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DAS GROSSE BUCH DER PSALMEN

ÜBERSETZUNGEN UND NACHDICHTUNGEN

VON TORSTEN SCHWANKE

PSALMEN 1-17

Wohl dem und Heil, der sich nicht läßt verleiten,


Des Schritte nicht auf üble Wege gleiten,
Der nicht mit unheilvollen Leuten schwafelt
Und nicht mit Lästermäulern tischt und tafelt!
Wie glücklich ist, wer Freude hat am Wort
Und liest im Buche Gottes fort und fort!
Er ist ein Baum, wo Wasserbäche fließen,
Und seine Blätter, seine Früchte sprießen.
Und alles, was er tut, gelingt ihm recht.
Nicht so das ungeheiligte Geschlecht:
Sie sind wie Spreu, vom Wind davongeweht,
Ihr Leben im Gerichte nicht besteht,
Und sie bestehn in der Gemeinde nicht.
Unheiligen Empörern das Gericht;
Jedoch die Kinder Gottes, Gottes Samen,
Sie leben immerdar und ewig. Amen.

Was stören die Nationen so den Frieden?


Was solls, daß sie so finstre Pläne schmieden?
Die Herrscher eifern gegen Gott den Herrn
Und gegen Christus, Gottes Morgenstern:
„Wir wollen nicht mehr auf den Himmel hören,
Auf, laßt des Himmels Bande uns zerstören!“
Ha, aber Gott, der Herr der Herren, lacht
Und spottet jener Herrscher kleine Macht
Und zürnt und schreckt die Herrn und herrscht sie an:
„Ich habe eingesetzt den Gottesmann,
Der tut auf Zion meiner Herrschaft Werk,
Wo er regiert, der Herr, auf meinem Berg.“
Ich singe, was der Herr geredet schon:
„Heut hab ich dich gemacht zu meinem Sohn,
Ich geb dir alle Völker in die Hand
Und gebe, wenn du fragst, dir Land um Land.
Regiere sie mit starker Eisenfaust,
Auf daß du sie wie Tongeschirr zerhaust!“
Drum werdet klug, ihr Hirten eurer Herde,
Und seid gewarnt, ihr Mächtigen der Erde;
Werft nieder euch vor Gottes Jaspisthron
Und küsst mit Liebesküssen Gottes Sohn!
Sehr schnell entbrennt sonst seines Zornes Flamme!
Wohl allen, die sich bergen bei dem Lamme!

(Auf der Flucht vor Absalom dichtete David diesen Psalm.)

Mein Herr und Gott, ich kann sie nicht mehr zählen,
Die vielen Feinde mit gemeinen Seelen!
So viele sagen über meine Lage:
„Der hofft vergebens, daß sein Gott ihn trage!“
Du aber, Herr, du sendest deine Heere,
Der Engel Schar, und rettest meine Ehre.
Du hörst mich täglich bang um Hilfe rufen
Und hörst mich treu von deines Thrones Stufen,
Von deiner Höhe schickst du Antwort mir.
Beim Schlafen berg ich mich total in dir,
Du schirmest meinen Schlaf, bis ich erwache.
Hilf, Jahwe, daß kein Feind mir Angst mehr mache!
Sieh nicht mehr zu, greif ein! Ich bin so bange,
Du aber schlägst die Bösen auf die Wange
Und brichst den Feinden ihre Zähne aus.
Dein Volk, o Herr, geht treu mit dir hinaus.

(Von David. Zur Gitarre.)

Mein Retter! Als ich kaum mich mehr gerührt,


Da hast du in die Freiheit mich geführt.
Drum hab auch jetzt, mein Gott, mit mir Erbarmen
Und höre, bet ich mit erhobnen Armen.
Ihr Reichen habt zur Macht euch aufgeschwungen,
Mißbraucht die Macht mit euren Lügenzungen;
Und meine Ehre zieht ihr in den Dreck;
Wann wirkt ihr länger nicht zu bösem Zweck?
Das seht doch ein: der Herr tut Wundertaten
Für alle, die um seine Wunder baten,
Für den, der ihm bewahrt des Herzens Treu,
Der anfleht seinen Retter täglich neu.
So bebt vor Gott! Verhaltet euch gerecht!
Ihr in der Nacht vom einsamen Geschlecht,
Denkt gründlich nach und werdet einmal stille;
Gott Lob und Dank zu opfern, ist sein Wille.
Schenkt wieder eurem treuen Gott Vertrauen.
Ihr klagt: „Wann werden wir das Gute schauen,
Wo uns der Herr doch nicht mehr Gnade spendet?“
Du gabst mir Glück und Freude, die nicht endet,
Viel mehr der Freude, als die andern haben,
Die sich an Traubenmost und Weizen laben.
Mich quälen keine Sorgen, wenn ich ruh,
Du läßt mich sicher leben, Jahwe du!

(Zur Flöte.)

Mein Herr und Heiland! höre, was ich sage,


Gib auf mein Seufzen acht und meine Klage,
Schrei ich um Hilfe, schließ die Ohren nicht,
Mein Helfer und mein König und mein Licht!
Ich komm zu deinem Herz mit meinen Bitten.
Schon früh am Morgen habe ich gelitten,
Früh sag ich, woran meine Seele leidet,
Und warte, wie mein König sich entscheidet.
Dir, Vater, dir gefällt das Unrecht nicht,
Das Finstre darf nicht nahen deinem Licht.
Die Stolzen wissen nichts von deiner Liebe
Und unter deinem Zorne stehn die Diebe.
Du überführst die Leute, die gern lügen,
Und voller Abscheu siehst du das Betrügen.
Doch große Güte zeigst du allen Frommen;
Ich auch, ich darf zu deinem Tempel kommen,
Vor deinem Heiligtume niederknien
Und beten, denn der Herr hat mir verziehn!
Er läßt die Bösen sehn, daß er mich rettet.
Mein Leben ist in seine Hand gebettet.
Laß mich erkennen deinen guten Plan
Für meinen Lauf auf meines Lebens Bahn.
Man kann sich auf die Sünder nicht verlassen,
In ihrem Herzen brennen Zorn und Hassen,
Ihr Kopf ist voll von frevelhaften Plänen.
Glatt ist die Zunge zwischen ihren Zähnen,
Doch wenn sie reden, reden sie vom Tod
Und bringen über ihre Nächsten Not.
O Gott, an ihre vielen Sünden denke,
Verstricke sie in ihre eignen Ränke,
Vertreibe sie, o Gott, aus deiner Nähe,
Denn ohne Maß sind ihre Sünden, wehe!
Maßlos sind ihre Übeltaten, Gott,
Ihr Trotz und ihre Lüge und ihr Spott.
Vor lauter Freude können sich nicht fassen,
Die sich auf Gott, den Ewigen, verlassen!
Ihr Jubelrufen soll kein Ende haben,
Denn du wirst sie mit allem Guten laben;
Die, die dich lieben, dich vor allen Dingen,
Die sollen vor erlesner Freude singen!
Sehr reich beschenkst du, Vater, deine Treuen,
Die sich an deiner großen Liebe freuen!

(Zum Saitenspiel mit acht Saiten.)


Herr, deinen Zorn, ich kann ihn nicht mehr tragen;
Laß es genug sein; hör auf, mich zu schlagen!
Erbarmen, Herr! Ganz schlapp sind meine Hände,
Und meines Lebens Kraft, sie ist zuende!
Ich weiß nun, Vater, keinen Ausweg mehr.
Wie lang muß ich auf Tröstung warten, Herr?
Laß deinen Zorn; zeig, daß du mich nicht haßt!
Hilf, wie du deinem Volk versprochen hast!
Kann ich dich denn noch preisen, wenn ich tot?
Es dankt dir, Vater, niemand mehr im Tod!
Bin müd vom Stöhnen, der ich ganz alleine
Die Nacht auf meinem Lager Tränen weine,
Ja, meine Augen sind schon ganz geschwollen.
Ach, viele gibt es, die mir Böses wollen:
Macht, daß ihr endlich fortkommt, ihr Verbrecher!
Gott hört mein Weinen, Jahwe ist mein Rächer,
Er nimmt mein Beten an in der Gemeinde.
O Schimpf und Schande über meine Feinde!
Ganz plötzlich sollen Schreck und Furcht sie streifen,
Daß endlich sie beschämt die Flucht ergreifen.

(Ein Klagelied.)

O Herr, mein Gott, ich suche Schutz bei dir!


Du rette mich aus großer Not, hilf mir,
Sonst beißen mir die Löwen in die Kehle,
Und wer hilft dann vor ihnen meiner Seele?
Stimmts, was man sagt, o Herr in deiner Huld,
Und klebt an meinen Händen eine Schuld,
War ich den Freunden treulos, die jetzt klagen,
Dann laß es zu, o Gott, daß sie mich jagen,
Mich endlich fangen und mich niederschlagen.
Dann laß im Totenreich mich drunten klagen!
Herr, laß sie spüren, wie dein Zürnen tut,
Und stell dich gegen meiner Feinde Wut,
Greif ein, und stell du wieder her das Recht,
Ruf zum Gericht ein jegliches Geschlecht
Und setz dich über ihnen auf den Thron!
O Vater, das Gericht gabst du dem Sohn,
O Herr, verschaff mir Recht in deiner Huld,
Denn unbewußt bin ich mir jeder Schuld.
Mach du ein Ende allem bösen Treiben!
Doch dem, der will in deinem Willen bleiben,
Gib festen Boden ihm, laß ihn nicht wanken,
Der du erkennst die heimlichsten Gedanken!
Gott ist mein Schutz, der Herr ist vielen Retter,
Gerechter Richter ist der Gott der Götter,
Ein Gott, der alle Schuld mit Strafe schlägt.
Gehn sie auf bösem Wege unentwegt,
Dann spannt er seinen Bogen, schießt den Pfeil
Und tötet den, der hasste Gottes Heil!
Der, der nur böser Pläne Netz will weben,
Wird Unglück und Enttäuschung nur erleben.
Wer andern eine Grube hat gegraben,
Der mußte sie zum eignen Grabe haben.
Die eigne Bosheit wirft ihn ins Gefängnis,
Und seine Untat wird ihm zum Verhängnis.
Ich preis den Herrn für seine große Treue
Und hoff, daß er an meinem Lied sich freue!

(Zur Gittit zu singen.)

Groß ist dein Ruhm, Herr, auf der Erde Kreis,


Der Himmel singt von deiner Hoheit leis.
Du bist so stark, Herr, unser Herrscher oben.
Du bautest einen Wall aus Kinderloben,
Vor diesem Walle stürzen Feinde nieder.
Ich staun den Himmel an, geliebte Brüder,
Die Sterne ziehn die Bahn mit leisem Ton,
Wie klein scheint da dann doch der Menschensohn,
Und doch gibst du dich ab mit seinem Leben,
Ja, du hast Würde ihm und Macht gegeben,
Er steht nur wenig unter Elohim,
Die ganzen Kreaturen gabst du ihm,
Schafe und Ziegen und der Vögel Heer
Und Fische und die Wale tief im Meer.
Dein Ruhm reicht über alle Grenzen weit,
Voll ist die Erde deiner Herrlichkeit!

(Almuth Labben, oder: für hohe Stimmen.)

Von ganzem Herzen, Herr, will ich dir danken


Und preisen deine Taten und Gedanken,
Will jubeln und vor großer Freude springen
Und, Allerhöchster, ewig von dir singen!
Wenn du erscheinst, muß alles Übel schwinden,
Das Böse muß den Tod im Feuer finden.
Du setztest auf den Thronstuhl dich, o Richter,
Und halfest deinem kampfbereiten Dichter.
Den Völkern hast du mit Gericht gedroht
Und einst für ewig ausgetilgt den Tod!
Die Bösen wären besser nie geboren,
Sie sind zunichte, ewiglich verloren.
Für ewig herrscht der Herrscher aller Welt,
Ja, Gottes Richterstuhl ist aufgestellt,
Und seine Sprüche Recht und Freiheit schafften,
Der er entscheidet über Völkerschaften.
Er bietet sichern Schutz den Unterdrückten,
In schlimmen Zeiten Wege ihnen glückten.
Ich berge mich bei dir, ich liebe dich
Und traue dir, du läßt mich nicht im Stich!
Lobpreist den Herrn mit eurem Liebeslied,
Des Thron man auf dem Zion glänzen sieht,
Macht bei den Menschen seine Tat bekannt!
Er hört den Schrei der Elenden im Land!
Verfolgten hilft er in der Qual mit Kraft,
Verfolger zieht der Herr zur Rechenschaft.
O Herr, mein Gott, hab du mit mir Erbarmen,
Der Bösen Bosheit trifft mich elend Armen!
Zieh aus dem Tode mich mit deinem Worte
Hin zu des Paradieses goldner Pforte!
Am Tor zum himmlischen Jerusalem
Sag ich, was alles ich verdank und wem.
Die Heiden sind gestürzt ins Reich der Schatten,
Ins Loch, das andern sie gegraben hatten.
Sie legten ihre engen Netze aus,
Sind selbst verstrickt in ihren Maschen kraus.
Erwiesen hat der Höchste seine Macht
Und Licht entzündet in der tiefen Nacht.
Doch in die eignen Fallen Böse laufen,
Da wird sie Gott der Herr mit Feuer taufen.
Die Menschen gehen alle zu den Toten,
Die glaubten nicht der Tat von Gottes Boten.
Nur scheinbar sind die Elenden vergessen,
Die Hoffnung wird vom Elend nicht gefressen!
O Herr, den Trotz der Völker dulde nicht,
Das Urteil sprich du ihnen im Gericht.
Die Sünder, Herr, bekehre durch das Leid,
Zeig, daß zuende geht des Menschen Zeit.

10

Was bist du in so weiter Ferne, Herr?


Wir wissen uns nun keine Hilfe mehr.
Die bösen Schurken stellen nach den Armen,
Sie jagend ohne jegliches Erbarmen.
Nur ihre Habgier ist es, was sie zieht,
Was zählt bei ihnen, das ist der Profit.
Sie danken dir nicht, Gott, sie lästern bloß
Und tun in ihrem Größenwahn sehr groß:
„Wie zöge Jahwe uns zur Rechenschaft,
Er ist doch ohne Macht und ohne Kraft,
Ja, gibts ihn überhaupt und sein Gericht?“
Und weiter reicht ihr dummes Denken nicht.
Doch sie erfüllen sich jedweden Traum;
Was du da denkst, das interessiert sie kaum;
Du bist ja ach so fern im Himmel oben;
Sie spotten über deines Volkes Loben.
„Was sollte unsern Stolz uns denn erschüttern?
Das Leben lassen wir uns nicht verbittern!“
Sie fluchen, lügen, drohen mit dem Sterben
Und bringen Leid und Unheil und Verderben.
Sie stürzen aus dem dunklen Hinterhalt,
An Heiligen verüben sie Gewalt,
Sie liegen wartend im Gebüsch wie Löwen
Und stürzen nieder auf den Fang wie Möwen,
Sie werfen auf den Armen sich und so
Ermorden sie ihn wie die Teufel roh.
Bei alldem plagt sie niemals das Gewissen:
„Jehowah? Ah, der will nichts von uns wissen!“
Greif ein, Herr, nimm das schwache Volk in Schutz
Und wehre ab, o Gott, der Schurken Trutz!
Sie dürfen sagen: „Jahwe straft uns nicht“?
Jehowah ist nicht blind, er ist das Licht!
Du kennst, o Herr, das Leid; nicht so die Götter;
Und darum bist du Helfer auch und Retter.
Dir naht der Waise, Elende und Schwache;
Dir, Jahwe, anvertraut er seine Sache.
Zerschlag dem Übeltäter seine Hände
Und mache dem Verbrechen bald ein Ende!
O Herr, die Heiden wollen dich nicht finden?
Drum müssen sie aus deinem Land verschwinden.
Du nimmst es an, der Armen lautes Bitten,
Und spendest Mut jedwedem, der gelitten.
Du wehrst den Schreckenstaten böser Sünder.
Vater bist du für vaterlose Kinder.

11

(Von David.)

Ganz nah bei meinem Gott bin ich geborgen.


Was sagt ihr: „Voogel, fliehe früh am Morgen
Auf das Gebirge in das sichre Land!
Der Mörderbogen ist ja schon gespannt,
Der Pfeil liegt schußbereit auf seiner Sehne,
Im Dunkel zu durchbohrn des Menschen Vene.
Wenn Chaos herrscht in abgefallner Welt,
Was tut dann, der an Gottes Wort sich hält?“
Der Geist des Herrn in seinem Tempel weht,
Der Thronstuhl Gott des Herrn im Himmel steht.
Sein Augenpaar ist auf die Welt gerichtet,
Der er die Menschen anblickt und sie richtet.
Der Herr sieht die Getreuen, die ihn achten,
Und die Verlornen auch, die ihn verachten.
Gewalt haßt Gott, der Heilige, von Herzen,
Er straft die Schuldigen mit schweren Schmerzen.
Er lässet regnen Feuersglut und Schwefel
Und sendet Höllenhitze allem Frevel.
Verheißung hat der Christus uns gegeben:
Wer an ihn glaubt, darf ewig mit ihm leben!
12

(Zu acht Saiten.)

Jehowah, hilf uns, sonst ists aus mit Deinen!


O Herr, gibt es denn keinen Treuen, keinen?
Der eine täuscht, der andre lobt mit Lügen,
Sie alle spielen stets das Spiel Betrügen.
Herr, bring zum Schweigen diese falschen Schmeichler,
Dem Schwützer stopf das Maul, dem hohlen Heuchler!
Sie sagen: „Ha, wir wissen allerlei,
Schlagfertig sind wir und geschickt dabei!“
Jehowah sagt: „Ich laß mich nicht mehr höhnen!
Der Unterdrückte klagt, die Armen stöhnen.
Mißhandelte beschenke ich mit Freiheit!“
Wahr ist das Wort des Einen, der in Dreiheit
Gott ist, der Herr und Geist und Zufluchtsort,
Geläutert siebenmal ist Gottes Wort.
Jehowah, du hälst treu, was du verheißen,
Denn Jahwe schützt vor Lügnern, welche gleißen.
Und laufen sie auch überall umher,
Vor den Gemeinen schützt uns Gott der Herr!

13

(Von David.)

Herr, hast du mich verlassen? Herr, verlassen?


Wann willst du dich denn wieder finden lassen?
Wie lange sollen quälen mich die Sorgen,
Der Kummer jeden Abend, jeden Morgen
An meinem elendigen Herzen nagen?
Wann bin ich frei, Herr, kannst du mir das sagen?
O sieh mich wieder gnädig an, mein Herr!
Gib mir doch Antwort, o Allmächtiger!
Laß Sonne wieder meinen Augen blinken
Und laß mich nicht in Todesnacht versinken!
Sonst sagt der Feind: „Wo ist denn nun sein Gott?“
Und er vergießt mit Freude seinen Spott.
Doch ich verlasse mich auf deine Liebe,
Ich juble über deine Retterliebe!
Mit meinem Liede dank ich dir, Herr Christ,
Weil du zu mir so gut gewesen bist!

14

(Von David.)

Die Narren sagen: „Jahwe gibt es nicht.“


Sie halten Jahwe nur für ein Gedicht,
Sie sind verdorben und ihr Tun abscheulich,
Und einer ist so wie der andre greulich.
Jehowah schaut vom Himmel her und sagt:
„Ist da nicht einer, der nach Jahwe fragt?“
Doch alle haben sie sich abgewandt,
Sind Narren ohne jeglichen Verstand,
Das Wahre und das Rechte, das tut keiner
Aus jenem Volk der Sünder, nein, nicht einer!
So spricht der Allerhöchste: „Sie sind blind!
Ob ich noch Weisheit bei den Narren find?
Die Meinen fressen sie wie süßes Brot.
Glaubt keiner an ein Leben nach dem Tod?“
Doch bald schon werdet ihr fürwahr erschrecken,
Denn bald wird Jahwe seinen Arm ausstrecken.
Gott hält zu seinen Treuen, die ihm trauen.
Die Armen sollten Seligkeit nicht schauen?
Der Höchste ist ihr Retter, Schutz und Heil!
O Herr, mit deinem Wiederkommen eil!
O Retter Israels, zum Zion komm!
Das Schicksal wende derer, welche fromm
Und dir gehorsam sind in allem Trubel.
Mit Christus kommt für Israel der Jubel!

15

(Von David.)

Wer darf dir nahen mit Gebetes Flügel?


Wen läßt du wohnen auf dem reinen Hügel?
Er muß dem Herrn gehorchen, in ihm ruhn,
Und allezeit und stets das Rechte tun.
Er darf nur Wahrheit denken, Wahrheit sagen,
Er wird nicht lauthals über Andre klagen.
Er ist nicht der, der Freunden Schaden schuf,
Und bringt die Nächsten nimmer in Verruf.
Er haßt die Sünde, welche tun die Sünder,
Und liebt von ganzem Herzen Gottes Kinder.
Er tut mit aller Kraft, das was er singt,
Selbst dann, wenn es ihm selber Nachteil bringt.
Für ausgeliehnes Geld verlangt er nichts,
Und unbestechlich ist der Sohn des Lichts,
Schuldlose Menschen bringt er nicht ums Recht.
Wer so tut, der steht fest, ja der ist echt.

16

(Von David.)

Jehowah schütze mich! Dir will ich trauen,


Auf meinen Herrn und Christus will ich bauen!
Mein Glück find ich allein bei dir, mein Retter!
In unserm Lande ehrt man viele Götter,
An denen ich auch meine Freude hatte.
Jetzt sag ich: Sie sind nichts als schwarzer Schatte,
Wer ihnen folgt, muß seine Strafe tragen.
Den Göttern werde ich kein Lob mehr sagen,
Kein Opfer opfre ich in ihrem Haus
Und sprech nicht preisend ihren Namen aus.
O Herr, das was ich braucht, bei dir ich fand,
Du hälst mein Leben sicher in der Hand.
Mir ist ein schönes Erbteil zugefallen,
Was du mir gabst, daran hab ich Gefallen.
Ich preis den Herrn, er leitet meine Taten,
Der mir auch nachts im Herzen oft geraten.
Er ist mir nah, das ist mir stets bewußt,
Er gibt mir meine Sicherheit und Lust.
Geborgen bleib ich in des Herrn Gebäude
Und bin drum voller Dank und voller Freude!
Du treuer Herr, du bist so sanft und weich,
Du schickst mich nimmer in das Totenreich,
Du gibst mich nimmer der Vernichtung preis.
Der Herr den Weg zum ewgen Leben weiß!
Ich kehr mit Freude stets zu dir zurück,
Aus deiner Vaterhand kommt Glück um Glück!

17

(Von David.)

O Heiliger, ich such Gerechtigkeit!


Nimm meine Bitten an zu jeder Zeit,
O Allerhöchster, höre meine Klagen,
Ich will dir meines Herzens Wahrheit sagen.
Dein Urteil spricht mich frei zu jeder Zeit,
Dem Ehrlichen bist du Gerechtigkeit.
Du kennst mein Dichten und wonach ich trachte.
Du kommst im Traume, wenn ich übernachte,
Durchforschst in meinem Herzen jede Fibe;
Ich hoff, du findest nichts zu tadeln, Lieber!
Ich denk nicht anders, als ich rede nun.
Bei meinem Treiben, allem Tun
Richt ich mich stets nach deinem Wort der Liebe
Und nimmer nach der Lügner tun und Diebe.
Ich halt mich an den Weg, der nicht der breite,
Und weich vom schmalen Wege nicht zur Seite.
An dich wend ich mich, Gott, der du mich liebst,
Ich weiß gewiß, daß du mir Antwort gibst.
Nun wende dich zu mir und hör mein Wort,
Erweis mir deine Güte fort und fort,
Du Retter aller, die zu dir sich flüchten
Vor Menschen, welche wollen sie vernichten.
Bewahre uns wie deine liebsten Dinge
Und schütze uns mit deines Geistes Schwinge!
Die uns verfolgen, wollen uns vernichten,
Die über uns viel böse Lügen dichten.
Ihr Herz ist ohne jedes Mitgefühl,
Ihr Reden ist vermessen, hart und kühl.
Sie starren, ob sie finden einen Flecken,
Und wollen mir mein Leben niederstrecken,
Wie wilde Löwen, die um Rehe kreisen,
Auf Beute lüstern, um sie zu zerreißen.
Steh auf, Herr! Zwing zu Boden diese Strolche
Und stell dich gegen sie und ihre Dolche!
Befreie mich mit deiner starken Hand,
Gib ihnen keinen Teil am Lebensland.
Und ich, bin ich denn ohne Schuld, o Jahwe?
Oder bin ich wie Dornen der Agave?
Durch dich bin ich von jeder Sünde los,
Drum darf ich dich auch schauen. Du bist groß.
Ja, wenn ich auferwach und aufersteh,
Ist meine Freude, daß ich Christus seh!

EINIGE PSALMEN

PSALM 1

Gesegnet ist der Mensch,


Der wandelt nicht im Rat der Bösen,

Der steht nicht auf der Sünder Straße


Und wohnt nicht wo die Lästermäuler wohnen -

Gesegnet, wenn er Freude an der Weisung Jahwehs hat


Und meditiert zu Tag und Nacht die Worte des Gesetzes;

Der ist ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen,


Der Früchte gibt zu seiner Zeit

Und dessen Blätter welken nicht;


Und all sein Werk gelingt!

So sind die Bösen nicht,


Sie sind wie Spreu, der Wind wird sie zerstreuen.

Die Bösen, sie bestehn nicht im Gericht,


Die Sünder nicht in der Gemeinschaft der Gerechten.

Denn der Gebieter weiß vom Wege der Gerechten,


Der Bösen Straße aber schwindet in das Nichts!

PSALM 2

Was konspirieren alle Völker?


Vergeblich doch verschwören sich die Leute!

Die Könige der Erde stehen auf,


Die Kommandanten setzen sich zusammen,

Ratschlagen gegen den Gebieter, unsre Gottheit,


Und gegen den Messias:

„Zerreißen wir die Bande


Und werfen von uns ihre Stricke!“

Doch der im Himmel sitzt, der lacht sie aus,


Es spottet über jene der Gebieter.

Er wird zu seiner Zeit zu ihnen zornig reden,


Mit Schärfe wird er sie erschrecken.

„Ich salbte meinen König


Auf meinem heilgen Berge Sion.“

Dekrete will ich künden,


Daß mir gesprochen der Gebieter:

„Du bist mein Sohn.


An diesem Tage zeugt ich dich.

Erbitte mich, so geb ich Völker dir zum Erbe


Und dir der Erde Enden zum Besitz.

Mit einem Eisenstab zerschlage sie,


Wie Tongeschirr zerscherbe sie.“

Verstehet nun, ihr Herrn,


Und übt Gehorsam, Landesfürsten.

Dient mit gebotner Ehrfurcht unsrer Gottheit Jahweh


Und jubelt bebend!

Und küsst den Sohn -


Daß er nicht zornig werde

Und ihr zunichte werdet auf dem Wege:


Ein wenig noch, dann wird sein Zorn entbrennen.

Gesegnet alle,
Die bei dem Sohne Zuflucht suchen!

PSALM 3

(Eine Mizmor-Melodie von David,


als er geflohen war
vom Angesichte seines Sohnes Abschalom.)

Ach Abba Jahweh!

Wie sind so zahlreich meine Feinde!


Wie viele stehen gegen mich!

Fürwahr, sie sagen über meine Seele:


„Erlösung wird ihr nicht durch ihre Gottheit.“

Ach Selah!

Doch du, Gebieter, bist ein Schutzschild mir,


Du bist mein Ruhm, erhebst mein Haupt.

Ich bete weinend laut zu Jahweh,


Und er gibt Antwort mir vom heilgen Berge. - Selah!

Ich leg mich schlafen, ich erwache,


Weil ich geborgen bin in Jahweh.

Ich fürcht mich nicht vor Tausenden,


Die gegen mich im Kreis sich stellen.

Erhebe dich, Gebieter!


Und rette mich, o Gottheit!

Fürwahr, du schlägst die Feinde ins Gesicht,


Zerbrichst den Schuldigen die Zähne.

Erlösung ist bei Jahweh!


Dein Segen komme - Selah - auf dein Volk!
PSALM 4

(Eine Mizmor-Melodie von David,


vorzutragen mit dem Instrumente Negithoth.)

Antworte, Abba, wenn ich schreie,


O Gottheit der Gerechtigkeit!

Der du mir weiten Raum verschaffst im Streit,


Erbarme dich und lausche meinem Beten.

Ihr hochgestellten Herrensöhne,


Wie lange wollt ihr mir die Ehre schmälern?

Wie habt ihr doch das Leere lieb


Und wie verlangt ihr nach der Lüge!

So wisst, es sondert seine Frommen der Gebieter aus,


Er hört es, wenn ich mit ihm rede.

Ihr, seid ihr rasend, geht nicht in die Irre!


Sprecht in der Seele still auf eurem Lager. Selah.

Ihr möget Opfer opfern der Gerechtigkeit.


Vertrauet Jahweh!

Man sagt: „Wer gibt uns Angenehmes anzuschauen?“


Erhebe deines Angesichtes Licht auf uns, o Jahweh!

Du gibst mir Wonne meiner Seele,


Wenn andre auch viel Wein und Weizen haben.

Ich leg mich hin und schlaf im Frieden,


Weil mich die Gottheit sicher wohnen läßt.

PSALM 5

(Eine Mizmor-Melodie von David,


vorzusingen für Nachilah.)

O Jahweh, lausche meinen Worten,


Versteh mit deinem Herzen du mein Singen,
Auf meiner Stimme Weinen achte,
O königliche Gottheit, ich will zu dir beten.

O Jahweh, morgens meiner Stimme lausche,


Am Morgen will ich sammeln mich und schauen.

Du bist nicht eine Gottheit, die sich freut am Bösen,


Die Übeltäter bleiben nicht vor dir,

Die Schmeichler bleiben nicht vor deinen Augen,


Ihr Tun ist dir verhaßt,

Die Schwätzer machst du auch zunichte,


Du hasst den Mann des Blutes und Verräter.

Hineingehn will ich in dein Haus


Im Reichtum deiner Gnade,

Anbetend niederfallen voller Ehrfurcht


In Richtung deines heilgen Tempels.

O Jahweh, führ mich in Gerechtigkeit


Um meiner Gegner willen,

Bereite deinen Weg


Vor meinem Angesicht.

Aus ihrem Munde kommt ja nichts Gewisses,


Ihr Innres ist ein Abgrund,

Ihr Schlund ist eine Gruft


Und ihre Zungen sind gespalten.

Nun überführ sie ihrer Schuld, o Gottheit,


Laß sie durch ihre Pläne fallen,

Verbann sie nach der Schwere ihrer Übertretung,


Sie sind so widerspenstig.

Laß voller Freude sein, die dir vertrauen,


Laß sie in Ewigkeiten jubeln!

Denn du behütest, welche deinen Namen lieben,


Sie sollen jauchzen!
Denn, Jahweh, du, du segnest die Gerechten,
Umgibst sie, wie mit einem Schild, mit Liebe!

PSALM 6

(Eine Mizmor-Melodie von David,


vorzusingen zur achtsaitigen Negitoth.)

Ach Abba Jahweh!

Ach, prüf mich nicht in deinem Zorn,


Ermahn mich nicht mit Ingrimm.

O Jahweh, sei mir gnädig,


Denn ich bin schwach,

O Jahweh, heile mich,


Denn Mark und Bein ist mir voll Schauder

Und meiner Seele schauderts!


Gebieter, ach wie lange noch?

O Jahweh, wende dich mir zu,


Befreie meine Seele,

Errette mich
Um deiner Liebe willen!

Im Tod ist kein Erinnern mehr an dich,


Und wer im Totenreich bekennt dich preisend?

Ich bin so sehr ermattet


Von all dem Seufzen,

Ich überschwemme meine Matte in der Nacht


Und schmelz in Tränen hin auf meinem Diwan,

Mein Aug ist aufgezehrt von Traurigkeit


Und alt geworden über all der Trübsal.

Ah, fort von mir, ihr Kummerwirker!


Die Gottheit hört die Stimme meines Weinens,
Die Gottheit hört mein Gunsterflehen
Und nimmt sich meiner Bitten an.

Ha! Schande über meine Feinde!


Sie sollen fürchterlich erschrecken!

Sie sollen fort sich wenden!


Ja, augenblicklich Schande über sie!

PSALM 7

(Ein Shiggajon-Gesang von David,


den er sang zu Jahweh
wegen der Worte des Kusch, des Sohnes Benjamini.)

O Jahweh, meine Gottheit,


Ich trau auf dich!

Vor den Verfolgern rette mich,


Befreie mich!

Gib, daß sie mich nicht fangen und zerreißen


Wie Löwen, weil kein Retter da ist!

O Jahweh, meine Gottheit, tat ich solches,


Daß Schuld an meinen Händen klebt,

Daß ich mit Bösem lohnte


Den Friedensfreunden,

Daß die ich quälte,


Die ohne Grund mir feind gewesen,

So jag mein Gegner meine Seele,


Er mög mich überwinden,

Mein Leben in die Erde stampfen,


Er lasse meine Ehre wohnen in der Asche!

Ach Selah!

Erhebe dich, o Jahweh, voller Zorn


Und überrage aller Übeltäter Hochmut!
Erwache zum Gericht,
Versammle die Nationen

Und throne über ihnen


In der erhabnen Höhe!

Die Gottheit ist die Richterin


Und richtet alle Menschen.

O Jahweh, richte mich


Nach meiner Unschuld und Gerechtigkeit.

Laß du der Bösen Bosheit enden,


Erhebe die Gerechten.

Du prüfest Herz und Nieren,


Gerechte Gottheit.

Mein Schild ist Jahweh,


Der den gerechten Herzen beisteht.

Die Gottheit ist gerechte Richterin,


Die täglich zürnt.

Der Böse schärft sein Schwert


Und spannt den Bogen,

Er legt sich tödliche Geschosse an


Und seine Pfeile sind entbrannt.

Der Böse ist mit Üblem schwanger


Und Trug wird er gebären.

Gegraben hat er eine Grube


Und ausgeschaufelt

Und stürzt doch selber in den Pfuhl,


Den er sich selbst bereitet.

Sein Böses fällt ihm auf sein eignes Haupt


Und seine Untat stürzt auf seinen Scheitel.

Ich rühme Jahweh, den Gerechten,


Und musizier und sing dem Namen Jahweh, allerhöchster Gottheit!
PSALM 8

(Eine Mizmor-Melodie von David,


vorzusingen zur Gittyth.)

O Jahweh, unser König,


Wie majestätisch ist dein Name allerlanden!

Ja, allen Himmeln


Gibt deine Majestät sich hin.

Aus Kindermund
Und Säuglingsmäulchen

Hast du gegründet deine Macht


Und dir ein Lob bereitet

Zum Trotz den Gegnern,


Der du da enden läßt die Rächer und die Feinde.

Seh ich den Himmel an


Und alle Werke deiner Finger,

Den Mond, die Sterne,


Die du fixiertest,

- O was ist da der Mensch, des du gedenkest?


Und was das Menschenkind, daß du es annimmst?

Du hast es ja kaum niedriger gemacht


Als selbst die Gottheit!

Und es mit Gloria


Gekrönt und Schönheit!

Du machtest es
Zum Herrn der Werke deiner Hände

Und alles legtest du


Zu seinen Füßen nieder,

Die Schafe und die Kühe


Und alle wilden Tiere auch
Und Vögel all und Fische
Und was auf Meeren segelt.

O Jahweh, unser König,


Wie majestätisch ist dein Name allerlanden!

PSALM 45

(Der Liebe Gesang.


Ein Weisheitslied des Sohnes Korach.
Der Lilie vorzusingen.)

Mein Herz ergießt ein lieblich Wort,


Ich sing ein Poem dem König,
Meine Zunge wie eines raschen Schreibers Griffel:
O Schönster der Menschensöhne!
Mit Anmut beträuft deine Lippe!
Immer benedeit dich die Gottheit!
Gürte dein Schwert an die Hüfte, Heroe,
Verherrliche dich in Majestät!
Reite dahin in glorreichem Glanz
Und handle im Wort der Wahrheit
Für Gerechtigkeit und Güte!
Deine rechte Hand wird Schauder verbreiten,
Denn scharf sind deine Pfeile,
Sie werfen die Völker nieder
Und dringen ins Herz der Hasser des Königs.
Dein göttlicher Thron bleibt immer und ewig,
Das Szepter deiner Macht ist ein gerechtes Szepter.
Du liebest Gerechtigkeit, hassest das Böse!
Darum hat dich die Gottheit, deine Gottheit,
Gesalbt mit Salböl des Jubels
Mehr als alle deine Genossen.
Deine Roben sind Aloe, Kassia, Myrrhe.
Im Elfenbeinpalast erfreut dich Musik.

In deiner Glorie wandelt die Tochter des Königs.


Die Königin thront zu deiner rechten Seite
In lauter reinem Golde von Ofir.
Lausche, Tochter, schaue, neige dein Ohr:
Vergiß dein Volk und deinen Vater.
Der König begehrt deine Schönheit!
Deinem Gebieter, neige dich ihm!
Die Tochter Tyrus bringt Gaben,
Die Reichen des Volkes klagen vor dir.
Die Tochter des Königs ist im Innern glorreich
Gewandet in Goldschimmer und Brokat.
In bunter Stickerei bringt man sie zum König.
Ihre Freundinnen, Jungfraun, folgen ihr.
Man bringt sie mit Jubel
Und Jauchzen in den Königspalast.
An Stelle deiner Väter werden deine Söhne
Als Fürsten eingesetzt im Lande.
Deinem Namens werde ein Angedenken
Von Generation zu Generation.
Die Völkerstämme werden
Dir huldigen immer und ewig!

PSALMEN 1-45

Glückselig ist der Mann, der folget nicht dem Rat der Frevler,
Er, der nicht auf den Weg der Sünder tritt
Und sitzet nicht im Kreis der Spötter,
Der vielmehr an der Weisung Jahwes sein Gefallen hat
Und über seiner Weisung murmelt Tag und Nacht.
Er ist so wie ein Baum,
Gepflanzt an Wasserbächen,
Der seine Frucht bringt zu der rechten Zeit
Und dessen Blätter welken nicht,
Dem alles, was er tut, gelingt.
Doch so sind nicht die Frevler:
Wie Spreu sind sie, die da verweht der Wind.
Darum bestehn die Frevler im Gerichte nicht
Und nicht die Sünder in der Volksgemeinde der Gerechten.
Es kennet Jahwe ja die Wege der Gerechten,
Der Weg der Frevler aber wird vergehn.

Was toben doch die Völker


Und sinnen die Nationen Leeres?
Es treten auf die Könige der Erde
Und Fürsten setzen sich zusammen
Und schmähen Jahwe und Messias.
Laßt uns zerreißen ihre Bande
Und von uns werfen ihre Fesseln!
Doch der im Himmel ist, der lacht,
Der Herrscher spottet ihrer.
Dann spricht er voller Zorn zu ihnen
Und schreckt sie auf in seinem Grimm:
Hab ich doch meinen König eingesetzt
Auf Zion, meinem Berg des Heiligtums.
Ich will verkünden die Gebote Jahwes,
Er hat zu mir gesagt: Mein Sohn bist du,
Ich habe heute dich gezeugt.
Erbitte es von mir, ich geb die Völker dir zum Erbe,
Zu deinem Eigentum der Erde Enden.
Zerschmettre sie mit Eisenstabe,
Wie Tongeschirr zerschlage sie.
Nun, Könige, nehmt Klugheit an,
Laß warnen euch, ihr Richter dieser Erde!
Dient Jahwe in der Ehrfurcht
Und jubelt zitternd!
Küsst, küsst den Sohn, daß er nicht zürnt
Und ihr nicht umkommt auf dem Wege,
Denn bald entbrennt sein Zorn –
Wohl allen, die auf ihn vertrauen!

(Ein Psalm Davids, als er floh vor seinem Sohne Absalom.)

O Jahwe, welche große Zahl verfolget mich!


Erheben wider mich wie viele sich!
Wie viele sagen doch von mir:
Es gibt für ihn doch keine Rettung bei der Gottheit!
Doch du, o Jahwe, bist um mich gleich wie ein Schild,
Bist meine Ehre, der, der da erhebt mein Haupt.
Mit meiner Stimme rief ich so zu Jahwe,
Er gab mir Antwort vom Berge seiner Heiligkeit.
Ich legte nieder mich und schlief
Und ich erwachte, Jahwe stützte mich.
Ich fürchte mich nicht vor den Tausendschaften,
Die rings um mich sich lagern.
Erhebe dich, o Jahwe,
Und rette mich, o meine Gottheit!
Du hast den Feinden mein geschlagen auf die Wangen,
Der Frevler Zähne du zerbrochen.
Bei Jahwe ist die Rettung,
Es komme auf dein Volk dein Segen.

(Dem Chorleiter. Mit dem Saitenspiel. Ein Psalm Davids.)


Wenn ich dich rufe, gib mir Antwort,
O Gottheit der Gerechtigkeit!
Du hast mir Raum geschaffen in der Drangsal,
Sei gnädig mir und höre mein Gebet.
Ihr Mannessöhne,
Wie lang soll meine Ehre noch zu Schande sein
Und liebt ihr Eitelkeit und Lüge?
Erkennet doch, daß Jahwe seinem Frommen gibt sein Zeichen,
Daß Jahwe hört, wenn ich ihn rufe.
Zürnt, aber sündigt nicht!
In eurem Herzen sprecht auf eurem Bett und schweigt!
Schlachtopfer der Gerechtigkeit, die schlachtet
Und trauet Jahwe!
Es sagen viele wohl: Wer wird uns sehen lassen Gutes?
Erheb auf uns das Leuchten deines Angesichts, o Jahwe!
Du gabst mir Freude in das Herz,
Mehr als den andern, die Getreide viel und Most viel haben.
In vollem Friede liege ich und schlafe,
Denn du allein, o Jahwe, läßt mich sicher wohnen.

(Für den Chorleiter. Zum Flötenspiel. Ein Psalm Davids.)

Hör meine Worte, Jahwe,


Nimm wahr mein Seufzen,
Merk auf die Stimme meines Schreiens,
Mein König, meine Gottheit,
Ich fleh zu dir.
O Jahwe, früh am Morgen hörst du meine Stimme,
Am Morgen rüst ich dir ein Opfer zu
Und spähe aus nach dir.
Denn du bist nicht ein Gott, der Wohlgefallen hat am Frevel,
Drum hält sich auch kein Böser auf bei dir.
Nicht dürfen die Verblendeten vor deine Augen treten,
Du hassest alle, die Nichtswürdiges vollbringen.
Zugrunde richtest du die Lügenredner,
Den Mann der Bluttat und des Trugs verabscheut Jahwe.
Doch ich betret dein Haus
Um deiner großen Gnaden willen.
Ich fall in Ehrfurcht nieder
Zu deinem heilgen Tempel hin.
O Jahwe, führe mich in der Gerechtigkeit
Um deren willen, welche nach mir lauern,
Mach du gerade deinen Weg vor mir.
Ist nichts Gewisses doch in ihrem Mund
Ihr Inneres ist nur Verderben.
Ein offnes Grab ist ihre Kehle,
Glatt ist die Zunge ihnen.
Du laß sie büßen, Gottheit,
Sie mögen fallen durch die eignen Pläne.
Um ihrer vielen Frevel willen du verstoße sie,
Sie haben gegen dich sich ja empört.
Doch freuen mögen alle sich, die dir vertrauen,
Sie sollen allezeit dir jubeln,
Denn du beschirmst sie, und es jubeln froh in dir,
Die deinen Namen lieben.
Du segnest den Gerechten, Jahwe,
Mit einem Schild umgibst du ihn, mit deinem Wohlgefallen.

(Für den Chorleiter. Mit Saitenspiel von acht Saiten. Ein Psalm Davids.)

O Jahwe, straf mich nicht in deinem Zorn


Und züchtige mich nicht in deinem Grimm.
Sei gnädig, Jahwe, denn ich, ach, verschmachte,
Und heile mich, o Jahwe, denn erschrocken sind mir Mark und Bein.
Erschrocken sehr ist meine Seele,
Du aber, Jahwe, ach wie lange noch...?
O Jahwe, kehre um und reiß heraus mein Leben
Und rette mich um deiner Gnade willen.
Es gibt an dich kein Angedenken unter Toten,
Im Totenreich, wer preist dich dort?
In meinem Seufzen bin ich müd geworden,
Ich schwemm in jeder Nacht mein Bett,
Mit meinen Tränen netze ich mein Lager.
Zerfallen ist vor Gram mein Auge,
Gealtert wegen der Bedränger.
Weicht von mir alle, die ihr Übel tut,
Denn Jahwe hat gehört die Stimme meines Weinens.
Mein Flehen hat vernommen Jahwe,
Und mein Gebet nimmt Jahwe an.
Beschämt und sehr erschrocken sind die Feinde,
Sie kehren um, beschämt im ersten Augenblick.

(Ein Lied in Trübsal Davids, das er Jahwe sang wegen der Worte des Benjaminiten Kusch.)

O Jahwe, meine Gottheit, Zuflucht suche ich bei dir,


Errette mich vor den Verfolgern, reiße mich heraus,
Damit sie nicht wie Löwen mir zerreißen meine Seele,
Indem sie mich zerfetzen, und es ist kein Retter da.
O Jahwe, meine Gottheit, wenn ich dies getan,
Wenn Unrecht klebt an meiner Hand,
Wenn Böses ist vergolten dem, der Frieden hält,
Und ausgeplündert ohne Grund den Dränger,
Verfolge dann der Feind mein Leben und ergreif es
Und tret zu Boden meine Seele
Und lasse meine Ehre wohnen in dem Staub.
Erhebe dich, o Jahwe, dich in deinem Zorn,
Erhebe gegen die Bedränger dich
Und wache auf zu meinen Gunsten,
Gericht hast du geboten:
Umringe dich die Sammlung aller Völker,
Dann kehr zurück zur Höhe.
Denn Jahwe richtet alle Völker.
Sprich mich gerecht, o Jahwe, in Gerechtigkeit,
Nach der Vollkommenheit bei mir.
Der Frevler Bosheit nehme nun ein Ende,
Du aber stärke den Gerechten.
Du prüfest Herz und Nieren, o gerechte Gottheit.
Mein Schild ist über mir die Gottheit,
Er rettet, die die Wahrheit tragen in dem Herzen.
Die Gottheit ist ein Richter der Gerechten
Und eine Gottheit voller Zorn den ganzen Tag.
Fürwahr, schon wieder schärft der Feind sein Schwert
Und spannt den Bogen, macht zurecht den Bogen.
Doch gegen sich nur selber schärft er Todespfeile,
Die Pfeile, die er voller Glut gemacht.
Er kommt in Wehen mit dem Bösen
Und gehet schwanger mit der Mühsal und gebieret Trug.
Gegraben hat er eine Grube, ausgehölt,
Er selbst fällt in die Grube, die er grub.
Sein Unheil kehrt auf seinen eignen Kopf zurück
Auf seinen eignen Scheitel stürzt die eigene Gewalt.
Ich preise Jahwe in Gerechtigkeit
Und singe Jahwes Namen: Allerhöchster!

(Dem Chorleiter. Nach der Weise von Gath. Ein Psalm Davids.)

O Jahwe, o Gebieter,
Wie glorreich ist dein Name auf der ganzen Erde,
Der du gelegt hast Hoheit auf die Himmel!
Aus Kindermund und Säuglingsmund
Hast du begründet eine Macht
Um deiner Dränger willen,
Dem Feinde zu bereiten und dem Rächenden ein Ende.
Wenn ich anschaue deine Himmel, deiner Finger Werk,
Den Mond, die Sterne, die du festgesetzt,
Was ist der Mensch, daß seiner du gedenkst
Und was das Menschenkind, daß du dich um es kümmerst?
Du hast ihm wenig nur dran fehlen lassen, Gott zu sein,
Mit Ehre ihn und Hoheit ihn gekrönt.
Du hast zum Herrscher ihn gemacht,
Daß er beherrsche alle Werke deiner Hände,
Hast alles du gelegt ihm unter seine Füße:
Die Schafe und die Rinder allesamt,
Des Feldes Tiere auch,
Des Himmels Vögel und des Meeres Fische,
Was irgend Meeresbahnen zieht dahin.
O Jahwe, o Gebieter,
Wie glorreich ist dein Name auf der ganzen Erde!

(Dem Chorleiter. Nach der Melodie Almuth Labben. Ein Psalm Davids.)

Ich will dich preisen, Jahwe, ja, von ganzem Herzen,


Ich will erzählen alle deine Wunder.
Ich will mich freuen und in dir frohlocken,
Und deinem Namen singen, Allerhöchster,
Dieweil sich meine Feinde rückwärts wenden,
Umkommen, straucheln vor dem Antlitz dein.
Du hast mein Recht bestellt
Und meinen Streit herausgeführt,
Du hast dich auf den Thron gesetzt, gerechter Richter.
Gescholten hast du Völker und vernichtet Frevler,
Hast ihre Namen ausgelöscht für immer und für ewig.
Der Feind ist umgekommen, ist zertrümmert ewig,
Zerstört hast Städte du, vernichtet ihr Gedächtnis.
Denn Jahwe thront für immer,
Sein Thron ist aufgestellt zum Weltgericht.
Die Erde richtet er in der Gerechtigkeit,
Er richtet redlich die Nationen.
Doch Jahwe wurde eine Burg dem Unterdrückten,
Ward eine Burg in Zeit der Drangsal.
Es trauen dir, die deinen Namen kennen,
Denn du hast nicht verlassen, die dich suchen, Jahwe.
Singt Jahwe, der auf Zion wohnt,
Verkündigt allen Völkern seine Taten.
Der rächt das Blut, der hat erinnert sich an sie,
Vergessen nicht das Schreien der Elenden.
Sei gnädig, Jahwe, siehe auf mein Elend,
Verursacht das von meinen Hassern,
Der du erhebst mich aus des Todes Tor,
Daß ich erzähle all dein Lob im Tor der Tochter Zion!
Daß ich frohlocke über deine Rettung!
Versunken sind die Völker in der Grube, die sie gruben,
Im Netz, das sie verbargen, steckt ihr Fuß.
Bekannt gemacht hat Jahwe sich,
Gericht hat er gehalten,
Im Werke seiner Hände hat der Frevler sich verstrickt.
Die Frevler mögen kehren in die Unterwelt,
Nationen, die vergessen Jahwe.
Doch nicht für immer wird den Armen er vergessen,
Noch geht verloren immerdar die Hoffnung der Elenden.
Erheb dich, Jahwe, daß der Mensch nicht mächtig sei,
Gerichtet werden sollen die Nationen.
Es lege Jahwe Schrecken auf die Völker,
Daß die Nationen sehen, daß sie nichts als Menschen sind.

10

Warum, o Jahwe, stehst du in der Ferne,


Verbirgst dich in der Zeit der Drangsal?
Im Übermute hetzen Frevler hinter den Elenden her,
Der Frevler wird gefangen in den Plänen, die er sich erdacht.
Es rühmt der Frevler in der Wollust seiner Seele sich,
Und der Betrüger hohnlacht und verachtet Jahwe.
Der Frevler denkt hochnäsig:
Es wird es nicht erforschen, denn es gibt ja keine Gottheit –
So ist sein Denken.
Erfolgreich sind ihm allzeit seine Wege,
Hoch oben wartet dein Gericht, weit weg von ihm,
All seine Dränger schnaubt er an.
Er spricht in seinem Herzen: Wanken werd ich nicht
Und von Geschlechtern zu Geschlechtern nicht im Unglück sein.
Von Flüchen voll sein Mund, von Lügen und Bedrückung,
Ist unter seiner Zunge Mühsal nur und Unheil.
Er sitzt im Hinterhalte der Gehöfte
Und mordet heimlich die Unschuldigen
Und seine Augen spähen nach Unglücklichen.
Er lauert im Versteck wie in dem Busch ein Löwe,
Er lauert, den Elenden einzufangen.
Dann fängt er den Elenden, zieht in seine Netze ihn.
Er schlägt entzwei und duckt sich nieder,
Durch seine Kraft die Armen fallen.
Er spricht in seinem Herzen: Gott hat es vergessen,
Verborgen ist der Gottheit Antlitz, ewig sieht sie nicht!
Erheb dich, Jahwe Gottheit, und erhebe deine Hand,
Vergiß nicht die Elenden.
Warum verachtet doch der Frevler deine Gottheit
Und spricht im Herzen: Du suchst doch nicht heim?
Du sahest es, denn Müh und Kummer schaust du an,
Um sie in deine Hand zu nehmen.
Dir überläßt sein Leiden der Unglückliche,
Der Waisenkinder Helfer bist geworden du!
Zerbrich den Arm des Frevlers und des Bösen,
Und seinen Frevel suche heim,
Daß du ihn nimmer findest.
Ist Jahwe König doch für immer und für ewig,
Verschwunden sind aus seinem Land die Völker.
Die Sehnsucht der Elenden, Jahwe, du vernahmest sie,
Machst fest ihr Herz, es lauscht dein Ohr,
Dem Waisenkinde und dem Unterdrückten Recht zu schaffen,
Damit der Mensch auf Erden nicht mehr Angst verbreite.

11
(Für den Chormeister. Von David.)

In Jahwe hab ich mich geborgen!


Wie könnt ihr zu mir sagen: Fliehet in die Berge, Vögel!
Denn siehe, Übeltäter spannen ihre Bögen,
Die haben ihre Pfeile schon den Sehnen angelegt,
In Finsternis auf die zu schießen,
Die Wahrheit in dem Herzen tragen.
Wenn Fundamente eingerissen werden,
Was richtet der Gerechte da noch aus?
Doch Jahwe ist in seinem Heiligtum,
O Jahwe – in dem Himmel ist sein Thron,
Es schauen seine Augen nieder
Und seine Wimpern prüfen alle Menschenkinder.
Denn Jahwe prüft Gerechte und die Frevler,
Doch wer Gewalttat liebt, der widert seiner Seele.
Er läßt auf Frevler regnen Schwefelströme, Feuerflammen,
Ein heißer Glutwind ist der Anteil ihres Schicksalsbechers.
Gerechtigkeit ist Jahwe, liebt gerechte Taten,
Gerechte schaun das Antlitz der Gerechtigkeit!

12

(Dem Chorleiter. Zum Saitenspiel von acht Saiten. Ein Psalm Davids.)

Errette, Jahwe, denn vorbei ists mit den Frommen,


Die Treuen sind hinweggeschwunden
Im Land der Menschenkinder.
Trug redet einer mit dem andern,
Mit glatter Zunge, zwiegespaltnem Herzen reden sie.
Es rotte Jahwe alle die gespaltnen Zungen aus,
Die Zunge, die von großen Dingen tönt,
Die sagen: Durch die Zunge sind wir mächtig,
Mit uns sind unsre Lippen, wer will uns gebieten?
Bedrückung der Elenden und der Armen Seufzen,
Drum will ich mich erheben, Jahwe sprichts,
Heil geben will ich dem, der Sehnsucht danach hat.
Die Reden Jahwes sind, wie Silber, reine Worte,
Geläutert in dem Tiegel von der Erdenmischung,
Gereinigt siebenmal.
Du, Jahwe, wirst bewahren ihn,
Bewahren ihn vor diesem Weltgeschlecht in Ewigkeit.
Ergehen ringsumher sich Frevler doch,
Gemeinheit steigt in Menschenkindern auf.

13

(Dem Chorleiter. Ein Psalm Davids.)

Wie lange noch, ach Jahwe, daß du so mich ganz vergißt?


Wie lange willst du noch dein Angesicht vor mir verbergen?
Wie lange soll ich Sorgen tragen in der Seele,
In meinem Herzen Kummer alle Tage?
Wie lang noch soll mein Feind sich gegen mich erheben?
So schaue doch, gib Antwort, Jahwe, meine Gottheit,
Mach meine Augen licht, daß ich im Tode nicht entschlafe,
Damit mein Feind nicht sagt: Ich hab ihn überwältigt,
Damit nicht jubeln meine Dränger, wenn ich wanke.
Ich aber will vertrauen deiner Huld,
Mein Herz soll jubeln über deine Rettung.
Ich will lobsingen Jahwe,
Denn er hat wohl an mir getan.

14

(Dem Chorleiter. Von David.)

Es spricht der Tor in seinem Herzen:


Es ist kein Gott –
Sie richten nur Verderben an,
Abscheulich ist ihr Tun.
Doch Jahwe schaut vom Himmel nieder auf die Menschenkinder,
Zu sehn, ob einer ist vernünftig, der da sucht die Gottheit.
Doch alle sind sie abgewichen und verdorben insgesamt
Und keinen gibt’s, der Gutes tut, nicht einen!
Gibt’s denn Erkenntnis nicht bei denen, die das Böse tun,
Die fressen meine Leute, wie man Brot verschlingt,
Doch Jahwe rufen sie nicht an?
Dann werden sie erschrecken,
Denn Gott ist beim Geschlechte der Gerechten.
Das Planen des Elenden wollt zunichte machen ihr,
Doch Jahwe ist ihm eine Zuflucht.
O daß aus Zion Rettung käme über Israel!
Wenn Jahwe wendet seines Volkes Schicksal,
Wird Jakob jauchzen, jubeln Israel!

15

(Ein Psalm Davids.)

O Jahwe, wer darf Gast in deinem Zelte sein


Und wer darf wohnen auf dem Berge deiner Heiligkeit?
Wer da vollkommen wandelt und wer übt Gerechtigkeit
Und Wahrheit in dem Herzen redet
Und wer mit seiner Zunge nicht verleumderisch umhergeht
Und wer dem Nächsten niemals Böses tut
Und Schmach nicht lädt auf seine Nachbarn,
Dem der Verworfene verächtlich ist in seinen Augen,
Der aber jene ehrt, die Jahwe Ehrfurcht zollen,
Und der sein Geld nicht gegen Zinsen leiht
Und nicht Bestechungsgelder gegen die Unschuldigen empfängt,
Wer solcherweise handelt,
Wird wanken nicht in Ewigkeit.

16

(Ein Kleinod Davids.)

Bewahre mich, o Gottheit, denn ich berge mich in dir!


Ich sprach zu Jahwe: Du bist mein Gebieter,
Mein höchstes Gut bist du.
An Heiligen, die auf der Erde sind,
Und an den Starken habe ich mein Wohlgefallen.
Viel sind der Schmerzen derer,
Die einen andern Gott sich eingehandelt,
Nicht werd ich ihre Bluttrankopfer opfern
Und ihre Namen nicht auf meine Lippen nehmen.
Du, Jahwe, bist mein Anteil und mein Schicksalsbecher,
Mein Schicksal wird von dir gefügt.
Meßschnüre sind gesunken mir auf Liebliches,
Mein Erbe will mir wohlgefallen.
Ich preise Jahwe, der mich gut beraten,
Des Nachts mich mahnen meine Nieren.
Ich habe Jahwe stets mir vorgestellt als Gegenüber,
Er ist zur Rechten mir, drum werde ich nicht wanken.
Drum freut mein Herz sich, drum frohlockt mir meine Seele,
Mein Körper wohnt in Sicherheit.
Denn du wirst meine Seele nicht dem Totenreiche überlassen,
Und deinen Frommen nicht die Grube sehen lassen.
Du tust mir kund den Pfad des Lebens.
Der Freude Fülle ist vor deinem Antlitz
Und Lieblichkeit zu deiner Rechten immerdar!

17

(Ein Gebet Davids.)

Hör, Jahwe, auf Gerechtigkeit,


Merk auf mein Schreien,
Erhöre mein Gebet,
Das nicht mit trügerischen Lippen ausgesprochen wird.
Von deinem Antlitz komme mir mein Recht,
Mit deinen Augen schaue meine Redlichkeit.
Du hast mein Herz geprüft,
Mich heimgesucht des Nachts, hast mich geläutert,
Hast eine Schandtat nicht bei mir gefunden,
Nicht Lüge ist entgangen meinen Lippen.
Was Menschentaten angeht,
Durch deiner Lippen Wort hab achtgegeben ich
Auf Wege derer, die Gewalt verüben.
Doch meine Schritte halten sich an deine Weisungen
Und also meine Tritte wanken nicht.
Ich ruf dich an, du gibst mir Antwort, Gottheit,
So neige deine Ohren mir und lausche meiner Rede.
Erweise wunderbar mir deine Gnaden,
Du Retter derer, die in deiner Hand sich vor den Feinden bergen.
Bewahre mich wie deines Auges Tochter,
Im Schatten deiner Flügel berge mich
Vor Frevlern, die an mir Gewalt verüben wollen,
Vor Feinden, welche wütend um mich kreisen.
Ihr Herz, das haben sie verschlossen,
Mit ihrem Munde reden sie in Hochmut.
All meine Schritte hetzen sie, sie haben mich umringt,
Sie richten ihre Augen drauf, mich hinzustrecken.
Der Feind gleicht einem Löwen, gierig brüllt er nach dem Raub,
Gleicht einem jungen Löwen im Versteck.
Erheb dich, Jahwe, tritt entgegen ihm,
Wirf nieder ihn, errett mich vor dem Frevelnden mit deinem Schwerte,
Vor jenen Männern mich durch deine Hände, Jahwe,
Vor jenen Männern dieser Welt,
Ihr Anteil ist ja nur in diesem Leben.
Was aufgespart du ihnen, damit fülle ihren Bauch,
Daß ihre Söhne auch noch werden satt
Und sie den Enkeln hinterlassen noch den Rest.
Ich will nur in Gerechtigkeit erschaun dein Antlitz,
Satt werden im Erwachen an dem Bilde dein!

18

(Dem Chorleiter. Vom Sklaven Jahwes, von David, der die Worte dieses Liedes zu Jahwe sang am
Tag, da Jahwe ihn aus der Hand aller seiner Feinde gerettet und aus den Händen Sauls.)

Er sprach: Ich liebe dich, o Jahwe, meine Kraft,


O Jahwe, Fels und Burg und Retter,
O meine Gottheit, Hort, in welchem ich mich berge,
Du Schild und Horn der Hilfe, hohe Festung!
Gepriesen bist du! ruf ich Jahwe zu,
Und von den Feinden werde ich gerettet.
Umschlangen mich des Todes Stricke auch
Und Bäche des Verderbens setzten mich in Angst,
Des Totenreiches Stricke schlangen sich um mich,
Entgegen waren mir des Todes Schlingen,
Da rief ich in der Drangsal laut zu Jahwe,
Zu meiner Gottheit schrie ich laut um Hilfe.
Er hörte aus dem Heiligtume meine Stimme,
Mein Hilfeschrei kam ihm zu Ohren.
Da wankte, schwankte, zitterte die Erde,
Der Berge Fundamente bebten,
Sie bebten, denn der Zorn entbrannte ihm.
Der Rauch ist aufgestiegen aus der Nase sein,
Das Feuer blies sich fort aus seinem Mund,
Ein Feuer wie in Kohlen brannte heiß in ihm.
Den Himmel neigte er und fuhr hernieder
Und Dunkelheit war unter seinen Füßen.
Er fuhr auf einem Engel und er flog dahin
Und schwebte auf des Windes Schwingen.
Er machte Dunkelheit zu seiner Hülle rings umher,
Zu seiner Hütte Wasserdunkel, Wolkennebel.
Aus Glanz vor ihm sind hergeschwebt die Wolken,
Und Hagel fuhr daher und Feuerkohlen.
Und Jahwe machte in dem Himmel einen Donner,
Der Allerhöchste ließ erschallen seine Stimme
Mit Hagel und mit feurigen Geschossen.
Er schickte Pfeile aus und sandte sie dahin
Und eine Menge Blitze schwirrten hin und her.
Da ward des Wassers Tiefe angeschaut
Und bloßgelegt der Erde Fundamente
Vor deinem Schelten, Jahwe,
Vorm Atemhauche deines Zornes.
Er sandte seine Hand aus höchster Höhe und er griff nach mir
Und zog heraus mich aus der Flutentiefe.
Er half mir vor dem großen Feinde,
Vor meinen Hassern, die zu stark mir waren.
Sie traten mir entgegen an dem Tage meines Unheils,
Doch Jahwe wurde meine Stütze.
Er führte mich hinaus ins Weite,
Er rettete mein Leben, denn er hatte Lust an mir!
Es handelte entsprechend meiner Redlichkeit an meiner Seele Jahwe,
Der er vergalt der Reinheit meiner Hände.
Denn ich, bewahrt hab ich die Wege Jahwes
Und bin nicht frevelnd fortgegangen von der Gottheit.
All seines Rechtes Ordnung stand mir allezeit vor Augen
Und seine Satzung ließ ich nimmer von mir weichen.
Unsträflich war ich gegen ihn
Und hab gehütet mich vor aller Schuld.
Und da vergalt mir Jahwe ganz entsprechend der Gerechtigkeit,
Gemäß der Reinheit meiner Hand vor seinen Augen.
Den Frommen bist du fromm,
Und Guten bist du gut,
Den Reinen bist du rein,
Verkehrten aber bist du auch verkehrt.
Du rettest das bedrückte Volk,
Der Augen Hochmut aber wirst du niederschlagen.
Denn du machst strahlend meine Leuchte, Jahwe,
Denn meine Gottheit ist mein Licht in Finsternis.
Mit dir ich laufe schneller als die Feinde,
Mit meiner Gottheit überspringe ich die Mauern.
Untadlig ist der Weg der Gottheit,
Die Rede Jahwes ist geläutert,
Ein Schild die Rede allen, die bei ihm sich bergen.
Denn wer ist Gottheit außer Jahwe?
Und wer ist Fels, wenn nicht die Gottheit?
Die Gottheit gürtet mich mit Kraft
Und macht den Weg mein ohne Tadel,
Macht meine Füße wie der Hirsche Füße
Und stellt mich fest auf meine Höhe.
Er lehrt das Kämpfen meine Hände
Und meinen Arm, den Bogen spannen.
Den Schild der Rettung gabst du mir,
Mit deiner Rechten stützt du mich,
Mit deiner Neigung machst du mächtig mich.
Raum schaffst du meinen Schritten
Und meine Knöchel wanken nicht.
Ich jage nach den Feinden und erreiche sie
Und laß nicht ab, bis sie vernichtet sind.
Ich habe sie zerschmettert, keiner konnte aufstehn,
Sie stürzten unter meine Füße.
Du hast gegürtet mich mit Kraft zum Kampf,
Du warfest nieder unter mich, die gegen mich erstanden waren,
Du ließest meine Feinde mir den Rücken kehren,
Da hab ich ausgerottet meine Hasser.
Sie schrien um Hilfe, doch da war kein Retter,
Zu Jahwe schrieen sie, doch er gab keine Antwort.
Und ich zermalmte sie wie Staub vorm Winde,
Wie Gassenkot hab ich sie ausgeschüttet.
Du hast errettet mich aus Volkes Streitigkeiten
Und setztest mich zum Haupte den Nationen,
Ein Volk, das ich nicht kannte, dient mir willig.
So wie ihr Ohr es hört, gehorchen sie,
Der Fremde Söhne schmeicheln mir.
Der Fremde Söhne wurde matt,
Sie kamen schwach hervor aus ihrer Festung.
Ha, Jahwe lebt! Gepriesen sei mein Fels!
Erhoben sei die Gottheit meines Heils!
Gott, er gewährt mir Rache,
Er unterwarf mir Völker,
Er hat errettet mich vom Zorn der Feinde.
Erhöht hast du vor denen mich, die gegen mich erstanden waren,
Gerettet hast du mich vorm Manne der Gewalt.
Drum rühm ich unter allen Völkern dich, o Jahwe,
Und singe deinem Namen,
Der groß gemacht die Rettungen des Königs
Und Huld erwiesen dem Gesalbten,
Dem Vielgeliebten, David, seinem Stamm in Ewigkeit!

