Sie sind auf Seite 1von 89

Elektrische Netze

M th
Mathematische
ti h G Grundlagen
dl - SS 2010

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin Leipzig, 26.03.2010
Kultur Leipzig Fakultät ElT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2 Mathematische
Grundlagen

2.1 Die komplexe


Schwingungsrechnung
22
2.2 Der Wechselstromkreis in
der komplexen Ebene
2.3 Spezielle
Berechnungsgrundlagen
2.4 Zählpfeile und
Vorzeichenregeln
2.5 Matrizen
2.6 Rechnen mit bezogenen
Größen

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 2


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.1 Die komplexe Schwingungsrechnung


2.1.1 Definition der sinusförmigen Schwingungsgröße

Eine sinusförmig schwingende Größe gehorcht dem Gesetz:

i (ωt + ϕ x )
x(t ) = x = xˆ sin(
x = Momentanwert u u(t)
xˆ = Scheitelwe
S h it l rtt
t = Zeit t
ϕ
ω = Winkelgesc hwindigkei t ω T

ϕ x = Phasenverschiebung
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 3
Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.1 Die komplexe Schwingungsrechnung


2.1.1 Definition der sinusförmigen Schwingungsgröße

Die Zeit einer Periode bzw. die Schwingungsdauer T ist mit der
Kreisfrequenz ω durch die Beziehung:
T=2π / ω
verknüpft, und die Phasenverschiebung ϕx ist ϕx =ω tx.
Der reziproke Wert der Schwingungsdauer ist die Frequenz f, also:
f=1/T
Und somit folgt aus: ω=2 π f

Der technische Wechselstrom hat bekanntlich die Frequenz f = 50 Hz


(USA Æ 60 Hz; Deutsche Bahn Æ 16,7 Hz).

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 4


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.1 Die komplexe Schwingungsrechnung


2.1.1 Definition der sinusförmigen Schwingungsgröße

■ Aus bestimmten Gründen wird anstelle der Sinusfunktion


vorwiegend die Kosinusfunktion verwendet:

x(t ) = x = xˆ cos(ωt + ϕ x )

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 5


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.1 Die komplexe Schwingungsrechnung


2.1.2 Die komplexe Transformation der Schwingungen

■ Eine sinusförmig veränderliche Größe kann auch als


umlaufender Zeiger dargestellt werden.
■ Fußpunkt des umlaufenden
Zeigers = Nullpunkt einer
komplexen Ebene mit:

■ Abszisse
= Reelle
R ll A Achse
h
■ Ordinate
= Imaginäre Achse

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 6


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.1 Die komplexe Schwingungsrechnung


2.1.2 Die komplexe Transformation der Schwingungen

■ Für einen stationären Schwingungsvorgang ist die Kenntnis des


rotierenden Scheitelwert- oder Effektivwertzeigers
g nicht notwendig.
g
■ Drehung des Zeigers erfolgt mit konstanter Geschwindigkeit.
■ Kenntnis des komplexen Zeigers als Scheitelwert oder
Eff kti
Effektivwert
t genügt.
ü t

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 7


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.1 Die komplexe Schwingungsrechnung


2.1.3 Schreibweise der komplexen Größen

■ Der Drehzeiger in der komplexen Ebene:

xˆ = xˆ cos ϕ x + jxˆ sin


i ϕx

xˆ = Re{xˆ} + j Im{xˆ}

xˆ = xˆ ⊥ + jxˆ C
■ sprich: Zeiger x ist gleich x et plus j x ip

xˆ = xˆe jϕ x = x∠ϕ x

■ sprich:
p Zeiger
g x ist gleich
g x cis ϕx
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 8
Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.1 Die komplexe Schwingungsrechnung


2.1.3 Schreibweise der komplexen Größen

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 9


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.1 Die komplexe Schwingungsrechnung


2.1.4 Charakteristischen Versoren

■ Versor:
■ Ist eine komplexe
p Zahl mit dem Absolutbetrag
g1
■ Æ Einheitsvektor
■ Multiplikation mit beliebigen Drehzeiger
Æ Drehung ohne Änderung des Absolutbetrages
■ Berechnung von charakteristischen Vektoren mit Hilfe des
Eulerschen Satzes
■ Beispiel: ϕ = 90° = π/2
π
j
j 90° ⎛π ⎞ ⎛π ⎞
e =e 2
= cos⎜ ⎟ + j sin ⎜ ⎟
⎝2⎠ ⎝2⎠
= 0 + j1 = 1∠90° = j
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 10
Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.1 Die komplexe Schwingungsrechnung


2.1.4 Charakteristischen Versoren

■ Versor:
■ Beispiel:
p ϕ = 180° = π

e jπ = e j180° = cos π + j sin π


= −1 + j 0 = 1∠180° = −1
ϕ = 270° = 3/2 π


j ⎛ 3π ⎞
j 270° ⎛ 3π ⎞
e =e 2
= cos⎜ ⎟ + j sin ⎜ ⎟
⎝ 2 ⎠ ⎝ 2 ⎠
= 0 + j (−1) = 1∠ − 90° = − j
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 11
Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.1 Die komplexe Schwingungsrechnung


2.1.4 Charakteristischen Versoren

■ Versor:
■ Beispiel:
p ϕ = 360° = 2π

e j 2π = e j 360° = cos 2π + j sin 2π = 1 + j 0


= 1∠360° = 1∠0° = 1

■ Für die Berechnung von Drehstromsystemen haben die Winkel


ϕ = 120° und ϕ = 240° besondere Bedeutung.

