Sie sind auf Seite 1von 2

Das Meselson-Stahl-Experiment

Versuch zum Nachweis der semikonservativen Replikation


Während der Replikation kommt
es zu einer Vervielfältigung des
Erbguts. Zu Beginn der 50'er
Jahre war jedoch noch unklar,
nach welchem Prinzip die
Replikation abläuft. In der
Biologie wurden drei mögliche
Modelle kontrovers diskutiert.

Die konservative
Replikation: Die ursprüngliche
DNA bleibt in ihrer Form erhalten. Es werden zwei neue Einzelstränge
synthethisiert, die zusammen einen Doppelstrang bilden.

Die semikonservative Replikation: Zu jeweils einem Mutterstrang wird


ein neuer Tochterstrang synthethisiert. Damit bleibt die DNA zur Hälfte
erhalten und die andere Hälfte wird neu gebildet.

Die disperse Replikation: Die Tochtermoleküle bestehen aus einer


abwechselnden Mischung von alten und neu synthethisieren Strängen.

Matthew Meselson (*1930) und Franklin Stahl (*1929), zwei US-


Amerikanische Genetiker, experimentierten mit Escherichia coli Bakterien,
um dem Rätsel der Replikation auf die Spur zu kommen.

Dafür gaben sie


die Bakterien auf
ein Nährmedium,
dass das
Stickstoffisotop
15N enthielt. So
kam es zu einem
Einbau des
Isotops in die
DNA der
Bakterien. Nach
einer Weile
überführten sie
die Bakterien auf
ein Nährmedium
mit dem
Stickstoffisotop
14N. Die beiden Isotope unterscheiden sich nur im Hinblick auf ihre Masse
und das machten sich Meselson und Stahl zu Nutze: Sie extrahierten die
DNA der Nachfolgeneration und zentrifugierten das Erbgut. Das Ergebnis
(eine Bande) lag genau zwischen den Dichtegradienten von 14N und 15N,
was die konservative Replikation aussschloss. Denn sonst hätte das
zentrifugierte Erbgut sich auf die Dichtegradienten 14N und 15N aufteilen
müssen, weil die Parentalgeneration (P1) der Bakterien 15N eingebaut hatte
und die erste Filialgeneration (F1) nur 14N hätte einbauen können.

Damit kamen nur noch die semikonservative oder die disperse Replikation in
Betracht. Der Versuch wurde um noch eine weitere Filialgeneration
weitergeführt (F2). Doch dieses Mal bekam man zwei verschieden schwere
Banden bestehend aus einer leichten 14N Bande und einer schwereren
14N+15N Bande. Disperse Replikation war damit ebenso ausgeschlossen,
denn in diesem Fall hätte sich nur eine Bande bilden dürfen (durch den
immer wieder gleichmäßigen Einbau von 14N und 15N).

Zusammenfassung
Der Meselson-Stahl-Versuch dient als Nachweis zur
semikonservativen Replikation