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Nordrhein-Westfalen | Gymnasium | Abitur (Leistungskurs GTR)

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◮ Analysis | GESAMTES THEMA | Original-Prüfungsaufgaben Lösungsblatt (ausführlich)

Aufgabe 1
a) Verlauf des Graphen im Sachzusammenhang beschreiben (8P)

Abbildung 1 stellt die Temperatur eines Körpers dar, der sich bei konstanter Raumtemperatur
abkühlt. Auf der t-Achse wird dabei die Zeit in Sekunden und auf der T (t)-Achse die Tempera-
tur in ◦ C abgetragen.
Der Körper besitzt eine Anfangstemperatur von 100◦ C. Wie man erwarten würde, fällt die Tem-
peratur ständig, die Kurve ist monoton fallend. Nach etwa 70 Sekunden ist die Temperatur von
100◦ C auf 60◦ C gesunken und nach 100 Sekunden weiter auf etwa 50◦ C.
Es fällt auf, dass sich der Körper mit zunehmender Zeit langsamer abkühlt; so fällt seine Tem-
peratur von 100◦ C auf 80◦ C beispielsweise innerhalb von knapp 30 Sekunden, während der
Kühlungsprozess von 80◦ C auf 60◦ C schon etwa 40 Sekunden in Anspruch nimmt.

◮ Temperatur berechnen

Setze die Werte k = 0, 01, T0 = 100 und TR = 20 ein in die Gleichung von T und erhalte die
Funktion, welche dir die Temperaturentwicklung des Körpers K1 angibt: T (t) = 20 + 80e−0,01t .

Setze nun t = 120 sein und bestimme somit die Temperatur, die der Körper zu diesem Zeitpunkt
noch besitzt.
T (120) = 20 + 80e−0,01·120 ≈ 20 + 80 · 0, 3 = 44

Die Temperatur des Körpers ist nach 120 Sekunden auf etwa 44◦ C gesunken.

◮ Langfristige Entwicklung ermitteln

Hier ist nach dem Grenzwert von T (t) für große Werte für t gefragt, d.h. für t → ∞:

lim 20 + 80e−0,01t = 20
t→∞

Betrachte den Funktionsterm. Die konstante Zahl 20 bleibt gleich, egal wie sie t verändert. Nicht
so der Teil mit der e-Funktion. Schreibe diesen Ausdruck zunächst um, um besser damit hantie-
ren zu können:
1
80e−0,01t = 80 · . e0,01t wird für große Werte von t unendlich groß; dementsprechend wird
e0,01t
1
der Bruch e0,01t
für große Werte von t gegen Null laufen.

Für große Werte von t nähert sich die Funktion T (t) dem Wert 20 an. Im Sachzusammenhang
interpretiert bedeutet dies, dass sich die Temperatur des Körpers K1 auf lange Sicht gesehen
20◦ C annähert, was genau der Raumtemperatur entspricht.

b) Formel zur mittleren Temperatur nachweisen (13P)


Z t2
1
Du weißt, dass die mittlere Temperatur berechnet wird durch t2 − t1 · T (t)dt.
t1
Versuche, diesen Ausdruck durch Integration, d.h. durch Bildung einer Stammfunktion um-
zuschreiben.

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Z t2 Z t2  
1 1
· T (t)dt = · 20 + 80e−0,01t dt
t2 − t1 t1 t2 − t1 t1
  t2
1 1
= · 20t + 80 · e−0,01t
t2 − t1 −0, 01 t1
1  t
= · 20t − 8000e−0,01t t2
t2 − t1 1

1  
= · 20t2 − 8000e−0,01t2 − 20t1 − 8000e−0,01t1
t2 − t1
1 
= · 20t2 − 8000e−0,01t2 − 20t1 + 8000e−0,01t1 | 20 ausklammern
t2 − t1
1 
= · 20 (t2 − t1 ) − 8000e−0,01t2 + 8000e−0,01t1 | −8000 ausklammern
t2 − t1
1 
= · 20 (t2 − t1 ) − 8000 e−0,01t2 − e−0,01t1
t2 − t1

Dies ist genau die Form, die in der Aufgabenstellung vorgegeben ist. Damit ist gezeigt, dass die
mittlere Temperatur über diese Formel berechnet werden kann.

◮ Mittlere Temperatur berechnen

◮◮ Lösungsweg A: Handschriftliche Lösung

Es soll die mittlere Temperatur innerhalb der ersten 120 Sekunden berechnet werden, d.h. im
Intervall [0; 120]. Setze also t1 = 0 und t2 = 120 ein in die Formel, die du eben bewiesen hast.
Wir wollen die mittlere Temperatur mit T bezeichnen.
1 
T= · 20 · (120 − 0) − 8000 · e−0,01·120 − e−0,01·0
120 − 0
1 
= · 2400 − 8000 · e−1,2 − 1
120
1
≈ · 7990, 45 ≈ 66, 59
120
Die mittlere Temperatur in den ersten 120 Sekunden des Abkühlungsvorgangs lag bei etwa
66, 59◦ C.

◮◮ Lösungsweg B: Lösung mit dem GTR


t2 Z
1
Die mittlere Temperatur kann auch berechnet werden über T = · T (t)dt. Es wird also
t 2 − t 1 t1
zunächst die Maßzahl der Fläche bestimmt, welche der Graph von T mit der x-Achse im Inter-
vall [t1 ; t2 ] einschließt, und anschließend wird diese Maßzahl durch t2 − t1 geteilt. In unserem
Fall ist t1 = 0 und t2 = 120.

Zeichne T und
Z
berechne mit
hier anfangen
2nd → TRACE (CALC) → f ( x )dx das Integral im
gewünschten Bereich.

Z 120
Setze T (t) = 7990, 446 ein in die Formel zur mittleren Temperatur:
0

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1
T= · 7990, 446 = 60, 59
120 − 0
Die mittlere Temperatur in den ersten 120 Sekunden des Abkühlungsvorgangs lag bei etwa
66, 59◦ C.

◮ Vergleich: Mittlere Raumtemperatur vs. Arithmetisches Mittel

Sieh dir die Ungleichung an, die du beweisen sollst:


Z t2
1 T ( t1 ) + T ( t2 )
· T (t)dt < | ·(t2 − t1 )
t2 − t1 t1 2
Z t2
T ( t1 ) + T ( t2 )
T (t)dt < · ( t2 − t1 )
t1 2

Versuche, diese Ungleichung geometrisch zu deuten:


Z t2
1. ( T (t))dt: Inhalt der Fläche, die vom Graphen von T
t1
und der t-Achse zwischen t1 und t2
eingeschlossen wird
T ( t1 ) + T ( t2 )
2. · ( t2 − t1 ): Inhalt des Trapezes mit den Eckpunkten
2
(t1 | 0), (t1 | T (t1 ), (t2 | T (t2 )) und (t2 | 0).

Da der Graph von T linksgekrümmt ist, befindet er sich unterhalb Geraden, welche die Punkte
(t1 | T (t1 ) und (t2 | T (t2 )) miteinander verbindet. Die Fläche unterhalb des Graphen ist damit
kleiner als die Fläche des Trapezes (s. Skizze unten) und die Ungleichung ist begründet.

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T ( t1 ) T ( t2 )

x
t1 t2 − t1 t2

c) ◮ Proportionalität nachweisen (20P)

Stelle zunächst die Funktion T ∗ auf, welche dir die Differenz zwischen der momentanen Tem-
peratur eines Körpers und der Raumtemperatur angibt:

T ∗ (t) = T (t) − TR = ( TR + ( T0 − TR ) · e−kt ) − TR = ( T0 − TR ) · e−kt

k ist eine feste Abkühlungskonstante. Die Ableitung T ′ ist also proportional zu der Dif-
ferenz zwischen momentaner Temperatur des Körpers und der Raumtemperatur, da gilt:
T ′ ( t ) = − k · T ∗ ( t ).

◮ Zeitpunkt des größten Betrags von T ′ ermitteln

Der Schaubild-Ausschnitt lässt vermuten, dass T ′ keine echten“ Extrema besitzt, sondern le-

diglich Randextrema. Der maximale Betrag der Abkühlungsgeschwindigkeit würde dann bei
t = 0 liegen und einen Wert von 0, 8 annehmen.
Begründe nun rechnerisch, dass es tatsächlich keine echten“ Extremstellen. Bilde also die Ab-

leitung T ′′ und setze diese Null. Somit berechnest du die Extremstellen von T ′ .

T ′′ (t) = −k · ( T0 − TR ) · (−k )e−kt = k2 · ( T0 − TR ) · e−kt .

Setze nun T ′′ (t) = 0:

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k2 · ( T0 − TR ) · e−kt = 0 |: k2 (k > 0)

( T0 − TR ) · e−kt = 0 |: ( T0 − TR ) ( T0 6= TR ), sonst: konst. Funktion ohne Extrema

e−kt = 0

Die e-Funktion nimmt niemals den Wert Null an; somit ist gezeigt, dass die
Abkühlungsgeschwindigkeit T ′ keine Extremstellen besitzt. Damit kommen nur Randex-
trema in Frage und der Zeitpunkt, zu dem der Betrag der Abkühlungsgeschwindigkeit
maximale ist, ist t = 0.

◮ Mittlere Abkühlungsgeschwindigkeit berechnen

Im Aufgabenteil b) wurde dir die Formel gegeben, mit der du die mittlere
Z t2
1
Abkühlungsgeschwindigkeit berechnen kannst, nämlich t2 − t1 · T (t)dt.
t1
Als Grenzen dienen t1 = 0 und t2 = 120. Da T ′ eine Ableitung von T ist, ist T umgekehrt eine
Stammfunktion von T ′ .
Z 120
1
· T ′ (t)dt = [ T (t)]120
0 = T (120) − T (0) | T (120) = 44, T (0) = 100
120 − 0 0
1 56
= · (100 − 44) = ≈ 0, 46
120 120
◦C
Die mittlere Abkühlungsgeschwindigkeit liegt bei 0, 46 s .

Mittlere Änderungsrate ermitteln

Versuche zunächst, das Wirrwar von Begriffen zu entschlüsseln. Die



Abkühlungsgeschwindigkeit wird dir gegeben durch T . Sie ist die Ableitung und damit
die Änderungsrate der Temperatur T.
Die Änderungsrate der Abkühlungsgeschwindigkeit ist demnach die Ableitung der
Abkühlungsgeschwindigkeit, also T ′′ . Bestimme erst den Term dieser Ableitung:

T ′′ (t) = −0, 8 · (−0, 01)e−0,01t = 0, 008e0,01t .

Nun ist wieder nach dem Mittelwert gefragt. Hierzu benötigst du wieder die Formel von oben.
Als Grenzen dienen wieder t = 0 und t = 120; was die Stammfunktion angeht, so weißt du ja,
dass T ′′ die Ableitung von T ′ ist, demnach ist also umgekehrt T ′ eine Stammfunktion von T ′′ .
Z 120
1 1  ′ 120 1 
T ′′ = · T ′′ (t)dt = T (t) 0 = T ′ (120) − T ′ (0)
120 0 120 120
1 
= · −0, 8e−0,01·120 − −0, 8e−0,01·0
120
1  1
= · −0, 241 + 0, 8e0 = · (−0, 241 + 0, 8) ≈ 0, 00466
120 120
◦C
Die mittlere Änderungsrate der Abkühlungsgeschwindigkeit liegt bei etwa 0, 00466 s2
.

◮ Zeitpunkt ermitteln

◮◮ Lösungsweg A: Handschriftliche Lösung

Die momentane Änderungsrate der Abkühlungsgeschwindigkeit ist wie gesagt die Ableitung
der Abkühlungsgeschwindigkeit, also einfach T ′′ . Es ist nun nach einer Stelle t gefragt, an der
T ′′ genau den Mittelwert 0, 00466 annimmt.

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Setze also T ′′ (t) = 0, 00466 und löse nach t auf.

T ′′ (t) = 0, 008e−0,01t = 0, 00466 |: 0, 008

e−0,01t = 0, 5825 | ln( )



ln e−0,01t = ln (0, 5825)
−0, 01t = ln(0, 5825) |: (−0, 01)
ln(0, 5825)
t= ≈ 54, 04
−0, 01
Etwa zum Zeitpunkt t = 54, also 54 Sekunden nach Beginn des Abkühlungsvorgangs, nimmt
die momentane Änderungsrate der Abkühlungsgeschwindigkeit ihren eigenen Mittelwert an.

◮◮ Lösungsweg B: Lösung mit dem GTR

Interpretiere die Gleichung T ′′ (t) = 0, 00466 als den Versuch, zwei Kurven miteinander zu
schneiden. Dabei ist die eine Kurve T ′′ , die andere ist eine Parallele zur t-Achse, nämlich
y = 0, 00466.
Zeichne T ′′ und= y0, 00466 und berech-
hier anfangen
ne mit 2nd → TRACE (CALC) → INTERSECT
deren Schnittpunkt.

Etwa zum Zeitpunkt t = 54, also 54 Sekunden nach Beginn des Abkühlungsvorgangs, nimmt
die momentane Änderungsrate der Abkühlungsgeschwindigkeit ihren eigenen Mittelwert an.

d) ◮ Temperatur bestimmen (9P)

Der Körper K2 hat bereits 120 Sekunden vor Körper K1 mit der Abkühlung begonnen. Die Tem-
peratur T0 = 100 besitzt dieser Körper also zum Zeitpunkt t = −120 und zum Zeitpunkt t = 0
muss seine Abkühlung bereits 120 Sekunden lang dauern.
Unter Berücksichtung der weiteren Eigenschaften k = 0, 006 und TR = 20 ergibt sich also die
Funktionsgleichung T2 (t) = 20 + 80e−0,006·(t+120) .

Für den Zeitpunkt t = 0 ergibt sich die Temperatur:


T2 (0) = 20 + 80e−0,006·(120) = 58, 94

Zum Zeitpunkt t = 0 beträgt die Temperatur von Körper K2 noch etwa 59◦ C.

◮ Zeitpunkt der selben Temperatur bestimmen

◮◮ Lösungsweg A: Handschriftliche Lösung

Setze T (t) = T2 (t):

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20 + 80e−0,006·(t+120) = 20 + 80e−0,01·t | −20

80e−0,006·(t+120) = 80e−0,01t |: 80

e−0,006(t+120) = e−0,01t | ln( )

−0, 006 · (t + 120) = −0, 01t


−0, 006t − 0, 72 = −0, 01t | +0, 006t

−0, 72 = −0, 004t |: (−0, 004)

180 = t

Nach 180 Sekunden, also nach 3 Minuten haben beide Körper die gleiche Temperatur.

◮◮ Lösungsweg B: Lösung mit dem GTR

Zeichne T und T2 und berechne mit


hier anfangen
2nd → TRACE (CALC) → INTERSECT den Schnitt-
punkt der Kurven.

Nach 180 Sekunden, also nach 3 Minuten haben beide Körper die gleiche Temperatur.

◮ Begründung der Existenz

Der Zeitpunkt existiert, weil nach 180 Sekunden beide Abkühlungsprozesse in Gang sind.

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Aufgabe 2
a) Nullstellen berechnen (6P)

Setze f a (t) = 0:
3 3 9 2 3 2
t − at + a t = 0 | t ausklammern
4 4 2
 
3 2 9 3 2
t· t − at + a = 0
4 4 2

t1 = 0
3 2 9 3 4
t − at + a2 = 0 |·
4 4 2 3

t2 − 3at + 2a2 = 0
r
3 9 2
t2,3 = a ± a − 2a2
2 4
r
3 9 2 8 2 3 1
= a± a − a = a± a
2 4 4 2 2
t2 = a t3 = 2a

f a besitzt Nullstellen bei t1 = 0, t2 = a und t3 = 2a.

◮ Interpretation der Funktionswerte von f 2


3 3 9
Stelle zunächst die Funktionsgleichung von f 2 auf: f 2 (t) = t − t + 6t.
4 2
f 2 beschreibt die momentane Änderungsrate der Staulänge; d.h. die Funktionswerte von f 2 sa-
gen aus, wie stark der Stau momentan zunimmt oder abnimmt.
In dem Bereich, in dem f 2 oberhalb der t-Achse verläuft, also positive Funktionswerte annimmt,
nimmt auch die Staulänge zu, d.h. der Stau wird länger.
Analog dazu nimmt die Staulänge in dem Bereich ab, in dem f 2 unterhalb der t-Achse verläuft.

b) Zeitpunkte der größten Zu- bzw. Abnahme bestimmen (14P)

Wie gesagt: f a zeigt die momentane Änderungsrate der Staulänge. Die Zeitpunkte, zu denen die
Staulänge am schnellsten zu- bzw. abnimmt, sind also die Extremwerte der Änderungsrate der
Staulänge, d.h. die Extremwerte von f a .

Bilde zunächst f a′ und f a′′ .


9 2 9 3
f a′ (t) = t − at + a2
4 2 2
9 9 9
f a′′ (t) = t − a = (t − a)
2 2 2
Setze f a′ (t) = 0.

