm aufs Wort. Man findet
des Landes. Bei meinem letzten Besuch konn- Was es in Südtirol auch gibt, sind viele ZEIT- hier nicht nur überfüllte Landstraßen, sondern
te ich das noch bestätigen. Leser. So konnte es passieren, dass mich einer auch Gaststuben, in denen die Lebensfreude
Das große Hotel ist ein Denkmal exzessiver von ihnen in seinen SUV packte und zu einem seit hundert Jahren (und länger) in den Mau-
Rohholzverschwendung, welches großzügig Winzerfest fuhr. Dort, hoch über Tramin, sa- ern sitzt wie anderswo der Schwamm.
mit allem Komfort ausgestattet ist und in dem ßen an die hundert der bekannteren Weinbau-
leckeres Brot gebacken wird, Käsefondues und ern unter Obstbäumen und Sonnenschirmen HOTEL ROSA ALPINA
einmalige Pizzas angeboten werden. In diesem auf Holzbänken, und Flaschen aller Größen Strada Micurá de Rü 20,
Milieu wirkt verfeinerte Küche fast prätentiös. wurden geöffnet. Unter einem Vordach war I-39030 St. Kassian, Tel. 0039 -0471 849 500
Die Hirschgeweihe an den Wänden wundern ein riesiger Grill aufgebaut, an dem zwei weiß www.rosalpina.it

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  &    denen müssten doch auch nett sein, oder? Wenn menslustig, verbringe meine Freizeit gerne in der

 ,-  .    Sie 55+ und derzeit nicht vergeben sind, freu ich Natur und meine Abende bei kulturellen Veranstal-
   
   ' mich auf ein paar Worte, vielleicht kommen wir tungen (Live-Konzerte, Ballett & Oper). Als Genuss-
 /
0 1  / nett ins Gespräch, am liebsten in München. mensch liebe ich gutes Essen & Wein. Für’s Berg-
       
 - 

  
  2 ZA 100496 DIE ZEIT, 20079 Hamburg steigen bin ich genauso zu haben wie für’s Aus-
gehen & Tanzen. Hast du ähnliche Interessen?
Dann freue ich mich wenn du dich bei mir meldest:
MeetElisabeth@gmx.at – bis bald, Elisabeth. Wer hat Lust auf gem. Reisen, ist neugierig auf
PS: Bin in Österreich zu Hause. Natur u. Kultur, möchte etwas bewegen, sich enga-
gieren? Attr. Bremerin, Anf. 60, Akad., 1,76 m, sucht
Hübsche, humorv. Akad. 27, sucht lebensfrohen, interessierten, zuverl. Partner für gem. Unter-
An den, den ich liebe: Spirituell, lebendiger Geist, liebevollen & leidenschaftlichen Hauptstädter in nehmungen. ZA 57661 DIE ZEIT, 20079 Hamburg
weites Herz. Gesprächsbereit über innere Prozesse, den 30igern, der weiß was er will, sich für Neues
kraftvoll, 60+, mit ausreichend Humor für eine sen- JEMAND WARTET AUF DICH. begeistern kann und sich nicht zu ernst nimmt,  
     
sible Seele mit Feuer u. Sanftmut. Natur„kind“ mit der offen, spontan & ein bißchen verrückt ist, der   
    
Lippenstift, gut anzuschauen, lehrend/heilend tä- mit mir Berlin und den Rest der Welt erobert. ZA    
  
 
 

tig. Offen für das Wagnis einer innigen, ehrl., auf- 100785 DIE ZEIT, 20079 Hamburg  
   
 
  
 
  
In Bewegung bleiben möchte ich (Kunsterzieherin, 
   
 !  

regenden Partnerschaft, die auch in Krisen trägt.
Wenn Sie das Schöne im Einfachen erkennen, Nord-  " #
     

Anf. 60) mit ausdrucksvollem, ernsten und zugleich
Gern Süd-West. ZA 57663 DIE ZEIT, 20079 Hamburg 
  
   
  "

humorvollen Menschen zwischen Bergen und seestrände mehr lieben als den heißen Süden und
  $  ! 