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 12


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.1 Die komplexe Schwingungsrechnung


2.1.4 Charakteristischen Versoren

■ Versor:
■ Der Versor ϕ = 120° = 2/3π ergibt
g sich zu:
⎛ 2π ⎞ ⎛ 2π ⎞
2
j π
e 3
= e j120° = cos⎜ ⎟ + j sin ⎜ ⎟
⎝ 3 ⎠ ⎝ 3 ⎠
1 3
=− + j = −0,5 + j 0,866 = 1∠120° = a
2 2
■ D V
Der Versor ϕ = 240°
240 = 4/3π
4/3 ergibt
ibt sich
i h zu:

⎛ 4π ⎞ ⎛ 4π ⎞
4
j π
e 3
= e j 240° = cos⎜ ⎟ + j sin ⎜ ⎟
⎝ 3 ⎠ ⎝ 3 ⎠
1 3
=− − j = −0,5 − j 0,866 = 1∠240° = a a = a
2

2 2
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 13
Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.1 Die komplexe Schwingungsrechnung


2.1.4 Charakteristischen Versoren

■ Versor:
■ Der Versor ϕ = 240° = 4/3π wird somit mit a² bezeichnet:
1∠240° = 1∠120° ⋅1∠120° = e j (2π / 3)e j (2π / 3) = e j (2π / 3+2π / 3)
■ Weiterhin ist:

1∠360° = a a a = a = 1
3

■ sowie:
⎛ 1 3⎞ ⎛ 1 3⎞

1∠0° + 1∠120° + 1∠240° = 1 + ⎜ − + j ⎟ + ⎜ − − j ⎟=0
2 2 ⎟ ⎜ 2 2 ⎟
⎝ ⎠ ⎝ ⎠
1+ a + a = 0
2

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 14


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.1 Die komplexe Schwingungsrechnung


2.1.4 Charakteristischen Versoren

■ Versor:
■ Des Weiteren lassen sich folgende
g Beziehungen
g ableiten:
(1+ a) = −a = −1a = 1∠180°1∠240° = 1∠420° = 1∠60°
2 2

■ und:

(1+ a ) = −a = −1a = 1∠180°1∠120° = 1∠300° = 1∠ − 60°


2

■ sowie:

(a + a ) = −1 = 1∠180°
2

(−a − a ) = 1 = 1∠0°
2

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 15


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.1 Die komplexe Schwingungsrechnung


2.1.4 Charakteristischen Versoren

Spezielle Zeiger, Versoren:

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 16


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.1 Die komplexe Schwingungsrechnung


2.1.4 Charakteristischen Versoren

Zeigerdrehungen
mit a und j:

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 17


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.1 Die komplexe Schwingungsrechnung


2.1.4 Charakteristischen Versoren

Spezielle Werte der Winkelfunktionen

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 18


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.2 Der Wechselstromkreis in der komplexen Ebene


2.2.1 Wechselspannung, Wechselstrom, Leistung

■ Berechnung der Stromverteilung und der


Spannungsverhältnisse in Wechselstromkreisen:
■ Mit Hilfe der komplexen Transformation der Schwingungen
möglich Æ einfache algebraische Gleichungen
■ Voraussetzung:
- stationäre Zustände vorhanden
- es treten keine Ausgleichsvorgänge auf
■ Für Übertragungsberechnung ist Voraussetzung gegeben
■ Für Kurzschlussberechnung nur, wenn alle wirksamen
Parameter des Netzes in einem bestimmten Zeitmoment/
-bereich
bereich als stationär angenommen werden
erden können
können.

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 19


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.2 Der Wechselstromkreis in der komplexen Ebene


2.2.1 Wechselspannung, Wechselstrom, Leistung

■ Berechnung der Stromverteilung und der


Spannungsverhältnisse in Wechselstromkreisen:
■ Einphasen-Wechselspannung in Netzen der EEV:

u (t ) = u = uˆ cos(ωt + ϕu )
■ bzw. bei Einführung des Effektivwertes der Spannung durch:

u (t ) = u = 2U cos(ωt + ϕu )

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 20


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.2 Der Wechselstromkreis in der komplexen Ebene


2.2.1 Wechselspannung, Wechselstrom, Leistung

■ Der komplexe Anfangsdrehzeiger ergibt sich somit zu:

uˆ = uˆe jϕu = uˆ∠ϕu (Scheitelwertzeiger)


jϕ u
U = Ue = U∠ϕu (Effektivwertzeiger)

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 21


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.2 Der Wechselstromkreis in der komplexen Ebene


2.2.1 Wechselspannung, Wechselstrom, Leistung

■ Berechnung der Stromverteilung und der


Spannungsverhältnisse in Wechselstromkreisen:
■ In gleicher Weise gilt für den Einphasen-Wechselstrom:

i (t ) = i = iˆ cos(ωt + ϕi )
■ bzw. bei Einführung des Effektivwertes des Stromes durch:

i (t ) = i = 2 I cos(ωt + ϕi )

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 22


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.2 Der Wechselstromkreis in der komplexen Ebene


2.2.1 Wechselspannung, Wechselstrom, Leistung

■ Der komplexe Anfangsdrehzeiger ergibt sich somit zu:

iˆ = iˆe jϕi = iˆ∠ϕi (Scheitelwertzeiger)

jϕ i
I = Ie = U∠ϕi (Effektivwertzeiger)

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 23


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.2 Der Wechselstromkreis in der komplexen Ebene


2.2.1 Wechselspannung, Wechselstrom, Leistung

■ Für die Transformation der momentane Leistung als Drehzeiger


in die komplexe Ebene ergibt sich:

p = Re{U I ∠2ωt} + Re{U I }
■ Die Analyse dieser Gleichung ergibt zwei Anteile:
■ Den Drehzeiger der schwingenden komplexen Leistung:

~
S = U I e j 2ωt = U I ∠2ωt
■ und den Operator der konstanten komplexen Leistung:


S =U I
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 24
Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.2 Der Wechselstromkreis in der komplexen Ebene


2.2.1 Wechselspannung, Wechselstrom, Leistung

■ Die Augenblicksleistung p setzt sich aus den Realteilen beider


Leistungen zusammen:

~
p = Re{S } + Re{S }
■ bzw.: ~⊥ ⊥
p=S +S

■ Der Zusammenhang ist im


Bild ersichtlich:
i htli h

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 25


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.2 Der Wechselstromkreis in der komplexen Ebene


