Sie sind auf Seite 1von 20

Die Sprache altbritannischer Münzlegenden

0. Bei den Münzlegenden, die hier nach der Sammlung (und


Zählung1) von Mack 21964 zitiert werden, handelt es sich um
das älteste genuin keltische Sprachmaterial auf britannischem
Gebiet2. Von den dort aufgelisteten mehr als 470 Münz(typ)en,
die uns zwischen dem 1. Jahrhundert v. Chr. und dem 1. n. Chr.
erhalten sind, trägt jedoch ein großer Teil keine Legende, und
aus den restlichen 260 (ab ca. 35 v. Chr.) lassen sich etwa 61
Lexeme gewinnen, von denen allerdings mindestens sieben zu
bruchstückhaft sind, um auch nur Vermutungen zu erlauben3.
1. Anders als häufig in der Fachliteratur angenommen4, muß
es sich nicht bei jeder Legende um einen Eigennamen handeln.
So sind zum Beispiel aus den - wenn auch teilweise späten - in

1
Im folgenden werden darüber hinaus in eckigen Klammern die sonstigen
Bestandteile einer Legende angegeben. Die dritte, erw. Ausgabe von Richard
Paston Mack (London 1975) konnte leider nicht eingesehen werden. Zu R. D.
Van Arsdell, Celtic Coinage of Britain (London 1989) s. den Nachtrag auf S. 55.
2
"Utuntur aut aere aut nummo aureo aut taleis ferreis ad certum pondus examina-
tis pro nummo." B.G. V. 12, 4-5.
Infolgedessen wurden die Münzlegenden als "a promising field of study" von
Allen/Nash (1980:122) erachtet. Die Anregung zu dieser Zusammenstellung ver-
danke ich Professor K.H. Schmidt. Ihm und Professor E. Neu danke ich außer-
dem für zahlreiche Hinweise und Verbesserungen.
3
Es sind die Legenden ale (469); can (434, s. auch Mack 21964); du (94 [tin]); ed
(423), wenn nicht zu edn (425B) zu stellen (dazu unten S. 41); sä (299); sca (469),
d.h. auf derselben Münze wie das eingangs zitierte ale, vgl. Allen 1963:12,28
und 1970:12,28; ...nos (297).
4
Wie z. B. von Allen/Nash (1980:127) zu der gallobelgischen Legende Ateula
Viatos (ibid. no.326), deren zweiter Bestandteil sicherlich das Appellativum für
'Herrscher* (Ho.III 420f.) darstellt, wie schon Fleuriot 1984:34 u. 40ff. unter-
strichen hat. Vgl. auch Do: 42.
Brought to you by | University of Glasgow Library
Authenticated
Download Date | 10/21/18 6:43 PM
Die Sprache altbritannischer Münzlegenden 37

Usk (Gwent) gefundenen römischen Münzen5 u.a. folgende


über Namenangaben hinausgehende Legenden bekannt (hier in
grober chronologischer Reihenfolge): v[ictrix], [salutis],
mone[ta], pontif maxim, [cejres augusta, [adlocut coh s c],
[annona a]u[guj, s[ti] ceres, [p]a[ce p r terjra m[ariq parta]
ianum clu[sit], [victjoria augusti s c, salus augusta, iovfi]
victori s c, iustitia äug cos iii p p s c, fe[licita]s äug imp,
uberitas äug, victoria aet, beata tranquillitas, sarmatia
devicta, gloria exercitus,fel temp reparatio,felicitas reipublice
(vgl. die Aufstellung bei Boon 1982:16-41).
So spricht Fox (1958:138) zu Unrecht von "the unexplained
TASCIORIGON group", haben wir doch in rigon, ricon(i) (184
[tascio(v)J) noch die alte britannische Entsprechung von idg.
*reg's (IEW 854 ff.) in appellativischem Gebrauch6. Die Form
ist aus drei Gründen bemerkenswert:
a. Es handelt sich um eine on-Ableitung, einen Typ, der auch
in der Namengebung besonders häufig zu sein scheint; da für
den Nominativ Sing. *rigu < *rigö zu erwarten wäre, muß
rigon Abkürzung für den Genitiv rigonfos] sein, was auch für
den PN Tascio eine volle Form im Genitiv impliziert. Nicht
eindeutig ist gelegentliches auslautendes -i (dazu unten S. 48),
während der Wechsel g/c von Allen/Nash 1980:123 als rein gra-
phisch eingestuft wird (s. aber unten S. 49)7.
b. Das Etymon ist im Britannischen ansonsten sehr bald
durch eine Vielfalt von anderen Termini ersetzt worden8.
5
Man bedenke, daß "inscribed British coinage is post-Caesar and influenced by
the Imperial Roman coinage available across the Channel" (Allen/Nash
6
1980:129).
So auch Allen 1944:17; Mack 21964:61 f.u.79; Allen/Nash 1980:27; K.H. Schmidt
1990: 126 (KGPN:276 noch mit Erwägung eines Kompositums).
7
Eine petitio principii scheint in Kochs (1987a:46, ähnlich bereits 1983:202)
Annahme vorzuliegen, daß der Hauptname bei tascio l riconfi) ein Nominativ
sein müsse; der zweite Name wird dann als i-Genitiv zu einem *Rigonos inter-
pretiert und das Ganze mit "T[asciovanos] of the Divine King1, or perhaps 'son
of, 'devotee of, 'chosen of" übersetzt. Ist das oben angesetzte *rigon- bereits
eine Ableitung vom Wurzelnomen kelt. *rtff-, so müßte *Rigono- bzw. *Rigomos
eine weitere Ableitung davon sein. Eine mehrfache Weiterbildung des Wurzel-
nomens *rig- erscheint jedoch unmotiviert, zumal dieses in den späteren insel-
8
keltischen Sprachstufen noch bewahrt ist.
Vgl. etwa die ky. Herrscherbezeichnungen arglwyd, brenhin, gwledig, pendtfic,
teyrn, tyuuyeog, unben. Literatur: H. M. Chadwick 1954:47; LEI A R-25 u. 80 (zu
ky. rhi und rhiairi); Jenkins 1976. Zur Erhaltung in Komposition in ky. 6rvyr und
Brought 1972:117.
Tudyr vgl. Charles Edwards to you by | University of Glasgow Library
Authenticated
Download Date | 10/21/18 6:43 PM
38 P. de Bernardo Stempel

c. Die Münze gehört zu den Prägungen der Catuvellauni zwi-


schen 20 v. und 10 n. Chr., während dieser Stamm wie auch die
Atrebates etwas später lat. rex9 verwenden: 180 epp/~calle, 5-
10 n. Chr.10; 246 tasc/cunobelinus ~ n , 10-40 n. Chr. sowie 123
verica commi f/~ und analog 122, 124, 12l12. Dazu merkt
Haverfield (41923:29) mit Recht an: "The word ..., REX, ist
strange to the Roman coinage, and must have been employed
with a real sense of its meaning". Eine Legende rix auf "ancient
plated forgeries" erwähnen Allen/Haselgrove 1979:9.
Zu revidieren ist auch Allen/Nash (1980:126), die "cases of
possible triumviri in the legends ... Dumnol Tigirl Seno1* in
Britain" vermuten. Wir würden in tigir, analog zu den bisher
besprochenen Münzen, dagegen einen britannischen Beleg des
keltischen Etymons *tigernos 'Herr' als Apposition sehen, vgl.
air. tigern, aky. teem, abr. tiarn usw. (LEIA T-62f.), Ho. s. v.
Tigir sowie -tigirni auf brit. Inschriften des 6. Jh.14.
Seno könnte u.U. ein Attribut 'alt' (vielleicht i.S.v. 'der
Ältere', vgl. it. U Vecchiot) darstellen (LEIA S-83f.)15.
Wegen des Kontextes der Belege16 könnte es sich auch bei
den im folgenden angeführten Wörtern um Appellativa han-
deln, ohne daß allerdings eine etymologische Klärung immer
möglich wäre:
dias (188 [yir], 192 [tasc~/ver]): Mack21964:62; ferner Allen
1967:3, der an den gall. PN Diasulos denkt. KGPN-.193 setzt