Meer, zwischen Naturerleben und Kunsterleben ein gelassener Mann mit reifer Erotik sind, sollten % 
 
$  !  
(engagiert). (Auf eine bebilderte Antwort freue ich Sie sich bei mir melden: große (1,80), attrakt.,   
  
 
  
„Und ewig lockt das Weib“ außergewöhnliche Blondine mit Brille, 54 J., sucht  & '
  
 
 
(
mich). ZA 57658 DIE ZEIT, 20079 Hamburg
Prod.Managerin 37/164, eine optische Augenwei-  " 3
 ) 
de mit ihren langen, schl. Beinen, dem stilvollen Partner im Raum 4, Zuschriften bitte mit Bild.
 ! 
  
  *  

Outfit, den fröhl. Augen, bildhübschem Gesicht Wir waren die Jugend ohne Jugend ZA 57669 DIE ZEIT, 20079 Hamburg  "( $ +
 
  
u. sanftem Wesen. Zugang zu ihr fände ein Welch rüstiger Herr (ab 80) möchte sich diese Zeit 
 
 
 
   
anspruchsvoller Mann bis 55, der eine schicke, mit mir schenken, die uns noch bleibt. Nicht mehr "%  
 


 ! ,
kluge Frau sucht, die sowohl in Turnschuhen „Blue Eyes“
alleine sein, Geborgenheit atmen, Zeit haben, am
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DIE GROSSEN FRAGEN DER LIEBE

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Ist sie zu feige?
Eva und Max sind bald zehn Jahre zusammen. Eva wird bald 50, Max Wolfgang Schmidbauer antwortet: Ich kann Evas Zögern verstehen. Sie
ist acht Jahre älter. Sie haben keine Kinder, sind beide berufstätig; Sie misstraut Robert zu Recht, muss sich allerdings auch fragen, wie es mit
schlafen schon einige Jahre nicht mehr miteinander, die Beziehung ist Max weitergehen soll. Eva hat in Max einen Vertrauten gefunden,
aber sehr nahe, sie unternehmen viel, unterstützen sich in beruflichen vielleicht einen Ersatz für eine Mutterbeziehung, die ihr Selbstgefühl
Fragen. Nun hat sie sich vor einem halben Jahr in seinen besten Freund belastet hat. Das würde auch einen Teil ihrer kindlichen Zerknirschung
Robert verliebt und dieser in sie. Bisher war es nur eine leidenschaftli- und ihrer Selbstzweifel erklären. Wenn sie sich über so lange Zeit mit
che Affäre, die geheim gehalten wurde. Jetzt verlangt Robert eine Ent- Max arrangieren konnte, beweist das, dass ihr Geborgenheit wichtiger
scheidung von ihr. Das würde bedeuten: Verlust der vertrauten Kame- ist als Sex. Diese Geborgenheit kann sie in einer Fernbeziehung mit
radschaft für eine Wochenendbeziehung zu einem attraktiven Mann, einem Mann nicht finden, der es für einen Liebesbeweis hält, sie unter
der sagt, er würde Eva auf Händen tragen und sei enttäuscht, dass sie Druck zu setzen. Robert scheint mir zu wenig Verständnis für die Ver-
lieber Aschenputtel sei als Prinzessin. Eva weiß nicht was sie tun soll wicklungen zu haben, die sich in Liebesbeziehungen ergeben können
und fragt sich, ob sie zu alt sei? Zu feige? Nicht verliebt genug? und die sich nicht durchhauen lassen wie der gordische Knoten.