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9 2 9 3 4
t − at + a2 = 0 |·
4 2 2 9
2
t2 − 2at + a2 = 0
3
r
2
t1,2 = a ± a2 − a2
3
r
3 2 2 2
= a± a − a
3 3
 
a 1
t1,2 = a± √ = a· 1± √
3 3
t1 ≈ 0, 42a, t2 ≈ 1, 58a

Setze diese Werte für t ein in f a′′ (t), um zu untersuchen, ob es sich um Hoch- oder Tiefpunkte
von f a handelt. Denke daran, dass a > 0 definiert ist.
9
f a′′ (0, 42a) = · (0, 42a − a) = −2, 61a < 0: Hochpunkt
2
9
f a′′ (1, 58a) = · (1, 58a − a) = 2, 61a < 0: Tiefpunkt
2

f a besitzt einen Hochpunkt bei t1 = 0, 42a und einen Tiefpunkt bei t2 = 1, 58a. Zum Zeitpunkt
t1 nimmt die Staulänge also am schnellsten zu, zum Zeitpunkt t2 nimmt sie am schnellsten ab.

◮ Zeitpunkte für a2 angeben

Aus der Aufgabenstellung kannst du entnehmen, dass t = 0 für 6.00 Uhr morgens steht.
Somit steht t1 = 0, 42 · 2 = 0, 84 für etwa 6:51 Uhr und t2 = 1, 58 · 2 = 3, 16 etwa für 9:09 Uhr.

Die Staulänge nimmt für a = 2 um 6:51 Uhr am schnellsten zu und um 9:09 Uhr am
schnellsten ab.

c) ◮ Term für die Staulänge bestimmen (20P)

f a gibt wie gesagt die momentane Änderungsrate der Staulänge an. Die Staulänge L a (u) selbst
wird dir also angegeben durch das Integral im Bereich von t1 = 0 und t2 = u:
Z u Z u 
3 3 9 2 3 2
L a (u) = f a (t)dt = t − at + a t dt
0 0 4 4 2
 u
3 4 3 3 3 2 2
= t − at + a t
16 4 4 0
3 4 3 3 3 2 2
= u − au + a u − 0
16 4 4
Ersetze der Einfachheit halber t = u und erhalte die Funktion L a , welche dir die Staulänge in
3 4 3 3 3 2 2
Abhängigkeit von a angibt mit L a (t) = t − at + a t .
16 4 4

◮ Staulänge für a = 2 berechnen


3 4 3 3
Setze zunächst a = 2 ein und erhalte die Funktion L2 mit L2 (t) = t − t + 3t2 .
16 2
Es soll nun die Staulänge zum Zeitpunkt 9 : 00 Uhr bestimmt werden. Da t = 0 für 6 : 00 Uhr
steht und die Zeit auf der t-Achse in Stunden abgetragen wird, entspricht der Zeitpunkt t = 3
genau 9 : 00 Uhr.

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3 3
L2 (3) = · 81 − · 27 + 3 · 9 = 1, 6875. Um 9 : 00 Uhr war der Stau etwa 1, 68 km lang.
16 2

◮ Wert für a bestimmen

Setze L a ( 2a ) = 6 und löse nach a auf:


3 a4 3 a3 3 a2
L a ( 2a ) = 6 = · − a· + a2 ·
16 16 4 8 4 4
3 4 3 4 3 4 27 4 256
6= a − a + a = a |·
256 32 16 256 27
512 √
= a4 | 4
9
2, 75 ≈= a

Es ergibt sich a ≈ 2, 75.

◮ Maximale Staulänge berechnen

Berechne das Maximum von L a . Berechne dazu die ersten beiden Ableitungen von L a .
3 3 9 2 3 2
L′a (t) = t − at + a t = f a (t)
4 4 2
9 9 3 2
L′′a (t) = f a′ (t) = t2 − at + a
4 2 2
Um die Extrema von L a zu berechnen, setzt du L′a (t) = 0. Da L′a (t) = f a (t) ist, sind dir die
Extremstellen bereits bekannt aus Aufgabenteil a).
L a besitzt Extrema bei t1 = 0, t2 = a und t3 = 2a. Setze diese Werte von t ein in L′′a (t) = f a′ (t),
um zu bestimmen, ob es sich um Hoch- oder Tiefpunkte handelt:
3 2
L′′a (0) = f a′ (0) = a > 0: Tiefpunkt
2
9 9 3 3
L′′a ( a) = f a′ ( a) = a2 − a2 + a2 = − a < 0: Hochpunkt
4 2 2 4
3 3
L′′a (2a) = f a′ (2a) = 9a2 − 9a2 + a2 = a > 0: Tiefpunkt
2 2
Die Staulänge erreicht zum Zeitpunkt t = a ihr Maximum.

◮ Maximale Staulänge für a = 2 berechnen

Für a = 2 erreicht die Staulänge ihr Maximum. Setze also t = a = 2 ein in die Gleichung von L2 :

L2 (2) = 3 − 12 + 12 = 3

Für a = 2 erreicht die Staulänge zum Zeitpunkt t = 2, also um 8 : 00 Uhr ihr Maximum mit
einer Länge von 3 km.

◮ Begründung für Unangemessenheit der Modellierung (10P)

Der Graph in Abbildung 2 soll die Änderungsrate der Staulänge eines Staus darstellen, der zum
Zeitpunkt t = 0 beginnt und zum Zeitpunkt t = 4 endet. Das heißt, dass die Staulänge zu diesen
beiden Zeitpunkten Null betragen muss.

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In Aufgabenteil a) haben wir gesehen, dass die Staulänge in den Bereichen, in denen der Graph
der Änderungsrate oberhalb der t-Achse verläuft, zunimmt und abnimmt, wenn er sich unter-
halb der t-Achse befindet.

Betrachte mit diesem Hintergrundwissen den Graphen und versuche ihn, im Hinblick auf die
Änderungsrate der Staulänge zu interpretieren:

Zunächst müsste die Staulänge zunehmen, bis zum Zeitpunkt t = 1. Ab hier nimmt sie ab. Das
Problem ist, dass sich das letzte Flächenstück oberhalb der t-Achse befindet, d.h. die Staulänge
nimmt im Intervall von [2, 8 ; 4, 0] zu.
Da die Staulänge selbst zum Zeitpunkt t = 4 aber Null betragen muss, bedeutet dies, dass sie
zwischenzeitlich einen negativen Wert annehmen muss. Dies lässt sich mit dem Kontext nicht
vereinbaren.

◮ Sinnvolle Bedingung modellieren

Wenn eine Funktion f die momentane Änderungsrate der Staulänge modelliert, so können wir
Z t∗
die Staulänge zu einem beliebigen Zeitpunkt t∗ selbst berechnen über das Integral f (t)dt.
0
Um eine sinnvolle Modellierung zu ermöglichen und eine scheinbar mögliche Modellierung
wie die von eben auszuschließen, muss für jeden Zeitpunkt t∗ gelten, dass das Integral keine
negativen Werte annimmt. Somit ist gewährleistet, dass die Staulänge nicht negativ wird. In
Z t∗
Formeln: f (t)dt ≥ 0 für alle t∗ > 0.
0

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Aufgabe 3
a) ◮ Schaubild zuordnen (9P)

Betrachte den Funktionsterm von f 3 . Du erkennst leicht, dass f 3 Nullstellen bei x = ± 3 be-
sitzen muss. (Dann nimmt die Klammer x2 − 3 den Wert Null an und damit wird der gesamte
Ausdruck Null.)

± 3 bedeutet, dass f 3 bei etwa x ≈ ±1, 73 Nullstellen besitzen muss. Somit kommt nur Graph
2 als Schaubild für f 3 in Frage und Graph 1 muss g′ darstellen.

◮ Verlauf von g beschreiben

g′ verläuft im Bereich von (−∞ ; −1) oberhalb der x-Achse. Der Graph von g muss in diesem
Intervall also steigen.
An der Stelle x = −2 besitzt g′ einen Hochpunkt. Das bedeutet, dass g bei x = 2 einen Wende-
punkt besitzt, in dem sich das Krümmungsverhalten von einer Linkskurve in eine Rechtskurve
verändert. Die Steigung im Wendepunkt beträgt etwa g′ (−2) ≈ 0, 3.
An der Stelle x = −1 besitzt g′ eine Nullstelle mit Vorzeichenwechsel von + nach −. Daraus
folgt, dass g an dieser Stelle einen Hochpunkt besitzt.
Im Intervall von (−1 ; ∞) verläuft g′ unterhalb der x-Achse, also muss der Graph von g in die-
sem Bereich fallen.

b) ◮ Schnittpunkt nachweisen (21P)

1. Schritt: Extrempunkte von f 3 ermitteln

◮◮ Lösungsweg A: Handschriftliche Lösung

Bilde zunächst f 3′ und f 3′′ mit Hilfe der Produktregel.



f 3′ ( x ) = ex · x2 − 3 + ex · (2x ) | ex ausklammern

= ex · x2 − 3 + 2x

f 3′′ ( x ) = ex · x2 − 3 + 2x + ex · (2x + 2) | ex ausklammern

= ex · x2 − 3 + 2x + 2x + 2

= ex · x2 + 4x − 1

Setze f 3′ ( x ) = 0, um die Extremstellen zu ermitteln.



ex · x2 + 2x − 3 = 0. Ein Produkt ist Null, wenn einer seiner Faktoren Null ist. Da ex niemals
Null werden kann, genügt es, wenn du die Klammer alleine Null setzt.

x2 + 2x − 3 = 0
√ √
x1,2 = −1 ± 1 + 3 = −1 ± 4 = −1 ± 2
x1 = −3; x2 = 1

Setze diese Werte für x ein in die zweite Ableitung, um zu prüfen, ob es sich um Hoch- oder
Tiefpunkte handelt.

f 3′′ (−3) = e−3 · (−3)2 + 4 · (−3) − 1 = e−3 · (−4) < 0 : Hochpunkt

f 3′′ (1) = e1 · 12 + 4 · 1 − 1 = e1 · 4 > 0 : Tiefpunkt

Bestimme zuletzt die zugehörigen y-Werte:

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f 3 (−3) = e−3 · (9 − 3) = 6e−3


f 3 (1) = e1 · (1 − 3) = −2e

f 3 besitzt einen Hochpunkt bei H −3 | 6e−3 und einen Tiefpunkt bei T (1 | −2e).

◮◮ Lösungsweg B: Lösung mit dem GTR

Zeichne f3 und berechne mit


hier anfangen
2nd → TRACE (CALC) → MAXIMUM (bzw. MINI-
MUM) den Hoch- bzw. Tiefpunkt von f 3 .


f3 besitzt einen Hochpunkt bei H −3 | 6e−3 ≈ 0, 299 und einen Tiefpunkt bei
T (1 | −2e ≈ −5, 44).

2. Schritt: Schnittpunkte nachweisen

Zeige, dass diese beiden Punkte auch auf dem Schaubild von g liegen; führe hierzu eine Punkt-
probe durch.

H : g(−3) = −2 · (−3) · e−3 = 6e−3 = f (−3)

T: g(1) = −2 · 1 · e1 = −2e = f (1)

Damit ist nachgewiesen, dass sich f 3 und g in den Extrempunkten von f 3 schneiden.

◮ Geradengleichung von s aufstellen

Die allgemeine Geradengleichung lautet s : y = mx + b, wobei m die Steigung und b der


y-Achsenabschnitt der Geraden ist.

1. Schritt: m bestimmen

Berechne zunächst die Steigung der Geraden s. Verläuft eine Gerade durch die Punkte P( p1 ; p2 )
q2 − p2
und Q(q1 ; q2 ), so berechnet sich die ihre Steigung über m = .
q1 − p1

Setze die Koordinaten von H und T in diese Gleichung ein:


−2e − 6e−3 −2e − 6e−3
m= = ≈ −1, 43
1 − (−3) 4

2. Schritt: b bestimmen

Setze nun m und die Koordinaten von H oder von T in die allgemeine Geradengleichung ein
und löse nach b auf:

−2e = −1, 43 · 1 + b | +1, 43

−2e + 1, 43 = b ≈ −4

Daraus folgt die Gleichung der Geraden s: y = −1, 43x − 4.

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◮ Gleichung der Geraden n ermitteln

n verläuft senkrecht zu s und schneidet den Graphen von g in dessen Extrempunkt. Ermittle
zunächst die Koordinaten dieses Punktes.

1. Schritt: Koordinaten des Extrempunktes ermitteln

◮◮ Lösungsweg A: Handschriftliche Lösung

Leite g mit der Produktregel ab und setze g′ ( x ) = 0.

g′ ( x ) = −2 · ex + (−2x ) · ex | (−2ex ) ausklammern

= −2ex · (1 + x )

Setze g′ ( x ) = 0: −2ex · (1 + x ) = 0. Ein Produkt ist Null, wenn einer seiner Faktoren Null ist.
Da −2ex niemals Null werden kann, genügt es, wenn du die Klammer alleine Null setzt.

1+x = 0 ⇐⇒ x = −1.
Setze x = −1 ein in die Funktionsgleichung von g, um den zugehörigen y-Wert zu bestimmen:
g(−1) = −2 · (−1) · e−1 = 2e−1

g besitzt einen Extrempunkt E(−1 | 2e−1 ).

◮◮ Lösungsweg B: Lösung mit dem GTR

Zeichne g und berechne mit


hier anfangen
2nd → TRACE (CALC) → MAXIMUM den Hochpunkt
von g.

g besitzt einen Extrempunkt E(−1 | 2e−1 ≈ 0, 736).

2. Schritt: Funktionsgleichung von n ermitteln

n verläuft senkrecht zu s. Für die Steigungen m g und mh zweier Geraden g und h, die senkrecht
zueinander verlaufen, gilt immer: m g · mh = −1.
ms ist bekannt. Löse also die Gleichung ms · mn = −1 auf nach mn :

(−1, 43) · mn = −1 |: (−1, 43)

mn ≈ 0, 7

Setze nun die Steigung mn , sowie die Koordinaten des Extrempunktes von g ein in die allgemei-
ne Geradengleichung und löse auf nach b:

2e−1 = 0, 7 · (−1) + b | +0, 7

1, 44 ≈ b

Die Gleichung der Geraden n lautet n : y = 0, 7x + 1, 44.

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◮ Lage von g nachweisen

1. Schritt: Lage oberhalb der x-Achse nachweisen

Zeige, dass der Graph von g für alle x < −3 oberhalb der x-Achse verläuft, d.h. dass in diesem
Bereich alle Funktionswerte positiv sind:

g( x ) = −2xe− x : Für alle negativen Werte von x wird dieser Ausdruck positiv. g verläuft also
für alle x < 0, insbesondere also auch für alle x < −3 oberhalb der x-Achse.

2. Schritt: Lage unterhalb von f 3 nachweisen

Wenn g unterhalb von f 3 verläuft, so muss die Abstandsfunktion d mit d( x ) = f 3 ( x ) − g( x ) für


alle x < −3 positive Funktionswerte besitzen, also oberhalb der x-Achse verlaufen:

d( x ) = f 3 ( x ) − g( x ) = ex · ( x2 − 3) − (−2xex )

= ex · ( x2 − 3) + 2xex | ex ausklammern

= ex · x2 + 2x − 3 | ( x2 + 2x − 3) = ( x2 + 2x + 1 − 4)

= ex · (( x + 1)2 − 4)

Für x = −3 nimmt diese Abstandsfunktion den Wert d(−3) = 0 an. Für alle x < −3 wird
sowohl der Ausdruck ex als auch der Ausdruck ( x + 1)2 − 4 positiv, d.h. die d verläuft für alle
x < −3 oberhalb der x-Achse.

◮ f t auf Nullstellen untersuchen (7P)

Setze f t ( x ) = 0: ex · ( x2 − t) = 0. Ein Produkt ist Null, wenn einer seiner Faktoren Null ist. Da
ex niemals Null werden kann, genügt es, wenn du die Klammer alleine Null setzt.

x2 − t = 0 ⇐⇒ x1,2 = ± t
√ √
f t besitzt zwei Nullstellen x1 = − t und x2 = t.

◮ t bestimmen

Es soll gelten f t (0) = 0:


e0 · (0 − t) = t = 0

f 0 besitzt die Nullstelle x = 0.

◮ Sattelpunkt nachweisen

F0 besitzt an der Stelle x = 0 einen Sattelpunkt, wenn gilt:


F0′ (0) = f 0 (0) = 0, F0′′ (0) = f 0′ (0) = 0, und F0′′′ (0) = f 0′′ (0) 6= 0.

Berechne zunächst die Ableitungen von f 0 ( x ) = ex · x2 .