9
Allen/Nash 1980:38 u. 125 zur Verwendung im gallischen Bereich, ferner No.49
bei Fischer 1986. "
Laut Allen/Nash 1980:125 "The concentration of regal inscriptions in Britain is a
mark of its continuing independence after the conquest of Gaul".
10
"first time the word rex appears on a British coin" (Mack 21964:39).
11
Zu dieser Münze Fox 1958:138.
12
Dazu u.a. Besly 1987:7. Mack 21964:43. .
13
Hier Kontamination aus 461 [dumn/tigir seno] und 462 [dumnoltigir].
Nicht besonders überzeugend auch Aliens (1963:29) alternative Interpretation
14
als "ethnic, e.g. Tigurinus or Senonis".
Nash-Williams 1950, No.229 Catotigimi und 33 Bivatigi[rni]'. Vgl. auch
LHEB:M6f. ohne Erwähnung dieser Legende.
15
Vgl. auch die gallische Carnutermünze mit Giamilos stlnu (Allen/Nash 1980
No.372) sowie No.68 bei Fischer 1986.
16
Hingegen faßt u.a. Cunliffe (1981:36) "the appearance of additional names on the
later coinage of Tasciovanus" als "representing successive partners ruling with
Tasciovanus" auf.
Brought to you by | University of Glasgow Library
Authenticated
Download Date | 10/21/18 6:43 PM
Die Sprache altbritannischer Münzlegenden 39

eine Bedeutung 'Führer' für Diastu-/Diassu· an, das Schmeja


1967:277 als *de-ad-tos zu idg. *ad- 'festsetzen, ordnen' (IEW
3, 2.ad-) etymologisiert: "Kelt. *dwstos heißt dann etwa «rite
ordinatus, der (nach feierlichem Brauch) besonders Einge-
setzte, der (vom Gesetz) besonders Bestimmte», vielleicht auch
«der besonders Geheiligte» ..., woraus sich eine Bedeutung
«König» verstehen läßt."
dun (313 [amminus]): Mack 21964:108; kelt. *dunom 'Burg*
(IEW 263)?
iobir (307 [ep], 308 [eppi com/]), wenn nicht als PN < *Ivo-
('Eibe', KGPN-.228) + (-)viro- (l. 'Mann', #GPAT:296ff.);
ruiis od. rulls (190 [wr], 191, 189, 193) : Mack 21964:62;
darüber hinaus Allen 1967:4 u. 1968: bes. 4 Anm.2.
sego (194 [toscio], 196): kelt. *segos 'Sieg' (Ho.II, 1444; IEW
888f.), mit victoria auf römischen Münzen zu vergleichen ?
Mack 21964:63, 68, 81 vermutet dagegen einen Sego[] Sohn des
Tasciovanos;
solidu (259 [cuno]): Mack 21964:91; Ho. II, 1604 verweist auf
sol(i)duri(i) 'devoti', 'Gefolgsleute' (ibid. 1599ff.) bei den So-
tiates17;
volisios (463 u. 465 [dumnoco(veros)], 466 u. 467 [dumnove-
(llaunos)], 468 [cartivel]): vielleicht eine -mo-Ableitung zu
kelt. *voli-, ir. füll 'sanguis' (Ho. 111,442) als Epitheton? Allen
(1963:29) denkt an ein Patronymikon, von welchem Namen
aber? Die gelegentliche Schreibung vodisios bei No. 463 (Mack
2
1964:153 A.2, Allen 1963:12 Anm.9), ist eher unklar, vgl.
KGPN:194 zu einem Vorvodisius (ibid.: 300, Ho. 111,448).18
Die Legende crab (371, 372; dazu Mack 21964:115 und Allen
1968a: 53f., 5719) erinnert an ir. crob 'main, patte, griffe, prise',
ky. era/-, br. kraf 'prise de lütte' < *cra& (LEIA C-241).
Im Falle von corio (393, 394) und duro (434 [cam]) läßt sich
trotz der bekannten Etymologie - 'Heer' (Ho. 1,1126) bzw.

17
Daß dies nichts mit dem lat. solidus zu tun haben kann, ist offensichtlich, da
letzterer erst seit Konstantin geprägt wurde. Zu der Konjektur als "Solidunum,
the presumed name of another mint" vgl. Allen 1944:28.
18
19
S.a. unten S. 43 zu Voden(i)os.
Dieser jedoch nimmt nicht überzeugend "an abbreviated spelling of a name
Brought to you by | University of Glasgow Library
beginning with the common element Cara" an (1968a:54).
Authenticated
Download Date | 10/21/18 6:43 PM
40 P. de Bernardo Stempel

'hart; Festung' (ibid. 1383 f.) - nicht entscheiden, ob es hier


Appellativa oder Namen sind20.
Das am meisten gebrauchte Appellativ ist paradoxerweise
Iat.flliii8, das alsf/fi/fü/fili zum Ausdruck eines Patronymikons
dient21: es erscheint auf den Münzen des Tinc[...] (20 v. Chr.-
5 n. Chr.), des Eppillus als Herrschers der Cantii (10-25
n. Chr.), des Cunobelinus, des Bericus(?) (beide 10-40 n. Chr.)
und des Epaticco (25-35 n. Chr.), sowie des Vep[...] der Cori-
tani (Anfang des 1. Jh. n. Chr.)22. Man vermißt dagegen einen
britannischen *mapos (vgl. auch Allen/Nash 1980:124 (u. 38),
und ein ausgeschriebener Genitiv zur Angabe eines Vater-
schaftsverhältnisses ist äußerst selten: vgl. lediglich no. 240
Tasciovani und 244 Tasciovantis (auf der Vorderseite Cunobe-
linus bzw. Cunob).
2. Von den mutmaßlichen Personennamen sind einige in
anderem Zusammenhang bereits diskutiert worden bzw. finden
- zumindest was ihre Vorderglieder betrifft - problemlos
Anknüpfung; dies ist der Fall von:
Addedomaros, 'a king completely unknown to history7, als
Name aber auch aus Iss. bekannt23.
Amminus, vielleicht Adminius, Sohn des Cunobelinos: trotz
der Skepsis von Mack 21964:107 s. jetzt Allen 197624.
Boduocfos], auf Prägungen der Dobunni (ca. Mitte des 1. Jh.
n. Chr.), eine bereits britannische Entwicklung des festlandkel-
tisch belegten Boduacos25.
20
Salway 21985:68 spricht von "another ruler called Corio", was lautlich nicht
unproblematisch ist. Ferner Mack 21964:125 u. 138.
21
Vgl. Fox 1958:138; Allen/Nash 1980:37, jedoch mit der Warnung daß "we must
remember the frequency of adoption amongst the Celts".
22
Es handelt sich in der Reihenfolge um die Nrn. 93, 96, 100-102, 104; 300-302,
304, 308-310, 312; 235, 242-243, 245; 109^115, 121-125, 128-129, 131, 131A, 132;
262; 459 u. 460. Zu den Namen Tinc[], Bericus, Epaticco und Vep[] s. unten § 3.
23
Belege: 268-269 und, abgekürzt, 266-267. In den Schreibungen wechselt dd mit
und e mit // bzw. i.
Literatur: Mack 21964:94; ferner Salway 21985:47. KGPN 103, 116; GPN 56 f.
Für eine Interpretation als "possessing a big chariot" vgl. Koch 1987:259 f.
24
Belege: 313 [dun]; 314-316.
Literatur: Ho. 1,43; KGPN 114 u. 60. Salway 21985:60 m.A.l, 67, 70.
25
Belege: 395-^396.
Literatur: Allen 1944:37; Fox 1958:139; Salway 21985:68, 83. Mack
2
1964:125f.; Toynbee 1964: 38 A.l; Ho. I,460f.; GPN 151. Fehlt unter der brit.
Evidenz bei Russell 1988:154ff.
Brought to you by | University of Glasgow Library
Authenticated
Download Date | 10/21/18 6:43 PM
Die Sprache altbritannischer Münzlegenden 41