2.2.1 Wechselspannung, Wechselstrom, Leistung

■ Der Leistungsoperator S kann noch weiter zerlegt werden:

S = U∠ϕu I ∠ − ϕi = U I ∠(ϕu − ϕi )
= UI cos((ϕu − ϕi ) + jU I sin((ϕu − ϕi )
■ bzw. bei [ϕs = (ϕu - ϕi)]

S = UI cos ϕ s + jUI sin ϕ s

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 26


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.2 Der Wechselstromkreis in der komplexen Ebene


2.2.1 Wechselspannung, Wechselstrom, Leistung

■ Dabei ist:
UI cos ϕ s
P =U
1 ∗ ∗
= Re{S } = (U I + U I )
2
= S⊥
■ und:

Q = UI sin ϕ s
1 ∗ ∗
= Im{S } = − j (U I + U I )
2
= SC
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 27
Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.2 Der Wechselstromkreis in der komplexen Ebene


2.2.2 Der komplexe Widerstand eines passiven Zweipols

■ Wirkwiderstand R
■ Der Momentanwert der Spannung
p g ist:

u = Re{ 2U ∠ωt}; i = Re{ 2 I ∠ωt}


u = R ⋅i
■ Somit wird:
Re{ 2U ∠ωt} = R Re{ 2 I ∠ωt}
Re{ 2U ∠ωt} = Re{R 2 I ∠ωt}
■ bzw.:
2U ∠ωt = R 2 I ∠ωt ϕu = ϕi
U = RI U∠ϕu = RIϕi

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 28


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.2 Der Wechselstromkreis in der komplexen Ebene


2.2.2 Der komplexe Widerstand eines passiven Zweipols

■ Induktivität L
■ Der Momentanwert der Spannung
p g ist: di
u=L
dt

■ Somit wird: Re{ 2U ∠ωt} = L Re{ jω 2 I ∠ωt}


Re{ 2U ∠ωt} = Re{ jωL 2 I ∠ωt}
■ bzw.:

U∠ϕu = jωLI∠ϕi
2 U ∠ ω t = j ω L 2 I ∠ω t U∠ϕu = jX L I∠ϕi
U = ( jω L ) I U∠ϕu = X L I∠(ϕi + 90°)
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 29
Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.2 Der Wechselstromkreis in der komplexen Ebene


2.2.2 Der komplexe Widerstand eines passiven Zweipols

■ Kapazität C 1
■ Der Momentanwert der Spannung
p g ist:
u=
C ∫ idt

1 j
■ Somit wird: Re{ 2U ∠ωt} = Re{− 2 I ∠ω t }
C ω
j
Re{ 2U ∠ωt} = Re{− 2 I ∠ω t }
■ bzw :
bzw.:
ωC
1
2 I ∠ωt} U∠ϕu = − j ωC I∠ϕi
j
2 U ∠ωt = −
ωC
j U∠ϕu = − jX C I∠ϕi
U = (− )I
ωC U∠ϕu = X c I∠(ϕi − 90°)
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 30
Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.2 Der Wechselstromkreis in der komplexen Ebene


2.2.2 Der komplexe Widerstand eines passiven Zweipols

■ Gemischter Widerstand
■ Der Momentanwert der Spannung
p g ist: u = u R + u L + uC
■ Somit wird:

Re{ 2U ∠ωt} = Re{ 2U R ∠ωt} + Re{ 2U L ∠ωt} + Re{ 2U C ∠ωt}


U = U R +U L +U C

■ bzw.: U = ( R + jX L − jX C ) I ; X = X L − X C
U = ( R + jX ) I
U = ZI

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 31


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.2 Der Wechselstromkreis in der komplexen Ebene


2.2.2 Der komplexe Widerstand eines passiven Zweipols

■ Gemischter Widerstand
■ Der Widerstandsoperator
p (Z
( = R + jjX)) ist eine komplexe
p Größe,
deren Realteil die Resistanz und

deren Imaginärteil die Reaktanz ist: Z =Z +Z C

■ Somit wird: Z = Z (cos ϕ z + j sin ϕ z )


Z = R2 + X 2
⎛X⎞
ϕ z = arctan⎜ ⎟
⎝R⎠
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 32
Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.2 Der Wechselstromkreis in der komplexen Ebene


2.2.2 Der komplexe Widerstand eines passiven Zweipols

■ Gemischter Widerstand
■ Die reziproke Größe des Widerstandsoperators ist der
Leitwertoperator Y oder der komplexe Scheinwiderstand
bzw. die Admittanz.
■ Der Leitwertoperator
D L it t t (Y = G + jB) ist
i t ebenfalls
b f ll eine
i kkomplexe
l
Größe deren Realteil der Wirkleitwert G (Konduktanz) und
deren Imaginärteil der Blindleitwert B (Suszeptanz) ist:
■ Somit wird: Y = Y (cos ϕY + j sin ϕY )
Y = G2 + B2
⎛B⎞
ϕY = arctan ⎜ ⎟
⎝G⎠
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 33
Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.2 Der Wechselstromkreis in der komplexen Ebene


2.2.3 Komplexer Widerstand und komplexe Leistung

■ Die von einem passiven Zweipol aufgenommene Leistung


kann ebenfalls mit Hilfe eines komplexe Widerstandes
berechnet werden:

■ Für einen Widerstand S = (R I )I
ergibt
g sich: ∗
= RI I
= RI
2

■ Die rechte Seite ist reell, so folgt:


P = RI
2

■ Die von einem reinem Wirkwiderstand aufgenommene


Leistung ist eine positive Wirkleistung.
Wirkleistung
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 34
Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.2 Der Wechselstromkreis in der komplexen Ebene


2.2.3 Komplexer Widerstand und komplexe Leistung


■ Für einen induktiven Blindwiderstand S = ( j ωL I ) I
ergibt sich:

= j ωL I I
= jjX L I
2

■ Die rechte Seite ist imaginär, so folgt:


jQ = jX L I
2

■ Die von einer (idealen) Drosselspule aufgenommene


Leistung ist eine positive Blindleistung.