F0′′ ( x ) = f 0′ ( x ) = ex · x2 + ex · 2x = ex · ( x2 + 2x )

F0′′′ ( x ) = f 0′′ ( x ) = ex · ( x2 + 2x ) + ex · (2x + 2)


= ex · ( x2 + 2x + 2x + 2) = ex · ( x2 + 4x + 2)

Zeige nun, dass die Bedingungen von oben gelten:

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F0′ (0) = f 0 (0) = e0 · 02 = 0 okay

F0′′ (0) = f 0′ (0) = e0 · (02 + 2 · 0) = 0 okay

F0′′′ (0) = f 0′′ (0) = e0 · (02 + 4 · +2) = 1 · 2 6= 0 okay

Damit ist gezeigt, dass F0 an der Stelle S(0 | F0 (0)) einen Sattelpunkt besitzt.

d) ◮ Von f t und g begrenzte Flächenstücke ermitteln (13P)

f t und g sind jeweils auf ganz R definiert. Somit wird ein begrenztes Flächenstück von den bei-
den Graphen nur innerhalb ihrer Schnittpunkte eingeschlossen. Setze die Funktionsgleichungen
von f t und g gleich, um die Schnittstellen zu ermitteln:

ex · x2 − t = −2xex |: ex (ex 6= 0 für alle x ∈ R

x2 − t = −2x | +2x

x2 + 2x − t = 0

x1,2 = −1 ± 1+t

Für alle t < −1 wird der Radikand 1 + t der Wurzel negativ, d.h. für alle t < −1 schneiden sich
f t und g nicht, folglich gibt es auch keine begrenzte Fläche, die von den Graphen der beiden
Funktionen eingeschlossen wird.
Für t = −1 ergibt sich genau ein Schnittpunkt bei x = −1. Ein Schnittpunkt alleine reicht aber
nicht aus, um eine begrenzte Fläche einzuschließen.
Nur für t > −1 schließen die Graphen der Funktionen f t und g ein begrenztes Flächenstück ein.

◮ Gleichheit der Funktionen nachweisen

Leite f t zunächst ab:

f t′ ( x ) = ex · ( x2 − t) + ex · (2x ) | ex ausklammern

= ex · x2 + 2x − t

Berechne nun die Differenzfunktion dt von f t und g:

dt ( x ) = f t ( x ) − g( x ) = ex · ( x2 − t) − (−2x · ex )
= ex · ( x2 − t) + 2x · ex | ex ausklammern

= ex · ( x2 + 2x − t) = f t′ ( x )

Damit ist die Gleichheit nachgewiesen.

◮ Term für At bestimmen

At soll in Abhängigkeit von t den Inhalt des von f t und g eingeschlossenen begrenzten
Flächenstücks angeben. Wie du eben gezeigt hast, existiert dieses eingeschlossene, begrenzte
Flächenstück nur für t > −1.

Als Grenzen dienen die Schnittstellen von f t und g, nämlich x1 = −1 − 1 + t und

x2 = −1 + 1 + t.

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Z
−1+ √1+ t

At = √ ( f t ( x ) − g( x ))dx | f t ( x ) − g( x ) = dt ( x ) = f t′ ( x )
−1− 1+ t
Z √
−1+ 1+ t √
1+ √1+ t
= √ ( f t′ ( x ))dx = [ f t ( x )]−
−1− 1+ t

−1− 1+ t
√ √
= f (−1 + 1 + t) − f (−1 − 1 + t)
√ √  √ √ 

= e−1+ 1+t · (−1 + 1 + t)2 − t − e−1− 1+t · (−1 − 1 + t)2 − t

◮ A3 berechnen

Setze t = 3 ein in At .
√  √  √  √ 

A3 = e−1+ 4 · (−1 + 4)2 − 3 − e−1− 4 · (−1 − 4)2 − 3

= e · (−2) − e−3 · 6 = −2e − 6e−3 ≈ |−5, 735| = 5, 735

Für t = 3 beträgt der Inhalt des von f 3 und g eingeschlossenen begrenzten Flächenstücks etwa
5, 735 FE.

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Aufgabe 4
a) Zeitpunkt für die Höhe 50 cm bestimmen (5P)

Aus der Aufgabenstellung geht hervor, dass die Funktion h(t) die Höhe des Strauches in Metern
beschreibt. 50 cm =
b 0, 5 m.

Wir setzen also h(t) = 0, 5 und lösen nach t auf.

0, 2e0,1t−0,9 = 0, 5 |: 0, 2

e0,1t−0,9 = 2, 5 | ln ( )

0, 1t − 0, 9 = ln (2, 5) | +0, 9

0, 1t = ln (2, 5) + 0, 9 |: 0, 1
ln (2, 5) + 0, 9
t= ≈ 18, 163
0, 1
18, 16 Tage nach dem Auspflanzen beträgt die Höhe des Strauches 50 cm.

Alternativer Lösungsweg mit GTR

Wir interpretieren die Gleichung h(t) = 0, 5 als Schnitt zweier Kurven, nämlich dem Schaubild
von h(t) und der Geraden mit der Gleichung y = 0, 5.

Wir zeichnen den Graphen von h und


hier anfangen
die Gerade y = 0, 5 und bestimmen mit
2nd → TRACE (CALC) → INTERSECT den Schnitt-
punkt der beiden Schaubilder.

Etwa 18, 16 Tage nach dem Auspflanzen beträgt die Höhe des Strauches 50 cm.

b) Zeitpunkt des größten Wachstums bestimmen (11P)

Da die Aufgabenstellung sich auf die ersten zwanzig Tage nach dem Auspflanzen bezieht, ist
wieder die Funktion h(t) gemeint. Es ist nach der Stelle mit dem größten Wachstum, d.h. mit
der maximalen Steigung gesucht. Der Punkt mit der maximalen Steigung ist immer der Wende-
punkt einer Funktion.

Ableitungen bestimmen

h′ (t) = 0, 2 · 0, 1 · e0,1t−0,9 = 0, 02e0,1t−0,9


h′′ (t) = 0, 02 · 0, 1 · e0,1t−0,9 = 0, 002e0,1t−0,9
h′′′ (t) = 0, 002 · 0, 1 · e0,1t−0,9 = 0, 0002e0,1t−0,9

Beim Versuch, h′′ (t) = 0 zu setzen, stellen wir fest:


Die Gleichung 0, 002e0,1t−0,9 = 0 hat keine Lösung; die Kurve nähert sich von oben her der
t-Achse an, schneidet diese aber nie und nimmt auch keine negativen Funktionswerte an.

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Es gibt also keinen Stelle mit maximaler Steigung. Da die Funktion aber nur für 0 ≤ t ≤ 20
definiert ist, handelt es sich um ein Randmaximum der Steigung.
Wir haben eben festgestellt, dass h′′ (t) immer oberhalb der t-Achse verläuft. Das bedeutet, dass
das Schaubild von h′ (t) nicht fällt, sondern immer weiter ansteigt.
Somit weist h′ (t) den größten Wert im Definitionsbereich bei t = 20 auf.

h′ (20) = 0, 02e0,1·20−0,9 = 0, 02e1,1 ≈ 0, 06

Am 20. Tag nach dem Auspflanzen wächst die Pflanze mit 0, 06 m pro Tag am schnellsten.

Begründung des beschränkten Definitionsbereich

Die Aufgabe fragt indirekt, warum h(t) das Wachstum der Pflanze nicht für ganz R beschreiben
kann. Wir betrachten also den Grenzwert der Funktion.

lim 0, 2e0,1t+0,9 = 0, 2e0,1·∞+0,9 = 0, 2 · ∞ = ∞


t→∞

Für t → ∞ läuft h(t) gegen Unendlich. Da der Strauch nicht unendlich groß werden kann,
beschreibt h(t) das Wachstum des Strauches nur auf einem eingeschränkten Definitionsbereich.

c) Gleichung von h2 (t) bestimmen (10P)

h2 (t) soll das Wachstum des Strauches für t > 20 beschreiben. Für diesen Bereich ist uns die Zu-
wachsrate gegeben, welche in diesem Sachzusammenhang als Ableitung von h2 (t) identifiziert
wird.

Wir müssen also eine Stammfunktion von z(t) bilden, welche das Wachstum im Bereich von
20 < t < ∞ beschreibt.
Z t Z t
h2 ( t ) = 0, 02e−0,1t+3,1
z(t) =
20 20 
1 −0,1t+3,1 t  t
= 0, 02 · e + C = −0, 2e−0,1t+3,1 20 + C
−0, 1 20
 
= −0, 2e−0,1·t+3,1 − −0, 2e−0,1·20+3,1 + C
≈ −0, 2e−0,1t+3,1 + 0, 6 + C

Es bleibt noch die Konstante C zu bestimmen. Da h(t) die Höhe des Strauches bis zum Zeitpunkt
t = 20 beschreibt, ist der Strauch zum Zeitpunkt t = 20 also h(20) m hoch.
h2 (t) setzt bei t > 20 an. Somit muss C = h(20) sein.

h2 (t) = −0, 2e−0,1t+3,1 + 0, 6 + h(20)


= = −0, 2e−0,1t+3,1 + 0, 6 + 0, 6 = −0, 2e−0,1t+3,1 + 1, 2

Maximale Strauchhöhe bestimmen

Es soll begründet werden, dass der Strauch für t → ∞ nicht unendlich hoch wird. Wir sehen uns
also den Grenzwert dieser Funktion an.

lim −0, 2e−0,1t+3,1 + 1, 2 = −0, 2e−0,1·∞+3,1 + 1, 2
t→∞
−0, 2
= −0, 2e−∞ + 1, 2 = ∞ + 1, 2 = 1, 2
e
Für t → ∞ läuft der erste Teil des Terms gegen Null und es bleibt noch die Konstante 1, 2 stehen.
Der Strauch erreicht also eine maximale Höhe von 1, 2 m.

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d) (1) Funktionsgleichung von f 1 (t) bestimmen (24P)

Der Funktionsterm von f 1 soll die Form G − c · e−k·t haben, wobei G = 1, 2 ist. Daneben sind
zwei weitere Wertepaare bekannt:
Beim Auspflanzen, d.h. zum Zeitpunkt t = 0 soll der Strauch 0, 08m hoch sein: f 1 (0) = 0, 08.
Am zwanzigsten Tag soll der Strauch 0, 60m hoch sein: f 1 (20) = 0, 60.

f 1 (0) = 0, 08 einsetzen

0, 08 = 1, 2 − c · e−k·0 | −1, 2; e0 = 1

1, 12 = c

f (20) = 0, 6 einsetzen

0, 6 = 1, 2 − 1, 12e−k·20 | −1, 2

−0, 6 = −1, 12e−20k |: (−1, 12)


0, 6
= e−20k | ln ( )
1, 12
 
0,6
ln 1,12 = −20k |: (−20)
 
0,6
ln 1,12
= k
−20
0, 0312 ≈ k

Daraus ergibt sich die Funktionsgleichung f 1 (t) = 1, 2 − 1, 12e−0,0312t .

(2) Höhen zu angegebenen Zeitpunkten bestimmen und vergleichen


0, 096 0, 096
f 2 (0) = 0
= = 0, 08
0, 08 + 1, 12 · e 0, 08 + 1, 12
0, 096
f 2 (20) = ≈ 0, 6
0, 08 + 1, 12 · e−0,132·20
Die Werte stimmen also mit den tatsächlichen Werten überein.

Maximalhöhe von 1, 2 m zeigen

Wir bilden wieder den Grenzwert der Funktion.


0, 096 0, 096
lim =
t→∞ 0, 08 + 1, 12e−0,132t 0, 08 + 1, 12e−∞
0, 096
= = 1, 2
0, 08 + 0
0,096
Da der Summand 1, 12e−0,132t für t → ∞ gegen Null läuft, bleibt nur der Bruch 0,08 stehen, was
in der Tat 1, 2 ergibt.

Auch in diesem Modell wird der Strauch nicht höher als 1, 2 m.

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(3) Eignung der Modellierungen prüfen

Krümmungsverhalten der Funktion aus Abb. 1 prüfen

Aus den vorherigen Aufgabenteilen ist bekannt, dass diese Funktion aus den zwei Funktionen
zusammen gesetzt ist. Für 0 ≤ t ≤ 20 wird sie von der Funktion h(t) beschrieben.
Als wir den Wendepunkte von h(t) bestimmen wollten, haben wir festgestellt, dass sie keinen
Wendepunkt aufweist und dass h′′ (t) > 0 ist für alle t.
Somit ist das Schaubild aus Abb. 1 für 0 ≤ t ≤ 20 monoton steigend, also linksgekrümmt.

Für 20 < t < ∞ wird diese Funktion beschrieben von h2 (t), deren Ableitung z(t) =
0, 02e−0,1t+3,1 ist.
Betrachten wir nun hier die zweite Ableitung: z′ (t) = −0, 002e−0,1t+3,1 . Aufgrund des negativen
Faktors −0, 002 ist z′ (t) < 0, h2 (t) ist also monoton fallend und damit rechtsgekrümmt.

Krümmungsverhalten von f 1 prüfen

In Abb. 2 ist das Schaubild dieser Funktion gegeben, es ist sofort ersichtlich, dass hier keine
Wendestelle und damit keine Änderung der Krümmung vorliegt. Der Graph ist durchgehend
monoton steigend, jedoch wird die Steigung immer kleiner, daraus folgt: f 1 durchgehend rechts-
gekrümmt.

Krümmungsverhalten von f 2 prüfen

Auch hier betrachten wir das Schaubild der Funktion: Es ist ein Wendepunkt und damit ein
Wechsel der Krümmung von links nach rechts bei t = 20 erkennbar.

Somit ist f 2 aufgrund des Krümmungsverhaltens besser zur Modellierung geeignet als f 1 .

(4) Verfahren zur Berechnung der Differenz bestimmen

Sowohl h als auch f sind im Intervall von [0; 20] differenzierbar. Zur Bestimmung der Differenz,
d.h. des Abstands der Funktionswerte von f und h wird eine Abstandsfunktion d(t) gebildet:
d ( t ) = f ( t ) − h ( t ).
Es werden also immer die Funktionswerte an einer bestimmten Stelle von einander abgezogen.

Die größte Differenz liegt an der Stelle vor, an der d(t) ein Maximum aufweist. Es wird also die
erste Ableitung der Abstandsfunktion gebildet: d′ (t) = f ′ (t) − h′ (t).
Anschließend werden die Nullstellen dieser Ableitung berechnet: d′ (t) = 0.

Angenommen, der t-Wert des Maximums ist t0 , so gibt uns d(t0 ), d.h. der Funktionswert an
dieser Stelle, die Differenz von f und h an.

Abhängig davon, welche Funktion oberhalb der anderen verläuft, kann es sein, dass hier nega-
tive Werte auftauchen. In diesem Fall wird der Betrag der Funktionswerte gebildet.

Da wir nur auf einem eingeschränkten Definitionsbereich arbeiten, wird noch überprüft, ob ein
Randmaximum vorliegt. Die Funktionswerte an den Rändern des Definitionsbereichs, d.h. f (0)
und f (20) bzw. h(0) und h(20) werden geprüft und mit dem Funktionswert des Maximums
verglichen.

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Aufgabe 5
a) Gleichung von s bestimmen (6P)

s soll eine ganzrationale Funktion dritten Grades sein, die Funktionsgleichung muss also allge-
mein die Form haben: s(t) = ax3 + bx2 + cx + d.

Aus der Tabelle, die in der Aufgabenstellung gegeben ist, können wir folgende Funktionswerte
entnehmen:
s(0) = 0, s(1) = 1, s(2) = 3, s(4) = 6.

Wir setzen diese Werte jeweils ein und erhalten ein lineares Gleichungssystem:

I 0 = d |d=0

II 1 = a + b + c + d
III 3 = a · 23 + b · 22 + c · 2 + d
IV 6 = a · 43 + b · 42 + c · 4 + d
I 0 = d
II 1 = a + b + c
III 3 = 8a + 4b + 2c
IV 6 = 64a + 16b + 4c
I 0 = d
II 1 = a + b + c
IIIa 5 = 4b + 6c | (8 · II − III)

IVa 58 = 48b + 60c | (64 · II − IV)

I 0 = d
II 1 = a + b + c
IIIa 5 = 4b + 6c
IVb 2 = 12c | (12 · III − IV)

Aus IVb folgt: c = 16 . Wird dies eingesetzt in IIIa, so ergibt sich:


5 = 4b + 6 · 61 ⇐⇒ b=1

Wird b = 1 und c = 16 eingesetzt in II, so ergibt sich:


1 = a + 1 + 61 ⇐⇒ a = − 16

Daraus folgt die Funktionsgleichung s(t) = − 16 t3 + t2 + 61 t

Alternativer Lösungsweg mit GTR

Wir bilden das Gleichungssystem wie oben. Dies können wir als Matrix schreiben, wenn wir nur
die Koeffizienten vor den Unbekannten benutzen:
 
I 0 = d 0 0 0 1 0
 
II 1 = a + b + c  1 1 1 0 1 
 
⇐⇒  
III 3 = 8a + 4b + 2c  3 
 8 4 2 0 
IV 6 = 64a + 16b + 4c 64 16 4 0 6

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Wir wechseln mit 2nd → X−1 (MATRIX) ins Matrix


hier anfangen
Menü und wählen hier EDIT → 1:[A]

Nun geben wir hier unsere Matrix ein und verlassen an-
hier anfangen
schließend das Menü mit 2nd → MODE (QUIT)

Jetzt wechseln wir mit 2nd → X−1 (MATRIX) → MATH


hier anfangen
ins Math-Menü und wählen B:rref( aus.
Anschließend wechseln wir noch einmal ins Matrix Menü
und wählen bei Name 1:[A] aus. Dann drücken wir En-
ter.