Catti (391), Genitiv eines Cattos (Belege bei Ho. 1,846f.; s.a.
Koch 1983:202).
Cunobelinus, ein vielfach erwähnter Häuptling, dessen
Name in ky. Cyn-felyn weiterlebt26.
Dubnovellaunos, auch aus Augustus' Res gestae (§ 32) be-
kannt27.
Dumnocoveros, mit Assimilation im Vorderglied und mögli-
cher Schreibung e für t28.
Edn[] (425B): zu *etno- 'Vogel' (Ho. 1,1482) ? Vgl. den GN
Etnosus (Ho.l.c.) und ky. Edenavc aus dem dazugehörigen
Etymon ky. adein 'wing* (TYP: 338). Edn - und Ed, s. Anm. 3 -
werden hingegen von Allen (1970:12) als Verschreibung für
*Ec(e)n[i] gedeutet. Dazu zu stellen womöglich auch kib.
ednoum (G. pl.) (Penalba de Villastar, Is. No. 5 nach Tovar
1959).
EppilluSj dessen Name bereits einen Eppios und davor einen
Epios (< epo- < *ek'wo-) voraussetzt29.
Tasciovan(us) 'not otherwise known to history', dessen
Name uns in einer Vielfalt von Schreibungen überliefert ist30:
26
Belege: 240 [tasciovani], 242-249 u. 235-239 mit Varianten desselben Tasciova-
nus; 259 [solidu]; 230 [camuloduno], 201-213, 215, 218-219, 222, 225-226,
229-231, 23&-234A, 250-253, 256, 258 u. 260 mit Varianten des Ortsnamens;
216-217, 227-228 u. 254 mit cun (Doppelsetzung des PN oder Abkürzung des
ON ?); ferner 214, 220-221, 223, 232, 241A, 255, 257A u. 261.
Literatur: Allen/Nash 1980:27, 36; Salway 1985:55f., 67f. u. 104f. KGPN:IS6
u. 146; Ho. I, 1193-1195; 7TP:323; Koch 1987:26323ff.
27
Belege: 282; 466-467 [volinos]; 275, 283, 278, 286-291A; darunter ist die assimi-
lierte Schreibung dumno- auch bezeugt.
Literatur: Allen/Nash 180:26,122f.; Salway 21985:47f. #GPN:199; GP#:196f.
u. 272ff. Weber 1970:38. Zum Hinterglied Lambert 1990: 213f. und K. H.
28
Schmidt 1988:27 f.
Belege: 463 u. 465 [volisios].
29
Literatur: KGPN'Ml u. 199; Ho. 1,135 f.
Belege: 300 [comfl u. 301-302, 304, 309-310, 312; 306 [eppü]\ 107-108 [(rex)cal-
le(v)]; 308 [wmr/com /] u. 307; 303, 305, 311.
Literatur: Allen/Nash 1980:26; Salway 21985:56. Ho. 1,1455 bzw. 1445f. s.v.
30
Epius u. epo-; GtfW:197ff.
Belege: tasciovan (186), tasdovantis (244 [cwnoft]), tasciovani (242 \flcunobe-
lini}), tascllovanl(l) (240 u. 243 [(f)/cunobelinus]), tascllovafn) (238-239 fcwwo-
(beli)])', mit Fugenvokal (178 [tas], 149-150, 160, 161 [ver], 163), mit o?c for sc
(150), und in abgekürzter Form (154-155, 157-159, 165-167, 170-170A, 175A,
185, 195, 263A; 176 [fcwcio], 153; 184 [ric/gon(i)]'t 175 [twtfomto], 162, 166-157,
164, 169, 171; 192 [dias/ver]-, 194 [sego]; 236 \cunobclini], 248-249, 235, 237,
245-247; 262 [f/epaticcu]).
Brought to you by | University of Glasgow Library
Literatur: Allen/Nash 1980:26 f. Vgl. auch Salway 21986:47, 65 f.
Authenticated
Download Date | 10/21/18 6:43 PM
42 p. de Bernardo Stempel

Zuletzt hat Koch (1987:266ff.), für das erste Glied einen Vor-
schlag von Mac an Bhaird 1980 und für das zweite Rh£s bei
Holder (11,1744-1750) aufgreifend, den Namen als *Task(j)o-
gwtionos "badger-slayer" gedeutet und (ebenfalls mit Rh£s) zu
mky. Tecvan(n)> aky. Tecmant, Teuh(u)ant, Tenuantius,
Tenewan gestellt. Damit sind zwei Schwierigkeiten verbunden:
Zum einen listet Thurneysen ky. maidd als Entsprechung von
"gallolat. mesga 'molken* =air. medg (d.i. medg), neuir.
meidhg" auf (1893:569). Zum anderen müßte man V* > brit.
w ansetzen, dazu vgl. aber Schmidt (1988a:4f.) mit älterer
Literatur und [1984] mit "at least three arguments against the
antiquity of the Bryth. attestations with Igwl < *lgwhl". Ange-
sichts der recht gut belegten festlandkelt. PNN mit Hinterglied
-manos (KGPN: 236, Weisgerber 1969:62) würden wir Tascio-
van(us) lieber zu diesen stellen, und zwar mit Schreibung v für
(bereits leniertes) intervokalisches m, vgl. Do: 62 und ky. Cad-
fan aus Catamanus. Für das erste Glied bleiben - außer der
Interpretation als 'Dachs' - auch die älteren Erklärungen als
('Pflock') sowie als 'hart' zu air. tadg. 'id.' möglich
(KGPN: 276; GPN: 263-265; LEI A T-5f. s.w. tadg l u. 2):
Könnte man einen Anschluß an die idg. Wurzel *tek'p>- 'flechten,
...zusammenfügen' (IE W 1058 f., vgl. aber Mayrhofer
1986:155 f.) erwägen? Als unmittelbare Vorform würde sich
*tek'p-ko- > *tep-ko- anbieten, mit der für das Kelt, typischen
Fortsetzung des p und darauffolgender Vereinfachung in vor-
konsonantischer Stellung. Es ist anzumerken, daß im Germani-
schen der Name des Öachses von dieser Wurzel abgeleitet ist.
Ky. Catvan - wenn wirklich aus Catamanus (so u.a. Lewis
1989: 69, anders TYP 290) - scheint gegen die Rückführung des
zweiten Gliedes auf *mänus 'gut' zu sprechen, da man sonst
**/awn, **-/<w erwarten würde. Schnetz' Anknüpfung an die
Wurzel *men- 'denken' (1927:130f.), die vor allem dann in
Frage kommt, wenn man tasciovan und tasciovantis (s.
Anm. 30) als volle Form bzw. als ursprünglich ansieht (s. aber
auch S. 50 u. 51), hat durch Ködderitzsch 1986:195 ff. eine
Modifizierung erfahren: -manos 'den Sinn/Verstand ... habend'
aus *mnHos zu der set-Variante *mend-,
31
Belege: 459 u. 460 [corfl, 464 [co].
Literatur: KGPN:290.
Brought to you by | University of Glasgow Library
Authenticated
Download Date | 10/21/18 6:43 PM
Die Sprache altbritannischer Münzlegenden 43
81
Vep/7 .
Voden(i?)os (299A): an air. faith Vätes', festlandkelt. -
(Strabo)32 bzw. ky. gwawd 'Gedicht', mir. fath 'Prophezei-
ung* zu "wät-, besser wöt- 'geistig angestrengt sein'" (IEW
1113.1) anschließbar? Vgl. jedoch auch.Ogam Voti (Korolev
1984:200) und das Namenmaterial bei Ho. 111,452 f. Zum Suffix
vgl. Ho. 1,1440 und Weisgerber 1969:395f.
Als etymologisch problematisch wurde bisher der Name
Commios erachtet, der mit dem u.a. aus Caesar bekannten
König der Atrebates identifiziert wird33. Der Name erscheint
auch auf gallobelgischen Münzlegenden, dort allerdings nicht
alleinstehend, sondern als Carsicios— u. Garmanos ~34. Han-
delt es sich nicht um eine Kurzform35, so würden wir ihn mit air.
cummae 'act of cutting, hacking, ~ shaping* (io-St., n.) in Ver-
bindung bringen wollen, das als Verbalnomen von con-ben fun-
giert36. Für den PN ließe sich demnach ein *kom-bhi-os 'Schlä-
ger ?' ansetzen (IEW 117 f. bheifz)-, bhi- 'schlagen'). Die
Schwierigkeit besteht darin, die keltisch einzelsprachlich
belegte Assimilation mb > mm bereits zu Caesars Zeit anzuset-
zen37, dennoch gehören gerade Assimilationen zu den Lautver-
änderungen, die sporadisch auftreten können.
Obwohl anscheinend vollständig, sind Saemu (433, "could
read Safnu" oder Sarnu)*8 - wenn nicht "probably" Saenu39 -
und Sub(id)asto (434A [/Esico]) eher undurchsichtig. Letzterer
("all the letters are certain except the I and Z)"40) klingt an ein
32
33
Dazu Meid 1974:32.
Belege: 92; 93 \fltinc] u. 96, 100-104; 123, 128-129, 131 tf/ve/irica (rex)] u.
109-116, 121-122, 125-127; 300 [f/eppillus/(iovir)] u. 301-302, 304, 308-310, 312.
Literatur: GJW:291, 335 f. Salway 21985:27,29,47; Allen/Nash 1980:26, 129.
34
Allen/Nash 1980:97f., No. 360 u. 361. Colbert de Beaulieu 1962:427f. Vgl. auch
Ho. 1,1074 ff. Ein Cummiiis ist bei den Treverem belegt, dazu Weisgerber
85
1969:145 m. A. 232.
In KGPN:42 A.3. wird er aber auch unter den echt einstämmigen Namen bei
36
Caesar geführt.
DIL s.v. Laut LEI A C-288f. soll sich die ebenfalls vorhandene Bedeutung like'
erst inneririsch herausgebildet haben ("est toujours predicatif" 1), während
andere Forscher eher zufällige Homonymie annehmen; so z. B. Hamp 1985, der
cumm(a)e 'like, equal' als Ableitung von idg. *k'om- auf ein *k'om-(s)m~io-
zurückführt.
37
38
Vgl. auch GPNAQ5 u. 336.
39
Mack 21964:148. Dazu Ho. 11,1284 und Allen 1970:33.
Nach Allen (1970:33 u. 13), der eine Anknüpfung an Scno- versucht.
40
Allen 1970:13 u. 33.Brought to you1968a:51
Vgl. a. Allen by | University
Anm.6. of Glasgow Library
Authenticated
Download Date | 10/21/18 6:43 PM
4 Zeitschrift f. celt. Phil., Band 44
44 P. de Bernardo Stempel