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 35


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.2 Der Wechselstromkreis in der komplexen Ebene


2.2.3 Komplexer Widerstand und komplexe Leistung

1 ∗
■ Für einen kapazitiven S = (− j I )I
Blindwiderstand ergibt sich: ωC
j ∗
=− II
ωC
j 2
=− I
ωC
jQ = − jX C I
2
■ Die rechte Seite ist imaginär, so folgt:

■ Die von einer Kapazität (idealer Kondensator)


aufgenommene Leistung ist eine negative Blindleistung.

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 36


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.2 Der Wechselstromkreis in der komplexen Ebene


2.2.3 Komplexer Widerstand und komplexe Leistung

■ Gemischte Widerstände ergeben komplexe Leistungen mit den


dem verschiedenen Widerstandscharakter entsprechenden Wirk-
und Blindleistungen.
■ Die komplexe Leistung kann in der komplexen Ebene den
reellen,
ee e , imaginären
ag ä e ode
oder komplexen
o p e e Widerständen
de stä de
zugeordnet werden (Beispiel: VZS).

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 37


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.2 Der Wechselstromkreis in der komplexen Ebene


2.2.4 Symmetrisches Dreiphasensystem in der komplexen Ebene

■ Schaltungen des Dreiphasensystems (allgemein)

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 38


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.2 Der Wechselstromkreis in der komplexen Ebene


2.2.4 Symmetrisches Dreiphasensystem in der komplexen Ebene

■ Schaltungen des Dreiphasensystems (Sternschaltung)

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 39


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.2 Der Wechselstromkreis in der komplexen Ebene


2.2.4 Symmetrisches Dreiphasensystem in der komplexen Ebene

■ Schaltungen des Dreiphasensystems (Dreieckschaltung)

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 40


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.2 Der Wechselstromkreis in der komplexen Ebene


2.2.4 Symmetrisches Dreiphasensystem in der komplexen Ebene

■ Symmetrische Spannungen im Dreiphasensystem


■ Unter einem symmetrischen
y Dreiphasen-Spannungssystem
p p g y
versteht man die Zusammenschaltung von drei sinusförmigen
Wechselspannungen von gleicher Frequenz und gleichem
Effektivwert, die zeitlich gegeneinander um jeweils 120
phasenverschoben sind:

ua = uˆa cos(ωt + ϕu )
ub = uˆb cos(ωt + ϕu + 240°)
uc = uˆc cos(ωt + ϕu + 120°)

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 41


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.3 Spezielle Berechnungsgrundlagen


2.3.1 Einführung in die Berechnungsgrundlagen

• Vorstellung von bestimmten Rechenverfahren und


-methoden

• Anwendung vor allem auf dem Gebiet der Elektrischen


Energieversorgung:

• Anwendung des Verbraucherzählpfeilsystems


• Rechnen mit bezogenen Größen
• Anwendung der symmetrischen Komponenten

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 42


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.3 Spezielle Berechnungsgrundlagen


2.3.2 Definition von Bemessungsgrößen

• Benutzung von unterschiedlichen Wertgrößen


• Nennwert
• Bemessungswert
• Grenzwert

• Die Definitionen beziehen sich auf die Norm, mit welcher der
Begriff „Bemessungswert“ für „rated value“ eingeführt
wurde:

• Nennspannung Un bzw. Netznennspannung UnN (nominal value)


• Bemessungsspannung
g g Ur ((rated value))
• Höchste Spannung für Betriebsmittel Um (maximum value)

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 43


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.3 Spezielle Berechnungsgrundlagen


2.3.2 Definition von Bemessungsgrößen

Betriebsspannung des Netzes Un 110 kV


Bemessungsspannung Um 123 kV
Bemessungs Kurzzeitwechselspannung
Bemessungs-Kurzzeitwechselspannung U rW 230 kV
Bemessungs-Blitzstoßspannung U rB 550 kV

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 44


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.4 Zählpfeile und Vorzeichenregeln


2.4.1 Zählpfeilsysteme in der elektrischen Energietechnik

• In der Netzberechnung sind für die Spannungen, Ströme und


Leistungen Vorzeichenregeln anzuwenden
anzuwenden, um eindeutige
Aussagen über die Richtung ihrer zugeordneten Feldvektoren zu
erhalten.

• Vom Prinzip ist es völlig gleichgültig, welche Festlegung man trifft.


Zu beachten ist, dass man konsequent danach verfährt.

• Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Zählpfeilsysteme:

• Das Erzeugerzählpfeilsystem und


• Das Verbraucherzählpfeilsystem

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 45


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.4 Zählpfeile und Vorzeichenregeln


2.4.2 Erzeugerzählpfeilsystem

• Strom und Spannung sind entgegengesetzt


gepfeilt I0

• Element gibt Leistung ab


U0
• Abgegebene Leistung wird positiv „gezählt“

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 46


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.4 Zählpfeile und Vorzeichenregeln


2.4.3 Verbraucherzählpfeilsystem

• Strom und Spannung sind gleichsinnig


gepfeilt I0

• Element nimmt Leistung auf Z


U0
• Aufgenommen Leistung wird positiv „gezählt“

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 47


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.4 Zählpfeile und Vorzeichenregeln


2.4.4 Gegenüberstellung EZS und VZS

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 48


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.5 Matrizen
2.5.1 Definitionen

■ Begriff: Matrix
■ Für Berechnung
g elektrischer Energieversorgungsnetze
g g g ist
die Anwendung von Matrizen erforderlich.
■ Diese geordneten Schemata von Koeffizienten stellen
Matrizen dar.