Es ergeben sich die Lösungen a = − 61 , b = 1, c = 1


6 und d = 0.

b) (1) Gleichung der Geschwindigkeitsfunktion angeben (17P)

Die Geschwindigkeitsfunktion v(t) ist die Ableitung der Funktion s(t).

v(t) = s′ (t) = − 21 t2 + 2t + 1
6

Prüfen, ob der Fahrer angehalten hat

Wenn der Fahrer am Stoppschild angehalten hat, also an der Stelle t = 0, so müsste an dieser
Stelle die Geschwindigkeit Null betragen. Wir bestimmen also v(0).

v(0) = 16 . Der Fahrer hat am Stoppschild nicht angehalten, er fährt mit 1 km


6 min hindurch.

(2) Überprüfen der Höchstgeschwindigkeit


km km
Die Funktion v(t) gibt die Geschwindigkeit in min an. Wir müssen die 100 h also erst umrech-
nen. 1 h =
b 60 min:

100 km km
h = 100 60min =
100 km
60 min = 5 km
3 min

Um die Höchstgeschwindigkeit des Fahrers zu bestimmen, berechnen wir die Koordinaten des
Maximums von v(t). Wenn der Funktionswert an dieser Stelle kleiner oder gleich 35 ist, so hat er
die Höchstgeschwindigkeit eingehalten.

v′ (t) = 0 = −t + 2 ⇐⇒ t=2

Dieser Wert wird in v′′ (t) = −1 eingesetzt. Da v′′ (2) = −1 ist, liegt hier ein Maximum vor.

Der Funktionswert beträgt an dieser Stelle v(2) = − 12 · 22 + 2 · 2 + 1


6 = 13
6 .

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km
Der Fahrer hat die Höchstgeschwindigkeit von 100 h nicht eingehalten, sondern überschritten.

(3) Beschleunigungsfunktion angeben und Fläche interpretieren

Es gilt: a(t) = v′ (t) = −t + 2.

Diese Gerade hat eine Nullstelle bei t = 2 und fällt. Die Fläche wird somit zwischen a = 0 und
b = 2 eingeschlossen. Als Stammfunktion dient direkt v(t).
Z 2
13 1
a(t)dt = [v(t)]20 = v(2) − v(0) = − =2
0 6 6
Wir haben vorher berechnet, dass der Fahrer zum Zeitpunkt t = 0 nicht gestanden ist, sondern
bereits 61 min
km
schnell war. Danach hat er angefangen zu beschleunigen. und zwar so, dass er zum
km
Zeitpunkt t = 2 um 2 min schneller war als bei t = 0.

c) (1) Maximale Durchschnittsgeschwindigkeit bestimmen (13P)

Die Durchschnittsgeschwindigkeit von t = k und t = k + 1 berechnet sich so:


s(k +1)−s(k )
v(k ) = (k+1)−k = s(k + 1) − s(k ).
Der zurückgelegte Weg wird durch die benötigte Zeit geteilt.

Wir bilden diese Funktion und bestimmen anschließend ihren Hochpunkt.


 
1 3 2 1 1 3 2 1
v ( k ) = s ( k + 1) − s ( k ) = − ( k + 1) + ( k + 1) + ( k + 1) − − k + k + k
6 6 6 6
1  1 1 1 1
= − k2 + 2k + 1 (k + 1) + k2 + 2k + 1 + k + + k3 − k2 − k
6 6 6 6 6
1 3  7 1
= − k + 3k2 + 3k + 1 + 2k + + k3
6 6 6
1 3 1 2 1 1 7 1 3
= − k − k − k − + 2k + + k
6 2 2 6 6 6
1 2 3
= − k + k+1
2 2
Nun wird der Hochpunkt dieser Funktion bestimmt. Er gibt uns dann den Wert für k an, für den
die Durchschnittsgeschwindigkeit im Intervall [k; k + 1] am größten ist.
Zunächst bilden wir die ersten beiden Ableitungen.
3
v′ (k ) = −k +
2
v′′ (k ) = −1

Zur Bestimmung des Hochpunktes wird v′ (k ) = 0 gesetzt.


3 3
−k + =0 ⇐⇒ k= = 1, 5
2 2
Da v′′ (k ) = −1, liegt hier in der Tat ein Hochpunkt vor. Die Durchschnittsgeschwindigkeit ist
also im Intervall [1, 5; 2, 5] maximal.

(2) Zeitpunkte t0 bestimmen

Im Grunde genommen ist hier nach den Zeitpunkten gefragt, zu denen die Momentangeschwin-
digkeit 127, 5 km
h erreicht wird. Die Momentangeschwindigkeit wird von v ( t ) beschrieben und
km
zwar in h . Wir müssen die Geschwindigkeit also wieder umrechnen.

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127,5 km
127, 5 km km
h = 127, 5 60min = 60 min
km
= 2, 125 min .
km
Wir bestimmen nun die Zeitpunkte, zu denen der Fahrer 2, 125 min gefahren ist.
1 1
v(t) = − t2 + 2t + = 2, 125 | −2, 125
2 6
1 47
− t2 + 2t − =0 | · (−2)
2 24
47
t2 − 4t + =0
12
q
t1,2 = 2 ± 4 − 47
12
q
= 2 ± 48 47
12 − 12
q
1
= 2 ± 12

t1 ≈ 2, 288
t2 ≈ 1, 71

Da sowohl t1 als auch t2 innerhalb des Intervalls [1, 5; 2, 5] liegen, sind sie beides Zeitpunkte,
zu denen die Momentangeschwindigkeit und die Durchschnittsgeschwindigkeit von 127, 5 km h
übereinstimmt.

d) (1) Angemessenheit der Methode begründen (14P)

Die Methode der Schüler ist nicht angemessen. Zum einen ist es nicht unproblematisch, dass
die Messpunkte zu weit auseinander liegen. Die Schüler haben die Geschwindigkeit an 4 Stellen
gemessen, die jeweils 2 bzw. 3 Kilometer auseinander liegen.
Außerdem sind es zu wenig Messungen, um eine aussagekräftige Modellierung machen zu
können.
Was die Wahl des Funktionstyps angeht, so ist eine ganzrationale Funktion dritten Grades nicht
die beste Lösung, da diese zwischen den einzelnen Messpunkten extrem ansteigt, ohne dass die
Geschwindigkeiten an diesen Stellen überhaupt bekannt sind.
Hätten die Schüler die Geschwindigkeit an viel mehr Stellen gemessen, hätte man eine aussage-
kräftige Modellfunktion entwerfen können.

(2) v1 und s1 bestimmen

Für v1 sind folgende Bedingungen bekannt:

1. v1 (t) = ax2 + bx + c, weil ganzrationale Funktion 2. Grades,

2. v1 (0) = 0, da der Fahrer am Stoppschild anhält,

3. v1′ (2) = 0, da hier die maximale Geschwindigkeit und somit ein Extrempunkt vorliegt,
Z 2
4. v1 = 3, da in den ersten 2 Minuten 3 km zurückgelegt werden sollen.
0

Wir beginnen mit Bedingung Nr. 3:

v1′ (2) = 2a · 2 + b = 0 ⇐⇒ 4a + b = 0 ⇐⇒ b = −4a

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Somit ergibt sich eine neue allgemeine Funktion: v1 (t) = ax2 − 4ax + c. Wir machen mit Bedin-
gung Nr. 2 weiter:

v1 (0) = a · 0 − 0 + c = 0 =⇒ c = 0.

Die Funktion lautet bisher also v1 (t) = ax2 − 4ax.

Nun wenden wir noch Bedingung Nr. 4 an:


Z 2  2
1 3 1
3= ax2 − 4ax = ax − 4 · ax2
0 3 2 0
 
1
3= a · 23 − 2a · 22 − 0
3
8 16
3= a − 8a = − a | ·3
3 3
9 = −16a |: (−16)
9
− = a
16
Da b = −4a folgt: b = 94 .
9 2 9
Daraus ergibt sich die Funktionsgleichung von v1 (t) = − t + t.
16 4
3 3 9 2
s1 (t) ist die Stammfunktion von v1 (t), nämlich s1 (t) = − t + t .
16 8

Vergleich der Messwerte

Die Schüler haben zu den Zeitpunkten t = 0, t = 1, t = 2 und t = 4 gemessen:

s1 (0) = 0: Stimmt überein.


3 9
s1 (1) = − + = 0, 9375: Stimmt fast überein
16 8
24 36
s1 (2) = − + = 3: Stimmt überein
16 8
192 144
s1 (4) = − + = 6: Stimmt überein
16 8
Im Großen und Ganzen stimmen die Funktionswerte mit den Messwerten der Schüler überein.

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Aufgabe 6
a) (1) Punktsymmetrie zum Ursprung nachweisen (23P)

Für eine Punktsymmetrie zum Ursprung muss gelten: f k ( x ) = − f k (− x ).


2
 2

2kxe−4x = − 2k · (− x ) e−4·(− x)
2 2
2kxe−4x = 2k · e−4x

Damit ist die Punktsymmetrie nachgewiesen.

Unendlichkeitsverhalten untersuchen
2 2kx 2k · ∞
lim 2kxe−4x = lim 2 = 2 = 0
x →∞ x →∞ e4x 4 · e∞
2
Da der Ausdruck e4x für x → ∞ viel größer wird als der Ausdruck 2kx, läuft der gesamte Term
für x → ∞ gegen Null.

Aufgrund der Punktsymmetrie gilt dies auch für x → −∞.

Die x-Achse ist also die waagerechte Asymptote aller Schaubilder f k ( x ) für x → ±∞.

(2) Schnittpunkte mit den Koordinatenachsen bestimmen

Schnittpunkte mit der x-Achse


2
Zur Bestimmung der Schnittpunkte mit der x-Achse wird f k ( x ) = 0 gesetzt: 2kxe−4x = 0.
2
Ein Produkt ist Null, wenn einer seiner Faktoren Null ist. Da e−4x niemals Null werden kann,
genügt es, den ersten Faktor Null zu setzen.

2kx = 0 ⇐⇒ x=0

Der einzige Schnittpunkt mit der x-Achse ist N (0|0). Dies ist gleichzeitig der Schnittpunkt mit
der y-Achse.

Nachweis, dass Hoch- bzw. Tiefpunkte jeweils auf einer Parallelen zur y-Achse liegen

Zunächst bestimmen wir die Hoch- und Tiefpunkte von f k ( x ). Hierzu benötigen wir die ersten
beiden Ableitungen, welche wir jeweils nach der Produkt- und der Kettenregel bilden.

Ableitungen bilden
2 2
f k′ ( x ) = 2k · e−4x + 2kx · (−8x ) e−4x
2
| 2ke−4x ausklammern
2 
= 2ke−4x · 1 − 8x2
h 2  2
i
f k′′ ( x ) = 2k · −8xe−4x · 1 − 8x2 + e−4x · (−16x )
2
| e−4x ausklammern

2 
= 2ke−4x · −8x + 64x3 − 16x
2 
= 2ke−4x · 64x3 − 24x

Zur Bestimmung der Extremwerte wird f k′ ( x ) = 0 gesetzt.


2 
2ke−4x · 1 − 8x2

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Wieder können wir den Satz vom Nullprodukt anwenden und die Klammer alleine Null setzen.

1 − 8x2 = 0 | +8x2

1 = 8x2 |: 8
1 √
= x2 |
8
r
1
x1,2 = ±
8
Diese Werte für x werden nun in f k′′ ( x ) eingesetzt.
q 
fk ′′ 1
≈ −6, 86k =⇒: Hochpunkt für k > 0, Tiefpunkt für k < 0
8
 q 
f k′′ − 18 ≈ 0, 43k =⇒ Hochpunkt für k < 0, Tiefpunkt für k > 0

Nachdem
q die
Funktionswerte
 bestimmt  man für k > 0:
 q wurden, erhält
√ −1
1 1
1√ −1
Hk>0 1
und Tk>0 − 8 − 2 2ke 2 ,
8 2 2ke
2

 q  q 
√ 1 √ −1
für k < 0 erhält man Hk<0 − 18 − 12 2ke− 2 und Tk<0 1 1
8 2 2ke 2 .

Die x-Werte sind unabhängig von q k. Somit liegen für k > 0 alle Hochpunkte q
der Schaubilder
von f k ( x ) auf der Geraden x = 8 und alle Tiefpunkte auf der Geraden x = − 18 .
1

q
Für k < 0 liegen alle Hochpunkte auf der Geraden x = − 18 und alle Tiefpunkte auf der
q
Geraden x = 18 .

Die Geraden verlaufen jeweils parallel zur y-Achse.

(3) Begründung der Anzahl der Wendepunkte

Jedes Schaubild von f k besitzt einen Hochpunkt und einen Tiefpunkt. Zwischen Hoch- und Tief-
punkt befindet sich immer ein Wendepunkt, an dem sich das Krümmungsverhalten ändert.
Da die x-Achse für x → ±∞ die waagerechte Asymptote aller Schaubilder von f k ist, muss sich
das Krümmungsverhalten nochmals ändern, vom Hochpunkt ausgehend von einer Rechts- in
eine Linkskrümmung, vom Tiefpunkt ausgehend von einer Links- in eine Rechtskrümmung.

b) (1) v so bestimmen, dass der Flächeninhalt des Dreiecks maximal wird (17P)
y
Der Punkt V hat die Koordinaten V (v|0), der
Wk
Punkt Wk die Koordinaten Wk (v| f k (v)).

Wie in der Abbildung erkennbar ist, bilden f k (v) f1

diese beiden Punkte mit dem Ursprung ein


Dreieck, das bei V einen rechten Winkel auf- v V x
O
weist.

1
Der Flächeninhalt eines Dreiecks berechnet sich immer über A = 2 · g · h. In unserem Fall
können ist die Grundseite v, die Höhe f k (v).
Für den Flächeninhalt gilt also:
2 2
Ak (v) = 1
2 · v · f k (v) = 1
2 · v · 2kve−4v = kv2 e−4v .

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Um den Wert für v zu bestimmen, zu dem der Flächeninhalt maximal wird, berechnen wir den
Hochpunkt dieser Funktion. Dazu benötigen wir die ersten beiden Ableitungen.
h 2 2
i
A′k (v) = k · 2ve−4v + v2 · (−8v) e−4v
2
| e−4v ausklammern

2 
= ke−4v · 2v − 8v3
h 2  2 i
A′′k (v) = k · −8ve−4v · 2v − 8v3 + e−4v · 2 − 24v2
2
| e−4v ausklammern

2 
= ke−4v · −16v2 + 64v4 + 2 − 24v2
2 
= ke−4v · 64v4 − 40v2 + 2

Zur Bestimmung des Hochpunktes setzen wir A′k (v) = 0.


2 
ke−4v · 2v − 8v3 = 0
2
Ein Produkt ist Null, wenn einer seiner Faktoren Null wird. Da k 6= 0 definiert ist und e−4v
niemals Null werden kann, genügt es, die Klammer Null zusetzen.

2v − 8v3 = 0 | v ausklammern

v 2 − 8v2 = 0
v1 = 0

2 − 8v2 = 0 | +8v2

2 = 8v2 |: 8
1 √
= v2 |
4
1
± = v1,2
2
1
Da v als v > 0 definiert ist, kommt nur die Lösung v1 = 2 in Frage.

Dieser Wert für v muss nun in A′′k (v) eingesetzt werden.


 
A′′k 21 = −4k · e−1 > 0 : Hochpunkt

Um den Flächeninhalt für diesen Wert zu bestimmen, setzen wir ihn in Ak (v) ein.
 
Ak 12 = 41 k · e−1

Der Flächeninhalt des Dreiecks wird für v = 1


2 mit 21 ke−1 FE maximal.

(2) Achsensymmetrie zur x-Achse nachweisen

Zwei Funktionen f und g sind achsensymmetrisch zur x-Achse, wenn gilt: f ( x ) = − g( x ). Im


Grunde ergibt sich die Funktion g( x ) aus der Funktion f ( x ), wenn diese an der x-Achse gespie-
gelt wird. Somit muss hier gelten: f k ( x ) = − f −k ( x ).
2
 2

2kxe−4x = − 2 · (−k ) xe−4x
2 2
2kxe−4x = 2kxe−4x

Damit ist die Achsensymmetrie bewiesen.