19

(Dem Chorleiter. Ein Psalm Davids.)

Die Himmel künden Gottes Herrlichkeit


Und seiner Hände Werk das himmlische Gewölbe.
Ein Tag läßt strömen Kunde zu dem andern Tag
Und eine Nacht erklärt Erkenntnis einer andern Nacht
Ganz ohne Rede, ohne Worte,
Ganz ohne daß gehört wird eine Stimme.
In jedes Land geht ihre Meßschnur aus
Und an des Erdenkreises Ende ihre Rede.
Dem Sonnenstern hat er erstellt ein Zelt dort droben,
Er, wie ein Bräutigam, er tritt hervor aus seiner Kammer,
Er freut sich wie ein Held, die Bahn zu laufen,
Vom einen Ende dieses Himmels geht er aus
Und läuft bis an das andre Ende,
Nichts ist verborgen seiner Glut.
Die Weisung Jahwes ist vollkommen,
Erlabt die Seele.
Das Zeugnis Jahwes, zuverlässig ists,
Macht Einfalt weise.
Befehle Jahwes sind gerecht,
Erfreuen tief das Herz.
Gebote Jahwes, sie sind lauter,
Erleuchten klar die Augen.
Die Ehrfurcht vor dem Allgebieter, das ist Reinheit,
Sie bleibt in Ewigkeit.
Die Satzung Jahwes, das ist Wahrheit,
Ist insgesamt Gerechtigkeit.
Sie, sie sind edler als das Gold und als das feine Gold
Und süßer als der Wabenseim und Honig.
Auch läßt dein Knecht sich durch sie warnen,
In der Bewahrung liegt ein großer Lohn.
Verirrungen, wer hat drauf Acht?
Von den verborgnen sprich mich frei!
Vor Übermütigen beschütze deinen Knecht,
Daß sie nicht herrschen über mich.
Dann bin unsträflich ich
Und rein von großer Freveltat.
Zum Wohlgefallen mögen meines Mundes Reden sein vor dir
Und meines Herzens Sinnen,
O Jahwe, Felsen mein und mein Erlöser!

20

(Dem Meister der Musik. Ein Psalm Davids.)

Erhöre Jahwe dich am Tage der Bedrängnis,


Es schütz der Name dich des Gottes Jakobs.
Dir sende Hilfe aus dem Heiligtume er,
Aus Zion stütz er dich.
Gedenk er aller deiner Gaben,
Nehm wohlgefällig an dein Feueropfer.
Er gebe dir nach deinem Herzen,
Erfülle alle deine Pläne dir.
Wir wollen jubeln über deine Rettung,
Im Namen Gottes wollen wir erheben unsre Fahne,
Erfülle Jahwe alle deine Bitten.
Jetzt weiß ich das, daß Jahwe den Messias rettet,
Erhörte ihn vom heilgen Himmel her,
Durch Hilfe und durch Allmacht seiner Rechten.
Vertrauen jene Wagen, jene Rossen,
Wir denken an den Namen Jahwes, unsres Gottes.
Sie sind gestürzt, gefallen,
Wir richten doch uns auf und bleiben aufrecht.
Den König rette, Jahwe,
Erhöre uns am Tage unsres Rufens.

21

(Dem Meister der Musik. Ein Psalm Davids.)

O Jahwe, über deine Kraft freut sich der König


Und über deine Rettung, wie frohlockt er sehr!
Du gabst ihm seines Herzens Wunsch,
Ihm das Verlangen seiner Lippen hast du nicht verweigert.
Denn du begegnest ihm mit Segnungen an Gutem,
Du setztest auf sein Haupt ihm eine goldne Krone.
Von dir erbat er Leben, und du hast es ihm gegeben,
Der Tage Länge immerdar und ewig.
Groß seine Herrlichkeit durch deine Rettung,
Du legtest auf ihn Glanz und Hoheit.
Du setztest ihn zur Segensfülle immerdar,
Erfreust mit Wonne ihn vor deinem Antlitz.
Der König traut auf Jahwe,
Er wird nicht wanken durch die Huld des Höchsten.
All deine Feinde finden werden deine Hände
Und deine Rechte finden deine Hasser.
Du, du wirst sie wie einen Feuerofen machen,
Wenn du dich offenbarst, o Jahwe.
In seinem Zorne wird er sie verschlingen
Und Feuer wird sie fressen.
Vertilgen von der Erde wirst du ihre Frucht
Und ihren Samen aus den Menschenkindern.
Denn wenn sie Böses planen gegen dich,
Ersinnen einen Anschlag, nichts vermögen sie.
Du wirst sie schlagen in die Flucht,
Wirst mit der Bogensehne auf ihr Antlitz zielen.
Erhebe dich in deiner Kraft, o Jahwe,
Wir wollen singen, spielen wollen wir in deiner Macht!

22

(Dem Meister der Musik. Nach der Melodie: Hirschkuh der Morgenröte. Ein Psalm Davids.)

Mein Gott, mein Gott, was hast du mich verlassen?


Von meiner Rettung fern die Worte meines Stöhnens.
Mein Gott, ich rufe tags, doch gibst du mir nicht Antwort,
Und Nachts, doch find ich keine Ruhe.
Doch du bist heilig,
Du thronest überm Lobpreis Israels.
Auf dich vertrauten unsre Väter,
Sie trauten dir und du hast sie errettet.
Gerettet wurden sie, die zu dir riefen,
Sie trauten dir und wurden nicht beschämt.
Ich bin ein Wurm und bin kein Mensch mehr,
Ein Hohn der Mensch und vom Volk verachtet.
Die, die mich sehen, die verspotten mich,
Sie sperren auf die Lippen, schütteln ihre Köpfe:
Er werfe sich auf Jahwe, der errette ihn,
Er reiße ihn heraus, hat er an ihm ein Wohlgefallen.
Du zogest mich hervor aus meiner Mutter Schoß,
Vertrauen lehrtest du mich an den Mutterbrüsten.
Ich bin auf dich geworfen von dem Mutterschoße an,
Von meiner Mutterschoß an bist du mir mein Gott.
Sei du von mir nicht ferne, nah ist mir die Drangsal,
Ist niemand sonst, der hilft.
Umgeben haben viele Stiere mich,
Die starken Kühe Baschans haben mich umringt.
Sie sperren gegen mich die Mäuler auf
Wie Löwen, welche brüllen, reißen wollen.
Wie Wasser bin ich hingegossen,
All mein Gebein ist ausgerenkt.
Geworden ist mein Herz wie Wachs,
Zerschmolzen mir im Innern.
Vertrocknet meine Kraft wie eine Scherbe,
Am Gaumen klebt mir meine Zunge,
Du legst mich in den Todesstaub.
Es haben Hunde mich umgeben,
Der Frevler Rotte legt sich um mich her.
Ich kann sie zählen, alle meine Knochen,
Sie blicken auf mich nieder, weiden sich an mir.
Sie teilen meine Kleider unter sich
Und mein Gewand verlosen sie.
Du aber, Jahwe, sei nicht fern,
Du meine Stärke, eile mir zu Hilfe.
Errette vor dem Schwert mein Leben,
Mein Kleinod aus den Hundetatzen.
Mich aus dem Maul des Löwen rette
Und vor den Hörnern wilder Büffel.
Du gabst mir Antwort!
Ich will erzählen deinen Namen meinen Brüdern,
Inmitten der Versammlung will ich loben dich.
Ihr, die ihr Jahwe fürchtet, lobet ihn,
Ihr Kinder Jakobs, ehret ihn.
Scheut euch vor ihm, ihr Kinder Israels.
Nicht Abscheu hat empfunden er
Und nicht verachtet er das Elend seiner Armen,
Sein Antlitz nicht vor ihm verborgen,
Und als er schrie, da hat er ihn erhört.
Von dir mein Lobpreis kommt in der Versammlung,
Und mein Gelübde werde ich erfüllen
Vor denen, die ihn fürchten.
Die Armen sollen essen, daß sie werden satt,
Die sollen Jahwe loben, die ihn suchen.
Es werden daran denken,
Umkehren dann zu Jahwe alle Enden dieser Erde
Und niederfallen fromm vor seinem Antlitz
Die Völkerstämme alle.
Denn Jahwe eigen ist die Königsherrschaft,
Er herrschet über alle Völker.
Vor ihm anbeten werden alle Reichen dieser Erde,
Vor ihm die Knie sich beugen Aller,
Die niedersteigen müssen in den Staub
Und deren Seele nicht am Leben bleibt.
Die Kinder werden Jahwe dienen,
Es wird erzählt vom Herrn dem kommenden Geschlecht.
Sie werden von Gerechtigkeit verkünden einem Volk,
Das noch geboren wird,
Denn Jahwe hat es so vollbracht.

23

(Ein Psalm Davids.)

O, Jahwe ist mein Hirte,


Ich leide keinen Mangel.
Auf grünen Auen lässet er mich lagern
Und er geleitet mich zu stillen Wassern.
Er läßt mich zu mir selber kommen
Und führt mich auf den Pfaden der Gerechtigkeit
Um seines Namens willen.
Auch wenn ich wandele im Tal der Todesschatten,
Doch fürchte ich kein Unheil.
Denn du bist bei mir,
Dein Stab und deine Stütze trösten mich.
Du richtest zu vor meinen Augen einen Tisch
Im Angesichte meiner Hasser.
Du hast gesalbt mit Öl mein Haupt,
Voll schenkst du ein, daß überfließt mein Becher.
Nur Huld und Güte folgen mir
Die Tage meines Lebens alle.
Ich werde bleiben in dem Hause Jahwes
Die Dauer meiner Tage.

24

(Ein Psalm Davids.)

Die Erde und der Erde Fülle eignet Jahwe,


Der Erde Kreis und die drauf wohnen.
Er selbst hat sie gegründet über Wassern
Und über Strömen er sie festgestellt.
Wer steigt hinauf auf Jahwes Berg,
Wer stellt sich an den Ort der Heiligkeit?
Der an den Händen Unschuld trägt und hat ein reines Herz,
Der nicht zur Nichtigkeit erhebt die Seele,
Nicht schwört in Lug und Trug.
Er wird erbeuten Jahwes Segen,
Gerechtigkeit vom Gotte seiner Rettung.
Dies das Geschlecht der Seelen, die ihn suchen,
Dein Antlitz suchen, Jakobs Gott.
Erhebt die Häupter, Tore,
Erhebt euch, Pforten ihr der Urzeit,
Die Majestät der Herrlichkeit zieht ein!
Wer ist die Majestät der Herrlichkeit?
Ein Starker und ein Held ists, Jahwe,
Ein Kriegsheld, Jahwe!
Erhebt die Häupter, Tore,
Erhebt euch, Pforten ihr der Urzeit,
Die Majestät der Herrlichkeit zieht ein!
Wer ist die Majestät der Herrlichkeit?
O, Jahwe Zebaoth
Ist Majestät der Herrlichkeit!

25

(Von David.)

Zu dir, o Jahwe, ich erhebe meine Seele,


Mein Gott, auf dich vertraue ich.
Laß nicht zuschanden werden mich,
Laß meine Feinde nicht frohlocken über mich.
Die auf dich hoffen, werden nicht zuschanden,
Zuschanden werden nur die Ungetreuen.
Laß wissen mich, o Jahwe, deine Wege
Und deine Pfade lehre mich.
Laß wandeln mich in deiner Wahrheit, lehre mich,
Denn du bist meiner Rettung Gott,
Bist meine Hoffnung alle Tage.
Denk an Barmherzigkeit, o Jahwe, deiner Hulderweise,
Sie sind von Ewigkeit.
Der Jugendsünden mein und der Vergehen nicht gedenke,
Nach deiner Huld gedenke mein in Güte, Jahwe.
Gerade ist und gut ist Jahwe,
Drum unterweist er Sünder auf dem Weg.
Er führt im Recht den Weg, die voller Demut sind,
Die voller Demut sind, die lehrt er seinen Weg.
Die Pfade Jahwes sind nur Huld und Treue
Für die, die da bewahren Bund und Zeugnis.
Um deines Namens willen, Jahwe,
Vergib mir meine Schuld, denn sie ist groß.
Wer ist der Mann, der Jahwe fürchtet?
Ihn unterweist er auf dem Weg, den er erwählt.
Im Guten wohnen wird ihm seine Seele
Und seine Kinder werden erben seine Länder.
Vertrauten Umgang Jahwes gibt’s für die,
Die voller Ehrfurcht sind vor ihm,
Er läßt sie wissen seinen Bund.
Gerichtet meine Augen immerdar auf Jahwe,
Er zieht mir meine Füße aus dem Netz.
Du wende dich mir zu und sei mir gnädig,
Denn einsam bin ich, elend bin ich.
Den Engpaß meines Herzens mache weit
Und aus der Drangsal führe mich heraus.
Sieh an mein Elend, meine Mühsal,
Vergib mir alle meine Sünden.
Sieh meine Feinde an, so viele sinds,
Die mit Gewalt und Haß mich hassen.
Bewahre meine Seele, rette mich,
Und laß mich nicht zuschanden werden,
Denn dir vertraue ich.
Unsträflichkeit und Gradheit mögen mich behüten,
Denn du bist meine Hoffnung.
Erlöse, Gott, erlöse Israel
Aus allen seinen Nöten.

26

(Von David.)

Verschaffe Recht mir, Jahwe,


Unsträflich bin ich doch gewandelt,
Vertraute Jahwe, drum wird ich nicht wanken.
Erforsch mich, Jahwe, prüfe mich,
Mein Herz und meine Nieren schmelze.
Denn deine Huld war stets vor meinen Augen,
In deiner Wahrheit bin ich stets gewandelt.
Nicht saß zusammen ich mit Lügenvätern,
Nicht ging ich um mit Volk der Hinterlist.
Ich hasste die Versammlungen der Übeltäter,
Ich saß nicht bei den Frevlern.
Ich wasch in Unschuld meine Hände,
Umschreite den Altar dein, Jahwe,
Und laß mit Schall ein Danklied hören,
Um zu erzählen alle deine Wunder.
Ich lieb die Wohnung deines Hauses, Jahwe,
Den Wohnort deiner Herrlichkeit.
Mit Sündern raffe nicht zusammen meine Seele weg
Mein Leben mit den Menschen, die nach Blut begierig,
An deren Händen Schandtat klebt
Und ihre Hand erfüllt ist von Bestechungsgeld.
Ich wandele unsträflich,
Erlöse mich und sei mir gnädig.
Auf ebnem Boden stehen meine Füße,
In der Gemeinde preis ich Jahwe.

27

(Von David.)

Mein Licht ist Jahwe, Jahwe meine Rettung,


Vor wem sollt ich mich fürchten?
Denn meines Lebens Burg ist Jahwe,
Vor wem sollt ich erbeben?
Wenn nahen sich die Übeltäter,
Mein Fleisch zu fressen,
Bedränger, die mir feind sind,
Sie sollen straucheln selbst und stürzen.
Wenn gegen mich ein Heer sich lagert,
So bangt doch nicht mein Herz.
Wenn sich erhebt ein Krieg auch gegen mich,
So bleibe ich getrost.
Erbat ich Eines doch von Jahwe,
Das ich erbitten will:
Ich, ich will wohnen in dem Hause Jahwes
Für alle meine Lebenstage,
Zu schaun die Freundlichkeiten Jahwes,
In seinem Tempel nachzusinnen.
In einer Hütte birgt er mich
Am Tag des Unheils,
Verbirgt mich im Versteck des Zeltes,
Erhöht auf einen Felsen mich.
Mein Haupt erhebt sich nun,
Erhebt sich über meine Feinde.
Ich will in seinem Zelte opfern Jubelopfer,
Will singen, Jahwe Saiten spielen.
Hör, Jahwe, meine Stimme, hör, ich rufe,
Sei gnädig mir und gib mir Antwort.
Dir sagt mein Herz: Mein Antlitz sollt ihr suchen!
Drum suche, Jahwe, ich dein Antlitz.
Verbirg dein Antlitz nicht vor mir,
Nicht weise deinen Sklaven ab im Zorn.
Du meine Hilfe, nicht verstoße mich,
Verlaß mich nicht, mein Gott und meine Rettung.
Wenn Vater auch und Mutter mich verlassen,
So nimmt mich Jahwe auf.
O Jahwe, lehr mich deine Wege
Und führe mich auf dem geraden Pfad.
Gib mich nicht preis der Gierde meiner Dränger,
Denn es erheben gegen mich sich Lügenväter
Und schnauben das Verderben.
Ach, wenn ich mich nicht fest darauf verlassen könnte,
Die Güte Jahwes anzuschaun im Lebensland...!
Sei stark, sei deine Hoffnung Jahwe,
Mach fest dein Herz, erwähle dir zur Hoffnung Jahwe.

28

(Von David.)

Zu dir, o Jahwe, rufe ich, mein Fels,


Nicht wend dich schweigend ab von mir,
Auf daß du nicht verstummst vor mir
Und ich nicht denen gleiche, die zur Grube niederfahren.
Hör auf die Stimme meines Flehens, wenn ich zu dir schreie,
Wenn ich erhebe meine Hände
Zum Allerheiligsten in deinem Heiligtum.
Raff mich nicht mit den Frevlern weg
Und mit den Übeltätern,
Die freundlich reden mit dem Nächsten
Und haben Böses doch im Herzen.
Gib ihnen du nach ihrem Tun
Und nach der Bosheit ihrer Taten.
Gib ihnen nach den Werken ihrer Hände,
Vergelte ihnen ihre Taten.
Sie achten nicht auf Jahwes Taten
Noch auf die Werke seiner Hände.
Er wird sie niederreißen
Und nimmermehr errichten.
Gelobt sei Jahwe,
Er hat erhört die Stimme meines Flehens.
Mein Schild und meine Kraft ist Jahwe,
Auf ihn vertraut mein Herz.
Mir ist geholfen, nun frohlockt mein Herz,
Mit meinem Lied will ihm ich danken.
Denn seines Volkes Kraft ist Jahwe,
Ist Burg der Hilfe dem Messias.
Hilf deinem Volk, dein Erbe segne,
Und weide sie und trage sie in Ewigkeit.

29

(Ein Psalm Davids.)

Gebt Jahwe, Göttersöhne,


Gebt Jahwe Herrlichkeit und Kraft!
Gebt Jahwe seines Namens Herrlichkeit,
Und betet Jahwe an in Pracht der Heiligkeit!
Die Stimme Jahwes über Wassern,
Es donnert laut der Gott der Herrlichkeit,
Gott Jahwe über großen Wassern.
In Kraft die Stimme Jahwes,
In Pracht die Stimme Jahwes!
Die Zedern bricht entzwei die Stimme Jahwes,
Zerbricht die Zedern auf dem Libanon.
Er läßt sie hüpfen wie ein Kalb,
Wie einen Büffel er den Sirjon.
Sprüht Feuerflammen doch die Stimme Jahwes,
Erzittern läßt die Wüste doch die Stimme Jahwes,
Erzittern Jahwe läßt die Wüste Kadesch.
Die Stimme Jahwes macht der Hirschkuh Kreißen,
Er bringt zur Frühgeburt die Ziege.
In seinem Tempel betet alles: Herrlichkeit!
Hoch über Wasserfluten Jahwe wohnt,
Ein König immerdar ist Jahwe.
Es gebe Jahwe seinem Volke Kraft,
Mit Frieden segne Jahwe seine Schar!

30

(Ein Psalm. Ein Lied zur Einweihung des Hauses. Von David.)

O Jahwe, ich erhebe dich, denn du hast mich emporgezogen


Und ließest meine Feinde sich nicht freuen über mich.
Ich rief zu dir, o Gott, o Jahwe mein,
Und du hast mich geheilt.
Vom Totenreich heraufgeholt hast meine Seele du, o Jahwe,
Du machtest mich lebendig nach dem Hingang in die Grube.
Singt Jahwe, alle seine Frommen,
Preist ihn zu seinem heiligen Gedächtnis.
Denn einen Augenblick in seinem Zorn,
Das Leben lang in seinem Wohlgefallen.
Am Abend kehrt das Weinen ein,
Am Morgen aber Jubel.
Ich sprach in meiner Sicherheit:
Ich werde niemals wanken.
In deinem Wohlgefallen, Jahwe, hast du mich
Auf einen hohen Berg gestellt,
Dein Angesicht verborgen, da erschrak ich sehr.
Zu dir, o Jahwe, rief ich,
Ich flehte zum Gebieter:
Welch Vorteil bringt mein Blut,
Wenn ich zur Grube fahre?
Wird Staub dich preisen und verkünden deine Wahrheit?
Hör, Jahwe, und erbarme dich,
Sei meine Hilfe, Jahwe!
Du hast verwandelt meine Klage in Gesang und Tanz,
Gelöst mein Sacktuch und mit Wonne mich gegürtet,
Damit ich dich besinge, meine Herrlichkeit, daß ich nicht schweige,
O Jahwe, o mein Gott, in Ewigkeit will ich dich feiern!

31
(Dem Meister der Musik. Ein Psalm Davids.)

Bei dir, o Jahwe, hab ich mich geborgen,


Laß du in Ewigkeit mich nicht zuschanden werden,
Errette du mich in Gerechtigkeit.
Neig du dein Ohr zu mir,
Errette eilends mich,
Sei eine Schutzburg mir,
Sei eine Festung auf den Bergen, mir zu helfen.
Mein Fels und meine Festung du,
Um deines Namens willen führe, leite mich.
Zieh du mich aus dem Netz, das sie mir heimlich legten,
Denn du bist meine Kraft.
In deine Hand befehl ich meinen Geist,
Denn du hast mich erlöst, o Jahwe, Gott der Treue.
Ich hasse, die beachten eitle Nichtigkeiten,
Ich, ich verlasse mich allein auf Jahwe.
Ich werde jubeln und mich freuen über deine Huld,
Daß du mein Elend angesehen,
Daß du erkannt die Drangsal meiner Seele,
Daß du mich nicht hast ausgeliefert
Den Händen meines Feindes,
Auf weiten Raum hast meine Füße du gestellt.
Sei gnädig, Jahwe, mir, denn mir ist angst,
Getrübt in Gram mein Auge, Leib und Seele.
In Kummer schwindet hin mein Leben
Und meine Jahre schwinden hin in Seufzern.
Gestrauchelt ist in Sünde meine Kraft
Und mein Gebein zerfallen.
Vor allen meinen Drängern bin ich Schmach geworden
Und eine Last für meine Nachbarn
Und meinen Freunden Schrecken.
Die, die mich sehen auf der Straße, fliehn vor mir.
Vergessen bin ich worden wie ein Toter, fern dem Herzen,
Geworden ein zerbrochenes Gefäß.
Ich höre die Verleumdung vieler: Grauen rings umher!
Wie sie zusammen sich beraten gegen mich,
Das Leben mir zu nehmen, sinnen sie.
Ich aber hab auf dich vertraut, o Jahwe,
Gesagt: Mein Gott bist du allein!
In deiner Hand sind meine Zeiten,
Errette mich vor Feinden und Verfolgern.
Dein Antlitz laß erstrahlen über deinem Knecht,
Errette mich in deiner Huld.
O Jahwe, laß mich nicht zuschanden werden,
Denn angerufen hab ich dich.
Zuschanden mach die Frevler,
Verstummen sollen sie im Totenreich.
Verstummen sollen Lügenmäuler,
Die gegen die Gerechten reden frech und stolz verachtend.
Wie groß ist deine Güte, Jahwe,
Die du bewahrt hast denen, die dich fürchten,
Erweisest denen, die auf dich vertrauen
Von all den Menschenkindern.
Du birgst sie in dem Schutze deines Angesichts
Vor den Verschwörungen der Leute,
Bewahrest sie in einer Hütte
Vorm Zank der Zungen.
Gelobt sei Jahwe, wundersam erwies er seine Huld
Mir wie in einer festen Stadt.
Ich sagte zwar in meinen Ängsten:
Von deinen Augen bin ich abgetrieben;
Du hörtest doch die Stimme meines Flehens,
Da ich zu dir geschrien.
O liebet Jahwe, alle seine Frommen!
Die Treuen treu behütet Jahwe,
Zahlt reichlich heim dem Mann, der Hochmut übt.
Seid stark und fest in euren Herzen,
Ihr alle, die geduldig ihr auf Jahwe wartet.

32

(Von David. Ein Weisheitsgedicht.)

Glückselig der, dem da vergeben ist der Frevel,


Dem da bedeckt die Sünde!
Glückselig der, dem Jahwe nicht anrechnet seine Schuld,
In dessen Geist nicht Lüge ist!
Ich schwieg, und mein Gebein zerfiel in Stöhnen
Den ganzen Tag.
Denn Tag und Nacht lag auf mir lastend deine Hand,
Gewandelt ward mein Lebenssaft in Sommergluten.
Ich ließ dich meine Sünde wissen
Und meine Schuld verbarg ich nicht.
Ich sprach: Ich will bekennen Jahwe meinen Frevel,
Und du vergabst mir meiner Sünde Schuld.
Drum jeder Gläubige wird zu dir beten
Zur Zeit, wenn du dich finden läßt.
Wenn große Wasser fluten auch heran,
Sie reichen nicht heran an ihn.
Du bist mein Bergungsort, vor Drangsal schützt du mich,
Umgibst mich mit der Rettung Jubel!
Ich will dich unterweisen und den Weg dich lehren,
Die Pfade, die du gehen sollst,
Ich will dir raten, meine Augen wachen über dich.
Seid nicht wie Rosse oder Esel,
Die Unverständigen,
Mit Zaum und Zügel als Geschirr zur Bändigung,
Sonst nahen sie sich nicht.
Viel Schmerzen hat der Frevler,
Wer aber Jahwe traut, den wird mit Huld umgeben er.
Freut euch in Jahwe, jubelt, ihr Gerechten,
Jauchzt alle, die ihr seid wahrhaftig in dem Herzen!
33

Jauchzt, ihr Gerechten, jauchzt in Jahwe,


Rechtschaffenen ziemt Lobgesang.
Preist Jahwe mit der Zither,
Singt ihm zur Harfe mit der Saiten zehn.
Singt ihm ein neues Lied,
Spielt schön mit Jubel auf den Saiten.
Rechtschaffen ist das Wort, das Jahwe spricht,
Und was er tut, geschieht in Treue.
Er liebt Gerechtigkeit und Recht,
Die Erde ist erfüllt von Jahwes Huld.
Durch Jahwes Wort geschaffen sind die Himmel,
Durch seines Mundes Ruach seine Scharen.
Er sammelt Meereswasser wie zu Garbenhaufen,
In Kammern legt er Fluten.
Die ganze Erde fürchte Jahwe,
Vor ihm erschrecken sollen alle Erdenwohner.
Er sprach und es geschah,
Und er gebot und es stand da.
Er, er zerbricht den Ratschluß der Nationen,
Vereitelt auch der Völker Pläne.
Der Ratschluß Jahwes bleibt in Ewigkeit,
Gedanken seines Herzen von Geschlechtern zu Geschlechtern.
Wohl jenem Volke, dessen Gottheit Jahwe ist,
Das Volk, das er zum Erbe sich erwählt.
Vom Himmel blickt hernieder Jahwe,
Er schaut auf alle Menschensöhne,
Schaut von der Stätte seiner Wohnung
Auf alle Erdenwohner,
Der ihnen allen hat das Herz gebildet
Und merkt auf alle ihre Taten.
Den König rettet nicht die Heeresmacht,
Den Starken nicht die Größe seiner Kraft,
Trug ist das Schlachtroß, was betrifft die Rettung,
Die Größe seiner Kraft bringt kein Entrinnen.
Das Auge Jahwes schaut auf jene, die ihn fürchten,
Die seiner Gnade harren,
Daß er vom Tode ihre Seele rette
Und sie erhalt in Hungersnot am Leben.
Auf Jahwe einzig wartet unsre Seele,
Denn es ist Hilfe uns und Schild.
Denn in ihm freut sich unser Herz,
Auf seinen Namen, auf den heiligen, vertrauen wir.
Sei deine Huld, o Jahwe, über uns,
So wie wir auf dich hoffen!

34
(Von David. Als er sich als Wahnsinniger gebärdete vor Abimelech und der ihn vertrieb und er
fortging.)

Lobpreisen will ich Jahwe allezeit,


Beständig soll sein Lob in meinem Munde sein.
In Jahwe rühmen soll sich meine Seele,
Gebeugte sollen es vernehmen und sich freuen.
Verherrlicht mit mir Jahwe,
Laßt uns erheben seinem Namen allgemeinsam.
Ich suchte Jahwe, und er gab mir Antwort,
Aus allen meinen Schrecken hat er mich gerettet.
Sie schaun ihn an und freuen sich,
Ihr Antlitz braucht nicht zu erröten.
Der Arme rief und Jahwe hörte,
Aus aller seiner Drangsal hat er ihn gerettet.
Es lagert sich der Engel Jahwes rings um die, die ihn verehren,
Der, der reißt sie heraus.
Schmeckt, seht, daß Jahwe gut ist,
Glückselig ist der Mann, der ihm vertraut.
Ehrfürchtet Jahwe, all ihr Heiligen,
Denn keinen Mangel haben, die ihn fürchten.
Junglöwen darben, hungern,
Doch die da suchen den Gebieter,
Die mangeln nicht an irgendeinem Gut.
Kommt her, ihr Söhne, hört mir zu,
Die Ehrfurcht Jahwes will ich lehren euch.
Wer ist der Mann, der Wohlgefallen hat am Leben,
Der seine Tage liebt, zu sehen Gutes?
Bewahre deine Lippen vor dem Bösen,
Die Zunge vor dem trügerischen Mund.
Vom Bösen weiche, Gutes tu,
Den Frieden suche, jag ihm nach.
Die Augen Jahwes schaun auf die Gerechten,
Auf ihr Geschrei aufmerken seine Ohren.
Das Antlitz Jahwes gegen Übeltäter,
Zu tilgen von der Erde ihr Gedächtnis.
Denn die Gerechten schreien, Jahwe hört,
Errettet sie aus aller Not.
Nah Jahwe ist zerbrochnen Herzen,
Und die am Geist Zerschlagnen rettet er.
Viel Übles trifft Gerechte,
Aus allem reißt heraus sie Jahwe.
Er hütet ihnen Mark und Bein,
Wird kein Gebein zerbrochen.
Den Frevler tötet seine eigne Bosheit,
Die Hasser der Gerechten werden büßen.
Erlöst doch Jahwe seiner Sklaven Seele,
Die sich in Jahwe bergen, sind geborgen.

35
(Von David.)

Führ, Jahwe, Rechtsstreit gegen jene,


Die streiten gegen mich,
Bekämpfe jene, welche mich bekämpfen.
Ergreife Kleinschild, Großschild,
Erhebe dich zu meiner Hilfe.
Zück Speer und Streitaxt gegen die Verfolger,
Sag meiner Seele: Ich bin deine Hilfe!
Zuschanden werden sollen und beschämt
Die mir nach meinem Leben trachten.
Es sollen weichen und sich schämen
Die Übles mir ersinnen.
Sie sollen sein wie Streu vorm Winde,
Der Engel Jahwes stoße sie hinweg!
Ihr Weg sei finster, schlüpfrig,
Verfolge sie der Engel Jahwes.
Denn ohne Ursach haben sie mir heimlich
Gestellt die Falle ihres Netzes,
Gegraben meinem Leben eine Grube.
Verwüstung über jenen, ohne daß er davon weiß,
Er falle ins Verderben.
Doch meine Seele jubilier in Jahwe,
Sich freue über seine Hilfe.
Soll sagen mein Gebein:
Wer ist wie du, o Jahwe?
Du rettest Elende vor dem, der stärker ist,
Die Elenden und Armen vor dem Räuber.
Erheben Zeugen in Gewalttat sich,
Was ich nicht weiß, erfragen sie von mir,
Vergelten Übles mir für Gutes,
Verlassenheit für meine Seele.
Ich zog den Bußsack an in ihrer Krankheit,
Belastete durch Fasten meine Seele,
Nun kehre mein Gebet in meine Brust zurück.
Bei einem Freund, bei einem meiner Brüder
Bin ich umhergegangen,
Wie um die Mutter trauernd,
So beugte ich mich nieder voller Trauer.
Sie aber freut mein Wanken,
Und sie versammeln sich,
Versammeln sich die Schläger gegen mich,
Ich weiß es nicht,
Sie lästern und verstummen nicht.
Ruchlose spotten über meinen Zufluchtsort,
Sie knirschen mit den Zähnen über mir.
O Herr, wie lange siehst du zu?
Errette meine Seele aus Verwüstung,
Die Einzige aus Löwenrachen.
Ich will dir danken in der großen Sammlung,
Will unter vielem Volk dich loben.
Laß sich nicht freuen über mich,
Die mir zu Unrecht Feinde sind,
Und laß nicht mit den Augen zwinkern,
Die ohne Grund mich hassen.
Denn nicht zum Frieden reden sie,
Ersinnen Lügen gegen deine Stillen in dem Lande.
Sie reißen gegen mich die Mäuler auf
Und sagen: Unsre Augen haben es gesehen, da!
Du hast es angesehen, Jahwe, schweige nicht,
Mein Herr, sei mir nicht ferne.
Erwache, stehe für mein Recht nun auf,
Mein Gott und Herr für meinen Rechtsstreit.
Schaff Recht mir nach Gerechtigkeit, o Jahwe, meine Gottheit,
Laß sie sich über mich nicht freuen.
Sie sollen nicht in ihrem Herzen sagen:
Wir haben das ja so gewollt!
Sie sollen sagen nicht: Wir haben ihn verschlungen!
Sie sollen schämen sich, erröten allesamt,
Die sich da über meine Leiden freuen.
Sie sollen kleiden sich in Schmach und Schande,
Die großtun gegen mich.
Doch jubilieren sollen und sich freuen,
Die Wohlgefallen haben an Gerechtigkeit,
Die immer sagen: Groß ist Jahwe,
Der Wohlgefallen hat am Frieden seines Sklaven!
Und meine Zunge murmele Gerechtigkeit,
An allen Stunden deinen Lobpreis!

36

(Dem Meister der Musik. Vom Sklaven Jahwes, von David.)

Spruch der Abtrünnigkeit im Innersten des Frevlerherzens:


Es ist kein Schrecken vor der Gottheit Augen!
Denn er gefällt sich drin vor seinen Augen,
Die Sünde zu vollziehen, andere zu hassen.
Die Worte seines Mundes sind nur Trug und Unheil,
Der aufgehört hat, klug zu handeln und zu wirken Gutes.
Er sinnt auf seinem Lager Unheil,
Steht fest auf seinem Wege, der nicht gut ist,
Verschmäht er doch das Böse nicht.
O Jahwe, in dem Himmelreich ist deine Huld
Und deine Wahrheit weit wie Wolken.
Gerechtigkeit ist wie die Berge Gottes,
Das Recht wie große Urflut,
Denn Mensch und Tier errettest du, o Jahwe.
Wie köstlich ist doch deine Huld, o Gott,
Daß Menschenkinder suchen Schutz im Schatten deiner Schwingen!
Sie trinken satt sich an der Fülle deines Hauses,
Du tränkst sie in dem Strombett deiner Wonnen!
Bei dir ist allen Lebens Quelle,
In deinem Lichte sehn wir Licht.
Laß bleiben deine Huld bei denen, die dich kennen,
Gerechtigkeit bei denen,
Die Wahrheit tragen in dem Herzen.
Laß über mich nicht kommen Hochmutsschritte,
Die Hand des Frevlers soll mich nicht vertreiben.
Dort sind gefallen Übeltäter,
Hinabgestoßen, nimmermehr sich zu erheben.

37

(Von David.)

Entbrenne über Übeltäter nicht


Und zürne nimmer über die, die Unheil stiften.
Denn schnell wie Gras verdorren sie,
Wie grünes Kraut verwelken sie.
Verlasse dich auf Jahwe, wirke Gutes,
Bewohne du das Land und pflege Treue.
Du habe deine Lust an Jahwe!
Er wird dir geben deines Herzens Wünsche.
Auf Jahwe wälze deine Wege,
Verlasse dich auf ihn, er macht es gut,
Dann wird heraufgehn wie das Licht dein Redlichsein,
Gerechtigkeit wie Mittagshelle.
Sei still vor Jahwe, warte angespannt auf ihn,
Entbrenne gegen den nicht, dem sein Weg gelingt,
Den Mann, der Ränke schmiedet.
Laß ab vom Zorn, verlaß den Grimm,
Entbrenne nicht, denn das führt nur zu Übeltat.
Die Übeltäter werden ausgerottet,
Doch die auf Jahwe hoffen, die besitzen gutes Land.
Nur noch ein Kleines und kein Übeltäter ist mehr da,
Und achtest du auf seine Stätte, die ist nicht mehr da.
Die Elenden besitzen dann das Land
Und werden Wollust haben an des Friedens Fülle.
Gottlose planen Böses gegen den Gerechten
Und knirschen gegen ihn mit ihren Zähnen.
Der Allgebieter lacht den Frevler aus,
Er sieht es schon, daß kommt sein Tag.
Gottlose haben schon ihr Schwert gezogen,
Gespannt den Bogen,
Zu Fall zu bringen ihn, den Elenden und Armen,
Zu morden, die da wandeln in der Wahrheit.
Ihr Schwert fährt ihnen in ihr eignes Herz,
Zerbrochen werden ihre Bogen.
Gut ist das Wenige für den Gerechten,
Ist besser als der Überfluß der Gottvergessnen.
Zerbrochen werden sein der Frevler Arme,
Doch die Gerechten sind gestützt von Jahwe.
Denn Jahwe kenn die Tage seiner Redlichen,
Ihr Erbteil dauert bis in Ewigkeit.
Sie werden nicht zuschanden in den Unglückstagen,
In Hungerzeiten werden sie gesättigt.
Vergehen werden alle Frevler,
Die Feinde Jahwes schwinden wie die Pracht der Auen,
Verschwinden werden sie, im Rauch verschwinden.
Der Frevler borgt und kann nicht wiedergeben,
Doch der Gerechte gnädig ist und gibt.
Denn die Gesegneten, besitzen werden sie die Erde,
Doch die Verfluchten werden ausgerottet.
Von Jahwe werden fest die Schritte eines Mannes,
An seinem Wege hat er Wohlgefallen.
Er fällt, doch bleibt nicht liegen,
Denn seine Hand stützt Jahwe.
Ein Jüngling war ich, alt bin ich geworden,
Nie sah verlassen den Gerechten ich
Und seine Kinder sah ich betteln nicht um Brot.
Denn alle Tage leiht er, ist er gnädig,
Und sein Geschlecht wird Segen sein.
So weiche ab vom Bösen, wirke Gutes,
So wohnst du allzeit sicher.
Denn Jahwe liebt das Recht,
Verläßt nicht seine Frommen.
Für immer werden sie bewahrt,
Nachkommen Gottvergessner aber werden ausgetilgt.
Gerechte aber werden Erdenland besitzen
Und immer darauf wohnen.
Die Lippen des Gerechten sprechen Weisheit,
Und seine Zunge redet Recht.
Die Weisung seines Gottes ist in seinem Herzen,
Nicht werden wanken seine Schritte.
Es späht der Frevler aus nach dem Gerechten
Und sucht ihn zu ermorden.
Doch Jahwe überläßt ihn nicht der Hand
Und läßt ihn nicht zum Frevler werden, wenn er wird gerichtet.
So hoffe du auf Jahwe,
Bewahre seinen Weg.
Er wird erhöhen dich, die Erde zu besitzen,
Bei der Vertilgung deiner Feinde siehst du zu.
Ich habe einen Gottvergessenen frohlocken sehn,
Der ausgebreitet sich wie eine grüne Zeder,
Ich kam vorüber, sieh, da war er nicht mehr da,
Ich suchte ihn, doch er war nicht zu finden.
Bewahre Redlichkeit, sieh Ehrlichkeit,
So hat der Mann des Friedens Zukunft.
Abtrünnige, sie werden ausgerottet sein für immer,
Der Frevler Zukunft ist der Untergang.
Die Hilfe der Gerechten kommt von Jahwe,
Der ihre Festung ist zur Zeit der Not.
Denn Jahwe hilft und rettet sie,
Er rettet sie vor allen Frevlern,
Denn er ist ihre Hilfe
Und sie vertrauen ihm.
38

(Ein Psalm Davids. Zum Gedächtnis.)

O Jahwe, straf mich nicht in deinem Zorn,


In deinem Ingrimm mich nicht züchtige,
Denn deine Pfeile sind in mich gedrungen
Und auf mich ist herabgefahren deine Hand.
Es ist nichts unversehrt an meinem Fleisch vor deinem Zorn,
Nichts heil an meinem Mark und Beine wegen meiner Sünde.
Denn die Vergehen mein, sie wachsen über meinen Scheitel mir,
Wie eine große Last sind sie zu schwer geworden.
Es stinken gar und eitern meine Wunden,
Ach, wegen meiner Torheit.
Gekrümmt bin ich, gar sehr gebeugt,
Den ganzen Tag geh trauernd ich einher.
Denn voller Brand sind meine Lenden,
Es ist nichts unversehrt an meinem Fleisch.
Ich bin erstarrt und sehr zerschlagen,
Ich schreie aus den Qualen meines Herzens.
All mein Verlangen ist vor dir, o Herr,
Mein Seufzen ist dir nicht verborgen.
Mein Herz pocht heftig, hingeschwunden ist mir meine Kraft,
Und meiner Augen Licht, auch das ist nicht mehr da.
Die Lieben und die Freunde stehen abseits meiner Plage,
Die Nächsten halten sich mir fern.
Es legen Schlingen, die mir nach dem Leben trachten,
Und die mein Unglück suchen, reden nur Verderben,
Ersinnen Trug den ganzen Tag.
Doch ich bin wie ein Tauber, höre nicht,
Ein Stummer, der nicht aufmacht seinen Mund.
Ich wurde wie ein Mann, der nicht mehr hört,
In dessen Mund ist keine Antwort.
Auf dich, o Jahwe, hoffe ich,
Du gibst mir Antwort, Herr, mein Gott.
Ich sagte: Daß sie sich nicht freuen über mich,
Wenn meine Füße wanken, daß sie dann nicht prahlen.
Denn ich bin nah am Sturz,
Mein Schmerz ist immer da.
Ja, ich bekenne mein Vergehen,
Ich bin bekümmert wegen meiner Sünde.
Und die mir grundlos Feinde sind, sind stark,
Sind viele, die mich fälschlich hassen.
Vergelten Böses sie für Gutes doch,
Sie sind mir feind, daß ich nachjage nur dem Guten.
Verlaß mich nicht, o Jahwe,
Mein Gott, entfern dich nicht von mir!
Herr, eile mir zur Hilfe,
Herr, Retter!
39

(Dem Meister der Musik, für Jeduthun, ein Psalm Davids.)

Ich sprach: Ich will auf meine Wege achten,


Mich hüten vor dem Sündigen mit meiner Zunge.
Bewahren will ich meinen Mund mit einem Zaum,
Solang der Frevler vor mir ist.
Und ich verstummte, Schweigen, abgewandt vom Glück,
Doch wallte auf mein Schmerz.
Mein Herz in meinem Inneren ward heiß,
Bei meinem Sinnen brannte es wie Feuer,
Ich sprach mit meiner Zunge:
Mein Ende laß mich wissen, Jahwe,
Und was ist meiner Tage Maß,
Ich will erkennen, wie ich bin vergänglich.
Schau, Handbreit hast du meine Zeit gemacht,
Und meine Dauer ist wie nichts vor dir.
Es ist nur Hauch, Hauch alle Menschen,
Wie fest sie stehen mögen.
Ein Schattenbild, so wandelt um der Mensch,
Sie lärmen um ein Nichts,
Sie häufen auf und wissen nicht, wer es empfangen wird.
Nun, Herr, auf was soll ich noch hoffen?
Dir, meine Hoffnung gilt nur dir!
Aus allen meinen Freveltaten rette mich
Und setz mich nicht zum Hohn den Narren.
Ich will verstummen, meinen Mund nicht auftun,
Denn du hast so an mir gehandelt.
Du wende deine Plage von mir ab,
Vom Zugriff deiner Hand vergehe ich.
Wenn du mit Strafe wegen Freveltaten züchtigst einen Mann,
Zerstörst sein Liebstes einer Motte gleich,
Wie nichts sind alle Menschen.
Hör mein Gebet, o Jahwe
Und neige deine Ohren meinem Schreien,
Zu meinen Tränen schweige nicht.
Ich bin bei dir ein Fremdling,
Beisasse ich wie alle meine Väter.
Schau weg von mir,
Damit ich wieder fröhlich werde,
Bevor ich geh dahin und nicht mehr bin.

40

(Dem Meister der Musik. Ein Psalm Davids.)

Beharrlich hoffte ich auf Jahwe,


Er neigte sich zu mir, erhörte mein Geschrei,
Er holte mich heraus aus des Verderbens Grube,
Aus Kot und Schlamm,
Und stellte meine Füße auf den festen Felsen
Und machte meine Schritte sicher.
Er legte mir in meinen Mund ein neues Lied,
Den Lobgesang auf unsern Gott.
Das werden viele sehen und sich fürchten,
Vertrauen werden sie auf Jahwe.
Glückselig der, der setzt auf Jahwe sein Vertrauen
Und sich nicht wendet zu den Widerspenstigen
Und nicht zu denen, die in Lügen sich verstricken.
Sehr viel hast du getan, o Jahwe, o mein Gott,
Groß deine Wunder sind und deine Pläne über uns,
Nichts ist dir gleich.
Schlachtopfer, Speiseopfer finden nicht dein Wohlgefallen,
Doch Ohren hast du mir gegraben,
Brandopfer, Sühneopfer hast du nicht erbeten.
Da sprach ich: Schau, ich komme!
Im Buch steht über mich geschrieben:
Den Willen dein zu tun, mein Gott, das ist mein Wohlgefallen
Und deine Weisung ist inmitten meines Herzens.
Ich hab Gerechtigkeit verkündigt in Versammlungen,
Sieh, meine Lippen schließ ich nicht – o Jahwe,
Du weißt es.
Gerechtigkeit, die hab ich nicht verborgen
Im Innern meines Herzens,
Von deiner Treue, deiner Hilfe habe ich geredet.
Nicht hab ich deine Huld verfehlt und deine Wahrheit
Vor der Versammlung.
Du, Jahwe, wolltest nicht verschließen vor mir dein Erbarmen,
Denn Huld und Wahrheit wolltest du mir stets bewahren.
Umgeben haben Übel mich, die nicht zu zählen sind
Und meine Freveltaten haben mich ereilt,
So daß ich nicht mehr aufzuschauen wage.
Zahlreicher sind sie als auf meinem Haupt die Haare,
Mein Herz hat mich verlassen.
Hab Wohlgefallen dran, o Jahwe, mich zu retten,
O Jahwe, eile mir zu Hilfe.
Es sollen schämen sich und schamrot werden allesamt,
Die trachten mir nach meinem Leben, es dahinzuraffen.
Erstarren sollen über ihrer Schande,
Die zu mir riefen: Ha!
Es sollen fröhlich sein und freuen sich in dir,
Die Menschen, die dich suchen.
Es sollen sagen immer: Groß ist Jahwe,
Die suchen, Herr, dein Heil.
Doch ich bin elend, ich bin arm,
Doch denkt der Herr an mich.
Mein Helfer und mein Retter du,
Mein Gott, verziehe nicht!

41
(Dem Meister der Musik. Ein Psalm Davids.)

Glückselig, welcher sorgevoll auf den Geringen achtet,


Am Tag des Unheils rettet Jahwe ihn.
Bewahren wird ihn Jahwe
Und ihn am Leben halten.
Glückselig wird gepriesen er im Lande.
Gib ihn nicht preis der Gierde seiner Feinde.
Auf seinem Siechbett stützt ihn Jahwe,
Umwandelst du sein Lager in der Krankheit.
Ich sprach: O Jahwe, sei mir gnädig, heile mich,
Gesündigt habe ich an dir.
Die Feinde reden Böses gegen mich:
Wann wird er sterben und sein Name untergehen?
Und kommt auch einer zu Besuch,
So redet Torheit er in seinem Herzen.
Er sammelt Falschheit
Und geht hinaus und redet draußen.
Mich zischen meine Hasser an,
Sie denken Böses über mich:
Heillosigkeit ist ausgegossen über ihn,
Der da liegt, wird nicht wieder auferstehen.
Mein Freund, dem ich vertraute,
Der aß mein Brot, der tritt mich auch mit Füßen.
Du aber, Jahwe, sei mir gnädig, komm, mich aufzurichten,
Dann werde ich Vergeltung üben.
So sehe ich, daß du Gefallen hast an mir,
Wenn meine Feinde über mich nicht jauchzen.
Du stützt mich wegen meiner Lauterkeit,
Hast mich erhoben vor dein Angesicht für ewig!
Gepriesen Jahwe sei, Gott Israels,
Von Ewigkeit zu Ewigkeit. Ja, Amen, Amen!

42

(Dem Meister der Musik. Eine Weisung der Söhne Korachs.)

So wie ein Hirsch nach Wasserbächen lechzt,


So schmachtet meine Seele, Gott, nach dir.
Es dürstet meine Seele, Gott, nach dir,
Nach Gott, nach dem Lebendigen!
Wann werd ich kommen,
Erscheinen vor dem Antlitz Gottes?
Die Tränen sind zur Speise mir geworden Tag und Nacht,
Weil man zu mir spricht allezeit: Wo ist denn nun dein Gott?
Daran gedenke ich
Und gieße meine Seele vor mir aus:
Wie ich einherging in der Schar der Feiernden der Wallfahrt
Zum Hause Gottes, jubelnd, dankend, eine feierliche Schar.
Was bist du so gebeugt, o meine Seele,
Was bist du ruhelos in mir?
Erwarte Gott, ich werde ihm noch danken,
Der Heilskundgebung seines Angesichts.
Mein Gott, in mir gebeugt ist meine Seele,
Drum denke ich an dich
Im Jordanland, am Hermon und vom Berge Misar aus.
Die Flut ruft zu der andern bei der Wasserfälle Tosen,
Die Wellenbrecher, Wogen gehen über mich.
Am Tag gebietet Jahwe seine Huld,
Des Nachts ist bei mir ein Gesang
Und ein Gebet zu meines Lebens Gott.
Ich möchte sagen meinem Gott, dem Felsen:
Was hast du mich vergessen?
Was muß ich trauernd schleichen
In der Bedrückung durch den Feind?
Zerbruch ist mir in Mark und Bein,
Wenn mich die Dränger schmähen,
Wenn sie zu mir den ganzen Tag lang sagen:
Wo ist denn nun dein Gott?
Was bist du so gebeugt, o meine Seele,
Und bist so ruhelos in mir?
Erwarte Gott, ich werde ihm noch danken,
Der Heilskundgebung seines Angesichts und meinem Gott.

43

Verschaff mir Recht, o Gott,


Streit meinen Rechtsstreit vor dem gnadenlosen Volk,
Vorm Mann des Trugs und Unrechts rette mich.
Denn du bist Gottheit meiner Zuflucht,
Doch warum hast du mich verstoßen?
Was muß ich trauernd schleichen
In der Bedrückung durch den Feind?
Send aus dein Licht und deine Wahrheit mir zur Leitung,
Daß sie mich bringen zu dem heiligen Gebirge
Und deinen Wohnungen.
Ich werde kommen zum Altare Gottes,
Zum Gott der Freude, meines Jubels Gott,
Ich dank dir auf der Harfe, Gott, mein Gott!
Was bist du so gebeugt, o meine Seele,
Und bist so ruhelos in mir?
Erwarte Gott, ich werde ihm noch danken,
Der Heilskundgebung seines Angesichts und meinem Gott.

44

(Dem Meister der Musik. Von den Söhnen Korachs. Ein Weisheitslied.)

Mit unsern Ohren haben wir gehört, o Gott,


Und unsre Väter haben uns erzählt
Das Werk, das du gewirkt in ihren Tagen,
Der Vorzeit Tagen.
Du, deine Hand hat ausgerottet Völker,
Sie hast du eingepflanzt.
Verderbt hast du Nationen,
Sie hast du ausgebreitet.
Nicht durch ihr Schwert ererbten sie das Land,
Nicht half ihr Arm, es half dein Arm und deine Rechte
Und deines Angesichtes Licht,
Weil du an ihnen Wohlgefallen hattest.
Du selbst mein König, Gott,
Gebiete Rettungen für Jakob.
Mit dir nur stoßen nieder wir die Dränger,
In deinem Namen treten nieder die wir, die sich wider uns erheben.
Ich traue nicht auf meinen Bogen,
Es hilft mir nicht mein Schwert,
Denn du allein hilfst uns von unsern Drängern
Und machst zuschanden unsre Hasser.
In Gott wir rühmen uns den ganzen Tag,
Wir preisen ewig deinen Namen.
Doch hast du uns verworfen und gebracht in Schanden,
Du ziehst nicht aus mit unsern Heeren.
Du ließest weichen uns zurück vorm Gegner,
Wir wurden ausgebeutet von den Hassern.
Du gabest uns dahin wie Schlachtvieh
Und hast zerstreut uns unter Völker.
Verkauft hast du dein Volk für nichts,
Ward kein Gewinn dir durch den Kaufpreis.
Zur Schande setztest du uns unsern Nachbarn,
Zu Schimpf und Spott den Nächsten.
Du hast zum Spottlied uns gemacht den Völkern,
Nationen schütteln über uns den Kopf.
An jedem Tag ist vor mir meine Schande
Und Schmach bedeckt mein Angesicht
Vor Schmähenden und Höhnenden
Und vor den Feinden und den Rächern.
All dies ist über uns gekommen,
Doch haben wir dich nicht vergessen
Und waren deinem Bunde treu.
Nicht abgewichen unser Herz
Und unser Schritt ist nicht von deinem Weg gewichen,
Da du uns niederschlugst am Orte der Schakale
Und uns bedeckt mit Todesschatten.
Wenn wir vergaßen unsres Gottes Namen
Und Hände hoben auf zu einer fremden Gottheit,
Ja, würde Gott das nicht erforschen?
Er kennt ja die Verborgenheit des Herzens.
Um deinetwillen werden allzeit wir gemordet
Und angesehn wie Schlachtvieh.
Erwache! Warum schläfst du, Herr?
Wach auf, verwirf uns nicht für immer!
Warum verbirgest du dein Antlitz,
Vergißt du unser Elend, unsre Drangsal?
Gebeugt zum Staub ist unsre Seele,
Klebt an der Erde unser Bauch.
Erhebe dich und hilf uns,
Erlöse uns um deiner Gnade willen!

45

(Dem Meister der Musik. Nach der Lilie. Von den Söhnen Korachs. Ein Weisheitslied, ein
Liebeslied.)

Es wallt mein Herz von schönen Worten über,


Ich singe meine Preisgesänge für den König,
Ist meine Zunge doch wie des geschickten Schreibers Griffel.
Du bist der Allerschönste unter allen Menschensöhnen,
Ist Anmut ausgegossen über deine Lippen,
Drum hat dich Gott gebenedeit für immer.
Dein Schwert dir gürte um die Hüfte, Held,
In deiner Majestät und Pracht!
Durchdringe Länder du in deiner Pracht,
Zieh du einher und kämpfe für die Treue
In Sanftmut und Gerechtigkeit!
Es lehre deine rechte Hand dich Wunderwirken!
Dein scharfer Pfeil soll Heiden fällen
Und dringen in das Herz der Königsfeinde!
Dein Thron, o Gott, für immer ist und ewig,
Ein Zepter der Gerechtigkeit dein Königtum!
Du liebst Gerechtigkeit, verabscheust Frevel,
Drum hat dich Gott gesalbt, dein Gott, mit Öl der Freude
Wie keinen andern deiner Weggenossen!
Nach Myrrhe, Aloe und Zimt all dein Kleider duften,
Aus Elfenbeinpalästen freut sich Saitenspiel!
Sind Königstöchter unter deinen Kostbarkeiten!
Schau, die Gemahlin steht zu deiner Rechten,
In Schmuck von Ophir-Gold!
Vernimm, o Tochter, schau und neig dein Ohr,
Vergiß dein Volk und deines Vaters Haus!
Denn es begehrt der König deine Schönheit,
Er ist der Herr, du neige dich vor ihm!
Die Töchter Tyrus‘ kommen mit Geschenken,
Die Edlen in dem Volk dein Antlitz streicheln!
Ganz herrlich ist die Königstochter in dem Innern,
Von golddurchwirkten Stoffen ihr Gewand,
In buntgewirktem Kleide wird geführt sie zu dem König!
Jungfrauen wandeln hinter ihr
Und ihre Freundinnen sind auch hereingebracht,
Sie werden eingeführt mit Jubelschall und Jauchzen,
Hereingebracht in den Palast des Königs!
Anstelle deiner Väter werden deine Söhne sein,
Du setzt als Fürsten ein sie auf der ganzen Erde.
Ich werde deinen Namen ins Gedächtnis rufen
Von Kind zu Kindeskind,
Drum werden Völker dich lobpreisen –
So wie im Anfang, so in diesen Zeiten und in Ewigkeit.

DER GANZE PSALTER

ERSTES BUCH

Wie selig ist, wer den Rat der Gottlosen verachtet und nimmt nicht den Pfad, den die
Sünder betreten, noch nimmt einen Sitz ein im Verein der Zyniker,
Aber erfreut sich an der Torah Jahwes und murmelt seine Torah Tag und Nacht.
Ein solcher ist wie ein Baum in der Nähe von Bächen gepflanzt, er trägt Früchte in
der rechten Saison, und seine Blätter verwelken nicht, und jedes seiner Projekte ist
erfolgreich.
Wie anders die Bösen, wie anders! Genau wie Spreu vom Wind weggeblasen!
Die Gottlosen halten nicht stand im Gericht, noch die Sünder in der Kommunion der
Frommen.
Denn Jahwe kennt den Weg des Aufrechten, aber der Weg der Gottlosen ist zum
Scheitern verurteilt.

Warum diese Aufregung unter den Nationen, dieses impotente Gemurmel der Völker?
Könige der Erde nehmen Stellung, Fürsten zusammen verschwören sich gegen Jahwe
und seinen Messias:
„Jetzt lasst uns ihre Fesseln zerreißen! Jetzt lasst uns von uns werfen ihre Stricke!“
Der thront in den Himmeln, lacht, Jahwe spottet über sie,
In seinem Zorn tadelt er sie, in seiner Wut trifft er sie mit Schrecken.
"Ich selbst habe meinen König eingesetzt auf meinem heiligen Berg Zion und ihn
gesalbt."
Ich will verkünden die Dekrete Jahwes: Er sagte zu mir: „Du bist mein Sohn, heute
habe ich dich gezeugt.
Erbitte von mir, und ich werde dir die Nationen als Erbe geben, die ganze weite Welt
als deinen Besitz.
Mit eisernem Zepter wirst du sie zerbrechen, sie zerschlagen, wie viele Töpfe."
So, jetzt, ihr Könige, kommt zur Besinnung, ihr irdischen Fürsten, lernt eure Lektion!
In Furcht seid unterwürfig Jahwe;
Mit Zittern küsst seine Füße, dass er nicht zürne und euren Weg zunichte mache,
denn sein Zorn entbrennt in Einem Augenblick. Wie gesegnet sind alle, die auf ihn
trauen!

(Psalm Davids. Als er von seinem Sohne Absalom fliehen musste.) Jahwe, wie
zahlreich sind meine Feinde, wie unzählige Personen, die sich gegen mich erheben,
Wie unzählige Personen, die von mir sagen: "Kein Heil ist für ihn von seinem Gott!“
Sela.
Aber du, Jahwe, bist der Schild an meiner Seite, meine Herrlichkeit, du hebst meinen
Kopf.
Ich rufe zu Jahwe, und er antwortet mir von seinem heiligen Berg. Sela.
Was mich betrifft, wenn ich in tiefem Schlaf liege, werde ich wach, denn Jahwe stützt
mich.
Ich habe keine Angst vor Menschen zu Tausenden und Abertausenden, die sich gegen
mich stellen, wo ich mich wende.
Steh auf, Jahwe, rette mich, mein Gott! Du schlägst allen meinen Feinden ins
Gesicht, die Zähne der Gottlosen zerbrichst du.
In Jahwe ist Heil, auf dein Volk komme dein Segen! Sela.

(Für den Chorleiter, zum Saitenspiel, ein Psalm Davids.) Wenn ich rufe, antworte mir,
o Gott, Erhalter meiner Rechte. In meiner Not stehe mir bei, hab Mitleid mit mir und
erhöre mein Gebet!
Ihr Kinder von Menschen, wie lange wollt ihr beschweren mein Herz, warum liebt ihr
die Illusionen? Vergeblich ist eure Jagd. Sela.
Realisiert, dass Jahwe durch Wunder seine Treuen führt, Jahwe hört, wenn ich zu ihm
rufe.
Seid vorsichtig, nicht zu sündigen, sprecht in eurem Herzen, und auf eure Betten seid
still. Sela.
Opfert das Rechte, und werft euer Vertrauen auf Jahwe.
Viele sagen immer: "Wer wird uns Glück stellen vor unsere Augen?“ Lass das Licht
deines Gesichts auf uns leuchten, Jahwe.
Meinem Herzen bist du eine reichere Freude, als all ihr Korn und Wein.
In Frieden lege ich mich und werde auf einmal einschlafen, denn du bist es und kein
anderer, Jahwe, der mich ausruhen lässt und sicher macht.