gall, 'Efeu' an (erwähnt bei Ho. 11,1651), oder wird es


sich um ein Kompositum mit su· 'gut' handeln? Mit -bid- aus
kelt. *bitu-l Haselgrove (1978:114f.) verzeichnet Subippasto -
Esico.
Im Falle von Avn äst (457 Vordere.)41 und E sup asv (456B
Rucks.42) bleibt unklar, ob äst bzw. asu als Suffix oder als Vor-
derglied eines zweiten Namens aufzufassen ist; Allen (1963:28)
spricht sich allerdings uneingeschränkt für "the principle of the
two short elements" aus.
3. Vor voreiliger Restitution der in vielen Fällen durch
Abkürzung ausstehenden Hinterglieder muß ohnehin gewarnt
werden.
So wird von einem Andocomius gesprochen, der nur als
Andoco belegt ist und für den auch keine sonstige historische
Evidenz vorliegt43: Etymologisch wahrscheinlicher ist Holders
Andocombogios (1,149), während Allen (1944:20) u.a. Andocos
und Andocoveros vorschlägt.
Tincom, auch als Tinc Commif bezeugt, stellt wohl eher ein
Tin(c)[] Com(mi f)[] dar, als den vielfach zitierten undurch-
sichtigen - und lediglich aus diesen Münzen erschlossenen -
Tincommius44: Denn von dem Namen des aus Augustus* Res
gestae damit gleichgesetzten britannischen Königs, der dort
zusammen mit Dubnobellaunus/ genannt wird,
ist lediglich der Anfang TinIT erhalten45. Wie aus den kriti-
schen Ausgaben von Volkmann (21964:54f.) und Gage
(21977:141) hervorgeht, beruht die Konjektur -commius auf
einem 1918 veröffentlichten Vorschlag, den Sandys gerade auf-
grund der hier besprochenen britannischen Münzen unterbrei-

41
Avn[] - so auch in No. 458 - könnte ein ursprüngliches *amn- darstellen (vgl.
42
Anm. 27),
S. a. Allen 1965: l u. 4. Für das zweite Element wurde auch eine Lesung Osu
(bzw. Ost für No. 457) als möglich erachtet, für E sup eventuell Orsup (Allen
1963:28 u. X. mit Plate IV).
43
Belege: 200 [and],2 199 [a], 197 [o], 198.
44
Literatur: Mack 1964:62 u. 82.
Belege 95, 105 bzw. 93 und ähnlich 96, 100, 104. Stärker abgekürzt in 97 [ca], 98
[c], 94 [du], 99, 106, 101-103.
Literatur: Mack 21964:34, 38f.; Allen/Nash 1980:26, 81; Salway 21985:47, 56,
45
59; Besly 1987:7.
§ 32 des Monumentum Ancyranum, vgl. Weber 1970:38.
Brought to you by | University of Glasgow Library
Authenticated
Download Date | 10/21/18 6:43 PM
Die Sprache altbritannischer Münzlegenden 45

tete. In anderem Kontext sind ein Tincorix und ein Tincius


belegt (XGPN:278bzw. Ho. II,1952f.).
Nicht unproblematisch ist auch die Ergänzung von Anted**
zu einem Antedrig, wie inzwischen die vollere Form Antedi
zeigt: Koch (1983:202) faßt sie als Genitiv eines o-stämmigen
*ANTedos auf, überzeugender ist jedoch Aliens (1970:11)
*Antedios, s.a. Ho. s.v. Antedia. Dagegen ist Cara (265) aller
Wahrscheinlichkeit nach dem historisch belegten Caratacus47
zuzuschreiben, ohne daß sich jedoch die Vollform genau bestim-
men ließe.
Die Legende Cartivel ist in Verbindung mit der Königin der
Brigantes, Cartimandua, gebracht worden48: In dem Falle
müßte man eine Trennung Carti#vel annehmen und in Vel[]
einen ihrer Gemahle, Vellocatus49, sehen, wobei das Masku-
linum volisios (s. oben S. 39) auf der Vorderseite auffällig
wäre, vgl. auch die Einwände bei Allen (1963:26 ff.); die
Annahme eines durch jeweils verschiedene Epitheta - nämlich
carti-vel[], dumno~ve(llaunos), dumno-co(veros) - bestimmten
Volisios auf diesen coritanischen Münzen (463 u. 465-468)
könnte eine mögliche Alternative darstellen, während Allen
wieder einmal "a sequence of magistrates changing in pairs"
vermutet (1963:30f.).
Eher unklar sind Comux (392) und Inam (390; Allen 1965:7;
Ho. 11,38), während Coi/50 sicherlich als Cor[]+f[ili(usli)] zu
zerlegen ist, analog zum wiederholten Comf für das ebenfalls
belegte Commif/Comfili51.
Epaticcu ist wegen der Endung -u (möglicherweise < *-ö,
denn -us < *-os wird auf diesen Münzen in der Regel ausge-
schrieben) u.U. eher als Epaticco52 aufzufassen, zumal "no
mention is made in history of this prince"53: in dem Falle wird
46
Bzw. ante0 auf Münzen der Dobunni (385-387) und der Iceni (418-422). Dazu
47
auch Allen 1970:30. 2
Vgl. Ho. 1,772. Mack 19G4:70. Ferner Boon 1974 u. 1976.
48
468 [volisios]. Dazu Mack 21964:153 Anm.3.
49
50
Tacitus, Hist. Ill § 45, 8-9. Salway 21985:133.
61
Belege· 459 u. 460 [vep]> als bloßes co in 464 [vep]. Allen 1963:12.
Belege: 101, 102, 104, 122, 302, 304, 309 vs. 93, 123, 128, 129, 131 bzw. 114.
62
63
Wohl in diesem Sinne als Epaticcu bei Salway '1985:56.
Belege: 262 und, abgekürzt, 263-264. Dazu auch 1 (~ **« < >«/ 263
[TasciovW Brought to you by | University of Glasgow Library
Literatur: Mack 21964:69.
Authenticated
Download Date | 10/21/18 6:43 PM
46 P. de Bernardo Stempel