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Maximalen Flächeninhalt für k < 0 begründen

Wenn k < 0 ist, wird das Schaubild von f k an der x-Achse nach unten gespiegelt zu f −k . Dabei
bleiben die Abstände die gleichen, d.h. die Punkte O, V und Wk sind nach wie vor gleich weit
von einander entfernt und die Seiten des Dreiecks bleiben gleich lang.
Somit sind die Dreiecke für k > 0 und k < 0 kongruent zu einander und haben für v jeweils den
gleichen Inhalt.

c) (1) Stammfunktion von f k bestimmen (10P)

Eine Methode, um eine Stammfunktion zu bilden ist das Substitutionsverfahren. Wir substitu-
ieren den Exponent des e: θ ( x ) = −4x2 . Wir versuchen, die Form eθ ( x) · θ ′ ( x ) zu erlangen, denn
die Stammfunktion davon wäre eθ ( x) .
Z Z
2 2 −8x −4x2
2k · xe−4x dx = 2k xe−4x dx = x · e dx
−8x
Z Z
θ ′ ( x) θ (x) 1
= 2k x · e dx = 2k − θ ′ ( x )eθ ( x) dx
−8x 8
Z
1 1 2
= − k θ ′ ( x )eθ ( x) dx = − ke−4x
4 4

(2) Gleichheit der Flächen nachweisen

In Abbildung 1 sehen wir, dass f 2 oberhalb von f 1 verläuft.


Z s Z s  Z s 
2 2 2 2
( f 2 ( x ) − f 1 ( x )) dx = 2 · 2xe−4x − 2 · 1xe−4x dx = 4xe−4x − 2xe−4x dx
0 0 0
Z s Z s
−4x2
= 2xe dx = f 1 ( x )dx
0 0

Damit ist die Gleichheit nachgewiesen.

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Aufgabe 7
a) Parameter a berechnen (5P)

Das Schaubild stellt eine Funktion der Kurvenschar f a (t) = ate−0,25t dar. Der Hochpunkt
H (4|10, 3) ist außerdem bekannt. Wir können also die Koordinaten dieses Punktes für t und
f a (t) in die Gleichung einsetzen und nach a auflösen.

10, 3 = a · 4e−0,25·4
1
10, 3 = 4ae−1 | · e1
4
1
· 10, 3e = a ≈ 7
4
Damit ergibt sich die Funktionsgleichung f 7 (t) = 7te−0,25t .

Höhe der Wirkstoffkonzentration zu t = 24 bestimmen

Es wird t = 24 in die Gleichung eingesetzt:

f (24) = 7 · 24 · e−0,25·24 = 168e−6 ≈ 0, 42


mg
Zum Zeitpunkt t = 24 beträgt die Wirkstoffkonzentration etwa 0, 42 l .

b) Monotonieverhalten von f a untersuchen (13P)

Das Monotonieverhalten einer Funktion ändert sich immer an einem Extrempunkt, d.h. an einer
Stelle t0 , an der gilt f a′ (t0 ) = 0.

Ableitungen bilden

f a′ (t) = a · e−0,25t + at · (−0, 25) e−0,25t | ae−0,25t ausklammern

= ae−0,25t · (1 − 0, 25t)
 
f a′′ (t) = a · −0, 25e−0,25t · (1 − 0, 25t) + e−0,25t · (−0, 25) | e−0,25t ausklammern

= ae−0,25t · (−0, 25 + 0, 0625t − 0, 25)


= ae−0,25t · (0, 0625t − 0, 5)

f a′ (t) = 0
ae−0,25t · (1 − 0, 25t) = 0

Ein Produkt ist Null, wenn einer seiner Faktoren Null wird. Da ae−0,25t niemals Null werden
kann, genügt es, den zweiten Faktor Null zu setzen.

1 − 0, 25t = 0 | +0, 25t

1 = 0, 25t | ·4

4= t

Dieser Wert für t wird f a′′ (t) eingesetzt.

f a′′ (4) = ae−1 · (0, 25 − 0, 5) = ae−1 · (−0, 25) ≈ −0, 092a

Da a > 0 definiert ist, ist dieser Ausdruck immer negativ. Somit besitzt jede Funktion der Schar
f a bei t = 4 einen Hochpunkt. Da dies der einzige Extrempunkt ist, lässt sich über das Monoto-
nieverhalten der Funktionen von f a Folgendes sagen:

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An einem Hochpunkt ändert sich die Steigung immer von steigend zu fallend. Somit sind die
Funktionen von f a für 0 ≤ t < 4 monoton steigend und für 4 < t 6= 24 monoton fallend.

Interpretation der Ergebnisse

Nach der Einnahme des Medikaments baut sich unabhängig von der Dosierung ein Spiegel im
Blut auf, der nach 4 Stunden seinen höchsten Stand erreicht. Anschließend nimmt die Konzen-
tration des Medikaments wieder ab und nähert sich der Null an.

Dosishöhe bestimmen, ab der die schädliche Wirkung eintritt


mg
Das Medikament wirkt schädlich, wenn es die Konzentration von 18 l überschreitet. Wir ha-
ben eben gezeigt, dass die Konzentration nach der Einnahme unabhängig vom Parameter a bei
t = 4 den höchsten Punkt erreicht. Das Medikament ist also nicht schädlich, solange der Funk-
tionswert f a (4) < 18 ist:

18 = a · 4 · e−0,25·4 |: 4

4, 5 = ae−1 | ·e

4, 5e = a ≈ 12, 23
mg
Wenn der Parameter a größer als 12, 23 wird, d.h. wenn die Dosishöhe größer als 12, 23 l ist,
so setzt die schädliche Wirkung des Medikaments ein.
c) Nachweis der Konzentrationsabnahme (10P)

Hier ist nach dem Tiefpunkt der Steigung gefragt, d.h. nach einem Wendepunkt von f a .

Dritte Ableitung bilden


 
f a′′′ (t) = a · −0, 25e−0,25t · (0, 0625t − 0, 5) + e−0,25t · 0, 0625 | e−0,25t ausklammern

= ae−0,25t · (−0, 015625t + 0, 125 + 0, 0625)


= ae−0,25t · (−0, 015625t + 0, 1875)

Um einen Wendepunkt zu bestimmen, setzen wir f a′′ (t) = 0.

ae−0,25t · (0, 0625t − 0, 5) = 0

Wie oben können wir den Satz vom Nullprodukt anwenden und nur die Klammer Null setzen.

0, 0625t − 0, 5 = 0 | +0, 5

0, 0625t = 0, 5 |: 0, 0625

t= 8

Dieser Wert für t wird nun in die dritte Ableitung eingesetzt.

f a′′′ (8) = ae−0,25·8 · (−0, 125 + 0, 1875) = ae−2 · 0, 0625 ≈ 0, 008a

Da a > 0 definiert ist, ist dieser Ausdruck immer positiv, also 6= 0. Somit ist ein Wendepunkt
nachgewiesen. Gleichzeitig ist nachgewiesen, dass es sich um einen Tiefpunkt der ersten Ab-
leitung handelt.

Zum Zeitpunkt t = 8 nimmt die Konzentration des Medikaments unabhängig vom Parameter a
am stärksten ab.

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d) Stammfunktion nachweisen (12P)

Wir wenden die Produktintegration an:


Z Z
u′ · v = u · v − u · v′

Um einfacher rechnen zu können, drehen wir das Produkt um:


Z
f 10 (t) = 10e−0,25t · t. Es gilt für das Integral: 10 e−0,25t · t dt

In unserem Fall gilt also:


1
u′ (t) = e−0,25t u(t) = e−0,25t = −4e−0,25t
−0, 25
v′ (t) = 1 v(t) = t
Z Z
10e−0,25t · t dt = 10 e−0,25t · t dt
 Z   

= 10 −4e−0,25t · t − −4e−0,25t · 1 dt
 
−4 −0,25t
= 10 −4te−0,25t − e
−0, 25
 
= 10 −4te−0,25t − 16e−0,25 | 4e−0,25t ausklammern

= 40e−0,25t · (−t − 4) = 40 · (−t − 4) e−0,25t

Damit ist die Stammfunktion nachgewiesen.

Mittlere Konzentration bestimmen


Z b
1
Für den Mittelwert T gilt immer: T = f (t)dt
b−a a
Z
k
1
m(k) = · f (t)dt
k − 0 0 10
1
= · [ F10 (k) − F10 (0)]
k
1 h i
= · 40 (−k − 4) e−0,25k − 40 · (−4) · 1
k
1  
= · 40 (−k − 4) e−0,25k + 160
k
Für m(12) gilt also:
1 
m(12) = · 40 · (−16)e−0,25·12 + 160 ≈ 10, 678
12
mg
In den ersten 12 Stunden liegt die durchschnittliche Wirkstoffkonzentration bei etwa 10, 678 l .

e) Verhalten für t → ∞ betrachten (10P)

Hier wird der Grenzwert betrachtet. Wir schreiben den Funktionsterm zunächst etwas um:
10t
10te−0,25t =
e0,25t
10t 10∞
lim = ∞ =0
t→∞ e0,25t e
Der Ausdruck im Nenner wird um einiges schneller größer als der im Zähler. Somit wird der
gesamte Bruch für t → ∞ Null.

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Für den langfristigen Abbau des Medikaments bedeutet dies, dass sich die Konzentration des
Wirkstoffs zwar der Null annähert, dass allerdings immer ein kleiner Rest im Blut des Patienten
zurückbleibt. Das Medikament wird also nie vollständig abgebaut.

g(t) bestimmen

Die Funktion g soll eine lineare Funktion sein, d.h. eine Gerade. Außerdem soll sie an der Stelle
t = 24 die gleiche Steigung besitzen wie die Funktion f 10 .
Somit ist g die Tangente an f 10 im Punkt P (24| f 10 (24)).

Wir bestimmen die Gleichung dieser Tangenten über die allgemeine Geradengleichung:

y = mt + b. Dabei steht m für die Steigung und b für den y-Achsenabschnitt.


′ (24) = 10e−0,25·24 · (1 − 0, 25 · 24) = −50e−6
m = f 10

Weiterhin verläuft die Tangente durch den Punkt P (24| f 10 (24)), d.h.

f 10 (24) = 10 · 24e−0,25·24 = 240e−6

Setzen wir m = −50e−6 , t = 24 und y = 240e−6 in die allgemeine Geradengleichung ein, so


ergibt sich:

240e−6 = −50e−6 · 24 + b
240e−6 = −1200e−6 + b | +1200e−6

1440e−6 = b

Damit lautet die zusammengesetzte Funktion h(t):



 10te−0,25t für 0 ≤ t ≤ 24
h(t) =
 −50e−6 t + 1440e−6 für t > 24

Zeitpunkt des vollständigen Abbaus bestimmen

Das Medikament ist dann vollständig abgebaut, wenn die g(t) den Funktionswert Null an-
nimmt, d.h. wenn die Tangente die t-Achse schneidet.

0 = −50e−6 t + 1440e−6 | +50e−6 t

50e−6 t = 1440e−6 |: 50e−6

t = 28, 8

Zum Zeitpunkt t = 28, 8, d.h. nach etwa 29 Stunden, ist das Medikament nach dieser Modellie-
rung vollständig abgebaut.

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Aufgabe 8
a) Vorgaben des Trainers überprüfen (11P)

Hier ist nach den niedrigsten und den höchsten Messwerten gefragt, d.h. nach den größten und
kleinsten Funktionswerten. Wir können anhand der Schaubilder erkennen, dass die niedrigsten
Messwerte jeweils am Tiefpunkt vorliegen. Die höchsten Messwerte allerdings befinden sich
nur bei Sportler 2 am lokalen Maximum, bei Sportler 1 liegen sie nicht am lokalen Maximum,
sondern am Randmaximum, d.h. bei t = 10.

Lösung mit GTR

Wir bestimmen zunächst Tiefpunkte beider Kurven:

Wir zeichnen das Schaubild von g bzw. von h und bestim-


hier anfangen
men mit 2nd → TRACE (CALC) → MINIMUM die Tief-
punkte der beiden Kurven.

Für Sportler 1 ergibt sich der Tiefpunkt T1 (7|107, 5), für Sportler 2 der Tiefpunkt T2 (2|142).

Wir bestimmen weiterhin die höchsten Messwerte der Sportler. Bei Sportler 1 ist dies das Rand-
maximum g(10) = 155.
Bei Sportler 2 bestimmen wir den Hochpunkt genau wie den Tiefpunkt (s.o.). Er hat die Koordi-
naten H2 (2|142)

Handschriftliche Lösung

Wir beginnen mit den Tiefpunkten.

Ableitungen bilden

g′ (t) = 1, 5t2 − 13, 5t + 21 h′ (t) = 1, 5t2 − 15t + 24


g′′ (t) = 3t − 13, 5 h′′ (t) = 3t − 15

Zur Bestimmung der Tiefpunkte wird g′ (t) = 0 bzw. h′ (t) = 0 gesetzt.

Sportler 1

g′ (t) = 0
1, 5t2 − 13, 5t + 21 = 0 |: 1, 5

t2 − 9t + 14 = 0
r
9 81
t1,2 = ± − 14
2 4
r
9 81 56
= ± −
2 4 4
r
9 25
= ±
2 4
9 5
= ±
2 2

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t1 = 7
t2 = 2

Diese Werte für t werden in g′′ (t) eingesetzt.

g′′ (7) = 7, 5 > 0: Tiefpunkt


g′′ (2) = −7, 5 < 0: Hochpunkt

Wir interessieren uns zunächst nur für den Tiefpunkt. g(7) = 107, 75

Sportler 2

h′ (t) = 0
1, 5t2 − 15t + 24 = 0 |: 1, 5

t2 − 10t + 16 = 0

t1,2 = 5 ± 25 − 16

= 5± 9
= 5±3
t1 = 8
t2 = 2

Diese Werte für t werden in h′′ (t) eingesetzt.

h′′ (8) = 9 > 0: Tiefpunkt


h′′ (2) = −9 < 0: Hochpunkt

Bei Sportler 2 interessieren wir uns für Hoch- und Tiefpunkt:

h(8) = 88, h(2) = 142

Nun betrachten wir die höchsten Messwerte von Sportler 1:

Wir bestimmen das Randmaximum bei t = 10: g(10) = 155

Somit befinden sich die Messwerte von Sportler 1 zwischen 107, 5 und 155 Schlägen pro Minute.
Er hat damit die Vorgaben des Trainers eingehalten.
Die Messwerte von Sportler 2 befinden sich zwischen 88 und 142 Schlägen pro Minute. Er hat
die Vorgaben des Trainers also unterschritten und nicht eingehalten.

b) Untersuchung der Wendepunkte (9P)

Es ist nach den Zeitpunkten gefragt, zu denen die Herzfrequenz am stärksten abnimmt, d.h.
nach dem Tiefpunkt der Steigung.

Lösung mit dem GTR

Wir zeichnen das Schaubild von g′ bzw. von h′ und be-


hier anfangen
stimmen mit 2nd → TRACE (CALC) → MINIMUM die
Tiefpunkte der beiden Kurven.

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Für Sportler 1 ergibt sich der Punkt T1 (4, 5|−9, 375), für Sportler 2 der Punkt T2 (5|−13, 5).

Die Zeitpunkte sind also unterschiedlich und stimmen nicht überein.

Handschriftliche Lösung

Die Extrempunkte der Ableitung sind gleichzeitig die Wendepunkte der normalen Funktion.
Wir bilden zunächst die dritte Ableitung:

g′′′ (t) = 3 h′′′ (t) = 3

Zur Bestimmung der Wendepunkte setzen wir g′′ (t) bzw. h′′ (t) Null.

g′′ (t) = 0 h′′ (t) = 0


3t − 13, 5 = 0 | +13, 5 3t − 15 = 0 | +15

3t = 13, 5 |: 3 3t = 15 |: 3

t = 4, 5 t= 5

Diese Werte für t werden in die dritte Ableitung eingesetzt.

g′′′ (4, 5) = 3 h′′′ (5) = 3

Die Zeitpunkte, zu denen die Herzfrequenz am stärksten abnimmt stimmen bei Sportler 1 und
2 nicht überein.

c) Mittlere Herzfrequenz bestimmen (8P)


Z b
1
Für den Mittelwert T gilt immer T = · f (t)dt
b−a a

In unserem Fall gilt also:


Z k
1
T (k) = · g(t)dt
k−0 0
 k
1 1 4 1 3 1 2
= · 0, 5t − · 6, 75t + · 21t + 120t
k 4 3 2 0
1   k
= 0, 125t4 − 2, 25t3 + 10, 5t2 + 120t 0
k
1 
= 0, 125k4 − 2, 25k3 + 10, 5k2 + 120k
k
Für k = 10 nimmt T folgenden Wert an:
1
T (10) = · 1250 = 125
10
Die mittlere Herzfrequenz des ersten Sportlers beträgt in den ersten 10 Minute 125 Schläge pro
Minute.

d) Graphen von f a auf Extrempunkte untersuchen (12P)

Wir bilden zunächst die ersten beiden Ableitungen.

f a′ (t) = 1, 5t2 − 3 ( a + 1) t + 6a
f a′′ (t) = 3t − 3 ( a + 1)

Zur Bestimmung der Extrempunkte setzen wir f a′ (t) = 0.