⎡ a11 a12 a13 a14 L a1n ⎤


⎢a a22 a23 a24 L a2 n ⎥⎥
A= ⎢ 21

⎢ M M M M M M ⎥
⎢ ⎥
⎣am1 am 2 am 3 am 4 L amn ⎦
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 49
Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.5 Matrizen
2.5.2 Eigenschaften einer Matrix

■ Matrix ist reell Æ alle Elemente aik sind reelle Zahlen


■ Matrix ist imaginär Æ alle Elemente aik sind imaginäre Zahlen
■ Matrix ist komplex Æ alle Elemente aik sind komplexe Zahlen

⎡ a11 a12 a13 a14 L a1n ⎤


⎢a a22 a23 a24 L a2 n ⎥⎥
A= ⎢ 21

⎢ M M M M M M ⎥
⎢ ⎥
⎣am1 am 2 am 3 am 4 L amn ⎦
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 50
Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.5 Matrizen
2.5.2 Eigenschaften einer Matrix

■ Regulär, singulär
■ Quadratisch, nichtquadratisch
■ symmetrisch, schiefsymmetrisch
■ obere Dreiecksmatrix, untere Dreiecksmatrix
■ einspaltige Matrix (n=1) ÆSpaltenvektor
■ einzeilige Matrix (m=1) Æ Zeilenvektor
■ transponierte Matrix
■ Inverse Matrix

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 51


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.5 Matrizen
2.5.2 Eigenschaften einer Matrix

■ Diagonalmatrix D
■ Einheitsmatrix E
■ Nullmatrix 0
■ Schiefhermitesche Matrix
■ Hermiteschen Matrix,
Matrix
■ Adjungierte Matrix

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 52


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.5 Matrizen
2.5.2 Eigenschaften einer Matrix

■ Matrix ist symmetrisch, wenn die zur Hauptdiagonalen


spiegelbildlich angeordneten Elemente einander gleich sind
Æ aik = aki
■ Matrix ist schiefsymmetrisch, wenn für die Elemente der
Hauptdiagonalen aii = 0 und für die Elemente aik = - aki gilt

⎡1 2 0 ⎤ ⎡0 2 1⎤

A = ⎢2 3 1 ⎥⎥ ⎢
A = ⎢− 2 0 − 3⎥ ⎥
⎢⎣0 1 2⎥⎦ ⎢⎣ − 1 3 0 ⎥⎦
symmetrisch
y schiefsymmetrisch
y

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 53


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.5 Matrizen
2.5.2 Eigenschaften einer Matrix

■ Matrix ist regulär, wenn ihre Determinante nicht verschwindet:

d tA ≠0
det
■ Matrix ist singulär,
singulär wenn ihre Determinante gleich null ist:

det A = 0
■ Zwei Matrizen sind nur dann einander gleich, wenn sie die
gleiche Zeilen- und Spaltenzahl besitzen und wenn jedes
Element der einen Matrix dem entsprechenden Element der
anderen gleich ist:
A = B Æ aik = bik für alle i und k
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 54
Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.5 Matrizen
2.5.3 Formen einer Matrix

■ Matrix ist quadratisch, wenn die Zeilenzahl m der Spaltenzahl n


gleich ist: Æm=n
■ Matrix ist nichtquadratisch, wenn gilt: Æm≠n

⎡ a11 a12 a13 a14 L a1n ⎤


⎢a a22 a23 a24 L a2 n ⎥⎥
A= ⎢ 21

⎢ M M M M M M ⎥
⎢ ⎥
⎣am1 am 2 am 3 am 4 L amn ⎦
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 55
Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.5 Matrizen
2.5.3 Formen einer Matrix

■ In einer oberen Dreiecksmatrix sind alle Elemente


unterhalb der Hauptdiagonalen gleich Null
■ In einer unteren Dreiecksmatrix sind alle Elemente
oberhalb der Hauptdiagonalen gleich Null
■ obere und untere Dreiecksmatrix bilden somit eine Sonderform der
quadratischen Matrix

⎡a11 a12 a13 ⎤ ⎡ a11 0 0⎤



=⎢0 a22 a23 ⎥⎥ ⎢
= ⎢a21 a22 0⎥ ⎥

⎣⎢ 0 0 a33 ⎥⎦ ⎢⎣ a31 a32 a33 ⎥⎦


Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 56
Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.5 Matrizen
2.5.3 Formen einer Matrix

■ Eine einspaltige Matrix (n=1) wird Spaltenvektor genannt


■ Eine einzeilige Matrix (m=1) wird Zeilenvektor genannt

⎡ a1 ⎤
⎢a ⎥
⎢ 2⎥
a = ⎢ a3 ⎥ a′ = [a1 a2 a3 L an ]
⎢ ⎥
⎢M⎥
⎢⎣am ⎥⎦

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 57


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.5 Matrizen
2.5.3 Formen einer Matrix

■ Eine Matrix A=(aik) kann durch Vertauschen von Zeilen und


Spalten in eine transponierte Matrix At = (aik)t = (aki) überführt
werden:
d

⎡ a11 a21 a31 a41 L am1 ⎤


⎢a a22 a32 a42 L am 2 ⎥⎥

A = At = A =
T ⎢ 12

⎢ M M M M M M ⎥
⎢ ⎥
⎣a1n a2 n a3n a4 n L amn ⎦
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 58
Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.5 Matrizen
2.5.4 Arten einer Matrix

■ Eine quadratische Matrix heißt Diagonalmatrix D, wenn alle


Elemente außer den Elementen der Hauptdiagonalen gleich Null
sind
i d:
D = diag (a11 a22 L aii L ann )

⎡a11 0 0 L 0 ⎤ ⎡d1 0 0 L 0⎤
⎢0 a22 0 L 0 ⎥⎥ ⎢⎢ 0 d2 0 L 0 ⎥⎥

D=⎢ 0 0 a33 L 0 ⎥ =⎢0 0 d3 L 0⎥
⎢ ⎥ ⎢ ⎥
⎢M M M M ⎥ ⎢M M M M⎥
⎢⎣ 0 0 0 L ann ⎥⎦ ⎢⎣ 0 0 0 L d n ⎥⎦
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 59
Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.5 Matrizen
2.5.4 Arten einer Matrix

■ Sind bei einer Diagonalmatrix alle Elemente der Hauptdiagonalen


gleich 1, so erhält man eine Einheitsmatrix E:

E = diag (1 1 L 1 L 1)