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wann? 13 Voller Last, wenn nicht gar Lüge 15 Je mehr Gut, je mehr gleichheit im Paar: Anders als Isabell, die konventionell, ist Peer vielleicht
… (Sprichwort) 17 Das kommt mehr oder weniger kabinettstück- …? 4 Anlaufzone für Mit-Tür-ins-Haus-Faller 5 Einmal, nämlich im
chenhaft voran 20 Ja, selig ist der fromme …, wenn er nur gut bei Frühling, zog durch sein Gemüt liebliches Geläute 6 Sind Thema in
Kasse ist (W. Busch) 21 Nahrung für 18 senkrechts Laster 22 Was ein Läufers Enzyklopädie 7 Sachte, Bub – einen jeden brauchst du hier
echter ist, der fährt nach Caerdydd, Hauptstadtluft zu schnuppern 8 Das Stück, das in Foren einzubauen wäre, wo man an 6-senkrecht-
23 Gute Tat an Gebiss, Gewässer, Gebäude 24 Ihro Winzigkeit, yen- Geld denkt 9 Muss zu Potte kommen, wo’s eng wird 10 Ein Stehenlas-
seits 25 Wer der … Wort vernimmt und ihm das Ohr verschließt, der sen im Regen, ein Ziehenlassen in neue Position 11 Ruf, vorwendezeitig
ist ein Tor (Euripides) 27 Auf dessen Flügeln trug 5 senkrecht sein 12 Sprichwörtlich: … ist leicht, haushalten aber schwer 14 Liftboy,
Liebchen fort 28 Profitiert von der Einsicht, dass leerer Bauch nicht erinnert ansatzweise an Ibykusvögel 16 Churlandeskinderheimat, ehe
gern studiert 30 Kann manch ein Vermütchen kühlen 32 Sause-Schritt sie gebündnert wurden 18 Sauer macht lustig? Lebender Beweis fürs
34 Ein gewisses Antosen ist erstsätzlich typisch für die 36 Blechredners Gegenteil 19 Wer die nicht hinkriegt, braucht wohl einen Entertrainer
Zuhörer konstatiert: Dummes …! 37 Trockner Auftakt zu Archimedes’ 25 Erste Adresse für Monsieur Rousseau 26 Kilometerfressers einziger
Wannenjuchzer 38 Kellnerknete in Zürich? Roten und weißen Flusses Pausenanlass 27 Einer mit Freiheitssinn, als Holland in Not 29 Stand
Land 39 Wo man’s tat, fehlt’s an allen Ecken und Kanten 40 Erst Namenspate am Weinlandrand 31 Was in 25 senkrecht die Rhone, ist
zweifeln, dann untersuchen, dann … (Henry Th. Buckle) 41 Zu denen hier die Aare 33 Wohin Segel nicht führen, dahin führen … (Sprich-
laden Medienfreunde zu Tisch wort) 35 Knabe aus Tehuantepec putzt statt Döner so was weg

LÖSUNG VON NR. 2031


WAAGERECHT: 7 VENEZIA = Venedig 9 REISEGELD 14 BERGGIPFEL 17 GALERIEN 19 Wega in der LEIER 20 REGION 21 ULAN in Spek-ulan-t 22 MANKO
23 AGENDE und AG-Ende 24 Mikro-ZENSUS 26 TANKEN 27 Kolumbus-Schiff PINTA 29 SPIELMACHER mit Michael Ballack 31 KENDO 33 HITZE 34 VALUTA
37 WEIT 38 TEKTONIK 43 CORONA = Kranz, Krone 44 drall und der DRALL 45 TAXIFAHRER 46 MENETEKEL 47 Lied »Kreuzberger NAECHTE sind lang«.
SENKRECHT: 1 OERE 2 Lied »Viel Glück und viel SEGEN« 3 SAFE 4 VIGO in Cla-vigo 5 BELUGA 6 MERAN in Som-meran-fang 7 VELOZIPED 8 ZIRKUSZELT
9 REG = Regierung 10 ELI 11 GELENK 12 LINDEN 13 DEPENDANCE 15 GIAN-Carlo 16 PROSPEKTE 18 ANATEVKA 22 MENHIRE 25 SATTLER 28 TITAN
30 RACHE 32 EURE 35 LORCH aus Ch-lor 36 Tor und TORT 39 TAK = danke (dän.) 40 OXER in B-oxer 41 NIL-pferd 42 IFNI

LÖSUNG VON NR. 2032


WAAGERECHT: 7 GEPLAPPER 11 ACHAEER = Griechen (Homer, »Ilias«) 13 PRIVILEGIEN 16 KARAFFE 19 ISOBAREN 20 GIER 21 ELLA in Porz-ella-nkiste
23 EREMIT 25 NESSEL 27 AUS-flug 28 MASS 29 LINEAL 30 KOMBUESE 32 PALATIN 33 Wen Dung und WENDUNG 35 SEGEL 37 ELTERNABEND aus A-l-t-e-
n-b-e-r-e-d-(e-)n 39 LESEN 40 URTEILEN 41 IDEEN 42 KENNTNIS 43 DENKBAR. – SENKRECHT: 1 Reis + Espe + Sen = REISESPESEN 2 SALAMI-taktik
3 René Carol, »Rote Rosen, rote Lippen, roter WEIN« 4 Fußball-ECKE 5 VAREL 6 REF = Referendum, Referendar, Reform 7 GRIMASSE 8 LIBELLEN-arten 9 PER
Mertesacker 10 Spiel-REGEL 11 ANIS in Pastis, Raki u. a. 12 HAREM 14 VORSAGEN 15 GETEILT 17 ALAUN 18 FASSADEN 22 LUEGNER 24 INTERN 25 NANTES
26 SONNEN 30 KERLE 31 BUBI 33 Baum und Futter-WEIDE 34 DANK 36 LUTZ von Ludwig (Telefonalphabet) 38 EDAM