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1, 5t2 − 3 ( a + 1) t + 6a = 0 |: 1, 5

t2 − 2 ( a + 1) t + 4a = 0
q
t1,2 = a + 1 ± ( a + 1)2 − 4a

= a+1± a2 + 2a + 1 − 4a

= a+1± a2 − 2a + 1
p
= a + 1 ± ( a − 1)2
= a + 1 ± ( a − 1)
t1 = 2
t2 = 2a

Diese Werte für t werden nun in f a′′ (t) eingesetzt.

f a′′ (2) = 6 − 3 ( a + 1) = 6 − 3a − 3 = 3 − 3a = 3 (1 − a)

f a′′ (2a) = 6a − 3 ( a + 1) = 6a − 3a − 3 = 3a − 3 = 3 ( a − 1)

Da a > 0 definiert ist, muss hier eine Fallunterscheidung gemacht werden:

1. Fall: 0 < a < 1

f a′′ (2) = 3 (1 − a): da a < 1, ist dieser Ausdruck positiv

f a′′ (2a) = 3 ( a − 1): da a < 1, ist dieser Ausdruck negativ

Für 0 < a < 1 besitzt jedes Schaubild von f a einen Tiefpunkt bei Ta (2| f a (2)), d.h. bei

Ta (2|118 + 6a) und einen Hochpunkt bei Ha (2a| f a (2a)), d.h. bei Ha 2a −2a3 + 6a2 + 120 .

2. Fall a = 1

Hier fallen die beiden Werte für t1 und t2 zusammen: t1 = t2 = 2. Betrachten wir die zweite
Ableitung:

f a′′ (2) = 3 (1 − a): da a = 1, ist dieser Ausdruck Null

Wenn die erste Ableitung und die zweite Ableitung Null sind, existiert hier womöglich ein Sat-
telpunkt. Dazu muss noch f a′′′ (2) 6= 0 sein:

f a′′′ (t) = 3, f a′′′ (2) = 3 6= 0.

Für a = 1 liegt an der Stelle S (2| f 1 (2)), d.h. S (2|124) ein Sattelpunkt vor.

3. Fall: a > 1

f a′′ (2) = 3 (1 − a): da a > 1, ist dieser Ausdruck negativ

f a′′ (2a) = 3 ( a − 1): da a > 1, ist dieser Ausdruck positiv

Für a > 1 besitzt jedes Schaubild von f a einen Hochpunkt bei Ha (2| f a (2)), d.h. bei

Ha (2|118 + 6a) und einen Tiefpunkt bei Ta (2a| f a (2a)), d.h. bei Ta 2a −2a3 + 6a2 + 120 .

Begründung der Nullstelle

Wir haben gesehen, dass f a (2) = 118 + 6a. Für a ≥ 5 29 ergibt sich hier der Wert
f 5 2 = 118 + 94 448
3 = 3 > 0.
9

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Im Intervall [0; 10] liegt also eine Nullstelle vor, wenn f a (10) für a > 5 92 kleiner oder gleich Null
ist.

An der Stelle t = 10 nimmt f a den Funktionswert f a (10) = −90a + 470 an. Wir betrachten, wann
dieser Wert kleiner oder gleich Null wird.

−90a + 470 ≤ 0 | +90a

470 ≤ 90a |: 90

5 92 ≤ a
a ≥ 5 29

Für a ≥ 5 92 ist f (2) > 0, aber f (10) ≤ 0. Somit muss in diesem Intervall eine Nullstelle vor.

Die Modellierung ist für eine Beschreibung von Herzfrequenzen deshalb nicht geeignet, weil
der Sportler für bestimmte Werte von a sonst zwischendurch keinen Herzschlag mehr hätte.

e) Schnittpunkte nachweisen (10P)

Zur Bestimmung der Schnittpunkte werden die Funktionsgleichungen gleich gesetzt. Dazu wer-
den für a zwei unterschiedliche Werte verwendet, z.B. a = u und a = v, wobei u 6= v.

f u (t) = f v (t)
0, 5t3 − 1, 5 (u + 1) t2 + 6ut + 120 = 0, 5t3 − 1, 5 (v + 1) t2 + 6vt + 120 | −120 − 0, 5t3

−1, 5 (u + 1) t2 + 6ut = −1, 5 (v + 1) t2 + 6vt


−1, 5ut2 − 1, 5t2 + 6ut = −1, 5vt2 − 1, 5t2 + 6vt | +1, 5t2

−1, 5ut2 + 6ut = −1, 5vt2 + 6vt | +1, 5u2 − 6vt

6ut − 6vt = −1, 5vt2 + 1, 5ut2 | 6t bzw. 1, 5t2 ausklammern

6t · (u − v) = 1, 5t2 · (u − v) |: (u − v) (6= 0, da u 6= v)

6t = 1, 5t2 | −1, 5t2

−1, 5t2 + 6t = 0 | t ausklammern

t (−1, 5t + 6) = 0
t1 = 0

−1, 5t + 6 = 0 | +1, 5t

6 = 1, 5t |: 1, 5

4 = t2

Nun werden die zugehörigen Funktionswerte f a (0) bzw. f a (4) bestimmt. Es ergeben sich die
Punkte S1 (0|120) und S2 (4|128). Diese stimmen mit den Punkten aus der Aufgabenstellung
überein.

Inhalt der eingeschlossenen Fläche bestimmen

Die Fläche wird von den Schnittpunkten der beiden Funktionen eingegrenzt. Damit ergeben
sich die Integralgrenzen a = 0 und b = 4.
Z 4
A= ( f a2 (t) − f a1 (t)) dt
Z0 4   
= 0, 5t3 − 1, 5 ( a2 + 1) t2 + 6a2 t + 120 − 0, 5t3 − 1, 5 ( a1 + 1) t2 + 6a1 t + 120 dt
Z0 4  
= −1, 5 ( a2 + 1) t2 + 6a2 t + 1, 5 ( a1 + 1) t2 − 6a1 t dt
0

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Z 4 
= −1, 5a2 t2 − 1, 5t2 + 6a2 t + 1, 5a1 t2 + 1, 5t2 − 6a1 t dt
Z0 4  
= −1, 5a2 t2 + 6a2 t + 1, 5a1 t2 − 6a1 t dt
Z0 4  
= 1, 5( a1 − a2 )t2 + 6( a2 − a1 )t dt
0
 4
= 0, 5 ( a1 − a2 ) t3 + 3 ( a2 − a1 ) t2 0
= (32 ( a1 − a2 ) + 48 ( a2 − a1 )) − 0
= 32a1 − 48a1 − 32a2 + 48a2
= −16a1 + 16a2
= 16 ( a2 − a1 )

Der Inhalt der Fläche, die von zwei Funktionen f a1 und f a2 mit a2 > a1 eingeschlossen wird,
beträgt 16 ( a2 − a1 ) FE.

Inhalt der Fläche zwischen f 3,5 und f 4 berechnen

Der Inhalt der Fläche, die von den Schaubildern dieser beider Funktionen eingeschlossen wird,
beträgt 16 (4 − 3, 5) = 8 FE.

Um diese Schnittfläche zu interpretieren, überlegen wir zunächst, was die Fläche unter einer der
Kurven an sich repräsentieren würde. Die Kurve selbst gibt Schläge pro Minute an. Somit gibt
die Fläche, die unter einer Kurve eingeschlossen ist, die Anzahl der Schläge insgesamt an.
Die Schnittfläche schließlich repräsentiert den Unterschied der Anzahl der Schläge. Das Herz
von Sportler 2 schlägt in den ersten 4 Minuten 8 mal mehr als das von Sportler 1.

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Aufgabe 9
a) Schnittpunkte mit den Koordinatenachsen (11P)

Schnittpunkte mit der x-Achse

Zur Bestimmung der Schnittpunkte mit der x-Achse setzen wir f a ( x ) = 0.

( x + a ) e− x = 0

Ein Produkt ist Null, wenn einer seiner Faktoren Null ist. Da e− x niemals Null werden kann,
genügt es, die Klammer allein Null zu setzen.

x+a =0 ⇐⇒ x = −a

Die Graphen aller Funktionen der Schar f a ( x ) besitzen einen Schnittpunkt mit der x-Achse bei
N (− a|0).

Schnittpunkt mit der y-Achse

Zur Bestimmung der Schnittpunkte mit der y-Achse setzen wir x = 0.

(0 + a) e0 = a · 1 = a

Die Graphen aller Funktionen der Schar f a ( x ) besitzen einen Schnittpunkt mit der y-Achse bei
S (0| a ).

Extrempunkte

Zur Bestimmung der Extrempunkte werden die ersten beiden Ableitungen benötigt. Diese bil-
den wir nach der Produkt- und Kettenregel.

f a′ ( x ) = 1 · e− x + ( x + a) · (−e− x ) | e−x ausklammern

= e− x · (1 − x − a )
f a′′ ( x ) = −e− x · (1 − x − a) + e− x · (−1) | e−x ausklammern

= e− x · (−1 + x + a − 1)
= e− x · (−2 + x + a)

Um die Extrempunkte zu bestimmen, setzen wir f a′ ( x ) = 0.

e− x · (1 − x − a ) = 0

Wie oben können wir den Satz vom Nullprodukt anwenden und die Klammer alleine Null set-
zen.

1−x−a = 0 ⇐⇒ x = 1−a

Dieser Wert für x wird nun in f a′′ ( x ) eingesetzt.

f a′′ (1 − a) = e−1+ a · (−2 + 1 − a + a) = e−1+ a · (−1) < 0: Hochpunkt



Zuletzt wird der zugehörige y-Wert bestimmt: f a (1 − a) = (1 − a + a) e−1+ a = e−1+ a .

Die Graphen aller Funktionen der Schar f a besitzen unabhängig von a einen Hochpunkt

Ha 1 − a e−1+ a .

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Verhalten für x → ∞ bestimmen

Hierzu schreiben wir den Funktionsterm zunächst um:


x+a
( x + a ) e− x =.
ex
x+a ∞
lim = ∞ =0
x →∞ ex e
Der Ausdruck im Nenner steigt exponentiell, der im Zähler nur linear. Somit wird der Ausdruck
im Nenner schnell größer als der im Zähler und der gesamte Bruch läuft gegen Null.
Die Graphen aller Funktionen der Schar f a haben die x-Achse als waagerechte Asymptote für
x → ∞.

b) Schnittpunkt von f a und f a′ nachweisen (14P)

Zur Bestimmung des Schnittpunkts setzen wir die Funktionsgleichung von f a und f a′ gleich.

( x + a ) e− x = (1 − x − a ) e− x |: e−x > 0 für alle x

x+a = 1−x−a | +x − a

2x = 1 − 2a |: 2
1
x= 2 −a
  1 1
Wir bestimmen noch den zugehörigen y-Wert: f a ( 21 − a) = 12 − a + a e− 2 + a = 12 e− 2 + a
 
1
Die Schaubilder von f a und f a′ schneiden sich im Punkt P 21 − a 21 e− 2 + a .

Ortskurve der Schnittpunkte bestimmen

Wir teilen den Schnittpunkt zunächst in seine Koordinaten auf:


1
x= 1
2 −a y = 12 e− 2 + a

Nun lösen wir die x-Koordinate nach a auf und setzen diesen Wert dann in die y-Koordinate ein.

1 1
x= 2 −a ⇐⇒ a= 2 −x

Dies eingesetzt in y ergibt:


1 1
y = 12 e− 2 + 2 − x = 21 e− x

Die Ortskurve der Schnittpunkte hat die Gleichung g( x ) = 21 e− x .

a für rechtwinkligen Schnitt bestimmen

Zwei Graphen f und g schneiden sich in einem Punkt x0 rechtwinklig, wenn für die Steigungen
in diesem Punkt gilt: f ′ ( x0 ) · g′ ( x0 ) = −1.

Die Steigung von f a wird durch f a′ angegeben. Die Steigung von f a′ wird von f a′′ angegeben.
Somit muss für den Schnittpunkt x = 1
2 − a gelten: f a′ ( 12 − a) · f a′′ ( 12 − a) = −1.

Wir bestimmen zunächst die Werte an der Stelle:

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1 1
f a′ 1
−a = 1−
2 − a − a e− ( 2 − a )
2
1 1
= e− 2 + a
2
     
1 1
f a′′ 12 − a = −2 + − a + a e− ( 2 − a )
2
 
3 1
= − e− 2 + a
2

Nun setzen wir die Werte ein:


 
1 − 1 +a 3 1
e 2 · − e− 2 + a = − 1
2 2
3  1 2 
4

− e− 2 + a = − 1 | · −
4 3
1 4
e ( − 2 + a ) ·2 =
3
4
e−1+2a = | ln ( )
3
 
4
−1 + 2a = ln | +1
3
 
4
2a = ln + 1 |: 2
3
 
ln 43 + 1
a= ≈ 0, 64
2
Für a ≈ 0, 64 schneiden sich f a und f a′ rechtwinklig.

c) u so bestimmen, dass der Flächeninhalt maximal wird (12P)

Sehen wir uns die Aufgabenstellung zunächst graphisch vor:


y

f′

1 f
S1 Pu

x
−2 −1 1 2 3
Qu

−1

1
Für den Flächeninhalt eines Dreiecks gilt immer A = 2 · g · h, wobei g für die Grundseite und h
für die Höhe steht.

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Als Grundseite bietet sich die Strecke Pu Qu an. Die Höhe muss rechtwinklig auf die Grundseite
stehen. Da die Grundseite eine parallele zur y-Achse ist, muss die Höhe also parallel zur x-Achse
verlaufen.

Somit bietet sich als Höhe des Dreiecks der Abstand der x-Werte der Punkte S1 und Pu an.

Tragen wir nun die Formel zusammen. Für die Grundseite gilt:
q
g = Pu Qu = ( pu 1 − qu 1 )2 + ( pu 2 − qu 2 )2

Die Punkte Pu und Qu haben die Koordinaten Pu u f 1′ (u) und Qu (u| f 1 (u)).

Somit ergibt sich für die Grundseite:


q
g = (u − u)2 + ( f 1 (u)) − f 1′ (u)
q
= ((u + 1)e−u − (−ue−u ))2

= (u + 1)e−u + ue−u | e−u ausklammern

= e−u (u + 1 + u) = e−u (2u + 1)

Die Höhe h ist wie gesagt der Abstand der x-Werte von S1 zu Pu . Der Abstand von S1 zur y-
Achse ist 0, 5. Der weitere Abstand von der y-Achse zum Punkt Pu ist u. Somit gilt:
h = u + 0, 5

Setzen wir dies in die Formel für den Flächeninhalt ein, so ergibt sich:
1 −u
A(u) = e (2u + 1) · (u + 0, 5) | (2u + 1) = 2 · (u + 0, 5)
2
1
= · 2e−u (u + 0, 5) · (u + 0, 5)
2
= e−u · (u + 0, 5)2

A(u) = e−u · u2 + u + 0, 25

Diese Gleichung gibt uns den Flächeninhalt des Dreiecks in Abhängigkeit von u an. Wenn wir u
so bestimmen wollen, dass der Flächeninhalt maximal wird, müssen wir den Hochpunkt dieser
Funktion betrachten.

Lösung mit dem GTR

Wir zeichnen das Schaubild von A und bestimmen mit


hier anfangen
2nd → TRACE (CALC) → MAXIMUM den Hochpunkt.

Für u = 1, 5 wird der Flächeninhalt des Dreiecks mit A ≈ 0, 9 maximal.

Handschriftliche Lösung

Zur Bestimmung des Hochpunktes werden die ersten beiden Ableitungen benötigt. Diese bilden
wir mit der Produktregel.

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A′ (u) = −e−u u2 + u + 0, 25 + e−u (2u + 1) | e−u ausklammern

= e−u −u2 − u − 0, 25 + 2u + 1

= e−u −u2 + u + 0, 75

A′′ (u) = −e−u −u2 + u + 0, 75 + e−u (−2u + 1) | e−u ausklammern

= e−u · u2 − u − 0, 75 − 2u + 1

= e−u · u2 − 3u + 0, 25

Wir setzen A′ (u) = 0.



e−u −u2 + u + 0, 75 = 0

Ein Produkt ist Null, wenn einer seiner Faktoren Null wird. Da e−u niemals Null werden kann,
genügt es, die Klammer allein Null zu setzen.

−u2 + u + 0, 75 = 0 | · (−1)

u2 − u − 0, 75 = 0
r
1 1 3
u1,2 = ± +
2 4 4
1
= ±1
2
u1 = 1, 5
u2 = −0, 5

Da u ≥ 0 sein soll, kommt nur Lösung u1 = 1, 5 in Frage. Diese wird nun in A′′ (u) eingesetzt.