man z. B. den analog abgeleiteten gall. PN Gareccon-5* verglei-


chen. Ein PN Epaticcus ist jedoch aus der Lugdunensis55 be-
legt.
Verica, auch Virica wird zwar mit dem des Cassius
Dio gleichgesetzt56, das auslautende -a wirft aber Probleme auf;
die suffixale Ableitung mittels -iko- (der Name kann sowohl
einen *uperikos, wie auch eine Ableitung vom doppelt deutba-
ren57 gall. Viro- darstellen), macht es nämlich eher unwahr-
scheinlich, daß wir hier noch mit einem Rest maskuliner ä-
Stämme zu tun haben, für die es auch ansonsten im Keltischen
an Evidenz mangelt58. Eine Verschreibung für o ist angesichts
der konsequenten Beleglage (6 Prägungen mit Vollschreibung)
kaum anzunehmen. Könnte es sich um eine Schwächung in der-
noch nicht abgefallenen - unbetonten Endsilbe handeln? Allen/
Nash 1980:123 sprechen - ohne esfcubegründen - von einem
häufigen "interchange" zwischen und o, und es handelt sich
um Münzen der letzten Periode der Atrebates (10-40 n. Chr.).
VosII (298) ist nicht notwendigerweise mit Ho. 111,451 zu
Vosenos zu ergänzen: vgl. ibid. 448 ff. s. vv. Vosegos u. Vosegus
(GN). Toynbee 1964: 26 erwähnt jedoch eine 1954 in Canter-
bury gefundene Münze "giving his full name for the first time".
4. Wenn nicht direkt Götternamen, so zumindest mit ihnen
verbunden sind die Legenden Aesu (432) und vielleicht Esico
(434A)59 aus der Mitte des 1. Jh. n. Chr. (dazu Allen 1970:18).
Ersteres ist entweder der gallische Kriegsgott Esus (Ho.
1,1479; GPN 200ff.) selbst (ibid. 53) oder eine on-Ableitung
dazu (s. oben S. 37), vgl." Ho. 1,53 u. 1470. Zu vergleichen ist
54
< *ghrHi- (karz1+-ikko-+-on- (K.H. Schmidt 1985:403).
55
DAG:6M No. 182. Dazu D'Arbois de Jubainville 1888.
56
Belege: 123,126,128-129,131 A [com(mi f)l(rex)} und abgekürzt 122,124,
131B-132 bzw. 131 [commi f\ und verkürzt 109-112,114^118,121,125,127,130.
Darüber hinaus Allen/Haselgrove 1979:bes.6 u. 9.
57
Literatur: Ho. 1,406; Allen 1944:9f.; Salway 21985:69f.
KGPN:296f.
58
Der GOI § 288 angeführte maskuline -Stamm techt 'Bote' erklärt sich inner-
irisch aus techt 'das Gehen', VN von Uit (idg. *(s)tig-tä, IEW1017), genauso cerd
'craftsman' aus air. cerd Tiandicraft'. Was andere Maskulina der -Deklination
betrifft, "as their etymology is obscure, it is impossible to decide ... whether
there were always masculine -stems".
59
Gleiches Grundwort in Eisu (388-389; s.a. Sellwood 1984:412) und Esu-p[]
(456B)? Vgl. Allen/Nash 1980:123.
Brought to you by | University of Glasgow Library
Authenticated
Download Date | 10/21/18 6:43 PM
Die Sprache altbritannischer Münzlegenden 47

womöglich die Legende AESO aus dem Noricum (Pautasso


1975-76:482f.; Lejeune 1971:126). Das zweite erinnert an
Esucco u.a., "Kurznamen zu den mit Esus zusammengesetzten
Namen" (Weisgerber 1969:87): Da ansonsten kein Wechsel u/i
verzeichnet wird (z. B. Allen/Nash 1980:123) könnte es sich um
den bereits erfolgten britannischen Übergang ü > i (LHEB:
302 f. §15) handeln.
5. Während ein einziger Stammesname belegt ist, nämlich
Ecen(i) auf einem Teil der Iceni-Münzen60, ist die Angabe der
Prägungsstätte geradezu typisch für britannische Währung61.
Belegt sind die Ortsnamen:
Callev[a]: aus *Callewä '(town in the) woods', vgl. Rivet/
Smith: 2911; zum Grundwort *calli- vgl. aber auch Verf.
1987:92;
Camuloduno: zu brit. *Camulodunon vgl. Rivet/
Smith: 294 f.;
Verlamio: vgl. Rivet/Smith: 497ff. s.v. Verulamium, ver-
mutlich war aber die britannische Vollform *Verolamion (mit
Vero- < *upero- ?, vgl. kib. veramos in Penalba)62.
6. Der Einfluß der klassische^! Vorbilder auf die britannische
Münzprägung macht sich auch in den Legenden bemerkbar.
So ist die Verwendung des Genitivs (sg.) für den Hauptna-
men63 - statt des Nominativs wie auf römischen Münzen64 -
sicherlich eine Anlehnung an den griechischen Stater, der in
Britannien vielfach nachgeahmt wurde65 und dessen Legenden
60
Belege: 424 u. als ece (425A u. 425-428, 431). Zu Eceni Allen 1970:11 u.30f.
61
Literatur: Ho. 1,1405; Rivet/Smith:373ff.
Allen/Nash 1980:37 f. u. 127 "This may imply that in Britain of the late first
century b.C. and the early first century A.D. towns mattered more than tribes".
62
Die drei Gruppen von Belegen in der Reihenfolge: 107;108 [rex] bzw. 230 [ctmo]
und abgekürzt 201 u. 251 [cunobelin] sowie 215,218-219,222,225-226, 229,
231,233-234A,250,252-253,256,258,260, mit [cunob] u.a. Kurzformen; 186 [tas-
ciovaril; 434 [duro]', 187,203,205-207,209-213,224 bzw. 172-173,175 und abge-
kürzt 156-157,161,164,169-171 [tas(cia)]', 168 [vlller\\ 192 [tasc dias];
162,177,m-180,18£-183A, bisweilen mit i-Schreibung, wie 188 [dios] u. 190
[mis]. Dazu auch vero/tas (152).
63
Ansonsten dienen Genitive (häufiger mit als ohne lat. flüifusj), s. oben S. 40)
zum Ausdruck des Patronymikons, vgl. Commt', Tascilovanii, Tascllovantis
ausgeschrieben in Nrn. 93,123,128-129,131 u. 240,243-243 bzw. 244. Allen/Nash
64
1980:124.
66
Vgl. u.a. die Legenden bei Boon
Brought 1982.by | University of Glasgow Library
to you
La Baume 1960:30; Fox 1958:136; Allen/Nash 1980:8, Map no.4. Besly 1987:7.
Authenticated
Download Date | 10/21/18 6:43 PM
48 P. de Bernardo Stempel

, lauteten66. Dies wird fur Catti (391),


Cunobelini (221,236,242), Tascio(v)[] (Nr. 184 wegen rigon, s.
oben S. 37) gelten67, eine kleinere Gruppe im Vergleich zu den
Hauptnamen im Nominativ.
Was den Nominativ sg. angeht, so findet sich neben der
meist belegten echt keltischen Endung -os auch das lateinisch
beeinflußte -us. Fox hatte die beschrifteten Münzen - ihrem
Äußeren nach - in zwei Gruppen eingeteilt (1958:136): die eine
aus der „south-eastern (Belgic) region, revealing a group of
tribes ... rapidly advancing in culture under Roman influence",
nämlich die Atrebates, Catuvellauni, Trinovantes und Cantii;
die andere gebildet von den äußeren Stämmen der Durotriges
und Dobunni im Westen, der Iceni im Osten und der Brigantes
im Norden: "their coinage shows little Variety or invention'".
Dieser Einteilung entsprechend ist die latinisierende Endung
ausschließlich auf Münzen der ersten Gruppe belegt: Cunobeli-
nus (240,243,246; Catuvellauni, 10-40 n. Chr.), Eppillus und
Amminus (300 bzw. 313; Cantii, 10-25 bzw. ca. 15 n. Chr.). Die
ursprüngliche Endung findet sich grundsätzlich auf Münzen der
zweiten Gruppe (Volisios, Dumnocoveros, Dumnovellaunos,
Nrn. 463,465-^468), sowie auf älteren Exemplaren der ersten:
Commios (92; Atrebates, 35-20 v. Chr.), Addedomaros
(268-269; Trinovantes) u. Dubnovellaunos (282; Cantii, beide
15-1 v. Chr.), Voden(i?)os (299A; Cantii, ca. 5 n. Chr.).
Entsprechend erscheinen die erwähnten lateinischen Appel-
lativa rex und fili<us> - bis auf ein einziges, eher jüngeres
Beispiel68 - in Legenden "der ersten Gruppe, so wie der latei-
nisch beeinflußte Genitiv Tasciovantis (244) und eventuell
riconi (184), wenn für **rigonis anstelle von *rigonos6g. Bei
ersterem ist es fraglich, ob der lateinische Einfluß lediglich in
dem Ersatz der keltischen Endung -os des Genitivs der Konso-
nantenstämme70 besteht, oder in einer umfangreicheren Umge-
66
67
Castelinl965:4.
Nicht eindeutig ist Com[]füi (114): Da der Hauptname Vir[] abgekürzt ist, kann
es sich um ~fili(i) wie um ~fili[us] handeln.
68
69
S. oben S. 40 u. 45 zu cmf.
Vorausgesetzt, daß es sich nicht um einen neugebildeten i-Genitiv handelt. Zu
70
diesem Typ vgl. Lewis 1942:264f. S.a. oben S. 37.
D.h. eines G.sg. *Tasciovantos zu einem N.sg. Tasciovan[J (< *Tasciovants)
wie belegt.
Brought to you by | University of Glasgow Library
Authenticated
Download Date | 10/21/18 6:43 PM
Die Sprache altbritannischer Münzlegenden 49