kreuzworträtsel eckstein 51
SPIELE
SCHACH LEBENSGESCHICHTE

Das Geheimnis eines guten Schauspielers ist vermutlich, dass er


8 überhaupt eines hat. Denn damit ein Akteur die Zuschauer fesselt,
müssen diese glauben, dass es noch eine verborgene Tiefe gibt, ein
7 zweites Ich, etwas nie Fassbares an der jeweiligen Figur, das nur ab
und zu unverhofft aufblitzt. Wenigen Schauspielern gelingen diese
6 Momente, und auch die Talentierten schaffen den Sprung oft erst,
wenn sie älter sind und ihnen kein Schmerz, kein Glück, kein
5
menschlicher Abgrund mehr fremd ist.
4
Nur bei ihr verhielt es sich anders. Sie war süße Neunzehn und
besaß es von Natur aus, dieses Unergründliche. Was auch immer sie
3 tat oder nicht, sagte oder verschwieg, es haftete an ihr wie ein trans-
parenter Umhang. »Das Versteckte liegt mir von meiner ganzen
2 Person her«, erklärte sie und ergänzte: »Die Andeutung statt der
Ausführung.« Und so ein Satz kann aus ihrem Mund nicht anders
1 klingen als wiederum geheimnisvoll. Und verführerisch.
Ihr Glück, so hat es ein Kritiker formuliert, sei dabei immer ihr
a b c d e f g h Gesicht gewesen. Und egal, wie es sich verändern würde im Alter,
es würde ihr Glück bleiben. Anfangs schien die junge Schöne freilich
Als der irische Schriftsteller, Dramatiker und nicht zuletzt scharfzün- abonniert auf Regisseure, die sie zur femme fatale stilisierten. Da-
gige Kritiker George Bernard Shaw einmal in einem Restaurant zu mals spöttelten manche, dass sie vielleicht gar nicht spielen könne,
Abend speiste, kam der erfreute Leiter der Kapelle auf ihn zu und nur ihr Gesicht brav in die Kamera halte. Und dass sie dem Vergleich
fragte, was er für ihn spielen dürfe? Die kurze Antwort: »Schach.« mit der älteren Schwester, die viel zu jung gestorben war, ohnehin
Damit ist er auf einer Linie mit seinem Schweizer Schriftstellerkol- nie im Leben würde standhalten können.
legen Max Frisch, dem am Schach besonders gefiel, dass man sich Die Jüngere hat sich letztlich dann aber doch durchgesetzt, und auf
dabei nicht unterhalten müsse. Diese Zuflucht wiederum scheint die Frage, wer sie sei, gab sie die denkbar knappste Antwort: »Das,
Shaw nicht gesucht zu haben, er empörte sich über die Trivialität des was man sieht.« Je älter sie wurde, desto mehr lagen ihr die großen,
Schachspiels. Überhaupt haben wir Schachspieler wenig Glück mit anspruchsvollen Rollen. Etwa in jenem Meisterwerk, das immerhin
englischsprachigen Geistesgrößen. Raymond Chandler, der selbst zehn Césars erhielt. Um Politik geht es da und um Verrat, um den
viel spielte und seinen Helden Philip Marlowe in etlichen seiner Ge- Zauber der Bühne, um Freiheit, Hoffnung, Liebe, fragil und dop-
schichten Schach spielen lässt, betrachtete es trotzdem, ähnlich wie pelbödig. Auch dieser Regisseur hatte sich lange zuvor in sie ver-
Walter Scott, als die »komplizierteste (wenigstens nicht triviale!) Ver- guckt: »Ich bin mit der schönsten Frau der Welt der glücklichste
geudung menschlichen Geistes«. Ähnlich schlecht schneidet bei ihm Mann der Welt gewesen.« Angeblich nahm sie es ihm krumm, dass
nur noch das Betreiben einer Werbeagentur ab. Armes Schachspiel, er kein Kind mit ihr wollte, und das Glück zerbrach.
dass dir auch noch letzterer Vergleich widerfährt! Gott sei Dank gibt Auch mit den anderen Männern ihres Lebens hielt sie es so: War
es wenigstens den Naturforscher T. H. Huxley: »Das Schachbrett ist eine Liebe zu Ende, wurde man eben gut Freund, privat oder im
die Welt, die Figuren sind die Phänomene des Universums, die Re- Beruf. Stark genug fühlte sie sich, ihre Kinder allein großzuziehen.
geln sind die Gesetze der Natur.« Damit sind wir halbwegs versöhnt Mit kaum 20 Jahren hatte sie einen Sohn bekommen; dass er nicht
und lassen den überlegenen Sieger der letzten englischen Meister- ehelich war, galt damals als degoutant und wurde später bewun-
schaft in Canterbury, Michael Adams, mit einem Zug augenblicklich dert. Sie aber blieb sich treu und heiratete auch den Vater ihres
gewinnen. Nach welchem überraschendem schwarzen Zug von zweiten Kindes nicht – aus einem handfesten Grund: Er hätte sich
»Mickey« gab Stephen Gordon als Weißer, der nur 1...De3+ erwartet erst scheiden lassen müssen.
hatte, sofort auf, weil er mindestens seinen Turm verloren hätte? Doch wer weiß, vielleicht war ihr alles ganz recht so. »Ich habe längst
aufgehört, mich zu fragen, wie mein Leben anders hätte aussehen
können«, sagte die passionierte Hobbygärtnerin anlässlich ihres
LÖSUNG AUS NR. 37 letzten runden Geburtstags vor sieben Jahren. Und bekannte lä-
chelnd: »Ich bereue nichts.« Wer ist’s?