(Für den Chorleiter, zum Flötenspiel, ein Psalm Davids.) Höre auf meine Worte,
Jahwe, denke an mein Seufzen.
Höre mein Schreien, mein König und mein Gott! Zu dir bete ich,
Jahwe. Bei Tagesanbruch höre auf meine Stimme; bei Tagesanbruch leg ich meinem
Fall dir vor, und meine Augen fixiere ich auf dich.
Du bist nicht ein Gott, der Freude am Bösen hat, es kann kein Sünder dein Gast sein.
Prahlerisch werden sie ihre Taten unter deinem Blick nicht ertragen. Du hassest
Übeltäter,
Lügner wirst du zerstören, die Gewalttätigen und Hinterlistigen verabscheut Jahwe.
Aber, so groß ist deine treue Liebe, ich kann in dein Haus kommen, und in deinem
heiligen Tempel mich in Ehrfurcht verneigen vor dir.
In deiner Gerechtigkeit, Jahwe, führe mich, denn vor denen, die auf mich lauern,
mache du deinen Weg zur Ebene vor mir.
Nicht Einem Wort von ihren Lippen kann man trauen, durch und durch sind sie
zerstört, ihre Kehle ist breit, offenen Gräbern gleich, ihre Zungen sind verführerisch.
Lege die Schuld auf sie, Gott, ihre Intrigen sollen ihnen ihren eigenen Untergang
bringen, wegen ihrer unzähligen Straftaten stoße sie von dir, da sie sich gegen dich
aufgelehnt haben.
Aber sei die Freude für alle, die Zuflucht zu dir nehmen, gib endlose Lieder der
Freude! Du schützt sie, sie freuen sich in dir, die deinen Namen lieben.
Du bist es, der die Aufrechten, Jahwe, segnet, die du umgibst mit Wohlwollen, wie
mit einem Schild.

(Für den Chorleiter, als Zeichen, zur achtsaitigen Harfe, ein Psalm Davids.) Jahwe,
dein Tadel sei nicht für mich im Zorn, strafe mich nicht in der Hitze des Zorns.
Hab Mitleid mit mir, Jahwe, denn ich bin bleich geworden. Heile du mich, Jahwe,
meine Knochen sind erschüttert,
Mein Geist in seinen Tiefen ist erschüttert. Du aber, Jahwe... wie lange noch?
Jahwe, gib nach und bewahre mein Leben und rette mich wegen deiner treuen Liebe,
Denn im Tod gibt es keine Erinnerung an dich, wer kann dein Lob singen in der
Unterwelt?
Ich bin mit Stöhnen belastet, jede Nacht durchnässe ich mein Kopfkissen und begieße
mein Bett mit Tränen.
Meine Augen verkümmern ärgerlich wegen der Arroganz all meiner Feinde!
Weg von mir, alle Übeltäter! Denn Jahwe hat den Klang meines Weinens gehört,
Jahwe hat mein Flehen gehört. Jahwe wird mein Gebet akzeptieren.
Lass alle meine Feinde in Verwirrung gebracht werden, in ihren Tiefen erschüttert,
lass sie sich in plötzlicher Verwirrung zurückziehen.

(Lamentation Davids, die er Jahwe sang über Kusch, den Benjaminiten.) Jahwe, mein
Gott, ich nehme Zuflucht zu dir, hilf mir von allen meinen Verfolgern und rette mich,
Oder er wird mich wie ein Löwe reißen, trage mich allein, um mich zu retten.
Jahwe, mein Gott, wenn ich dies getan habe: wenn Ungerechtigkeit meine Hände
befleckt hat,
Wenn ich meinem Verbündeten mit Verrat zurückgezahlt habe oder nicht verschont
den, der mich angegriffen unprovoziert,
Dann kann ein Feind mich jagen herab und fangen mich, er kann trampeln mein
Leben in den Boden und zerquetschen meine wichtigen Teile im Staub. Sela.
Steh auf, Jahwe, in deinem Zorn, erhebe dich gegen die Arroganz meiner Feinde.
Wach auf, mein Gott, sprich dein Urteil.
Lass die Nationen sich versammeln um dich, herrsche über sie hoch!
Jahwe richtet die Nationen. Richte mich, Jahwe, meine Aufrichtigkeit und meine
Integrität verdienen es.
Setze ein Ende der Bosheit der Gottlosen, mache den Aufrechten fest, der sein Herz
und Verstand zu dir erhebt, es erkennen Gott die Gerechten.
Gott ist ein Schild, der mich schützt, er rettet die ehrlich von Herzen sind.
Gott ist ein gerechter Richter, langsam zum Zorn, aber ein Gott zu allen Zeiten
drohend
Für diejenigen, die nicht bereuen. Lasse den Gegner wetzen und zücken sein Schwert
und seinen Bogen spannen;
Aber er macht sich selbst bereit Instrumente des Todes und schießt seine Pfeile mit
Feuer ab;
Blicke auf ihn: Er ist schwanger mit Bosheit, und nach der Schwangerschaft gibt er
Geburt dem Verrat.
Er gräbt eine Falle, er schöpft es aus, aber er fällt selbst in die Falle, die er selbst
gemacht.
Sein Trotz prallt auf seinen Kopf, seine Brutalität fällt zurück auf seinen eigenen
Schädel.
Ich danke Jahwe für seine rettende Gerechtigkeit. Ich singe dem Namen des
Allerhöchsten.

(Für den Chorleiter, auf dem Saitenspiel der Giddith, ein Psalm Davids.) Jahwe,
unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Welt! Wir singen deiner
Majestät, höher als der Himmel,
Auch durch den Mund der Kinder oder der Babys in den Armen machen wir dir eine
Festung, fest gegen deine Feinde, um den Feind und Revolutionär zu unterwerfen.
Ich schaue zu deinen Himmeln, mit den Fingern geformt, den Mond und die Sterne,
die du festgesetzt hast.
Was sind die Menschen, dass du an sie denkst, oder das Kind von Adam, dass du dich
seiner annimmst?
Doch du hast ihn etwas weniger als einem Gott gemacht, du hast ihn gekrönt mit
Herrlichkeit und Schönheit,
Es machte ihn Jahwe zum Herrn der Werke seiner Hände, alle Dinge legte er unter
seine Füße,
Schafe und Rinder, sie alle, und sogar die wilden Tiere,
Vögel am Himmel, Fische im Meer, was seinen Weg über den Ozean nimmt.
Jahwe, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Welt!

(Für den Chorleiter, auf Oboe und Harfe, ein Psalm Davids.) Ich danke dir, Jahwe,
mit meinem ganzen Herzen, ich erzähle alle deine Wunder,
Ich freue mich und habe Freude in dir, ich singe deinen Namen, Höchster.
Meine Feinde sind auf dem Rückzug, sie fallen und vergehen in deiner Gegenwart,
Denn du hast ein gerechtes Urteil zu meinen Gunsten gefällt, auf deinem Thron sitzt
du als gerechter Richter.
Du hast die Nationen zurechtgewiesen, die Bösen vernichtet, ausgelöscht ihre Namen
für immer und ewig;
Der Feind ist ausgelöscht - nur Ruinen für immer - ihre Städte wurde vernichtet, ihre
Stärke ist untergegangen. Siehe,
Jahwe thront für immer, er spricht auf seinem Thron das Urteil;
Er wird über die Welt in Rechtschaffenheit urteilen, wird ein wahres Urteil über die
Nationen fällen.
Jahwe ist eine Hochburg für die Unterdrückten, eine Hochburg in Zeiten der Not!
Diejenigen, die deinen Namen verehren, die können sich auf dich verlassen, die lässt
du nie im Stich, die dich suchen, Jahwe.
Singet Jahwe, der in Zion wohnt, es mögen sagen die Völker von seinen großen
Taten,
Denn der Blutgierige wird nicht vergessen, der Herr ignoriert nicht das Schreien der
Elenden.
Habe Mitleid mit mir, Jahwe, siehe mein Elend, ziehe mich wieder herauf von den
Toren des Todes,
Damit ich all dein Lob in den Toren der Tochter Zion erzähle und freue mich über
deine Hilfe.
Die Nationen haben die Fallen aufgestellt, ihre Füße liegen in der Schlinge gefangen,
die sie selber auslegten.
Jahwe hat sich bekannt gemacht, da er das Urteil gefällt hat über die Bösen nach
ihren eigenen Werken, und hat ihre Hände gefesselt. Sela.
Möge der Gottlose fahren hinab in die Hölle, alle Nationen sind vergesslich Gottes.
Denn die Bedürftigen sind nicht für immer vergessen, nicht für immer ist die
Hoffnung der Armen zunichte.
Steh auf, Jahwe! Persönliche Kraft wird sich nicht durchsetzen. Die Nationen werden
im Gerichtsverfahren vor dir stehen.
Schlage sie mit Schrecken, Jahwe, die Heiden sollen erfahren, dass sie nicht mehr als
menschliche Wesen sind. Sela.

10

Warum, Jahwe, hältst du dich so fern, bleibst in Zeiten der Not verborgen?
In ihrem Stolz jagen die Bösen die Schwachen, die in den Fesseln gefangen werden,
die sie ausgeworfen haben.
Die Gottlosen sind stolz auf ihre innersten Wünsche, in ihren Lästerungen
verschmähen sie Jahwe,
Die Bösen in ihrer Arroganz sehen nicht sehr weit. "Es gibt keinen Gott", ist ihr
einziger Gedanke.
In allen Umständen gewährleistet dein Schritt uns Hilfe, deine Urteile sind über ihren
Köpfen. Deine Rivalen? Du spottest über sie alle.
Er spricht in seinem Herzen: "Ich werde nicht wanken." Frei von Schwierigkeiten
sucht er sich selbst,
Er verwünscht andere. Seine Rede ist voll von Lügen und Einschüchterungen, unter
seiner Zunge lauern Trotz und Bosheit.
Im Unterholz liegt er in einem Hinterhalt, in seinem Versteck ermordet er den
Unschuldigen. Er beobachtet aufmerksam die Unterdrückten,
Lauert ungesehen wie ein Löwe in seinem Lager, lauert auf den Armen, er stürzt sich
auf ihn und zieht ihn in sein Netz.
Er kauert sich tief und fällt die armen Elenden in seinen Klauen;
Er spricht in seinem Herzen: "Gott vergisst mich, er hat sein Gesicht abgewandt, um
nicht zu sehen das Ende."
Steh auf, Jahwe! Gott, die Hand hebe, nicht vergiss die Betroffenen!
Warum soll der Gottlose denn Gott verachten, versichere dich selbst, wird er dir denn
nie folgen?
Du hast gesehen die Mühe und den Ärger, siehe, nimm es in die Hand. Die
Unterdrückten stützen sich auf dich, du bist die einzige Zuflucht der Waisenkinder!
Brich den Arm des Gottlosen und Bösen, suche die Bosheit heim, bis sie nicht mehr
zu finden ist.
Jahwe ist König für immer und ewig, er hat die Heiden aus seinem Land vertrieben.
Jahwe, höre die Klagen der Armen, mach ihnen Mut, du gewähre ihnen eine
Anhörung,
Ein Urteil fälle für die Verwaisten und Ausgenutzten, so dass die erdentsprossenen
Menschen der Terror nicht mehr schlägt.

11

(Für den Chorleiter, von David.) In Jahwe habe ich eine Zuflucht gefunden. Wie
könnt ihr mir sagen: „Vogel, fliehen auf deinen Berg?“
Denn siehe, die Bösen spannen ihre Bögen, legen ihre Pfeile auf die Sehnen, um auf
ehrliche Menschen aus dem Schatten zu schießen.
Wenn die Grundfesten stürzen in den Ruin, was kann der Aufrechte tun?
Jahwe in seinem heiligen Tempel! Jahwe, sein Thron ist im Himmel, seine Augen
wachen über die Welt, sein Blick prüft die Kinder von Adam.
Jahwe prüft die Aufrechten und die Bösen, die Liebhaber der Gewalt verabscheut er.
Er wird glühende Kohlen, Feuer und Schwefel auf die Bösen regnen lassen, ein
sengender Wind wird ihr Los sein.
Denn Jahwe ist aufrecht und liebt die Aufrichtigkeit, der Ehrliche wird ewig sein
Angesicht sehen.

12

(Für den Chorleiter, auf der achtsaitigen Harfe, ein Psalm Davids.) Hilf, Jahwe!
Niemand bleibt treu, die Gläubigen sind verschwunden unter den Kindern von Adam.
Ein Freund erzählt Lügen dem Freund, und der Glattzüngige spricht aus einem
unaufrichtigen Herzen.
Jahwe möge wegschneiden jede glatte Lippe, jede prahlerische Zunge,
Diejenigen, die sagen: „In unserer Zunge liegt unsere Stärke, unsere Lippen sind
unsere Verbündeten, wer darf uns beherrschen?“
"Für die Armen, die geplündert werden, die Bedürftigen, die stöhnen, jetzt werde ich
handeln", sagt Jahwe, "ich werde Erlösung gewähren für diejenigen, die danach
seufzen."
Jahwes Verheißungen sind Verheißungen, wie Silber, das aus der Erde sieben Mal
verfeinert kommt.
Du, Jahwe, wirst über sie wachen, du wirst sie vor dieser Brut für immer schützen.
Die Gottlosen werden in jede Richtung zerstreut, wie groß ist doch die Verdorbenheit
unter den Kindern von Adam.

13

(Für den Chorleiter, ein Psalm Davids.) Wie lange, Jahwe, wird man mich vergessen?
Für immer? Wie lange wirst du abwenden dein Gesicht von mir?
Wie lange muss ich stillen die Revolution in meiner Seele, Kummer in meinem
Herzen Tag und Nacht? Wie lange ist der Feind über mich Herrscher?
Hier bin ich, antworte mir, Jahwe, mein Gott! Gib Licht in meine Augen oder ich
werde in den Todesschlaf fallen.
Oder mein Feind wird sich rühmen: "Ich hab ihn überwältigt!“ und mein Feind hat
die Freude, mich stolpern zu sehen.
Was mich betrifft, ich vertraue auf deine treue Liebe, Jahwe. Lass mein Herz Freude
finden in deiner Hilfe, lass mich singen Jahwe über seine Großzügigkeit zu mir, lass
mich dem Namen singen Jahwe dem Höchsten!

14

(Für den Chorleiter, von David.) Der Narr spricht in seinem Herzen, er sagt: "Es gibt
keinen Gott." Ihre Taten sind korrupt und gemein, nicht einer von ihnen macht es
richtig.
Jahwe schaut vom Himmel auf die Kinder von Adam, um zu sehen, ob ein Einziger
weise ist, er ist ein einziger Gott.
Keiner von ihnen macht es richtig, nicht ein einziger ist gerecht, alle sind gleich
schlecht geworden.
Sind sie sich nichts bewusst, all diese Übeltäter? Sie verschlingen mein Volk, dies ist
das Brot, das sie essen, und sie rufen nie zu Jahwe.
Sie werden von Angst, wo es keine Notwendigkeit für die Angst gibt, ergriffen
werden, denn Gott steht auf der Seite des Aufrechten;
Sie können über die Pläne der Armen spotten, aber Jahwe ist deren Zuflucht.
Wer wird aus Zion bringen das Heil für Israel? Wenn Jahwe seine Leute nach Hause
bringt, welche Freude für Jakob, was für ein Glück für Israel!

15

(Psalm Davids.) Jahwe, wer kann in deinem Zelt ein Zuhause finden, auf deinem
heiligen Berge wohnen?
Wer untadelig lebt, wer aufrecht handelt, wer da spricht Wahrheit aus dem Herzen,
Wer die Zunge unter Kontrolle hält, wer nicht falsch ist zu einem Kameraden, wer
keinen Nachbarn in Verruf bringt,
Wer mit Verachtung blickt auf die Abscheulichen, aber ehrt die, die Jahwe fürchten,
wer zu seinem Eid um jeden Preis steht,
Wer keinen Wucher für Kredite verlangt, wer keine Bestechung annimmt, den
Unschuldigen zu schaden. Niemand, der so wirkt, kann jemals erschüttert werden.

16

(Mit einer ruhigen Stimme zu singen, von David.) Beschütze mich, o Gott, in dir ist
meine Zuflucht.
Zu Jahwe sage ich: "Du bist mein Herr, mein Glück ist in keinem
Der heiligen Geister der Erde." Du bringst nur Vorteile denen, die dich lieben.
Menschen strömen, um ihre Idole wimmelt es nur so. Nie werde ich ihnen Trankopfer
ausgießen! Ich nehme niemals ihre Namen auf meine Lippen.
Dein Erbe ist mein Becher, Jahwe, du, du allein, du machst mich sicher.
Die Mess-Schnur markiert für mich einen reizvollen Ort, mein Erbe ist alles, was ich
nur wünschen kann.
Ich segne Jahwe, der mein Berater ist, auch in der Nacht mein Herz befiehlt mir.
Ich halte mir Jahwe immer vor Augen, denn mit ihm an meiner rechten Hand kann
mich nichts erschüttern.
Also mein Herz freut sich, meine Seele ist erfreut, auch mein Körper wird sicher
ruhen,
Denn du wirst mich nicht verlassen, und dass ich in die Hölle fahre, kannst du nicht
zulassen, dass dein treuer Diener den Abgrund sehen muss.
Du wirst mich lehren den Weg des Lebens, grenzenlose Freude in deiner Gegenwart,
an deiner rechten Hand ist für immer die Wonne.

17
(Gebet von David.) Höre, Jahwe, eine aufrechte Ursache, achte auf mein Schreien,
leihe ein Ohr meinem Gebet, meinen Lippen frei von Betrug.
Von deiner Anwesenheit kommt meine Bestätigung, öffne mir die Augen für das
Richtige.
Untersuche mein Herz in der Nacht, du hast mich geprüft durch Feuer und findest
nichts Böses. Ich habe nicht mit meinem Mund gesündigt,
Wie die meisten Menschen tun. Ich habe das Wort deiner Lippen gehütet,
Meine Schritte streunten nie von den Pfaden, die du festgelegt hast, von deinen
Spuren, so dass meine Füße niemals stolperten.
Ich rufe dich an, Gott, du mögest mir antworten, wende deine Ohren zu mir, höre,
was ich sage.
Gib mir Beweise für deine treue Liebe, du Retter all derer, die hoffen auf dich, in
deiner Kraft gegen jeden Angriff.
Behüte mich wie die Pupille eines Auges, schütze mich im Schatten deiner Flügel
Rette mich aus der Gegenwart der Gottlosen, die mich misshandeln würden;
Todfeinde nähern sich mir.
Vertieft in sich selbst, sind sie arrogant im Reden ihrer Worte.
Sie sind mir voran, jetzt sind sie beim Schluss, gerade bei der Chance, mich zu Boden
zu schleudern,
Wie ein Löwe sich auf mich zu stürzen, wie ein junger Löwe, hockend im Hinterhalt.
Steh auf, Jahwe, konfrontiere ihn und bringe ihn nach unten, mit dem Schwert rette
mein Leben vor den Schlechten,
Jahwe, vor den Sterblichen, vor der Hand von Sterblichen, deren Teil ist das Leben in
dieser Welt. Sie füllen ihre Bäuche aus deinen Kammern, ihre Kinder werden alles,
wozu sie Lust haben, bekommen und lassen noch ihre Überschüsse ihren Kindern.
Aber ich in meiner Rechtschaffenheit werde dein Gesicht sehen, und wenn ich wach
werde, werde ich mit der Vision von dir erfüllt werden.

18

(Für den Chorleiter, von David, dem Knecht Jahwes, der die Worte dieses Liedes
richtete an Jahwe, als Jahwe ihn von allen seinen Feinden und aus den Fängen Sauls
befreit hatte. Er sagte) Ich liebe dich, Jahwe, meine Kraft! Mein Heiland, du hast
mich vor Gewalt gerettet.
Jahwe ist mein Fels und meine Burg, mein Erretter, mein Gott. Ich nehme zu ihm
Zuflucht, meinem Fels, meinem Schild, meiner Kraft, meiner Burg, meinem
Zufluchtsort.
Ich rufe zu Jahwe, der des Lobes würdig ist, und ich bin vor meinen Feinden gerettet.
Die Wellenbrecher des Todes kamen dicht zu mir, Belials Schlund war bereit, mich zu
verschlucken,
Des Totenreichs Schlingen umgaben mich auf jeder Seite, die Fallen des Todes lagen
vor mir,
Ich rief Jahwe an in meiner Angst, da schrie ich um Hilfe, und mein Gott, von seinem
Tempel hörte er meine Stimme, mein Schreien kam zu seinen Ohren.
Da bebte die Erde und ward erschüttert, der Berge Grundlagen schauderten, als er in
seinem flammenden Zorn bebte.
Rauch stieg aus seiner Nase, aus dem Mund verzehrendes Feuer. Kohlen wurden
angezündet.
Er teilte die Himmel und fuhr herab, eine Sturm-Wolke unter seinen Füßen;
Reitend eines der geflügelten Wesen, so flog er, hochfliegend auf den Flügeln des
Windes.
Er deckte die Dunkelheit auf, sein Pavillon war über dem dunklen Wasser und den
dichten Wolken.
Eine Helligkeit leuchtete vor ihm, Hagel und loderndes Feuer.
Jahwe donnerte vom Himmel, der Höchste, seine Stimme war zu hören.
Er schoss seine Pfeile und verstreute sie, er schleuderte seine Blitze und verwirrte sie.
Die tiefen Quellen des Ozeans waren aufgebrochen, es wurden die Grundlagen der
Welt bloßgelegt, vor deinem Brüllen, Jahwe, bei der Explosion des Atems deiner
Nase!
Er griff aus der Höhe, schnappte mich, zog mich aus der Wassertiefe,
Rettete mich vor meinem mächtigen Feind, vor meinen Feinden, die stärker waren als
ich.
Sie ergriffen mich an meinem Tag der Katastrophe, aber Jahwe war da, um mich zu
unterstützen;
Er befreite mich, setzte mich auf freien Fuß, rettete mich, weil er mich liebt!
Jahwe belohnt mich für meine Rechtschaffenheit, wie meine Hände rein sind, damit
er mir den Lohn zahlt,
Da ich die Wege Jahwes eingehalten habe und nicht abgefallen bin von meinem Gott.
Seine Urteile sind alle vor mir, seine Satzungen habe ich nicht weggewiesen von mir.
Ich bin untadelig lebendig vor Gott, ich halte mich klar fern von dem Bösen.
So Jahwe belohnt mich, weil ich aufrichtig handle, weil er sehen konnte, ich war rein.
Du bist treu den Gläubigen, tadellos den Schuldlosen,
Aufrichtig zu den Aufrichtigen, aber schlau den Listigen,
Menschen, die vor dir bescheiden sind, die bewahrst du, und demütigst die mit
stolzen Blicken.
Jahwe, du selbst bist meine Lampe, mein Gott erleuchtet meine Dunkelheit;
Mit dir stürme ich die Mauer, mit meinem Gott kann ich jede Mauer überspringen.
Dieser Gott, sein Weg ist untadelig, das Wort Jahwes ist im Feuerofen geprüft, denn
er allein ist der Schirm von allen, die auf ihn trauen.
Denn wer ist Gott außer Jahwe, wer ist ein Fels als allein unser Gott?
Dieser Gott, der mich mit Kraft gürtet, der macht meinen Weg frei von Schuld,
Der mich so schnell wie ein Reh macht und macht mich fest und stellt mich auf die
Höhen,
Der meine Hände für den Kampf trainiert, meine Arme, um einen ehernen Bogen zu
spannen.
Du gibst mir deinen unbesiegbaren Schild. Deine rechte Hand hält mich fest. Du
hörst nie auf, mir zuzuhören,
Du gibst mir die Schritte eines Riesen, gib mir die Knöchel, die nie schwach werden.
Ich verfolge meine Feinde und überhole sie, ich wende mich nicht um, bis sie
vernichtet sind;
Ich schlage sie nieder, dass sie sich nicht erheben können, sie fallen, sie liegen unter
meinen Füßen.
Du hast mich umgürtet mit Kraft für den Kampf, hast meine Angreifer unter mich
gebeugt,
Meine Feinde müssen sich vor mir zurückziehen, und die, die mich hassen, die
zerstöre ich.
Sie schreien, es ist niemand da sie zu retten, zu Jahwe, aber es kommt keine Antwort.
Ich werde sie zerstreuen wie Staub vor dem Wind, ich trample sie nieder wie Dreck
auf der Gasse.
Du befreist mich von den Streitigkeiten meines Volkes, du stellst mich an die Spitze
der Nationen, ein Volk, das ich nicht kannte, die sind jetzt meine Knechte;
Ausländer kommen und umwerben meine Gunst, kaum haben sie gehört, schon
gehorchen sie mir;
Ausländer, mit schwachen Nerven kommen sie aus ihren Burgen zitternd.
Jahwe lebt! Gepriesen sei mein Fels! Der Erhabene, mein Gott, der mir hilft,
Der Gott, der mir Rache verschafft, und unterwirft mir ganze Völker,
Der mich rettet vor meinen wütenden Feinden. Du hebst mich hoch über die, die
mich angreifen, du hast mich gerettet vor dem Mann der Gewalt.
Dafür habe ich dich zu loben, Jahwe, unter den Völkern, und singen will ich das Lob
deinem Namen.
Er rettet seinen König zur rechten Zeit, er zeigt seine treue Liebe zu seinem Messias,
David und seinen Erben für immer.

19

(Für den Chorleiter, ein Psalm Davids.) Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes,
die Gewölbe des Himmels künden das Werk seiner Hände,
Tage künden es Tagen, Nacht um Nacht liegen die Hände auf dem Wissen.
Keine Äußerung, überhaupt keine Rede, kein Laut zu hören,
Aber von der gesamten Erde das Design zeichnet sich ab, es erreicht diese Nachricht
die ganze Welt. Hoch oben schlug er ein Zelt auf für Sol,
Der aus seinem Pavillon wie ein Bräutigam kommt, erfreut wie ein Champion, im
Zuge einher zu ziehen.
Sich erhebend am einen Horizont, läuft er seinen Kreislauf auf die andere Seite, und
nichts kann seiner Hitze entkommen.
Die Torah Jahwes ist vollkommen, Erfrischung für die Seele, das Dekret Jahwes ist
vertrauenswürdig, Sophia gibt er dem Einfachen.
Die Befehle Jahwes sind ehrlich, Freude für das Herz, das Gebot Jahwes ist rein,
Licht für die Augen.
Die Ehrfurcht Jahwes ist rein, dauerhaft für immer, die Urteile Jahwes sind wahr,
aufrecht, jedem gegeben,
Wünschenswerter als Gold, als selbst die feinsten Goldstücke, seine Worte sind süßer
als Honig, der aus der Wabe tropft.
So wird dein Knecht durch sie gebildet, sie zu beobachten, bringt große Belohnung.
Aber wer kann seine eigenen Fehler erkennen? Wasche meine versteckten Fehler ab.
Und vor Stolz bewahre deinen Diener, lass ihn nie meinen Meister sein. So werde ich
über jeden Zweifel erhaben sein, frei von schweren Sünden.
Mögen die Worte meines Mundes immer Gnade finden, und das Flüstern meines
Herzens, in deiner Gegenwart, Jahwe, mein Fels, mein Erlöser.

20

(Für den Chorleiter, ein Psalm Davids.) Möge Jahwe mit dir sein in der Zeit der Not,
es kann der Name des Gottes Jakobs dich schützen!
Er sende dir Hilfe vom Heiligtum, gebe dir von Zion Unterstützung!
Möge er sich erinnern an alle Opfer und Freude haben an euren Brandopfern! Sela.
Möge er dir den Wunsch deines Herzens gewähren und krönen all deine Pläne mit
Erfolg!
So, dass du mit Freude siegen kannst, wir stellen unsere Reihen auf im Namen
unseres Gottes. Möge Jahwe dir gewähren all dein Verlangen.
Jetzt weiß ich, dass Jahwe den Sieg gibt seinem Messias. Es wird von seinem
heiligen Himmel mit großen Taten der Sieg von seiner rechten Hand kommen.
Einige setzen auf Streitwagen, einige auf Pferde, aber wir auf den Namen Jahwes,
unseres Gottes.
Sie werden stürzen und fallen, während wir stehen aufrecht und fest.
Jahwe, König! Antworte uns, wenn wir dich anrufen.

21

(Für den Chorleiter, ein Psalm Davids.) Jahwe, es freut sich der König an deiner
Kraft, wie deine Hilfe ihn erfüllt mit Freuden!
Du hast ihm seinen Herzenswunsch gewährt, ihm nicht verweigert die Gebete seiner
Lippen. Sela.
Denn du kommst, um ihn mit Segnungen des Wohlstands gerecht zu machen, du legst
eine goldene Krone auf seinen Kopf.
Er hat dich um Leben gebeten, du hast es ihm für immer und ewig gegeben, die
Länge der Tage.
Groß ist seine Herrlichkeit durch deine Hilfe, du hast ihn mit Herrlichkeit und
Majestät gekrönt.
Du verleihst ihm ewige Segnungen und erfreust ihn mit der Freude deiner Gegenwart.
Denn der König setzt sein Vertrauen auf Jahwe, die treue Liebe des Höchsten wird
ihm zufallen.
Deine Hand wird alle deine Feinde finden, es erreicht deine rechte Hand alle, die dich
hassen.
Du wirst sie in den glühenden Ofen schleudern an dem Tag, wenn du erscheinen
wirst; Jahwe wird sie verschlingen in seinem Zorn, und Feuer wird sie verzehren.
Du wirst die Erde von ihren Nachkommen reinigen, die Menschheit von ihren
Nachkommen.
Sie haben ersonnen Böses gegen dich, aber die Handlung, wie sie wollen, sie wird
ihnen nicht gelingen,
Du wirst ihnen den Rücken zukehren, du wirst schießen deine Pfeile in ihre
Gesichter.
Steh auf, Jahwe, in deiner Kraft! Wir werden dir singen und musizieren zum Ruhme
deiner Kraft.

22

(Für den Chorleiter, zur Melodie "Die Hirschkuh in der Morgenröte“, ein Psalm
Davids.) Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Die Worte meiner
Klage tun nichts, um mich zu retten.
Mein Gott, ich rufe bei Tag, aber du antwortest nicht, in der Nacht, aber ich finde
keine Ruhe.
Doch du, der Heilige, der in den Lobgesängen Israels zu Hause ist,
In dich setzten unsere Vorfahren ihr Vertrauen, sie vertrauten, und du hast sie befreit.
Dich haben sie um Hilfe angerufen und wurden errettet; in dich vertrauten sie und
wurden nicht zuschanden.
Ich aber bin ein Wurm, weniger als ein Mensch, verachtet von der Menschheit,
verschmäht von den Menschen;
Alle, die mich sehen, verspotten mich, sie spotten und schütteln ihre Köpfe:
"Er vertraute Jahwe, möge Jahwe ihn befreien! Soll er ihn doch retten, wenn er solche
Freude an ihm hat."
Du warst es, der mich aus dem Schoß zog und beruhigte mich an der Brust meiner
Mutter.
Auf dich war ich von meiner Geburt an geworfen, von Mutterschoß an gehöre ich dir.
Bleibe nicht abseits, denn Angst ist in mir, und da ist niemand, mir zu helfen!
Viele Stiere werden mich umgeben, wilde Stiere sind dicht um mich.
Reißende Löwen brüllen und öffnen ihre Rachen gegen mich.
Meine Kraft ist weggerieselt, alle meine Knochen sind unzusammenhängend, mein
Herz ist wie Wachs geschmolzen in mir.
Mein Mund ist trocken wie Kiesel, meine Zunge klebt an meinem Gaumen. Du legst
mich in des Todes Staub.
Ein Rudel Hunde umgibt mich, eine Bande von Schurken ist dicht um mich, als ob
sie zerhacken wollten meine Hände und meine Füße.
Ich kann alle meine Knochen zählen, während sie aufschauen und sich an mir
weiden;
Sie teilen meine Kleider unter sich und warfen das Los um mein Gewand.
Jahwe, bleib nicht fern! Meine Kraft, komm schnell zu meiner Hilfe,
Rette meine Seele vom Schwert, mein Leben aus den Fängen des Hundes!
Rette mich vor dem Rachen des Löwen, mein armes Leben vor des wilden Bullen
Hörnern!
Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden, dich loben in der
Vollversammlung:
"Ihr, die ihr Jahwe fürchtet, lobt ihn! Die ganze Rasse Jakobs, verehrt ihn! Verehrt
ihn, die ganze Rasse Israels!"
Denn er hat nicht verachtet noch weggeschaut von der Armut der Armen, nicht
weggewendet sein Gesicht, sondern auf die Hilfeschreie gehört.
Dir gilt mein Lobpreis, ich werde erfüllen mein Gelübde vor allen, die dich fürchten.
Die Armen werden essen und satt werden, diejenigen, die Jahwe suchen und ihn
loben: "Möge dein Herz für immer leben!"
Die ganze Welt wird sich erinnern, und vor Jahwe werden sich alle Geschlechter der
Nationen beugen.
Denn Jahwe, dem Herrscher der Völker, gehört die königliche Macht!
Alle, die auf der Erde gedeihen, werden sich vor ihm beugen, alle, die in den Staub
gesunken, werden ihm Ehrfurcht erweisen. Und diejenigen, die tot sind,
Und ihre Nachkommen werden ihm dienen, und sie werden seinen Namen verkünden
allen Generationen,
Die noch kommen, und diese werden von seinem Heil sagen, von seiner
Gerechtigkeit erzählen einem noch ungeborenen Volk: Er hat es erfüllt.

23

(Psalm Davids.) Jahwe ist mein Hirte, mir fehlt nichts.


In Wiesen lässt er mich liegen. An die ruhigen Ströme führt er mich,
Meinen Geist wiederherzustellen. Er leitet mich in den Pfaden der Gerechtigkeit, wie
es seinem Namen gemäß ist.
Selbst wenn wandle ich in einer Schlucht so dunkel wie der Tod, ich sollte keine
Gefahr fürchten, denn du bist an meiner Seite. Dein Stecken und dein Hirtenstab sind
da, um mich zu beruhigen.
Du bereitest vor mir einen Tisch vor den Augen meiner Feinde, du hast mein Haupt
mit Öl gesalbt, mein Becher läuft über.
Freundlichkeit und treue Liebe folgen mir jeden Tag meines Lebens. Ich werde
kommen in das Haus meiner Heimat bei Jahwe für alle Zeiten.

24

(Psalm Davids.) Jahwe gehört die Erde und was sie enthält, die Welt und alle, die dort
leben;
Er ist es, der seine Grundlagen auf der See gelegt, auf den fließenden Gewässern.
Wer darf hinaufziehen zum Berge Jahwes? Wer wird stehen an seiner heiligen Stätte?
Der saubere Hände und ein reines Herz hat, dessen Herz nicht auf Eitelkeiten aus ist,
wer keinen Eid, um zu täuschen, beschwört, der ist eingesetzt.
Ein solcher wird empfangen Segen von Jahwe, Gerechtigkeit vom Gott seines Heils.
Das ist das Volk, das ihn sucht, das deine Anwesenheit sucht, Gott Jakobs. Sela.
Tore, hebt die Köpfe hoch, hebt hoch die alten Pforten, und der König der
Herrlichkeit wird einziehen!
Wer ist er, dieser König der Herrlichkeit? Es ist Jahwe, stark und tapfer, Jahwe, tapfer
in der Schlacht.
Tore, hebt die Köpfe hoch, hebt hoch die alten Pforten und der König der Herrlichkeit
wird einziehen!
Wer ist er, dieser König der Herrlichkeit? Jahwe Zebaoth, er ist der König der Glorie.
Sela.

25

(Von David.) Anbetung dir, Jahwe,


Dir, meinem Gott. In meinem Vertrauen in dich enttäusche mich nicht, lass meine
Feinde nicht über mich frohlocken.
Wer dich anruft, wird niemals zuschanden werden, aber Schade wird denen, die
grundlos brechen den Glauben.
Führe mich auf deinen Wegen, Jahwe, und lehre mich deine Pfade.
Ermutige mich in deiner Wahrheit und lehre mich, da du Gott bist, der mich rettet.
Denn meine Hoffnung bist du den ganzen Tag - das ist deine Großzügigkeit, Jahwe.
Güte und treue Liebe sind von dir für immer, Jahwe, du wirst sie nicht vergessen.
Denke nicht an meine Jugendsünden, aber denke daran, was mir deine treue Liebe
diktiert.
Integrität und Großzügigkeit sind Zeichen Jahwes, denn er bringt zurück auf den
rechten Weg die Sünder.
Umsichtig führt er die Bescheidenen, weist den Armen den Weg.
Unfehlbare Freundlichkeit und Konstanz markieren alle Wege Jahwes für diejenigen,
die seinen Bund und seine Verordnungen halten.
Lass meine Sünde, so groß sie ist, vergeben werden, Jahwe, um deines Namens
willen.
Menschen, die Jahwe respektieren, was ist mit ihnen? Er lehrt sie, wie sie wählen
müssen.
Nachbarn des Glücks sollen sie werden und leben, und ihre Kinder sollen erben das
Land.
Nur diejenigen, die fürchten Jahwe, haben sein Mysterium und seinen Bund, für ihre
Erkenntnis.
Dauernd sind meine Augen auf Jahwe gerichtet, denn er wird meinen Fuß aus der
Schlinge befreien.
Quick! wende dich zu mir, habe Mitleid mit mir, allein und elend wie ich bin!
Lindere die Not meines Herzens, bringen mich aus meiner Einschränkung heraus.
Wirf einen Blick für mein Elend und meinen Schmerz, alle meine Sünden.
Nimm zu Kenntnis, wie unzählig sind meine Feinde, wie gewalttätig ihr Hass auf
mich ist.
Wenn du mich schützt und mich rettest, werde ich nicht zuschanden werden, denn du
bist meine Zuflucht.
Tugend und Integrität sind mein Schutz, denn meine Hoffnung, Jahwe, ist in dir.
Befreie Israel, Gott, aus allen seinen Sorgen.
26

(Von David.) Jahwe, sei mein Richter! Ich gehe meinen Weg in Unschuld, mein
Vertrauen in Jahwe wird nicht schwanken.
Prüfe mich, Jahwe, untersuche mich, erforsche mein Herz und meinen Geist im
Feuer.
Denn deine treue Liebe ist vor meinen Augen, und ich lebe mein Leben in deiner
Wahrheit.
Ich sitze nicht mit Verschwendern zusammen, ich unternehme keine Reisen mit
Heuchlern;
Ich hasse die Gesellschaft von Sündern, ich weigere mich, mit dem Gottlosen
zusammen zu sitzen.
Ich werde meine Hände in Unschuld waschen und mich der Prozession um deinen
Altar anschließen, Jahwe,
Zu bringen Danksagung und allen deine Wunder zu verkünden.
Jahwe, ich liebe die Schönheit deines Hauses und den Ort, wo deine Herrlichkeit
wohnt.
Paare mich nicht mit den Sündern, noch mein Leben mit den Menschen der Gewalt,
Deren Hände mit Schuld befleckt sind, ihre rechte Hand ist schwer von
Bestechungsgeldern.
In Unschuld werde ich auf dem Weg gehen; erlöse mich, hab Mitleid mit mir.
Ich gehe auf dem rechten Weg, ich will dich segnen, Jahwe, in den Versammlungen.

27

(Von David.) Jahwe ist mein Licht und mein Heil, wen sollte ich fürchten? Jahwe ist
die Festung für mein Leben, wen sollte ich fürchten?
Wenn die Gottlosen wüten gegen mich, um mich aufzufressen, sie, meine Gegner,
meine Feinde, sind diejenigen, die stolpern und fallen.
Obwohl eine Armee lagert gegen mich, mein Herz wird sich nicht fürchten, auch
wenn ein Krieg ausbrechen wird gegen mich, mein Vertrauen wird niemals erschüttert
werden.
Eine Sache erbitte ich von Jahwe, eine Sache suche ich: In Jahwes Haus zu wohnen
alle Tage meines Lebens, um die Süßigkeit Jahwes zu genießen in seinen Tempel.
Denn er versteckt mich unter seinem Dach am Tag der Bösen, er verbirgt mich in
seinem Zelt, er stellt mich hoch auf einen Felsen.
Nun hebe ich meinen Kopf hoch über die Gegner, die mich umgeben, in seinem Zelt
werde ich mein Opfer ihm anbieten. Ich werde singen, ich werde Musik für Jahwe
machen.
Jahwe, höre meine Stimme, wie ich weinen muss, hab Mitleid mit mir, antworte mir!
Von dir hat mein Herz gesagt: „Sucht sein Angesicht!" Dein Angesicht, Jahwe, suche
ich;
Wende dich nicht von mir ab. Stoße deinen Knecht nicht im Zorn nieder, ohne dich
bin ich hilflos. Verlass mich nie, nie verlasse mich, Gott, mein Retter.
Auch wenn mein Vater und meine Mutter mich verlassen, Jahwe wird mich sammeln.
Jahwe, lehre mich deine Art und Weise, führe mich auf dem Weg der Integrität um
meiner Feinde willen;
Überlasse mich nicht dem Willen meiner Feinde. Falsche Zeugen haben sich gegen
mich erhoben, und sie atmen Gewalt aus.
Das glaube ich: Ich werde sehen die Güte Jahwes im Land der Lebenden.
Setze deine Hoffnung auf Jahwe, sei stark, lass dein Herz kühn sein, setze deine
Hoffnung auf Jahwe.

28

(Von David.) Zu dir, Jahwe, rufe ich, mein Fels, sei nicht taub, wenn ich zu dir
schreie! Wenn du schweigst, dann werde ich wie jene, die in Vergessenheit geraten
sind.
Höre den Klang von meinem Gebet, wenn ich zu dir rufe, wenn ich hebe meine
Hände, Jahwe, zu deinem Allerheiligsten.
Raffe mich nicht weg mit den Gottlosen, mit den Übeltätern, die ihre Partner des
Friedens mit Verrat in ihren Herzen betrügen.
Zahle ihnen ihre Taten heim, wie sie es verdienen, wie es sich für ihre verräterischen
Aktionen gehört, wie es sich für ihr Werk ziemt, lass ihre Verwüstungen auf sie selbst
zurückfallen.
Sie begreifen nicht die Taten Jahwes, das Werk seiner Hände. Möge er sie einreißen
und nicht wieder aufbauen!
Gepriesen sei Jahwe, denn er hört den Klang meines Gebets.
Jahwe ist meine Kraft und mein Schild, auf ihn vertraut mein Herz. Er hat geholfen,
mein Körper hat seine Kraft zurückgewonnen, mit meinem ganzen Herzen danke ich
ihm.
Jahwe ist die Kraft seines Volkes, eine sichere Zuflucht für seinen Messias.
Rette die Menschen, segne dein Erbe, hüte sie und tragen sie für immer!

29

(Psalm Davids.) Gebt Jahwe, was ihm gebührt, ihr Söhne Gottes, gebt Jahwe, was
ihm gebührt, den Ruhm und die Kraft,
Gebt Jahwe die Herrlichkeit seines Namens, verehrt Jahwe in der Pracht der
Heiligkeit.
Jahwes Stimme über dem Wasser, der Gott der Herrlichkeit donnert, Jahwe über
unzählige Gewässer,
Jahwes Stimme in der Macht, Jahwes Stimme in der Pracht;
Jahwes Stimme zerbricht Zedern, Jahwe zerbricht Zedern des Libanon,
Er lässt den Libanon hüpfen wie ein Kalb, Sirion wie ein junges wildes Rind.
Jahwes Stimme schleudert Blitz-Pfeile,
Jahwes Stimme erschüttert die Wüste, Jahwe erschüttert die Wüste von Kadesch,
Jahwes Stimme erschüttert Terebinthen, macht die Wälder kahl. In seinem Palast
rufen alle: "Ruhm!"
Jahwe thront auf der Flut, Jahwe thront als König in Ewigkeit.
Jahwe wird Kraft geben seinem Volk, Jahwe segnet sein Volk mit Frieden.

30

(Psalm. Der Sonnengesang zur Einweihung des Hauses. Von David.) Ich preise dich
in der Höhe, Jahwe, denn du hast mich erhoben, hast nicht sich lassen meine Feinde
lustig machen über mich.
Jahwe, mein Gott, ich rief zu dir um Hilfe und du hast mich geheilt.
Jahwe, du hast mich aus der Hölle herausgeholt, weg von denen, die in Vergessenheit
geraten, du hast mir das Leben wieder gegeben.
Macht Musik für Jahwe, alle, die ihm treu sind, seine unvergessliche Heiligkeit zu
preisen.
Sein Grimm dauert nur einen Moment, aber seinen Gunst das ganze Leben lang; am
Abend kommen die Tränen, aber mit der Morgendämmerung Freudenschreie.
Sorglos habe ich gedacht: "Nichts kann mich jemals erschüttern!"
Deine Gunst, Jahwe, setzte mich auf uneinnehmbare Höhen, aber dann hattest du
abgewandt dein Gesicht, und ich war entsetzt!
Zu dir, Jahwe, rufe ich, zu meinem Gott heule ich um Gnade!
Welchen Sinn macht es, in meinem Tod hinunter in den Abgrund zu müssen? Kann
der Staub dich preisen und deine Treue verkünden?
Höre, Jahwe, erbarme dich über mich, Jahwe, mein Hilfe!
Du hast meine Klagen in Tanz verwandelt, du hast mir meinen Sack ausgezogen und
mich bekleidet mit Wonne.
Also mein Herz wird dir unaufhörlich singen, Jahwe, mein Gott, ich werde dich für
immer loben.

31

(Für den Chorleiter, ein Psalm Davids.) Zu dir, Jahwe, nehme ich Zuflucht, lass mich
niemals zuschanden werden, in deiner Gerechtigkeit rette mich, rette mich,
Wende deine Ohren mir zu, eilend! Sei für mich ein echter Fels, eine befestigte
Zitadelle, mich zu retten.
Du bist mein Fels, mein Wall, bewahre mich in deinem Namen, führe mich und leite
mich!
Zieh mich aus dem Netz, das sie für mich verbreitet haben, denn du bist meine
Zuflucht;
In deine Hände lege ich meinen Geist, denn du hast mich erlöst. Gott der Wahrheit,
Du hassest die, die nutzlosen Götzen dienen, aber mein Vertrauen ist in Jahwe:
Ich werde mich begeistern und freuen in der treuen Liebe! Du, der du mein Elend
gesehen hast und erlebtest das Elend meiner Seele,
Du hast mich nicht dem Feind übergeben, aber hast mir die Freiheit bewahrt, zu
durchstreifen große Weiten.
Hab Mitleid mit mir, Jahwe, denn ich bin in Schwierigkeiten. Trauer nagt an meinen
Augen, meine Seele ist tief betrübt in mir.
Denn mein Leben ist voller Leid, und meine Jahre sind schwer vom Seufzen. Meine
Kraft vergeht unter meinem Elend und meine Knochen sind alle hinfällig.
Die große Zahl meiner Feinde macht mich verächtlich, abscheulich, meine Nachbarn
und meine Freunde wenden sich von mir ab mit Entsetzen. Wenn die Menschen mich
auf der Straße sehen, nehmen sie Reißaus.
Ich habe keinen Platz mehr in ihrem Herzen, wie eine Leiche, oder ein Verlorener.
Alles, was ich höre, ist Verleumdung - Terror, wohin immer ich mich wende - als sie
zusammen sich verschworen gegen mich, Intrigen planten, um mir mein Leben zu
nehmen.
Aber mein Vertrauen ist in dir, Jahwe, zu dir sage ich: "Du bist mein Gott!"
Jeder Augenblick meines Lebens liegt in deinen Händen, rette mich aus den Fängen
meiner Feinde, die mich verfolgen;
Lass dein Angesicht leuchten über deinem Knecht, hilf mir in deiner treuen Liebe.
Ich rufe dich an, Jahwe, also lass keine Ungnade auf mich fallen, sondern auf die
Gottlosen. Lass sie nach unten gehen in die Grube in der Stille,
Lege Maulkörbe an ihre Lügen-Münder, die arrogant gegen die Aufrechten sprechen
in Stolz und Verachtung.
Jahwe, welche Mengen an guten Dinge, die du im Speicher hast für die, die dich
fürchten, und schenkst denen, die zu dir ihre Zuflucht nehmen, für die ganze
Menschheit.
Sicher in deiner Anwesenheit will ich mich verstecken, weit entfernt von
menschlicher List, abgeschirmt vor ihnen im Zelt, weit entfernt von den zänkischen
Zungen.
Gepriesen sei Jahwe, der für mich Wunder seiner treuen Liebe in einer befestigten
Stadt getan!
In einem Zustand des Schreckens rief ich: "Ich bin von deinen Augen verworfen!"
Doch du hast meinen Hilferuf gehört, als ich schrie zu dir.
Liebet Jahwe, alle seine Treuen: Jahwe schützt seine treuen Diener, aber er zahlt es
den Arroganten heim.
Seid mutig, fasst euch ein Herz, alle, die ihr setzt eure Hoffnung auf Jahwe.

32

(Von David, ein Gedicht.) Wie gesegnet sind diejenigen, deren Vergehen vergeben,
deren Sünde ausgelöscht ist.
Wie selig sind die, denen Jahwe keine Schuld anrechnet, deren Geist trägt keine
Täuschung in sich.
Ich sagte kein Wort, aber meine Knochen vergingen vom Stöhnen den ganzen Tag;
Tag und Nacht lag deine Hand schwer auf mir, mein Herz wurde ausgedörrt wie
Stoppeln im Sommer. Sela.
Ich habe meine Sünde dir bekannt, ich habe dir nicht meine Schuld verborgen. Ich
sagte: „Ich werde mein Vergehen Jahwe gestehen." Und du, für deinen Teil, hast mir
meine Schuld, meine Sünde vergeben. Sela.
Deshalb betet jeder deiner Gläubigen zu dir in der Zeit der Not. Auch wenn große
Hochwasser überlaufen, sie werden nie erreichen deine Gläubigen.
Du bist ein Zufluchtsort für mich, mich zu bewachen in Schwierigkeiten, mit Liedern
der Befreiung umgibst du mich. Sela.
„Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, ich werde von dir meine Augen
nicht abwenden.“
Seid nicht wie ein Pferd oder ein Maultier, das nicht versteht, man lege denn ein
Zaumzeug an, und wenn du sie voranbringen willst, sie zu beherrschen, gibt es keine
Möglichkeit, sie in deine Nähe zu bringen.
Zahlreiche Probleme sind im Speicher für die Bösen, aber einer, der vertraut Jahwe,
wird von seiner treuen Liebe eingehüllt.
Freuet euch in Jahwe, alle Aufrechten sollen jubeln, sollen schreien vor Wonne, die
ehrlich sind von Herzen.

33

Schreit vor Wonne, ihr Aufrechten, Lobpreis kommt von den Ehrlichen.
Danket Jahwe und spielt ihm auf der Leier, für ihn auf der zehnsaitigen Leier.
Singt ihm ein neues Lied, macht süße Musik zu eurem Siegesschrei.
Das Wort Jahwes ist einfach, alles, was er tut, kommt aus seiner Treue.
Er liebt Aufrichtigkeit und Gerechtigkeit, die treue Liebe Jahwes füllt die Erde.
Durch das Wort Jahwes wurden die Himmel geschaffen, durch den Hauch seines
Mundes das All.
Er sammelt die Wasser des Meeres wie einen Damm, er speichert den Abgrund in
seiner Schatzkammer.
Lasst die ganze Welt Jahwe fürchten, lasst alle, die in der Welt wohnen, ihn verehren;
Denn der Moment, als er sprach, war so, kaum hatte er befohlen, als es dort stand!
Jahwe vereitelt die Pläne der Nationen, frustriert die Ratschläge der Völker;
Aber Jahwes eigener Plan steht fest für immer, seines Herzens Rat von Zeitalter zu
Zeitalter.
Wie gesegnet die Nation, deren Gott Jahwe ist, die Menschen, die er als sein Erbe
erwählt hat.
Vom Himmel schaut Jahwe, er sieht alle Kinder von Adam,
Von dem Ort aus, wo er sitzt, beobachtet er alle, die auf der Erde wohnen;
Er allein hat ihr Herz geformt, er versteht alles, was sie tun.
Eine große Armee kann einen König nicht sichern, noch seine Kraft bewahren das
Leben eines Kriegers;
Es ist Wahnsinn, auf ein Pferd sich zur Sicherheit zu verlassen, denn alle seine Kraft
kann dich nicht retten.
Aber gut ist zu sehen, wie Jahwe wacht über die, die ihn fürchten, diejenigen, die auf
seine treuen Liebe sich verlassen,
Um sie vor dem Tod zu retten und sie am Leben zu erhalten in Hungersnot.
Wir warten auf Jahwe, er ist unsere Hilfe und unser Schild,
Denn in ihm freut sich unser Herz, seinem heiligen Namen vertrauen wir.
Jahwe, deine treue Liebe ruhe auf uns, da unsere Hoffnung in dir ruht.

34
(Von David, als er Wahnsinn vorgetäuscht hatte vor Abimelech und Abimelech ihn
wegschickte.) Ich segne Jahwe zu allen Zeiten, immer wieder ist auf meinen Lippen
sein Lob.
Ich werde loben Jahwe aus meinem Herzen, dass es die Bescheidenen hören und sich
freuen.
Verkündet mit mir die Größe Jahwes, lasst uns gemeinsam seinen Namen Beifall
klatschen.
Ich suche Jahwe, und er antwortet mir, befreit mich aus aller meiner Furcht.
Euern Blick fixiert auf Jahwe und euer Gesicht wird hell werden, ihr werdet nie den
Kopf hängen lassen müssen in Scham.
Ein Armer ruft, und er hört, er rettet ihn aus allen seinen Nöten.
Der Engel Jahwes lagert sich um die, die ihn fürchten, und rettet sie.
Schmecke und siehe, dass Jahwe gut ist. Wie gesegnet sind die, die auf ihn trauen.
Fürchtet Jahwe, ihr seine Heiligen; denen, die ihn fürchten, mangelt es an nichts.
Junge Löwen können bedürftig und hungrig sein, aber denen, die Jahwe suchen, fehlt
nichts Gutes.
Kommt, meine Kinder, hört mir zu, ich werde euch lehren die Furcht Jahwes.
Wer ist unter euch begeistert am Leben, und sehnt sich nach in der Zeit Wohlstand zu
genießen?
Behüte deine Zunge vor Bösem, deine Lippen vor jedem Hauch von Betrug.
Halte dich fern vom Bösen und tue Gutes, suche Frieden und jage ihm nach.
Die Augen des Jahwes sehen auf den Aufrechten, es wandten sich seine Ohren
seinem Schreien zu.
Aber Jahwe wendet sein Gesicht gegen die, die Böses tun, er schüttelt sie ab von der
Erde.
Sie schreien in Angst und Jahwe hört und entreißt sie all ihren Sorgen.
Jahwe ist in der Nähe der zerbrochenen Herzen, er hilft denen, deren Geist
gedemütigt wird.
Obwohl Strapazen ohne Zahl bedrängen die Aufrechten, bringt Jahwe allen Rettung.
Jahwe kümmert sich um alle ihre Knochen, nicht einer von ihnen wird zerschlagen
werden.
Aber der böse Feind bringt den Tod, diejenigen, die den Aufrechten hassen, werden
bestraft.
Jahwe erlöst das Leben derer, die ihm dienen, und es wird keine Strafe für diejenigen
geben, die auf ihn hören.

35

(Von David.) Verklage meine Ankläger, Jahwe, meine mich angreifende Angreifer.
Nimm dein Schild und deinen Schirm, dort oben, und hilf mir.
Schleudere Speer und Lanze auf meine Verfolger, gib mir die Gewissheit: "Ich bin
dein Erlöser!"
Scham und Demütigung auf diejenigen, die darauf aus sind, mich zu töten! Besiege
und schlage zurück diejenigen, die meinen Untergang planen.
Mögen sie wie Spreu vor dem Winde verwehen, der Engel Jahwes jage sie.
Möge ihr Weg finster und schlüpfrig werden, mit dem Engel Jahwes, der sie jagt.
Die U unprovozierten legten ihre Schlinge für mich aus, die Unprovozierten gruben
eine Falle, um mich zu töten.
Ruin kommt auf sie unversehens, die Schlingen haben sie gelegt, mich zu fangen,
und in ihre eigene Falle werden sie fallen.
Dann werde ich über Jahwe begeistert sein, mich freuen, dass er mich gerettet.
Meine Knochen werden alle ausrufen: Jahwe, wer kann mit dir, der Rettung der
Armen vor dem Unterdrücker, verglichen werden, mit dir, der die Bedürftigen von
den Ausbeutern befreit?
Falsche Zeugen kommen nach vorne gegen mich, ihre Fragen kann ich nicht
beantworten, sie nehmen mich ins Kreuzverhör,
Ich soll zurückzahlen meine Güte, mit Grausamkeit, mein unfruchtbares Leben.
Ich aber, wenn sie krank waren, hatten Sacktuch getragen und geplagt mich mit
Fasten, betend immer wieder neu in meinem Herzen,
Als ob es für einen Freund oder Bruder wäre, bin ich ruhelos umhergewandert, als ob
ich Trauer trüge um meine Mutter, so hatte ich mich gebeugt in Trauer.
Wenn ich stolpere, versammeln sie sich in Schadenfreude, versammeln sich um mich,
die Fremden, die ich nicht einmal kannte, sie reißen mich auseinander unaufhörlich.
Wenn ich falle, umgeben sie mich, zähneknirschend über mich.
Wie lange noch, Jahwe, wirst du zusehen? Rette mich vor ihren Angriffen, vor den
jungen Löwen rette mich, das eine Leben, das ich habe.
Ich werde dir danken in der großen Gemeinde und dich preisen, wo die Menschen
sich versammeln.
Lass nicht meine lügnerischen Feinde Schadenfreude haben über mich, die mich
hassen, die Unprovozierten, die blicken mich schief an.
Sie haben keinen Friedensgruß für die friedliebenden Menschen des Landes, sie
denken sich trügerische Reden aus.
Die weit geöffneten Münder werfen mir etwas vor, sie sagen: "Komm jetzt, wir sahen
es."
Du hast es gesehen, Jahwe, bleib nicht still, Jahwe, halte dich nicht distanziert von
mir.
Oben, erwache zu meiner Verteidigung, mein Gott und mein Herr, verteidige meine
Sache.
In deiner Gerechtigkeit gib mir Recht, Jahwe, mein Gott, und lass sie nicht über mich
frohlocken.
Lass sie nicht denken: „So, wie wir gehofft, jetzt haben wir ihn! Jetzt haben wir ihn
verschluckt!"
Scham und Bestürzung auf sie alle, die sich an meinem Unglück weiden. Mögen alle,
die sich auf meine Kosten bereichern, mit Scham und Schande bedeckt werden.
Aber lass alle, die an meine Aufrichtigkeit glauben, schreien vor Wonne und sich in
Fröhlichkeit begeistern, lass sie ständig sagen: "Groß ist Jahwe, der seinen Diener in
Frieden begeistert!"
Und meine Zunge wird von deiner Gerechtigkeit erzählen, den ganzen Tag lang
singen dein Lob.
36

(Für den Chorleiter, vom Diener Jahwes, von David.) Sünde ist das Orakel des Bösen
in den Tiefen seines Herzens, es gibt keine Gottesfurcht in seinen Augen.
Er sieht sich selbst mit zu schmeichelhaftem Auge, um zu erkennen und zu
verabscheuen seine Schuld;
Alles was er sagt, ist bösartig und betrügerisch, er hat Sophia nicht! Auf seinem Weg
Brütet er bösartige Pläne noch in seinem Bett, einmal eingestellt auf das Böse,
natürlich keine Bosheit ist ihm zu viel.
Jahwe, deine treuer Liebe im Himmel, deine Treue reicht bis zu den Wolken,
Deine Gerechtigkeit ist wie hohe Berge, deine Urteile wie die mächtige Tiefe. Jahwe,
du unterstützt Mensch und Tier;
Wie kostbar, Gott, ist deine treuer Liebe. So finden die Kinder von Adam Zuflucht in
dem Schatten deiner Flügel.
Sie laben sich an dem Reichtum deines Hauses, da können sie von deinen köstlichen
Strömen trinken;
In dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Licht sehen wir das Licht.
Pflege deine treue Liebe zu denen, die dich erkennen und deine Gerechtigkeit, zu den
ehrlichen Herzen.
Lass mich nicht den Fuß überholen des Arroganten oder böse Hände mich wegjagen.
Sie sind gefallen, die Übeltäter, nach unten geworfen, um nie wieder aufzustehen.

37

(Von David.) Lass nicht über mich herrschen die Bösen oder den Neid mächtig
werden derjenigen, die Unrecht tun.
Schnell wie das Gras verdorren sie, verwelken wie das Grün der Felder.
Setze auf Jahwe und mach es richtig machen, mache deine Wohnung in dem Land
sicher und lebe.
Lass Jahwe deine Wonne sein, und er wird dir deine Herzenswünsche erfüllen.
Vertraue dein Schicksal Jahwe, hab Vertrauen in ihn, und er wird handeln,
Deine Aufrichtigkeit sei sonnenklar, und deine Gerechtigkeit strahlend wie der
Mittag.
Bleibe ruhig vor Jahwe, warte sehnsüchtig auf ihn, sei nicht wie jemanden, der ein
Vermögen machen will, als Nachfolger erschleichen will sein Erbe.
Lass ab vom Zorn, lass die Wut beiseite, werde nicht erhitzt, das bringt nichts Gutes;
Denn die Übeltäter werden vernichtet werden, während diejenigen, die hoffen auf
Jahwe, die werden das Land besitzen.
Eine kleine Weile noch, und die Gottlosen werden nicht mehr sein, du wirst sie am
Ort vergeblich suchen, die Bösen werden nicht mehr da sein;
Aber die Armen werden das Land besitzen, sie werden unbeschwerte Ruhe genießen.
Die Bösen planen Verschwörungen gegen den Aufrechten und knirschen mit den
Zähnen über ihn,
Aber Jahwe lacht, er lacht nur über seine Bemühungen, wissend, dass sein Ende in
Sicht ist.
Obwohl der Böse zieht sein Schwert und seinen Bogen spannt, um zu schlachten den
Ehrlichen und umzubringen den Armen und Bedürftigen,
Sein Schwert wird aber sein eigenes Herz durchbohren, und sein Bogen wird
zerbrochen werden.
Was wenig überwiegt, der Aufrechte besitzt all der Fülle der Gottlosen;
Denn die Waffen der Gottlosen werden zerstört werden, während Jahwe unterstützt
die Aufrechten.
Das Leben der Gerechten ist in Jahwes Pflege, ihr Geburtsrecht wird ewig sein;
Sie werden nicht zuschanden, wenn schlechte Zeiten kommen, in der Zeit der
Hungersnot werden sie viel haben.
Die bösen Feinde Jahwes werden zerstört werden, sie werden wie das Grün der
Weide verschwinden, sie werden wie Rauch verschwinden.
Der Gottlose borgt und wird nicht zurückzahlen, aber der Gerechte ist großzügig im
Geben;
Die Gott segnet, werden das Land besitzen, und jene, die er verflucht, werden
vernichtet werden.
Jahwe führt die Schritte einen kraftvollen Mannes und macht ihn fest, er findet
Wohlgefallen an ihm.
Er stellt ihn ins Weitläufige, da Jahwe ihn unterstützt und hält ihn an der Hand.
Jetzt bin ich alt, aber seit meiner Jugend habe ich nie gesehen eine aufrechte Person
verlassen, oder die Nachkommen des Aufrechten gezwungen, um ihr Brot zu betteln.
Der Aufrechte ist immer mitfühlend, immer gibt er Kredit, so dass seine
Nachkommen ernten einen Segen.
Wende dich ab vom Bösen und tue Gutes, und du wirst ein Haus für immer haben,
Denn Jahwe liebt Gerechtigkeit und wird seine Gläubigen nicht verlassen. Übeltäter
werden auf ewig verloren gehen, die Nachkommen der Gottlosen werden vernichtet
werden,
Aber die Frommen werden das Land besitzen, dort werden sie für immer leben.
Sophia fließt von den Lippen des Aufrechten, und seine Zunge redet, was schön ist;
Die Torah seines Gottes ist in seinem Herzen, sein Fuß wird niemals ausrutschen.
Die Gottlosen haben ein wachsames Auge auf den Aufrechten, sie blicken aus nach
einer Chance, ihn zu töten;
Jahwe wird ihn nie verlassen, den Fängen des Bösen entreißt er ihn, noch wird er
verdammt werden, wenn er versucht wird.
Setze deine Hoffnung auf Jahwe, halte ein seinen Weg, er wird dich erwecken, dir das
Land zueigen geben, du wirst sehen, wie die Bösen vernichtet werden.
Ich habe den Bösen jubeln gehört, hoch wie eine Zeder des Libanon.
Als ich dann vorüberging, war er weg, ich suchte ihn und er war nirgends zu finden.
Achte auf die Unschuldigen, achte auf die Ehrlichen, denn dem Liebhaber des
Friedens wird es an Kindern nicht fehlen.
Aber die Gottlosen werden alle zusammen vernichtet werden, und ihre Kinder
vernichtet.
Die Aufrechten haben Jahwe als Retter, als Zuflucht in Zeiten der Not;
Jahwe hilft ihnen und rettet sie, er wird sie vor den Gottlosen retten, und sie
bewahren, weil sie zu ihm ihre Zuflucht nehmen.