⎡1 0 0 L 0⎤
⎢0 1 0 L 0⎥⎥

E = ⎢0 0 1 L 0⎥
⎢ ⎥
⎢M M M M⎥
⎢⎣0 0 0 L 1⎥⎦
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 60
Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.5 Matrizen
2.5.4 Arten einer Matrix

■ Sind sämtliche Elemente aik einer Matrix gleich Null, spricht man von
einer Nullmatrix 0
■ Eine Nullmatrix kann quadratisch und nichtquadratisch sein

⎡0 0 0 L 0⎤
⎢0 0 0 L 0⎥⎥

0 = ⎢0 0 0 L 0⎥
⎢ ⎥
⎢M M M M⎥
⎢⎣0 0 0 L 0⎥⎦
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 61
Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.5 Matrizen
2.5.4 Arten einer Matrix

■ Für eine Hermitesche Matrix gilt, dass die komplexen Elementen aik
einer komplexen Matrix A transponiert und konjungiert komplex
El
Elementen
t werden:
d

∗T Æ a*ik= aik , aii = reell


A =A

⎡ 1 1+ j 2 + 3 j⎤

A = ⎢ 1− j 2 ⎥
3 − 2 j⎥
⎢⎣2 − 3 j 3 + 2 j 0 ⎥⎦
hermitesch

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 62


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.5 Matrizen
2.5.4 Arten einer Matrix

■ Die Schiefhermitesche Matrix entspricht einer Hermiteschen


Matrix, jedoch die Elemente der Hauptdiagonalen sind imaginär und
alle
ll anderen
d El
Elementen
t werden
d mit it negativem
ti V
Vorzeichen
i h versehen
h :

∗T
−A =A Æ - a*ik= aik , aii = imaginär
g

⎡ 1 − 2 j −1 + j 2 + 3 j ⎤

A = ⎢ 1+ j ⎥
2 + j − 3 + 2 j⎥
⎢⎣− 2 + 3 j 3 + 2 j 0 ⎥⎦
schiefhermitesch

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 63


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.5 Matrizen
2.5.4 Arten einer Matrix

■ Die Adjungierte Matrix Aadj besteht aus den Adjunkten der Matrix
A, wobei diese jedoch transponiert angeordnet werden
■ Unter Adjunkte wird die Unterdeterminante verstanden, die man für
ein Element aik einer Matrix A erhält, wenn man die diesem Element
zugeordnete i-te Zeile und k-te Spalte streicht, wobei die
Unterdeterminante mit dem Vorzeichen (-1)i+k i k multipliziert wird:

⎡ A11 A21 A31 A41 L An1 ⎤


⎢A A22 A32 A42 L An 2 ⎥⎥
A adjj = ⎢ 12

⎢ M M M M M M ⎥
⎢ ⎥
⎣ A1n A2 n A3n A4 n L Ann ⎦
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 64
Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.5 Matrizen
2.5.4 Arten einer Matrix

■ Die Adjungierte Matrix Aadj besteht aus den Adjunkten der


Matrix A, wobei diese jedoch transponiert angeordnet werden
■ Unter Adjunkte wird die Unterdeterminante verstanden, die
man für ein Element aik einer Matrix A erhält, wenn man die
diesem Element zugeordnete i-te
i te Zeile und k-te
k te Spalte
streicht, wobei die Unterdeterminante mit dem Vorzeichen (-
1)i+k multipliziert wird:

⎡ a11 a12 a13 ⎤


A = ⎢⎢a21 a22 a23 ⎥⎥ A 21 = −(a12 a33 − a13 a32 )
⎢⎣a31 a32 a33 ⎥⎦
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 65
Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.6 Rechnen mit bezogenen Größen


2.6.1 Berechnung der bezogenen Größen
• Kupplung von Netzsystemen unterschiedlicher Spannungs-
ebenen mittels Transformatoren Æ In der Regel muss eine
Übertragungs-
g g oder Kurzschlussstromrechnung g über
mehrere, unterschiedliche Spannungsebenen hinweg
durchgeführt werden.
• U
Umwandlung
dl von dimensionsbehaftete
di i b h ft t Größen,
G öß wie
i z.B.:
B
• Spannungen
• Ströme
• Impedanzen
• Leistungen
in dimensionslose Größen durch Bezug auf fest vorgegebene
Größen sinnvoll.

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 66


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.6 Rechnen mit bezogenen Größen


2.6.1 Berechnung der bezogenen Größen

• Die Berechnung ist somit von der jeweiligen Spannung des


Netzteiles unabhängig
g g und liefert über mehrere Spannungs-
p g
ebenen hinweg vergleichbare Ergebnisse.
• Allgemein gilt, dass eine dimensionslose, bezogene Größe
sich mit folgender Beziehung aus der physikalischen Größe
berechnen lässt:
Physikalische Größe
Bezogene Größe =
Bezugsgröße
• Dies b
Di bedeutet,
d t t ddass di
die Größe
G öß G mitit ihrem
ih Z hl
Zahlenwert
t {G}
und ihrer Einheit [G] durch eine Bezugsgröße GB mit dem
Zahlenwert {GB} und der Einheit [GB] dividiert wird.

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 67


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.6 Rechnen mit bezogenen Größen


2.6.1 Berechnung der bezogenen Größen

• Dies ergibt die bezogene Größe g mit dem Zahlenwert {g}


und der Einheit [[1]] bzw. [p
[p.u.]] (p
(per unit):
)
• {GB} [GB] … Bezugswert, Grundwert
• {{G}} [[G]] … Wert der p
physikalischen
y Größe,, Prozentwert
• g [p.u.] … Bezogene Größe
• g [[%]] … Prozentsatz

G {G}[G] {G} {G}


g= = = [1] = [ p.u.]]
GB {GB }[GB ] {GB } {GB }
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 68
Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.6 Rechnen mit bezogenen Größen


2.6.1 Berechnung der bezogenen Größen

• Vorteile der bezogenen Größen:


• bei der Vergleichbarkeit von Ergebnissen
• beii d
b der numerischen
i h B Berechnung,
h d
da di
die Üb
Übersetzung
t d
der
Transformatoren nicht berücksichtigt werden muss.
• bei der Auswertung der Spannungen, welche in der Nähe von „1“
liegen sollten
• Bei der Angabe von Betriebsmittelkenngrößen als bezogene
Größen sind deren Werte besser vergleichbar

• Wesentliche Nachteile der bezogenen Größen:


• Alle Größen ((U, I, Z, S)) sind dimensionslos, somit kann keine
Dimensionskontrolle durchgeführt werden
• Der Bezug zur physikalischen Größe, z.B. der tatsächlich
fließende Strom, geht vollkommen verloren

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 69


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.6 Rechnen mit bezogenen Größen


2.6.1 Berechnung der bezogenen Größen

• Bezogenen Größen für Einphasensysteme:


• Bei der Berechnung von elektrischen Energiesystemen sind die
vier elektrischen Größen: Spannung,
Spannung Strom,
Strom Impedanz,
Impedanz
Leistung von Interesse.
• Es müssen zwei Bezugsgrößen festgelegt werden. Die anderen
beiden lassen sich daraus bestimmen
bestimmen.
• In der Regel wird eine Spannung UB und eine Leistung SB als
Bezugsgröße gewählt.
• Somit ergeben sich die Bezugsimpedanz ZB und der
Bezugsstrom IB für ein Einphasensystem wie folgt:

U B2 SB
ZB = IB =
SB UB

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 70


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.6 Rechnen mit bezogenen Größen


2.6.1 Berechnung der bezogenen Größen

• Bezogenen Größen für Dreiphasensysteme:


• Bei der Berechnung von Drehstromsystemen sind ebenfalls die
vier elektrischen Größen: Spannung,
Spannung Strom,
Strom Impedanz,
Impedanz
Leistung von Interesse.
• Achtung: In der Praxis werden meist die Spannung als
verkettete Größe,
Größe der Strom und die Impedanz als Stranggröße
und die Leistung als Systemgröße angegeben.
• Im Drehstromsystem werden die verkettete Spannung UB LL
und
d di
die Dreiphasensystem-Leistung
D i h t L i t SB 3ph als
l BBezugsgröße
öß
gewählt.
• Da Impedanz und der Strom im Dreiphasensystem immer als
Strang- bzw. Phasengröße angegeben werden, muss immer auf
eine einheitliche Darstellung geachtet werden:

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 71


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.6 Rechnen mit bezogenen Größen


2.6.1 Berechnung der bezogenen Größen

• Für die Bezugs-Leiter-Erd-Spannung gilt:

U BLL
U BLE =
3
• Und die Bezugsleistung pro Strang berechnet sich aus:

S B 3 ph
S B1 ph =
3

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 72


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.6 Rechnen mit bezogenen Größen


2.6.1 Berechnung der bezogenen Größen

• Für die Bezugsimpedanz ergibt sich somit zu:

2
⎛ U B LL ⎞
⎜ ⎟ 2

ZB = ⎝
3 ⎠ U
= LL
B
S B3 ph S B3 ph
3

• Für den Bezugsstrom gilt: S B3 ph


3 S B3 ph
IB = =
U BLL 3U BLL
3
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 73
Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.6 Rechnen mit bezogenen Größen


2.6.2 Durchführung der Berechnung der Bezugsgrößen

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 74


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.6 Rechnen mit bezogenen Größen


2.6.2 Durchführung der Berechnung der Bezugsgrößen

■ Beispielnetz zur Berechnung mit bezogenen Größen


■ Auf Basis des unten dargestellten
g Beispielnetzes
p sind die Ströme
und Spannungen als bezogene Größen zu ermitteln.

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 75


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.6 Rechnen mit bezogenen Größen


2.6.2 Durchführung der Berechnung der Bezugsgrößen

■ Daten der Betriebsmittel eines Beispielnetzes


■ Parameter der Betriebsmittel des Beispielnetzes
p
■ Vereinfachung: 110-kV-Netz und Transformatoren werden nur
durch Reaktanzen nachgebildet.

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 76


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.6 Rechnen mit bezogenen Größen


2.6.2 Durchführung der Berechnung der Bezugsgrößen

■ ESB des Beispielnetzes in bezogenen Größen


■ Darstellung
g des einphasigen
p g ESB des symmetrisch
y aufgebauten
g
und betriebenen Beispielnetzes
■ 0,4-kV-Ebene wird als Basisnetz festgelegt
■ Als Basisleistung soll die Bemessungsleistung des MS/NS-
MS/NS
Transformators festgelegt werden.

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 77


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.6 Rechnen mit bezogenen Größen


2.6.2 Durchführung der Berechnung der Bezugsgrößen

■ Beispielnetzes
■ Basisnetz g
gemäß Festlegung:
g g
■ UB=0,4 kV
■ SB=SrT_02=1 MVA
■ Bezugsstrom und Bezugsimpedanz:

S B3 ph 1MVA
IB = = = 1.143,4 A
3U BLL 3 ⋅ 0,4kV

U B2LL (0,4kV ) 2
ZB = = = 0,16Ω
S B3 ph 1MVA

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 78


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.6 Rechnen mit bezogenen Größen


2.6.2 Durchführung der Berechnung der Bezugsgrößen

■ Beispielnetzes
■ Verbraucherimpedanz:
p
■ Verbraucher liegt im Basisnetz
■ Bemessungsspannung=Basisspannung
■ Impedanz des Verbrauchers ist in Abhängigkeit der betrieblichen
Last zu berechnen

PbV _ 01 25kW
S BV _ 01 = = = 27,78kVA
cosϕbV _ 01 0,9
2
U bV _ 01 S B (0,38kV ) 2 1MVA
z BV _ 01 = ⋅ 2 = ⋅ 2
= 32,49
S BV _ 01 U B 27,78kVA (0,4kV )

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 79


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.6 Rechnen mit bezogenen Größen