LÖSUNG AUS NR. 37

Jacques-Louis David (1748 bis 1825) entwickelte in Rom seinen antikisierenden


heroischen Stil, mit dem er in Paris Furore machte. Eng mit Robespierre be-
freundet, übernahm er während der Revolution mehrere politische Ämter und
stimmte für den Tod des Königs, der ihn zuvor mit Aufträgen versorgt hatte.
Seine monumentale Darstellung des »Ballhausschwurs« blieb unvollendet, viele
Wie nützte Schwarz am Zug den Freibauern d2 als Dreh- und Angelpunkt der Akteure waren bereits hingerichtet worden. Als offizieller Propagandachef
einer siegbringenden Kombination? der Revolution inszenierte er große Spektakel wie das Fest des höchsten We-
Nach 1...Te1+! gab Weiß schon auf, weil das forcierte 2.Txe1 Dh1+ 3.Ke2 sens. Napoleon entsprach seinem heroischen Ideal; nach Waterloo malte er im
Dxe1+ 4.Kf3 d1D+ 5.Dxd1 De4 matt ist. Exil in Brüssel mythologische Sujets im »griechischen« Stil

52 schach helmut pfleger lebensgeschichte frauke döhring


1

3 8

SCRABBLE IMPRESSUM

redaktionsleiter Christoph Amend


textchefin Tanja Stelzer
art-direktorin Katja Kollmann
creative director Mirko Borsche
berater Matthias Kalle, Andreas Wellnitz (Bild)
redaktion Jörg Burger, Wolfgang Büscher,
Heike Faller, Christine Meffert, Ilka Piepgras,
Tillmann Prüfer (Stil), Jürgen von Rutenberg,
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fotoredaktion Michael Biedowicz (verantwortlich)
gestaltung Nina Bengtson, Jasmin Müller-Stoy
mitarbeit Markus Ebner (Paris), Annabel Wahba
autoren Marian Blasberg, Carolin Emcke,
Herlinde Koelbl, Louis Lewitan, Harald Martenstein,
Wolfram Siebeck, Jana Simon, Juergen Teller,
Moritz von Uslar, Günter Wallraff, Roger Willemsen
produktionsassistenz Margit Stoffels
korrektorat Mechthild Warmbier (verantwortlich)
dokumentation Mirjam Zimmer (verantwortlich)
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Scrabble-Schule (10) BERICHTIGUNG ZUR NR. 37