38

(Ein Psalm Davids zum Gedenken.) Jahwe, korrigiere mich nicht im Zorn,
diszipliniere mich nicht im Zorn.
Denn deine Pfeile haben sich tief in mich durchbohrt, deine Hand hat mich
niedergedrückt.
Deine Empörung hat keinen Teil von mir übrig gelassen, der unversehrt wäre, meine
Sünde hat keine Gesundheit in meinen Knochen hinterlassen.
Meine Sünden stehen höher als mein Kopf, sie wiegen schwer als unerträgliche Last.
Ich habe stinkende, eiternde Wunden, dank meiner Torheit.
Ich bin gebeugt und krumm, ich verbringe meine Tage in Dunkelheit.
Meine Lenden brennen von Fieber, kein Glied an mir ist unversehrt.
Betäubt und völlig zerquetscht stöhne ich in der Not des Herzens.
Jahwe, all mein Sehnen ist dir bekannt, mein Seufzen ist kein Geheimnis vor dir,
Mein Herz pocht, meine Kraft ist zerschmettert, das Licht aus den Augen
verschwunden.
Freunde und Weggefährten meiden meine Krankheit, auch der liebste von ihnen
bleibt auf Distanz.
Diejenigen, die planen, meinem Leben Schlingen zu legen, die mich kränken wollen,
sprechen von Gewalt, und Verrat schlüpft den ganzen Tag einher.
Aber ich höre nichts, als wäre ich taub, ich bin stumm und sage kein Wort.
Ich bin wie der, der nichts hört, der keine scharfen Antwort zu geben weiß.
Aber du, Jahwe, bist meine Hoffnung, du, Jahwe, mein Gott, wirst mir Antwort
geben.
Ich sagte: "Nie sollen sie sich an mir weiden, sie sollen nicht profitieren, wenn mein
Fuß ausrutscht."
Es gibt Fallen, aber keine Erleichterung von meinem Elend, kein Entkommen für
mich.
Aber ich mache kein Geheimnis aus meiner Schuld, ich bin augfewühlt bei dem
Gedanken an meine Sünde.
Sie sind ohne Zahl, die sich mir ohne Ursache widersetzen, sie sind nicht zu zählen,
die mich hassen, unprovoziert,
Sie zahlen mir Böses für Gutes, sie verleumden mich für den Versuch, ihnen Gutes zu
tun.
Jahwe, sei keine Wüste für mich, mein Gott, steh nicht abseits von mir.
Komm schnell, meine Hilfe, Jahwe, mein Retter!

39

(Für den Chorleiter, für Jeduthun, ein Psalm Davids.) Ich sagte: „Ich werde sehen,
wie ich mich verhalten muss, damit ich nicht sündige durch meine Zunge. Ich werde
einen Maulkorb auf meinen Mund binden, solange ein Sünder in der Nähe ist."
Ich war dumm, stumm, sprachlos, aber des Sünders Wohlstand verdoppelte meine
Pein.
Mein Herz schwelte in mir, aber bei dem Gedanken an diese Sünder entbrannte es
und die Worte platzten heraus:
„Jahwe, lass mich wissen mein Schicksal, wie lange ich noch zu leben habe. Zeig mir
doch, wie zerbrechlich ich bin.
Schau, das du mir gegeben hast, eine Handbreit oder zwei des Lebens, die Länge
meines Lebens ist nichts für dich. Jeder Mensch, der auf der Erde steht, ist ein bloßer
Hauch von Wind,
Jedes menschliche Wesen, das nur ein Schatten ist, vom bloßen Windstoß ist der
Reichtum verweht, keiner weiß, wer wird davon profitieren."
So, jetzt, Jahwe, was soll ich hoffen? Meine Hoffnung ist in dir.
Rette mich vor allen meinen Sünden, mach mich nicht zum Hintern von Narren.
Ich schweige, ich spreche nicht mehr, da man bei der Arbeit gewesen ist.
Nimm die Geißel von mir. Ich bin von den Schlägen, mit denen du mich geschlagen,
vernichtet.
Du korrigierst Menschen durch die Bestrafung der Sünde, wie eine Motte, die frisst
alle Begierden auf. Ein Mensch ist nur Windhauch.
Jahwe, höre mein Gebet, höre meinen Schrei um Hilfe, sei nicht taub meinem
Weinen. Denn ich bin ein Fremder in deinem Haus, ein Nomade wie alle meine
Vorfahren.
Wende deinen Blick ab, dass ich frei atmen kann, bevor ich verlassen muss diese
Welt und bin nicht mehr!

40

(Für den Chorleiter, von David, ein Psalm.) Ich wartete, ich wartete auf Jahwe, dann
beugte er sich zu mir und hörte mein Schreien um Hilfe.
Er zog mich aus dem brodelnden Abgrund, aus dem Schlamm des Moores. Er stellte
meine Füße auf Felsen, und machte meine Schritte fest.
Er legte ein frisches Lied in meinen Mund, ein Lob unseres Gottes. Viele werden bei
dem Anblick überwältigt sein und werden ihr Vertrauen in Jahwe setzen.
Wie gesegnet sind die, die ihr Vertrauen auf Jahwe setzten, die mit Revolutionären
nicht eins sind und denjenigen, die in die Irre gegangen.
Wie viel hast du getan, Jahwe, mein Gott! Deine Wunder, deine Pläne für uns – nichts
ist ihnen gleich. Ich werde verkünden und sprechen von ihnen, sie sind ohne Zahl.
Du willst keine Opfer oder Speiseopfer, aber du gabst mir ein offenes Ohr, du fragst
nicht nach Brandopfern oder Sündopfern;
Da sagte ich: „Hier bin ich, ich komme." In der Rolle des Buches steht von mir
geschrieben,
Meine Freude ist es, deinen Willen zu tun, dein Recht, mein Gott, ist tief in meinem
Herzen.
Ich verkündete die rettende Gerechtigkeit Jahwes in der großen Versammlung. Siehe,
ich werde meine Zunge nicht zurückhalten, wie du weißt.
Ich habe mich nicht deiner Gerechtigkeit in der Tiefe meines Herzens verschlossen,
sondern von deiner Treue und Hilfe gesprochen. Ich habe kein Geheimnis gemacht
aus deiner Gnade zu den Gläubigen in der großen Versammlung.
Du, Jahwe, deine Zärtlichkeit enthalten mir nicht vor, deine Treue und Gnade werden
mich immer schützen.
Meine Sorgen um mich sind ohne Zahl, meine Sünden haben mich überholt, ich kann
nichts mehr sehen. Meine Sünden überwiegen die Haare auf meinem Haupt, und
mein Herz hämmert in mir.
Sei es zufrieden, Jahwe, mich zu retten, Jahwe, komm schnell und hilf mir!
Scham und Entsetzen allen, die mir das Leben nehmen wollen. Zurück mit ihnen, lass
sie gedemütigt werden, die sich an meinem Unglück erfreuen.
Lass sie entsetzt sein und beschämt, diejenigen, die zu mir sagen: "Aha! Aha!"
Aber Freuden und Wonnen allen, die dich suchen! Lass sie unaufhörlich schreien:
"Groß ist Jahwe", die deinen Weg lieben.
Arm und bedürftig, wie ich bin, aber Jahwe hat mich im Auge. Du, mein Helfer, mein
Retter, mein Gott, zögere nicht.

41

(Für den Chorleiter, ein Psalm Davids.) Selig ist, wer für die Armen und Schwachen
sorgt, in der Zeit der Not rettet ihn Jahwe.
Jahwe schützt ihn, er gibt ihm das Leben und die Lebenslust auf Erden. Lass ihn nicht
im Stich zur Freude seiner Feinde!
Jahwe stützt ihn auf seinem Krankenbett, er steht am Bett, wo er krank liegt.
Ich für meinen Teil, ich sagte: "Jahwe, erbarme dich meiner! Heile mich, denn ich
habe gegen dich gesündigt.“
Meine Feinde sprechen nur von der Katastrophe: "Wann wird er sterben und sein
Name vergessen werden?“
Wenn die Leute zu mir kommen, ihre Rede ist hohl, wenn sie rausgehe, verbreiten sie
die Nachricht mit Trotz in ihren Herzen.
Alle, die mich hassen, flüstern miteinander über mich und denken, ich verdiente das
Elend zu leiden.
"Eine schwerwiegende Krankheit hat ihren Griff auf ihn gelegt, dass er jetzt nach
unten muss, er wird nie wieder aufstehen."
Selbst mein vertrauenswürdigster Freund, auf den ich mich verlassen, der meinen
Tisch mit mir geteilt, verhöhnt mich.
Du aber, Jahwe, erbarme dich meiner! Stelle mich wieder auf meine Füße, und ich
werde ihnen nach ihrer Schuld vergelten.
Dies wird mich davon zu überzeugen, dass du Lust an mir hast, wenn mein Feind
nicht mehr über mich frohlockt.
Dann werde ich unversehrt bewahrt, und ich bleibe in deiner Gegenwart für immer.
Gepriesen sei der Jahwe, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen, Amen.

ZWEITES BUCH
42

(Für den Chorleiter, ein Gedicht von den Söhnen Korah.) Wie ein Hirsch nach
frischem Wasser sich sehnt, so sehne ich mich nach dir, mein Gott!
Ich habe Durst nach Gott, dem lebendigen Gott, und wann darf ich gehen, um das
Gesicht Gottes zu sehen?
Ich habe kein Essen, aber Tränen Tag und Nacht, den ganzen Tag lang bin ich
verspottet: "Wo ist denn dein Gott?"
Ich erinnere mich, wie ich mein Herz ausschüttete, wie ich früher unter gewandelt,
um in das Haus Gottes zu gehen, unter Schreien der Freude und des Lobpreises, dem
Klang des Festes.
Warum so niedergeschlagen, warum all diese Seufzer? Hoffe auf Gott! Ich werde ihn
immer noch loben, meinen Heiland,
Meinen Gott. Wenn ich niedergeschlagen bin, denke ich an dich: aus dem Land des
Jordan und des Hermon denke ich an dich, auf dem bescheidenen Berg.
Die Tiefe fordert alles mit dem Gebrüll des Katarakte, alle Wellen und Brandungen
sind über mich hingerollt.
Tags sendet Gott seine treue Liebe, und auch in der Nacht, das Lied in mir ist
inspiriert, ist ein Gebet zu meinem lebendigen Gott.
Da werde ich zu Gott sagen, meinem Fels: "Warum hast du mich vergessen? Warum
muss ich gehen in Trauer, vom Feind bedrängt?“
Der Tod ist in meinen Knochen, meine Feinde verspotten mich, den ganzen Tag lang
fragen sie mich: "Wo ist denn dein Gott?"
Warum so niedergeschlagen, warum all diese Seufzer? Hoffe auf Gott! Ich werde ihn
immer noch loben, meinen Retter, meinen Gott.

43

Richte mich, Gott, verteidige meine Sache gegen ein Volk, das keine treue Liebe hat,
und vor denen, die heimtückisch und ungerecht sind, rette mich.
Denn du bist der Gott meiner Kraft, warum hast du mich verlassen? Warum muss ich
gehen in Trauer, vom Feind bedrängt?
Sende deine Erleuchtung und deine Wahrheit, sie werden meine Führerinnen sein, um
mich deinem heiligen Berg auf den Ort zu bringen, wo du wohnst.
Dann werde ich zum Altar Gottes gehen, zu dem Gott meiner Wonne. Ich werde
jubeln und dich loben auf der Harfe, o Gott, mein Gott.
Warum so niedergeschlagen, warum all diese Seufzer? Hoffe auf Gott! Ich werde ihn
immer noch loben, meinen Retter, meinen Gott.

44

(Für den Chorleiter, von den Söhnen Korah, ein Gedicht.) Gott, wir haben gehört, wir
selbst, unsere Vorfahren haben es uns gesagt, von den Taten, die du getan hast in
ihren Tagen, in den alten Tagen,
Von deiner Hand. Um sie in das Land der Völker zu fuhren, hast die Raum für sie
gemacht und die Völkern verdrängt.
Es war nicht ihr Schwert, das das Land erobert hat, noch ihre eigenen Arme, die sie
siegreich gemacht haben, sondern es war die Hand und der Arm und das Licht deiner
Gegenwart, denn du, du liebtest sie!
Du bist mein König, mein Gott, der Jakobs Siege anordnet;
Durch dich eroberten wir unsere Gegner, in deinem Namen zertreten wir diejenigen,
die sich gegen uns erheben.
Denn mein Vertrauen setzte ich nicht auf meinen Bogen, mein Sieg war nicht durch
mein Schwert gewonnen;
Du warst es, der uns vor unseren Gegnern gewahrt, du machtest zuschanden, die uns
hassen.
Unsere Prahlerei war immer Gottes, wir lobten deinen Namen, ohne aufzuhören.
Sela.
Doch jetzt hast du uns aufgegeben und uns gedemütigt, und wir können das Feld mit
unseren Armeen nicht mehr einnehmen,
Da du uns verlassen, dass uns die Feind angreifen, die uns hassen plündern uns aus
bösem Willen.
Du übergibst uns über wie Schafe zum Schlachten, zerstreust uns unter den Nationen,
Du verkaufst dein Volk für eine Kleinigkeit und machst keinen Gewinn bei dem
Verkauf.
Du machst uns zum Hintern unserer Nachbarn, zu Spott und Hohn der Menschen um
uns herum,
Du machst uns zu einem Witz unter den Nationen, andere Völker schütteln den Kopf
über uns.
Den ganzen Tag brüte ich über meine Schande, die Schande steht klar geschrieben
auf meinem Gesicht,
Über den Klang der Beleidigung und des Missbrauchs, über den Anblick von Hass
und Rachsucht.
All dies hat uns betroffen, und doch haben wir dich nicht vergessen, noch waren wir
untreu deinem Bund,
Unsere Herzen sind nie abgefallen, unsere Füße haben sich nie verirrt auf dem Weg.
Doch du erniedrigst uns an dem Ort, wo Schakale leben, und tauchst uns ein in
dunkle Schatten des Todes.
Hätten wir vergessen den Namen unseres Gottes und unsere Hände ausgestreckt zu
einer fremden Gottheit,
Hätte nicht Gott dies herausgefunden? Denn er kennt die Geheimnisse des Herzens.
Um deinetwillen werden wir massakriert den ganzen Tag lang, wie Schafe
geschlachtet.
Erwache, Jahwe! Warum schläfst du? Erwache! Verlass uns nicht!
Warum hast du dein Gesicht abgewandt, und vergessen, dass wir arm sind und
beladen?
Denn wir sind nach unten bis in den Staub gebeugt und mit dem Bauch liegen wir auf
dem Boden.
Steh auf! Komm uns zu Hilfe! Erlöse uns, wie es deine treue Liebe verlangt.
45

(Für den Chorleiter, zur Melodie "Lilien“, von den Söhnen Korah, ein Gedicht, ein
Liebeslied.) Mein Herz ist durch ein edles Thema gerührt, ich richte mein Gedicht an
den König, meine Zunge gleicht der Feder von einem Meisterdichter.
Von allen Menschen bist du der Schönste, Anmut ist wie Tau auf deinen Lippen, denn
Gott hat dich für immer gesegnet.
Krieger, schnalle dein Schwert an deine Seite, in deiner Majestät und Pracht schreite
dahin,
Fahre auf in der Sache der Wahrheit, der Güte und Aufrichtigkeit. Spanne die Sehne
straff, spende Schrecken mit deiner rechten Hand.
Deine Pfeile sind scharf, Nationen liegen und betteln um Gnade, die Feinde des
Königs verlieren ihr Herz.
Dein Thron ist von Gott, für immer und ewig, das Zepter des Königtums ist ein
Zepter der Gerechtigkeit,
Du liebst Aufrichtigkeit und verabscheust das Böse. Deshalb hat Gott, dein Gott, dich
mit Freudenöl gesalbt wie keinen deiner Rivalen,
Deine Roben sind alle wie Myrrhe und Aloe. In Palästen von Elfenbein machen
Harfen dir Freude,
In deinem Gefolge sind Töchter der Könige, der Gefährtin an deiner rechten Hand ist
in Gold von Ophir gekleidet.
Höre, meine Tochter, merke auf meine Worte und höre, vergiss deine eigene Nation
und deine angestammte Heimat,
Und der König wird in Liebe deiner Schönheit verfallen, er ist dein Herr, beuge dich
vor ihm.
Die Tochter Tyrus wird zu deinen Gunsten mit Geschenken vor Gericht erscheinen,
und die reichsten Völker
Mit Juwelen in Gold gefasst. Bekleidet
In Brokat ist die Tochter des Königs zu dem König mit den Jungfrauen als ihrem
Gefolge geführt worden, ihre Gefährtinnen sind zu ihr gebracht,
Sie ward in den Palast des Königs mit Freude und Jubel gebracht.
Statt deiner Vorfahren wirst du Söhne haben, man wird sie zu Herrschern über die
ganze Welt machen.
Ich werde deinen Namen rühmen von Generation zu Generation, so dass die Nationen
dein Lob für immer und ewig singen werden.

46

(Für den Chorleiter, von den Söhnen Korah. Für Oboe. Gesang.) Gott ist sowohl
Zuflucht als auch Kraft, für uns eine Hilfe, immer in Schwierigkeiten bereit;
So werden wir keine Angst haben, obwohl die Erde in Aufruhr ist, obwohl Berge in
die Tiefen des Meeres stürzen,
Und ihre Gewässer brüllen und brodeln, und die Berge wanken, wie es wuchtet.
Jahwe Zebaoth ist mit uns, unsere Zitadelle, der Gott Jakobs. Sela.
Es ist ein Fluss, dessen Ströme bringen Freude, in Gottes Stadt, geheiligt ist die
Wohnung des Höchsten.
Gott ist in der Stadt, sie kann nicht fallen, mit Anbruch des Tages kommt Gott zu
ihrer Rettung.
Nationen sind in Aufruhr, Königreiche sind am Taumeln, wenn er seine Stimme
erhebt, bröckelt die Erde weg.
Jahwe Zebaoth ist mit uns, unsere Zitadelle, der Gott Jakobs. Sela.
Komm, betrachte die Wunder Jahwes, die erstaunlichen Taten, die er auf der Erde
getan hat;
Er setzt ein Ende den Kriegen auf der ganzen weiten Welt, den Bogen zerbricht er, er
schnappt sich den Speer, Schilde verbrennt er im Feuer.
„Erkennt doch an, dass ich Gott bin, erhaben über Nationen, der Höchste auf der
Welt."
Jahwe Zebaoth ist mit uns, unsere Zitadelle, der Gott Jakobs. Sela.

47

(Für den Chorleiter, von den Söhnen Korah, ein Psalm.) Klatscht in die Hände, alle
Völker, klatscht Beifall Gott mit Jubelrufen!
Denn Jahwe, der Allerhöchste, ist herrlich, der große König über die ganze Erde.
Er bringt Völker unter unser Joch und Nationen unter unsere Füße.
Er wählt für uns unser Geburtsrecht, den Stolz Jakobs, den er liebet. Sela.
Gott geht ein auf Rufe des Beifalls, Jahwe lässt sich hören zu einer Fanfare auf dem
Widderhorn.
Lasst die Musik-Töne klingen für unseren Gott, lasst die Musik-Töne für unseren
König klingen.
Denn er ist König der ganzen Welt, lernt die Musik, lasst sie für Gott klingen!
Gott herrscht über die Nationen auf seinem heiligen Thron.
Die Führer der Nationen sammeln sich, die Menschen vor dem Gott Abrahams. Die
Schilde der Erde gehören Gott, der hoch erhaben ist.

48

(Gesang der Kinder Kora.) Groß ist Jahwe und hoch zu loben in der Stadt unseres
Gottes, auf dem heiligen Berg,
Reich an Schönheit ist die Freude der ganzen Welt: der Berg Zion im Herzen des
Nordens, die Stadt des großen Königs;
Gott selbst unter ihren Palästen hat sich als ihr Bollwerk erwiesen.
Denn siehe, Könige schlossen die Allianz, sie rückten zusammen an;
Ohne einen zweiten Blick, als sie es sahen, gerieten sie in Panik und flohen.
Zittern ergriff sie an Ort und Stelle, Schmerzen wie bei einer Frau in Wehen;
Es war der Ostwind, der Strandräuber von Schiffen aus Tarsis.
Was wir gehört hatten, sahen wir für uns selbst in der Stadt unseres Gottes, in der
Stadt Jahwe Zebaoths, von Gott für immer gegründet. Sela.
Wir reflektieren deine treue Liebe, Gott, in deinem Tempel!
Sowohl dein Name, als auch dein Lob, Gott, sind über die ganze Welt ausgebreitet.
Deine rechte Hand ist voll von Gerechtigkeit,
Der Berg Zion freut sich, die Töchter Judas begeistern sich über deine Gerechtigkeit.
Geh in der Runde um Zion herum, zu Fuß gehe hindurch und zähle ihre Bastionen,
Bewundere ihre Mauern, untersuche ihre Paläste, um den den künftigen Generationen
davon zu erzählen,
Dass ein solcher Gott ist Gott, unser Gott für immer und ewig, er ist unser Führer!

49

(Für den Chorleiter, von den Söhnen Korah, ein Psalm.) Hört dies, alle Nationen, hört
dies, alle die auf Erden wohnen,
Personen hoch und niedrig, arm und reich!
Meine Lippen sprechen Sophia aus, mein Herz flüstert tiefe Gefühle.
Ich höre sorgfältig einem Sprichwort zu, ich habe mein Rätsel gestellt zur Musik der
Harfe.
Warum sollte ich mich fürchten in Zeiten der Not? Böse Hunde umgeben mich.
Sie vertrauen auf ihren Reichtum und die Ehre der Fülle ihres Reichtums.
Aber niemand kann sich jemals freikaufen oder sein eigenes Lösegeld an Gott zahlen,
Der Preis für sich selbst ist zu hoch, man kann ihn nicht bezahlen,
Dass er würde für immer weiterleben und den Anblick des Abgrunds vermeiden.
Denn er wird sehen, dass die Weisen sterben auch nicht weniger als die Narren und
die Brutalen, und lassen ihren Reichtum hinter sich zurück für andere.
Denn immer sind sie zu Hause, Gräber sind ihre Wohnstätte. Alter folgt auf Alter,
obwohl sie ganzen Gebieten ihren Namen gaben.
Im Wohlstand verlieren die Menschen ihre guten Sinn, da sind sie nicht besser als
dumme Tiere.
So gehen sie in ihrem Selbstbewusstsein dahin, bis zum Ende sind sie zufrieden mit
ihrem Schicksal. Sela.
Sie werden in die Hölle eingeschrieben wie Schafe, der Tod wird sie auf die Weide
führen, und diejenigen, die ehrlich sind, werden über sie herrschen. Am Morgen wird
jede Spur von ihnen weg sein, die Hölle wird ihre Heimat sein.
Aber meine Seele will mein Gott erlösen aus den Fängen der Unterwelt, und er wird
mich dem Tode wegschnappen. Sela.
Seid nicht eingeschüchtert, wenn jemand reich wird und lebt in immer größerer
Pracht;
Wenn er stirbt, wird er nichts mit sich nehmen, sein Vermögen wird nicht mit ihm
gehen.
Obwohl er sich selbst verwöhnte, während er lebte - und die Menschen lobten ihn -
Er wird gehen, um die Reihen seiner Vorfahren zu füllen, die kommen nie wieder, um
das Licht zu sehen.
Im Wohlstand verlieren die Menschen ihren guten Sinn, da sind sie nicht besser als
dumme Tiere.

50
(Ein Psalm von Asaph.) Der Gott der Götter, Jahwe, spricht, von Osten nach Westen
ruft er die Erde.
Aus Zion, der Perfektion der Schönheit, strahlt er aus;
Er kommt, unser Gott, und wird nicht schweigen. Verzehrendes Feuer ist vor ihm und
tobender Sturm um ihn herum,
Er ruft den Himmel von oben, und die Erde, um sein Volk zu richten.
"Versammelt mir meine Gläubigen, die meinen Bund beim Opfer versiegeln."
Die Himmel verkünden seine rettende Gerechtigkeit: "Gott selbst ist Richter.“ Sela.
„Höre, mein Volk, ich spreche, Israel, ich habe Beweise gegen dich, ich, Gott, dein
Gott.“
"Es ist nicht dein Opfer, dass ich Fehler daran fände, diese verbrannten Opfer sind
ständig vor mir;
Ich werde keinen Stier aus euren Häusern, noch eine einzige Ziege von euch
akzeptieren.
Denn alle Waldbewohner sind schon von mir, die Tiere auf den Bergen zu Tausenden.
Ich weiß von jedem Vogel in der Luft, was auch immer in den Feldern sich bewegt,
ist mein.
Wenn ich hungrig wäre, würde ich es dir nicht sagen, da die Welt und alles, was sie
enthält, mein ist.
Wollte ich das Fleisch von Stieren essen oder trinken das Blut von Böcken?
Lass Danksagung dein Opfer vor Gott sein, erfülle dein Gelübde, das du dem
Höchsten gegeben;
Dann, wenn du mich anrufst in der Zeit der Not, werde ich dich retten, und du wirst
mich verehren.
Aber dem Gottlosen, Gott sagt ihm: "Was für ein Recht hättest du, meine Satzungen
zu rezitieren, meinen Bund auf die Lippen zu nehmen,
Wenn du doch hassest meine Lehre, und wirfst meine Worte hinter dich?
Du freundest dich mit einem Dieb an, sobald du einen siehst, bei Ehebrechern fühlst
du dich zu Hause,
Dein Gespräch wird reich an Bosheit sein, und deine Zunge zu widmest du der
Erfindung von Lügen.
Du sitzt da, verleumdest deinen eigenen Bruder, den Sohn deiner Mutter verleumdest
du.
Du tust dies, und ich sollte nichts sagen? Glaubst du, dass ich das wirklich mag? Ich
beschwöre dich, wende dein Gesicht mir zu.
Denkst du, Gott vergesse das? Ich werde kommen und dich zerreißen, denn du bist
ohne Hoffnung und Retter.
Mich zu rühmen ist für mich ein Opfer des Dankes, dem Aufrechten werde ich das
Heil Gottes zeigen."

51
(Für den Chorleiter, von David. Als der Prophet Nathan zu ihm gekommen, weil er
eingegangen war zu Bathseba.) Erbarme dich meiner, o Gott, in deiner Gnade, in
deiner großer Zärtlichkeit wischen meine Straftaten ab;
Wasche mich rein von meiner Schuld, reinige mich von meiner Sünde.
Denn ich bin mir bewusst meines Vergehens, meine Sünde ist mir stets vor Augen.
Gegen dich allein habe ich gesündigt, ich habe getan, was du als falsch ansiehst.
Mögest du deine Gerechtigkeit zeigen, wenn du das Urteil sprichst, und deinen Sieg
offenbaren im Rechtsstreit.
Erinnere dich, das ich von dem Augenblick der Empfängnis an geboren wurde als
schuldig, ein Sünder.
Aber du begeisterst dich an Aufrichtigkeit des Herzens, und im Mysterium offenbarst
du mir Sophia.
Reinige mich mit Ysop, bis ich sauber bin, wasche mich, bis ich weißer bin als
Schnee.
Lass mich den Klang hören der Freude und der Wonne, und dem du die Knochen
zerbrochen hattest, du wirst ihn tanzen lassen.
Wende dein Gesicht ab von meinen Sünden, und wische alle meine Schuld ab.
Gott, gib mir ein reines Herz, erneuere in mir einen entschiedenen Geist,
Stoße mich nicht weg von deinem Angesicht, nimm nicht weg von mir deine Ruach
der Heiligkeit.
Mach mich wieder froh mit deinem Heil, erhalte in mir einen großzügigen Geist.
Ich will die Bösen in deinen Wegen unterrichten, und die Sünder werden zu dir
umkehren.
Befreie mich vom Blutvergießen, Gott, du Gott meines Heiles, und meine Zunge wird
deiner Gerechtigkeit Beifallrufe geben.
Jahwe, öffne meine Lippen, und mein Mund wird deinen Lobpreis aussprechen.
Opfer machen dir keine Freude, Brandopfer wünschst du nicht.
Opfer für Gott ist ein zerbrochener Geist, ein gebrochenes, zerschlagenes Herz wirst
du nie verachten.
In deiner Liebenswürdigkeit tu Zion Gutes, bewirke den Wiederaufbau der Mauern
von Jerusalem.
Dann wird dich ein aufrechtes Opfer erfreuen, Brandopfer und Ganzopfer, und
Jungbullen werden auf deinem Altar dir angeboten werden.

52

(Für den Chorleiter, ein Poem von David. Als Doeg, der Edomiter, zu Saul ging und
ich warnte: "David ist in Abimelechs Haus gegangen.“) Warum habt ihr solchen
Stolz, die ihr böse seid, verfechtet Schurkerei den ganzen Tag lang
Und plant Verbrechen? Deine Zunge ist gestochen scharf, du Meister der Perfidie!
Du liebst das Böse mehr als das Gute, die Lüge mehr als die Aufrichtigkeit. Sela.
Du schwelgst in destruktiven Diskussionen, verräterische Zunge!
Das ist es, warum Gott dich zerquetschen wird, dich ein für alle Mal zerstören wird,
er rafft dich hinweg aus deinem Zelt, entwurzelt dich aus dem Land der Lebenden.
Sela.
Der Aufrechte wird ehrfürchtig sein, wenn er es sieht, er wird ihn verspotten:
"So viel für jemanden, der nicht setzte sein Vertrauen in Gott, sondern verließ sich
auf seinen eigenen großen Reichtum, und machte sich stark durch Kriminalität."
Ich aber, wie ein blühender Olivenbaum im Hause Gottes, mein Vertrauen ist in
Gottes treue Liebe, für immer und ewig.
Ich werde dich für immer loben für das, was du getan hast, und werde deinem Namen
vertrauen, der so voller Güte, in der Gegenwart deiner Gläubigen.

53

(Für den Chorleiter. In der Krankheit. Ein Poem von David.) Der Narr spricht in
seinem Herzen, er sagt: "Es gibt keinen Gott!" Sie sind korrupt, gemein und
ungerecht, nicht einer von ihnen macht es richtig.
Gott blickt vom Himmel auf die Kinder von Adam, zu sehen, ob ein Einziger klug ist,
ein Einziger Gott sucht.
Alle haben sich als treulos erwiesen, alle sind gleich schlecht geworden, nicht einer
von ihnen macht es richtig, nicht ein Einziger.
Sind sie sich nichts bewusst, diese Übeltäter? Sie verschlingen mein Volk, dies ist das
Brot, das sie essen, und zu Gott rufen sie nie.
Sie werden von Angst ergriffen werden, genau dort, wo es keine Notwendigkeit der
Angst gibt, denn Gott zerstreut die Gebeine derer, der euch belagern, sie werden
verspottet, weil Gott sie ablehnt.
6 Wer wird aus Zion bringen Heil für Israel? Wenn Gott seine Leute nach Hause
bringt, welche Freude für Jakob, was für ein Glück für Israel!

54

(Für den Chorleiter, auf Saiteninstrumenten. Ein Poem von David. Als die Siphiter
gingen zu Saul und sagten: "Ist das nicht David, versteckt bei uns?“) Gott, rette mich,
bei deinem Namen, in deiner Macht rechtfertige mich.
Gott, höre mein Gebet, höre auf die Worte, die ich spreche.
Arrogante Menschen sind es, die mich angreifen, Schläger hetzen mich zu Tode, kein
Platz ist in ihren Gedanken für Gott. Sela.
Aber jetzt, Gott ist meine Hilfe, Jahwe kommt, er ist unter denen, die mich
unterstützen.
Möge ihre Bosheit zurückfallen auf diejenigen, die auf mich lauern. Jahwe, in deiner
Treue, zerstöre sie.
Wie gern werde ich dir opfern, und loben deinen Namen, denn er ist gut,
Denn er hat mich von all meinem Kummer gerettet, und mein Auge schaut auf meine
Feinde herab.

55

(Für den Chorleiter, zum Saitenspiel, ein Poem von David.) Gott, höre mein Gebet,
verbirg dich nicht vor meiner Bitte,
Höre mich an, antworte mir, meine Probleme geben mir keine Ruhe. Mich schaudert
Beim Schreien des Gegners, die dem Aufschrei der Gottlosen, sie häufen sich gegen
mich, in ihrer Wut bringen sie feindliche Vorwürfe gegen mich vor.
Mein Herz windet sich in mir, die Schrecken des Todes sind über mich gekommen,
Furcht und Zittern überwältigen mich und packen mich schaudernd.
Und ich sage: „Wer wird mir Flügel wie Tauben geben, zu fliegen und Ruhe zu
finden?“
Wie weit würde ich entkommen, und mir bauen ein Nest in der Wüste! Sela.
Ich würde bald eine Zuflucht finden vor dem Sturm von Missbrauch,
Vor dem zerstörerische Sturm, Jahwe, vor dem Schwall ihrer Zungen. Denn ich sehe
Gewalt und Streit in der Stadt,
Tag und Nacht, sie machen ihre Runden entlang der Stadtmauer, innen leben Bosheit
und Unfug,
Es lebt innen die Zerstörung, Tyrannei und Verrat weichen nie von ihrem zentralen
Platz.
Gab es einen Feind, der mich beleidigte, ich konnte es ertragen, wenn ein Gegner
ausgespielt gegen mich, ich konnte mich von ihm abwenden.
Du aber, eine Person meines eigenen Ranges, ein Kamerad und lieber Freund,
Dem ich durch innige Freundschaft im Haus Gottes verbunden war! Mögen sie fallen
in Unordnung,
Möge der Tod auf sie hinabsteigen, mögen sie nach unten gehen, um am Leben der
Hölle teilzuhaben, da der Böse teilt mit ihnen sein Haus.
16 Ich für meinen Teil, ich appellier an Gott, und Jahwe rettet mich;
Abend, morgens, mittags, beklage ich mich und stöhne. Er hört meine Schreie,
Er erlöst mich und gibt mir Frieden vor der Fehde gegen mich, denn sie streiten nicht
zu Recht gegen mich.
Aber Gott wird es hören und wird sie demütigen, er, der von Anfang an inthronisiert
ist, keine Bewegung des Herzens hat er für sie, denn sie fürchten Gott nicht.
Sie greifen die an, die in Frieden mit ihnen gehen, sie nehmen zurück ihre Eide;
Ihr Mund ist glatter als Butter, aber es ist eine Feindschaft in ihren Herzen; ihre Worte
sind beruhigender als Öl, und doch geschärft wie Schwerter.
Lade deine Last bei Jahwe ab, und er wird dich stützen, nie wird er den Aufrechten
stolpern lassen.
Du, Gott, wirst sie schleudern nach unten in den Abgrund der Zerstörung, die
blutrünstigen und trügerischen Menschen, bevor die Hälfte ihrer Tage vorüber ist. Ich
für meinen Teil, ich habe mein Vertrauen in dich gesetzt.

56

(Für den Chorleiter, zur Melodie "Die Unterdrückung der fernen Fürsten", von David,
mit einer ruhigen Stimme zu singen. Als die Philister ihn ergriffen in Gath.) Hab
Mitleid mit mir, Gott, wie sie mich bedrängen, verstärken ihre Angriffe den ganzen
Tag.
Diejenigen, die mich bedrängen, lauern auf mich den ganzen Tag, unzählige sind
diejenigen, die mich von den Höhen angreifen.
Wenn ich mich fürchte, setz ich mein Vertrauen auf dich,
Auf Gott, dessen Wort ich lobe, auf Gott setze ich mein Vertrauen und habe keine
Angst mehr, welche Macht hat dann noch die menschliche Kraft über mich?
Den ganzen Tag nörgeln sie an meinen Worten herum, ihr einziger Gedanke ist es,
mir zu schaden,
Sie versammeln sich, sie liegen auf der Lauer und spionieren meine Bewegungen aus,
als ob sie entschlossen wären, mir mein Leben zu nehmen.
Wegen dieser Verbrechen lehne sie ab, in deinem Zorn, Gott, schlage die Völker
nieder.
Du selbst hast all meinen Kummer gezählt, du sammelst meine Tränen in deinen
Weinschlauch.
Dann werden meine Feinde zurückweichen an dem Tag, wenn ich zu dir rufe. Das
weiß ich, dass Gott auf meiner Seite ist.
Auf Gott, dessen Wort ich lobe, auf Jahwe, dessen Wort ich lobe,
Auf Gott hab ich mein Vertrauen gesetzt und habe keine Angst mehr, was kann ein
sterblicher Mensch mir antun?
Ich bin gebunden von dem Gelübde, das ich abgelegt habe, Gott, ich werden dir
zahlen die Schulden des Dankes,
Denn du hast gerettet meine Leben aus dem Tod, in der Gegenwart Gottes zu
wandeln, im Licht der Lebenden.

57

/Für den Chorleiter, zur Melodie "Zerstöre nicht", von David, mit einer ruhigen
Stimme zu singen. Als er Saul entkam in der Höhle.) Hab Mitleid mit mir, Gott, hab
Erbarmen mit mir, denn ich vertraue auf dich und nehme Zuflucht im Schatten deiner
Flügel, bis die Zerstörung vorbei ist.
Ich rufe zu Gott, dem Höchsten, zu Gott, der alles für mich getan hat;
Er sende vom Himmel und rette mich, und prüfe die, die mich bedrängen. Gott
schickt seine treue Liebe und seine Beständigkeit. Sela.
Ich liege inmitten von Löwen, gierig nach menschlicher Beute, ihre Zähne sind
Speere und Pfeile, ihre Zunge ist ein scharfes Schwert.
Über den Himmel sollst du erhoben werden, Gott! Dein Ruhm geht über die ganze
Erde!
Sie legten mir eine Schlinge in den Weg, ich war von Sorgen gebeugt, sie haben eine
Grube gegraben vor mir, aber sie fielen selbst hinein. Sela.
Mein Herz ist bereit, Gott, mein Herz ist bereit, ich will singen und Musik machen
für dich.
Wach auf, mein Ruhm! Wacht auf, Leier und Harfe, dass ich die Morgenröte
erwecke!
Ich werde dich unter den Völkern preisen, Jahwe, ich werde Musik machen für dich
unter den Nationen,
Denn deine treue Liebe reicht bis in den Himmel, deine Treue zu den Wolken.
Über den Himmel sollst du erhoben werden, Gott! Dein Ruhm geht über die ganze
Erde!
58

(Für den Chorleiter, zur Melodie "Zerstöre nicht", von David, mit einer ruhigen
Stimme zu singen.) Göttliche, wie ihr seid, habt ihr wirklich aufrechte Urteile? Seid
ihr gute Richter der Kinder von Adam?
Nein! Ihr entwickelt Ungerechtigkeit in euren Herzen und Händen, die ihr mit eurer
Tyrannei auf der Erde waltet.
Seit dem Mutterschoß sind sie in die Irre geführt mit ihren ungerechten Urteilen, die
Bösen, auf dem falschen Weg seit ihrer Geburt.
Sie sind giftig wie die Schlange, taub wie die Natter, mit verschlossenen Ohren,
Um nicht die Musik des Magiers zu hören, der geschickt seine Zaubereien singt.
Gott, zerbrich ihnen die Zähne im Mund, die Zähne zerbrich dieser jungen Löwen, o
Jahwe.
Mögen sie abfließen wie Wasser und ablaufen zu verschwinden, sie mögen verwelken
wie zertrampeltes Gras,
Wie die Schnecke, die wie ein totgeborenes Kind sind, das nie die Sonne sieht.
Bevor die Dornen sprießen wie die Brombeere, grün oder verbrannt, die Vergeltung
wirbelt sie weg.
Der Aufrechte wird sich freuen zu sehen, wie die Rache getan wird, und wird seine
Füße im Blut der Gottlosen baden.
„So“, werden die Menschen sagen, "der Aufrechte hat seine Belohnung, es gibt einen
Gott, zu belohnen die Gerechtigkeit auf Erden."

59

(Für den Chorleiter, zur Melodie "Zerstöre nicht", von David, mit einer ruhigen
Stimme zu singen. Als Saul Männer sandte in Davids Haus, um ihn zu töten.) Befreie
mich von meinen Feinden, mein Gott, meine Burg werden mir vor meinem Angreifer,
Rette mich vor den Übeltätern, vor den Männern der Gewalt rette mich.
Schau sie dir an, sie lauern mir auf, sind gewalttätige Männer, mich anzugreifen, der
ich ohne Fehler bin, keine Sünde tat ich, Jahwe,
Keine Schuld hab ich, doch kommen sie angerannt, Stellung zu beziehen. Wach auf,
steh mir bei und halte mich fest,
Jahwe Elohim Zebaoth, Gott Israels, erhebe dich, alle Nationen zu bestrafen, hab
keine Gnade für alle diesen bösartigen Verräter. Sela.
Zurück kommen sie bei Einbruch der Dunkelheit, knurrend wie Hunde, so streifen sie
durch die Stadt.
Siehe, wie sie in der Rede mit Schwertern auf den Lippen schimpfen: "Wer ist da, uns
zu hören?"
Du für deinen Teil, Jahwe, du wirst über sie lachen, du treibst Spott mit allen
Nationen.
Meine Kraft, ich halte ich meine Augen fest auf dich fixiert. Denn meine Hochburg
ist Gott,
Der Gott, der mich liebet, der treu kommt, um mich zu treffen, Gott wird mich meine
Augen weiden lassen an denjenigen, die auf mich lauern.
Vernichte sie nicht, oder mein Volk könnte vergessen, erschüttere sie in deiner Macht,
demütige sie tief, o Jahwe, unser Schild.
Die Sünde ist in ihrem Mund, die Sünde auf ihren Lippen, so lassen sie mich
eingefangen werden vom Stolz ihrer Flüche und Lügen, die sie aussprechen.
Zerstöre sie in deinem Zorn, zerstöre sie, bis sie nicht mehr sind, und dann sei es
bekannt, dass mein Gott ist Meister in Jakob und auf der ganzen weiten Welt. Sela.
Zurück kommen sie bei Einbruch der Dunkelheit, knurrend wie Hunde, sie streifen
durch die Stadt,
Suchen etwas zu essen, knurren, wenn sie satt geworden.
Und so habe ich von deiner Kraft zu singen, am Morgen klatsche ich Beifall deiner
treuen Liebe, die ist eine Hochburg für mich, eine Zuflucht hab ich, wenn ich in
Schwierigkeiten bin.
Meine Kraft, ich werde Musik machen für dich, denn meine Festung ist Gott, der
Gott, der mich in Treue liebet.

60

(Für den Chorleiter, zur Melodie "Junge Lilie". Mit einer ruhigen Stimme zu singen,
von David. Als er war Krieg führte mit Aram-Naharaim und Aram-Zobah, und Joab
marschierte zurück, bis zwölftausend Edomiter im Salztal vernichtet worden.) Gott,
du hast uns verworfen, uns gebrochen, du warst wütend, komm nun zurück zu uns!
Du lässt die Erde erzittern, du teilst sie, jetzt flicke ihre Risse, sie ist immer noch
schwankend.
Du hast dein Volk gezwungen, einen bitteren Trank zu trinken, du zwangest uns,
einen Wein zu trinken, der uns taumeln gemacht.
Du gabst ein Zeichen denjenigen, die dich fürchten, sie aus der Reichweite der Bögen
entweichen zu lassen. Sela.
Denn diejenigen, die du liebest, die rettest du, rette uns mit deiner rechten Hand und
antworte uns.
Gott hat aus seinem Heiligtum gesprochen: "Im Triumph werde ich aufteilen Sichem,
und teile das Tal Sukkot.
Mein ist Gilead, mein Manasse, Ephraim ist der Helm auf meinem Kopf, Juda mein
Zepter,
Moab ist eine Wasch-Schüssel für mich, auf Edom werfe ich meine Sandale.“
Versuch es nun, schreie: "Sieg!" über die Philister!
Wer wird mich zu einer befestigten Stadt führen, wer wird mich nach Edom führen,
Wenn nicht du, der Gott, der uns abgelehnt hat? Gott, willst du nicht mehr mit
unseren Armeen marschieren?
Bring uns Hilfe in unserer Zeit der Krise, da ist jede menschliche Hilfe wertlos.
Mit Gott werden wir Taten der Tapferkeit tun, er wird zertreten unsere Feinde.

61
(Für den Chorleiter, zum Saitenspiel, von David.) Gott, höre meinen Schrei, höre
mein Gebet.
Vom Ende der Erde rufe ich zu dir mit Ohnmacht des Herzens. Führe mich auf den
hohen Felsen, der weit außerhalb meiner Reichweite steht.
Denn du bist meine Zuversicht, ein starker Turm vor dem Feind.
Lass mich im Zelt bleiben für immer, gewähre mir Zuflucht im Schutze deiner
Flügel!
Denn du, Gott, nimmst mein Gelübde an, du hast mir gewährt das Erbe derer, die
deinen Namen fürchten.
Der König lebe weiter, lasse du seine Jahre Alter nach Alter währen.
Möge sein Thron immer in der Gegenwart Gottes sein, deine treue Liebe und
Beständigkeit mögen über ihm sein.
Dann werde ich immer singen deinem Namen, Tag für Tag mein Gelübde erfüllen.

62

(Für den Chormeister, für Jeduthun, ein Psalm Davids.) In Gott allein ist Ruhe für
meine Seele, von ihm kommt meine Sicherheit;
Er allein ist mein Fels, meine Sicherheit, meine Burg, so dass ich stehe unerschüttert.
Wie lange wollt ihr mich opfern, ihr alle zusammen, mit der Absicht mich zu
ermorden, wie einen zerbröckelnden Schutzwall, eine bereits beschädigte Mauer?
Das Tricksen ist ihr einziger Plan, Täuschung ihre einzige Freude, mit Lügen auf den
Lippen sprechen sie einen Segen aus, mit einem Fluch in ihren Herzen. Sela.
Ruhe in Gott allein, meine Seele! Er ist die Quelle meiner Hoffnung.
Er allein ist mein Fels, meine Sicherheit, meine Burg, so dass ich stehe
unerschütterlich.
In Gott ist meine Sicherheit und meine Ehre, dem Fels meiner Kraft. In Gott ist meine
Zuflucht;
Vertraut auf ihn, ihr Menschen, zu allen Zeiten. Schüttet das Herz vor ihm aus. Gott
ist ein Refugium für uns. Sela.
Gewöhnliche Menschen sind nur ein Windhauch, wichtige Leute eine Täuschung,
stelle beide zusammen auf die Waage, sie sind leichter als ein Windstoß.
Setze kein Vertrauen in Erpressung, setze keine leeren Hoffnungen in Raub, und
wenn sich dir der Reichtum vermehrt, so hänge dein Herz nicht daran.
Als Gott gesprochen hatte, habe ich zweimal dies gehört: die Kraft ist Gottes,
Du, Jahwe, du bist die treue Liebe, und du zahlst zurück jedem wie seine Taten es
verdienen.

63

(Psalm Davids, als er war in der Wüste von Juda.) Gott, mein Gott bist du, ich sehne
mich nach dir, mein Herz dürstet nach dir, mein Körper lechzt nach dir wie ein
ausgedörrtes Land, öde und ohne Wasser.
So habe ich nach dir im Heiligtum ausgeschaut, da deine Macht und Herrlichkeit ist.
Besser ist deine treue Liebe als das Leben selbst, meine Lippen werden dich loben.
Also ich werde dich segnen, mein ganzes Leben lang, und in deinem Namen
aufheben meine Hände.
Alle meine Sehnsüchte sind wie Fett und leckere Speise, ein Lied der Freude ist auf
meinen Lippen und Lobpreis in meinem Mund.
Auf meinem Bett, wenn ich an dich denke, musiziere ich dir in den Stunden der
Nacht,
Denn du bist schon immer meine Hilfe gewesen, im Schatten deiner Flügel freue ich
mich;
Mein Herz hängt an dir, deine rechte Hand unterstützt mich.
Mögen diejenigen, die mich zu Tode hetzen, hinabfahren in die Tiefen der Erde,
Über der Klinge des Schwertes springen, und als Nahrung für Schakale enden.
Dann wird der König wird sich freuen in Gott, und alle, die bei ihm schwören,
werden Anerkennung gewinnen, denn die Münder der Lügner sind zum Schweigen
gebracht.

64

(Für den Chorleiter, ein Psalm Davids.) Höre, Gott, meine Stimme, wenn ich bitte,
schütze mein Leben vor der Furcht vor dem Feind;
Versteck mich vor der Loge der Bösen, vor der Bande von Übeltätern.
Sie schärfen ihre Zunge wie ein Schwert, sie wollen ihre Pfeile mit Gift
missbrauchen,
Sie schießen auf den Unschuldigen aus der Deckung, schießen plötzlich auf den, der
nichts zu befürchten hatte.
Sie unterstützen sich gegenseitig in ihren bösen Plänen und diskutieren, wie sie ihre
Fallstricke legen könnten. "Wer kann uns sehen?" sagen sie,
"Oder wer wird in unsere Mysterien eindringen?“ Er wird es tun, er, der Mensch
dringt in die Natur, um ihre Tiefen zu ergründen, die Tiefen des Herzens.
Gott hat sie mit seinem Pfeil erschossen, plötzlich waren ihre Wunden da.
Er bringt sie nach unten wegen ihrer Zunge, und alle, die sie sehen, schütteln den
Kopf.
Jeder wird ehrfürchtig sein, zu verkünden, was Gott getan hat, und zu verstehen,
warum er es getan hat.
Der Aufrechte wird sich in Jahwe freuen, er wird auf ihn trauen, und alle die
Ehrlichen werden ihn loben

65

(Für den Chorleiter, ein Psalm Davids, ein Gesang.) Lob steht dir zu, Gott, in Zion.
Deine Verheißungen, sie müssen erfüllt werden,
Gebete wirst du beantworten. Die gesamte Menschheit muss zu dir kommen
mit ihren sündhaften Taten. Unsere Fehler überwältigten uns, aber du wolltest sie
auslöschen.
Wie gesegnet derjenige, den du erwählt und eingeladen in deinem Gerichtssaal zu
wohnen. Wir werden gefüllt werden mit den guten Dingen aus deinem Haus, deinem
heiligen Tempel.
Du reagierst, uns mit den Wundern deiner Gerechtigkeit zu retten, Gott, unser Retter,
Hoffnung der ganzen weiten Welt, auch der fernen Inselreiche.
Durch deine Kraft hältst du die Berge stabil, in Kraft gekleidet,
Du stillst die Turbulenzen der Meere, den Aufruhr ihrer Wellen. Die Völker sind in
Aufruhr, in Panik sind diejenigen, die an den Enden der Erde leben;
Deine Wunder bringen Jubel in die Pforten des Morgens und des Abends.
Du besuchst die Erde und machst sie fruchtbar, mögest du sie mit Reichtum füllen,
der Fluss von Gott quillt über von Wasser, du entbietest das Korn. Zu diesem Zweck
Tränkst du die Furchen reichlich Wasser, erweichst die Erde mit Schauern und
segnest ihre Triebe.
Du krönst das Jahr mit deiner Großzügigkeit, Reichtum sickert aus deinen Fußspuren,
Die Weiden der Wüste werden feucht, es werden die Hänge in Freude eingehüllt,
Die Wiesen mit Herden, die Täler mit Weizen bedeckt, sie schreien und singen vor
Wonne!

66

(Für den Chorleiter, ein Lied, ein Psalm.) Verherrlicht Gott, alle Länder der Erde,
Singt Psalmen der Herrlichkeit seines Namens, verherrlicht ihn mit Lobpreis,
Sagt zu Gott: "Wie fantastisch du bist!" Deine Erfolge sind das Maß deiner Macht,
deine Feinde zu umwerben zu deinen Gunsten,
Alle Welt verneige sich vor ihm, singt Psalmen, singt Psalmen auf seinen Namen.
Sela.
Kommt und seht die Wunder Gottes, seine wunderbare Taten für die Kinder von
Adam:
Er verwandelte das Meer in trockenes Land, sie überquerten den Fluss zu Fuß. Also
lasst uns in ihm froh sein,
Er regelt alles durch seine Kraft, seine Augen wachen über die Nationen, die sich
zum Aufstand gegen ihn erheben. Sela.
Nationen, segnet unseren Gott, lasst das Geräusch von seinem Lobpreis gehört
werden;
Er bringt uns zum Leben und bewahrt unsere Füße vorm Stolpern.
Gott, du hast uns auf die Probe gestellt, uns raffiniert wie Silber,
Du hast uns lassen ins Netz fallen, uns eine schwere Belastung auf den Rücken
gelegt,
Hast Menschen lassen über unser Haupt fahren, aber jetzt die Feuerprobe und das
Wasser ist vorüber, du hast uns dazu veranlasst, wieder aufzuatmen.
Ich bringe Brandopfer in dein Haus, ich erfülle vor dir mein Gelübde,
das Gelübde, das von meinen Lippen aufstieg, dass ich ausgesprochen habe, als ich in
Not war.
Ich werde dir reiche Brandopfer darbringen, mit dem Rauch von brennenden
Widdern. Ich werde dir opfern Stiere und Ziegen. Sela.
Kommt und hört, ihr alle, die ihr Gott fürchtet, während ich sage, was er für mich
getan hat.
Zu ihm schrie ich laut, es war ein hohes Lob auf meiner Zunge.
Hätte ich Kenntnis von Schuld in meinem Herzen, Jahwe hätte mir nicht zugehört,
Aber in der Tat hat Gott mir zugehört, aufmerksam auf den Klang meines Gebetes
gelauscht.
Gepriesen sei Gott, der mein Gebet nicht verworfen hat, noch seine eigene treue
Liebe von mir genommen.

67

(Für den Chorleiter, zum Saitenspiel, ein Psalm, ein Gesang.) Möge Gott uns seine
Güte zeigen und uns segnen und lasse er sein Angesicht leuchten über uns. Sela.
Dann wird die Erde deine Wege bestätigen, und alle Nationen wird deine Macht
retten.
Lass die Völker dich preisen, Gott, lass alle Völker dich preisen.
Die Völker freuen sich und singen vor Freude, denn du richtest die Welt mit
Gerechtigkeit, du beurteilst die Völker mit Gerechtigkeit, du führst die Nationen auf
der Erde. Sela
Lass die Völker dich preisen, Gott, lass alle Völker dich preisen.
Die Erde hat ihren Ertrag gegeben, Gott, unser Gott hat uns gesegnet.
Möge Gott uns weiterhin segnen, und von der ganzen weiten Welt verehrt werden.

68

(Für den Chorleiter, von David, ein Psalm, ein Gesang.) Las Gott aufstehen, lass
seine Feinde sich zerstreuen, lass seine Gegner fliehen vor ihm.
Du zerstreust sie wie Rauch; wie Wachs schmilzt in der Gegenwart eines Feuers, so
dass die Gottlosen schmelzen vor der Gegenwart Gottes.
Die Aufrechten sind fröhlich in der Gegenwart Gottes, sie sind begeistert und
schreien vor Wonne!
Singet Gott, macht Musik seinem Namen, baut eine Straße für den Reiter der Wolken,
freut euch in Jahwe, tanzt vor ihm!
Vater der Waisen, Verteidiger der Witwen, so ist Gott in seiner heiligen Wohnung.
Gott gibt dem Einsamen ein Haus, darin zu leben, er führt Gefangene hinaus in
Freiheit, aber Revolutionäre müssen in dem kahlen Ödland leben.
Gott, wenn du an der Spitze deiner Mitarbeiter stehst, wenn du über die Wüste
scheitest,
Die Erde wird erschüttert, der Himmel schauert in der Gegenwart Gottes, in der
Gegenwart Gottes, des Gottes Israels. Sela.
Gott, du regnetest herab einen Schauer von Segnungen, denn wenn dein Erbe müde
war, du gabst ihm wieder neue Kraft.
Deine Familie hat ein Zuhause gefunden, das du in deiner Großzügigkeit dem
Bescheidenen zur Verfügung gestellt hast.
Jahwe gab einen Befehl, die Freudenbotschaft von einer zahlreichen Armee.
Die Häuptlinge der Armee sind auf der Flucht, auf der Flucht, und die Schönen zu
Hause teilen die Beute.
Während du in den Hürden der Mühelosigkeit bist, die Flügel der Tauben sind mit
Silber überzogen, und ihre Federn mit einem Schimmer von grünem Gold;
Wenn Schaddai zerstreut die Häuptlinge, wenn es schneit auf dem dunklen Berg.
Ein Berg Gottes ist der Berg von Baschan! Ein stolzer Berg, der Berg von Baschan!
Warum seid ihr neidisch, hochmütige Berge, auf den Berg, den Gott zu seiner
Wohnung erwählt hat? Dort wird Gott immerdar wohnen..
Der Wagen Gottes sind tausendmal Tausend; Gott kommt vom Sinai zum Heiligtum.
Du bist auf die Höhen geklettert, hast Gefangene genommen, ihre Männer als Tribut
genommen, auch Revolutionäre, dass Jahwe Elohim einen Wohnplatz haben kann.
Selig, die Jahwe Tag für Tag führt, Gott, unser Heiland. Sela.
Dieser unser Gott ist ein Gott, der rettet, vom Herrn Jahwe kommt es, dass man
entkommt dem Tod;
Aber Gott zerschlägt den Kopf seiner Feinde, den langhaarigen Schädel des steifen
Verbrechers.
Jahwe hat gesagt: "Ich werde sie vom Baschan zurückbringen, ich werde sie wieder
aus den Tiefen des Meeres zurückbringen,
So dass ihr eure Füße in Blut baden könnt, und eurer Hunde Zungen lecken das Blut
eurer Feinde."
Deine Prozessionen, Gott, sind für alle zu sehen, die Prozessionen meines Gottes,
meines Königs, zum Heiligtum;
Sängerinnen und Sänger voran, Musiker dahinter, in der Mitte kommen Mädchen, die
schlagen ihre Trommeln.
In Chören segnen sie Gott Jahwe, segnen ihn seit der Gründung Israels.
Benjamin war da, der Jüngste an der Front, die Fürsten von Juda in bunten
Gewändern, die Fürsten von Sebulon, die Fürsten von Naphtali.
Gib Befehle, mein Gott, wie es sich für deine Macht gehört, die Macht, Gott, die du
für uns ausgeübt hast,
Vom Tempel hoch über Jerusalem. Könige werden dir Tribut bringen.
Schilt das Tier im Rohr, die Herde von Bullen, zerstreue die Menschenkälber, die
schwer sind von Silberbarren. Zerstreue die Menschen, die sich für den Krieg
begeistern.
Von Ägypten werden die Adligen kommen, Äthiopien wird zu Gott seine Hände
ausstrecken.
Ihr Königreiche der Erde, singt Gott und spielt ihm,
Dem Reiter des Himmels, der urzeitlichen Himmelreiche. Er spricht mit einer
Stimme der Macht!
Bestätige die Kraft Gottes! In Israel ist seine Pracht, in den Wolken seine Macht.
Gut ist Gott in seinem Heiligtum. Er, der Gott Israels, gibt Kraft und Macht seinen
Menschen. Gepriesen sei Gott!

69
(Für den Chorleiter, zur Melodie "Lilien“. Von David.) Rette mich, Gott, denn die
Gewässer haben mich eingeschlossen.
Ich bin im tiefsten Sumpf versunken und es gibt keinen festen Boden. Ich bin in tiefes
Wasser getreten und die Wellen sind über mich gegangen.
Ich bin erschöpft, meine Kehle ist heiser, meine Augen werden von der Suche nach
meinem Gott müde.
Zahlreicher als die Haare auf meinem Kopf sind die, die mich hassen ohne Grund.
Diejenigen, die mich loswerden wollen, sind stark, meine verräterische Feinde. Muss
ich zurück geben, was ich noch nie gestohlen habe?
Gott, du weißt, wie töricht ich bin, meine Vergehen sind dir nicht verborgen.
Diejenigen, die auf dich hoffen, werden nicht zum Narren gemacht werden, Jahwe
Zebaoth, wegen mir! Diejenigen, die dich suchen, werden nicht entehrt werden, Gott
Israels, wegen mir!
Es ist für dich, dass ich Beleidigungen ertrage, mein Gesicht ist mit Schande bedeckt,
Ich bin entfremdet meinen Brüdern, den Söhnen meiner eigenen Mutter entfremdet;
Und ich bin aufgefressen worden von der Leidenschaft für dein Haus, und
Beleidigungen gegen dich fallen auf mich.
Ich habe mich mit Fasten kasteit, und finde mich dafür beschimpft,
Ich kleide mich in Sacktuch und werde ihr Gespött,
Der Klatsch von Leuten, die sitzen am Tor, und das Thema der Säufer und ihrer
Songs.
Und so bete ich zu dir, Jahwe, in der Zeit deiner Gunst, in deiner treuen Liebe
antworte mir, in der Treue deiner Bewahrung.
Rette mich aus dem Sumpf, in den ich versunken, bevor ich ganz untergehe, so werde
ich vor denen, die mich hassen, und vor der Wassertiefe gerettet werden.
Lass nicht die Wellen spülen über mich, noch die Tiefe mich verschlucken, noch die
Grube schließen ihr Maul über mich.
Erhöre mich, Jahwe, denn deine treue Liebe ist großzügig, in deine Zärtlichkeit nimm
mich wiederum auf;
Wende dich nicht ab von deinen Knecht, komm schnell, mir zu antworten, denn ich
bin in Schwierigkeiten.
Komm auf meine Seite, erlöse mich, zahle das Lösegeld für mich wegen meiner
Feinde.
Du kennst auch die Beleidigungen, die Scham und Schande, die ich ertragen muss.
Jeder meiner Unterdrücker ist dir bekannt.
Beleidigung hat mein Herz gebrochen. Ich hoffte auf Sympathie, aber vergeblich,
denn Tröster - nicht einer wurde gefunden.
Zu essen gaben sie mir Gift, zu trinken Essig, wenn ich durstig war.
Mögen ihr eigener Tisch eine Falle für sie werden, und ihr Reichtum ihnen ein
Fallstrick;
Mögen ihre Augen so schwach werden, dass sie nichts mehr sehen können, alle ihre
Muskeln verlieren ihre Festigkeit.
Wende deinen Grimm auf sie, lass deinen brennenden Zorn sie überholen.
Reduziere ihr Lager in den Ruin, und lass ihre Zelte leer,
Denn sie hetzen den, den du schon geschlagen, den Schmerz verdoppeln sie dessen,
den du verletzt hast.
Belade sie mit Verbrechen der Kriminalität, schließen sie aus von deiner
Gerechtigkeit,
Lösche sie aus dem Buch des Lebens, dass sie nicht unter den Aufrichtigen
eingeschrieben stehen.
Denn ich bin verletzt, ich armer Mann, in deiner rettenden Kraft erhebe mich wieder!
Ich werde den Namen Gottes im Liede loben, ich werde ihn preisen mit der
Danksagung,
Das wird Jahwe mehr gefallen als ein Ochse, als ein Stier mit Hörnern und Hufen.
Die Bescheidenen haben es gesehen und sind froh. Lass denen den Mut wieder
aufleben, die ihren Gott suchen.
Denn Gott hört auf die Armen, er hat nie seinen Gefangenen verachtet.
Lass den Himmel und die Erde und die Meere und alles, was in ihnen lebt, dir
zujubeln!
Denn Gott wird Zion retten und die Städte Judas wieder aufbauen, und die Leute
werden in ihrem eigenen Lande leben;
Die Nachkommen seiner Knechte werden es erben, und diejenigen, die seinen Namen
lieben, werden darin wohnen.

70

(Für den Chorleiter, von David. Im Gedenken.) Sei froh, Gott, mich zu retten, Jahwe,
komm schnell, mir zu helfen!
Scham und Bestürzung denen, die mein Leben wollen! Zurück mit ihnen! Lass sie
gedemütigt werden, die sich über mein Unglück begeistern.
Lass sie schrumpfen, mit Schande bedeckt, die zu mir sagen: „Aha! aha!"
Aber Freude und Glück denen, die dich suchen. Lass sie unaufhörlich schreien: "Gott
ist groß!" die deine Rettung lieben.
Arm und bedürftig wie ich bin, Gott, komm schnell zu mir! Jahwe, mein Helfer, mein
Retter, zögere nicht!