A′′ (1, 5) = e−1,5 1, 52 − 4, 5 + 0, 25 = e−1,5 (−2) < 0 Hochpunkt

Somit wird der Flächeninhalt der Dreiecks für u = 1, 5 maximal.

d) Inhalt der eingeschlossenen Fläche angeben (13P)

Die Fläche wird von den Schaubildern von f 1 und f 1′ eingeschlossen. Als Intervallgrenzen erge-
ben sich damit a = −0, 5 und b = u.
Z u 
A= f 1 ( x ) − f 1′ ( x ) dx
−0,5
Z u 
= ( x + 1)e− x + xe− x dx | e−x ausklammern
−0,5
Z u  
= e− x · ( x + 1 + x ) dx
−0,5
Z u 
= e− x · (2x + 1)
−0,5

Nun muss eine Stammfunktion dieses Ausdrucks gebildet werden. Dies wird mit der Produk-
tintegration gemacht.
Z Z
u′ · v = u · v − u · v′

In unserem Fall gilt also:

u ′ ( x ) = e− x u ( x ) = − e− x

v′ ( x ) = 2 v( x ) = 2x + 1

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 Z u

A = −e− x · (2x + 1) − −2e− x
−0,5
u
= [−e− x (2x + 1) − 2e− x ]−0,5 | e−x ausklammern

u
= [e− x · (−2x − 1 − 2)]−0,5
u
= [e− x · (−2x − 3)]−0,5

= e−u · (−2u − 3) − e0,5 · (1 − 3)

= e−u · (−2u − 3) + 2e0,5

Auf endlichen Flächeninhalt prüfen

Hierzu betrachten wir den Grenzwert dieses Ausdrucks für u → ∞.

lim e−u · (−2u − 3) + 2e0,5 = 2e0,5


u→∞
−2u − 3
Wir können den Term so umschreiben, dass er lautet + 2e0,5 . Für u → ∞ wächst der
eu
Nenner exponentiell, der Zähler des Buchs jedoch nur linear. Somit läuft der Bruch an sich gegen
Null und es bleibt nur die Konstante 2e0,5 stehen.

Für u → ∞ nähert sich der Flächeninhalt des eingeschlossenen Flächenstücks dem Wert 2e0,5 an.

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Aufgabe 10
2
Gegeben ist die Funktion f mit f (t) = 2t · e−0,02·t , t ∈ R.
Ein Teil des Graphen von f ist für 0 ≤ t ≤ 15 am Ende der Aufgabe auf Seite 2 abgebildet.
a) Punktsymmetrie zum Ursprung zeigen (20P)

Es ist zu zeigen, dass f (t) = − f (−t).


2
 2

2t · e−0,02t = − 2 · (−t) · e−0,02·(−t) | −2 · (−t) = 2t
2 2
2t · e−0,02t = 2t · e−0,02t

Damit ist die Punktsymmetrie zum Ursprung nachgewiesen.

Lokale Extrem- und Wendestellen rechnerisch bestimmen

Ableitungen bilden

Zur Bestimmung der Extrem- und Wendestellen benötigen wir die ersten drei Ableitungen von
f . Diese werden nach der Produkt- und Kettenregel gebildet.
2
 2

f ′ (t) = 2 · e−0,02t + 2t · 2 · (−0, 02t) · e−0,02t
2
| e−0,02t ausklammern

2 
= e−0,02t · 2 − 0, 08t2
2  2
f ′′ (t) = 2 (−0, 02t) · e−0,02t · 2 − 0, 08t2 + e−0,02t · (−0, 16t) | e−0,02t ausklammern
2

2   
= e−0,02t · −0, 04t · 2 − 0, 08t2 − 0, 16t
2  
= e−0,02t · −0, 24t + 0, 0032t3
2  2 
f ′′′ (t) = 2 · (−0, 02t) · e−0,02t · −0, 24t + 0, 0032t3 + e−0,02t · −0, 24 + 0, 0096t2
2
| e−0,02t
ausklammern
2   
= e−0,02t · −0, 04t · −0, 24t + 0, 0032t3 − 0, 24 + 0, 0096t2
2 
= e−0,02t · 0, 0096t2 − 0, 000128t4 − 0, 24 + 0, 0096t2
2 
= e−0,02t · −0, 000128t4 + 0, 0192t2 − 0, 24

Extremstellen bestimmen - f ′ ( x ) = 0 setzen


2 2
0 = e−0,02t · e2−0,08t
2
Ein Produkt ist Null, wenn einer seiner Faktoren Null ist. Da e−0,02t niemals Null werden kann,
genügt es, den zweiten Faktor, Null zu setzen.

2 − 0, 08t2 = 0 | +0, 08t2

2 = 0, 08t2 |: 0, 08

25 = t2 |

±5 = t1,2

Diese Werte für t werden in f ′′ eingesetzt.

f ′′ (5) ≈ −0, 49 =⇒ Hochpunkt


f ′′ (−5) ≈ 0, 49 =⇒ Tiefpunkt

f besitzt Extremstellen bei t1,2 = ±5.

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Wendestellen bestimmen - f ′′ (t) = 0 setzen


2 
0 = e−0,02t · −0, 24t + 0, 0032t3

Wie oben können wir den Satz vom Nullprodukt anwenden und nur den zweiten Faktor Null
setzen.

−0, 24t + 0, 0032t3 = 0 | t ausklammern



t · −0, 24 + 0, 0032t2 = 0
t1 = 0

−0, 24 + 0, 0032t2 = 0 | +0, 24

0, 0032t2 = 0, 24 |: 0, 0032

t2 = 75 |

t2,3 = ± 75

Diese Werte für t werden in f ′′′ eingesetzt.

f ′′′ (0) = −0, 24 6= 0 =⇒ Wendestelle


′′′

f ( 75) ≈ 0, 11 6= 0 =⇒ Wendestelle

f ′′′ (− 75) ≈ 0, 11 6= 0 =⇒ Wendestelle

f besitzt Wendestellen bei t1 = 0 und bei t2,3 = ± 75.

Koordinaten der Extrempunkte angeben

Die t-Werte der Extrempunkte sind bereits bekannt: t1,2 = ±5. Wir bestimmen die zugehörigen
f (t)-Werte.

f (5) ≈ 6, 07 =⇒ Hochpunkt bei H (5|6, 07)


f (−5) ≈ −6, 07 =⇒ Tiefpunkt bei T (−5|−6, 07)

b) Stammfunktion von f bestimmen (10P)

Wir bilden die Stammfunktion von f mit Hilfe des Substitutionsverfahrens.


Z Wir substituieren
dabei den Exponent von e: θ (t) = −0, 02t2 und versuchen, die Form θ ′ (t) · eθ (t) zu erlangen.
Z Z
2 −0, 04t −0,02t2
2 · t · e−0,02t = 2· ·e
−0, 04
θ ′ (t)
= 2· · eθ ( t )
−0, 04
Z
2
= − · θ ′ ( t ) · eθ ( t )
0, 04
2
= −50 · e−0,02t + c, c ∈ R.

Inhalt der eingeschlossenen Fläche bestimmen

Die Fläche wird eingeschlossen vom Schaubild von f , der t-Achse und der Geraden t = 10, die
insbesondere parallel zur y-Achse verläuft. Als Integrationsgrenzen dient also zum einen t = 10,
zum anderen die Nullstelle von f . Aus dem Schaubild lässt sich die Nullstelle t = 0 ablesen,
wenn wir uns den Funktionsterm ansehen, sticht das auch sofort ins Auge: Die e-Funktion wird
niemals Null und der Faktor 2t nur für t = 0.

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Integral berechnen
Z 10
f (t)dt = [ F (t)]10
0 = F (10) − F (0)
0

= −50e−0,02·100 − −50e−0,02·0
= −50e−2 + 50 ≈ 43, 23

Alternativer Rechenweg mit GTR

Wir zeichnen den Graphen von f und bestimmen


Z hier anfangen
mit 2nd → TRACE (CALC) → f ( x )dx das Integral im
gewünschten Intervall.

Der Inhalt der eingeschlossenen Fläche beträgt etwa 43, 23 FE.

c) Beschreibung des Verlaufs des Graphen von f (4P)

Direkt nach dem Sonnenaufgang beginnt die Buche Sauerstoff zu produzieren. Mit zunehmen-
der Zeit nimmt auch die Sonnenintensität und somit die Sauerstoffproduktion der Buche zu.
Fünf Stunden nach Sonnenaufgang erreicht die Sauerstoffproduktion ihren Höhepunkt mit
m3
6, 07 Std .
Anschließend nimmt die Sauerstoffproduktion mit abnehmender Sonnenintensität wieder ab.

Bei t = 75, d.h. etwa 8, 66 Stunden nach Sonnenaufgang hat das Schaubild einen Wendepunkt.
An diesem Punkt nimmt die Sauerstoffproduktion am stärksten ab und nähert sich von hier an
wieder der Null an.

d) Flächeninhalt interpretieren (8P)

Die Buche hat in den ersten 10 Stunden nach Sonnenaufgang insgesamt etwa 43, 23 m3 Sauer-
stoff produziert.

Anzahl der Sonnenstunden bestimmen

Die Fläche, die zwischen t-Achse und Kurve eingeschlossen ist, gibt uns die Menge des produ-
zierten Sauerstoffs an.
Gefragt ist nun, für welche obere Integrationsgrenze dieser Flächeninhalt genau 20 FE beträgt.
Z b
20 = f (t)dt = [ F (t)]0b = F (b) − F (0)
0
2
20 = −50e−0,02b − (−50)
2
20 = −50e−0,02b + 50 | −50
2
−30 = −50e−0,02b |: (−50)
2
0, 6 = e−0,02b | ln ( )

ln (0, 6) = −0, 02b2 |: (−0, 02)

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ln (0, 6) √
= b2 |
−0, 02
r
ln (0, 6)
± = b1,2
−0, 02
±5, 05 ≈ b1,2

Da wir uns nur im Bereich von 0 ≤ t ≤ 15 bewegen, kommt nur die Lösung b1 = 5, 05 in Frage.

Es sind etwa 5, 05 Sonnenstunden vergangen, bis die Buche 20 m3 Sauerstoff produziert hat.

e) Skizze von g (8P)


f (t)

3 f

1 g

2 4 6 8 10 12 14 t

Veränderung des Funktionsterms beschreiben

Wenn sich die Sonnenintensität ändert, ändert sich damit die Sauerstoffproduktion und somit
der Verlauf der Kurve. Im Grunde genommen wird die Zunahme der momentanen Sauerstoff-
produktion verringert. Diese Zunahme wird im Funktionsterm durch die Wachstumskonstante
k repräsentiert. Wir können also k so verändern, dass das Schaubild von g nicht bei t = 5,
sondern bei t = 4 seinen Hochpunkt besitzt. Weiterhin ist zu beachten, dass die Sauerstoffpro-
duktion an sich geringer sein wird, d.h. dass die Kurve flacher verläuft. Dies können wir durch
einen Faktor a beeinflussen, für 0 < a < 1: Dieser Faktor bewirkt, dass die Kurve insgesamt
flacher verläuft.
2
gk (t) = a · 2te−k·t
2 2
gk′ (t) = a · 2e−kt + a · 2t · (−2kt) e−kt | a · e−2kt ausklammern

= a · e−2kt · 2 − 4kt2

Die erste Ableitung soll nicht bei t = 5, sondern schon bei t = 4 Null werden:

0 = a · e−2k·4 · 2 − 4k · 42
0 = a · e−8k · (2 − 64k )

Wie oben können wir den Satz vom Nullprodukt anwenden und nur die Klammer alleine Null
setzen. (e−8k kann niemals Null werden und a ist als 0 < a < 1 definiert.)

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0 = 2 − 64k | +64k

64k = 2 |: 64
1
k= 32

Für a kann ein beliebiger Wert gewählt werden, z.B. a = 0, 5.


1 2
Der Funktionsterm einer möglichen Funktion g wäre also g(t) = 1t · e− 32 t .

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Aufgabe 11
a) Zeitpunkte bestimmen, zu denen kein Wasser fließt (4P)

f a (t) gibt uns die momentane Durchflussgeschwindigkeit an. Es fließt kein Wasser durch den
Fluss, wenn die Durchflussgeschwindigkeit 0 ist. Wir bestimmen also die Nullstellen von f .

Nullstellen von f bestimmen


1 3
0= t − at2 + a2 t | t ausklammern
4
 
1 2 2
0 = t· t − at + a
4

Ein Produkt ist Null, wenn einer seiner Faktoren Null ist. Somit ergeben sich die beiden
Möglichkeiten:

t1 = 0
1 2
t − at + a2 = 0 | ·4
4
t2 − 4at + 4a2 = 0
r
4a 16a2
t2,3 = ± − 4a2
2 4

= 2a ± 4a2 − 4a2

t2 = 2a

Bei t = 0 und bei t = 2a fließt kein Wasser durch den Fluss.

b) Extremstellen bestimmen (13P)

Zur Bestimmung der Extremstellen benötigen wir die ersten beiden Ableitungen.

Ableitungen bilden
3 2
f a′ (t) = t − 2at + a2
4
3
f a′′ (t) = t − 2a
2

f a′ (t) = 0 setzen
3 2 4
0= t − 2at + a2 |·
4 3
8 4
0= t2 − at + a2
3 3
r
4 16 2 4 2
t1,2 = a± a − a
3 9 3
r
4 16 2 12 2
= a± a − a
3 9 9
r
4 4 2
= a± a
3 9
4 2
= a± a
3 3

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t1 = 2a
2
t2 = a
3
Diese Werte für t werden in f ′′ eingesetzt.

f ′′ (2a) = a Laut Definition > 0: Tiefpunkt



f ′′ 23 a = − a Laut Definition < 0: Hochpunkt

Alle Funktionen f a besitzen bei t = 2a einen Tiefpunkt und bei t = 23 a einen Hochpunkt.

Funktionswerte bestimmen
1
f (2a) = · 8a3 − a · 4a2 + a2 · 2a = 2a2 − 4a2 + 2a2 = 0
4
 1 8 4 2 2 3 12 3 18 3 8 3
f 32 a = · a3 − a · a2 + a2 · a = a − a + a = a
4 27 9 3 27 27 27 27

2 8 3

Alle Funktionen f a besitzen einen Tiefpunkt bei T (2a|0) und einen Hochpunkt bei H 3 a 27 a .

Das bedeutet, dass zum Zeitpunkt t = 2a nie Wasser durch den Fluss fließt, und dass zum
8 3 106 m3
Zeitpunkt t = 23 a mit 27 a Monat das Wasser am Schnellsten durch den Fluss fließt.

c) Zeitpunkt bestimmen, zu dem die Geschwindigkeit am stärksten absinkt (8P)

Hier ist nach der Stelle gefragt, zu der die Kurve am stärksten fällt, zu der die negative Steigung
also am größten ist. Die Steigung nimmt immer am Wendepunkt die extremen Werte an.
Zur Bestimmung des Wendepunkts benötigen wir noch die dritte Ableitung.

Ableitung bilden
3
f a′′′ (t) =
2

Wendepunkt bestimmen - f a′′ (t) = 0 setzen


3
0= t − 2a | +2a
2
3 2
2a = t |·
2 3
4
a= t
3
Dieser Wert für t wird nun in die dritte Ableitung eingesetzt.

f a′′′ (t) = 3
2 6= 0 =⇒ Wendepunkt.

Funktionswert bestimmen
  1 64 16 4 16 3 48 3 36 3 4 3
f a 34 a = · a3 − a · a2 + a2 · a = a − a + a = a
4 27 9 3 17 27 27 27
 
4 3
Jede Funktion f a besitzt einen Wendepunkt bei W 43 a 27 a .

4
Die Geschwindigkeit nimmt also bei t = 3a am stärksten ab und besitzt an dieser Stelle den
4 106 m3
Wert 27 Monat .

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d) Begründung (11P)

Bei t = 0 besitzt jede Funktion f a eine Nullstelle, danach steigt das Schaubild bis zum Hoch-
punkt an und fällt dann wieder.
Bei der nächsten Nullstelle handelt es sich jeweils um eine doppelte Nullstelle, d.h. das Schau-
bild jeder Funktion f a berührt die t-Achse nur, schneidet sie aber nicht.
Von da an steigt die Kurve wieder und es gibt keine weitere Nullstelle mehr.

Dies ist mit dem Sachverhalt gut vereinbar. Angenommen, das Schaubild von f würde unter-
halb der t-Achse verlaufen, dann würde das bedeuten, dass die Durchflussgeschwindigkeit des
Wassers negative Werte annehmen würde.
Da man aber davon ausgehen kann, dass der Fluss nur in eine Richtung fließt, machen diese
negativen Werte keinen Sinn.

Verhalten von f a für t → ∞ bestimmen

lim ( 1 t3 − at2 + a2 t) = ∞
t→∞ 4

Es genügt, den Summanden mit der höchsten Potenz zu betrachten. Für t → ∞ läuft 14 t3 gegen
Unendlich.