2.6.2 Durchführung der Berechnung der Bezugsgrößen

■ Beispielnetzes
■ Verbraucherimpedanz:
p
■ Verbraucher liegt im Basisnetz
■ Bemessungsspannung=Basisspannung
■ Impedanz des Verbrauchers ist in Abhängigkeit der betrieblichen
Last zu berechnen

z BV _ 01 = z BV _ 01 ⋅ cosϕ + jz BV _ 01 ⋅ sin ϕ
= 32,49 ⋅ 0,9 + j32,49 ⋅ 0,436
= 29,24 + j14,16

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 80


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.6 Rechnen mit bezogenen Größen


2.6.2 Durchführung der Berechnung der Bezugsgrößen

■ Beispielnetzes
■ 0,4-kV-Kabelsimpedanz:
, p
■ Kabel befindet sich im Basisnetz
■ Gegebene Impedanz des Kabels muss ledig die Bezugsimpedanz
bezogen werden:

zrK _ 04 (0,357 + j 0,121)Ω


z BK _ 04 = =
ZB 0,16Ω
= 2,231 + j 0,756

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 81


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.6 Rechnen mit bezogenen Größen


2.6.2 Durchführung der Berechnung der Bezugsgrößen

■ Beispielnetzes
■ MS/NS-Transformatorimpedanz:
p
■ Vereinfachung: Resistanz des Transformators wird vernachlässigt
■ Reaktanz des Transformators ist als bezogene Größe angegeben:

2
U rUST _ 02 S B
z BT _ 02 = jx
j psT _ 02 ⋅ 2
S rT _ 02 U B
(0,4kV ) 2 1MVA
= j 0,04 ⋅ ⋅
1MVA (0,4kV ) 2
= j 0,04

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 82


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.6 Rechnen mit bezogenen Größen


2.6.2 Durchführung der Berechnung der Bezugsgrößen

■ Beispielnetzes
■ 20-kV-Kabelsimpedanz:
p
■ Physikalische Impedanz des Kabels ist gegeben
■ Übersetzungsverhältnis des Transformators ist zu betrücksichtigen:

zrK _ 20 1
z BK _ 20 = ⋅
ürT _ 02 ZB
(0,75 + j 0,625)Ω 1 (0,75 + j 0,625)
= ⋅ =
(20 / 0,4) 2 0,16Ω 400
= 0,0019 + j 0,0016

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 83


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.6 Rechnen mit bezogenen Größen


2.6.2 Durchführung der Berechnung der Bezugsgrößen

■ Beispielnetzes
■ HS/MS-Transformatorimpedanz:
p
■ Vereinfachung: Resistanz des Transformators wird vernachlässigt
■ Reaktanz des Transformators ist als bezogene Größe angegeben
■ Berücksichtigung des Übersetzungsverhältnisses des MS/NS
MS/NS-
Transformators sowie die Bezugsgrößen des Basisnetzes

2
U rUST 1 SB
z BT _ 01 = jx psT _ 01 ⋅ ⋅ 2
_ 01

S rT _ 01 ür _ T 02 U B
(20kV ) 2 1 1MVA
= j 0,012 ⋅ ⋅ 2
⋅ 2
= j 0,0048
25MVA (20 / 0,4) (0,4kV )

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 84


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.6 Rechnen mit bezogenen Größen


2.6.2 Durchführung der Berechnung der Bezugsgrößen

■ Beispielnetzes
■ Impedanz
p des 110-kV-Netzes:
■ Vereinfachung: Resistanz des 110-kV-Netzes wird vernachlässigt
■ Kurzschlussimpedanz des 110-kV-Netzes muss über beide
Transformatoren in das Basisnetz transformiert werden und auf die
Bezugsgrößen des Basisnetzes umgerechnet werden:

1 1 1
z BN _110 = jX QN _110 ⋅ ⋅ ⋅
ür _ T 01 ür _ T 02 Z B
1 1 1
= j 4,4Ω ⋅ ⋅ ⋅
(110 / 21) (20 / 0,4) 0,16Ω
2 2

= j 0,00048

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 85


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.6 Rechnen mit bezogenen Größen


2.6.2 Durchführung der Berechnung der Bezugsgrößen

■ Beispielnetzes
■ Gesamtimpedanz
p und Laststrom:
■ Impedanz des Netzes ergibt sich zu
■ Am Zahlenbeispiel ist zu erkennen, dass der Strom im NS-Netz auf
Grund der unterschiedlichen Zahlenwerte der Impedanzen im
Wesentlichen von den Betriebsmitteln dieser Netzebene beeinflusst
wird.

z B = z BN _110 + z BT _ 01 + z BK _ 20 + z BT _ 02 + z BK _ 04 + z BV _ 01
= ( j 0,0004) + ( j 0,0048) + (0,0019 + j 0,0016)
+ ( j 0,04) + (2,231 + j 0,756) + (29,24 + j14,16)
= 31,47 + j14,46

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 86


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.6 Rechnen mit bezogenen Größen


2.6.2 Durchführung der Berechnung der Bezugsgrößen

■ Beispielnetzes
■ Laststrom:
■ Mit der bezogenen Impedanz kann somit ein bezogener Laststrom
berechnet werden:

uB 1
i BLast = =
z Bges
g 31,47 + j14,96
31,47 14,96
= − j
(31,47) + (14,96) (31,47) + (14,96)
2 2 2 2

= 0,0259 − j 0,0123

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 87


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Elektrische Netze | 2 Mathematische Grundlagen

2.6 Rechnen mit bezogenen Größen


2.6.2 Durchführung der Berechnung der Bezugsgrößen

■ Beispielnetzes
■ Laststrom:
■ Um den Laststrom in Ampere zu erhalten, muss er wieder mit dem
berechneten Basisstrom multipliziert werden:

uB
I BLast = i BLast ⋅ I B = =
z Bges
= (0,0259 − j 0,0123) ⋅1.443,4 A
= (37,38 − j17,75) A

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin 88


Kultur Leipzig Fakultät EIT
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin Leipzig, 26.03.2010
Kultur Leipzig Fakultät ElT