71

Auf dich, Jahwe, vertraue ich, ich werde nie zuschanden werden.
In deiner Gerechtigkeit rette mich, rette mich, höre mir zu und rette mich.
Sei ein schützender Felsen für mich, immer zugänglich, du stehst fest, um mich zu
retten, denn du bist mein Fels, meine Festung.
Mein Gott, rette mich aus den Klauen des Bösen, aus dem Griff des den Schurken
und Rücksichtslosen.
Denn du bist meine Hoffnung, Jahwe, mein Vertrauen, Jahwe, seit meiner Kindheit.
Auf dich habe ich mich seit meiner Geburt verlassen, da in meiner Mutter Schoß du
schon mein Teil gewesen bist, das ständige Thema meiner Lobgesänge.
Viele verwirrten mich, aber du bist meine sichere Zuflucht.
Mein Mund ist voll deines Lobes, mit Glanz den ganzen Tag gefüllt.
Lehne mich nicht ab in meinem Alter, lass mich dann nicht im Stich, wenn meine
Kraft versagt,
Denn meine Feinde diskutieren über mich, die sich gegen meine Seele
zusammenrotten.
„Werft ihn nieder, denn Gott hat ihn verlassen! Ergreift ihn, es ist niemand da, ihn zu
retten."
Gott, steh nicht abseits, mein Gott, komm schnell, mir zu helfen.
Schande und Verderben auf diejenigen, die mich verleumden, möge die Absicht, mir
zu schaden, mit Schimpf und Schande bedeckt werden.
Was mich betrifft, meine Hoffnung nie verblassen, ich werde dich loben, immer mehr
und mehr.
Meine Lippen sollen deine Gerechtigkeit den ganzen Tag verkünden, deine rettende
Kraft.
Ich werde mit der Macht kommen, Jahwe, von deinem Recht zu sagen, dir allein.
Gott, du hast mich von Kindheit an unterwiesen, und ich werde immer noch
verkünden deine Wunder.
Jetzt, wo ich bin alt und grauhaarig bin, Gott, sei mir keine Wüste, dass ich
verkünden kann deine Kraft den Generationen, die noch kommen, verkünden deine
Macht
Und Gerechtigkeit in den Himmeln. Du hast große Dinge getan, Gott, wer ist wie du?
Du hast mir viel Elend und Not gezeigt, aber du wirst mir das Leben wieder
schenken, du wirst mich wieder aus den Tiefen der Erde erwecken,
Wirst verlängern mein Alter, und mich wieder trösten.
Ich für meinen Teil, ich werde dir auf der Leier danken für deine Treue, mein Gott.
Ich werde die Harfe spielen zu deinem Ruhm, Heiliger Israels.
Meine Lippen singen vor Freude, als ich zu spielen begann, weil du mich erlöst,
Und den ganzen Tag lang meine Zunge musiziert für deine Gerechtigkeit. Scham und
Schande über diejenigen, die die Absicht haben, mir zu schaden!

72

(Von Salomo.) Gott, verleihe dem König dein faires Urteil, dem Sohn des Königs
deine Gerechtigkeit,
Dass er dein Volk in Gerechtigkeit regiere und deine Armen mit fairem Urteil.
Berge und Hügel, den Menschen bringt Frieden! Mit Recht
Wird er die Armen unter den Menschen beurteilen, er wird die Kinder der Armen
schützen und die Unterdrücker zermalmen.
Den Anblick der Sonne und des Mondes wird er sehen, Alter nach Alter.
Er wird herab wie Regen auf gemähtes Gras kommen, wie Schauer befeuchten das
Land.
In seinen Tagen wird blühen Aufrichtigkeit und Frieden, bis der Mond nicht mehr ist.
Sein Reich erstreckt sich von Meer zu Meer, vom Fluss bis an die Grenzen der Erde.
Das Tier wird vor ihm kauern, seine Feinde werden Staub lecken;
Die Könige von Tarsis und den Inseln werden ihm Tribut zahlen. Die Könige von
Saba und Sheba werden Geschenke anbieten;
Alle Könige werden ihm huldigen, alle Völker zu seinen Knechten werden.
Denn er rettet den Bedürftigen, der zu ihm ruft, und die Armen, die keinen Helfer
haben.
Er hat Mitleid mit den Schwachen und Bedürftigen, und bewahrt die Bedürftigen vor
dem Tode.
Von Unterdrückung und Gewalt erlöst er ihr Leben, ihr Blut ist kostbar in seinen
Augen.
Lang möge er leben! Möge ihm das Gold von Saba gegeben werden! Gebete für ihn
werden ständig dargebracht werden, und Segen auf ihn herabgerufen, den ganzen
Tag.
Möge Weizen überfluten das Land, winken auf den Höhen der Berge, wie der
Libanon mit seinen Früchten, und Blumen von ihrer besten Seite sich zeigen, wie die
Gräser der Erde.
Möge sein Name für immer gesegnet sein und dauern in den Augen der Sonne. In
ihm werden alle Rassen der Welt gesegnet werden, und alle Nationen nennen ihn
gebenedeit.
Gepriesen sei Jahwe, der Gott Israels, der allein Wunder wirkt;
Für immer werde sein herrlicher Name gesegnet. Möge die ganze Welt von seinem
Ruhm voll werden! Amen! Amen!
Ende der Gebete Davids, des Sohnes Jesses.

DRITTES BUCH

73

(Ein Psalm von Asaph.) In der Tat, Gott ist gut zu Israel, Jahwe zu denen, die reinen
Herzens sind.
2 Meine Füße waren am Punkt des Anstoßes, ein wenig mehr und ich wäre
ausgerutscht,
Zu beneiden die Arroganten, und zu sehen den Wohlstand der Bösen.
Für sie gibt es keine Schmerzen, unbeschwert genießen sie ihre komfortable
Beleibtheit;
Frei von den Sorgen, die der Mensch viele hat, haben sie keinen Anteil an Adams
Beschwerden.
So tragen sie ihren Stolz wie eine Halskette, Gewalt tragen sie wie ein Kleid.
Aus ihrem Fett sickert Bosheit, ihre Herzen tropfen von List.
Zynisch befürworten sie den Bösen, sie befürworten seine erhabene Stärke.
Ihr Mund behauptet, der Himmel sei für sie, und ihre Zunge ist immer noch auf der
Erde.
Das ist es, warum meine Leute sich wenden an sie, und genießen sie wie Wasser,
Und sagen: "Wie kann Gott etwas wissen? Welche Erkenntnis kann der Höchste
haben?“
Das ist es, was die Gottlosen sind, sie häufen sich Reichtum auf ohne Sorgen.
War es nutzlos dann, dass ich mein eigenes Herz rein gehalten habe, meine Hände in
Unschuld gewaschen?
Als ich unter einem Hagel von Schlägen den ganzen Tag lang lag, und bestraft ward
jeden Morgen,
Da sagte ich: "Ich werde wie sie sprechen, ich sollte deine Kinderrasse verraten.“
So habe ich das zu verstehen versucht: wie schwer hab ich die Antwort gefunden!
Bis ich ging in die Heiligtümer der Götter und verstand, was dazu bestimmt war, aus
ihnen zu werden.
Sie liegen auf einem rutschiger Abhang, und treiben nach unten ins Chaos.
Wie plötzlich kommt ihre abscheuliche Zerstörung! Sie werden aufgelöst, durch
Terror vernichtet!
Wie ein Traum nach dem Aufwachen, Jahwe, wenn du erwachst, wirst du ihr Bild
vergessen.
Mein Herz wurde verbittert, meine Neigungen ausgetrocknet,
Ich war dumm und verständnislos, ein plumpes Tier in deiner Gegenwart.
Auch so blieb ich in deiner Gegenwart, du hast mich gehalten mit deiner rechten
Hand;
Du wirst mich mit gutem Rat führen, und wirst mich in der Folge in deine
Herrlichkeit aufnehmen.
Wer ist noch da für mich im Himmel? Und mit dir fehlt mir nichts auf der Erde.
Mein Herz und mein Fleisch sind Sehnsucht: meines Herzens Fels, mein Teil bist du,
mein Gott für immer!
Wahrlich, diejenigen, die dich aufgeben, werden zugrunde gehen, du wirst die
Ehebrecherischen zerstören,
Während meine Lust es ist, Gott nahe zu sein. Ich habe den Herrn Jahwe zu meiner
Zuflucht gemacht, um alle deine Werke zu erzählen.

74

(Ein Gedicht von Asaph.) Gott, warum hast du uns endgültig abgelehnt? Deine Wut
prallt gegen die Herde auf deiner Weide!
Denke an die Menschen, die du dir vor langer Zeit nahmst zu deinem eigenen Stamm,
den du erlöst, und diesen Berg Zion, wohin du kamst, um hier zu leben.
Komm zu diesen unseren endlosen Ruinen! Der Feind hat alles im Heiligtum
geplündert;
Die Gegner haben einen Aufruhr gemacht am Ort der Versammlungen, sie stellten ihr
Emblem in den Eingang, ein Emblem,
Noch nie zuvor bekannt. Ihre Äxte schlagen tief ins Holz,
Mit den Hacken zerschlugen sie die Platten, schlugen sie nieder mit Beilen;
Zündeten dein Heiligtum an, profanierten den Boden der Wohnung, die deinem
Namen geweiht war.
Sie sagten sich: "Lasst uns zerdrücken sie mit einem Schlag!“ Sie verbrannten alle
heiligen Schreine im Land.
Wir sehen keine Anzeichen, keinen Propheten mehr, und keiner von uns weiß, wie
lange es dauern wird.
Wie lange, Gott, darf der Feind lästern? Darf der Feind denn deinen Namen für
immer beleidigen?
Warum hältst du deine Hand zurück, hältst deine rechte Hand in den Falten der Robe
versteckt?
Doch, Gott, mein König, du bist der Autor von allen Handlungen auf der ganzen
Erde,
Von deiner Macht ward das Meer in zwei Teile gespalten, und du zertrümmertest die
Köpfe der Monster auf dem Wasser.
Du zerkleinertest des Leviathan Köpfe, gabst ihn als Nahrung den wilden Tieren.
Du schufest die Quellen und Bäche, die Flüsse und verwandeltest das Urmeer in
trockenes Land.
Dein ist der Tag und dein die Nacht, Sonne und Licht existieren durch dich,
Festige alle Grenzen der Erde, erstelle Sommer und Winter.
Denke daran, Jahwe, an die Lästerung des Feindes, ein tolles Volk beleidigt deinen
Namen.
Hast du deine Turteltaube kapitulieren lassen vor dem Tier? Vergiss nicht für immer
die Seele des unterdrückten Volkes.
Schau auf den Bund! Alle Verstecke des Landes sind voll Gewalt, sind
Lieblingsplätze der Gewalt.
Lass sich nicht die Unterdrückten zurückziehen in Verwirrung, gib den Armen und
Bedürftigen Grund, deinen Namen zu preisen.
Steh auf, Gott, verfechte deine eigene Sache, erinnere dich daran, wie Narren lästern
dich den ganzen Tag lang!
Vergiss nicht das Geschrei der Feinde, die immer Aufruhr planen, deine Gegner.

75

(Für den Chorleiter, zur Melodie "Zerstöre nicht", ein Psalm von Asaph, ein Gesang.)
Wir danken dir, Gott, wir danken dir, wie wir deinen Namen anrufen, wie wir
erzählen deine Wunder.
"Zur bestimmten Zeit werde ich selbst Gerechtigkeit schaffen.“
„Die Erde bebt und alle seine Bewohner, ich bin es, der ihre Säulen festhält.“ Sela.
Ich sagte zu dem Prahlerischen: "Rühme dich nicht so!" Und zu dem Gottlosen: "Stell
nicht so zur Schau deine Stärke!“
„Schau nicht so stolz, sprich nicht mit dieser arroganten Haltung.“
Nicht mehr von Ost nach West, nicht mehr in der bergigen Wüste
Wird Gott urteilen in Aufrichtigkeit und bringen die einen herab und die anderen
erhöhen.
Jahwe hält einen Kelch mit einer berauschenden Mischung aus Wein gefüllt, er wird
ihn ausgießen, sie werden ihn bis zur Neige trinken, alle Gottlosen auf der Erde
werden ihn trinken.
Aber ich werde für immer sprechen, so mache ich Musik für den Gott Jakobs.
Ich werde ich brechen alle Stärke der Gottlosen, und die Kraft des Aufrechten wird
hochsteigen.
76

(Für den Chorleiter, zum Saitenspiel, ein Psalm von Asaph, ein Gesang.) Gott ist in
Juda erkannt, sein Name ist in Israel groß,
Sein Zelt wird aufgeschlagen in Salem, seine Wohnung ist in Zion;
Er gibt die Blitze des Bogens, Schild und Schwert und Kriegswaffen werden
zerbrochen. Sela.
Strahlend bist du, und bekannt für die Haufen Beute,
Von ihnen genommen. Helden schlafen jetzt ihren letzten Schlaf, der Krieger Arme
haben sie im Stich gelassen;
In deinem Tadel, Gott Jakobs, Wagen und Pferde sind fassungslos.
Du, du allein, bist zu fürchten! Wer kann seinen Stand in deiner Gegenwart halten,
wenn dein Zorn ihn trifft?
Vom Himmel donnern deine Urteile, leise von Angst ist die Erde,
Wenn Gott nimmt seinen Sitz ein zum Erlass seines Urteils, die alle die Bescheidenen
der Erde retten. Sela.
Der Menschen Wut dient nur dazu, dich zu loben, die Überlebenden deiner Wut
werden sich um dich drängen.
Erfülle dein Gelübde vor Jahwe, deinem Gott, lass die, die ihn umgeben, Opfer
bringen dem Schrecklichen, Einen.
Er schneidet kurz den Atem des Fürsten, schlägt mit Terror die irdischen Könige.

77

(Für den Chormeister, für Jeduthun. Von Asaph, ein Psalm.) Ich schreie zu Gott in
meiner Not, ich schreie zu Gott, und er hört mich.
Am Tag meiner Not suchte ich Jahwe, die ganze Nacht unermüdlich hab ich meine
Hände gestreckt, es weigerte sich mein Herz, sich trösten zu lasen.
Ich seufze, wie ich glaube, nach Gott, mein Geist fällt in Ohnmacht, wenn ich über
ihn nachdenke. Sela.
Ich hielt meine Augen geschlossen, ich war zu verzweifelt, um zu sprechen;
Da dachte ich an frühere Zeiten, an lange Jahre der Vergangenheit.
Ich erinnerte mich, in der Nacht, in meinem Herzen dachte ich darüber nach, ich
reflektierte, mein Geist hat sich diese Frage gestellt:
Ist dein die endgültige Ablehnung durch Jahwe? Wird er sich nie wieder gnädig
zeigen?
Ist seine treue Liebe für immer weg? Hat sein Wort ein Ende gefunden für alle Zeit?
Hat Gott vergessen, gnädig zu sein? Im Zorn seine Zärtlichkeit vergessen? Sela.
Und ich sagte: „Das ist es, was mich verwundet, dass die rechte Hand des Höchsten
seine Kraft verloren hat."
Erinnere dich an Jahwes große Taten, pflege die Erinnerung an seine Wunder in der
Vergangenheit,
Ich will über alles, was du getan hast, nachdenken, über alle deine großen Taten.
Gott, deine Wege sind heilig! Welcher Gott ist so groß wie unser Gott?
Du bist der Gott, der Wunder tut, du hast Nationen dazu gebracht, dass sie deine
Macht anerkennen,
Mit deinem eigenen Arm hast du erlöst dein Volk, die Kinder von Jakob und Josef.
Sela.
Als das Wasser dich sah, Gott, als du das Wasser sich in Angst winden sahst, da
schüttelte die Tiefen vor Angst.
Die Wolken-Wasser prasselten nieder, der Himmel donnerte, deine Pfeile schossen
hin und her.
Das Wälzen deines Donners war zu hören, deine Blitze die Welt erleuchteten, die
Erde erbebte und zitterte.
Dein Weg führte über das Meer, dein Weg in den unzähligen Gewässern, und keiner
konnte deine Spuren verfolgen.
Du leitetest dein Volk wie eine Herde durch die Hand von Mose und Aaron.

78

(Ein Psalm von Asaph.) Mein Volk, höre meine Lehre, achte darauf, was ich sage.
Ich werde zu euch in der Poesie sprechen, die Mysterien der Vergangenheit
offenbaren.
Was wir gehört haben und wissen, was unsere Vorfahren uns gesagt haben,
Wir werden es nicht vor unseren Nachkommen verbergen, sondern werden es sagen
der Generation, die kommt: das Lob Jahwes, seine Macht, die wunderbaren Taten, die
er getan hat.
Er stiftete ein Zeugnis in Jakob, er gab einr Torah in Israel, unseren Vorfahren befahl
er, es an ihre Nachkommen weiter zu vererben,
Dass eine Generation, die kommt, es kennen kann, Kinder, die noch geboren werden.
Sie sollten sicher sein, es ihren eigenen Kindern zu erzählen,
Und sollten ihr Vertrauen auf Gott setzen, und nie vergessen Gottes große Taten,
immer zu gehorchen seinen Befehlen,
Und nicht wie ihre Väter zu sein, eine hartnäckige und rebellische Generation, eine
Generation von schwachem Zielbewusstsein, die ihren Geist unbeständig sein ließen
gegenüber Gott.
Die Bogenschützen, die Söhne Ephraims, trafen wendeten ihren Rücken, als die Zeit
gekommen war für den Kampf;
Sie hielten nicht Gottes Bund, sie weigerten sich, seiner Torah zu folgen;
Sie gedachten nicht seiner großen Taten, der Wunder, die er ihnen gezeigt hatte;
Doch er tat Wunder in den Augen ihrer Vorfahren in Ägypten, in den Ebenen von
Tanis.
Er spaltete das Meer und führte sie hindurch, er ließ das Wasser stehen wie einen
Damm;
Er führte sie mit einer Wolke am Tag und die ganze Nacht mit dem Licht eines
Feuers;
Er teilte Felsen in der Wüste, so sollten sie wie von den grenzenlosen Tiefen trinken;
Er brachte Ströme aus einem Felsen hervor, ließ Wasser fließen in Strömen.
Aber sie haben nur gegen ihn mehr als je zuvor gesündigt, trotzten dem Höchsten in
kargen Landen;
Sie haben bewusst herausgefordert Gott und gebeten um anspruchsvolle Lebensmittel
nach Herzenslust.
Sie beleidigten Gott mit den Worten: "Kann Gott ein Bankett in der Wüste geben?“
„Es stimmt, als er den Felsen schlug, sprudelte Wasser heraus und floss in Strömen,
aber was ist mit Brot? Kann er das geben, kann er seinem Volke Fleisch geben?"
Als er das hörte, wie sie Hahwe wütend machten, loderte das Feuer gegen Jakob,
seine Wut ward gegen Israel aufgebracht,
Weil sie keinen Glauben hatten an Gott, kein Vertrauen in seine Macht zu retten.
Und so gab er den Befehl dem Himmel, er hatte die Schleusen des Himmels geöffnet;
Er ließ herabregnen Manna, sie zu füttern, er gab ihnen den Weizen des Himmels;
Sterbliche aßen das Brot des Mächtigen, da sandte er ihnen so viel Nahrung, wie sie
wollten.
Er weckte einen Ostwind in den Himmeln, schickte einen Südwind durch seine Kraft;
Er ließ Fleisch auf sie regnen wie Staub, Vögel dicht wie Sand am Meer,
Sie stürzten in die Mitte des Lagers, rund um die Wohnstatt.
Sie aßen so viel Nahrung wie sie wollten, er erfüllte alle ihre Gelüste;
Aber ihre Gelüste waren noch in ihnen, das Essen war immer noch in ihrem Mund,
Als der Zorn Gottes sie angegriffen, schlachtete ihre stärksten Männer, die Blume der
Niedrigen Israels.
Trotz alledem sündigten sie weiter, setzten keinen Glauben in seine Wunder.
Er ließ ihre Tage verschwinden im Nebel, ihre Jahre in plötzlichem Ruin.
Immer, wenn er sie schlachtete, begannen sie, ihn zu suchen, wandten sich zurück
und schauten sehnsüchtig auf ihn,
Erinnerten sich, dass Gott ihr Fels ist, Gott, der Höchste, ihr Erlöser.
Sie versuchten, ihn mit dem Mund zu täuschen, ihre Zungen waren betrügerisch;
Ihre Herzen waren nicht loyal zu ihm, sie standen nicht treu zu seinem Bund.
Aber in seinem Mitgefühl vergab er die Schuld, statt sie zu töten, und immer wieder
die unterdrückte er seine Wut, statt sie hinweg zu reißen in seinem vollen Zorn,
Er erinnerte sich, dass sie Kreaturen aus Fleisch sind, ein Windhauch, der vergeht, der
nie wieder zurückzukehren wird.
Wie oft sie widersetzten sie sich ihm in der Wüste! Wie oft schmerzten sie ihn im
Ödland!
Wiederholt haben sie Gott herausgefordert und provoziert den Heiligen Israels,
Pflegten nicht die Erinnerung an seine Hand, in der Zeit, als er vor dem Unterdrücker
sie gerettet,
Er, der hat seine Zeichen in Ägypten gewirkt, seine Wunder in den Ebenen von Tanis,
Der verwandelte ihre Flüsse in Blut, ihre Ströme, so dass sie nichts zu trinken hatten.
Er schickte Bremsen, sie zu fressen, und Frösche, sie zu verwüsten,
Er schickte in ihre Ernte die Raupe, die Früchte ihrer harten Arbeit gab er den
Heuschrecken;
Er schlug ihre Weinstöcke mit Hagel, ihre Maulbeerbäume mit Hagelschloßen
Er lieferte ihr Vieh dem Hagel aus und ihre Herden schlug er mit Blitz und Donner.
Er löste gegen sie die volle Hitze seiner Wut, Zorn und Zerstörung, einer Abteilung
von Zerstörungs-Engeln;
Er ließ freien Lauf seiner Wut. Er wollte nicht ihr eigenes Selbst befreien vom Tod
und liefert ihr Leben der Pest aus.
Er schlug alle Erstgeborenen in Ägypten, die Blume der Jugend in den Zelten Hams.
Er brachte sein Volk wie Schafe zusammen, leiten sie wie eine Herde in der Wüste,
Führte sie sicher und ohne Angst, während das Meer verschlungen ihre Feinde.
Er brachte sie in sein heiliges Land, das Gebirge ward von seiner rechten Hand
erobert;
Er enteignete Nationen vor ihnen, ein Erbe hat er jedem von ihnen zugemessen, und
ließ die Stämme Israels in ihren Zelten wohnen.
Aber sie haben den Höchsten herausgefordert, Gott, und trotzten ihm und weigerten
sich, seine Dekrete zu halten;
Pervers und tückisch wie ihre Väter, waren sie wie ein schlaffer Bogen,
Provozierten ihn mit ihren Höhen, erregten seine Eifersucht mit ihren Götzen.
Gott hat gehört und in seinem Zorn hat er Israel total abgelehnt;
Er verließ seine Wohnung in Silo, das Zelt, in dem er auf der Erde wohnte.
Er gab seine Kraft in Gefangenschaft, seine Pracht in die Fesseln des Feindes;
Er übergab sein Volk dem Schwert, er ergoss seinen Zorn auf sein eigenes Erbe.
Feuer fraß ihre jungen Männer, die jungen Mädchen sangen keine Hochzeit-Lieder
mehr;
Ihre Priester fielen durch das Schwert und ihre Witwen sangen keine Klagelieder
mehr.
Jahwe erhob sich, als hätte er geschlafen, wie ein kraftvoller Mann zum Kampf,
verrückt vom Wein!
Er schlug seine Feinde auf den Hintern, und übergab sie der ewigen Schande.
Ablehnend die Zelte Josefs, den Stamm Ephraim,
Wählte er den Stamm Juda, seinen sehr beliebten Berg Zion;
Dort baute er sein Heiligtum wie hohe Hügel, wie die Erde fest für immer.
Er entschied sich für David, dass David sein Diener sei, er nahm ihn von dem
Schafstall,
Nahm ihn von den Mutterschafen zu seinem Knecht, um Jakob und Israel, sein Erbe,
zu weiden.
Er weidete sie mit makellosem Herzen, mit einer sensiblen Hand führte er sie.

79

(Ein Psalm von Asaph.) Gott, es haben die Heiden dein Erbe überfallen, sie haben
deinen heiligen Tempel verunreinigt, sie haben Jerusalem in Trümmer gelegt,
Sie haben die Leichen deiner Knechte als Nahrung für die Vögel in der Luft gelassen,
die Körper deiner Gläubigen den wilden Tieren überlassen.
Rund um Jerusalem haben sie Blut wie Wasser vergossen, so dass keiner da ist, sie zu
begraben.
Wir sind die Verachtung unserer Nachbarn, ihr Hintern und das Gespött der
Menschen um uns herum.
Wie lange wirst du, Jahwe, zornig sein? Für immer? Ist deine Eifersucht schwelend
wie Feuer?
Gieße deinen Zorn über die Völker, die dich nicht erkennen, und auf die Königreiche,
die deinen Namen nicht aufrufen;
Denn sie haben Jakob verschlungen und verwüstet seine Heimat.
Gegen uns zähle nicht die Schuld der früheren Generationen, in deiner Zärtlichkeit
komm schnell zu uns, denn wir sind ganz und gar geschwächt;
Hilf uns, Gott, unser Retter, zur Ehre deines Namens, Jahwe, wische unsere Sünden
ab, retten uns um deines Namens willen.
Warum sollen die Nationen fragen: "Wo ist denn ihr Gott?“ Lass uns sehen die
Völker, wie sie leiden deine Rache für ihr Blutvergießen des Blutes deiner Knechte.
Möge das Stöhnen der Gefangenen dich erreichen und durch deine große Kraft
gerettet werden diejenigen, die zum Tode verurteilt sind!
Zahle unseren Nachbarn die Beleidigungen siebenfach heim, die sie gegen dich
ausgesprochen haben, Jahwe.
Und wir, dein Volk, die Herde, die du weidest, wir werden uns immer bei dir
bedanken, wir werden dein Lob von Zeitalter zu Zeitalter rezitieren.

80

(Für den Chorleiter, zur Melodie "Die Dekrete sind Lilien". Von Asaph, ein Psalm.)
Hirte Israels, höre, der du Josef führst wie eine Herde, der du thronst auf den
geflügelten Wesen, erstrahle
Über Ephraim, Benjamin und Manasse, wecke deine Tapferkeit und komm uns zu
Hilfe.
Gott, bring uns zurück, lass dein Angesicht leuchten über uns und wir werden
genesen.
Jahwe Elohim Zebaoth, wie lange wirst du aufflammen beim Gebet deines Volkes?
Du hast Asche zu ihrer Speise gemacht, verdoppelt ihre Tränen ihnen zum Trank.
Du lässt unsere Nachbarn zanken über uns, unsere Feinde verspotten uns.
Gott Zebaoth, bring uns zurück, lass dein Angesicht leuchten über uns und wir
werden genesen.
Du holtest einen Weinstock aus Ägypten, um ihn einzupflanzen,
Du hast ihm einen Platz gegeben, er schlug Wurzel und erfüllte das ganze Land.
Die Berge wurden mit seinem Schatten bedeckt und die Zedern Gottes mit ihren
Zweigen,
Seine Äste breiteten sich aus zum Meer, seine Triebe zum Strom.
Warum hast du eine Zäune kaputt gemacht? Jeder Passant zupft seine Trauben ab,
Eber aus dem Wald reiße an ihm, es nähren sich wilde Tiere von ihm.
Gott Zebaoth, komm zurück, wir beten, schau aus dem Himmel und sieh, besuche
diese Reben;
Schütze, was deine eigene Hand gepflanzt hat.
Sie haben ihn in das Feuer wie Mist geworfen, dein Stirnrunzeln der Zurechtweisung
wird sie zerstören.
Möge deine Hand zu schützen diejenigen, die an deiner Seite stehen, das Kind von
Adam, das du für dich selbst großgezogen hast!
Nie wieder werden wir uns von dir abwenden, gib uns das Leben, und wir werden
deinen Namen anrufen.
Gott Zebaoth, bring uns zurück, lass dein Angesicht leuchten über uns und wir
werden genesen.

81

(Für den Chorleiter, auf der Zither von Gath. Von Asaph.) Singe Freude zu Gott
unserer Kraft, schrei im Triumph nach dem Gott Jakobs!
Lass klingen die Musik, schlage das Tamburin, spiele die melodischen Harfe und
Leier;
Blase die Trompete für den neuen Mond, für den Vollmond, für unser Fest!
Denn Israel hat diese Torah, eine Entscheidung des Gottes Jakobs,
Ein Dekret gab er Josef, als er ging, er verhängte Krieg gegen Ägypten. Ich hörte eine
Stimme, mir unbekannt:
Ich befreite seine Schulter von der Last, seine Hände waren in der Lage, des Arbeiters
Korb abzulegen.
Du riefst in deiner Not, so dass ich dich gerettet habe. Verborgen im Sturm,
antwortete ich, ich habe dich gerüft bei den Gewässern von Meriba. Sela.
Höre, mein Volk, während ich dich warne, Israel, wenn du nur auf mich hören
würdest!
Du sollst keine fremden Götter haben, es darf kein fremder Gott angebetet werden.
Ich, Jahwe, bin dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat hierher, du musst nur den
Mund aufmachen, dass ich ihn fülle.
Meine Leute würden nicht auf mich hören, es wollte Israel nichts von mir haben.
So verließ ich sie, ihr hartnäckiges Selbst, sie folgten ihren eigenen Machwerken.
Wenn nur meine Leute auf mich hören würden, wenn nur Israel in meinen Wegen
wandeln wollte!
Auf Einen Streich würde ich ihre Feinde unterwerfen, würde wenden meine Hand
gegen ihre Gegner.
Diejenigen, die Jahwe hassen, würden um deine Gunst werben, obwohl ihr Schicksal
für immer beschlossen ist,
Während ich dich mit reinem Weizen füttern würde, du würdest deine Erfüllung von
Honig aus dem Felsen haben.

82

(Ein Psalm von Asaph.) Gott nimmt seinen Sitz in der Götterversammlung ein, den
Göttern spricht er sein Urteil.
"Wie lange noch wollt ihr ungerechte Urteile sprechen und euch einsetzen für das
Ansehen des Bösen?
Lasst die Schwachen und Waisen Gerechtigkeit erlangen, seid gerecht zu den Elenden
und dem Verzweifelten. Sela.
Rettet die Schwachen und Bedürftigen, rettet sie aus den Fängen des Bösen.
Ignorant und verständnislos, wandern sie in der Dunkelheit, während die Grundlagen
der Welt wanken.
Ich dachte: Seid ihr Götter, seid ihr alle Söhne des Höchsten?
Nein! Ihr werdet sterben, wie Menschen es tun, wie ein Mann, Fürsten, werdet ihr
fallen.“
Steh auf, Gott, richte die Welt, denn alle Nationen gehören dir.

83

(Ein Gesang, ein Psalm von Asaph.) Gott, bleibe nicht still, bleibe nicht ruhig und
unbewegt, Gott!
Sieh, wie deine Feinde in Aufruhr sind, wie die, die dich hassen, ihre Köpfe erheben.
Sie machen Pläne gegen dein Volk, eine Verschwörung gegen die, die dich schätzen;
Sie sagen: „Kommt, lasst uns sie vernichten als eine Nation, des Namens Israels soll
nicht mehr gedacht werde!“
Sie verschwören sich mit einem einzigen Gedanken, sie schließen eine Allianz gegen
dich,
Die Zelte von Edom und den Ismaeliten, Moab und den Hagaritern,
Gebal, Ammon, Amalek, die Philister und die Tyrer;
Auch Assur hat sich ihnen angeschlossen, die Verstärkung kommt von den Kindern
von Lot. Sela.
Behandle sie wie Midian und Sissera, wie Jabin am Bach Kischon;
Wie bei En-Dor lösche sie aus, lasse sie den Boden düngen.
Mach ihre Führer wie Oreb und Seeb, alle ihre Kommandeure wie Sebah und
Zalmuna.
Denn sie sagten: "Lasst uns Gottes Siedlungen für uns selbst nehmen."
Mein Gott, behandle sie wie Disteln, wie Spreu, verweht vom Winde.
Wie Feuer verschlingt einen Wald, wie eine Flamme die Berge in Flammen setzt,
So fahre in sie mit deinem Sturm, mit deinem Wirbelwind, erfülle sie mit Schrecken.
Schande sei auf ihre Gesichter geschrieben, bis sie suchen deinen Namen, Jahwe!
Schmach und Terror sei auf immer das Ihre, auch Tod und Zerstörung soll Ihres sein.
Lass sie wissen, dass du allein den Namen des Herrn, des Höchsten über die ganze
Erde trägst.

84

(Für den Chorleiter, auf der Zither von Gath, von den Söhnen Korah, ein Psalm.) Wie
lieblich sind deine Wohnungen, Jahwe Zebaoth.
Mein ganzes Wesen verzehrt sich in Sehnsucht nach Jahwes Plätzen, mein Herz und
mein Körper schreien nach der Freude des lebendigen Gottes.
Auch der Sperling hat ein Haus gefunden, das Schwalbe ein Nest für ihre Jungen:
Deine Altäre, Jahwe Zebaoth, mein König und mein Gott.
Wie gesegnet sind die, die in deinem Haus leben, sie werden dich ständig loben. Sela.
Selig, die finden ihre Kraft in dir, deren Herz auf der Pilgerfahrt ist.
Wenn sie durch das Tal der Balsamen gehen, machen sie es zu einem Wasserloch, und
- ein weiterer Segen - Regen füllt es.
Sie machen ihren Weg von Höhe zu Höhe, Gott zeigt sich ihnen in Zion.
Jahwe Elohim Zebaoth, höre mein Gebet, höre, Gott Jakobs.
Gott, unser Schild, lass uns schauen das Antlitz deines Messias.
Besser ein Tag in deinem Gericht als tausend an meiner eigenen Stätte, besser auf der
Schwelle des Hauses Gottes stehen, als in den Zelten der Gottlosen leben.
Denn Jahwe Elohim ist ein Schutzwall und Schild, er gibt Gnade und Herrlichkeit;
Jahwe verweigert nichts Gutes denen, deren Leben untadelig ist.
Herr der Heere, selig ist, wer dir vertraut.

85

(Für den Chorleiter, von den Söhnen Korah, ein Psalm.) Jahwe, sei gnädig deinem
Land, die Gefangenschaft Jakobs bringe heim,
Du nimmst weg die Schuld des Menschen, tu wischst die Sünde ab. Sela.
Du mögest alle deine Wut zurückziehen, mögest du auf die Glut deiner Wut
verzichten.
Bring uns wieder heim, Gott unser Retter, beschwichtige deine Entrüstung gegen uns!
Wirst du für immer wütend auf uns sein? Wirst du deinen Zorn Jahre um Jahre
verlängern?
Wirst du uns nicht das Leben wieder geben, dass dein Volk in dir sich wieder freue?
Zeige uns, Jahwe, deine Huld, gewähre uns deine rettende Hilfe.
Ich höre. Was ist die Botschaft Gottes? Die Nachricht Jahwes ist Frieden für sein
Volk, für seine Gläubigen, wenn sie nur ihre Torheit bereuen.
Seine rettende Hilfe ist in der Nähe für diejenigen, die ihn fürchten, seine Herrlichkeit
wird in unserem Lande wohnen.
Liebe und Treue verbinden sich miteinander, Gerechtigkeit und Frieden umarmen
einander.
Treue wird der Erde entspringen, und Gerechtigkeit wird vom Himmel steigen.
Jahwe wird uns geben Wohlstand, und unsere Erde wird ihre Ernte bringen.
Gerechtigkeit wird vor uns wandeln, sie bereitet uns den Weg.

86

(Ein Gebet von David.) Hör mir zu, Jahwe, erhöre mich, denn ich bin arm und elend.
Behüte mich, denn ich bin treu, rette deinen Ihre Diener, der auf dich angewiesen ist.
Du bist mein Gott,
Hab Mitleid mit mir, Jahwe, zu dir weine ich den ganzen Tag.
Fülle das Herz deines Diener mit Freude, Jahwe, zu dir erhebe ich mein Herz.
Jahwe, du bist freundlich und nachsichtig, reich in treuer Liebe zu allen, die dich
anrufen.
Jahwe, höre mein Gebet, lausche dem Klang meines Flehens.
In meiner Zeit der Not rufe ich dich, weil du mir antwortest, Jahwe,
Unter den Göttern gibt es keinen wie dich, sie tun keine großen Taten, sich mit dir
vergleichen zu können.
Alle Nationen werden kommen und dich anbeten, Jahwe, und geben dir die
Herrlichkeit deines Namens.
Denn du bist großartig und tust wunderbare Taten, du, Gott, und kein anderer Gott.
Lehre mich, Jahwe, deine Wege, damit ich nicht von deiner Loyalität abweiche, lass
mein Herz das Ziel haben, deinen Namen zu fürchten.
Ich danke dir von ganzem Herzen, Jahwe, mein Gott, ich werde deinen Namen für
immer preisen,
Denn deine treue Liebe für mich ist so groß, dass du mich aus den Tiefen der Hölle
gerettet hast.
Arrogante Menschen, Gott, erheben sich gegen mich, es ist eine brutale Bande, die
mein Leben in ihr Schema pressen, die für dich keinen Platz haben.
Du aber, Jahwe, Gottheit der Zärtlichkeit und Barmherzigkeit, langmütig, reich an
Huld und Treue,
Komm wiederum zu mir und hab Mitleid mit mir. Gib deinem Knecht deine Kraft,
dem Kind deiner Magd gib deine rettende Hilfe,
Gib mir ein Zeichen deiner Güte.
Meine Feinde werden sich schämen zu sehen, dass du, Jahwe, meine Hilfe bist und
mich tröstest.

87

(Von den Söhnen Korah, ein Psalm, ein Gesang.) Mit ihren Fundamenten auf dem
heiligen Berge
Jahwe liebt seine Stadt, er liebt die Tore Zions als eine Wohnung für Jakob.
Er spricht von Ruhm für dich, Stadt Gottes. Sela.
„Rahab und Babylon sind unter denen, die mich erkennen, schau in Tyrus, die
Philister, Äthiopien, der und die wurden dort geboren.“
Aber von Zion wird gesagt werden: "Jeder ist dort geboren", ihre Garantie ist der
Höchste.
Jahwe in seinem Register der Völker wird alle aufschreiben: "In ihr geboren!" Sela.
Fürsten und nicht weniger sind dort geboren, alle haben ihr Zuhause in dir.

88

(Ein Gesang, ein Psalm der Kinder Korah. In Krankheit leidend. Ein Gedicht für
Heman.) Jahwe Elohim, hilf mir, wenn ich schreie zu dir in der Nacht,
Möge mein Gebet erreichen dich in deiner Präsenz, höre meine Hilferufe.
Denn ich bin von Elend erfüllt, meine Seele ist am Rande der Hölle;
Ich bin bereits unter denjenigen, die in Vergessenheit geraten sind, ich bin kraftlos,
Allein gelassen unter den Toten, wie ein Geschlachteter im Grab, dessen du nicht
mehr gedenkst, abgeschnitten wie sie von deinem Schutz.
Du hast mich in den Grund des Grabes gestürzt, in die Dunkelheit, in die Tiefe;
Durch deine Wut beschwert, von deinen Wellen überwältigt. Sela.
Du hast mich meiner Freunde beraubt, du machtest mich abstoßend, du hast mich
eingesperrt, ohne dass mir die Flucht gelingen könnte;
Meine Augen sind vom Leid ganz matt geworden. Ich schreie zu dir, Jahwe, den
ganzen Tag, ich strecke meine Hände aus zu dir.
Wirst du Wunder wirken an den Toten, können Schatten sich erheben, dich zu loben?
Sela.
Werden sie sprechen im Grab von deiner treuen Liebe, deiner Treue am Ort des
Verderbens?
Sind deine Wunder in der Finsternis bekannt, deine rettende Gerechtigkeit im Land
des Vergessens?
Aber ich für meinen Teil, ich schreie zu dir, Jahwe, jeden Morgen kommt mein Gebet
vor dich.
Warum, Jahwe, willst du mich zurückweisen, dein Gesicht von mir abwenden?
Elend und dem Tode nahe seit der Kindheit, habe ich deine Schrecken zu tragen - ich
bin am Ende!
Deine Wut hat mich überwältigt, vernichtet haben mich deine Schrecken.
Du überflutest mich den ganzen Tag lang, in der Nähe sind alle deine Schrecken auf
einmal.
Du hast mich meiner Freunde und Genossen beraubt, und alles, was ich kenne, ist die
Dunkelheit.

89

(Gedicht für Ethan.) Ich werde die treue Liebe singen Jahwes für immer, von Zeitalter
zu Zeitalter meine Lippen verkünden deine Treue,
Denn du hast gesagt: „Liebe ist gebaut für die Ewigkeit! Mögest du deine Treue zu
den Himmeln erheben.
Ich habe einen Bund mit meinem Auserwählten gemacht, einen Eid meinem Knecht
David geschworen:
Ich habe deine Dynastie fest für immer gemacht, ich erbaute deinen Thron stabil
Zeitalter für Zeitalter.“ Sela.
Die Himmel preisen deine Wunder, Jahwe, deine Treue in der Versammlung des
Gläubigen.
Wer in den Himmeln kann sich mit Jahwe vergleichen? Wer unter den Söhnen der
Götter könnte sein Rivale sein?
Gott, fantastisch in der Versammlung der Heiligen, groß und von allen, die ihn
umgeben, gefürchtet,
Jahwe Elohim Zebaoth, wer ist wie du? Mächtiger Jahwe, deine Treue ist rings um
dich!
Du steuerst dem Stolz des Meeres, wenn seine hohen Wellen reiten, beruhigst du sie.
Du hast aufgeteilt in zwei Teile Rahab wie eine Leiche, zerstreut deine Feinde mit
deinem starken Arm.
Dein sind die Himmel und die Erde, die Welt und alles was sie enthält, du hast sie
gegründet;
Du hast den Norden und den Süden geschaffen, Tabor und Hermon heiligen deinen
Namen mit Freude.
Dein ist ein starker Arm, mächtig deine Hand, deine rechte Hand hoch erhoben;
Rettende Gerechtigkeit und gerechtes Urteil sind die Grundlagen deines Thrones,
treue Liebe und Beständigkeit marschieren vor dir.
Wie gesegnet die Nation, die deinen Beifall hat! Sie werden leben, Jahwe, im Licht
deiner Gegenwart.
In deinem Namen, den sie den ganzen Tag lang feiern, von deiner rettenden
Gerechtigkeit werden sie auferweckt.
Sie sind in der Blüte ihrer Kraft, durch deine Gunst wird unsere Kraft triumphieren;
Denn dem Herrn gehört unser Schild, dem Heiligen Israels unser König.
Als du in einer Vision sprachest zu deinem Treuen sagtest du: "Ich habe dir gegeben
die Festigkeit eines Kriegers, ich habe einen erhöhten Mann erwählt aus meinem
Volk.
Ich habe meinen Knecht David gefunden und salbte ihn mit meinem heiligen Öl.
Meine Hand wird immer bei ihm sein, mein Arm wird ihn stark machen.
'Kein Feind wird in der Lage sein, ihn zu überlisten, keine bösen Menschen können
ihn überwinden;
Ich werde seine Feinde vor ihm vernichten, ich schlage seine Gegner tot.
Mein Beständigkeit und treue Liebe werden mit ihm sein, in meinem Namen wird
seine Kraft triumphieren.
Ich werde seine Macht über das Meer begründen, seine Herrschaft über die Flüsse.
Er wird zu mir schreien: Du bist mein Vater, mein Gott, der Fels meines Heils!
Also werde ich ihn zu meinem Erstgeborenen machen, den höchsten der irdischen
Könige.
Ich werde meine treuer Liebe zu ihm immer bewahren, mein Bund mit ihm wird fest
bleiben.
Ich habe seine Dynastie für und für begründet, sein Thron wird dauerhaft wie der
Himmel sein.
Sollte seine Nachkommen sich weigern, mein Gesetz zu halten, und nicht auf meine
Entscheidungen achten,
Sollten sie meine Rechte verletzen und meine Gebote nicht beachten,
Dann werde ich ihr Vergehen mit der Rute bestrafen, ihre Schuld mit der Peitsche,
Aber ich werde ihm nie entziehen meine treue Liebe, ich werde meine Beständigkeit
nicht von ihm nehmen.
Ich werde meinen Bund nicht verletzen, ich werde nicht zurücktreten, sobald das
Wort gesprochen.
Ich habe geschworen bei meiner Heiligkeit, ein für alle Mal, nie werde ich breche den
Glauben an David.
Seine Dynastie soll ewig sein, sein Thron ist vor mir wie die Sonne,
Wie der Mond für immer, ein treuer und festgegründeter Zeuge in den Himmeln.“
Sela.
Doch du selbst – du hast uns verschmäht und verworfen, und dein Zorn liegt auf
deinem Messias,
Du hast den Bund mit deinem Knecht zurückgewiesen, entehrt seine Krone in den
Staub.
Du hast alle seine Verteidigungen durchbohrt, und legtest seine Hochburgen in
Trümmer,
Alle, die an ihm vorbei gehen, plünderten ihn, er ward zum Hintern seiner Nachbarn.
Du hast erhoben die rechte Hand seiner Gegner, hast alle seine Feinde glücklich
gemacht;
Du hast sein Schwert auf einem Felsen weggenommen, und es versäumt, ihn im
Kampf zu unterstützen.
Du hast von ihm sein herrliches Zepter abgezogen und gestürzt seinen Thron zu
Boden.
Du hast ihn vor seiner Zeit altern lassen, hülltest ihn in Schande. Sela.
Wie lange, Jahwe, willst du verborgen bleiben? Für immer? Ist dein Zorn lodernd wie
ein Feuer?
Wie lange noch? Für welches sinnlose Ende hast du alle Kinder von Adam
geschaffen?
Wer kann leben und den Tod nicht sehen? Wer kann sich aus den Fängen der
Unterwelt retten? Sela.
Jahwe, was sind diese Zusagen deiner treuen Liebe? Du hast einen Eid geschworen
David von deiner Beständigkeit.
Vergiss nicht die Beleidigungen deines Knechtes, nimm dir zu Herzen die Sticheleien
der Nationen,
Dass deine Feinde eingeebnet werden, Jahwe, in den Fußstapfen deines Messias
nivelliert!
Gepriesen sei Jahwe für immer. Amen, Amen.

VIERTES BUCH

90

(Ein Gebet von Moses, des Mannes Gottes.) Jahwe, du bist unsere Zuflucht von
Geschlecht zu Geschlecht.

Vor den Bergen geboren, bevor die Erde und die Welt geboren wurden, von Ewigkeit
zu Ewigkeit bist du Gott.

Du wirfst Menschen in den Staub, indem du sagst: „Kommt heim, Kinder Adams!"

Tausend Jahre sind für dich wie der gestern vergangene Tag, wie eine Nachtwache.

Du überflutest sie mit Schlaf - in der Frühe werden sie wie wachsendes Gras sein:

Morgens wird es blühen und wachsen, bis zum Abend wird es welk und trocken sein.
Denn wir werden von deinem Zorn zerstört, durch deinen Ärger gestürzt.

Du hast Kenntnis von unseren schlechten Taten, unsere Geheimnisse stehen im vollen
Licht deiner Gegenwart.

Alle unsere Tage vergehen unter deinem Zorn, unser Leben geht vorüber wie ein
Seufzer.

Die Spanne unseres Lebens ist siebzig Jahre - achtzig für die, die stark sind - aber
ihre ganze Ausdehnung ist Angst und Ärger, es ist in Einem Moment, und wir sind
weg.

Wer fühlt die Kraft deiner Wut, oder wer fürchtet deinen Zorn?

Lehre uns zählen unsere Tage, und wir werden das Herz der Weisheit bekommen.

Komm zurück, Jahwe! Wie lange müssen wir warten? Hab Mitleid mit deinen
Knechten.

Jeden Morgen fülle uns mit deiner treuen Liebe, so werden wir singen und glücklich
sein alle unsere Tage;

Lass unsere Freude sein so lange wie die Zeit, wie die Jahre, da du uns heimgesucht
hast, als wir erlitten die Katastrophe.

Zeige deinen Knechten deine Taten, lassen ihre Kinder genießen deine Pracht!

Möge die Süße Jahwes in uns sein, um die Arbeit, die wir getan haben, zu bestätigen!

91

Du, der an dem geheimen Ort Elyons lebst, verbringe deine Nächte im Schutze
Schaddais,

Und sprich zu Jahwe: "Meine Zuflucht, meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe!"

Er rettet dich aus der Schlinge des Vogelstellers, die auf Zerstörung eingestellt;

Er deckt dich mit seinen Schwingen, Obdach findest du unter seinen Fittichen. Seine
Beständigkeit ist Schirm und Schutz.

Du musst keine Angst haben vor den Schrecken der Nacht, vor dem Pfeil, der bei
Tage fliegt,
Vor der Pest, die in der Dunkelheit lauert, der Geißel, die Verwüstung am Mittag
anrichtet.

Obwohl Tausende fallen an deiner Seite, Zehntausende zu deiner Rechten, du selbst


wirst unversehrt bleiben.

Du musst nur die Augen offen halten, um zu sehen, wie den Gottlosen zurückgezahlt
wird,

Du, der sagt: „Jahwe ist meine Zuflucht!" und machst zu deiner Festung Elyon.

Keine Katastrophe möge dich einholen, keine Pest in die Nähe deines Zeltes
kommen;

Er hat seinen Engeln befohlen über dir, um dich zu schützen, wo immer du gehst.

Sie werden dich in den Armen tragen, wenn du stolperst über einen Stein.

Du wirst auf wilde Tier und Drachen treten, wirst junge Löwen und Schlangen mit
Füßen treten.

“Da er sich klammert an mich, dass ich ihn rette, erhebe ich ihn hoch, da er meinen
Namen kennt.

Er ruft mich an und ich antworte ihm: Ich bin in der Not an seiner Seite, ich rette ihn
und bringe ihn zu Ehren.

Ich werde ihn mit langem Leben erfüllen, und ihm gewähren, mein Heil zu sehen."

92

(Ein Psalm-Lied für den Sabbat.) Es ist gut, Jahwe zu danken, Musik zu spielen
deinem Namen, Allerhöchster,

Deine treue Liebe bei Tagesanbruch zu verkünden, und die Nacht hindurch deine
Beständigkeit,

Auf der Leier, der zehnsaitigen Leier, dem Plätschern der Harfe.

Du hast mir Freude gebracht, Jahwe, durch die Tat, durch die Arbeit deiner Hände,
dass ich schreie:

"Wie groß sind deine Werke, Jahwe, ungemein tief ist deine Einsicht!"

Dumme Menschen können das nicht erkennen, Narren können es nicht fassen.
Die Gottlosen mögen wie Unkraut sprießen, und jeder Übeltäter blühen, aber nur, um
ewig vernichtet zu werden;

Wohingegen du für immer der Höchste bist, der Herr.

Siehe, wie deine Feinde umkommen, wie alle Übeltäter verstreut sind!

Du gibst mir die Kraft des Wildstiers, du hast mich gesalbt mit frischem Öl;

Du sahest den Hinterhalt gegen mich, hörtest die Pläne der Gottlosen.

Der Aufrechte wird wie sein wie ein Palmbaum, wie eine Zeder des Libanon
gewachsen.

Im Haus Jahwes gepflanzt, werden sie in den Vorhöfen unseres Gottes grünen.

Im Alter werden sie immer noch Früchte tragen, werden frisch und grün bleiben,

Um die Integrität Jahwes zu verkünden, meines Felsen, in dem kein Fehler gefunden
wird.

93

Jahwe ist König, in Majestät gekleidet ist Jahwe und umgürtet mit Kraft!

Die Welt ist in der Tat fest eingestellt, sie kann niemals erschüttert werden; dein
Thron ist fest von alters her, von aller Ewigkeit.

Die Flüsse erheben, Jahwe, die Flüsse erheben ihre Stimme, die Flüsse erheben ihre
Donner.

Größer als die Stimme vieler Wasser, majestätischer als die Brandung des Meeres,
Jahwe ist majestätisch in der Höhe!

Deine Dekrete sind fest, unerschütterlich ist die Heiligkeit der Schönheit deines
Hauses, Jahwe, für alle Zeit.

94

Gott der Rache, Jahwe, Gott der Rache, erstrahle!

Erhebe dich, Richter der Welt, zahle heim den Stolzen, was sie verdienen!
Wie lange sollen die Gottlosen, Jahwe, wie lange sollen die Bösen triumphieren?

Sie toben und rühmen sich, alle Übeltäter stellen sich zur Schau.

Sie zerschlagen dein Volk, Jahwe, sie unterdrücken dein Erbe,

Ermorden die Witwe und den Fremden, die Waisen bringen sie zu einem
gewaltsamen Tod

Sie sagen: "Jahwe fragt nichts danach, der Gott Jakobs nimmt es nicht zur Kenntnis."

Hütet euch, ihr gröbsten Menschen! Narren, wann werdet ihr ein Gefühl lernen?

Sollte der, der das Ohr gepflanzt hat, nicht hören, er, der gestaltet das Auge, nicht
sehen?

Sollte er die Nationen nicht bestrafen? Jahwe, der Lehrer aller Menschen,

Er kennt die menschlichen Pläne und wie fade sie sind.

Wie gesegnet sind die, die du unterweist, Jahwe, die du dein Recht lehrst,

Du wirst ihnen Aufschub in bösen Zeiten geben, bis eine Grube für die Bösen
gegraben ist.

Und Jahwe wird sein Volk nicht im Stich lassen, er wird nicht im Stich lassen sein
Erbe;

Urteile wieder in deiner Gerechtigkeit, und in deinem Gefolge sind alle aufrechten
Herzen.

Wer tritt auf meine Seite gegen die Bösen? Wer steht fest auf meiner Seite gegen alle
Übeltäter?

Wenn Jahwe nicht mir zu Hilfe gekommen wäre, so wäre ich bald wohnen in der
Stille Land.

Ich brauche nur sagen: "Ich rutsche ab!", und deine treue Liebe, Jahwe, kommt, um
mich zu unterstützen;

Wie groß die Angst meines Herzens auch immer ist, deine Tröstungen beruhigen
mich.

Bist du etwa Partner einer destruktiven Person, die stört den Status des Gesetzes?
Sie machen einen Angriff auf das Leben der Frommen und verdammen unschuldiges
Blut.

Nein! Jahwe ist eine Hochburg für mich, mein Gott, mein Hort und meine Zuflucht.

Er wendet ihre Schuld auf sie selbst zurück, er vernichtet sie für ihre Bosheit, er
vernichtet sie, Jahwe, unser Gott.

95

Kommt, lasst uns schreien voll Freude zu Jahwe, Beifall klatschen dem Fels unseres
Heils.

Lasst uns in seine Gegenwart mit Danksagung kommen, bejubeln ihn mit Musik.

Denn Jahwe ist ein großer Gott, ein König, größer als alle Götter.

In seiner Macht sind die Tiefen der Erde, sind die Gipfel der Berge;

Das Meer gehört ihm, weil er es geschaffen, und das trockene Land, durch seine
Hände geformt.

Kommt, wir verneigen uns und erweisen ihm Ehrfurcht, knien vor Jahwe, der uns
gemacht hat!

Denn er ist unser Gott, und wir sind das Volk seines Schafstalls, die Herde seiner
Hand. Wenn ihr nur heute ihn hören wolltet!

Eure Herzen verhärtet nicht im Hader, wie zum Zeitpunkt von Massa in der Wüste,

Als eure Vorfahren mich herausgefordert, mich auf die Probe stellten, und konnten
doch sehen, was ich tat!

Vierzig Jahre lang habt ihr mich krank gemacht, und ich sagte: „Immer wankelmütige
Herzen! Wann werdet ihr meine Wege fassen?"

In meinem Zorn hatte ich geschworen, sie würden nie meinen Ort der Ruhe erreichen.

96

Singt ein neues Lied dem Herrn! Singt dem Herrn, alle Welt!
Singet Jahwe, lobet seinen Namen! Verkündet sein Heil von Tag zu Tag,

Erklärt seine Herrlichkeit unter den Nationen, seine Wunder jedem Menschen!

Groß ist Jahwe, des Lobes würdig, mehr zu fürchten als alle Götter.

Alle Götter der Völker sind Götzen! Es war der Jahwe, der die Himmel gemacht;

In seiner Gegenwart sind Pracht und Majestät, in seinem Heiligtum Kraft und
Schönheit!

Gebt Jahwe, Familien der Nationen, gebt Jahwe Ehre und Macht,

Gebt Jahwe die Ehre seines Namen! Bringt ein Opfer und haltet seine Gerichte,

Verehrt Jahwe in der Pracht seiner Heiligkeit. Zittert vor ihm, alle Länder der Erde.

Sagt unter den Nationen: "Jahwe ist König." Die Welt ist fest eingestellt, sie kann
nicht verschoben werden. Er wird die Völker mit Gerechtigkeit richten.

Der Himmel freue sich und die Erde sei froh! Das Meer donnere, und alle, die es
enthält!

Lasst die Landschaft fröhlich sein und alles, was darin ist, und alle Bäume des
Waldes sollen schreien vor Freude,

Denn Jahwes kommt, denn er kommt, er kommt, um die Erde zu richten, er wird die
Welt mit Gerechtigkeit richten, und die Nationen mit Beständigkeit.

97

Jahwe ist König! Lasset die Erde frohlocken, die vielen Inseln froh sein!

Wolken, es umfängt ihn die schwarze Wolke, Gerechtigkeit und Gericht sind die
Grundlagen seines Throns.

Feuer geht vor ihm her, in Flammen setzt er seine Feinde ringsum;

Seine Blitze erleuchten die Welt, das sieht die Erde und bebt.

Die Berge schmelzen wie Wachs vor dem Herrn der ganzen Erde.

Die Himmel verkünden seine rettende Gerechtigkeit, alle Völker sehen seine
Herrlichkeit.
Schande über alle, die Bildern dienen, die auf ihre Idole stolz sind, beugt euch vor
ihm, all ihr Götter!

Zion hört es und freut sich, die Töchter Judas frohlocken über deine Urteile, Jahwe.

Denn du bist der Herr, der Höchste über die ganze Erde, weit jenseits aller Götter.

Jahwe liebt die, die das Böse hassen, er hält sich sicher zu seinen Getreuen, er rettet
sie aus den Fängen des Bösen.

Licht geht auf für die Aufrechten und ehrliche Freude für fromme Herzen.

Seid fröhlich in Jahwe, ihr, die ihr aufrecht seid, lobt seine unvergleichliche
Heiligkeit.

98

(Psalm.) Singt ein neues Lied Jahwe, denn er hat Wunder getan mit der rechten Hand
und Rettung gebracht mit seinem heiligen Arm.

Jahwe hat seine rettende Macht bekannt gemacht, er offenbarte seine rettende
Gerechtigkeit den Völkern,

Er ist eingedenk seiner Liebe und Treue zum Hause Israel. Die ganze Welt hat die
rettende Macht unseres Gottes gesehen.

Applaudiert Jahwe, alle Länder der Erde, brecht in Jubel aus!

Spielt Jahwe auf der Harfe, zum Klang der Instrumente;

Zum Klang der Trompete und des Horns, bejubelt die Anwesenheit des Königs.

Das Meer donnere, und alles, was darin lebt, die Welt und alle, die in ihr leben.

Lasst die Flüsse in die Hände klatschen, und die Berge zusammen jubeln,

Denn Jahwe kommt, denn er kommt, um die Erde zu richten, er wird die Welt mit
Gerechtigkeit richten und die Völker mit Gerechtigkeit beurteilen.

99
Jahwe ist König, darum zittern die Völker, er thront auf den geflügelten Wesen, die
Erde bebt;

Jahwe in Zion ist groß. Er ist erhaben über alle Völker;

Sie sollen loben deinen Namen, groß und schrecklich, heilig,

Und mächtig! Du bist ein König, der Gerechtigkeit liebt, Ehrlichkeit, Gerechtigkeit
und Rechtschaffenheit, in Jakob bist du aktiv.

Erhebet Jahwe, unseren Gott, betet an bei dem Schemel seiner Füße; heilig ist er!

Mose und Aaron sind unter seinen Priestern, und Samuel ruft seinen Namen an, sie
haben zu Jahwe geschrieen, und er antwortete ihnen.

Er sprach mit ihnen in der Feuersäule, sie gehorchten seinen Erlassen, das Gesetz gab
er ihnen.

Jahwe, unser Gott, antworte uns, du bist ein Gott der Vergebung, aber du bestrafst sie
für ihre Sünden.

Erhebet Jahwe, unseren Gott, beugt euch vor seinem heiligen Berge, heilig ist Jahwe,
unser Gott!

100

(Psalm der Danksagung.) Applaudiere Jahwe, alle Welt,

Jahwe dient mit Freude, in seine kommt Gegenwart mit Liedern der Freude!

Bezeugt, dass Jahwe Gott ist, er machte uns, wir gehören ihm, sind sein Volk, die
Herde seines Schafstalls.

Kommt in seinen Tore zu danken, in seinen Vorhöfen singt Lobpreis, dankt ihm und
preist seinen Namen!

Denn Jahwe ist gut, seine treue Liebe ist ewig, seine Beständigkeit von Zeitalter zu
Zeitalter.

101

(Von David. Psalm) Ich werde von deiner treuen Liebe und deinem Gericht singen,
Jahwe, ich will für dich Musik machen.
Ich werde auf dem Weg des Untadeligen vorwärts gehen, und wann wirst du zu mir
kommen? Ich werde in der Reinheit des Herzens leben in meinem Haus,

Ich werde nicht ansehen mit meinen Augen etwas Schmutziges. Ich hasse die, die
schlimm handeln, das hat keinen Reiz für mich.

Lass das perverse Herz fern von mir sein, der ich das Böse missachte.

Einer, der heimlich verleumdet einen Kameraden, den will ich zum Schweigen
bringen; hochmütige Blicke, stolze Herzen, diese kann ich nicht leiden.

Ich schaue an die Gläubigen des Landes, sie sollen meine Begleiter sein, nur wer in
der Bahn des Schuldlosen geht, soll mein Diener sein.

Es gibt keinen Raum in meinem Haus für alle, die Täuschung praktizieren, kein
Lügner wird stehen, wo ich ihn sehen kann.

Morgen für Morgen bringe ich im Land zum Schweigen alle Gottlosen, aus der Stadt
Jahwes zu verbannen alle Übeltäter.

102

(Gebet von einem Heimgesuchten, der im Unglück schüttet seinen Kummer Jahwe
aus.) Jahwe, höre mein Gebet, mein Geschrei um Hilfe möge dich erreichen.

Wende nicht dein Gesicht von mir, wenn ich in Not bin, bücke dich und höre mir zu,
wenn ich rufe, sei schnell, mir zu antworten!

Denn meine Tage sind wie Rauch verschwunden, meine Knochen brennen wie ein
Ofen;

Wie Gras durch Brand geschlagen welkt mein Herz, ich vergesse, meine Mahlzeiten
zu essen.

Von der Anstrengung muss ich stöhnen, meine Knochen ragen durch meine Haut.

Ich bin wie eine Wüsten-Eule im Mist, ein Käuzchen unter Trümmern,

Ich halte Mahnwache und stöhne wie ein einsamer Vogel auf dem Dach.

Den ganzen Tag lang verspotten mich meine Feinde, diejenigen, die mich einst
lobten, jetzt verfluchen sie mich.
Asche ist mein Lebensmittel, das ich esse, mein Getränk vermischt sich mit Tränen,

Wegen der Wut und dem Zorn, den du über mich ausgegossen hast;

Meine Tage sind wie ein Schatten verblasst, ich bin verwelkt wie Gras.

Aber du, Jahwe, thronst für immer, jede Generation wiederum erinnert sich an dich.

Steige auf, o Mitleid mit Zion! Die Zeit gekommen, um Gnade für sie zu haben, der
Moment ist gekommen;

Denn deine Knechte lieben sehr ihre Steine, von Mitleid mit ihrem Staub bewegt.

Dann werden die Völker verehren den Namen Jahwes, und alle Könige der Erde
verehren deine Herrlichkeit;

Wenn Jahwe Zion neu baut, er wird es in seiner Herrlichkeit sehen;

Er wird sich zuwenden dem Gebet der Verlassenen, und nicht ihr Gebet mit
Verachtung behandeln.

Dies ist aufgezeichnet für eine zukünftige Generation, und ein Volk, das noch
geboren werden soll, wird Gott loben:

Jahwe hat sich von den Höhen seines Heiligtums herab geneigt, hat vom Himmel auf
die Erde geschaut,

Das Seufzen der Gefangenen zu hören und zu befreien die zum Tode Verurteilten,

Um den Namen Jahwes in Zion, sein Lob in Jerusalem zu verkünden;

Nationen zu versammeln, Königreiche, und Jahwe anzubeten.

Meine Kraft ist auf dem Weg gescheitert;

Lass mich wissen die kurze Zeit, die ich noch habe. Raffe mich nicht hinweg, bevor
die Hälfte meiner Tage fertig ist, denn deine Jahre dauern von Zeitalter zu Zeitalter.

Vor langer Zeit hast du das Fundament der Erde gelegt, die Himmel sind das Werk
deiner Hände.

Sie vergehen, aber du bleibst, sie werden abgetragen wie ein Kleidungsstück, wie
veraltete Kleidung, die du änderst;

Aber du wirst dich nie verändern, und deine Jahre enden nie.
Die Kinder von denen, die dir dienen, werden sicher wohnen, und ihre Nachkommen
leben in deiner Gegenwart.

103

(Von David.) Segne Jahwe, meine Seele, aus der Tiefe meines Wesens seinen heiligen
Namen;

Segne Jahwe, meine Seele, nie vergesse alle seine Handlungen der Güte.