Diese Funktion liefert für t > 8 keine sinnvolle Beschreibung der Durchflussgeschwindigkeit
mehr, sonst würde die Durchflussgeschwindigkeit des Wassers ins Unendliche ansteigen.

e) Menge des Wassers bestimmen (7P)

f 3 gibt uns die Durchflussgeschwindigkeit an, somit gibt uns die Fläche, die zwischen Kurve
und t-Achse eingeschlossen wird, die Menge des durchgeflossenen Wassers an.

Als Integrationsgrenzen ergeben sich aus der Aufgabenstellung a = 0 und b = 6.

Wir zeichnen den Graphen von f 3 und bestimmen


Z hier anfangen
mit 2nd → TRACE (CALC) → f ( x )dx das Integral im
gewünschten Intervall.

In den ersten 6 Monaten fließen insgesamt 27 · 106 m3 Wasser durch den Fluss.

Handschriftliche Lösung

Stammfunktion bilden
1 3
f 3 (t) = t − 3t2 + 9t
4
1 1 1 1
F3 (t) = · t4 − 3 · t3 + 9 · t2
4 4 3 2
1 4
= t − t3 + 4, 5t2
16

Integral berechnen

Als Integrationsgrenzen ergeben sich aus der Aufgabenstellung a = 0 und b = 6.

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Z 6
( f 3 (t)dt) = [ F3 (t)]60 = F3 (6) − F3 (0)
0
 
1
= 0− · 64 − 63 + 4, 5 · 62 = 27
16

In den ersten 6 Monaten fließen insgesamt 27 · 106 m3 Wasser durch den Fluss.

f) Zeitpunkt bestimmen (7P)

Wir haben zwei Funktionen aus der Kurvenschar gegeben und sollen bestimmen, wann in jedem
Modell gleich viel Wasser durch den Fluss geflossen ist. Nehmen wir diese Aufgabenstellung
auseinander.
Die Menge des Wassers, die durch den Fluss fließt wird uns - wie wir eben gesehen haben - durch
die Fläche unterhalb der Kurve angegeben. Diese Flächen sollen bei f a1 und bei f a2 gleich groß
sein.

Wir setzen also die Integrale der beiden Funktionen gleich. Die obere Grenze t0 ist unbekannt,
nach ihr müssen wir auflösen.
Z t0
f a1 (t)dt = [ Fa1 (t)]0t0
0
  t0
1 4 1 3 1
= t − a1 t + ( a1 )2 t2
16 3 2 0
1 1 1
= ( t0 )4 − a1 ( t0 )3 + ( a1 )2 ( t0 )2 − 0
16 3 2
Z t0
t
f a2 (t)dt = [ Fa2 (t)]00
0
  t0
1 4 1 3 1
= t − a2 t + ( a2 )2 t2
16 3 2 0
1 1 1
= ( t0 )4 − a2 ( t0 )3 + ( a2 )2 ( t0 )2 − 0
16 3 2
Diese beiden letzten Terme müssen nun gleich gesetzt werden:
1 1 1 1 1 1 1
( t0 )4 − a1 ( t0 )3 + ( a1 )2 ( t0 )2 − 0 = ( t0 )4 − a2 ( t0 )3 + ( a2 )2 ( t0 )2 |− ( t0 )4
16 3 2 16 3 2 16
1 1 1 1 1 1
− a1 ( t0 )3 + ( a1 )2 ( t0 )2 = − a2 ( t0 )3 + ( a2 )2 ( t0 )2 | + a2 ( t0 )3 − ( a2 )2 ( t0 )2
3 2 3 2 3 2
1 1 1 1
− a1 ( t0 ) + ( a1 ) ( t0 ) + a2 ( t0 ) − ( a1 )2 ( t0 )2 =
3 2 2 3 0 | (t0 )2 ausklammern
3 2 3 2
 
1 1 1 1
( t0 )2 · − a1 t0 + ( a1 )2 + a2 t0 − ( a1 )2 = 0
3 2 3 2

Ein Produkt ist Null, wenn einer seiner Faktoren Null ist. Wir können also die Faktoren getrennt
betrachten:

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t01 = 0
1 1 1 1
− a1 t0 + ( a1 )2 + a2 t0 − ( a1 )2 = 0 | t0 ausklammern
3 2 3 2
 
1 1 1 1 1 1
t0 · − a1 + a2 + ( a1 )2 − ( a2 )2 = 0 | − ( a1 )2 + ( a2 )2
3 3 2 2 2 2
   
1 1 1 1 1 1
t0 · − a1 + a2 = − ( a1 )2 + ( a2 )2 |: − a1 + a2
3 3 2 2 3 3

− 12 ( a1 )2 + 12 ( a2 )2
t0 =
− 31 a1 + 13 a2
 
1 2 2
2 ( a 2 ) − ( a 1 )
t0 = 1
3 ( a2 − a1 )
 
3 ( a2 )2 − ( a1 )2
t0 = | 3. bin. Formel
2 ( a2 − a1 )
3 [( a2 − a1 ) ( a2 + a1 )]
t0 =
2 ( a2 − a1 )
3
t02 = ( a2 + a1 )
2
Die erste Lösung t01 = 0 macht keinen Sinn, da zum Zeitpunkt t0 für jedes a noch kein Wasser
durch den Fluss fließt.
Die zweite Lösung macht Sinn. Zum Zeitpunkt t = 32 ( a2 + a1 ) ist für beide Modellierungen f a1
und f a2 gleich viel Wasser durch den Fluss geflossen.

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Aufgabe 12
a) Maximalen Definitionsbereich bestimmen (14P)

Wir haben eine gebrochenrationale Funktion vor uns. Diese hat genau da Definitionslücken, wo
der Nenner Null wird. Wir bestimmen also die Nullstellen des Nenners

x2 + a = 0 | −a

x2 = − a

Es gibt keine Zahl für x, für die diese Gleichung stimmt, somit besitzt der Nenner keine Null-
stellen und die Funktion damit keine Definitionslücken. Für die maximale Definitionsmenge gilt
folglich: D = R.

Nullstellen von f bestimmen

Ein Bruch wird Null, wenn sein Zähler Null wird:

4x = 0 ⇐⇒ x = 0.

f besitzt eine Nullstelle bei x = 0.

Extremstellen bestimmen

Zur Bestimmung der Extremstellen werden die ersten beiden Ableitungen benötigt. Wir bestim-
men diese mit der Quotientenregel. Die zweite ist bereits gegeben.

′ 4 x2 + a − 4x · 2x
f a (x) = 2
( x2 + a)
4x2 + 4a − 8x2
= 2
( x2 + a)
−4x2 + 4a
= 2
( x2 + a)
Wir setzen f a′ ( x ) = 0. Ein Bruch wird Null, wenn sein Zähler Null wird. Es genügt also, den
Zähler Null zu setzen.

−4x2 + 4a = 0 | −4a

−4x2 = −4a |: (−4)



x2 = a |

x1,2 = ± a

Diese Werte für x werden in f a′′ eingesetzt.


√ 3 √ √ √
′′
√ 8 a − 24a a 8a a − 24a a
f a ( a) = √ 3 =
( a )2 + a ( a + a )3
√ √ √ √
−16a a −16a a −2 a −2 a −2
= = = = √ 4 = √ 3
(2a)3 8a3 a2 a a

Laut Definition ist a > 0. Durch die −2 im Zähler ist dieser Wert immer negativ. Bei x = a
liegt somit ein Hochpunkt vor.

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√ 3 √ √ √
√ 8 − a − 24a(− a) −8a a + 24a a
f a′′ (−
a) = √ 3 =
(− a)2 + a ( a + a )3
√ √
16a a 16a a 2
= = = √ 3
(2a)3 8a3 a

Dieser Wert ist immer positiv. Bei x = − a liegt also ein Tiefpunkt vor.
√ √
f a besitzt einen Hochpunkt bei x = a und einen Tiefpunkt bei x = − a.

Verhalten für x → ±∞ bestimmen


4x 4·∞
lim = =0
x →∞ x2 + a ( ∞ )2 + a
Der Nenner wird aufgrund des Quadrates immer größer sein als der Zähler. Für x → ∞ läuft
der gesamte Bruch also gegen Null.
Für x → −∞ gilt das ebenfalls.

Die x-Achse ist also die waagerechte Asymptote für x → ±∞.

b) Wendestellen von f 2 bestimmen (7P)

Wendestellen sind Extrempunkte der ersten Ableitung:

Wir zeichnen den Graphen von f 2′ und bestimmen


hier anfangen
mit 2nd → TRACE (CALC) → MINIMUM (bzw. MAXI-
MUM) die Hoch- und Tiefpunkte.

Es ergeben sich Wendestellen bei x1 = 0 und bei x2,3 = ±2, 45

Handschriftliche Lösung

Zur Bestimmung der Wendestellen benötigen wir die zweite und dritte Ableitung. Die zweite
ist bereits gegeben:
8x3 − 24 · 2 · x 8x3 − 48x
f 2′′ ( x ) = 3
= 3
( x 2 + 2) ( x 2 + 2)
Die dritte Ableitung bilden wir nach der Quotientenregel:
 3  
′′′ 24x2 − 48 · x2 + 2 − 8x3 − 48x · 3 x2 + 2 · 2x 2
f a (x) = 6
| x2 + 2 ausklammern
( x 2 + 2)
2    
x2 + 2 · 24x2 − 48 · x2 + 2 − 6x 8x3 − 48x
= 6
( x 2 + 2)
  
24x2 − 48 · x2 + 2 − 6x 8x3 − 48
= 4
| ausmultiplizieren
( x 2 + 2)
24x4 − 48x2 + 48x2 − 96 − 48x4 + 288x
= 4
( x 2 + 2)
−24x4 + 288x − 96
= 4
( x 2 + 2)

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Zur Bestimmung der Wendepunkte wird f a′′ ( x ) = 0 gesetzt. Ein Bruch wird Null, wenn sein
Zähler Null wird, es genügt also, den Zähler Null zu setzen.

8x3 − 48x = 0 | x ausklammern



x · 8x2 − 48 = 0
x1 = 0

8x2 − 48 = 0 | +48

8x2 = 48 |: 8

x2 =6 |

x2,3 = ± 6

Diese Werte für x werden in f 2′′′ ( x ) eingesetzt.


−96
f 2′′′ (0) = = −6 :6= 0 Wendepunkt
(2)4
 √ 4 √
√ −24 ·
6 + 288 6 − 96
′′′
f 2 ( 6) = ≈ 0, 11 :6= 0 Wendepunkt
 √ 4
2
( 6) + 2
 √ 4  √ 
√ −24 · − 6 + 288 − 6 − 96
f 2′′′ (− 6) =  √ 4 ≈ −0, 23 :6= 0 Wendepunkt
(− 6)2 + 2

f 2 besitzt Wendepunkte bei x1 = 0 und bei x2,3 = ± 6.

c) Gleichung von g angeben (6P)

Hier ist nach der Gleichung einer Ortskurve gefragt. Wir betrachten Hoch- und Wendepunkte
zunächst getrennt.

Tiefpunkte betrachten
√ 2
Wir spalten den Tiefpunkt in die einzelnen Koordinaten auf: x = − a, y = − √ .
a

Nun lösen wir den x-Wert nach a auf und setzen diesen Wert anschließend in den y-Wert ein.

x= − a | · (−1)

−x = a

Dieser Wert in y eingesetzt ergibt:


2
y= −
−x
2
y=
x
Hochpunkte betrachten
√ 2
Wir spalten den Hochpunkt in die einzelnen Koordinaten auf: x = a, y = √ .
a

Nun lösen wir den x-Wert nach a auf und setzen diesen Wert anschließend in den y-Wert ein.

x= a

Dieser Wert in y eingesetzt ergibt:

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2
y=
x
Die Ortskurve für Hoch- und Tiefpunkte stimmt also überein und lautet y = 2x .

Untersuchung, ob jeder Punkt der Ortskurve ein Extrempunkt einer der Scharkurven ist

Jeder Punktder Ortskurve
 hat die Koordinaten
 P x 2x . Die Koordinaten der Hochpunkte von
√ 2 √
f lauten H a √ a , die der Tiefpunkte T − a − √2a .

Für jedes x der Ortskurve existiert also ein a mit a = x2 . Wenn x < 0, so liegt an dieser Stelle ein
Tiefpunkt vor, wenn x > 0 ein Hochpunkt.

Für a = 1 z.B. liegt der Hochpunkt auf der Ortskurve bei H (−1|−2) und der Tiefpunkt bei
T (1|2).

d) Inhalt der eingeschlossenen Fläche bestimmen (12P)

Zunächst bestimmen wir die Schnittpunkte von f 1 und y = x. Somit kennen wir die Integrati-
onsgrenzen.

Wir zeichnen den Graphen von f 1 und von y = x und be-


hier anfangen
stimmen mit 2nd → TRACE (CALC) → INTERSECT die
Schnittpunkte.

Es ergeben sich die Schnittpunkte S1 (0|0) und S2 (1, 73|1, 73). Die eingeschlossene Fläche liegt
also zwischen a = 0 und b = 1, 73.

Wir müssen nun die Schnittfläche berechnen:


Z 1,73 Z 1,73  
4x
A= ( f 1 ( x ) − (y = x )) dx = − x dx
0 0 x2 + 1
4x
Wir zeichnen den Graphen von y = x 2 +1
− x und bestim-
Z hier anfangen
men mit 2nd → TRACE (CALC) → f ( x )dx das Inte-
gral im angegebenen Intervall.

Es ergibt sich der Flächeninhalt A ≈ 1, 27 FE.

Handschriftliche Lösung

Schnittpunkte von f 1 ( x ) und y = x bestimmen

Wir setzen die beiden Gleichungen gleich.

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4x 
= x | · x2 + 1
x2 +1

4x = x · x2 + 1
4x = x3 + x | −4x

0= x3 − 3x | x ausklammern

0= x· x2 −3
x1 = 0

x2 − 3 = 0 | +3

x2 = 3 |

x2,3 = ± 3

Da wir uns im ersten Quadranten befinden, kommen als einzige Lösungen die Werte x1 = 0 und

x2 = 3 in Frage.

Schnittfläche berechnen

Um die Schnittfläche bestimmen zu können, benötigen wir auf jeden Fall eine Stammfunktion
von f 1 ( x ). Diese bilden wir durch Substitution:

Wir substituieren den Nenner: x2 + 1 = θ ( x ):


Z Z Z
4x 4x 2x 4x θ ′ ( x )
= · = ·
x2 + 1 x2 + 1 2x θ (x) 2x
Z  
2
= · θ ′ ( x ) = 2 ln |θ ( x )| = 2 ln x2 + 1
θ (x)

Z 3 h i √3 h √
 1 2i 3
1 2 2
( f 1 ( x ) − x ) = F1 ( x ) − 2 x = 2 ln x + 1 − 2 x
0 0 0
 
= 2 ln (3 + 1) − 21 · 3 − (2 ln (1)) − 0 = 2 ln(4) − 1, 5 − 0 ≈ 1, 27

e) Wert für a ermitteln (11P)

Schauen wir uns zunächst an, was hier genau gefragt ist. Für die Strecke von Ta nach Ha gilt
allgemein:
r
√ √ 2  2
d ( Ta ; Ha ) = − a − a + − √2a − √2a
r
√ 2  2
= −2 a + − √4a
q
= 4a + 16
a

Diese Strecke soll die Seite eines Quadrates sein. Für den Flächeninhalt dieses Quadrates gilt
also:
q 2
16 16
A( a) = 4a + a = 4a + a

Der Flächeninhalt des Quadrates soll minimal werden. Wir bestimmen also den Tiefpunkt der
Funktion, die den Flächeninhalt beschreibt.

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Wir zeichnen den Graphen von A( a) und bestimmen mit


hier anfangen
2nd → TRACE (CALC) → MINIMUM den Tiefpunkt.

Es ergibt sich der Punkt T (2|16). Für a = 2 nimmt der Flächeninhalt des Quadrates mit A = 16
seinen kleinsten Wert an.

Handschriftliche Lösung
16
Wir haben bereits die Funktion A( a) = 4a + a bestimmt und wollen noch den Tiefpunkt be-
stimmen.

Hierzu benötigen wir die ersten beiden Ableitungen, dazu schreiben wir den Funktionsterm
zunächst um:
A( a) = 4a + 16a−1 .

A′ ( a) = 4 − 16a−2
A′′ ( a) = +32a−3

Wir setzen A′ ( a) = 0.

4 − 16a−2 = 0 | · a2

4a2 − 16 = 0 | +16

4a2 = 16 |: 4

a2 =4 |

a1,2 = ±2

Da a nur positive Werte annehmen darf, kommt nur die Lösung a = 2 in Frage. Für den
Flächeninhalt gilt:
16
A (2) = 4 · 2 + 2 = 8 + 8 = 16.

Für a = 2 nimmt das Quadrat den kleinsten Flächeninhalt von 16 FE ein.

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