Ein heikles, da auch unter Topscrabblern um-
strittenes Thema ist der Einsatz des Blanko-
steins. Dieser darf bekanntlich jeden beim
Scrabble zulässigen Buchstaben ersetzen. Ich IM NÄCHSTEN HEFT
habe mir schon mehrere Turnierspiele versaut, Leider fehlte in der Ausgabe 37 das Scrabble-
Brettchen mit den Buchstaben. Dies holen wir
indem ich einen Blanko zu lange gehalten habe. hier nach und bitten um Entschuldigung.
Insofern ist mein stetes Ziel fragwürdig, mit
Einsatz des Blankos entweder alle Buchstaben- LÖSUNG AUS NR. 37
steine auf einmal abzulegen oder eine sechs-
Die höchstdotierten Züge in der Aufgabe von Franz
fache Wertung zum Beispiel für das Y oder das Paul Rückel waren ÜBEREINTRAF auf H1–H11 und
Q einzufahren. Natürlich kommt es auf die ABFÜHRET auf O1–O8 mit 113 bzw. 119 Punkten
jeweilige Spielsituation an, doch für weniger als
40 Punkte gebe ich den Joker bestenfalls in der
Endphase einer Partie her. Eines aber ist auf Moritz von Uslar verbrachte ein halbes Jahr
jeden Fall zu berücksichtigen: Wenn Sie den in der ostdeutschen Provinz und suchte
Blanko verwenden, sollte die erzielte Punktzahl dort die Jugend und den Rock ’n’ Roll. Er fand
eine Wirklichkeit, über die er ein Buch
deutlich höher sein als bei einem Zug, bei dem Es gelten nur Wörter, die im Duden, »Die deutsche geschrieben hat. Ein exklusiver Vorabdruck
Sie den Blanko schonen. In der heutigen Spiel- Rechtschreibung«, 25. Auflage, verzeichnet sind,
situation rechtfertigt ein Wert in den 60ern den sowie deren Beugungsformen. Die Scrabble-Regeln Roger Willemsen verabschiedet sich
Einsatz. Wie lautet das gesuchte Wort? finden Sie im Internet unter www.scrabble.de vom Sommer

scrabble sebastian herzog bild edward b. gordon 53


DAS WAR
MEINE RETTUNG
(39)