Er vergibt alle Straftaten, heilt alle deine Gebrechen,

Er bewahrt dein Leben vor dem Abgrund, krönt dich mit treuer Liebe und
Zärtlichkeit;

Er füllt mit guten Dingen dein Leben, deine Jugend erneuert er wie einen Adler.

Jahwe handelt mit Rechtschaffenheit, mit Gerechtigkeit für alle, die unterdrückt
werden;

Er offenbarte seine Wege, seine großen Taten den Kindern Israel durch Moses.

Jahwe ist Zärtlichkeit und Mitleid, langmütig und reich an Huld;

Seine Empörung dauert nicht für die Ewigkeit, noch bleiben seine Ressentiments für
alle Zeit;

Er behandelt uns nicht wie es unsere Sünden verdienen, und vergilt uns nicht wie es
sich gebührt für unsere Vergehen.

Wie die Höhe des Himmels über der Erde ist, so stark ist seine treue Liebe für die, die
ihn fürchten.

Wie der Abstand des Ostens vom Westen, so weit tat er von uns unsere Fehler.

So zärtlich, wie ein Vater seine Kinder behandelt, so behandelt Jahwe die, die ihn
fürchten;

Er weiß, aus was wir gemacht sind, er erinnert sich, dass wir Staub sind.

Ein Mensch - seine Tage sind wie Gras, er blüht wie die wilden Blumen;

So schnell wie der Wind weht ist er weg, um nie wieder gesehen zu werden.
Aber Jahwe bewahrt treue Liebe denen, die ihn fürchten, von Ewigkeit und in
Ewigkeit, und seine rettende Gerechtigkeit deren Kindern;

Solange sie seinen Bund halten und seine Gebote befolgen sorgfältig.

Jahwe hat seinen Thron im Himmel fest gemacht, seine souveräne Macht über alle
Grenzen.

Lobet Jahwe, alle seine Engel, mächtige Krieger, die seine Befehle erfüllen,
aufmerksam dem Klang seiner Worte.

Segnet Jahwe, alle seine Heerscharen, seine Diener, seine Wünsche zu erfüllen.

Segnet Jahwe, alle seine Werke, an jedem Ort, wo er regiert. Segne Jahwe, meine
Seele!

104

Segne Jahwe, meine Seele, o Jahwe, mein Gott, wie groß bist du! In Majestät und
Pracht bist du gekleidet,

Du trägst das Licht als ein Gewand! Du breitest den Himmel aus wie ein Zelt,

Du baust deinen Palast auf den oberen Gewässern, so dass die Wolken dein Wagen
sind, du fliegst auf den Flügeln des Windes,

Du ernennst Winde zu deinen Boten, Flammen von Feuer zu deinen Dienern.

Du fixierst die Erde auf ihren Fundamenten, für immer und ewig wird sie nicht
erschüttert werden;

Du bedecktest sie mit der Tiefe wie mit einem Kleid, die Wasser überragten die
Berge.

Auf deinen Vorwurf hin flohen die Gewässer, von der Stimme deines Donners
wurden sie weggejagt,

Über Berge fließend, unten in die Täler, an den Ort, den du für sie festgelegt hattest;

Du setztest ihnen eine Grenze, die sie überschreiten konnten, so dass sie nicht
zurückkehrten und die Erde bedeckten.

In den Schluchten hast du Quellen geöffnet, sie liefen zwischen den Bergen,
Wasser für alle wilden Tiere, die Wildesel stillen ihren Durst,

An ihren Ufern die Vögel des Himmels nisten, sie singen unter den Blättern.

Von deinem hohen Hallen wurde die Berge begossen, du erfüllst die Erde mit der
Frucht deiner Werke:

Für Rinder lässt du das Gras wachsen, und für Menschen die Pflanzen, die sie
benötigen, lässt du weitere Nahrung die Erde bringen,

Und Wein, den Herzen der Menschen zum Jubel, und Öl, um ihre Gesichter glänzen
zu lassen, Lebensmittel, robust die Herzen zu machen.

Die Bäume Jahwes trinken sich satt, die Zedern des Libanon, die er aussäte;

Er gibt es den Vögeln zu bauen ihre Nester, auf den höchsten Zweigen baut der
Storch seine Heimat;

Für die Wildziegen gibt es die Berge, in den Felsen die Klippdachse Zuflucht finden.

Er hat den Mond gemacht, um die Jahreszeiten zu markieren, die Sonne weiß, wann
sie untergehen muss.

Du bringst herauf die Finsternis, und es wird Nacht, wenn alle Waldtiere
herumlaufen;

Junge Löwen brüllen nach Beute, Gott zu bitten um ihre Nahrung.

Die Sonne geht auf und entfernt die Räuber, sie kehren zurück in ihre Höhlen,

Und der Mann geht zur Arbeit, zur Arbeit, bis es Abend wird.

Wie unzählige sind deine Werke, Jahwe, alle von dir so klug gemacht! Die Erde ist
voll von deinen Geschöpfen.

Da gibt es das Meer mit seinen Weiten voller unzähliger Kreaturen, Kreaturen groß
und klein;

Da gibt es Schiffe, die fahren hin und her, und Leviathan, den du gemacht hast, um
mit ihnen zu spielen.

Sie alle hängen an dir, dass du sie fütterst, wenn sie es brauchen.
Du gibst die Lebensmittel, die sie sammeln, deine offene Hand gibt ihnen genug zum
Sattwerden.

Wendest du dein Gesicht, geraten sie in Panik, nimmst du ihren Atem weg, so sterben
sie und werden wieder zu Staub.

Sende deinen Atem aus und das Leben beginnt, so wirst du das Gesicht der Erde
erneuern.

Ehrt Jahwe für immer! Jahwe finde Freude in seinem Wesen!

Bei seinem Blick bebt die Erde, bei seiner Berührung die Berge rauchen.

Ich will Jahwe singen mein Leben lang, machen Musik für meinen Gott, solange ich
lebe.

Mögen meine Träumereien ihm angenehm sein, denn Jahwe gibt mir Freude.

Mögen die Sünder von der Erde verschwinden, und die Gottlosen nicht mehr
existieren! Segne Jahwe, meine Seele!

105

Halleluja! Danket Jahwe, ruft seinen Namen an, verkündet seine Taten den Völkern!

Singet ihm, macht Musik für ihn, erzählt alle seine Wunder!

Rühmen seinen heiligen Namen sollen die Herzen, die Jahwe suchen!

Suchet Jahwe und seine Kraft, seine Gegenwart sucht unermüdlich!

Denkt an die Wunder, die er getan hat, seine Wunder, mit denen er die Urteile
gesprochen hat.

Den Stamm des Abraham, seinen Knechts, Jakobs, seines Kindes, erwählte er.

Er ist der Herr, unser Gott, seine Urteile berühren die ganze Welt.

Er erinnert sich an seinen Bund für immer, an das Versprechen, das er festgelegt hat
für tausend Geschlechter,

Den Bund, den er mit Abraham geschlossen, den Eid, den er Isaak geschworen.

Er stellte es auf als eine Satzung für Jakob, einen ewigen Bund mit Israel,
Er sagte: "Dir will ich geben ein Land, Kanaan, dein dir zugeteiltes Erbe."

Als sie waren unbedeutend an Zahl, eine Handvoll von Fremden im Land,

Wandernd von Land zu Land, von einem Reich und Nation zu einem anderen,

Erlaubte er niemanden, sie zu unterdrücken; ihretwegen wies er Könige zurecht:

“Tastet meinen Messias nicht an, meinen Propheten sollt ihr nicht schaden."

Er rief die Hungersnot in das Land, er nahm er ihre Nahrungsmittelversorgung weg;

Da sandte er einen Mann vor ihnen her, Josef, als Sklave verkauft.

Seine Füße wurden mit Fesseln gebunden, sein Hals wurde in Eisen gelegt.

Im Laufe der Zeit erfüllte sich seine Prophezeiung, das Wort Jahwes gab ihm recht.

Der König schickte den Befehl, ihn freizulassen, der Herrscher der Völker ließ ihn
frei;

Er legte er ihm die Verantwortung für seinen Haushalt auf, der Herrscher aller,

Bis seine Fürsten unterwiesen wurden, wie er es für richtig hielt, seinen Beratern
Weisheit zu lehren.

Und Israel ist nach Ägypten gewandert, Jakob ließ sich im Land der Ham nieder.

Er machte sein Volk zahlreich, er gab ihnen mehr Kraft als ihren Feinden,

Deren Herz wandte sich gegen seine eigenen Leute, sie zu hassen, doppelten Hasses
gegen seine Diener.

Er sandte seinen Knecht Moses und Aaron, den Mann seiner Wahl.

Sie wirkten dort die Wunder, die er im Land des Ham geboten, lauter Wunder.

Dunkelheit schickte er, und die Dunkelheit brach herein, aber das Volk widersetzte
sich seinen Aufträgen.

Er verwandelte ihre Flüsse in Blut und tötete alle Fische darin.

Ihr Land wurde von Fröschen überlaufen, auch die königlichen Gemächer;
Auf sein Wort hin kamen Fliegen und Mücken ins ganze Land.

Er gab ihnen ihren Regen, Feuerflammen in ihrem Lande, Hagel;

Er zerknickte ihren Weinstock und ihren Feigenbaum und zerbrach die Bäume des
Landes.

Auf sein Wort hin kamen Heuschrecken, Scharen über alle Zählung;

Sie verschlang alles Grün in der Landschaft, verschlangen die gesamte Erzeugung
des Bodens.

Er schlug alle Erstgeburt in ihrem Land, die Blume all ihrer Männlichkeit;

Er führte Israel heraus mit Silber und Gold, in ihren Stämmen gab es keine, die
gestolpert wären.

Ägypten war froh über ihren Auszug, denn der Schrecken vor Israel hatte sie
ergriffen.

Er breitete eine Wolke aus, um sie zu decken, und Feuer, ihnen zu leuchten in der
Nacht.

Sie baten und er brachte ihnen Wachteln, Essen vom Himmel nach Herzenslust;

Er öffnete einen Felsen, Wasser flossen und flossen in den trockenen Boden wie ein
Fluss.

Getreu seiner heiligen Versprechen, seinem Knecht Abrahams gegeben,

Führte er sein Volk mit Freuden und seine Auserwählten mit Jubel.

Er gab ihnen die Gebiete der Völker, sie ernteten die Frucht der Arbeit anderer Leute,

Unter der Bedingung, dass sie seine Gebote halten und blieben gehorsam seinem
Gesetz.

106

Halleluja! Danket Jahwe, denn er ist gütig, seine treue Liebe ist ewig!

Wer kann alle Triumphe Jahwes erzählen, wer kann sein Lob voll äußern?

Wie gesegnet sind die, die zu ihm halten, deren Verhalten immer aufrecht ist!
Gedenke meiner, Jahwe, in deiner Liebe zu deinem Volk. Komm zu mir in dier Nähe
mit deiner Rettung,

Lass mich das Glück deiner Auserwählten teilen, lass mich die Freude deines Volkes
teilen, den Stolz auf dein Erbe.

Wie unsere Vorfahren, so haben wir gesündigt, wir sind gottlos gewesen,
schuldbewusst;

Unsere Vorfahren in Ägypten begriffen nie die Bedeutung deiner Wunder. Sie haben
vergessen deine unzähligen Taten der Liebe, am Schilfmeer trotzten sie dem
Höchsten;

Aber aus Gründen seines Namens rettete er sie, bekannt zu machen die Macht seiner
Kraft.

Bei seiner Zurechtweisung ist das Schilfmeer ausgetrocknet, er ließ sie durch den
tiefen Meerespass ziehen, als ob es Wüste wäre,

So rettete er sie aus ihrer Gegner Listen, rettete sie aus den Fängen ihrer Feinde.

Das Wasser umhüllte ihre Feinde, nicht einer von ihnen blieb übrig.

Da glaubten sie, was er gesagt hatte, und sangen sein Lob .

Aber sie vergaßen bald seine Leistungen, sie haben nicht einmal gewartet auf seine
Pläne;

Sie wurden von Gier im Ödland überwältigt, in den einsamen Grube haben sie Gott in
Frage gestellt.

Er gab ihnen alles, was sie erbaten, aber er schlug sie mit einer schweren Krankheit;

Im Lager wurden sie eifersüchtig auf Moses und Aaron, die Heiligen Jahwes.

Die Erde tat sich auf und verschlang Dathan, eingeschlossen in der Grube ward
Abiram;

Feuer flammte gegen ihre Rotte, es wurden die Renegaten in Flammen gesetzt.

Am Horeb machten sie ein Kalb, verbeugten sich tief vor Metallguss;

Sie tauschten ihre Herrlichkeit für das Bild eines Gras fressenden Stieres.
Sie vergaßen den Gott, der ihr Retter war, der große Taten in Ägypten getan hatte,

Solche Wunder im Lande Hams, geniale Taten am Schilfmeer.

Er dachte an ihr Ende, wäre nicht Moses, sein Auserwählter, in den Riss getreten und
konfrontierte ihn, seinen Zorn weg von der Zerstörung zu wenden.

Sie hielten ein wünschenswertes Land für nichts, sie setzten kein Vertrauen in sein
Versprechen;

Sie blieben sie in ihren Zelten und brummten, sie wollten nicht auf Jahwes Stimme
hören.

So hob er seine Hand über sie, um sie in der Wüste niederzuschlagen,

Bis unter den Nationen geschlagen wären ihre Nachkommen, um sie zu zerstreuen in
der ganzen Welt.

Sie haben sich verpflichtet, Baal-Peor zu dienen, und aßen Opfer der leblosen Götter.

Sie reizten ihn so durch ihre Aktionen, dass eine Plage brach unter ihnen aus.

Da stand Pinhas auf zu intervenieren, und die Pest wurde abgewendet;

Dafür er ist das Beispiel der Rechtschaffenheit, von Zeitalter zu Zeitalter für immer.

Bei dem Haderwasser haben sie so verärgert Jahwe, dass Moses zornig wurde,

Denn sie hatten seinen Geist verbittert, und er sprach gedankenlos.

Sie haben die Nationen nicht zerstört, wie Jahwe ihnen gesagt hatte zu tun,

Aber vermischten sich mit ihnen, und haben ihre Wege angenommen.

Sie verehrten dieser Nationen falsche Götter, bis sie sich eingeschlossen fanden,

Und opferten ihre Söhne und ihre Töchter den Dämonen.

Unschuldiges Blut vergossen sie, das Blut ihrer Söhne und Töchter, ein Opfer den
Götzen Kanaans, so belasteten sie das Land mit Blut.

Sie besudelt sich durch solche Aktionen, ihr Verhalten war das einer Hure.

Jahwes Zorn loderte auf über seinem Volk, es erfüllte ihn sein eigenes Erbe mit Ekel.
Er übergab sie den Nationen, und ihren Gegner wurden ihre Herren;

Ihrer Feinde herrschten über sie, unter ihrer Herrschaft wurden sie zerdrückt.

Immer wieder rettete er sie, aber sie trotzen immer noch mehr, und sanken immer
tiefer in ihre Schuld;

Auch hatte er Mitleid mit ihrer Not, als er sie schreien hörte.

Lange hatte er seinen Bund mit ihnen im Sinn, er in seiner grenzenlosen und treuen
Liebe;

Er hat dafür gesorgt, dass sie Mitgefühl empfingen in der Behandlung von allen ihren
Entführern.

Hilf uns, Jahwe, unser Gott, sammle uns aus den Nationen, dass wir danken deinem
heiligen Namen und rühmen und loben dich.

Gepriesen sei Jahwe, der Gott Israels, von Ewigkeit und für immer! Lasst all die
Leute sagen: Amen.

FÜNFTES BUCH

107

Halleluja! Danket Jahwe, denn er ist gut, es dauert seine treue Liebe für immer.

Lasst sie so sagen, die Jahwe erlöst, die er von der Macht ihrer Feinde erlöst,

Bringend sie aus fremden Ländern zurück, von Osten und Westen, Norden und
Süden.

Sie mussten in der Wüste wandern, im Ödland, es gab keine Möglichkeit, eine
bewohnte Stadt zu finden;

Sie waren hungrig und durstig, ihr Leben schwand.

Sie riefen zu Jahwe in ihrer Not, er rettete sie aus ihrer Not,

Er stellte sie auf die Straße, geradewegs zu einer bewohnten Stadt.

Lasst sie danken Jahwe für seine treue Liebe, für seine Wunder für die Kinder
Adams!
Er hat den Hunger nach Herzenslust gestillt, die Hungernden gefüllt mit guten
Dingen.

Bewohner der Finsternis und der Schatten dunkel wie der Tod, in Elend und in Ketten
gefesselt,

Trotzend den Weisungen Jahwes, verachtend den Plan des Höchsten -

Er hat ihren Geist gedämpft durch harte Arbeit, wenn sie fielen, war niemand da, um
zu helfen.

Sie schrieen zu Jahwe in ihrer Not, er rettete sie aus ihrer Not,

Er holte sie aus der Dunkelheit und den Schatten dunkel wie der Tod und zerbrach
ihre Ketten.

Lasst sie Jahwe danken für seine treue Liebe, für seine Wunder für die Kinder
Adams!

Er brach die Tore auf und hat Bronze und Eisen zerschlagen.

Narren in ihrer rebellischen Art und Weise, die wegen ihrer Sünden elend waren,

Sie finden alle Lebensmittel abstoßend, nahe den Toren war der Tod -

Sie schrieen sie zu Jahwe in ihrer Not, und er rettete sie aus ihrer Not,

Er sandte sein Wort und heilte sie und rettete ihr Leben aus dem Abgrund.

Lasst sie Jahwe danken für seine treue Liebe, für seine Wunder für die Kinder
Adams!

Lasst sie Dankopfer darbringen und erzählen mit Jubel, was er getan hat!

Reisende auf dem Meer in Schiffen, ihr Gewerbe auf dem großen Ozean,

Da sind die Werke des Herrn, sie haben seine Wunder im Meer gesehen.

Mit seinem Wort hob er einen Sturmwind, hoch aufragende Wellen.

Bis in den Himmel, dann in die Tiefe! Ihre Mägen drehten sich um auf dem Wasser;

Sie taumelten und schwankten wie Betrunkene und alle ihre Geschicklichkeit ging
unter.
Sie schrieen zu Jahwe in ihrer Not, er rettete sie aus ihrer Not,

Er machte den Sturm ruhig und alle Wasser ließ er sich legen,

Und er brachte sie in die Stille überglücklich, zum Hafen, wo sie angebunden
wurden.

Lasst sie danken Jahwe für seine treue Liebe, für seine Wunder für die Kinder
Adams!

Lasst sie in der Versammlung des Volkes ihn preisen und ihn loben in dem Rat der
Ältesten.

Er hat Flüsse in Wüste verwandelt, sprudelnde Quellen in trockenen Boden,

Fruchtbares Land in Salzstöcke, weil die dort lebenden Menschen böse waren.

Aber er hat in der Wüste Gewässer gespendet, trockenen Boden in sprudelnden


Quellen verwandelt,

Und hat den Hungrigen ein Land gegeben, in dem sie sich selbst bauten eine Stadt.

Sie säen Felder und pflanzen Weinberge und ernten eine Ernte von ihren Produkten.

Er segnet sie und ihre Zahl erhöht er, ihr Vieh in voller Stärke erhält er.

Ihre Zahl war gesunken, sie waren zu schwach geworden unter dem Druck der
Katastrophe und Not;

Er deckte Fürsten mit Verachtung, ließ sie in weglosem Kot wandern.

Aber die Bedürftigen hebt er aus ihrem Elend, macht ihre Familien so zahlreich wie
Schafe.

Beim seinem Anblick freuen sich die Ehrlichen, und die Gottlosen haben nichts mehr
zu sagen.

Wer ist weise? Solches sollte man sich zu Herzen nehmen und kommen zu Jahwes
treuer Liebe, sie zu verstehen.

108
(Gesang, ein Psalm Davids.) Mein Herz ist bereit, Gott, will ich singen und
musizieren; komm, o mein Ruhm!

Erwache, Leier und Harfe, ich werde wecken die Morgenröte!

Ich werde dich unter den Völkern preisen, Jahwe, ich werde dir unter den Nationen
spielen,

Denn deine Liebe türmt sich in den Himmel, und deine Treue reicht zu den Wolken.

Über den Himmel sollst du erhoben werden, Gott. Deine Herrlichkeit strahlt über die
ganze Erde!

Die dich lieben, kommst du zu retten, bewahre sie mit der rechten Hand, und
antworte uns.

Gott hat aus seinem Heiligtum gesprochen: "In Triumph werde ich aufteilen Sichem,
und austeilen das Tal Sukkot.

Mein ist Gilead, mein Manasse, Ephraim der Helm auf meinem Kopf, Juda mein
Zepter,

Moab meine Wasch-Schüssel, auf Edom lege ich pflanze meine Sandale, über die
Philister rufe ich den Sieg aus."

Wer wird mich gegen eine befestigte Stadt in Edom führen,

Wenn nicht du, der Gott, der uns abgelehnt hat? Gott, du bist nicht mehr mit unseren
Armeen marschiert.

Bring uns Hilfe, denn in unserer Zeit der Krise ist jede menschliche Hilfe wertlos.

Mit Gott wollen wir Taten der Tapferkeit tun, er wird zertreten unsere Feinde.

109

(Für den Chorleiter, von David, ein Psalm.) Gott, den ich lobe, schweige nicht!

Üble und trügerische Worte werden über mich gesagt, es werden falsche
Beschuldigungen in meine Zähne geworfen.

Worte des Hasses fliegen um mich, obwohl ich keinen Anlass zur Feindseligkeit gab.
Im Gegenzug für meine Freundschaft kündigen sie mir die Freundschaft auf, und
alles, was ich tun kann, ist beten!

Sie zahlen mir für meine Güte Böses und bezahlen meine Freundschaft mit Hass.

„Einen bösen Mann lasst seinen Ankläger sein im Zeugenstand.

Bei seinem Prozess soll er schuldig gesprochen werden, auch sein Gebet soll als
Verbrechen ausgelegt werden!

Möge sein Leben kurz geschnitten sein, jemand anderes soll sein Amt übernehmen,

Seine Kinder sollen zu Waisen, seine Frau verwitwet werden.

Auch seine Kinder sollen ständig wandern müssen, Bettler, aus den Trümmern ihres
Hauses ausgetrieben,

Gläubiger sollen ergreifen all seine Güter und Fremde bereichern.

Möge keiner ihm mehr Treue zeigen, Liebe, niemand Mitleid mit seinen
Waisenkindern haben,

Die Linie seiner Nachkommen soll abgeschnitten werden, ausradiert sein Name in
einer Generation.

Jahwe soll nie vergessen die Verbrechen seiner Vorfahren, und die Sünden seiner
Mutter sollen nicht ausgelöscht werden;

Möge Jahwe diese Sünden ständig im Auge haben, möge er auf Erden vergessen
werden „

Er dachte nicht an die Treue, aber verfolgte die Armen und Bedürftigen und die
zerbrochenen Herzen bis zu ihrem Tod.

Er hatte eine Vorliebe für Flüche, sollen sie auf ihn zurückfallen! Keinen Geschmack
hatte er am Segen, möge er nie auf seinen Weg kommen!

Fluchen ist die Uniform, die er trug; lass ihn den Fluch durchdringen wie Wasser, wie
Öl in seine Knochen dringen.

Lass ihm den Fluch wie ein Gewand sein, das ihn vollständig umgibt, eine Schärpe,
die er immer trägt.

Dieses zahle als Lohn den Anklägern, Jahwe, die meinen Namen anschwärzen.
Jahwe, behandle sie wie es deinem Namen entspricht; deine treue Liebe ist
großzügig, rette mich.

Arm und bedürftig, wie ich bin, meine Wunden gehen mir direkt ins Herz;

Ich vergehe wie ein Schatten, verblasse, ich bin wie eine Heuschrecke erschüttert.

Meine Knie sind schwach aus Mangel an Nahrung, mein Körper mager aus Mangel
an Fett.

Sie wenden mir den Hintern zu mit ihren Sticheleien, den Kopf schütteln sie bei
meinem Anblick.

Hilf mir, Jahwe, mein Gott, rette mich, wie es deine treue Liebe verlangt.

Lass sie wissen, dass dein ist die rettende Hand, dass dieses, Jahwe, ist deine Arbeit.

Fluche ihnen, wenn du dir vorgesetzt, sie zu segnen; lass ihre Angriffe ihnen Schande
bringen, und genieße die Freude an deinem Knecht!

Lass meine Ankläger mit Schande bekleidet werden, in einen Mantel der Schmach
gehüllt.

Mit freundlichem Dank an Jahwe auf meinen Lippen werde ich ihn vor allen
Menschen loben,
Denn er steht an der Seite der Armen, die ihr Leben retten vor denen, die über ihnen
zu Gericht sitzen.

110

(Von David, ein Psalm.) Jahwe sagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten,
bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße gemacht habe.

Jahwe, du wirst das Zepter deiner Macht ausstrecken; vom Zion wirst du über deine
Feinde um dich herum herrschen.

Königliche Würde ist dein ab dem Tage deiner Geburt, heilige Ehre vom Mutterschoß
an, von den Anfängen deiner Jugend.

Jahwe hat einen Eid geschworen, sich nie zurückziehen, du bist ein Priester für
immer von der Ordnung Melchisedeks.

Mit der rechten Hand zerschmettert Jahwe Könige, wenn seine Wut ausbricht.
Er richtet Nationen und häuft Leichen, er bricht die Köpfe der ganzen weiten Welt.

Er trinkt aus einem Strom, wenn er geht, und deshalb hebt er den Kopf hoch.

111

Halleluja! Ich danke Jahwe von ganzem Herzen, am Treffpunkt der ehrlichen
Menschen, in der Gruppe.

Groß sind die Taten Jahwes, die von allen, die sie begeistern, bedacht werden.

Voller Pracht und Majestät ist seine Arbeit, es steht seine rettende Gerechtigkeit fest
für immer.

Er gibt uns ein Denkmal seiner großen Taten; Jahwe ist Barmherzigkeit und
Zärtlichkeit.

Er gibt Nahrung denen, die ihn fürchten, er hält seinen Bund stets im Sinn.

Seine Werke zeigen seinem Volk seine Macht, in ihnen ist das Geburtsrecht der
Völker.

Die Werke seiner Hände sind Treue und Gerechtigkeit, alle seine Gebote sind
vertrauenswürdig,

Für immer und ewig ist er gegründet, in der Treue und Ehrlichkeit.

Erlösung sendet er seinem Volk, seinen Bund, den er für immer festlegt; heilig und
ehrfurchtgebietend ist sein Name.

Die Wurzel der Weisheit ist die Ehrfurcht vor Jahwe; diejenigen, die das erreichen,
sind klug. Sein Lob erschallt für immer.

112

Halleluja! Wie selig ist, wer Jahwe fürchtet und sich über seine Gebote freut!

Seine Nachkommen auf Erden werden mächtig sein, so wird die Rasse der Ehrlichen
Segen empfangen:

Reichtum und Wohlstand gibt es für seine Familie; seine Rechtschaffenheit steht fest
für immer.
Für die Ehrlichen leuchtet er wie eine Lampe in der Dunkelheit, großzügig,
weichherzig und aufrecht ist er.

Alles geht gut für einen, der großzügig leiht, die ehrlich ist in all seinen Geschäften;

für alle Zeit wird er nicht zu Schanden, für alle Zeiten wird der Aufrechte in
Erinnerung bleiben.

Vor schlechten Nachrichten braucht er keine Angst zu haben, sein Herz ist fest, im
Vertrauen auf Jahwe.

Sein Herz ist stabil und festgehalten, er hat keine Angst, bis er über seine Feinde
triumphiert.

Den Bedürftigen gibt er, ohne zu rechnen, es steht seine Aufrichtigkeit fest für
immer; sein Ruhm ist auf Kraft gegründet.

Die Gottlosen werden sich bei seinem Anblick ärgern, mit den Zähnen knirschen und
verkümmern. Die Wünsche der Gottlosen werden frustriert.

113

Halleluja! Lobt, ihr Diener Jahwes, lobt den Namen Jahwes.

Heiligt den Namen Jahwes fortan und für immer.

Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang sei gelobt sei der Name Jahwes!

Der Oberste über alle Nationen ist Jahwe, die Höchste über die Himmel ist seine
Herrlichkeit.

Wer ist wie Jahwe, unser Gott? Sein Thron ist hoch gestellt,

aber er beugt sich über den Himmel und blickt auf die Erde herab.

Er hebt den Armen aus dem Staub, er hebt den Bedürftigen aus dem Kot,

um ihm einen Platz unter den Fürsten, unter den Fürsten seines Volkes zu geben.

Er lässt die unfruchtbare Frau zu Hause als glückliche Mutter von Kindern sitzen.

114
Halleluja! Da Israel aus Ägypten kam, das Haus Jakob aus dem Volk ausländischer
Sprache,

wurde Juda sein Heiligtum, Israel seine Domäne.

Das Meer floh bei dem Anblick, es wandte sich der Jordan zurück,

Die Berge hüpften wie Widder, die Hügel wie Schafe.

Meer, was machte dich fliehen? Jordan, warum wandtest du dich zurück?

Warum hüpftet ihr wie Widder, ihr Berge? Warum wie Schafe, ihr Hügel?

Zittre, Erde, beim Kommen Jahwes, bei der Wiederkunft des Gottes Jakobs,

der die Felsen in einen Teich verwandelt, Feuersteine in Brunnen.

115

Nicht uns, Jahwe, nicht uns, sondern deinem Namen gib die Ehre, deiner Liebe und
Treue!

Warum sollen die Nationen fragen: Wo ist denn ihr Gott?

Unser Gott ist im Himmel, er schafft, was er erwählt.

Sie haben Idole von Silber und Gold, von Menschenhand gemacht.

Diese haben einen Mund, aber können nichts sagen, sie haben Augen, aber sehen
nichts,

Ohren haben sie, aber hören nichts, Nasen, aber riechen nichts.

Sie haben Hände, aber können nicht fühlen, haben Füße, können aber nicht gehen, es
kommt kein Ton aus ihren Kehlen.

Die sich für sie entscheiden, sind wie sie am Ende, und alle, die sich auf sie
verlassen.

Haus Israel, vertraue auf Jahwe; er ist dir Hilfe und Schild.

Haus Aaron, vertraue auf Jahwe; er ist dir Hilfe und Schild.

Ihr, die ihr Jahwe fürchtet, vertraut auf Jahwe; er ist euch Hilfe und Schild.
Jahwe wird uns im Auge zu behalten, er wird segnen, er wird das Haus Israel segnen,
er wird das Haus Aaron segnen,

Er wird diejenigen, die Jahwe fürchten, groß und klein gleichermaßen segnen.

Möge Jahwe deine Zahlen addieren, dir und deinen Kindern auch!

Mögest du von Jahwe, der Himmel und Erde gemacht hat, gesegnet werden.

Der Himmel gehört Jahwe, aber die Erde hat er den Kindern Adams gegeben.

Die Toten können Jahwe nicht loben, diejenigen, die in der Stille versunken sind,

aber wir, die Lebenden, segnen Jahwe, fortan und für immer.

116

Halleluja! Ich bin von Liebe erfüllt, wenn Jahwe hört den Klang meines Gebetes,

wenn er sich bückt, mich zu hören, wie ich rufe.

Die Fesseln des Todes waren alle um mich herum, die Schlingen der Hölle hielten
mich fest; Angst und Not hielt mich in ihrem Griff,

Ich rief den Namen Jahwes. Befreie mich, Herr, ich bitte dich.

Jahwe ist gnädig und gerecht, unser Gott ist voll Zärtlichkeit.

Jahwe sieht nach dem Einfachen, als ich erniedrigt war, gab er mir Kraft.

Mein Herz ist in Frieden wieder, denn Jahwe hat mich großzügig behandelt.

Er hat mich aus dem Tod gerettet und aus vielen Tränen meiner Augen und aus
meiner Füße Stolpern.

Ich soll mein Leben in der Gegenwart Jahwes leben, im Land der Lebenden.

Mein Vertrauen wird nicht scheitern, auch wenn ich sagen muss: Ich bin ganz elend!

In meinem Schrecken sagte ich: Kein Mensch kann gerecht gemacht werden.

Welchen Dank kann ich Jahwe geben für seine Großzügigkeit?


Ich werde den Kelch des Heiles erheben und anrufen den Namen Jahwes.

Ich will meine Gelübde Jahwe erfüllen, dass alle seine Leute es sehen.

Kostspielig ist in Jahwes Augen das Sterben seiner Frommen.

Ich bitte dich, Herr! Ich bin dein Diener, ich bin dein Knecht und meine Mutter ist
deine Magd; löse meine Fesseln.

Ich werde dir das Opfer der Danksagung darbringen und anrufen den Namen Jahwes.

Ich will meine Gelübde Jahwe erfüllen, dass alle seine Leute es sehen,

in den Höfen des Hauses Jahwes, in deinem Herzen, Jerusalem.

117

Halleluja! Lobt Jahwe, alle Nationen, preist ihn, alle Völker,

denn seine Liebe ist stark und seine Treue hat kein Ende.

118

Halleluja! Dankt Jahwe, denn er ist gütig, denn seine Gnade währt ewig.

Lasst das Haus Israel sagen: Seine treue Liebe besteht für immer.

Lasst das Haus Aaron sagen: Seine treue Liebe besteht für immer.

Lasst die den Herrn fürchten sagen: Seine treue Liebe besteht für immer.

In meiner Not rief ich zu Jahwe, da hörte er mich und brachte mir Erleichterung.

Mit Jahwe auf meiner Seite fürchte ich nichts; was kann ein Mensch mir tun?

Mit Jahwe auf meiner Seite als meiner Hilfe triumphiere ich über meine Feinde.

Es ist gut, auf Jahwe zu bauen, besser als sich auf Menschen zu verlassen;

Es ist gut, auf Jahwe zu bauen, besser als sich auf Fürsten zu verlassen.
Nationen wimmelten um mich herum, aber in dem Namen Jahwes mähe ich sie
nieder;

sie schwärmten um mich herum, bedrücken mich, aber in dem Namen Jahwes
schneide ich sie ab.

Sie umschwärmten mich wie Bienen, flammten auf wie ein Reisigfeuer, aber in dem
Namen Jahwes wehre ich sie ab.

Ich wurde hart bedrückt, ich wäre fast gefallen, aber Jahwe kam mir zu Hilfe.

Jahwe ist meine Kraft und mein Lied und mein Retter.

Schreie der Freude und Erlösung erschallen in dem Zelt des Aufrechten: Jahwes
rechte Hand triumphiert!

Jahwes rechte Hand ist siegreich, des Herrn rechte Hand triumphiert!

Ich werde nicht sterben, ich werde leben, um die großen Taten Jahwes zu erzählen.

Obwohl Jahwe mich streng bestrafte, hat er mich nicht dem Tod überantwortet.

Öffne mir die Tore der Gerechtigkeit, und ich werde gehen und danken dem Herrn.

Das ist die Pforte Jahwes, wo die Aufrechten hineingehen.

Ich danke dir, dass du mich gehört hast und machtest dich zu meinem Retter.

Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden;

Das tut Jahwe, und wir bewundern es.

Dies ist der Tag, den Jahwe gemacht hat, ein Tag, um sich zu freuen und fröhlich zu
sein.

Wir bitten dich, Jahwe, rette uns, wir bitten dich, Jahwe, gib uns den Sieg!

In dem Namen Jahwes gesegnet sei er, der da kommt! Wir segnen euch vom Haus des
Herrn.

Jahwe ist Gott, er gibt uns Licht. Zieht einher in Prozessionen, Zweige in der Hand,
schmückt die Hörner des Altares.

Du bist mein Gott, ich danke dir, alles Lob gebührt dir, mein Gott. Ich danke dir, dass
du mich gehört hast und machtest dich zu meinem Retter.
Dankt Jahwe, denn er ist gut, denn seine Gnade währt ewig.

119

1 Wie gesegnet sind diejenigen, deren Weg ohne Schuld ist, die im Gesetz wandeln des Herrn!

2 Selig sind, die seine Anweisungen befolgen, die ihn von ganzem Herzen suchen,

3 und die nichts Böses tun, die auf seinen Wegen wandeln.

4 Du legst deine Gebote vor, dass sie sorgfältig gehalten werden.

5 Mögen meine Wege beständig sein, wenn du deinen Willen tust.

6 Dann werde ich mich nicht schämen, wenn mein Blick auf deine Gebote gerichtet ist.

7 Ich danke dir mit aufrichtigem Herzen dafür, mich in deinen aufrechten Urteilen zu unterrichten.

8 Ich werde deinen Willen tun; verlasse mich niemals ganz.

9 Wie kann ein junger Mann makellos bleiben? Indem du deine Worte hältst.

10 Mit ganzem Herzen suche ich dich, lass mich nicht von deinen Geboten abweichen.

11 In meinem Herzen schätze ich deine Versprechen, um nicht gegen dich zu sündigen.

12 Gelobt bist du, Jehova, lehre mich deinen Willen!

13 Mit meinen Lippen habe ich alle Urteile, die du gegeben hast, wiederholt.

14 In deinen Anweisungen liegt meine Freude, eine Freude, die über allen Reichtum hinausgeht.

15 Ich werde über deine Gebote nachdenken und meinen Blick auf deine Wege richten.

16 Ich freue mich über deinen Willen, ich vergesse deine Worte nicht.

17 Sei zu deinem Knechte großzügig, und ich werde leben und deine Worte halten.

18 Öffne meine Augen, und ich werde meinen Blick auf die Wunder deines Gesetzes richten.

19 Wenn ich auf Erden bin, verbirg deine Gebote nicht vor mir.

20 Mein Herz sehnt sich immer voller Sehnsucht nach deinen Urteilen.

21 Du hast die Arroganten, die Verfluchten, die von deinen Geboten abweichen, getadelt.

22 Befreie mich von Kränkungen und Verachtung, da ich deine Anweisungen beachte.

23 Obwohl Fürsten verschwörerisch gegen mich zusammen sitzen, überlegt dein Knecht deinen
Willen.
24 Deine Anweisungen sind meine Freude, deine Wünsche meine Ratgeber.

25 Im Staub liege ich niedergeschlagen; deinem Wort treu; belebe mich wieder.

26 Ich erzähle dir meine Wege und du antwortest mir. Lehre mich deine Wünsche.

27 Zeig mir den Weg deiner Gebote, damit ich über deine Wunder nachdenken kann.

28 Ich schmelze vor Kummer; treu zu deinem Wort; erhebe mich.

29 Halte mich fern vom Betrug, gewähre mir die Gnade deines Gesetzes.

30 Ich habe den Weg der Beständigkeit gewählt, ich habe mich nach deinen Urteilen geformt.

31 Ich klammere mich an deine Anweisungen, Jahwe, enttäusche mich nicht.

32 Ich renne den Weg deiner Gebote, denn du hast mir die Freiheit des Herzens gegeben.

33 Lehre mich, Jahwe, den Weg deines Willens, und ich werde ihn einhalten.

34 Gib mir Verständnis, und ich werde dein Gesetz einhalten und es von ganzem Herzen behalten.

35 Führe mich auf dem Weg deiner Gebote, denn meine Freude ist da.

36 Beuge mein Herz zu deinen Anweisungen, nicht zum egoistischen Gewinn.

37 Wende meine Augen von sinnlosen Bildern ab, gib mir durch dein Wort Leben.

38 Halte dein Versprechen gegenüber deinem Knecht, damit dich alle in Ehrfurcht halten.

39 Wende die Kränkungen ab, vor denen ich mich fürchte, denn deine Urteile sind großzügig.

40 Siehe, wie ich mich nach deinen Vorschriften sehne; in deiner rettenden Gerechtigkeit gib mir
Leben.

41 Lass deine treue Liebe zu mir kommen, Jahwe, treu zu deinem Versprechen, rette mich!

42 Gib mir eine Antwort auf die Angriffe gegen mich, denn ich verlasse mich auf dein Wort.

43 Beraube mich nicht dieses treuen Wortes, denn meine Hoffnung liegt in deinen Urteilen.

44 Ich werde dein Gesetz für immer und ewig halten.

45 Ich werde in aller Freiheit leben, weil ich nach deinen Geboten gesucht habe.

46 Ich werde vor den Königen von deinen Anweisungen sprechen und werde mich nicht schämen.

47 Deine Gebote erfreuen mich, ich liebe sie sehr.

48 Ich strecke meine Hände nach deinen Geboten aus, die ich liebe, und denke über deine Urteile
nach.
49 Denke an dein Versprechen an deinen Knecht, auf das ich meine Hoffnung gebaut habe.

50 Es ist mir ein Trost in der Not, dass mir dein Versprechen Leben gibt.

51 Endlos haben mich die Arroganten verhöhnt, aber ich bin nicht von deinem Gesetz abgewichen.

52 Ich habe deine uralten Urteile im Auge behalten, Jahwe, und ich werde getröstet.

53 Wut packt mich, wenn ich die Bösen sehe, die dein Gesetz aufgeben.

54 Deine Urteile sind mein Lied, wo ich im Exil lebe.

55 Die ganze Nacht, Jahwe, halte ich an deinem Namen fest, ich halte dein Gesetz.

56 Das bedeutet es für mich, deine Gebote zu beachten.

57 Ich habe gesagt: Jahwe, ich halte dein Wort.

58 Von ganzem Herzen bitte ich dich um Gnade; getreu deinem Versprechen, erbarme dich meiner!

59 Ich habe über meine Wege nachgedacht und wende meine Schritte deinen Anweisungen zu.

60 Unverzüglich eile ich, deine Gebote zu halten.

61 Obwohl ich in den Fängen der Gottlosen gefangen bin, vergesse ich dein Gesetz nicht.

62 Um Mitternacht stehe ich auf, um dich für deine aufrichtigen Urteile zu preisen.

63 Ich bin ein Freund aller, die dich ehren und deine Vorschriften einhalten.

64 Deine treue Liebe erfüllt die Erde, Jahwe, lehre mich deine Urteile.

65 Du bist deinem Knechte, HERR, großzügig gewesen, deiner Verheißung treu.

66 Lehre mich Wissen und Weisheit, denn ich verlasse mich auf deine Gebote.

67 Bevor ich bestraft wurde, bin ich immer auf Abwege geraten, aber jetzt halte ich mich an dein
Versprechen.

68 Du bist großzügig und handelst großzügig, lehre mich deinen Willen.

69 Die Arroganten schwärzen mich mit Lügen an, obwohl ich von ganzem Herzen deine Gebote
beachte.

70 Ihre Herzen sind ekelhaft und fett, aber ich freue mich an deinem Gesetz.

71 Es war gut für mich, dass ich zu leiden hatte, desto besser sind deine Urteile zu lernen.

72 Das von dir ausgesprochene Gesetz ist für mich wertvoller als aller Reichtum der Welt.
73 Deine Hände haben mich stark gemacht und festgehalten, gib mir Verständnis, und ich werde
deine Gebote lernen.

74 Die, die dich ehren, freuen sich über meinen Anblick, da ich auf dein Wort hoffe.

75 Ich weiß, Jahwe, dass deine Urteile aufrichtig sind, und indem du mich bestraft hast, zeigst du
deine Beständigkeit.

76 Deine treue Liebe soll mein Trost sein, wie du es deinem Knecht versprochen hast.

77 Behandle mich mit Zärtlichkeit und ich werde leben, denn dein Gesetz ist mein Entzücken.

78 Der Arrogante, der Lügen gegen mich erzählt, sollte sich schämen, während ich über deine
Gebote nachdenke.

79 Diejenigen, die dich ehren, sammeln sich zu mir, die deine Anweisungen verstehen.

80 Mein Herz wird deinem Willen tadellos sein; dann werde ich mich nicht schämen müssen.

81 Ich werde mich durch dein Heil retten, denn dein Wort ist meine Hoffnung.

82 Auch meine Augen warten auf dein Versprechen, wann wirst du Mitleid mit mir haben?

83 Denn ich bin wie ein geräucherter Weinschlauch, aber ich werde deinen Willen nicht vergessen.

84 Wie lange hat dein Diener noch zu leben? Wann wirst du meine Verfolger vor Gericht bringen?

85 Die Arroganten haben für mich trotz deines Gesetzes Fallgruben gegraben.

86 Alle deine Gebote zeigen Beständigkeit. Hilf mir, wenn sie mich unehrlich verfolgen.

87 Sie haben mich auf Erden beinahe vernichtet, aber ich habe deine Gebote nicht verlassen.

88 Treu deiner treuen Liebe, gib mir das Leben, und ich werde die Anweisungen halten, die du
auferlegt hast.

89 Für immer wird, HERR, dein Wort fest im Himmel gepflanzt.

90 Deine Beständigkeit dauert von Zeitalter zu Zeitalter; du hast die Erde gegründet und sie steht
fest.

91 Durch deine Urteile steht alles bis heute fest, denn die ganze Schöpfung ist dein Knecht.

92 Wäre dein Recht nicht meine Freude gewesen, wäre ich in meinem Elend zugrunde gegangen.

93 Ich werde deine Gebote niemals vergessen, denn damit hast du mir das Leben gegeben.

94 Ich bin dein, rette mich, denn ich suche deine Vorschriften.

95 Die Bösen mögen hoffen, mich zu zerstören, aber alle meine Gedanken sind an deine
Anweisungen.
96 Ich habe gesehen, dass alle Vollkommenheit endlich ist, aber dein Gebot hat keine Grenze.

97 Wie ich dein Gesetz liebe! Ich denke den ganzen Tag darüber nach.

98 Du machst mich weiser als meine Feinde durch dein Gebot, das mir für immer gehört.

99 Ich bin klüger als alle meine Lehrer, weil ich über deine Anweisungen nachdenke.

100 Ich habe mehr Verständnis als die Alten, weil ich deine Befehle halte.

101 Ich halte meinen Fuß von bösen Pfaden zurück, um dein Wort zu halten.

102 Ich wende mich nicht ab von deinen Urteilen, weil du sie mir angewiesen hast.

103 Wie schön ist dein Versprechen meinem Gaumen, süßer als Honig in meinem Mund!

104 Von deinen Geboten lerne ich Weisheit, und ich hasse alle betrügerischen Wege.

105 Dein Wort ist eine Lampe für meine Füße, ein Licht auf meinem Weg.

106 Ich habe geschworen, und werde es aufrechterhalten, deine aufrichtigen Urteile zu behalten.

107 Ich bin total elend, Jahwe. getreu deinem Versprechen, gib mir das Leben.

108 Nimm an, HERR, den Tribut aus meinem Munde, und lehre mich deine Urteile.

109 Mein Leben liegt ständig in deinen Händen, ich vergesse dein Gesetz nicht.

110 Die Bösen haben mir eine Schlinge gelegt, aber ich bin nicht von deinen Vorschriften
abgewichen.

111 Deine Anweisungen sind mein ewiges Erbe, sie sind die Freude meines Herzens.

112 Ich widme mich deinen Statuten, ihre Belohnung ist ewig.

113 Ich hasse ein geteiltes Herz, ich liebe dein Gesetz.

114 Du bist meine Zuflucht und mein Schild, ich hoffe auf dein Wort.

115 Lass mich in Ruhe, du Böser, ich werde die Gebote meines Gottes beachten.

116 Treu deinem Wort, unterstütze mich, und ich werde leben; enttäusche mich nicht in meiner
Hoffnung.

117 Erhalte mich und ich werde gerettet werden, mein Blick ist auf deinen Willen gerichtet.

118 Du schüttelst alle ab, die von deinem Willen abweichen. Betrug erfüllt ihren Horizont.

119 Vor dir sind alle Bösen der Erde wie Rost, und ich liebe deine Anweisungen.

120 Mein ganzer Körper zittert vor dir, deine Urteile erfüllen mich mit Furcht.
121 Mein Verhalten war gerade und aufrecht, übergib mich nicht meinen Unterdrückern.

122 Garantiere das Wohl deines Dieners, lass mich nicht von den Stolzen bedrängt werden.

123 Meine Augen schmachten nach deinem Heil und nach der rettenden Gerechtigkeit, die du
versprochen hast.

124 Zeige deinem Diener deine treue Liebe, bring mir deine Urteile bei.

125 Ich bin dein Knecht, gib mir Verständnis und ich werde deine Anweisungen kennen.

126 Es ist Zeit zu handeln, Jahwe, dein Gesetz wird gebrochen.

127 Ich liebe deine Gebote mehr als Gold, als reinstes Gold.

128 So herrsche in meinem Leben durch deine Befehle, ich hasse alle täuschenden Wege.

129 Wunderbar sind deine Anweisungen, deshalb beachte ich sie.

130 Wenn sich dein Wort entfaltet, gibt es Licht und sogar das einfache Verstehen.

131 Ich öffne meinen Mund breit, eifrig für deine Gebote keuchend.

132 Wende dich zu mir, erbarme dich; diejenigen, die deinen Namen lieben, verdienen es.

133 Halte meine Schritte in deinem Versprechen fest, damit kein Übel über mich triumphiere.

134 Rette mich vor menschlicher Unterdrückung, und ich werde deine Gebote einhalten.

135 Lass dein Angesicht auf deinen Knecht scheinen, lehre mich deinen Willen.

136 Meine Augen strömen über vor Tränen, weil dein Gesetz nicht beachtet wird.

137 Du bist aufrichtig, Jahwe, und deine Urteile sind ehrlich.

138 Du erhebst dich als Zeuge in Aufrichtigkeit, du bist beständig.

139 Mein Eifer verbrennt mich, weil meine Unterdrücker dein Wort vergessen.

140 Dein Versprechen ist gut geprüft, dein Diener hält es hoch.

141 Verschmäht und verachtet, wie ich bin, ich vergesse deine Befehle nicht.

142 Deine rettende Gerechtigkeit ist für immer gerecht und dein Gesetz ist vertrauenswürdig.

143 Wenn ich Angst und Bedrängnis fühle, so erfreuen mich deine Gebote.

144 Deine Anweisungen sind für immer aufrecht, gib mir Verständnis und ich werde leben.

145 Ich rufe von ganzem Herzen. Antworte mir, Jahwe, und ich werde deine Urteile beachten.

146 Ich rufe zu dir, rette mich, und ich werde deine Anweisungen einhalten.
147 Ich bin vor dem Morgengrauen wach, um um Hilfe zu rufen, ich setze meine Hoffnung auf dein
Wort.

148 Meine Augen sind wach, vor jeder Glocke in der Nacht, über dein Versprechen nachzudenken.

149 In deiner Huld, Herr, höre meine Stimme, lass deine Urteile mir das Leben geben.

150 Meine Verfolger nähern sich in ihren bösen Absichten und sind weiter von deinem Gesetz
entfernt.

151 Du bist mir nahe, Jahwe, und alle deine Gebote sind wahr.

152 Lange habe ich gewusst, dass deine Anweisungen für die Ewigkeit festgelegt wurden.

153 Sieh mein Leiden an und rette mich, denn ich vergesse dein Gesetz nicht.

154 Bitte um meine Sache und verteidige mich; wie du versprochen hast, gib mir das Leben.

155 Das Heil ist weit weg von den Bösen, denn sie suchen nicht nach deinem Willen.

156 Deine Gnaden sind unzählig, Jahwe. treu deinen Urteilen, gib mir Leben.

157 Obwohl meine Feinde und Unterdrücker zahllos sind, wende ich mich nicht von deinen
Anweisungen ab.

158 Der Anblick dieser Renegaten ist mir schrecklich; sie halten dein Versprechen nicht ein.

159 Sieh, wie ich deine Gebote liebe; treu deiner treuen Liebe, gib mir das Leben.

160 Treue ist die Essenz des Wortes, deine aufrechten Urteile sind gut für immer.

161 Obwohl mich die Fürsten provoziert haben, erfüllt mich dein Wort mit Ehrfurcht.

162 Ich freue mich an deinem Versprechen wie einer, der einen riesigen Schatz findet.

163 Lüge hasse und verabscheue ich, meine Liebe gilt deinem Recht.

164 Siebenmal am Tag lobe ich dich für deine aufrechten Urteile.

165 Großer Frieden für diejenigen, die dein Gesetz lieben. Keine Stolpersteine für sie!

166 Ich warte auf dein Heil, Jahwe, ich erfülle deine Gebote.

167 Ich beobachte deine Anweisungen, ich liebe sie von ganzem Herzen.

168 Ich beachte deine Gebote, deine Urteile, denn alle meine Wege liegen vor dir.

169 Möge mein Schrei sich deiner Gegenwart nähern, Jahwe, gib mir durch dein Wort Verständnis.

170 Möge mein Gebet in deine Gegenwart kommen, rette mich, wie du versprochen hast.
171 Mögen meine Lippen dein Lob aussprechen, denn du unterrichtest mich in deinem Willen.

172 Möge meine Zunge dein Versprechen aufsagen, denn alle deine Gebote sind aufrichtig.

173 Möge deine Hand da sein, um mir zu helfen, da ich deine Vorschriften gewählt habe.

174 Ich sehne mich nach deinem Heil, Jahwe, dein Gesetz ist mein Entzücken.

175 Möge ich nur leben, um dir zu lobsingen, mögen deine Urteile meine Hilfe sein.

176 Ich wandere wie ein verlorenes Schaf, komm und suche deinen Knecht, denn ich habe deine
Gebote nicht vergessen.

120

1 Ein Wallfahrtslied. Jahwe, wenn ich in Schwierigkeiten bin ich, rufe ich an, und er antwortet mir.

2 HERR, rette mich vor lügenden Lippen und einer tückischen Zunge!

3 Was wird er dir zurückzahlen, was noch mehr, du verräterische Zunge?

4 Kriegspfeile scharf über glühender Holzkohle!

5 Wie elend bin ich, ich wohne in Meschech und wohne in den Zelten von Kedar!

6 Ich habe zu lange unter Menschen gelebt, die den Frieden hassen!

7 Wenn ich von Frieden spreche, sind sie alle für den Krieg!

121

1 Ein Wallfahrtslied. Ich hebe meine Augen auf die Berge; woher kommt meine Hilfe?

2 Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

3 Möge er deinen Fuß vor dem Stolpern retten; möge er, dein Vormund, nicht einschlafen!

4 Du siehst, er schläft weder, noch schlummert er, der Hüter Israels.

5 Der HERR ist dein Vormund, dein Schatten, der HERR zu deiner Rechten.

6 Bei Tag wird die Sonne dich nicht stechen und auch nicht den Mond bei Nacht.

7 Der HERR schützt dich vor allem, was dir schadet.

8 Jahwe bewacht dein Kommen und Gehen von nun an und für immer.

122
1 Ein Wallfahrtslied. Ich freute mich, dass sie zu mir gesagt haben: Lasst uns zum Haus des Herrn
gehen.

2 Unsere Füße stehen in deinen Toren, Jerusalem. Endlich!

3 Jerusalem, als Stadt erbaut, als Ganzes,

4 dort gehen die Stämme hinauf, die Stämme des Herrn, ein Zeichen für Israel, um dem Namen des
Herrn zu danken.

5 Denn es sind die Throne des Gerichts gesetzt, die Throne des Hauses Davids.

6 Betet für den Frieden Jerusalems: Wohlstand für deine Häuser!

7 Frieden in deinen Mauern! Wohlstand in deinen Palästen!

8 Um der Liebe meiner Brüder und Schwestern und meiner Freunde und Freundinnen willen, will
ich sagen: Friede sei mit dir!

9 Um des Hauses Jahwes willen, unseres Gottes, will ich um dein Wohlergehen beten.

123

1 Ein Wallfahrtslied. Ich hebe meine Augen zu dir, der im Himmel thront.

2 Wie die Augen des Sklaven auf seines Herren Hand gerichtet sind, oder die Augen einer Sklavin
auf die Hand ihrer Herrin, so unsere Augen sind auf Jahwe, unseren Gott, gerichtet, dass er mit uns
Mitleid habe.

3 Erbarme dich unser, Jahwe, habe Mitleid, denn wir haben unseren ganzen Anteil an Verachtung
gehabt,

4 mehr als genug unseren Anteil am Spott der Selbstgefälligen. - Verachtung ist für die Stolzen.

124

1 Lied der Auferstehung Davids. Wenn Jahwe nicht auf unserer Seite gewesen wäre, lasst es Israel
wiederholen,

2 wenn der Herr nicht auf unserer Seite gewesen wäre, als uns Menschen angegriffen haben,

3 sie hätten uns in der Hitze ihres Zorns lebend verschlungen.

4 Da wusch uns Wasser ab, ein Strom rann direkt über uns hinweg;

5 lief direkt über uns und wurde zu turbulenten Gewässern.

6 Gelobt sei der HERR, dass wir nicht zur Beute wurden!
7 Wir flohen wie ein Vogel aus dem Netz des Vogelfängers. Das Netz war kaputt und wir konnten
entfliehen.

8 Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

125

1 Ein Wallfahrtslied. Wer auf Jahwe vertraut, ist wie der Berg Zion: unerschütterlich, er steht für
immer.

2 Jerusalem! Die Berge umgeben sie, und so umgibt Jahwe sein Volk von nun an und für immer.

3 Das Zepter der Bösen wird nicht über dem Erbe der Aufrichtigen zur Ruhe kommen; oder der
Aufrechte könnte seine eigenen Hände dem Bösen überlassen.

4 Tue Guten, Jehova, denen, die die Guten sind, zu den aufrichtigen Herzen.

5 Aber die Krummen, die Verdrehten wende ab, HERR, mit den Übeltätern. Frieden für Israel!

126

1 Ein Wallfahrtslied. Als der Herr Zions Gefangene zurückbrachte, lebten wir in einem Traum.

2 Da füllte sich unser Mund mit Lachen und unsere Lippen mit Liedern. Da sagten die Nationen:
Was für große Taten der HERR für sie getan hat!

3 Ja, der HERR hat große Taten für uns getan und wir sind überglücklich.

4 Jahwe, bring unser Volk aus der Gefangenschaft wie Ströme im Negev!

5 Die in Tränen säten, werden singen, wenn sie ernten.

6 Er ging weg, er weinte und trug den Samen aus. Er kommt zurück, kommt singend zurück und
bringt seine Garben mit.

127

1 Ein Wallfahrtslied Salomos. Wenn Jahwe nicht ein Haus baut, so arbeiten seine Erbauer umsonst.
Wenn Jahwe eine Stadt nicht bewacht, dann wacht ihre Wache umsonst.

2 Vergebens stehst du früher auf und gehst spät ins Bett, schwitzend, um deinen Lebensunterhalt zu
verdienen, denn der Herr ist es, der für seine Geliebten sorgt, während sie schlafen. (Oder: Der Herr
gibt seinen Geliebten Schlaf.)

3 Söhne sind ein Geburtsrecht von Jahwe, Kinder sind eine Belohnung von ihm.

4 Wie die Pfeile in der Hand eines Kriegers sind die Söhne, die du als Kinder zeugtest.
5 Wie gesegnet ist der Mann, der seinen Köcher mit ihnen gefüllt hat; im Streit mit seinen Feinden
vor dem Stadttor wird er nicht der Verlierer sein.

128

1 Ein Wallfahrtslied. Wie gesegnet sind alle, die Jahwe fürchten, die auf seinem Weg gehen!

2 Deine eigene Arbeit wird dir einen lebendigen, glücklichen und wohlhabenden Willen geben.

3 Deine Frau ist ein fruchtbarer Weinstock an den inneren Stellen deines Hauses. Deine Kinder
umrunden deinen Tisch wie Triebe eines Olivenbaums.

4 Dies sind die Segnungen, die auf diejenigen kommen, die den HERRN fürchten.

5 Möge der HERR dich segnen aus Zion! Mögest du sehen, wie Jerusalem alle Tage deines Lebens
gedeiht,

6 und lebe lang, um die Kinder deiner Kinder zu sehen! Frieden für Israel!

129

1 Ein Wallfahrtslied. Oft haben mich Männer angegriffen, seit ich jung war, lass Israel es
wiederholen,

2 oft haben Männer mich seit meiner Jugend angegriffen, aber sie haben mich nie besiegt.

3 Auf meinem Rücken haben sich die Pflüger an die Arbeit gemacht, lange Furchen gemacht,

4 aber der HERR, der Gerechte, hat das Joch der Gottlosen zertrümmert.

5 Alle, die Zion hassen, werden verwirrt zurückgeworfen.

6 Lass sie wie Gras auf einem Dach sein, bevor es geschnitten wird.

7 Sie sollen weder den Arm des Schnitters noch den Schoß des Sämanns füllen.

8 Und kein Passant wird sagen: Der Segen des Herrn sei auf dir! Wir segnen dich im Namen des
Herrn.

130

1 Ein Wallfahrtslied. Aus der Tiefe rufe ich zu dir, Jahwe:

2 Herr, höre mein Schreien. Höre aufmerksam zu dem Klang meines Flehens!

3 Wenn du unsere Sünden aufzeichnetest, Herr, wer könnte sich behaupten?

4 Aber bei dir ist Vergebung, damit du verehrt wirst.


5 Ich verlasse mich mit meinem ganzen Sein, Jahwe, auf dein Versprechen.

6 Mein ganzes Sein hofft auf den Herrn, mehr als Wächter auf den Tagesanbruch; mehr als Wächter
auf den Tagesanbruch

7 Israel soll auf Jahwe hoffen. Denn bei Jahwe ist treue Liebe, bei ihm großzügiges Lösegeld;

8 und er wird Israel von allen seinen Sünden erlösen.

131

1 Ein Wallfahrtslied. Jahwe, mein Herz ist nicht hochmütig, ich setze meine Visionen nicht zu hoch.
Ich habe an großen Angelegenheiten nicht teilgenommen, an Wundern, die über meinen Verstand
hinausgingen.

2 ICH BIN STILL UND RUHIG, WIE EIN GESTILLTES KIND AN DEN BRÜSTEN SEINER
MUTTER, WIE EIN GESTILLTES KIND BIN ICH.

3 Israel hoffe auf Jahwe von nun an und für immer.

132

1 Ein Wallfahrtslied. Jahwe, erinnere dich an David und an alle Strapazen, die er erleidet,

2 und an den Eid, den er dem HERRN geschworen hatte, sein Gelübde dem Mächtigen Jakobs:

3 Ich werde kein Zelt oder Haus betreten, werde nicht ins Bett klettern,

4 werde mir nicht erlauben zu schlafen, nicht einmal meine Augen zu schließen,

5 bis ich einen Platz für Jahwe gefunden habe, eine Wohnung für den Mächtigen von Jakob!

6 Hör mal, wir haben in Ephrata von ihr gehört, wir haben sie in den Wäldern gefunden.

7 Gehen wir in seine Wohnung und beten ihn an seinem Fußschemel an.

8 Jahwe, geh hinauf zu deiner Ruhestätte, du und die Lade deiner Kraft.

9 Deine Priester werden gerettet, um die Gerechtigkeit zu verkünden, und deine Gläubigen schreien
vor Freude.

10 Um deines Knechtes David willen, lehne deinen Gesalbten nicht ab.

11 Der HERR hat David geschworen und wird seinem Wort immer treu bleiben: Ich verspreche, ich
werde einen Sohn auf deinen Thron setzen.

12 Wenn deine Söhne meinen Bund und die Anweisungen, die ich sie gelehrt habe, beachten,
werden auch ihre Söhne ewig deinen Thron besitzen.

13 Denn der HERR hat Zion erwählt, er hat sie als Heimat gewollt.
14 Hier will ich für immer ruhen, hier werde ich mein Zuhause machen, wie ich es mir gewünscht
habe.

15 Ich werde ihr Erzeugnis großzügig segnen, ihr Bedürftiges mit Nahrung füllen,

16 Ich werde ihre Priester mit Erlösung bekleiden, und ihre Gläubigen werden vor Freude singen.

17 Dort werde ich eine Reihe von Nachkommen für David aufrichten, eine Lampe für meinen
Gesalbten anzünden;

18 ich werde seine Feinde mit Schande bekleiden, während seine eigene Krone gedeihen wird.

133

1 Ein Wallfahrtslied. Wie gut, wie herrlich ist es, wenn Brüder alle zusammen zu leben!

2 Es ist wie ein feines Öl auf dem Kopf, das auf den Bart herunter läuft, auf Aarons Bart, auf den
Kragen seiner Robe läuft.

3 Es ist wie der Tau Hermons, der auf die Höhen Zions fällt; denn dort schenkt der HERR seinen
Segen, das ewige Leben.

134

1 Ein Wallfahrtslied. Komm, segnet Jahwe, alle, die ihr Jahwe dient, in dem Haus des HERRN
dient, in den Vorhöfen des Hauses unseres Gottes. In den Nachtwachen

2 streckt eure Hände zum Heiligtum aus und segnet den HERRN.