staltung des ebenfalls belegten G.sg.Tasciovani (zu einem o-


stämmigen N.sg. Tasciovan[os].
Nicht besonders überzeugend erscheint dagegen die An-
nahme (Allen/Nash 1980:127), daß bei den Namen der Prä-
g;ungsstätten (oben S. 47) "In each case the name is in the La-
tinised ablative or locative form" : Das kurze - in Camulo-
duno und Verlamio könnte aus der Stellung vor geschwunde-
nem auslautendem -n# hervorgegangen sein.
7. Angesichts des so oft belegten auslautenden -s# ist es
fraglich, ob im Falle von Sub(id)asto Esico (434A; Iceni), riconi
(184) und Verica (s. oben S. 46) bereits Schwund oder bloße
Abkürzung vorliegt. Im Falle der bereits diskutierten Aesu,
Eisu und Epaticcu (sowie evtl. von Saenu, s. oben S. 39) wird
davon ihre Einstufung als n- bzw. als u- und o-Stämme abhän-
gen; dabei ist es auch nach Allen (1944:24 Anm. 1) "not likely in
any of these cases that we should supply a final s".
Den ONN nach zu urteilen, scheint -n# (< *-ra#) relativ-
chronologisch zuerst ausgefallen zu sein.
8. Versucht man den Sprachzustand dieses ältesten britanni-
schen Materials genauer zusammenzufassen, so ergeben sich
aus den angeführten Etyma für den Konsonantismus folgende
Merkmale:
mn > un in Dubnovellaunos, Dumnovellaunos und Aun[]
und das relativ-chronologisch darauffolgende bn > mn in
Dumno (461^462), Dumnovellaunos und Dumnocoveros, zwei
Übergänge, die auch aus dem gallischen Bereich bekannt sind.
Bewahrung von st in Sub(id)asto, ast[J;
tu > dn in Edn[J;
VtV > VdVm Voden(i)os, Sub(id)asto und parallel dazu
VmV > VW in Tasciovan[J; ricon für rigon dann als Hyper-
korrektismus71? Zwar wird die Lenierung als regelmäßiger
Vorgang für das 5. Jh. angesetzt (LHEB: 561 § 142), man findet
aber schon viel früher und außerhalb des Inselkeltischen spora-
dische Fälle72: "The language of the coins carries no implications
of a written Celtic literature" (Allen/Nash 1980:129), infolge-

71
72
Vgl. aber oben S. 37.
Vgl. Watkins 1955:19 und Evans 1983:31; femer Meyer-Ltibke 1922, Campanile
Brought to you by | University of Glasgow Library
1961 und Tovar 1961:80.
Authenticated
Download Date | 10/21/18 6:43 PM
50 P. de Bernardo Stempel

dessen "The spellings must have been phonetic, not conventio-


nal" (ibid.: 122).
Ferner eine Reihe von Assimilationen, wie
ds > DD im Wechsel mit in Addedomaros, /edom;
dm > mm in Amminus;
In > nn in Callev[aJ;
mb > mm (?) in Commios (als lautgesetzlicher Sprachwandel
von LHEB §112 ins 5. Jh. datiert, s. aber oben S. 43);
nt > nn (?) in Tasciovan(i): ein Übergang nt > nh findet im
Ky. erst zwischen dem 8. und 9. Jh. statt, vgl. LHEB § 107 f.
Für VwV > V-V im Vorderglied von lovir gibt es Gegenbei-
spiele nicht nur in der Kompositionsfuge (lovir, Dubnovellau-
nos, Dumnocoveros), vgl. Callevfa]; ein derartiger Übergang
ist auch von der sonstigen brit. Entwicklung her nicht zu er-
warten.
Für den Vokalismus vor allem kelt. ä > brit. ö in Boduoc,
Voden(i)os.
Ferner mögliches ü > l in Esico. Beide Übergänge werden
von LHEB: 287 § 8 bzw. § 15 für die spätbritannische Phase
angesetzt (450-550 A.D., ibid.:4).
Der Wechsel E (II) 11 (u.a. Addedomaros vs. AOOidom und
Dubnovellaunos vs. DubnovIIllaun vs. Dubnovi)73 nimmt auch
die Formen e.. > i.. .i (Viricd) und i...e > i...i (tigir) an.
Wenn das e des Suffixes -ewa im Falle von Callevfa] wirklich
lang ist, wird es aus einer Zwischenstufe £ hervorgegangen
sein.
9. Einige lautliche Züge der diskutierten Münzlegenden
scheinen auf einen* Paenultima-Akzent bereits in dieser frühen
Sprachstufe hinzuweisen: so die Synkope der (vortonigen ?)
Antepaenultima in Verlamio (der Schwund der Kompositions-
vokale und anderer unbetonter inlautender Silben ist allerdings
laut LHEB § 195 u. 197 erst im 6. Jh. vollzogen) und die Vertei-
lung bzw. das Aufkommen der Geminaten nach dem Ton wie in
Eppillus (aus *Epp-ios + -illo-) und Epaticcu (aus *Ep-atis +
-ik(k)o- [+ -ön-])74.
73
Dazu Allen/Nash 1980:123.
74
Ein rhythmisches Prinzip in Zusammenhang mit der Konsonantendoppelung
erwägt schon KGPNAQ, ohne jedoch die festlandkeltisch z. T. widersprüchlichen
Beispiele zeitlich bzw. örtlich einzugrenzen. Für einige Fälle von Doppelung
Brought to you by | University of Glasgow Library
Authenticated
Download Date | 10/21/18 6:43 PM
Die Sprache altbritannischer Münzlegenden 51