H
err Quasthoff, bevor Sie als Sänger berühmt
wurden, waren Sie Radiosprecher beim NDR.
MEIN CHEF NAHM
ALLES AUF SEINE
»
ansatz. Es gibt Kollegen, denen geht es primär
ums Legato. Das ist legitim, aber wenn ich den
Gibt es eine Verbindung zwischen den Berufen? Text nicht mehr verstehe, brauche ich auch
Ja, ich hatte schon immer eine Affinität zu K APPE keine Liedplatte aufzunehmen, finde ich.
besonderen Stimmen. Und zwar nicht nur zu Gab es einen Moment in Ihrem Leben, wo Sie
großen Sängern, auch zu alten Schauspielern in einer Krise gerettet werden mussten?
wie Heinrich George oder Emil Jannings.
Durch meine sehr eigene Geschichte war
« Ich würde sagen, der ARD-Musikwettbewerb
1988 war schon so etwas wie eine Initialzün-
mein Werdegang stark auf dieses auditive dung und hat eine Wende ausgelöst. Ich hatte
Moment festgelegt. THOMAS QUASTHOFF damals gerade fest angefangen als Sprecher
Haben Sie schon früh angefangen zu singen? über den entscheidenden Moment beim Norddeutschen Rundfunk. Und wie das
Das ist eine meiner frühesten Erinnerungen: seiner Karriere bei jeder neuen Stelle ist, haben Sie erst einmal
Wir hatten so eine Musiktruhe zu Hause, die ein halbes Jahr Urlaubssperre. Zum Glück
mehrere Singles hintereinander wegspielte. hatte ich einen tollen Chef, der sagte: Ich
Ging meine Mutter zum Einkaufen, konnte nehme das auf meine Kappe. Ich bin davon
ich diese Lieder singen, bis sie wiederkam. ausgegangen, nach drei Tagen wieder zurück
War bei Ihnen das Singen eine Art Ausweg aus zu sein. Aber dann musste ich immer wieder
Ihrer Behinderung? bei meinem Chef anrufen und sagen: Sorry,
Ach, die Leute denken immer, Behinderung ich bin in der nächsten Runde. So was plant
heiße auch schwere Krise. Aber bis zu einem man ja nicht. Dass es dann der erste Preis
gewissen Alter ist es schlicht und einfach nur wurde, war natürlich umwerfend. Ich habe ein
ein Faktum, das man gar nicht weiter über- gutes halbes Jahr gebraucht, um zu verstehen,
blickt. Ich musste in der Familie schon als was mit diesem Preis wirklich verknüpft ist.
Vierjähriger singen, wenn Gäste kamen. Ich Wandelt sich mit den Jahren die Art, wie Sie
wurde nie sonderbehandelt, habe genauso – sich der Musik nähern?
damals war das ja noch üblich – einen hinter Man wird ruhiger im Alter. Man kann sich
die Löffel gekriegt, wenn meine Verhaltens- selber sehr reduzieren und doch ausdrucks-
strukturen den elterlichen Maßstäben nicht stark bleiben. Das gilt gerade für den Lied-
ganz entsprachen, was ziemlich oft der Fall gesang: Man muss nicht mehr groß Theater
war. Insofern bin ich nicht wie ein typisches machen und falsches Pathos in irgendwelche
behindertes Kind groß geworden. Erst als ich Phrasen legen, wo es nicht hingehört. Man
in einem Internat für körperlich und geistig lernt im Alter, sich mehr zu vertrauen und
Behinderte war, wurde ich mit viel Elend kon- nicht eine aufgesetzte Geste rauszuhauen.
frontiert, das bei einem normalen Kind gar Was ich früher öfter hatte, natürlich auch,
nicht auf dem Bildschirm auftaucht. um meine Behinderung zu kompensieren:
Sind das Erfahrungen, die in Ihre Interpreta- immer überall den Clown zu machen, immer
tion von Musik einfließen? vorneweg zu gehen. In der Schule bin ich
Ich habe oft darüber nachgedacht. Vielleicht THOMAS QUASTHOFF, damals meinen Mitschülern gewiss sehr auf
hat es mich in mancher Hinsicht sensibilisiert. 50, geboren in Hildesheim, ist einer der die Nerven gegangen. Die kriegten alle eine
Vielleicht hat es eine emotionale Ebene ge- bekanntesten deutschen Sänger. Als Op- Freundin, ich nicht. Was hat man gemacht?
schaffen, die der Musik zuträglich ist. Vielleicht fer des Medikaments Contergan leidet er Den Kaspar, logisch. Heute brauche ich die
seit seiner Geburt unter einer körper-
ist es auch dieses Moment, was letztendlich lichen Behinderung. Quasthoff hat nicht
große Bühne nicht mehr.
darüber entscheidet, ob man bei einem Vortrag nur klassische Lieder aufgenommen – auf Aber die große Bühne einmal erobert zu haben
die Menschen trifft oder nicht. Ich habe schon seiner CD »Tell it like it is«, die jetzt er- ist schon auch faszinierend?
Liederabende erlebt, wo eineinhalb Stunden scheint, singt er Jazznummern Hören Sie mal, wenn Sie mit einer 100-pro-
eine Stimmschönheit präsentiert wurde, aber zentigen Körperbehinderung in einen Beruf
ich saß da und dachte mir: Mädel, was willst IJOMA MANGOLD gehen, der sehr viel mit äußerer Ästhetik zu
du mir jetzt damit sagen, außer dass du sechs gehört neben der Fotografin Herlinde tun hat, und plötzlich werden Sie internatio-
Jahre lang deine Stimme schön ausgebildet und Koelbl und dem Psychologen Louis Lewi- nal gefeiert – natürlich macht das Spaß. Ich
tan zu den Interviewern unserer Ge-
keinerlei technische Probleme hast? sprächsreihe. Mangold ist stellvertreten-
würde Ihnen die Hucke volllügen, wenn ich
Hat das etwas mit Lebenserfahrung zu tun? der Ressortleiter des ZEIT-Feuilletons etwas anderes sagte.
Schon. Es hat aber auch, Entschuldigung, et- und Moderator der ZDF-Literatursen-
was mit Intelligenz zu tun und Interpretations- dung »Die Vorleser« Das Gespräch führte Ijoma Mangold

54 foto andré rival


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