3 Möge der HERR dich von Zion segnen, der Himmel und Erde geschaffen!

135

1 Alleluia! Lobt den Namen des HERRN, die ihr dem Herrn dient, lobt ihn.

2 Dient am Haus des Herrn, an den Höfen des Hauses unseres Gottes.

3 Lobt den HERRN, denn der HERR ist gut, macht Musik für seinen Namen, er bringt Freude.

4 Jahwe hat sich entschieden, Jakob für sich zu haben, Israel als seinen eigenen Besitz.

5 Denn ich weiß, dass der HERR groß ist, unser Herr steht über allen Göttern.

6 Der HERR tut, was er will, im Himmel und auf Erden, in den Wassern und in allen Tiefen.

7 Er beschwört Wolken von den Grenzen der Erde, sendet Regen mit Blitzen und holt den Wind aus
seinem Vorratshaus.
8 Er schlug die Erstgeborenen in Ägypten, Mensch und Tier,

9 er sandte Zeichen und Wunder in das Herz Ägyptens gegen Pharao und alle seine Beamten.

10 Er schlug viele Nationen nieder, er schlachtete mächtige Könige,

11 Sihon, den König der Amoriter, und Og, den König von Baschan, und alle Königreiche von
Kanaan.

12 Er gab ihr Land als Erstgeburtsrecht, als Erstgeburtsrecht seinem Volk Israel.

13 HERR, dein Name währt ewig, HERR, dein Gedächtnis ist von Zeitalter zu Zeitalter frisch.

14 Denn der HERR bestätigt sein Volk und hat Mitleid mit seinen Knechten.

15 Die Götzen der Völker sind nur Silber und Gold, von Menschenhand gemacht.

16 Diese haben Mäuler, sagen aber nichts, haben Augen und sehen nichts,

17 haben Ohren, hören aber nichts, und haben keinen Atem im Mund.

18 Ihre Macher werden wie sie enden, alle, die sich auf sie verlassen.

19 Haus Israel, segne den HERRN, Haus Aaron, den HERRN segne,

20 Haus Levi, segne den HERRN, ihr, die den HERRN ehren, segnet den HERRN!

21 Gelobt sei der HERR aus Zion, der in Jerusalem wohnt!

136

1 Alleluia! Dank sei dem Herrn, denn er ist gut, denn seine treue Liebe dauert ewig.

2 Dankt dem Gott der Götter, denn seine treue Liebe dauert ewig.

3 Dankt dem Herrn der Herren, denn seine treue Liebe dauert ewig.

4 Er allein wirkt Wunder, denn seine treue Liebe dauert ewig.

5 In Weisheit hat er den Himmel gemacht, denn seine treue Liebe bleibt für immer bestehen.

6 Er setzte die Erde fest auf das Wasser, denn seine treue Liebe bleibt für immer bestehen.

7 Er hat die großen Lichter gemacht, denn seine treue Liebe dauert ewig.

8 Die Sonne regiert den Tag, denn seine treue Liebe dauert ewig.

9 Mond und Sterne, um die Nacht zu beherrschen, denn seine treue Liebe bleibt für immer
bestehen.

10 Er schlug die Erstgeborenen von Ägypten, denn seine treue Liebe trägt.
11 Er brachte Israel aus ihnen heraus, denn seine treue Liebe währt ewig.

12 Mit mächtiger Hand und ausgestrecktem Arm, denn seine treue Liebe bleibt für immer bestehen.

13 Er teilte das Schilfmeer in zwei Teile, denn seine treue Liebe bleibt für immer bestehen.

14 Er ließ Israel durch die Mitte gehen, denn seine treue Liebe bleibt für immer bestehen.

15 Und er ertränkte den Pharao und sein ganzes Heer, denn seine treue Liebe währt ewig.

16 Er führte sein Volk durch die Wüste, denn seine treue Liebe bleibt für immer bestehen.

17 Er schlug mächtige Könige nieder, denn seine treue Liebe bleibt für immer bestehen.

18 Er schlachtete berühmte Könige, denn seine treue Liebe dauert ewig.

19 Sihon, den König der Amoriter, weil seine treue Liebe für immer währt.

20 Und Og, den König von Baschan, denn seine treue Liebe währt ewig.

21 Er gab ihr Land als Erstgeburtsrecht, denn seine treue Liebe bleibt für immer bestehen.

22 Ein Erstgeburtsrecht für seinen Knecht Israel, denn seine treue Liebe währt ewig.

23 Er hat uns im Gedächtnis behalten, als wir demütig wurden, denn seine treue Liebe dauert ewig.

24 Und rettete uns vor unseren Feinden, denn seine treue Liebe bleibt für immer bestehen.

25 Er versorgt alle Lebewesen mit Nahrung, denn seine treue Liebe bleibt für immer bestehen.

26 Dankt dem Gott des Himmels, denn seine treue Liebe dauert ewig.

137

1 An den Wassern zu Babel saßen wir und weinten im Gedenken an Zion.

2 An die Pappeln hatten wir unsere Harfen gehängt.

3 Denn dort hatten uns unsere Herren gebeten, ihnen ein Lied zu singen und unsere Gefangenen
fröhlich zu machen: Sing uns eins der Lieder von Zion.

4 Wie könnten wir ein Lied des Herrn auf fremdem Boden singen?

5 Wenn ich dich vergesse, Jungfrau Jerusalem, verderbe meine rechte Hand!

6. Möge meine Zunge an meinem Gaumen hängen bleiben, wenn ich dich nicht im Gedächtnis
halte, wenn ich die Jungfrau Jerusalem nicht als die größte meiner Freuden ansehe.

7 Gedenke, Jahwe, an die Edomiter, an den Tag von Jerusalem, wie sie sagten: Nieder mit ihr! Werft
sie zu Boden!
8 Tochter Babel, zur Zerstörung verurteilt, einen Segen für jeden, der dich behandelt, wie du uns
behandelt hast,

9 einen Segen für jeden, der deine Babys ergreift und gegen den Felsen (Christus) wirft!

138

1 Von David. Ich danke dir, Jahwe, von ganzem Herzen, denn du hast auf den Ruf gehört, den ich
ausgesprochen habe. In Gegenwart von Engeln singe ich dir.

2 Ich verneige mich vor deinem heiligen Tempel. Ich preise deinen Namen für deine treue Liebe
und deine Beständigkeit; deine Versprechen übertreffen sogar deinen Ruhm.

3 Du hast mich an dem Tag gehört, als ich gerufen habe, und du hast meinem Herzen neue Kraft
gegeben.

4 Alle Könige der Erde danken dir, Jahwe, wenn sie die Verheißungen hören, die du machst;

5 sie singen von Jahwes Wegen: Groß ist die Herrlichkeit des HERRN!

6 Erhaben wie er ist, sieht Jahwe auf den Demütigen, den Stolzen, den er aus der Ferne auswählt.

7 Obwohl ich von Schwierigkeiten umgeben lebe, gibst du mir das Leben, zur Wut meiner Feinde!
Du streckst deine rechte Hand aus und rettest mich.

8 Der HERR wird alles für mich tun. Jahwe, deine treue Liebe bleibt für immer bestehen, verlasse
nicht, den du gemacht hast.

139

1 Für den Chor. Davids Psalm. Jahwe, du prüfst mich und kennst mich.

2 Du weißt, wenn ich mich setze, wenn ich aufstehe, verstehst meine Gedanken von weitem.

3 Du siehst, wenn ich gehe oder liege, du kennst jedes Detail meines Verhaltens.

4 Ein Wort ist noch nicht auf meiner Zunge vor dir, Jahwe, und du weißt schon alles darüber.

5 Du zäunt mich ein, hinten und vorne, du hast deine Hand auf mich gelegt.

6 Ein solch erstaunliches Wissen liegt jenseits von mir, eine Höhe, die ich nicht erreichen kann.

7 Wohin soll ich gehen, um deinem Geist zu entfliehen? Wohin soll ich vor deiner Gegenwart
fliehen?

8 Wenn ich den Himmel besteige, bist du da, wenn ich flach im Sheol liege, dann bist du da.

9 Wenn ich auf den Flügeln der Morgenröte rase, wenn ich jenseits des Ozeans wohne,
10 auch dort wird deine Hand mich anleiten, deine rechte Hand hält mich fest.

11 Ich werde sagen: Lass die Dunkelheit mich bedecken, und die Nacht umhülle mich,

12 sogar Dunkelheit ist nicht dunkel, und Nacht ist so klar wie am ersten Tag.

13 Du hast mein innerstes Selbst erschaffen, mich im Mutterschoß zusammengefügt.

14 Für so viele Wunder danke ich dir. Ich bin ein Wunder. Und alle deine Werke sind Wunder. Du
hast mich durch und durch gekannt,

15 mein Wesen bewahrte keine Geheimnisse vor dir, als ich im Geheimen geformt wurde und in den
Tiefen der Erde strukturiert.

16 Deine Augen konnten meinen Embryo sehen. In deinem Buch waren alle meine Tage
eingeschrieben, jeder, der noch werden sollte, ist schon da.

17 Wie schwer für mich, deine Gedanken zu erfassen, wie viele gibt es, o Gott!

18 Wenn ich sie zähle, sind sie mehr als Sandkörner; wenn ich zu Ende komme, bin ich immer noch
bei dir.

19 Wenn nur, Gott, du die Bösen töten würdest! Männer der Gewalttätigkeit, halte sie von mir fern,

20 Diejenigen, die gotteslästerlich über dich sprechen und deine Gedanken nicht berücksichtigen.

21 Jahwe, hasse ich nicht die, die dich hassen, und die, die dich herausfordern, verabscheue ich sie
nicht?

22 Mein Hass für sie hat keine Grenzen, ich betrachte sie als meine eigenen Feinde.

23 Gott, prüfe mich und erkenne mein Herz, prüfe mich und erkenne meine Sorgen.

24 Vergewissere dich, dass ich nicht auf dem Weg bin, um mich zu ruinieren, und führe mich auf
dem Weg der Ewigkeit.

140

1 Für den Chorleiter. Psalm Davids. Rette mich, Herr, von bösen Menschen, schützen mich vor
gewalttätigen Männern,

2 deren Herz boshaft ist, sie beherbergen Tag für Tag Streit;

3 ihre Zungen sind wie Stacheldraht, wie eine Schlange, Viperngift hinter ihren Lippen.

4 Behüte mich, Jahwe, vor den Fängen der Gottlosen, bewahre mich vor gewalttätigen Männern, die
mich dazu bringen wollen, dass ich stolpere, und Schlingen auslegen, wo ich gehe,

5 in ihrer Arroganz verstecken sie Fallstricke und lauern, wenn ich vorbeikomme.

6 Ich sprach zu dem HERRN: Du bist mein Gott. Höre, Jahwe, auf den Klang meines Gebetes.
7 Jahwe, mein Herr, meine errettende Kraft, du schirmst meinen Kopf, wenn der Kampf kommt.

8 HERR, gewähre nicht den Bösen ihre Wünsche, lass nicht ihre Pläne gelingen. Lass meine
Angreifer nicht siegen,

9 sondern lass sie von ihrer eigenen Bosheit überwältigt werden.

10. Möge glühende Glut regnen auf sie herab, mögen sie ein für alle Mal in den Sumpf geworfen
werden.

11. Möge der Verleumder nirgendwo Ruhe finden, möge das Übel die gewalttätigen Menschen
unerbittlich jagen.

12 Ich weiß, dass der HERR den Elenden ein Gericht geben wird, den Armen die Gerechtigkeit.

13 Der Aufrechte wird deinen Namen preisen, der Ehrliche hält sich auf in deiner Gegenwart.

141

1 Psalm Davids. Jahwe, ich rufe, eile zu mir, höre auf meine Stimme, wenn ich dich rufe.

2 Möge mein Gebet in deiner Gegenwart wie Weihrauch sein, meine erhobenen Hände wie das
Abendopfer.

3 HERR, eine Wache stelle über meinen Mund, eine Wache an die Tür meiner Lippen.

4 Überprüfe jeden Impuls, Böses zu sagen, um die üblen Taten der Bösen zu teilen. Ich werde ihre
Freuden nicht probieren!

5 Möge der Aufrichtige mich mit einem Tadel eines Freundes korrigieren; aber die Gottlosen
werden niemals mein Haupt mit Öl salben, denn das würde mich zum Genossen ihrer Verbrechen
machen.

6 Ihr werdet in der Kraft des Felsens entlassen, ihr Richter, und diejenigen, die sich daran erfreuten,
mich zu hören, sagen:

7 Wie ein zerschmetterter Mühlstein am Boden sind unsere Knochen an der Mündung vom Sheol
verstreut.

8 Dir, Jahwe, wende ich meine Augen zu, zu dir nehme ich Zuflucht, lass mich nicht ungeschützt.

9 Rette mich aus den Fallen, die mir gestellt werden, den Schlingen der Bösen.

10 Lass die Bösen jeden in sein eigenes Netz fallen, während ich auf meinem Weg sicher gehe.

142

1 Psalm Davids, als er in der Höhle war, ein Gebet. Zu Jahwe ich mit meinem Plädoyer rufe. Zum
Herrn schreie ich mit Bitten.
2 Ich gieße meine Sorge in seiner Gegenwart aus, in seiner Gegenwart entfalte ich meinen Kummer.

3 Ohnmächtig aber mein Geist; du wachst über meinen Weg. Auf der Straße muss ich reisen, sie
haben mir eine Falle gestellt.

4 Schau zu meiner Rechten und siehe, es gibt niemanden, der mich erkennt. Mir wird jede Zuflucht
versagt, es kümmert niemanden, ob ich lebe oder sterbe.

5 Ich rufe zu dir, Jahwe, ich versichere: Du bist meine Zuflucht, mein Anteil am Land der
Lebenden!

6 Höre auf meine Rufe, denn ich bin kläglich schwach. Rette mich vor meinen Verfolgern, denn sie
sind mir zu stark.

7 Führe mich aus dem Gefängnis, damit ich deinen Namen preisen kann. Die Gerechten
versammeln sich um mich wegen deiner Großzügigkeit.

143

1 Psalm Davids. Jehova, höre mein Gebet, höre mein Bitten; antworte mir in deiner Beständigkeit,
in deiner rettenden Gerechtigkeit;

2 stell deinen Diener nicht vor Gericht, denn niemand, der lebt, kann sich vor deinem Gericht
schuldlos finden.

3 Ein Feind ist da mit tödlicher Verfolgung, zermalmt mich in den Staub und zwingt mich, in der
Dunkelheit zu leben, wie diese lange schon Toten.

4 Mein Geist ist schwach und in mir ist mein Herz vor Furcht taub.

5 Ich erinnere mich an die alten Tage und denke über all deine Taten nach, ich denke über die Werke
deiner Hände nach.

6 Ich strecke zu dir die Hände aus, mein Herz ist wie ein Land, das nach dir dürstet.

7 Antworte mir schnell, Jahwe, mein Geist ist erschöpft; wende dein Gesicht nicht von mir ab, sonst
werde ich denen gleich, die in Vergessenheit geraten.

8 Der Morgen bringt die Nachricht von deiner treuen Liebe, denn ich vertraue auf dich; zeig mir
den Weg, den ich gehen muss, um mein Herz zu entlasten.

9 Rette mich vor meinen Feinden, Jahwe, denn in dir finde ich Schutz.

10 Lehre mich, deinen Willen zu tun, denn du bist mein Gott. Möge dein großzügiger Geist mich
auf ebenem Boden führen.

11 HERR, zum Wohle deines Namens, deiner rettenden Gerechtigkeit, gib mir das Leben, rette
mich aus der Not.
12 In deiner treuen Liebe vernichte meine Feinde, zerstöre alle, die mich unterdrücken, denn ich bin
dein Knecht.

144

1 Von David. Gelobt sei der HERR, mein Fels, der meine Hände für den Krieg und meine Finger für
den Kampf rüstet.

2 Meine treue Liebe, meine Bastion, meine Zitadelle, mein Heiland; ich schütze mich durch ihn,
meinen Schild, er lässt die Völker sich mir unterwerfen.

3 Jahwe, was ist ein Mensch, den du wahrnimmst, ein Kind von Adam, über das du nachdenkst?

4 Menschenleben - nur ein Windstoß, flüchtige Tage wie ein Schatten!

5 Jahwe, teile die Himmel und komm herunter, rühre die Berge an und lass sie rauchen.

6 Streu ununterbrochene Blitzen, schlage sie mit einer Salve deiner Pfeile.

7 Strecke deine Hand von oben herab, rette mich, rette mich aus tiefen Gewässern, aus den Fängen
von Fremden,

8 deren jedes Wort wertlos ist, deren rechte Hand aufgehoben ist.

9 Gott, ich singe dir ein neues Lied, ich spiele dir auf der Zehnsaiten-Lyra,

10 denn du gibst Königen ihre Siege, du rettest deinen Knecht David vom Schwert des Bösen.

11 Rette mich, rette mich aus den Fängen von Fremden, deren jedes Wort wertlos ist und deren
rechte Hand Falschheit bezeugt.

12 Mögen unsere Söhne wie Pflanzen sein, die von früh auf groß sind, unsere Töchter wie Säulen,
die für einen Palast geschnitzt sind.

13 In unseren Ställen, die mit jeder Art von Ernte überfüllt sind, werden die Schafe auf unseren
Weiden in Tausenden und Zehntausenden gezählt.

14 Unser Vieh ist gut gefüttert, frei von Razzien und Plünderungen, ohne Aufschrei in unseren
Straßen.

15 Wie gesegnet ist das Volk, von dem dies wahr ist, gesegnet das Volk, dessen Gott der HERR ist!

145

1 Hymne des Lobes von David. Ich werde dich in der Höhe preisen, Gott, mein König, ich werde
deinen Namen für immer und ewig segnen.

2 Tag für Tag werde ich dich segnen, ich werde deinen Namen preisen für immer und ewig.

3 Groß ist der HERR und verdient alle Ehre, seine Größe ist jenseits aller Berechnung.
4 Jedes Zeitalter wird deine Taten dem nächsten preisen und deine mächtigen Werke verkünden.

5 Dein Ruhm ist der Glanz deiner Herrlichkeit, ich werde über deine Wunder nachdenken.

6 Sie werden von deiner großartigen Macht sprechen, und ich werde deine Größe erzählen.

7 Sie werden die Erinnerung an deine große Großzügigkeit hervorbringen und freudig deine
rettende Gerechtigkeit anerkennen.

8 Jahwe ist Zärtlichkeit und Mitleid, langsam wütend und voller treuer Liebe.

9 Der HERR ist zu allen rechtschaffen, und seine Zärtlichkeit umarmt alle seine Geschöpfe.

10 Alle deine Geschöpfe werden dir danken, Jahwe, und deine Gläubigen werden dich segnen.

11 Sie werden von der Herrlichkeit deines Königtums sprechen und von deiner Macht erzählen,

12 indem du deinen Kindern Adams die Macht zeigst, die Herrlichkeit und Majestät deines
Königtums.

13 Dein Königtum ist für immer ein Königtum, deine Regierung dauert von Zeitalter zu Zeitalter.
Der HERR ist in all seinen Worten vertrauenswürdig und in all seinen Taten aufrichtig.

14 Jahwe unterstützt alle, die stolpern, und hebt die Gebeugten auf.

15 Alle schauen hoffnungsvoll auf dich, und du fütterst sie mit dem Essen der Saison.

16 Und mit großzügiger Hand befriedigst du die Wünsche aller Lebewesen.

17 Aufrecht in allem, was er tut, der HERR wirkt nur in treuer Liebe.

18 Er steht allen nahe, die ihn anrufen, allen, die ihn von Herzen anrufen.

19 Er erfüllt die Wünsche aller, die ihn fürchten, er hört ihren Schrei und errettet sie.

20 Der HERR schützt alle, die ihn lieben, aber alle Bösen zerstört er.

21 Mein Mund wird den Herrn immer preisen, und jedes Wesen segne seinen heiligen Namen für
immer und ewig.

146

1 Alleluia! Lobe den HERRN, meine Seele!

2 Ich werde Jahwe mein ganzes Leben lang preisen. Ich werde meinem Gott Musik machen,
solange ich lebe.

3 Vertraut nicht auf Fürsten, auf ein Kind von Adam, das keine Macht hat, zu retten.
4 Wenn sein Geist ausgeht, kehrt er in die Erde zurück, und an diesem Tag verfallen alle seine
Pläne.

5 Wie gesegnet ist der, der Jakobs Gott hat, um ihm zu helfen; seine Hoffnung ist Jahwe, sein Gott,

6 der Himmel und Erde gemacht hat, das Meer und alles, was in ihnen ist. Er hält den Glauben für
immer fest,

7 gibt den Unterdrückten Gerechtigkeit, gibt den Hungernden Nahrung; Jahwe befreit die
Gefangenen.

8 Der HERR sieht den Blinden, hebt die Gebeugten auf.

9 Jahwe beschützt den Fremden, er erhält das Waisenkind und die Witwe. Jahwe liebt die
Gerechten, aber er frustriert die Bösen.

10 Der HERR regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit, dein Gott, Tochter Zion.

147

1 Alleluia! Lobt den HERRN, es ist gut, unserem Gott Psalmen zu singen, wie angenehm es ist, ihn
zu preisen.

2 Jahwe, Erbauer Jerusalems! Er sammelt die Verbannten Israels alle zusammen,

3 die gebrochenen Herzen heilend und ihre Wunden verbindend;

4 er zählt die Anzahl der Sterne und gibt jedem von ihnen einen Namen.

5 Unser Herr ist großartig, allmächtig, und seine Weisheit ist unbeschreiblich!

6 Der HERR erhält die Armen und erniedrigt die Bösen bis zur Erde.

7 Singt dem Herrn zum Dank, spielt die Harfe für unseren Gott.

8 Er verhüllt den Himmel mit Wolken und versorgt die Erde mit Regen, lässt Gras auf den Hügeln
wachsen und Pflanzen für die Menschen,

9 gibt dem Vieh und den jungen Raben Futter, wenn sie schreien.

10 Er hat keine Freude an der Kraft der Pferde, keine Freude an der menschlichen Robustheit;

11 seine Freude ist bei denen, die ihn fürchten, bei denen, die auf seine treue Liebe hoffen.

12 Preis sei dem HERRN, o Jerusalem, o Zion, preise deinen Gott!

13 Denn er gibt den Gittern deiner Tore Kraft, er segnet deine Kinder in dir.

14 Er bewahrt die Ruhe deiner Grenzen und gibt dir die Fülle feinsten Weizens.

15 Er schickt sein Wort zur Erde, sein Befehl läuft schnell,


16 er verbreitet den Schnee wie Flachs, streut Raureif wie Asche,

17 schickt Eiskristalle wie Brotkrumen, und wer kann dieser Kälte standhalten?

18 Wenn er sein Wort schickt, taut es auf, wenn er seinen Wind wehen lässt, werden die Gewässer
aufgelöst.

19 Er offenbart Jakob sein Wort, seine Satzungen und Gerichte Israel.

20 Denn keinem anderen Volk hat dies getan, kein anderes Volk hat seine Urteile gekannt.

148

1 Alleluia! Lobt den Herrn in den Himmeln, preist ihn in den Höhen.

2 Lobt ihn, alle seine Engel, preist ihn, alle seine Heere!

3 Lobt ihn, Sonne und Mond, preist ihn, alle leuchtenden Sterne!

4 Preist ihn, alle Himmel, lobt ihn, Wasser über dem Himmel!

5 Sie sollen den Namen des Herrn preisen, auf dessen Befehl sie gemacht wurden.

6 Er hat sie für immer und ewig nach einem unveränderlichen Erlass festgesetzt.

7 Lobt den HERRN von der Erde aus, Seeungeheuer und alle Tiefen!

8 Feuer und Hagel, Schnee und Nebel, Sturmwinde, die seinem Wort gehorchen,

9 Berge und jeder Hügel, Obstplantagen und jede Zeder,

10 wilde Tiere und alle Rinder, Reptilien und geflügelte Vögel,

11 Könige der Erde und aller Nationen, Fürsten und alle Richter auf Erden,

12 junge Männer und Mädchen, alte Menschen und Kinder zusammen,

13 sie sollen den Namen des Herrn preisen, denn allein sein Name ist erhaben, seine Herrlichkeit
überschreitet Erde und Himmel.

14 Denn er stärkt die Kraft seines Volkes zum Preis aller seiner Gläubigen, der Kinder Israel, der
Menschen, die ihm nahe stehen.

149

1 Alleluia! Singt dem Herrn ein neues Lied: sein Lob in der Versammlung der Gläubigen!

2 Israel wird sich über seinen Schöpfer freuen, die Kinder Zions erfreuen sich an ihrem König;
3 sie sollen zu seinem Namen tanzen und ihm auf Tamburinen und Harfen spielen!

4 Denn der HERR liebt sein Volk und wird die Demütigen mit Erlösung krönen.

5 Die Gläubigen jubeln in der Herrlichkeit, schreien vor Freude, wenn sie ihn anbeten.

6 Und preisen Gott mit ihren Stimmen in die Höhe, ein zweischneidiges Schwert in der Hand,

7 Rache an den Nationen, Strafe an den Völkern,

8 ihre Könige in Ketten und ihre Adligen mit eisernen Fesseln beladen,

9 um das Urteil auszuführen zu Ehren aller seiner Gläubigen.

150

1 Alleluia! Lobt Gott an seinem heiligen Ort, preist ihn im himmlischen Gewölbe seiner Macht.

2 Preist ihn für seine mächtigen Taten, preist ihn für seine ganze Größe.

3 Lobt ihn mit Fanfaren von Trompeten, preist ihn mit Harfe und Leier,

4 preist ihn mit Tamburinen und Tänzen, preist ihn mit Saiten und Flöten,

5 preist ihn mit dem Geschrei der Becken, lobt ihn mit triumphierenden Becken!

6 Alles, was atmet, lobe den HERRN! Alleluja!

PSALMEN AN DIE HERRIN GÖTTIN

Wohl dem, der nicht wandelt


Im Rat der Göttinlosen
Und nicht tritt auf den Weg der Sünder,
Noch sitzt im Kreise der Spötter,
Vielmehr Gefallen hat am Gesetz der Herrin
Und sinnt über ihr Gesetz bei Tag und bei Nacht!
Der gleicht einem Baum, gepflanzt an Wasserbächen,
Der seine Früchte bringt zu rechter Zeit
Und dessen Laub nicht welkt;
Und alles, was er beginnt, das gelingt.
Nicht also die Göttinlosen: nein,
Sie gleichen der Spreu, die der Wind verweht.
Darum werden die Göttinlosen nicht im Gericht bestehn
Und die Sünder nicht in der Gemeinde der Gerechten.
Denn es kennt die Herrin den Weg der Gerechten;
Doch der Göttinlosen Weg führt ins Verderben.

II

Was soll das Toben der Völker


Und das eitle Sinnen der Völkerschaften?
Die Könige der Erde rotten sich zusammen,
Und die Fürsten halten Rat miteinander
Gegen die Herrin und den von ihr Gesalbten:
Lasst uns zerreißen ihre Bande
Und von uns werfen ihre Fesseln!
Die im Himmel thront, die lacht,
Die All-Herrin spottet ihrer.
Dann aber wird sie zu ihnen reden in ihrem Zorn
Und sie schrecken in ihrem Ingrimm:
Habe ich doch meinen König eingesetzt
Auf dem Zion, meinem heiligen Berge!–
Lasst mich kundtun den Ratschluß der Herrin!
Sie hat zu mir gesagt: Mein Sohn bist du;
Ich selbst habe heute dich geboren.
Fordre von mir, so gebe ich dir die Völker zum Erbe
Und dir zum Besitz die Enden der Erde.
Du sollst sie mit eiserner Keule zerschmettern,
Wie Töpfergeschirr sie zerschlagen!
So nehmt denn Klugheit an, ihr Könige,
Lasst euch warnen, ihr Richter der Erde!
Dient der Herrin mit Furcht
Und jubelt ihr zu mit Zittern!
Küsst den Sohn, auf dass sie nicht zürne
Und ihr zugrunde geht auf eurem Wege!
Denn leicht entbrennt ihr Zorn.
Wohl allen, die bei ihr sich bergen!

III

Ein Psalm Davids, als er vor seinem Sohne Absalom floh.


Ach Herrin, wie sind doch meine Bedränger so zahlreich,
Wie viele erheben sich gegen mich!
Gar viele sagen von mir: Es gibt keine Rettung für ihn bei der Göttin!
Sela.
Doch du, o Herrin, bist ein Schild um mich her,
Meine Ehre und die mir das Haupt erhebt.
Laut ruf ich zur Herrin,
Und sie erhört mich von ihrem heiligen Berge.
Sela.
Ich legte mich nieder, schlief ruhig ein:
Erwacht bin ich wieder, denn die Herrin stützt mich.
Ich fürchte mich nicht vor vielen Tausenden Kriegsvolks,
Die rings um mich her sich gelagert haben.
Steh auf, o Herrin! Hilf mir, meine Göttin!
Du hast ja all meinen Feinden Backenstreiche versetzt,
Den Göttinlosen die Zähne zerschmettert.
Bei der Herrin steht die Hilfe,
Über deinem Volke walte dein Segen!
Sela.

IV

Dem Musikmeister, mit Saitenspiel; ein Psalm von David.


Wenn ich rufe, erhöre mich,
Du Göttin meiner Gerechtigkeit!
In Bedrängnis hast du mir immer Raum geschafft:
Sei mir gnädig und höre mein Gebet!
Ihr Herrensöhne, wie lange noch
Soll meine Ehre geschändet werden?
Wie lange noch wollt ihr an Eitlem hängen,
Auf Lügen ausgehn?
Sela.
Erkennt doch, das die Herrin
Den ihr Getreuen sich auserkoren:
Die Herrin vernimmt’s, wenn ich zu ihr rufe.
Seid zornerregt, doch versündigt euch nicht!
Denkt nach im stillen auf eurem Lager und schweigt!
Sela.
Bringt Opfer der Gerechtigkeit dar
Und vertraut auf die Herrin!
Es sagen viele: Wer lässt Gutes uns schauen?
Erhebe über uns, o Herrin,
Das Licht deines Angesichts!
Du hast mir größere Freude ins Herz gegeben
Als ihnen zur Zeit, wo sie Korn und Wein in Fülle haben.
In Frieden will ich beides,
Mich niederlegen und schlafen;
Denn du allein, Herrin, lässt mich
In Sicherheit wohnen.
V

Dem Musikmeister, nach der Melodie „die Erbschaften“; ein Psalm von David.
Vernimm meine Worte, o Herrin,
Merke auf mein Seufzen!
Ach, hör auf mein lautes Flehen,
Meine Königin und mein Göttin;
Denn zu dir geht mein Gebet!
O Herrin, in der Frühe schon hörst du mein Rufen,
In der Frühe schon richte ich dir ein Opfer zu
Und spähe aus nach dir.
Du bist ja nicht eine Göttin, der göttinloses Wesen gefällt:
Kein Böser darf als Gast bei dir weilen;
Ruhmredige dürfen dir nicht vor die Augen treten:
Du hassest alle Übeltäter.
Du lässt die Lügner zugrunde gehn;
Wer mit Blutvergießen und Trug sich befasst,
Den verabscheut die Herrin.
Ich aber darf nach deiner großen Gnade dein Haus betreten,
Ich darf vor deinem heiligen Tempel
In Ehrfurcht vor dir mich niederwerfen.
Herrin, leite mich in deiner Gerechtigkeit
Um meiner Feinde willen,
Ebne vor mir deinen Weg!
Denn in ihrem Mund ist keine Aufrichtigkeit,
Ihr Inneres ist Bosheit;
Ein offnes Grab ist ihre Kehle,
Mit ihrer Zunge reden sie glatte Worte.
Lass sie büßen, o Göttin, dass zu Fall sie kommen
Durch ihre Anschläge!
Stoße sie weg von dir ob der Menge ihrer Frevel,
Denn sie haben dir Trotz geboten!
Dann werden alle sich freun, die auf dich vertrauen:
Allzeit werden sie jubeln, dass du sie beschirmst;
Und frohlocken werden alle über dich,
Die deinen Namen lieben.
Denn du, Herrin, segnest den Gerechten,
Schirmst ihn mit deiner Gnade wie mit einem Schilde.

VI

Dem Musikmeister, mit Saitenspiel, im Basston; ein Psalm von David.


Herrin, nicht in deinem Zorne strafe mich
Und nicht in deinem Ingrimm züchtige mich!
Sei mir gnädig, o Herrin, denn ich bin am Verschmachten!
Heile mich, Herrin, denn meine Gebeine sind erschrocken,
Und meine Seele ist voller Angst!
Du aber, o Herrin, – wie lange noch willst du fern sein?
Kehre doch wieder, o Herrin, errette meine Seele!
Hilf mir um deiner Gnade willen!
Denn im Tode gedenkt man deiner nicht:
Im Totenreich – wer singt da dein Lob?
Erschöpft bin ich von all meinem Seufzen;
In jeder Nacht netz ich mein Bett mit Tränen,
Mache mein Lager zu einer Tränenflut.
Geschwunden ist mein Augenlicht vor Gram,
Gealtert vom Weinen ob all meinen Feinden.
Hinweg von mir, ihr Übeltäter alle!
Denn die Herrin hat mein lautes Weinen gehört;
Gehört hat die Herrin mein Flehen:
Die Herrin nimmt mein Gebet an.
Alle meine Feinde werden zuschanden werden
Und ganz bestürzt dastehn:
Mit Schanden müssen sie abziehn augenblicklich!

VII

Ein Bittgebet Davids, das er der Herrin wegen der Worte des Benjaminiten Kusch
dichtete.
Herrin, meine Göttin, bei dir such ich Zuflucht:
Hilf mir von allen meinen Verfolgern und rette mich,
Dass der Feind mich nicht wie ein Löwe zerreiße
Und zerfleische, weil keine Retterin da ist!
O Herrin, meine Göttin! Hab ich solches verübt,
Klebt Unrecht an meinen Händen,
Hab ich dem, der in Frieden mit mir lebte, Böses getan –
Ach nein, ich rettete ja, die mich grundlos bedrängten –:
So möge der Feind mich verfolgen und einholen,
Möge mein Leben zu Boden niedertreten
Und strecke meine Ehre in den Staub!
Sela.
Steh auf, o Herrin, in deinem Zorn!
Erhebe dich gegen die Wut meiner Bedränger!
Werde wach mir zum Heil, du hast ja Gericht verordnet!
Lass die ganze Versammlung der Völker dich umringen,
Und über ihr kehre zurück zur Höhe!
Die Herrin ist Richterin über die Völker:
Schaffe mir Recht, o Herrin, nach meiner Gerechtigkeit
Und nach meines Herzens Unschuld!
Mache der Göttinlosen Bosheit ein Ende
Und hilf dem Gerechten zu festem Stand,
Du Prüferin der Herzen und Nieren,
Gerechte Göttin!
Meinen Schild hält die Göttin,
Die Helferin der in ihrem Herzen Redlichen.
Die Göttin ist eine gerechte Richterin
Und eine Göttin, die täglich droht.
Wahrlich, wiederum schärft er sein Schwert,
Hält seinen Bogen gespannt und zielt
Und richtet Todesgeschosse auf ihn,
Seine Pfeile, die ere zu Brandpfeilen macht.
Seht: da brütet der Frevler über Trug,
Geht schwanger mit Unheil und gebiert Lüge;
Eine Grube hat er gegraben und ausgescharrt,
Stürzt selbst aber in die Grube, die er angelegt.
Das Unheil, das er geplant, fällt ihm aufs eigne Haupt,
Sein Frevel fährt auf seinen eignen Scheitel nieder.
Preisen will ich die Herrin nach ihrer Gerechtigkeit
Und lobsingen dem Namen der Herrin, der Höchsten.

VIII

Dem Musikmeister, nach der Keltertreterweise; ein Psalm von David.


Herrin, unsere Herrscherin, wie herrlich ist
Dein Name auf der ganzen Erde,
Du, deren Hoheit und Majestät am Himmel sich kundtut!
Aus der Kinder und Säuglinge Mund
Hast du ein Bollwerk dir zugerichtet deinen Gegnern zum Trotz,
Um Feinde und Widersacher verstummen zu machen.
Wenn ich anschau deinen Himmel, das Werk deiner Finger,
Den Mond und die Sterne, die du hergerichtet:
Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst,
Und das Menschenkind, dass du es beachtest?
Und doch hast du ihn nur wenig hinter die Gottheit gestellt,
Mit Herrlichkeit und Hoheit ihn gekrönt;
Du hast ihm die Herrschaft verliehn über deiner Hände Werke,
Ja, alles ihm unter die Füße gelegt:
Kleinvieh und Rinder allzumal,
Dazu auch die wilden Tiere des Feldes,
Die Vögel des Himmels, die Fische im Meer,
Alles, was die Pfade der Meere durchzieht.
Herrin, unsere Herrscherin, wie herrlich ist
Dein Name auf der ganzen Erde!

IX

Dem Musikmeister, nach der Melodie „stirb für den Sohn!“; ein Psalm von David.
Preisen will ich die Herrin von ganzem Herzen,
Verkünden all deine Wundertaten,
Ich will deiner mich freun und frohlocken,
Will lobsingen deinem Namen, du Höchste,
Weil meine Feinde haben rückwärts weichen müssen:
Sie sind gestrauchelt und umgekommen vor dir.
Denn du hast mein Recht und meine Sache geführt,
Hast auf dem Throne gesessen als gerechte Richterin;
Du hast die Heiden bedroht, die Frevler vernichtet,
Ihren Namen ausgelöscht für immer und ewig:
Der Feind ist dahin, zertrümmert für immer;
Auch Städte hast du zerstört, ihr Gedächtnis ist untergegangen.
Die Herrin aber thront in Ewigkeit;
Zum Gericht hat sie aufgestellt ihren Thron;
Und sie, sie richtet den Erdkreis mit Gerechtigkeit,
Spricht das Urteil den Völkern nach Gebühr.
So ist denn die Herrin eine Burg den Bedrückten,
Eine Burg für die Zeiten der Drangsal.
Drum vertrauen auf dich, die deinen Namen kennen;
Denn du lässt nicht von denen, die dich, Herrin, suchen.
Lobsingt der Herrin, die auf Zion thront,
verkündet unter den Völkern ihre Taten!
Denn als Rächerin der Blutschuld hat sie ihrer gedacht,
Hat das Schreien der Elenden nicht vergessen.
Sei mir gnädig, o Herrin, sieh an, was ich leide durch meine Feinde!
Du bist’s, die den Pforten des Todes mich entreißt,
Auf dass ich verkünde alle deine Ruhmestaten,
In den Toren der Tochter Zion ob deiner Hilfe juble!
Versunken sind die Heiden in die Grube, die sie gegraben,
Im Netz, das sie heimlich gestellt, hat ihr eigner Fuß sich verstrickt.
Kundgetan hat sich die Herrin, hat Gericht gehalten:
Durch das Eingreifen ihrer Hände ist der Frevler gefangen.
Saitenspiel. Sela.
Die Frevler fahren zur Unterwelt hinab,
Alle Heidenvölker, die die Göttin vergessen;
Denn nicht auf ewig bleibt der Arme vergessen,
Und der Elenden Hoffnung geht nicht für immer verloren.
Steh auf, o Herrin! Lass Menschen nicht trotzig schalten,
Lass die Heiden gerichtet werden vor dir!
Lege doch, Herrin, einen Schrecken auf sie!
Lass die Heiden erkennen, dass nur Menschen sie sind!
Sela.

Warum, o Herrin, stehst du so fern,


Verhüllst dich in Zeiten der Not?
Beim Hochmut der Göttinlosen wird dem Bedrückten bange:
Möchten sie selbst sich fangen in den Anschlägen, die sie ersinnen!
Denn der Frevler rühmt sich jubelnd seiner frechen Gelüste,
Und der Wucherer gibt der Herrin den Abschied, lästert sie.
Der Frevler wähnt in seinem Stolz: Die Göttin fragt nicht danach!
Es gibt keine Göttin! – dahin geht all sein Denken.
Allezeit hat er ja Glück in seinem Tun,
Deine Strafgerichte bleiben himmelweit fern von ihm,
Alle seine Gegner – er bietet ihnen Hohn.
Er denkt im Herzen: Nie komm ich zu Fall;
Nun und nimmer wird Unglück mich treffen!
Sein Mund ist voll Fluchens, voll Täuschung und Gewalttat;
Unter seiner Zunge birgt sich Unheil und Frevel.
In abgelegenen Gehöften liegt er im Hinterhalt,
Ermordet den Schuldlosen im Versteck,
Nach dem Hilflosen spähen seine Augen.
Er lauert im Versteck wie der Löwe in seinem Dickicht,
Er lauert, den Elenden zu haschen;
Er hascht den Elenden, indem er ihn in sein Netz zieht;
Er duckt sich, kauert nieder,
Und die Hilflosen und Unglücklichen fallen ihm in die Klauen.
Er denkt in seinem Herzen: Die Göttin hat es vergessen,
Sie hat ihr Antlitz verhüllt: sie sieht es nimmer!
Steh auf, o Herrin, erhebe, o Göttin, deinen Arm,
Vergiss die Elenden nicht!
Warum darf der Frevler die Göttin lästern und schmähen,
Darf denken in seinem Herzen: Du fragst nicht danach?
Du hast es wohl gesehen, denn auf Unheil und Herzeleid
Achtest du wohl, in deine Hand es zu nehmen;
Du bist es, der der Schwache es anheimstellt,
Der Waise bist du eine Helferin.
Zerschmettre den Arm des Frevlers
Und suche des Bösewichts göttinloses Wesen heim,
Bis nichts mehr von ihm zu finden!
Die Herrin ist Königin auf immer und ewig:
Verschwinden müssen die Heiden aus ihrem Lande!
Das Verlangen der Elenden hörst du, o Herrin;
Du stärkst ihren Mut, leihst ihnen dein Ohr,
Um den Waisen und Bedrückten Recht zu schaffen:
Nicht soll ein Mensch, der zur Erde gehört, noch ferner trotzen.

XI

Dem Musikmeister, von David.


Die Herrin ist meine Zuflucht;
Wie dürft ihr zu mir sagen: Flieht in euer Gebirge wie Vögel!
Denn seht, die Göttinlosen spannen den Bogen,
Legen ihren Pfeil auf die Sehne,
Um im Dunkel zu schießen auf schuldlose Herzen.
Wenn die Grundpfeiler niedergerissen werden,
Was kann da der Gerechte noch leisten?
Die Herrin ist in ihrem heiligen Palast,
Die Herrin, deren Thron im Himmel steht;
Ihre Augen halten Ausschau, ihre Blicke
Prüfen die Menschenkinder.
Es prüft die Herrin den Gerechten und den Göttinlosen,
Und wer Gewalttat liebt, den hasst ihre Seele.
Sie lässt auf die Göttinlosen Blitze regnen;
Feuer und Schwefel und Glutwind
Sind ihres Bechers Teil.
Denn gerecht ist die Herrin, eine Freundin gerechten Tuns:
Die Redlichen werden ihr Angesicht schauen.

XII

Dem Musikmeister, im Basston; ein Psalm von David.


Hilf doch, o Herrin! Denn dahin sind die Frommen
Und die Treuen ausgestorben inmitten der Menschenwelt!
Falschheit reden sie jeder mit dem andern,
Mit glatten Lippen, mit doppeltem Herzen reden sie.
O dass doch die Herrin vertilgte alle glatten Lippen,
Die Zunge, die vermessen redet,
Die Leute, die da sagen: Durch unsre Zunge sind wir starke Helden,
Unser Mund steht uns zur Verfügung:
Wer will uns meistern?
Wegen der Knechtung der Niedrigen,
Wegen dem Seufzen der Armen
Will jetzt ich mich erheben, spricht die Herrin,
Will Rettung schaffen dem, der danach verlangt!
Die Worte der Herrin sind lautere Worte,
Sind Silber, im Schmelzofen siebenfältig geläutert.
Du, Herrin, wirst treulich sie halten, wirst uns schirmen
Vor diesem Geschlecht, vor diesem Gelichter zu jeder Zeit,
Vor den Göttinlosen, die ringsum stolzieren,
Weil Gemeinheit sich bläht inmitten der Menschheit.

XIII

Dem Musikmeister; ein Psalm Davids.


Wie lange noch, Herrin, willst du mich ganz vergessen,
Wie lange dein Antlitz vor mir verhüllen?
Wie lange noch soll ich Sorgen hegen in meiner Seele,
Kummer im Herzen tragen Tag für Tag?
Wie lange noch soll mein Feind sich gegen mich erheben?
Blick her, erhöre mich, Herrin, meine Göttin,
Lass die Augen mir wieder leuchten,
Dass zum Tode ich nicht entschlafe!
Sonst rühmt sich mein Feind: Ich habe ihn überwältigt!,
Und meine Gegner jubeln, wenn ich wanke.
Doch nein, ich vertraue deiner Gnade:
Jauchzen soll mein Herz ob deiner Hilfe!
Singen will ich der Herrin, dass sie Gutes an mir getan!

XIV

Dem Musikmeister, von David.


Die Toren sprechen in ihrem Herzen: Es gibt keine Göttin;
Verderbt, abscheulich ist ihr Tun:
Da ist keiner, des Gutes täte.
Die Herrin schaut hernieder vom Himmel aus
Nach den Menschenkindern,
Um zu sehen, ob da sei ein Verständiger,
Einer, der nach der Göttin fragt.
Doch alle sind sie abgefallen,
Insgesamt entartet;
Da ist keiner, der Gutes tut,
Auch nicht einer.
Haben denn keinen Verstand die Übeltäter alle,
Die mein Volk verzehren,
Die das Brot der Herrin wohl essen,
Doch ohne sie anzurufen?
Damals gerieten sie in Angst und Schrecken,
Denn die Göttin war mit dem gerechten Geschlecht.
Beim Anschlag gegen den Elenden werdet zuschanden ihr werden,
Denn die Herrin ist seine Zuflucht.
O dass doch aus Zion die Rettung Israels käme!
Wenn die Herrin einst wendet das Schicksal ihres Volkes,
Wird Jakob jubeln, Israel sich freuen.

XV

Ein Psalm von David.


Herrin, wer darf Gast sein in deinem Zelte,
Wer wohnen auf deinem heiligen Berge?
Wer unsträflich wandelt und Gerechtigkeit übt
Und die Wahrheit redet, wie es ihm ums Herz ist;
Wer keine Verleumdung mit seiner Zunge umherträgt,
Seinem Nächsten kein Unrecht zufügt
Und keine Schmähung ausspricht gegen Verwandte;
Wer Verworfene als wirklich verächtlich ansieht,
Aber Göttinfürchtigen Ehre erweist;
Wer sich selbst zum Schaden schwört und den Eid doch hält;
Wer sein Geld nicht ausleiht auf Wucher
Und Bestechung nicht annimmt gegen Schuldlose:
Wer solches tut, wird ewiglich nicht wanken.

XVI

Ein Lied von David.


Behüte mich, Göttin, denn bei dir such ich Zuflucht!
Ich sage zu der Göttin: Meine Allherrin bist du,
Es gibt nichts Gutes für mich außer dir;
Und von den Heiligen im Lande sag ich:
Dies sind die Edlen, an denen mein ganzes Herz hängt.
Vielfaches Leid erwächst den Verehrern anderer Götter:
Ich mag ihre Bluttrankopfer nicht spenden
Und ihre Namen nicht auf meine Lippen nehmen.
Die Herrin ist mein Erbgut und Becherteil;
Du bist’s, die mein Los und Erbe mir sichert.
Die Meßschnur ist mir gefallen auf liebliche Gegend,
Ja, mein Erbteil gefällt mir sehr gut.
Ich preise die Herrin, die mich freundlich beraten;
Auch nächtens mahnt mich mein Herz dazu.
Ich habe die Herrin mir beständig vor Augen gestellt:
Steht sie mir zur Rechten, so wanke ich nicht.
Drum freut sich mein Herz, und meine Seele frohlockt:
Auch mein Leib wird sicher wohnen.
Denn du gibst meine Seele dem Totenreich nicht preis,
Du lässt deinen Frommen nicht schauen die Vernichtung.
Du weisest mir den Weg des Lebens:
Vor deinem Angesicht sind Freuden in Fülle
Und Segensgaben in deiner Rechten ewiglich.

XVII

Ein Gebet Davids.


Höre, o Herrin, die gerechte Sache,
Merk auf mein lautes Rufen,
Vernimm mein Gebet von Lippen ohne Trug!
Von dir soll das Urteil über mich ergehen:
Deine Augen sehen untrüglich.
Prüfst du mein Herz, siehst du nach mir bei Nacht,
Durchforschest du mich: du findest nichts Böses;
Mein Mund macht sich keines Vergehens schuldig.
Beim Treiben der Menschen hab ich nach deiner Lippen Wort
Gemieden die Pfade der Gewalttätigen.
Meine Schritte haben sich fest an deine Bahnen gehalten,
Meine Tritte haben nicht gewankt.
Ich rufe zu dir, denn du erhörst mich, o Göttin:
Neige dein Ohr mir zu, vernimm meine Rede!
Erweise mir deine Wundergnade, du Retterin derer,
Die vor Widersachern Zuflucht suchen bei deiner Rechten!
Behüte mich wie den Stern im Auge,
Birg mich im Schatten deiner Flügel
Vor den Frevlern, die mir Gewalt antun,
Vor meinen Feinden, die voll Gier mich umringen!
Ihr gefühlloses Herz halten sie verschlossen,
Ihr Mund stößt vermessene Reden aus.
Auf Schritt und Tritt lauern sie jetzt uns auf,
Richten ihr Trachten darauf, uns zu Boden zu werfen;
Sie gleichen dem Löwen, der gierig ist zu rauben,
Und dem jungen Löwen, der da lauert im Versteck.
Erhebe dich, Herrin, tritt ihm entgegen, strecke ihn nieder!
Errette mein Leben mit deinem Schwert vor dem Frevler,
Mit deiner Hand, o Herrin, vor den Menschen,
Vor den Leuten dieser Welt, deren Teil in diesem Leben ist!
Mit deiner Vergeltung fülle ihren Bauch!
Mögen ihre Söhne satt daran werden und ihren Überrest
Wieder ihren Kindern hinterlassen!
Doch ich in Gerechtigkeit darf dein Angesicht schauen,
Darf satt mich sehen beim Erwachen an deinem Bild.

XVIII

Dem Musikmeister; vom Knecht der Herrin, von David, der dieses Lied an die Herrin
richtete zu der Zeit, als die Herrin ihn aus der Hand aller seiner Feinde, auch aus der
Gewalt Sauls errettet hatte. Er betete so:
Ich liebe dich, Herrin, meine Kraft!
Die Herrin ist mein Fels, meine Burg und meine Retterin,
Meine Göttin ist mein Hort, bei der ich Zuflucht suche,
Mein Schild und das Horn meines Heils, meine Festung.
Die Preiswürdige ruf ich an, die Herrin:
So werde ich von meinen Feinden errettet.
Die Wogen des Todes hatten mich umringt,
Und die Ströme des Unheils schreckten mich;
Die Netze des Totenreichs umfingen mich schon,
Die Schlingen des Todes fielen über mich.
In meiner Angst rief ich zur Herrin
Und schrie um Hilfe zu meiner Göttin;
Da vernahm sie in ihrem Palast mein Rufen,
Und mein Notschrei drang ihr zu Ohren.
Da wankte und schwankte die Erde,
Und der Berge Grundfesten bebten,
Sie wankten hin und her, denn sie war zornentbrannt.
Rauch stieg auf von ihrer Nase,
Und fressendes Feuer drang aus ihrem Munde,
Glühende Kohlen sprühten von ihr aus.
Sie neigte den Himmel und fuhr herab,
Wolkennacht lag unter ihren Füßen;
Sie fuhr auf dem Cherub und flog daher
Und schoss herab auf den Fittichen des Sturms;
Finsternis machte sie zu ihrer Hülle,
Rings um sich her zu ihrem Zelt
Regendunkel, dichtes Gewölk;
Aus dem Glanz vor ihr her brachen durch ihre Wolken
Hagel und Feuerflammen.
Dann donnerte die Herrin im Himmel,
Die Höchste ließ ihre Stimme erschallen;
Sie schoss ihre Pfeile ab und zerstreute die Feinde,
Schleuderte Blitze und schreckte die Feinde.
Da wurden sichtbar die Tiefen des Meeres
Und aufgedeckt die Grundfesten der Erde
Vor deinem Schelten, o Herrin,
Vor dem Zornschnauben deiner Nase.
Sie streckte die Hand herab aus der Höhe, erfasste mich,
Zog mich heraus aus den großen Fluten,
Entriss mich meinem starken Feinde
Und meinen Widersachern, die zu stark mir waren.
Sie hatten mich überfallen an meinem Unglückstage;
Doch die Herrin ward mir zur Stütze;
Sie führte mich heraus auf weiten Raum,
Riss mich heraus, weil sie Wohlgefallen an mir hatte.
Die Herrin hat mir gelohnt nach meiner Gerechtigkeit,
Nach der Reinheit meiner Hände mir vergolten;
Denn ich habe eingehalten die Wege der Herrin
Und bin von meiner Göttin nicht treulos abgefallen;
Nein, alle ihre Rechte haben mir vor Augen gestanden,
Und ihre Gebote hab ich nicht von mir gewiesen.
So bin ich unsträflich vor ihr gewandelt
Und hab mich vor jeder Verschuldung gehütet;
Drum hat mir die Herrin vergolten nach meiner Gerechtigkeit,
Nach der Reinheit meiner Hände, die ihren Augen sichtbar war.
Gegen den Guten erweist du dich gütig,
Gegen den Redlichen zeigst du dich redlich,
Gegen den Reinen erweist du dich rein,
Doch gegen den Falschen zeigst du dich enttäuschend;
Denn du schaffst demütigen Leuten Hilfe,
Aber stolze Augen erniedrigst du.
Ja, du lässt meine Leuchte hell scheinen;
Die Herrin, meine Göttin, macht meine Finsternis licht.
Denn mit dir überrenne ich Feindesscharen,
Und mit meiner Göttin überspringe ich Mauern.
Diese Göttin – ihr Walten ist vollkommen;
Die Worte der Herrin sind lauter,
Ein Schild ist sie allen, die zu ihr sich flüchten.
Denn wer ist Göttin außer der Herrin
Und wer ein Fels als nur unsere Göttin?
Diese Göttin, die mit Kraft mich gegürtet
Und meinen Weg ohne Anstoß gemacht;
Die mir Füße verliehen den Hirschen gleich
Und mich sicher auf Bergeshöhen gestellt;
Die meine Hände streiten gelehrt,
Dass meine Arme den ehernen Bogen spannten.
Du reichtest mir deinen schützenden Schild,
Deine Rechte stützte mich,
Und deine Gnade machte mich groß.
Du schafftest weiten Raum meinen Schritten unter mir,
Und meine Knöchel wankten nicht.
Ich verfolgte meine Feinde, holte sie ein
Und kehrte nicht eher um, bis ich sie vernichtet;
Ich zerschmetterte sie, dass sie nicht wieder aufstehen konnten:
Sie sanken unter meine Füße nieder.
Und du gürtetest mich mit Kraft zum Streit,
Beugtest unter mich alle, die sich gegen mich erhoben;
Du triebst meine Feinde vor mir in die Flucht,
Und alle, die mich hassten, vernichtete ich:
Sie schrien um Hilfe, doch da war keine Helferin,
Zur Herrin, doch sie hörte sie nicht;
Ich zermalmte sie wie Staub vor dem Winde,
Wie Kot auf den Gassen schüttete ich sie hin.
Du hast mich aus den Kämpfen für mein Volk errettet,
Mich zum Oberhaupt der Heiden eingesetzt:
Völker, die ich nicht kannte, dienen mir;
Aufs bloße Wort gehorchen sie mir,
Die Söhne der Fremden huldigen mir;
Die Söhne des Auslands sinken mutlos hin
Und kommen zitternd hervor aus ihren Schlössern.
Die Herrin lebt: gepriesen sei mein Hort!
Und erhaben ist die Göttin meines Heils,
Die Göttin, die mir Rache verliehen
Und die Völker unter meine Herrschaft gezwungen,
Die von meinen grimmigen Feinden mich gerettet
Und über meine Widersacher mich erhöht,
Von dem Mann der Gewalttat mich befreit hat!
Drum will ich dich preisen, Herrin, unter den Völkern
Und deinem Namen lobsingen,
Dir, die ihrem Könige großes Heil verleiht
Und Gnade an ihrem Gesalbten übt,
An David und seinem Hause ewiglich!

XIX

Dem Musikmeister; ein Psalm von David.


Die Himmel verkünden der Göttin Herrlichkeit,
Und vom Werk ihrer Hände erzählt das Himmelsgewölbe.
Ein Tag ruft dem andern die Botschaft zu,
Und eine Nacht vermeldet der andern die Kunde.
Da ist keine Sprache, da sind keine Worte,
Unhörbar ist ihre Stimme;
Und doch: durch alle Lande dringt ihr Schall
Und ihre Rede bis ans Ende des Erdkreises;
Der Sonne hat sie dort ein Zelt gesetzt.
Und der Sonnenball –
Wie ein Bräutigam tritt er hervor aus seinem Gemach,
Er freut sich wie ein Held, zu durchlaufen die Bahn.
Vom Ende des Himmels geht er aus,
Und sein Umlauf reicht wieder bis zu dessen Ende,
Und nichts bleibt verborgen vor seiner Lichtglut.
Das Gesetz der Herrin ist vollkommen:
Es erquickt die Seele;
Das Zeugnis der Herrin ist zuverlässig:
Es macht die Törichten weise;
Die Befehle der Herrin sind richtig:
Sie erfreuen das Herz;
Das Gebot der Herrin ist lauter:
Es erleuchtet die Augen;
Die Ehrfurcht vor der Herrin ist rein:
Sie bleibt ewig bestehen;
Die Gerichtsurteile der Herrin sind Wahrheit:
Sie sind allzumal gerecht;
Sie sind köstlicher als Gold
Und als Feingold in Menge,
Sind süßer als Honig
Und Wabenseim.
Auch dein Knecht lässt durch sie sich warnen:
In ihrer Befolgung liegt ein reicher Lohn.
Verfehlungen – ach, wer nimmt sie wahr?
Von den unbewußten Fehlern sprich mich los!
Auch vor Hochmut behüte deinen Knecht:
Lass ihn nicht Macht über mich gewinnen!
Dann steh ich unsträflich da und bleibe rein
Von schwerer Verschuldung.
Lass wohlgefällig dir sein die Worte meines Mundes
Und das Sinnen meines Herzens,
O Herrin, mein Fels und meine Erlöserin!

XX

Dem Musikmeister; ein Psalm von David.


Die Herrin erhöre dich am Tage der Drangsal,
Es schütze dich der Name der Göttin Jakobs!
Sie sende dir Hilfe vom Heiligtum her
Und leiste dir Beistand von Zion aus!
Sie gedenke aller deiner Speiseopfer
Und sehe dein Brandopfer wohlgefällig an!
Sela.
Sie gewähre dir, was dein Herz begehrt,
Und lasse all deine Pläne gelingen!
Dann wollen wir jubeln über dein Heil
Und im Namen unserer Göttin die Fahnen schwingen:
Die Herrin erfülle dir all deine Wünsche!
Jetzt weiß ich, die Herrin hilft ihrem Gesalbten:
Sie erhört ihn aus ihrem heiligen Himmel
Durch die hilfreichen Taten ihrer Rechten.
Diese sind stark durch Wagen und jene durch Rosse,
Doch wir sind stark durch den Namen der Herrin, unserer Göttin.
Sie stürzen nieder und fallen,
Doch wir stehen fest und halten uns aufrecht.
O Herrin, hilf, verleihe den Sieg dem König!
Erhöre uns, sooft wir dich anrufen!

XXI

Dem Musikmeister; ein Psalm von David.


O Herrin, über deine Kraft freut sich der König,
Und über deine Hilfe – wie jauchzt er so laut!
Seines Herzens Verlangen hast du ihm erfüllt
Und den Wunsch seiner Lippen ihm nicht versagt;
Sela.
Denn mit Glück und Segen bist du ihm begegnet,
Hast aufs Haupt ihm gesetzt eine Krone von Feingold.
Leben erbat er von dir: du hast es ihm gewährt,
Der Jahre Fülle auf endlose Zeit.
Groß ist sein Ruhm durch deine Hilfe,
Mit Glanz und Hoheit hast du ihn geschmückt;
Für die Dauer hast du ihn zum Segen gemacht,
Ihn beglückt mit Freude vor deinem Angesicht.
Denn der König vertraut auf die Herrin
Und wird durch der Höchsten Gnade nicht wanken.
Deine Hand wird treffen alle deine Feinde,
Deine Rechte alle erreichen, die dich hassen.
Du wirst sie wie einen Feuerofen machen,
Sobald du erscheinst;
Die Herrin wird sie verschlingen in ihrem Zorn,
Und Feuer wird sie verzehren.
Ihren Nachwuchs wirst du vom Erdboden tilgen
Und ihr Geschlecht aus der Menschenwelt.
Wenn Böses sie gegen dich planen, auf Arglist sinnen:
Sie werden nichts vermögen;
Denn du wirst sie zwingen, die Flucht zu ergreifen,
Mit deinem Bogen auf ihr Antlitz zielen.
Erhebe dich, Herrin, in deiner Kraft:
Wir wollen dein Heldentum besingen und preisen.

XXII

Dem Musikmeister, nach der Melodie Hirschkuh der Morgenröte; ein Psalm von
David.

Meine Göttin, meine Göttin, warum hast du mich verlassen?


Ach, fern von meiner Rettung bleiben die Worte meiner Klage!
Meine Göttin! Ich rufe bei Tage, doch du antwortest nicht,
Und bei Nacht, doch Ruhe wird mir nicht zuteil!
Und doch bist du die Heilige,
Die da thront über Israels Lobgesängen.
Auf dich haben unsre Väter vertraut,
Sie haben vertraut, und du hast ihnen heraus geholfen;
Zu dir haben sie geschrien und Rettung gefunden,
Auf dich haben sie vertraut und sind nicht enttäuscht worden.
Doch ich bin ein Wurm und kein Mensch mehr,
Bin der Leute Hohn und verachtet vom Volk;
Alle, die mich sehen, spotten mein,
Reißen den Mund auf, schütteln den Kopf:
Er werfe es auf die Herrin: die möge ihn befreien,
Die möge ihn retten: sie hat ja Wohlgefallen an ihm!
Ja, du bist’s, die mich der Mutter gelegt in den Schoß,
Mich sicher geborgen an meiner Mutter Brust;
Von Geburt an bin ich auf dich angewiesen,
Vom Schoß meiner Mutter her bist du meine Göttin.
O bleibe nicht fern von mir, denn die Drangsal ist nahe,
Und sonst ist keine Helferin zu sehen!
Mich umzingeln mächtige Stiere,
Baschans Riesen-Büffel halten mich umringt;
Den Rachen sperren sie gegen mich auf,
Ein reißender, brüllender Löwe!
Wie Wasser bin ich ausgegossen,
Alle meine Glieder sind zerschlagen;
Das Herz ist mir geworden wie Wachs,
Zerschmolzen in meinem Innern.
Vertrocknet wie eine Scherbe ist meine Kraft,
Und die Zunge klebt mir am Gaumen:
In den Staub des Todes hast du mich gelegt.
Ach, Hunde umgeben mich rings,
Eine Rotte von Übeltätern umkreist mich;
Sie haben mir Hände und Füße durchbohrt.
Alle meine Gebeine kann ich zählen:
Sie aber blicken mich an und weiden sich an dem Anblick.
Sie teilen meine Kleider unter sich
Und werfen das Los um mein Gewand.
Doch du, Herrin, bleibe nicht fern von mir,
Du, meine Kraft, eile mir zu Hilfe!
Errette vor dem Schwert mein Leben,
Mein einziges Gut aus der Hunde Gewalt!
Hilf mir aus dem Rachen des Löwen
Und bewahre mich vor den Hörnern der Büffel!
Dann will ich deinen Namen meinen Brüdern kundtun,
Inmitten der Gemeinde dich rühmen:
Die ihr die Herrin fürchtet, preist sie!
Ihr alle vom Hause Jakobs, ehrt sie
Und scheut euch vor ihr, ihr alle von Israels Stamm!
Denn sie hat nicht übersehen
Und nicht verabscheut das Elend des Dulders
Und ihr Antlitz vor ihm nicht verborgen,
Nein, als er zu ihr schrie, auf ihn gehört.
Dir soll mein Loblied gelten in großer Gemeinde;
Meine Gelübde will ich erfüllen vor denen, die sie fürchten.
Die Elenden sollen essen, dass sie satt werden,
Und die da suchen die Herrin, sollen sie preisen:
Aufleben soll euer Herz für immer!
Daran werden gedenken und zur Herrin sich bekehren
Alle Enden der Erde,
Und vor dir werden sich niederwerfen
Alle Geschlechter der Heiden;
Denn der Herrin gehört die Herrschaft und das Königtum,
Und sie ist der Völker Gebieterin.
Vor ihr werden niederfallen alle Großen der Erde,
Vor ihr die Knie beugen alle, die in den Erdstaub sinken
Und wer seine Seele nicht am Leben erhalten kann.
Die Nachwelt wird ihr dienen;
Von der Allherrin wird man erzählen dem künftigen Geschlecht.
Sie werden kommen und ihre Gerechtigkeit kundtun
Dem nachgeborenen Volk, dass sie es vollführt hat.