Die Schwächung von o zu in Verica, die einigermaßen mit


Jacksons Datierung der Vokalreduktion in Endsilben ins späte
erste Jh. (LHEB:575) im Einklang steht - der vollständige
Schwund ist im 6. Jh. zu beobachten (LHEB § 182) - weist
ebenfalls auf eine Festsetzung des Akzentes hin, wenn auch
nicht notwendigerweise auf der Paenultima.
Letztlich spricht die Schwächung von o zu in Tasciava (s.
Anm. 30) für eine betonte (vorletzte ?) Silbe · -, und somit
eher für einen *Tasciovanos als für einen *Tasciovants bzw.
*Tasciovants75.
Wenn die oben gemachten Beobachtungen richtig sind, kön-
nen wir erste Anzeichen verschiedener Lautentwicklungen
schon in den altbritannischen Münzlegenden erkennen, wenn
auch eine systematische, lautgesetzliche Wirkung erst viel spä-
ter zum Abschluß gekommen ist.
10. Vom Standpunkt der Wortbildung aus ist es bemerkens-
wert, daß unter den PNN nicht so viele der "im allgemeinen der
gehobeneren Sphäre angehörigen Komposita"76 belegt sind
(Addedomaros, Cunobelinus, Dubnovellaunos, Dumnoco-
veros, Tasciovan[] wie einstämmige Namen. Die Ableitungen
erfolgen durch die Suffixe:
-io- (Commios, *Epios, *Adminios, *Antedios);
-ön- (Aesu, Eisu, Epaticcu, Saenu (?), vgl. auch rigori);
-äko- (Boduoc[J);
-iko- (Verica, Esico, Epaticcu)]
-isio- (Volisios);
-asto- (Sub(id)asto, [?]ast[]\
-eno-, oder -eno- + -to- (Voden(i)os), wenn nicht -ino-, s. oben
S. 43;
•atis und -illo- in den Suffixkonglomeraten -atis + -ikko- +
-ö(n) (Epaticcu) bzw. -io- + -illo- (Eppillus)71'.
überhaupt als Folge eines stark dynamischen Akzentes spricht sich Weisgerber
1969:423 f. aus.
75
Zu all diesen Etymologien s. oben S. 47, 41 u. 45f.
Ähnlich motiviert könnte der Wandel *o > a in dem PN Calgatus (Tac., Agri-
cola 29.4) sein, wenn es zu air. colg 'anything pointed; sword* zu stellen ist (dazu
76
Verf. 1987 mit Literatur).
77
Weisgerber 1969:229. Ferner Pulgram 1947:202 und KGPNAl.
Vgl. KGPN'Al für weitere Beispiele von Suffixhüufung im Gallischen. Zu · 7/ -
Brought to you by | University of Glasgow Library
und -tcco- vgl. Weisgerber 1969:285 bzw. 288.
Authenticated
Download Date | 10/21/18 6:43 PM
52 P. de Bernardo Stempel

Obwohl die Stammesfürsten für die Münzprägung in Britan-


nien verantwortlich waren - und zwar nach Ausweis der Münz-
legenden selbst78 - weist demnach die Namengebung, soziolo-
gisch betrachtet, auffälligerweise eher auf nicht-adelige Schich-
ten hin. Ein Vergleichsmoment bietet jener Germanus Indu-
tilli Lfibertus !J, der uns so oft auf gallischen Münzen begeg-
net79. Die ausgesprochene Seltenheit von "nombres compuestos
del repertorio aristocrätico coltico" ist auch für den keltiberi-
schen Sprachbereich festgestellt worden (de Hoz 1981: 377).
Sprachwissenschaftliches PATRIZIA DE BERNARDO
Institut der STEMPEL
Ruhr-Universität Bochum

Bibliographie
Allen, D. [F.] 1944. The Belgic Dynasties of Britain and their Coins. Archeologia
or Miscellaneous Tracts Relating to Antiquity 90 (2nd series, vol. 40). Oxford.
S. 1-46.
1963. Sylloge of Coins of the British Isles. The Coins of the Coritani. London.
1965. A Celtic Miscellany. British Numismatic Journal 34. S. 1-7.
1967. Celtic Coins from the Romano-British Temple at Harlow. Part II. Brit.
Numism. Journ. 36. S. 1-7.
1968. Celtic Coins from the Romano-British Temple at Harlow. Part III. Brit.
Numism. Journ. 37. S. 1-6.
1968a. The Celtic Coins. In: Hod Hill. 2. Excavations Carried out between 1951
and 1958 for the Trustees of the British Museum by Sir Ian Richmond. London.
S. 43-57.
1970. The Coins of the Iceni. Britannia 1. S. 1-33.
1976. Did Adminius Strike Coins? Britannia 7. S. 96-100.
Allen, D. F. / Haselgrove, C. 1979. The Gold Coinage of Verica. Britannia 10.
S. 1-13.
Allen, D. F. / Nash, D. 1980. The Coins of the Ancient Celts. [By] D. F. Allen,
edited by Daphne Nash. Edinburgh.
Besly, E. 1987. Roman Coins Relating to Britain. Cardiff.
Boon, G. C. 1974. A Coin of Caratacus in the National Museum of Wales. BBCS 25.
S.243-245.
1976. Further Observations on a Coin of Caratacus in the National Museum of
Wales. BBCS 26. 94^95.
1982. The Coins. Report on the Excavations at Usk 1965-1976. Editor: W. H.
Manning. Cardiff.
78
Vgl. Allen/Nash 1980:6.
79
Allen/Nash 1980:101 u. No.381; La Baume 1960:24. Passim bei Fischer 1986.
Brought to you by | University of Glasgow Library
Authenticated
Download Date | 10/21/18 6:43 PM
Die Sprache altbritannischer Münzlegenden 53

Bromwich, R. 1978. Trioedd Ynys Prydein. The Welsh Triads. Cardiff.


Campanile, E. 1961. Origine e diffusione della lenizione nei dialetti celtici. SSL 1.
S. 32-68.
Castelin, K. 1965. Die Goldprägung der Kelten in den böhmischen Landen. Graz.
Chadwick, H. M. 1954. The Foundation of the Early British Kingdoms. In: H. M.
Chadwick et al. Studies in Early British History. Cambridge. S. 47-56.
Charles Edwards, T. M. 1972. Some Celtic Kinship Terms. BBCS 24. S. 105-122.
Colbert de Beaulieu, J.-B. 1962. Les monnaies gauloises au nom de chefs mention-
n6s dans les Commentaires de Cäsar. FS Grenier. Bruxelles. I, S. 419-447.
Cunliffe, B. 1981. Money and Society in Pre-Roman Britain. In: B. C.~(Hg.).
Coinage and Society in Britain and Gaul: Some Current Problems. Counc. for
Brit. Arch., Res. Rep. 38. London. S.29-39.
DAG = Whatmough 1970.
D'Arbois de Jubainvffle, H. 1888. Melanges I. Luguselva. RC 9. S. 267-268.
De Bernardo Stempel, P. 1987. Die Vertretung der indogermanischen liquiden und
nasalen Sonanten im Keltischen. Innsbruck,
de Hoz, J. 1981. Las lenguas y la epigrafia prerromanas de la Peninsula Iberica.
Unidad y pluralidad en el mundo antiguo. Actas del IV Congreso Espanol de
estudios clasicos (Sevüla 1981). Madrid. S. 351-396.
DIL = (Contributions to a) Dictionary of the Irish Language. Royal Irish Aca-
demy. Dublin 1913-1976.
Do. = Dottin 1920.
Dottin, G. 1920. La tongue gauloise. Paris (Reprint Geneve 1980).
Evans, D. E. 1967. Gaulish Personal Names. Oxford.
1983. Continental Celtic and Linguistic Reconstruction. In: Proceedings of the 6th
Intern. Congress of Celtic Studies, Galway, July 1979. Dublin. S. 19-54.
Fischer, B. 1986. Bulletin de numismatique celtique (1980-1985). EC 23. S.278-
330.
Fleuriot, L. 1984. Noms propres ou noms de fonctions sur quelques monnaies
celtiques. In: G. Grasmann/ W. Janssen/ M. Brandt (Hgg.). Keltische Numisma-
tik und Archäologie. Referate des Koll. kelt. Numism. Würzburg 1981. Part I.
BAR International Series 200(i). S. 34-42.
Fox, C. 1958. Pattern and Purpose. A Survey of Early Celtic Art in Britain.
Cardiff.
Gag6, J. 21977. Res gestae dim Augusti ex monumentis Ancyrano et Antiocheno
Latinis Ancyrano et Apolloniensi Graecis. Paris.
GOI = Thumeysen 1946.
GPN = Evans 1967.
Hamp, E. P. 1985. Varia XXI. Irish cumm(a)e 'like, equal'. EC 22. S. 199-200.
Haselgrove, C. 1978. Supplementary Gazetteer of Find-Spots of Celtic Coins in
Britain, 1977. Univ. of London, Inst. of Arch. Occas. Paper lla. London.
Haverfield, F. 41923. The Romanization of Roman Britain. 4th ed. revised by G.
Macdonald. Oxford (Reprint Westport [Connecticut] 1979).
Ho. = Holder, A. Alt-celtischer Sprachschatz. MIL Leipzig 1896-1907 (Reprint
Graz 1961-1962).
IEW - Pokorny, J. Indogermanisches etymologisches Wörterbuch. Bern 1959.
Jackson, K. 1953. Language and History in Early Britain. Edinburgh.
Jenkins, D. 1976. Kings, Lords, and Princes: the Nomenclature of Authority m
Thirteenth-century Wales. BBCS 26. S. 451-462.
KGPN - Schmidt 1957.
Koch, J. T. 1983. The Brought
Loss of Final Syllables
to you and Loss of
by | University of Declension in Bnttonic.
Glasgow Library
BBCS 30. S. 201-233. Authenticated
Download Date | 10/21/18 6:43 PM
54 P. de Bernardo Stempel

1987. Llawr en a*ted> (CA 932) The Laureate Hero in the War-Chariot": some
recollections of the Iron Age in the Gododdin. EC 24. S. 252-278.
1987a. A Welsh Window on the Iron Age: Manawydan, Mandubracios. CMCS 14
(Winter 1987). S. 17-02.
Kodderitzsch, R. 1986. Keltoide Namen mit germanischen Namenträgern. ZCP 41.
S. 188-213.
Korolev, A. A. 1984. Drevnejsie pamjatniki iiiandskogo jazyka. Moskva.
La Baume, P. 1960. Keltische Münzen. Ein Brevier. Braunschweig.
Larabert, P.-Y. 1990. Welsh Casteallaum and the Fate of British *au. In: A. Bam*
mesberger (Hg.). Britain 400-600: Language and History. S. 203-215.
LEIA = Vendryes, J./ E.Bachellery / P.-Y.Lambert. Lexique etymologique de
Virlandais ancien. Dublin, Paris 1959ff.
Lejeune, M. 1971 Lepontica. Paris.
Lewis, H. 1942. The Sentence in Welsh. Rhys Lecture 19&. S. 259-280.
1989. Die kymrische Sprache (dt. v. W. Meid). Innsbruck.
LHEB = Jackson 1953.
Mac an Bhaird, A. 1980. Varia II. Tadhg mac Cein and the Badgers. Eriu 31.
S. 150-155.
Mack, R. P. 21964. The Coinage of Ancient Britain. London.
Mayrhofer, M. 1986. Indogermanische Grammatik. Bd. I, 2. Halbbd.: Lautlehre.
Heidelberg.
Meid, W. 1974. Dichtkunst, Rechtspflege und Medizin im alten Irland. Zur Struk-
tur der altirischen Gesellschaft. In: GS Güntert. Innsbruck. S. 21-34.
Meyer-Lübke, W. 1922. Vermischtes I. Zur Wortgeschichte. 1. Gallische Lenition
im Galloromanischen? ZRomPh 42. S. 332-336.
Nash-WiHiams, V. E. 1950 The Early Christian Monuments of Wales. Cardiff.
Pautasso, A. 1975-76. Le monetazioni preromane con leggende in aliabeto leponzio
emesse da popoh" delle regioni alpine. In: Atti VII Ce. S. D. I. R. Mflano.
S. 473-^500.
Pulgram, E. 1947. Indo-European Personal Names. Language 23. S. 189-206.
Rivet, A. L. F. / Smith, C. 1979. The Place-Names of Roman Britain. Princeton.
Russell, P. 1988. The Suffix -Öko- in Continental Celtic. EC 25. S. 131-173.
Salway, P. 219S5 Roman Britain. Oxford.
Schmeja, H. 1967. Zu einigen keltischen Personennamen auf -astos. In: FS
Pokorny. Innsbruck. S. 277-279...
Schmidt, K H. 1957. Die Komposition in gallischen Personennamen. Tübingen.
1985. Probleme keltischer Etymologie und Wortbildung. In: FS Knobloch. Inns-
bruck. S. 403^*07.
1988. Zur Entwicklung indogermanischer Partizipien im Keltischen. Ling.
Balkan. 31/1-2. S. 25-29.
1988a. Zu den phonologischen Differenzierungsraerkmalen in den keltischen
Sprachen. St. Celtica Japonica, N.S., l (September 1988). S. 1-12.
[1984]. Celtic Phonology. In: E. Polome/W. Winter (Hgg.). The Phonology of the
Early Dialects of Indo-European.
1990. Late British. In: A. Bammesberger (Hg.). Britain 400-600: Language and
History. S. 121-148.
Schnetz, J. 1927. Ariomanus. Glotta 15. S. 127-131.
SeUwood, L. 1984. Peripheral Celtic Coinages in Britain: New Research. In:
G. Grasmann/W. Janssen/M. Brandt (Hgg.). Keltische Numismatik und Archäo-
logie. Referate des Koll. kelt. Numism. Würzburg 1981. Part II. BAR Intern.
Series 200(ii). S. 406-419.
P. de Bernardo Stempel. Die Sprache altbritannischer Münzlegenden.
Brought to you by | University of Glasgow Library
Authenticated
Download Date | 10/21/18 6:43 PM
Die Sprache altbritannischer Münzlegenden 55

Thurneysen, R. 1893. Italisches. KZ 32. S. 554-572.


1946. A Grammar of Old Irish. Dublin (Reprint 1975).
Tovar, A. 1959. Las inscripciones celtiboricas de Penalba de Villastar. Emerita 47.
S. 34^-365.
1961. The Ancient Languages of Spain and Portugal. New York.
Toynbee, J. M. C. 1964. Art in Britain under the Romans. Oxford.
TYP = Bromwich 1978.
Volkmann, H. 21964. Res gestae divi Augusti. Das Monumentum Ancyranum.
Berlin.
Watkins, C. 1955. The Phonemics of Gaulish. The Dialect of Narbonensis. Lang. 31.
S. 9-19.
Weber, E. 1970. Res gestae divi Augusti nach dem Monumentum Ancyranum,
Apolloniense und Antiochenum. München.
Weisgerber, L. 1969. Rhenania Germano-Celtica. Gesammelte Abhandlungen ...
Bonn.
Whatmough, J. 1970. The Dialects of Ancient Gaul. Cambridge/Mass.

Nachtrag
Aus der Auswertung von R. D. Van Arsell, Celtic Coinage of Britain. London 1989
ergeben sich folgende für die sprachliche Beurteilung wichtige Zusätze:
Zu S. 38, rix erscheint auf jeden Fall auf der Verica-Münze No. 500-3.
Zu S. 38, Dumnol: Auf No. 974-1 als dumnocl tigir seno belegt. Brit. für
*dumnäkost
Zu S. 39, duro: V. A. liest can duro auf der Rückseite von No. 663-1.
Zu S. 40, Coritani: recte Corieltauvi nach V. A. 1989:215.
Zu S. 40, Boduoc[osJ: nach V. A. 1989:21 u. 266 ca. 15 v.Chr. (No. 1052-1,1057-1).
Zu S. 41, Dubnovellaunos: auch mit dem etymologisch erwartetem -a-Vokalimus
als dubnovallavn[] belegt (No. 1650-5).
Zu S. 43, Saenu: so oder evtl. saehu nach V.A. 1989:211f.
Zu S. 43, Sub(id)asto: V.A. 1989:24, 211 u. 212 liest subrllprasto [/esico fecit]
(50-60 n. Chr.).
Zu S. 44, Tin(c)[] Com(mi f): Diese Interpretation wird durch die Tatsache
gestärkt, daß die einzigen Münzen mit der Legende tinco bzw. tincom mit
scriptio continua keine Legende auf der Rückseite aufweisen (No. 376-3 u.
397-1).
Zu S. 45, Anted(i): Zwar auch als aniedrig belegt, jedoch eher als Anted[\]
rig[onosj zu verstehen. Vgl. V.A. 1989:25 u. 40 sowie No. 1066-1 u. 1066- .
Zu S. 45, Comux: nach V. A. 1989:279 "a variant spelling o f . . . Commius". Womög-
lich Com[] ux[] (cfr. uxeKDo- 'hoch')?
Zu S. 45, Inam: "probably, or inara less likely" (V.A. 1989:283).
Zu S. 46, Verica: auch ohne -t- belegt, No. 556-1. Zu den d-Stämmen vgl. ferner
J. Loth, Noms d'hommes en -a long en celtique, BSL 24/1923 [1924], S. 214-218.
Von Mack 21964 nicht aufgeführt waren die Legenden vir varl co (611-1), vepocl
(c)omes (955-1), daninfcX?) (994-1), iatt e (998-1), age (S. 427).

Brought to you by | University of Glasgow Library


Authenticated
Download Date | 10/21/18 6:43 PM