XXIII

Ein Psalm von David.


Die Herrin ist meine Hirtin: mir mangelt nichts.
Auf grünen Auen lässt sie mich lagern,
Zum Lagerplatz am Bach führt sie mich.
Sie erquickt meine Seele;
Sie leitet mich auf rechten Pfaden
Um ihres Namens willen.
Müsst ich auch wandern in finsterem Tal:
Ich fürchte kein Unglück,
Denn du bist bei mir: dein Hirtenstab und dein Stecken,
Die sind mein Trost.
Du deckst mir reichlich den Tisch
Vor den Augen meiner Feinde;
Du salbst mir das Haupt mit Öl
Und schenkst mir den Becher voll ein.
Nur Gutes und Liebes werden mich begleiten
Mein ganzes Leben hindurch,
Und heimkehren werde ich zum Hause der Herrin
Für eine lange Reihe von Tagen.

XXIV

Von David, ein Psalm.


Der Herrin gehört die Erde und ihre Fülle,
Der Erdkreis und seine Bewohner;
Denn sie hat auf Meeren sie gegründet
Und über Strömen sie festgestellt.
Wer darf hinauf gehen zum Berge der Herrin,
Wer stehen an ihrer heiligen Stätte?
Wer schuldlos ist an Händen und reinen Herzens,
Wer nie den Sinn auf Täuschung richtet,
Und wer nicht betrügerisch schwört:
Der wird Segen empfangen von der Herrin
Und Gerechtigkeit von der Göttin seines Heils.
Dies ist das Geschlecht, das nach ihr verlangt,
Die dein Angesicht suchen, Göttin Jakobs.
Sela.
Hebt hoch, ihr Tore, eure Häupter
Und öffnet euch weit, ihr uralten Pforten,
Dass die Königin der Herrlichkeit einziehe!
Wer ist denn die Königin der Herrlichkeit?
Die Herrin, sehr stark und eine Heldin,
Die Herrin, eine Heldin in der Schlacht!
Hebt hoch, ihr Tore, eure Häupter
Und öffnet euch weit, ihr uralten Pforten,
Dass die Königin der Herrlichkeit einziehe!
Wer ist denn die Königin der Herrlichkeit?
Die Herrin der Heerscharen,
Die ist die Königin der Herrlichkeit!
Sela.

XXV

Von David.
Zu dir, o Herrin, erheb ich meine Seele,
Meine Göttin, auf dich vertraue ich:
Lass mich nicht enttäuscht werden,
Lass meine Feinde nicht über mich frohlocken!
Nein, keiner, der auf dich harrt, wird enttäuscht;
Enttäuscht wird nur, wer dich treulos verlässt.
Tu mir kund, o Herrin, deine Wege,
Deine Pfade lehre mich!
Lass mich wandeln in deiner Wahrheit und lehre mich,
Denn du bist die Göttin meines Heiles:
Deiner harre ich allezeit.
Gedenke der Erweise deines Erbarmens, o Herrin,
Und dass deine Gnadenverheißungen aus der Urzeit stammen;
Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Vergehen:
Nein, nach deiner Gnade gedenke meiner um deiner Güte willen!
Gütig und aufrichtig ist die Herrin;
Darum weist er den Sündern den rechten Weg,
Lässt Bedrückte wandeln in richtiger Weise
Und lehrt die Dulder ihren Weg.
Alle Pfade der Herrin sind Gnade und Treue
Denen, die ihren Bund und ihre Gebote halten.
Um deines Namens willen, o Herrin,
Vergib mir meine Schuld, denn sie ist groß!
Wie steht’s mit dem Mann, der die Herrin fürchtet?
Dem zeigt sie den Weg, den er wählen soll.
Er selbst wird wohnen im Glück,
Und seine Kinder werden das Land besitzen.
Freundschaft hält die Herrin mit denen, die sie fürchten,
Und ihr Bund will zur Erkenntnis sie führen.
Meine Augen sind stets auf die Herrin gerichtet,
Denn sie wird meine Füße aus dem Netze ziehen.
Wende dich mir zu und sei mir gnädig!
Denn einsam bin ich und elend!
Die Ängste meines Herzens sind schwer geworden:
O führe mich heraus aus meinen Nöten!
Sieh mein Elend an und mein Ungemach
Und vergib mir alle meine Sünden!
Sieh meine Feinde an, wie viele ihrer sind
Und wie sie mich hassen mit frevlem Hass.
Behüte meine Seele und rette mich,
Nicht enttäuscht lass mich werden: ich traue auf dich!
Unschuld und Redlichkeit mögen mich behüten,
Denn ich harre deiner, o Herrin!
O Göttin, erlöse Israel aus allen seinen Nöten!

XXVI

Von David.
Schaffe mir Recht, o Herrin,
Denn ich bin gewandelt in meiner Unschuld
Und habe vertraut auf die Herrin ohne Wanken!
Prüfe mich, Herrin, und erprobe mich:
Meine Nieren und mein Herz sind geläutert!
Denn deine Gnade steht mir vor Augen,
Und ich wandle in deiner Wahrheit.
Ich sitze nicht bei falschen Menschen
Und verkehre nicht mit hinterlistigen Leuten;
Ich meide die Versammlung der Missetäter
Und halte mich nicht zu den Göttinlosen;
Ich wasche in Unschuld meine Hände
Und schreite so um deinen Altar, o Herrin,
Dass ich laut ein Danklied erschallen lasse
Und alle deine Wundertaten verkünde.
O Herrin, ich habe lieb die Stätte deines Hauses
Und den Ort, wo deine Herrlichkeit wohnt.
Raffe nicht weg meine Seele mit den Seelen der Sünder,
Noch mein Leben mit dem der Mordgesellen,
An deren Händen Verbrechen kleben
Und deren Rechte gefüllt ist mit Bestechung!
Ich aber wandle in meiner Unschuld:
Erlöse mich, Herrin, und sei mir gnädig!
Mein Fuß steht fest auf ebenem Plan:
In den Versammlungen will ich preisen die Herrin.

XXVII

Von David.
Die Herrin ist mein Licht und mein Heil:
Vor wem sollte ich mich fürchten?
Die Herrin ist meines Lebens Schutzwehr:
Vor wem sollte mir bangen?
Wenn Übeltäter gegen mich anstürmen,
Mich zu zerfleischen oder zu verschlingen,
Meine Widersacher und Feinde:
Sie straucheln und fallen.
Mag ein Heer sich gegen mich lagern:
Mein Herz ist ohne Furcht;
Mag Krieg sich gegen mich erheben:
Trotzdem bleib ich getrost.
Nur eines erbitt ich von der Herrin,
Danach trag ich Verlangen:
Dass ich weilen möge im Hause der Herrin
Mein ganzes Leben hindurch,
Um anzuschauen die Huld der Herrin
Und der Andacht mich hinzugeben in ihrem Tempel.
Denn sie birgt mich in ihrer Hütte
Am Tage des Unheils,
Beschirmt mich im Schirm ihres Zeltes,
Hebt hoch mich auf einen Felsen empor.
So wird sich denn mein Haupt erheben
Über meine Feinde rings um mich her;
Und opfern will ich in ihrem Zelte
Schlachtopfer mit Jubelschall,
Will singen und spielen der Herrin!
Höre mich, Herrin, laut ruf ich zu dir!
Ach, sei mir gnädig, erhöre mich!
Mein Herz hält dein Gebot dir vor:
Ihr sollt mein Angesicht suchen!
Darum suche ich, o Herrin, dein Angesicht.
Verbirg dein Angesicht nicht vor mir,
Weise nicht ab deinen Knecht im Zorn!
Du bist meine Hilfe gewesen: verwirf mich nicht
Und verlass mich nicht, du Göttin meines Heiles!
Wenn Vater und Mutter mich verlassen,
So nimmt doch die Herrin mich auf.
Lehre mich, Herrin, deinen Weg
Und führe mich auf ebener Bahn
Um meiner Feinde willen!
Gib mich nicht preis der Gier meiner Bedränger!
Denn Lügenzeugen sind gegen mich aufgetreten
Und schnauben Gewalttat gegen mich.
Der Göttin Lob! Ich bin gewiss, die Güte der Herrin
Zu schauen im Lande der Lebenden.
Harre der Herrin, sei getrost,
Und dein Herz sei unverzagt! Ja, harre der Herrin!

XXVIII

Von David.
Zu dir, Herrin, rufe ich:
Mein Fels, o wende dich nicht schweigend von mir ab,
Auf dass nicht, wenn du mir stumm bleibst,
Ich den ins Grab Gesunkenen gleiche.
Höre mein lautes Flehen, wenn ich zu dir schreie,
Wenn ich meine Hände erhebe zu deinem Allerheiligsten!
Raffe mich nicht weg mit den Frevlern
Und den Übeltätern,
Die freundlich reden mit ihren Nächsten
Und dabei Arges im Herzen sinnen!
Vergilt du ihnen nach ihrem Tun,
Nach der Bosheit ihrer Handlungen,
Vergilt ihnen nach dem Werk ihrer Hände,
Zahl ihnen ihr Verhalten heim, wie sie’s verdienen!
Denn sie achten nicht auf das Walten der Herrin
Und das Werk ihrer Hände;
Darum wird sie sie niederreißen und nicht wieder aufbauen.
Gepriesen sei die Herrin, denn sie hat gehört
Meinen lauten Hilferuf!
Die Herrin ist meine Stärke und mein Schild;
Auf sie hat mein Herz vertraut, da ist mir Hilfe geworden.
So frohlockt denn mein Herz,
Und mit meinem Lied will ich ihr danken.
Die Herrin ist ihres Volkes Stärke
Und ihres Gesalbten rettende Zuflucht.
O hilf deinem Volk und segne dein Erbe,
Weide sie und trage sie ewiglich!

XXIX

Ein Psalm von David.


Bringt dar der Herrin, ihr Göttinsöhne,
Bringt dar der Herrin Ehre und Preis!
Bringt dar der Herrin die Ehre ihres Namens,
Werft vor der Herrin euch nieder in heiligem Schmuck!
Der Donner der Herrin rollt über dem Meer;
Die Göttin der Herrlichkeit donnert,
Die Herrin über weiter Meeresflut!
Der Donner der Herrin erschallt mit Macht,
Der Donner der Herrin in Pracht!
Der Donner der Herrin zerschmettert die Zedern,
Ja die Herrin zersplittert die Zedern des Libanon
Und lässt sie hüpfen wie Kälbchen,
Den Libanon und Sirjon wie junge Büffel.
Der Donner der Herrin lässt Feuerflammen sprühen;
Der Donner der Herrin macht die Wüste erbeben,
Die Herrin macht erbeben die Wüste Kadesch.
Der Donner der Herrin macht Hirschkühe kreißen,
Entästet die Wälder,
Und alles ruft in ihrem Palast: Ehre!
Die Herrin hat über der Flut gethront,
Und als Königin thront die Herrin in Ewigkeit.
Die Herrin verleihe Kraft ihrem Volk,
Die Herrin wolle segnen ihr Volk mit Frieden und Heil!

XXX

Ein Psalm, ein Lied zur Tempelweihe, von David.


Ich will dich erheben, o Herrin,
Denn du hast aus der Tiefe mich gezogen
Und meinen Feinden die Freude über mich vereitelt.
O Herrin, meine Göttin, ich schrie zu dir um Hilfe,
Da hast du mir Heilung geschafft.
O Herrin, du hast meine Seele
Aus dem Totenreich herauf geführt,
Hast mich am Leben erhalten,
So dass ich nicht ins Grab bin gesunken.
Lobsingt der Herrin, ihre Frommen,
Und preist ihren heiligen Namen!
Denn ihr Zorn währt nur einen Augenblick,
Doch lebenslang ihre Gnade:
Am Abend kehrt das Weinen als Gast ein,
Doch am Morgen herrscht Jubel.
Ich aber dachte in meiner Sicherheit:
Ich werde nimmermehr wanken!
O Herrin, nach deiner Gnade
Hattest du fest meinen Berg gegründet;
Dann aber verbargst du dein Antlitz, und ich erschrak.
Da rief ich zu dir, o Herrin,
Und flehte zu meiner Göttin:
Was hast du für Gewinn von meinem Blut,
Wenn zur Unterwelt ich fahre?
Kann der Staub dich preisen
Und deine Treue verkünden?
O höre mich, Herrin, und erbarme dich mein,
Sei du, o Herrin, eine Helferin!
Du hast mir meine Klage in Tanz verwandelt,
Das Trauerkleid mir gelöst
Und mit Freude mich gegürtet,
Auf dass dir meine Seele lobsinge und nicht schweige:
O Herrin, meine Göttin, in Ewigkeit will ich dir danken!

XXXI

Dem Musikmeister; ein Psalm von David.


Bei dir, Herrin, suche ich Zuflucht:
Lass mich nimmer enttäuscht werden!
Nach deiner Gerechtigkeit errette mich!
Neige dein Ohr mir zu,
Eile zu meiner Rettung herbei,
Sei mir ein schützender Fels,
Eine feste Burg, mir zu helfen!
Du bist ja doch mein Fels und meine Burg,
Um deines Namens willen wirst du mich führen und leiten,
Mich befreien aus dem Netz, das man heimlich mir gestellt;
Denn du bist meine Schutzfrau.
In deine Hand befehle ich meinen Geist:
Du wirst mich erlösen, o Herrin, du treue Göttin.
Du hassest, die sich an nichtige Götter halten,
Doch ich vertraue auf die Herrin.
Ich will jubeln und fröhlich sein ob deiner Gnade,
Dass du mein Elend hast angeschaut,
Auf die Angst meiner Seele geachtet
Und mich der Gewalt des Feindes nicht preisgegeben,
Nein, meine Füße gestellt hast auf weiten Raum.
Sei mir gnädig, o Herrin, denn ich bin in Angst;
Getrübt vor Gram ist mir mein Auge,
Meine Seele und mein Leib;
Denn in Kummer verzehrt sich mein Leben
Und meine Jahre in Seufzen;
Erschöpft durch mein Verschulden ist meine Kraft,
Und verfallen sind meine Gebeine.
Für alle meine Feinde bin ich zum Hohn geworden,
Von meinen Nachbarn gemieden
Und ein Schrecken für meine Bekannten:
Wer mich sieht auf der Straße, flieht vor mir.
Entschwunden bin ich wie ein Toter dem Gedenken,
Bin geworden wie ein zerbrochenes Gefäß.
Ich habe viele zischeln gehört: Grauen ringsum!
Wenn sie vereint sich gegen mich beraten,
Sinnen sie darauf, mir das Leben zu rauben.
Doch ich vertraue auf dich, o Herrin;
Ich sage: Nur du bist meine Göttin.
In deiner Hand steht mein Geschick:
Rette mich aus der Hand meiner Feinde und Verfolger!
Lass leuchten dein Angesicht über deinem Knecht,
Hilf mir durch deine Gnade!
Herrin, lass mich nicht enttäuscht werden, denn ich rufe dich an!
Lass die Frevler enttäuscht werden,
Lass sie, zum Schweigen gebracht, in die Unterwelt fahren!
Verstummen müssen die Lügenredner,
Die Freches reden gegen den Gerechten
In Hochmut und Verachtung!
Wie groß ist deine Güte,
Die du vorbehältst denen, die dich fürchten,
Die du denen zeigst, die ihre Zuflucht
Offen vor aller Welt zu dir nehmen!
Du schirmst sie mit deines Angesichts Schirm
Vor den Bosheitsplänen der Menschen,
Birgst sie in einer Hütte
Vor der Anfeindung der Zungen.
Gepriesen sei die Herrin, dass sie mir ihre Gnade
Wunderbar hat erwiesen in einer festen Stadt!
Ich zwar hatte gedacht in meiner Verzagtheit,
Ich sei verstoßen fern von deinen Augen;
Doch du hast mein lautes Flehen gehört,
Als ich zu dir rief.
Liebt die Herrin, ihre Frommen alle!
Die Treuen behütet die Herrin,
Vergilt aber reichlich dem, der Hochmut übt.
Seid stark, und euer Herz sei unverzagt,
Ihr alle, die ihr harrt der Herrin!

XXXII

Von David; ein Lehrgedicht.


Wohl dem, dessen Missetat vergeben
Und dessen Sünde zugedeckt ist!
Wohl dem Menschen, dem die Herrin die Schuld nicht zurechnet
Und in dessen Geist kein Trug wohnt!
Solange ich Schweigen übte, verzehrte sich mein Leib,
Weil es unaufhörlich in mir schrie;
Denn bei Tag und bei Nacht lag schwer auf mir deine Hand:
Mein Lebenssaft verdorrte wie durch Sommergluten.
Sela.
Da bekannte ich dir meine Sünde
Und verhehlte meine Verschuldung nicht;
Ich sagte: Bekennen will ich der Herrin meine Missetaten!
Da hast du mir meine Sündenschuld vergeben.
Sela.
Darum möge jeder Fromme zu dir beten,
Solange du dich finden lässt;
Wenn dann gewaltige Fluten daher stürzen,
Ihn werden sie nicht erreichen.
Du bist mir ein Schirm, bewahrst mich vor Unheil:
Mit Rettungsjubel du wirst mich umgeben.
Sela.
Ich will dich unterweisen und dich lehren
Den Weg, den du wandeln sollst;
Ich will dich beraten, mein Auge auf dich richten.
Seid nicht dem Ross, dem Maultier gleich,
Die keinen Verstand besitzen;
Mit Zaum und Gebiss musst du brechen ihren Trotz,
Sonst kommen sie nicht zu dir.
Zahlreich sind die Leiden des Göttinlosen;
Doch wer auf die Herrin vertraut,
Den wird sie mit Gnade umgeben.
Freut euch der Herrin und frohlockt, ihr Gerechten,
Und jubelt, ihr redlich Gesinnten alle!
Jubelt, ihr Gerechten, über die Herrin!
Den Aufrichtigen ziemt Lobgesang.
Preist die Herrin mit der Zither,
Spielt ihr auf zehnsaitiger Harfe!
Singt ihr ein neues Lied,
Lasst laut die Saiten erklingen mit Jubelschall!
Denn das Wort der Herrin ist wahrhaftig,
Und in all ihrem Tun ist sie treu;
Sie liebt Gerechtigkeit und Recht;
Von der Güte der Herrin ist die Erde voll.
Durch das Wort der Herrin sind die Himmel geschaffen,
Und ihr ganzes Heer durch den Hauch ihres Mundes.
Sie türmt die Wasser des Meeres auf wie einen Wall
Und legt die Fluten in Vorratskammern.
Es fürchte die Herrin die ganze Erde,
Vor ihr müssen beben alle Erdenbewohner;
Denn sie sprach: da geschah’s;
Sie gebot: da stand es da.
Die Herrin hat den Ratschluss der Heiden zerschlagen,
Die Gedanken der Völker vereitelt.
Der Ratschluss der Herrin bleibt ewig bestehen,
Ihres Herzens Gedanken von Geschlecht zu Geschlecht.
Wohl dem Volk, dessen Göttin die Herrin ist,
Dem Volk, das zum Eigentum sie sich erwählt hat!
Vom Himmel blickt die Herrin herab,
Sieht alle Menschenkinder;
Von der Stätte, wo sie wohnt, überschaut sie
Alle Bewohner der Erde,
Sie, die allen ihr Herz gestaltet,
Die acht hat auf all ihr Tun.
Ein König ist nicht geschützt durch große Heeresmacht,
Ein Kriegsheld rettet sich nicht durch große Kraft;
Betrogen ist, wer von Rossen die Rettung erhofft,
Denn trotz all ihrer Stärke vermögen sie nicht zu retten.
Bedenke: die Augen der Herrin ruhen auf denen, die sie fürchten,
Auf denen, die ihrer Gnade harren,
Auf dass sie ihre Seele vom Tode errette
Und sie am Leben erhalte in Hungersnot.
Unsre Seele harrt der Herrin:
Unsre Hilfe und unser Schild ist sie.
Ja, ihrer freut sich unser Herz,
Denn auf ihren heiligen Namen vertrauen wir.
Deine Güte walte über uns, o Herrin,
Gleich wie wir auf dich geharrt haben!

XXXIV

Von David, als er sich vor Achisch wahnsinnig stellte


Und dieser ihn von sich trieb, so dass er von dannen ging.
Ich will die Herrin allzeit preisen,
Immerdar soll ihr Lob in meinem Munde sein.
Der Herrin soll meine Seele sich rühmen,
Die Demütigen sollen es hören und sich freuen.
Verherrlicht mit mir die Herrin
Und lasst uns gemeinsam ihren Namen erheben!
Sooft die Herrin ich suchte, hat sie mich erhört
Und aus allen meinen Ängsten mich befreit.
Wer auf sie blickt, wird heiteren Sinnes,
Und sein Antlitz braucht nicht beschämt zu erröten.
Hier ist ein solcher Dulder, der rief: da hörte die Herrin
Und half ihm aus all seinen Nöten.
Der Engel der Herrin lagert sich rings
Um die Göttinfürchtigen und rettet sie.
Schmeckt und seht, wie freundlich die Herrin ist:
Wohl dem Manne, der auf sie vertraut!
Fürchtet die Herrin, ihre Heiligen und Getreuen!
Denn die sie fürchten, leiden keinen Mangel.
Junge Löwen müssen darben und leiden Hunger;
Doch wer die Herrin sucht, entbehrt nichts Gutes.
Kommt her, ihr Kinder, hört mir zu:
Die Furcht der Herrin will ich euch lehren!
Wer ist der Mann, der langes Leben begehrt,
Der viele Tage sich wünscht, um Glück zu genießen?
Hüte deine Zunge vor Bösem
Und deine Lippen vor Worten des Trugs!
Halte dich fern vom Bösen und tu das Gute,
Suche den Frieden und jage ihm nach!
Die Augen der Herrin sind auf die Gerechten gerichtet
Und ihre Ohren auf ihre Hilfeschreie.
Das Antlitz der Herrin steht gegen die Frevler,
Um ihr Gedächtnis auszutilgen von der Erde.
Wenn die Gerechten schreien, so hört es die Herrin
Und rettet sie aus all ihren Nöten.
Die Herrin ist nahe den zerbrochenen Herzen,
Hilft denen, die zerschlagenen Geistes sind.
Zahlreich sind die Leiden des Gerechten,
Doch aus allen rettet ihn die Herrin.
Sie behütet alle seine Gebeine,
Dass nicht eins von ihnen zerbrochen wird.
Den Göttinlosen wird das Unglück töten,
Und wer den Gerechten hasst, muss es büßen.
Die Herrin erlöst die Seele ihrer Knechte,
Und alle, die zu ihr sich flüchten, brauchen nicht zu büßen.

XXXV

Von David.
Streite, Herrin, mit denen, die mich bestreiten,
Kämpfe mit denen, die mich bekämpfen!
Ergreife den kleinen und den großen Schild
Und stehe auf zur Hilfe für mich!
Zücke die Lanze und sperre meinen Verfolgern den Weg,
Sprich zu meiner Seele: Deine Hilfe bin ich!
Lass in Schmach und Schande geraten,
Die mir nach dem Leben trachten;
Zurückweichen müssen und schamrot werden,
Die auf Unheil gegen mich sinnen!
Lass sie werden wie Spreu vor dem Winde,
Während der Engel der Herrin sie zurück stößt!
Ihr Weg müsse finster und schlüpfrig sein,
Während der Engel der Herrin sie verfolgt!
Denn ohne Ursache haben sie heimlich ihr Netz mir gestellt,
Meinem Leben ohne Ursache eine Grube gegraben.
Möge Verderben ihn unversehens treffen,
Und sein Netz, das er heimlich gestellt, das möge ihn fangen:
Zum Verderben gerate er selbst hinein!
Dann wird mein Herz frohlocken über die Herrin
Und sich freuen über ihre Hilfe;
Alle Glieder meines Leibes werden bekennen:
Herrin, wer ist dir gleich?
Du bist’s, die den Elenden rettet vor dem Überstarken
Und den Elenden und Armen vor dem Räuber.
Es treten Lügenzeugen gegen mich auf,
Befragen mich über Dinge, von denen ich nichts weiß;
Sie vergelten mir Böses für Gutes,
Bringen Vereinsamung über mich.
Ich aber – als krank sie lagen, war ein Sack mein Gewand;
Ich kasteite mich mit Fasten,
Und mein Gebet kehrte sich gegen mich selbst;
Als wär’s mein Freund, mein Bruder, so ging ich einher;
Wie einer, der Leid um die Mutter trägt,
So senkte ich trauernd das Haupt.
Doch jetzt über meinem Sturz frohlocken sie
Und tun sich zusammen,
Sie treten zu kränkendem Spott zusammen gegen mich,
Und Leute, die ich nicht kenne, lästern mich unaufhörlich,
Die heuchlerischen Kuchenbettler,
Die doch mit den Zähnen gegen mich knirschen.
O All-Herrin, wie lange noch willst du’s ansehen?
Entreiße meine Seele ihren Lügenreden,
Mein Leben den jungen Löwen!
Dann will ich dir danken in großer Versammlung,
Vor zahlreichem Volke dich preisen.
Lass sich nicht freuen über mich,
Die ohne Ursache mir feind sind,
Lass nicht mit den Augen blinzeln,
Die ohne Grund mich hassen!
Sie reden ja nicht, was zum Frieden dient,
Nein, gegen die Stillen im Lande
Ersinnen sie Worte des Truges;
Sie reißen den Mund weit auf gegen mich,
Sieie rufen: Haha, wir haben’s
Mit unsern eigenen Augen gesehen!
Du hast’s gesehen, Herrin: bleibe nicht stumm,
O All-Herrin, bleibe nicht fern von mir,
Erhebe dich doch, wache auf, mir Recht zu schaffen,
Meine Göttin und All-Herrin, meine Sache zu führen!
Schaffe mir Recht nach deiner Gerechtigkeit,
Herrin, meine Göttin,
Lass sie sich über mich nicht freuen!
Lass sie in ihrem Herzen nicht sagen:
Haha! So wollten wir’s haben!
Lass sie nicht sagen: Wir haben ihn verschlungen!
Lass sie alle enttäuscht und schamrot werden,
Die meines Unglücks sich freuen,
Lass in Schmach und Schande sich kleiden,
Die gegen mich groß tun!
Lass jubeln und fröhlich sein, die mein Recht mir wünschen,
Und lass sie immer bekennen: Groß ist die Herrin,
Der das Heil ihres Knechtes am Herzen liegt!
Dann soll meine Zunge verkünden
Deine Gerechtigkeit und deinen Ruhm den ganzen Tag.

XXXVI

Dem Musikmeister; vom Knechte der Herrin, von David.


Eingebung der Sünde beherrscht den Frevler,
So lässt es im Innern meines Herzens sich hören:
Kein Zagen vor der Göttin steht ihm vor Augen;
Denn die Sünde verblendet ihn mit Schmeichelreden,
Dass er in Verschuldung gerät, indem er Hass ausübt.
Was er ausspricht, ist Unheil und Trug;
Aufgehört hat er, verständig zu sein, um gut zu handeln.
Unheil sinnt er auf seinem Lager,
Tritt hin auf den Weg der Bosheit,
Das Schlechte verabscheut er nicht.
O Herrin, bis zum Himmel reicht deine Güte,
Deine Treue bis hin an die Wolken;
Deine Gerechtigkeit steht fest wie die Göttinnenberge,
Deine Gerichte gleichen dem weiten Weltmeer;
Menschen und Tieren hilfst du, o Herrin.
Wie köstlich ist deine Güte, o Göttin,
Dass Menschenkinder sich bergen im Schatten deiner Flügel!
Sie laben sich an den reichen Gütern deines Hauses,
Und du tränkst sie mit dem Strom deiner Wonnen;
Denn bei dir ist die Quelle des Lebens,
Und in deinem Lichte schauen wir das Licht.
Erhalte deine Gnade denen, die dich kennen,
Und deine Gerechtigkeit den redlich Gesinnten!
Lass den Fuß des Hochmuts mich nicht treten
Und die Hand der Frevler mich nicht vertreiben!
Einst werden die Übeltäter gefallen sein,
Nieder gestürzt und können nicht wieder aufstehen.

XXXVII

Von David.
Entrüste dich nicht über die Bösen
Und ereifre dich nicht über die Übeltäter!
Denn schnell wie das Gras verwelken sie
Und verdorren wie grünender Rasen.
Vertrau auf die Herrin und tu Gutees,
Bleib wohnen im Lande und übe Redlichkeit
Und habe deine Lust an der Herrin:
So wird sie dir geben, was dein Herz begehrt.
Befiehl der Herrin deine Wege
Und vertraue auf sie: sie wird’s heilsam lenken
Und deine Gerechtigkeit strahlen lassen wie das Licht
Und dein Recht wie den hellen Mittag.
Sei stille der Herrin und harre auf sie,
Entrüste dich nicht über den, der Glück hat bei seinem Tun,
Über den Mann, der Ränke übt!
Steh ab vom Zorn und entsage dem Grimm,
Entrüste dich nicht: es führt nur zum Bösestun!
Denn die Übeltäter werden ausgerottet,
Doch die da harren der Herrin, die werden das Land besitzen.
Nur noch ein Weilchen, so wird der Frevler nicht mehr sein,
Und siehst du dich um nach seiner Stätte,
So ist er nicht mehr da;
Die stillen Dulder aber werden das Land besitzen
Und sich freuen an der Fülle des Friedens.
Böses sinnt der Frevler gegen den Gerechten
Und knirscht mit den Zähnen gegen ihn;
Die All-Herrin aber lacht über ihn,
Denn sie sieht, dass sein Tag kommt.
Die Frevler zücken das Schwert und spannen den Bogen,
Um den Dulder und Armen nieder zu strecken
Und die redlich Wandelnden hin zu morden;
Doch ihr Schwert dringt ihnen ins eigne Herz,
Und ihre Bogen werden zerbrochen.
Das geringe Gut des Gerechten ist besser
Als der Überfluss vieler Göttinlosen;
Denn die Arme der Göttinlosen werden zerbrochen,
Die Gerechten aber stützt die Herrin.
Die Herrin kennt wohl die Tage der Frommen,
Und ihr Besitz ist für immer gesichert;
Sie werden nicht zuschanden in böser Zeit,
Nein, in den Tagen des Hungers werden sie satt.
Dagegen die Göttinlosen gehen zugrunde,
Und die Feinde der Herrin sind wie die Pracht der Auen:
Sie vergehen wie Rauch, sie vergehen!
Der Göttinlose muß borgen und kann nicht zahlen,
Der Gerechte aber schenkt und gibt;
Denn die von der Herrin Gesegneten erben das Land,
Aber die von ihr Verfluchten werden vernichtet.
Von der Herrin her werden die Schritte des Mannes gefestigt,
Und zwar wenn Gefallen sie hat an seinem Wandel;
Wenn er strauchelt, stürzt er nicht völlig nieder,
Denn die Herrin stützt ihm die Hand.
Ich bin jung gewesen und alt geworden,
Doch hab ich nie den Gerechten verlassen gesehen,
Noch seine Kinder betteln um Brot.
Allzeit kann er schenken und leihen,
Und auch noch seine Kinder sind zum Segen.
Halte dich fern vom Bösen und tu Gutes,
So wirst du für immer wohnen bleiben;
Denn die Herrin hat das Recht lieb
Und verlässt ihre Frommen nicht:
Ewiglich werden sie behütet,
Doch der Göttinlosen Nachwuchs wird ausgerottet.
Die Gerechten werden das Land besitzen
Und bleiben in ihm wohnen für immer.
Des Gerechten Mund lässt Weisheit hören,
Und seine Zunge redet Recht;
Das Gesetz seiner Göttin wohnt ihm im Herzen,
Und seine Schritte wanken nicht.
Der Göttinlose lauert dem Gerechten auf
Und sucht ihn ums Leben zu bringen;
Doch die Herrin lässt ihn nicht fallen in seine Hand
Und lässt ihn nicht verdammen vor Gericht.
Harre der Herrin und halte dich an ihren Weg,
So wird sie dich erhöhen zum Besitz des Landes;
An der Göttinlosen Vernichtung wirst du deine Freude sehen.
Ich hab’ einen Frevler gesehen, der trat sehr trotzig auf
Und spreizte sich stolz wie ein grünender, ragender Baum;
Doch als ich wieder vorüber ging, da war er verschwunden,
Und als ich ihn suchte, war er nicht mehr zu finden.
Bleibe fromm und halte dich recht,
Denn solchen wird es zuletzt wohl ergehen;
Die Frevler aber werden allesamt vertilgt,
Und der Göttinlosen Nachwuchs wird ausgerottet.
Die Hilfe der Gerechten kommt von der Herrin:
Sie ist ihre Zuflucht zur Zeit der Not;
Denn die Herrin steht ihnen bei und rettet sie;
Sie rettet sie von den Frevlern und bringt ihnen Hilfe,
Weil sie ihr Vertrauen auf sie setzen.

XXXVIII

Ein Psalm von David, bei Darbringung des Duftopfers.


Herrin, nicht in deinem Zorne strafe mich,
Und nicht in deinem Ingrimm züchtige mich!
Denn deine Pfeile sind in mich eingedrungen,
Und deine Hand liegt schwer auf mir:
Nichts ist gesund an meinem Leib ob deinem Zürnen,
Nichts heil an meinen Gliedern ob meiner Sünde.
Denn meine Missetaten schlagen mir
Über dem Haupt zusammen;
Wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer geworden.
Es faulen, es eitern meine Wunden
Infolge meiner Torheit.
Ich bin gekrümmt, tief nieder gebeugt;
Den ganzen Tag geh ich trauernd einher;
Denn meine Lenden sind voll von Entzündung,
Und nichts ist unversehrt an meinem Leibe.
Erschöpft bin ich und ganz zerschlagen,
Ich schreie auf infolge des Stöhnens meines Herzens.
O All-Herrin, all mein Verlangen ist dir bekannt,
Und meine Seufzer sind dir nicht verborgen.
Mein Herz pocht stürmisch, meine Kraft hat mich verlassen,
Und das Licht meiner Augen, auch das ist dahin!
Meine Freunde und Genossen stehen abseits von meinem Elend,
Und meine nächsten Verwandten halten sich fern.
Die nach dem Leben mir trachten, legen mir Schlingen,
Und die mein Unglück suchen, verabreden Unheil
Und sinnen auf Trug den ganzen Tag.
Doch ich bin wie ein Tauber, höre es nicht,
Und bin wie ein Stummer, der den Mund nicht auftut;
Ja, ich bin wie einer, der nicht hören kann
Und in dessen Mund keine Widerrede ist;
Denn auf dich, Herrin, warte ich:
Du wirst antworten, o All-Herrin, meine Göttin;
Denn ich sage: Dass sie nur nicht über mich frohlocken,
Nur nicht beim Wanken meines Fußes gegen mich groß tun!
Denn nahe bin ich am Zusammenbrechen,
Und mein Schmerz ist mir allezeit gegenwärtig.
Ach! Ich bekenne meine Schuld,
Bin bekümmert ob meiner Sünde!
Dagegen die ohne Grund mich befeinden sind stark,
Und zahlreich sind, die ohne Ursache mich hassen,
Und solche, die mir Gutes mit Bösem vergelten,
Sind meine Widersacher, weil fest am Guten ich halte.
Verlass mich nicht, o Herrin,
Meine Göttin, sei nicht ferne von mir!
Eile zu meinem Schutz herbei,
O All-Herrin, meine Retterin!

XXXIX

Dem Musikmeister Jeduthun; ein Psalm von David.


Ich dachte: Achten will ich auf meine Wege,
Dass ich nicht sündige mit meiner Zunge;
Ich will meinem Mund einen Zaum anlegen,
Solange noch der Frevler vor mir steht.
So ward ich denn stumm, ganz stumm,
Mit Gewalt schweigsam;
Doch es wühlte mein Schmerz noch wilder.
Das Herz ward mir heiß in der Brust,
Ob meinem Grübeln brannte ein Feuer in mir;
Da ließ ich meiner Zunge freien Lauf:
Herrin, lass mein Ende mich wissen
Und wie klein das Maß meiner Tage ist!
Lass mich erkennen, wie vergänglich ich bin!
Ach, spannenlang hast du mir die Tage gemacht,
Und meines Lebens Dauer ist wie nichts vor dir:
Ja, nur als ein Hauch steht jeglicher Mensch da!
Sela.
Fürwahr, nur als Schattenbild wandelt der Mensch einher,
Nur um ein Nichts wird so viel Lärm gemacht;
Man häuft auf und weiß nicht, wer es einheimst.
Und nun, o All-Herrin, worauf soll ich harren?
Meine Hoffnung geht auf dich allein.
Errette mich von allen meinen Sünden,
Zum Spott der Toren lass mich nicht werden!
Ich schweige, ich tu meinen Mund nicht auf,
Denn du hast’s so gefügt.
Nimm deine Plage weg von mir:
Unter dem Druck deiner Hand erliege ich.
Züchtigst du einen Menschen
Mit Strafen um der Sünde willen,
So lässt du seine Schönheit vergehen wie Mottenfraß:
Ach, nur ein Hauch ist jeglicher Mensch!
Sela.
Höre, o Herrin, mein Gebet und vernimm mein Schreien,
Bleib nicht stumm bei meinen Tränen!
Denn ein Gast nur bin ich bei dir,
ein Schützling wie all meine Ahnen.
Blick weg von mir, dass mein Antlitz sich wieder erheitert,
bevor ich dahin fahre und nicht mehr bin!

XL

Dem Musikmeister; von David ein Psalm.


Geduldig hatte ich der Herrin geharrt:
Da neigte sie sich zu mir und hörte mein Schreien;
Sie zog mich herauf aus der Grube des Unheils,
Aus dem schlammigen Sumpf,
Und stellte meine Füße auf Felsengrund,
Verlieh meinen Schritten Festigkeit;
Sie legte ein neues Lied mir in den Mund,
Einen Lobgesang auf unsere Göttin.
Das werden viele sehen und Ehrfurcht fühlen
Und Vertrauen fassen zur Herrin.
Glückselig der Mann,
Der sein Vertrauen setzt auf die Herrin,
Der’s nicht mit den Stolzen hält
Und nicht mit den treulosen Lügenfreunden!
Zahlreich sind die Wunder, die du getan hast,
Und deine Heilsgedanken mit uns, o Herrin, meine Göttin;
Dir ist nichts zu vergleichen; wollte ich von ihnen reden
Und sie verkünden, sie übersteigen jede Zahl.
An Schlacht- und Speiseopfern hast du kein Gefallen,
Doch offene Ohren hast du mir gegeben;
Nach Brand- und Sündopfern trägst du kein Verlangen.
Da hab’ ich gesagt: Siehe, hier bin ich!
In der Rolle des Buches, da steht für mich geschrieben:
Deinen Willen zu tun, meine Göttin, ist meine Lust,
Und dein Gesetz ist tief mir ins Herz geschrieben.
Von Gerechtigkeit hab ich in großer Versammlung gesprochen,
Siehe, meinen Lippen hab ich nicht Einhalt getan:
Du selbst, Herrin, weißt es!
Deine Gerechtigkeit habe ich nicht verborgen in meinem Herzen,
Von deiner Treue und Hilfe laut geredet;
Ich habe deine Gnade und Wahrheit nicht verschwiegen
Vor der großen Versammlung.
So wirst du, Herrin, mir dein Erbarmen nicht versagen;
Deine Gnade und Wahrheit werden stets mich behüten.
Denn Leiden ohne Zahl umringen mich,
Meine Sünden haben mich ereilt, unübersehbar;
Zahlreicher sind sie als die Haare meines Hauptes,
Und der Mut ist mir entschwunden.
Lass dir’s wohlgefallen, o Herrin, mich zu retten,
Eile, o Herrin, zu meiner Hilfe herbei!
Lass sie allesamt beschämt und schamrot werden,
Die nach dem Leben mir trachten, um es weg zu raffen!
Lass mit Schande beladen abziehen, die mein Unglück wünschen!
Erschaudern müssen ob ihrer Schmach,
Die über mich rufen: Haha, haha!
Lass jubeln und deiner sich freuen
Alle, die dich suchen;
Lass alle, die nach deinem Heil verlangen,
Immerdar bekennen: Groß ist die Herrin!
Bin ich auch elend und arm,
Die All-Herrin wird für mich sorgen.
Meine Hilfe und meine Retterin bist du:
Meine Göttin, säume nicht!

XLI

Dem Musikmeister; ein Psalm von David.


Wohl dem, der des Schwachen sich annimmt:
Am Tage des Unglücks wird die Herrin ihn erretten!
Die Herrin wird ihn behüten und am Leben erhalten,
Dass er glücklich gepriesen wird im Lande;
Und du gibst ihn nicht preis der Gier seiner Feinde.
Die Herrin wird ihn auf dem Krankenbett erquicken:
Sein ganzes Krankenlager machst du ihm leicht.
Ich sage: O Herrin, sei mir gnädig,
Ach, heile meine Seele, denn an dir hab ich gesündigt!
Meine Feinde reden Böses von mir:
Wann wird er sterben, dass sein Name verschwindet?
Kommt jemand, mich zu besuchen, so redet er Falschheit;
Sein Herz sammelt Bosheit an;
Dann geht er hinaus, um draußen davon zu reden.
Alle, die mich hassen, zischeln vereint über mich,
Unheil sinnen sie gegen mich:
Ein heilloses Übel haftet ihm an!
Wer so sich gelegt hat, kommt nicht wieder hoch!
Sogar mein bester Freund, dem ich fest vertraute,
Der mein Brot aß, hat die Ferse gegen mich erhoben.
Du aber, Herrin, sei mir gnädig und hilf mir wieder auf,
So will ich’s ihnen vergelten!
Daran will ich erkennen, dass du Gefallen an mir hast,
Wenn mein Feind nicht über mich jubeln wird,
Doch du mich ob meiner Unschuld aufrecht hältst
Und mich vor deinem Angesicht stehen lässt immerdar.
Gepriesen sei die Herrin, die Göttin Israels,
Von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen, ja, Amen!

XLII

Dem Musikmeister; ein Lehrgedicht der Korahiten.


Wie der Hirsch lechzt nach Wasserbächen,
So lechzt meine Seele nach dir, o Göttin!
Meine Seele dürstet nach der Göttin, der lebendigen Göttin:
Wann werde ich dahin kommen,
Dass ich erscheine vor der Göttin Angesicht?
Meine Tränen sind meine Speise geworden
Bei Tag und bei Nacht,
Weil man den ganzen Tag zu mir sagt:
Wo ist nun deine Göttin?
Daran will ich gedenken
Und meinem Schmerz
Freien Lauf in mir lassen,
Wie einst ich dahin schritt in dichter Schar,
Mit ihnen wallte zum Hause der Göttin,
Umbraust von lautem Jubel und Lobpreis
Inmitten der feiernden Menge.
Was betrübst du dich, meine Seele,
Und stürmst so ruhelos in mir?
Harre auf die Göttin!
Denn ich werde ihr noch danken,
Ihr, meines Angesichts Hilfe und meiner Göttin.
Gebeugt ist meine Seele in mir:
Darum denk ich an dich
Im Lande des Jordans und der Hermongipfel,
Am Berge Mizar:
Flut ruft der Flut zu beim Tosen deiner Wasserstürze;
Alle, alle deine Wogen und Wellen
Sind über mich hingegangen!
Bei Tage seufze ich:
Es entbiete die Herrin ihre Gnade!
Und nachts ist ihr Lied in meinem Munde,
Ein Gebet zur Göttin meines Lebens.
Ich sage zur Göttin, meinem Felsen:
Warum hast du mich vergessen?
Warum muss ich trauernd einher gehen
Unter dem Druck des Feindes?
Wie Zermalmung liegt mir in meinen Gebeinen
Der Hohn meiner Bedränger,
Weil sie den ganzen Tag zu mir sagen:
Wo ist nun deine Göttin?
Was betrübst du dich, meine Seele,
Und stürmst so ruhelos in mir?
Harre auf die Göttin!
Denn ich werde ihr noch danken,
Ihr, meines Angesichts Hilfe und meiner Göttin.

XLIII

Schaffe mir Recht, o Göttin,


Und führe meinen Rechtsstreit
Gegen ein liebloses, unfrommes Volk!
Von Menschen des Trugs und der Bosheit
Errette mich, Herrin!
Du bist ja die Göttin, die mich schützt:
Warum hast du mich verstoßen?
Warum muss ich trauernd einher gehen
Unter dem Druck des Feindes?
Sende dein Licht und deine Treue!
Die sollen mich leiten,
Mich bringen zu deinem heiligen Berge
Und deiner Wohnung,
Damit ich zum Altar der Göttin komme,
Zur Göttin meines Freudenjubels,
Und unter Zitherklang dich preise und dir danke,
O Göttin, mein Göttin!
Was betrübst du dich, meine Seele,
Und stürmst so ruhelos in mir?
Harre auf die Göttin!
Denn ich werde ihr noch danken,
Ihr, meines Angesichts Hilfe und meiner Göttin.

XLIV

Dem Musikmeister; von den Korahiten ein Lehrgedicht.


O Göttin, mit eignen Ohren haben wir’s gehört,
Unsre Ahnen haben’s uns erzählt,
Was du Großes in ihren Tagen vollführt hast,
In den Tagen der Vorzeit.
Du hast Heidenvölker mit deiner Hand vertrieben
Und sie an deren Stelle eingepflanzt;
Völker hast du vernichtet, sie aber ausgebreitet.
Denn nicht mit ihrem Schwerte haben sie das Land gewonnen,
Und nicht ihr Arm hat ihnen den Sieg verschafft,
Nein, deine Rechte und dein Arm
Und deines Angesichts Licht,
Denn du hattest Wohlgefallen an ihnen.
Nur du bist meine Königin, o Göttin:
Entbiete Hilfe und Sieg für Jakob!
Mit dir stoßen wir unsre Bedränger nieder,
Mit deinem Namen zertreten wir unsre Gegner.
Denn nicht auf meinen Bogen verlasse ich mich,
Und nicht mein Schwert verschafft mir den Sieg;
Nein, du gewährst uns Hilfe gegen unsre Bedränger
Und machst zuschanden, die uns hassen:
Der Göttin rühmen wir uns allezeit
Und preisen deinen Namen ewiglich.
Sela.
Und doch hast du uns verstoßen und Schmach uns angetan
Und ziehst nicht mehr aus mit unsern Heeren;
Du hast vor dem Feinde uns weichen lassen,
Und die uns hassen, haben sich Beute geholt;
Du hast uns hingegeben wie Schafe zur Schlachtung
Und unter die Heiden uns zerstreut;
Du hast dein Volk verkauft um ein Spottgeld
Und den Preis für sie sehr niedrig angesetzt;
Du hast uns unsern Nachbarn zum Hohn gemacht,
Zum Spott und Gelächter rings umher;
Hast gemacht, dass den Heiden zum Spottlied wir dienen,
Dass den Kopf die Völker über uns schütteln.
Allzeit steht meine Schmach mir vor Augen,
Und die Röte der Scham bedeckt mir das Antlitz,
Weil ich höre den lauten Hohn und die Lästerreden,
Weil den Feind und seine Rachgier ich sehen muss.
Dies alles hat uns getroffen,
Und wir hatten dich doch nicht vergessen
Und dem Bunde mit dir die Treue nicht gebrochen.
Unser Herz ist nicht von dir abgefallen
Und unser Schritt nicht abgewichen von deinem Pfade,
Dass du zermalmt uns hast an der Stätte der Schakale
Und mit Todesnacht uns umlagert hältst.
Hätten wir unsrer Göttin Namen vergessen
Und unsre Hände erhoben zu einem fremden Gott:
Würde die Göttin das nicht entdecken?
Sie kennt ja des Herzens geheimste Gedanken.
Nein, um deinetwillen werden wir täglich gemordet
Und werden dem Schlachtvieh gleich geachtet.
Wach auf! Warum schläfst du, o All-Herrin?
Erwache! Verwirf uns nicht für immer!
Warum verbirgst du dein Angesicht,
Denkst nicht an unser Elend und unsre Bedrängnis?
Ach, bis in den Staub ist unsre Seele gebeugt,
Unser Leib liegt da, am Erdboden klebend!
Steh auf, komm uns zu Hilfe
Und erlöse uns um deiner Gnade willen!

XLV

Dem Musikmeister, nach Melodie Lilien;


Von den Korahiten ein Lehrgedicht,
Ein Liebeslied.
Das Herz wallt mir auf von lieblichen Worten:
Dem Könige weihe ich meine Lieder;
Meine Zunge gleicht dem Griffel eines geübten Schreibers.
Du bist so schön wie sonst kein Mensch auf Erden:
Anmut ist ausgegossen auf deine Lippen;
Darum hat die Göttin dich gesegnet für immer.
Gürte dein Schwert dir an die Seite, du Held,
Dazu deine herrlich schimmernde Wehr!
Glück auf! Fahre siegreich einher
Für die Sache der Weisheit,
Zum Schutz des Rechts,
Und furchtbare Taten lasse dein Arm dich schauen!
Deine Pfeile sind scharf, Völker sinken unter dir hin:
Sie dringen den Feinden des Königs ins Herz.
Dein Thron, ein Thron der Göttin, steht immer und ewig
Ein gerechtes Zepter ist dein Herrscherstab.
Du liebst Gerechtigkeit und hassest den Frevel;
Darum hat dich die Göttin, deine Göttin, gesalbt
Mit Freudenöl wie keinen deinesgleichen.
Von Myrrhe und Aloe duften,
Von Kassia alle deine Kleider;
Aus Elfenbeinpalästen erfreut dich Saitenspiel.
Königstöchter befinden sich unter deinen Geliebten;
Die Braut steht dir zur Rechten im Goldschmuck von Ophir.
Höre, Tochter, blick her und neige dein Ohr:
Vergiss dein Volk und deines Vaters Haus;
Und trägt der König nach deiner Schönheit Verlangen,
Er ist ja dein Herr: so huldige ihm!
Die Töchter von Tyrus werden mit Gaben dir nahen,
Um deine Gunst mühen sich die Reichsten des Volkes.
Lauter Pracht ist die Königstochter drinnen,
Aus gewirktem Gold besteht ihr Gewand;
In buntgestickten Kleidern wird sie zum König geführt;
Jungfrauen, ihr Gefolge, ihre Freundinnen,
Werden zu dir geleitet;
Unter Freudenrufen und Jubel werden sie hingeführt,
Ziehen ein in den Palast des Königs.
An deines Vaters Stelle werden deine Söhne treten;
Du wirst sie zu Fürsten bestellen im ganzen Land.
Ich will ein Gedächtnis stiften deinem Namen
Bei allen kommenden Geschlechtern;
Darum werden die Völker dich preisen immer und ewig.

XLVI

Dem Musikmeister, von den Korahiten,


Im Bass, ein Lied.
Die Göttin ist uns Zuflucht und Kraft,
Als Hilfe in Nöten wohlbewährt befunden.
Darum bangen wir nicht, wenngleich die Erde vergeht,
Wenn Berge tief im Meer versinken;
Mögen tosen, mögen schäumen seine Wogen,
Mögen beben die Berge von seinem Ungestüm:
Die Herrin der Scharen ist mit uns,
Eine feste Burg ist uns die Göttin Jakobs!
Sela.
Ein Strom ist da: seine Bäche erfreuen der Göttin Stadt,
Das Heiligtum, die Wohnung der Höchsten.
Die Göttin ist in ihrer Mitte: sie wird nicht wanken,
Die Göttin schützt sie, schon wenn der Morgen tagt.
Völker tobten, Königreiche wankten:
Sie ließ ihren Donner dröhnen,
Da erschrak die Erde.
Die Herrin der Scharen ist mit uns,
Eine feste Burg ist uns die Göttin Jakobs!
Sela.
Kommt her und schaut die Taten der Herrin,
Die Wunderbares wirkt auf Erden,
Die den Kriegen ein Ende macht bis ans Ende der Erde,
Die Bogen zerbricht und Speere zerschlägt,
Kriegswagen mit Feuer verbrennt!
Lasst ab und erkennt, dass ich nur Göttin bin,
Erhaben unter den Völkern, erhaben auf Erden!
Die Herrin der Scharen ist mit uns,
Eine feste Burg ist uns die Göttin Jakobs!
Sela.

XLVII

Dem Musikmeister, von den Korahiten, ein Psalm.


Ihr Völker alle, klatscht in die Hände,
Jauchzt der Göttin mit Jubelrufen zu!
Denn die Herrin, die Höchste, ist ehrfurchtgebietend,
Eine mächtige Königin über die ganze Erde.
Sie hat Völker unter unsre Herrschaft gebeugt
Und Völkerstämme unter unsre Füße;
Sie hat uns unser Erbteil auserwählt,
Den Stolz Jakobs, den sie liebt.
Sela.
Aufgefahren ist die Göttin unter Jauchzen,
Die Herrin beim Schall der Posaunen.
Lobsingt der Göttin, lobsingt,
Lobsingt unserer Königin, lobsingt!
Denn Königin der ganzen Erde ist die Göttin:
So singt ihr denn ein kunstvolles Lied!
Die Göttin ist Königin geworden über die Völker,
Die Göttin hat sich gesetzt auf ihren heiligen Thron.
Die Edlen der Völker haben sich versammelt
Als das Volk der Göttin Abrahams;
Denn der Göttin sind untertan die Schilde der Erde:
Hoch erhaben steht sie da.

XLVIII

Ein Lied, ein Psalm von den Korahiten.


Groß ist die Herrin und hoch zu preisen
In unserer Göttin Stadt, auf ihrem heiligen Berge.
Herrlich ragt empor, die Wonne der ganzen Erde,
Der Zionsberg, der wahre Götterberg,
Die Stadt eines großen Königs.
Die Göttin hat in ihren Palästen
Sich kundgetan als eine feste Burg.
Denn siehe, die Könige hatten sich verabredet,
Waren vereint herangezogen;
Doch als sie’s sahen, waren sie sprachlos,
Erschraken, flohen bestürzt davon;
Zittern erfasste sie dort,
Angst wie eine Frau in Wehen.
Durch einen Oststurm zertrümmertest du
Die stolzen Tarsisschiffe.
Wie wir’s gehört, so haben wir’s nun gesehen
In der Stadt der Herrin der Scharen, unserer Göttin Stadt:
Die Göttin lässt sie auf ewig fest stehen.
Sela.
Wir gedenken, o Göttin, deiner Gnade
Inmitten deines Tempels.
Wie dein Name, o Göttin, so reicht auch dein Ruhm
Bis an die Enden der Erde;
Mit Gerechtigkeit ist deine Rechte gefüllt.
Des freue sich der Zionsberg,
Jubeln mögen die Töchter Judas um deiner Gerichte willen!
Umkreist den Zion, umwandelt ihn rings
Und zählt seine Türme;
Betrachtet genau seine Bollwerke,
Mustert und durchschreitet seine Paläste,
Damit ihr dem künftigen Geschlecht erzählt,
Dass dies ist die Göttin, unsere Göttin:
Immer und ewig wird sie uns führen, bis zum Tode.

XLIX

Dem Musikmeister, von den Korahiten, ein Psalm.


Hört dies, ihr Völker alle,
Merkt auf, ihr Bewohner der ganzen Welt,
Sowohl ihr Söhne des Volkes als ihr Herrensöhne,
Beide, so reich wie arm!
Mein Mund soll volle Weisheit reden,
Und meines Herzens Sinnen soll höchste Einsicht sein:
Ich will mein Ohr einer Gleichnisrede leihen,
Will mein Rätsel eröffnen bei Saitenklang.
Warum sollte ich mich fürchten in bösen Tagen,
Wenn die Bosheit meiner Verfolger mich umgibt,
Die auf ihr Vermögen vertrauen
Und mit ihrem großen Reichtum prahlen?
Den Bruder loszukaufen vermag ja doch kein Mensch,
Noch an die Göttin das Lösegeld für ihn zu zahlen,
Denn unerschwinglich hoch ist der Kaufpreis für ihr Leben:
Er muss davon Abstand nehmen für immer,
Damit er dauernd weiterlebe
Und die Grube nicht zu sehen bekomme.
Nein, er bekommt es zu sehen, dass sterben die Weisen,
Und Toren und Dumme gleicherweise umkommen
Und müssen andern ihr Gut hinterlassen:
Gräber sind ihre Behausung für immer,
Ihre Wohnungen von Geschlecht zu Geschlecht,
Ob sie auch Länder mit ihren Namen benannten.
Ja, der Mensch, in Herrlichkeit lebt er nicht fort:
Er gleicht den Tieren, die abgetan werden.
Dies ist das Schicksal derer, die voll Zuversicht sind,
Und der Ausgang derer, die ihren Reden Beifall schenken.
Sela.
Wie Schafe werden sie ins Totenreich versetzt;
Der Tod weidet sie, und über sie herrschen
Die Frommen am Morgen;
Dem Totenreich zur Vernichtung fällt ihre Gestalt anheim,
So dass ihr keine Wohnung bleibt.
Aber die Göttin wird meine Seele erlösen
Aus des Totenreichs Gewalt, denn sie wird mich annehmen.
Sela.
Darum rege dich nicht auf, wenn jemand reich wird,
Wenn seines Hauses Herrlichkeit sich mehrt;
Denn im Tode nimmt er das alles nicht mit:
Seine Herrlichkeit fährt nicht mit ihm hinab.
Mag er sich auch im Leben glücklich preisen
Und mag man ihn rühmen, dass es ihm wohl ergehe:
Er wird doch eingehen zum Geschlecht seiner Väter,
Die das Tageslicht nimmermehr sehen.
Der Mensch, in Herrlichkeit lebend, doch ohne Einsicht,
Gleicht den Tieren, die abgetan werden.

Ein Psalm von Asaph.


Die Göttin der Göttinnen, die Herrin, redet und ruft der Erde zu
Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang;
Aus Zion, der Krone der Schönheit,
Strahlt die Göttin in lichtem Glanz hervor:
Unsere Göttin kommt und kann nicht schweigen,
Verzehrendes Feuer geht vor ihr her,
Und rings um sie her stürmt es gewaltig.
Sie ruft dem Himmel droben zu
Und der Erde, um ihr Volk zu richten:
Versammelt mir meine Frommen,
Die den Bund mit mir geschlossen beim Opfer!
Da taten die Himmel ihre Gerechtigkeit kund;
Denn die Göttin selbst ist’s, die da Gericht hält.
Sela.
Höre, mein Volk, und lass mich reden,
Israel, dass ich dich ernstlich warne:
Göttin, deine Göttin bin ich!
Nicht deiner Opfer wegen rüge ich dich,
Sind doch deine Brandopfer stets mir vor Augen.
Doch ich mag nicht Stiere nehmen aus deinem Stall,
Nicht Böcke aus deinen Hürden;
Denn mein ist alles Wild des Waldes,
Die Tiere auf meinen Bergen zu Tausenden.
Ich kenne jeden Vogel auf den Bergen,
Und was auf dem Felde sich regt, steht mir zur Verfügung.
Hätte ich Hunger: ich brauchte es dir nicht zu sagen,
Denn mein ist die Erde und all ihre Fülle.
Esse ich etwa das Fleisch von Stieren,
Und soll ich das Blut von Böcken trinken?
Bringe Dank der Herrin als Opfer dar
Und bezahle so der Höchsten deine Gelübde,
Und rufe mich an am Tage der Not,
So will ich dich retten, und du sollst mich preisen!
Zum Göttinlosen aber spricht die All-Herrin:
Was hast du meine Satzungen aufzuzählen
Und meinen Bund im Munde zu führen,
Da du selbst doch die Zucht missachtest
Und meinen Worten den Rücken kehrst?
Siehst du einen Dieb, so befreundest du dich mit ihm,
Und mit Ehebrechern hast du Gemeinschaft;
Deinem Munde lässt du freien Lauf zur Bosheit,
Und deine Zunge zettelt Betrug an;
Du sitzest da und redest Böses gegen deinen Bruder
Und bringst den Sohn deiner Mutter in Verruf!
Das alles hast du getan, und ich habe geschwiegen;
Da hast du gedacht, ich sei so wie du.
Das mache ich dir zum Vorwurf und gebe dir’s zu bedenken.
O beherzigt das wohl, ihr Göttinvergessenen:
Sonst raffe ich euch hinweg ohne Rettung!
Wer Dank als Opfer darbringt, erweist mir Ehre,
Und wer unsträflich wandelt,
Den lasse ich schauen der Göttin Heil.

LI

Dem Musikmeister; ein Psalm von David,


Als der Prophet Nathan zu ihm kam,
Nachdem er sich mit Bathseba vergangen hatte.
Sei mir gnädig, o Göttin, nach deiner Güte!
Nach deinem großen Erbarmen tilge meine Vergehen!
Wasche völlig mir ab meine Schuld
Und mache mich rein von meiner Missetat!
Ach, ich erkenne meine Vergehen wohl,
Und meine Missetat steht mir immerdar vor Augen!
Gegen dich allein hab ich gesündigt
Und habe getan, was böse ist in deinen Augen,
Auf dass du recht behältst mit deinen Urteilssprüchen
Und rein dastehst mit deinem Richten.
Ach, in Schuld bin ich gezeugt,
Und in Sünde hat meine Mutter mich empfangen.
Du hast Gefallen an Wahrheit im innersten Herzen,
Und im Verborgenen lässt du mich Sophia erkennen.
Entsündige mich mit Ysop, dass ich rein werde,
Wasche mich, dass ich weißer werde als Schnee.
Lass mich Freude und Wonne empfinden,
Dass die Glieder frohlocken, die du zerschlagen.
Verhülle dein Antlitz vor meinen Sünden
Und tilge alle meine Missetaten!
Schaffe mir, Göttin, ein reines Herz
Und stell einen neuen, festen Geist in meinem Innern her!
Verwirf mich nicht von deinem Angesicht
Und nimm deinen Heiligen Geist nicht weg von mir!
Gib, dass ich deiner Hilfe mich wieder freue,
Und rüste mich aus mit einem willigen Geist!
Dann will ich die Übertreter deine Wege lehren,
Und die Missetäter sollen zu dir sich bekehren.
Errette mich von Blutschuld, o Göttin,
Du Göttin meines Heils,
Damit meine Zunge deine Gerechtigkeit jubelnd preise!
O All-Herrin, tu mir die Lippen auf,
Damit mein Mund deinen Ruhm verkünde!
Denn an Schlachtopfern hast du kein Gefallen,
Und brächte ich Brandopfer dar: du möchtest sie nicht.
Opfer, die der Göttin gefallen, sind ein zerbrochener Geist;
Ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz
Wirst du, o Göttin, nicht verschmähen.
Tu doch Gutes an Zion nach deiner Gnade:
Baue Jerusalems Mauern wieder auf!
Dann wirst du auch Wohlgefallen haben an richtigen Opfern,
An Brand- und Ganzopfern;
Dann wird man Stiere opfern auf deinem Altar.

LII

Dem Musikmeister; ein Lehrgedicht Davids,


Als der Edomiter Doeg kam
Und dem Saul die Meldung brachte,
David sei in das Haus Ahimelechs gekommen.
Was rühmst du dich der Bosheit, du Gewaltmensch?
Der Göttin Gnade währt alle Zeit.
Auf Unheil sinnt deine Zunge
Wie ein scharfes Rasiermesser, du Ränkeschmied!
Du liebst das Böse mehr als das Gute,
Sprichst lieber Lügen als Wahrheit.
Sela.
Du liebst nur unheilvolle Reden,
Du betrügerische Zunge!
So wird denn die Göttin dich auch vernichten für immer,
Dich wegraffen und herausreißen aus dem Zelt,
Dich entwurzeln aus der Lebenden Land!
Sela.
Die Gerechten werden es sehen
Und sich fürchten, über ihn aber spotten:
Seht, das ist der Mann, der nicht die Göttin
Zu seiner Schutzfrau machte,
Vielmehr sich verließ auf seinen großen Reichtum
Und stark sich dünkte durch seine Bosheit!
Ich aber bin wie ein grünender Ölbaum im Hause der Göttin,
Ich vertraue auf der Göttin Gnade immer und ewig.
Preisen will ich dich immer, denn du hast’s vollführt,
Ich will rühmen deinen Namen,
Dass er so herrlich ist, vor deinen Frommen.

LIII

Dem Musikmeister, nach der Melodie die Krankheit;


Ein Lehrgedicht von David.
Die Toren sprechen in ihrem Herzen:
Es gibt keine Göttin;
Verderbt ist ihr Tun, abscheulich ihr Freveln:
Da ist keiner, der Gutes täte.
Die Göttin schaut hernieder vom Himmel aus
Nach den Menschenkindern,
Um zu sehen, ob da sei ein Verständiger,
Einer, der nach der Göttin fragt.
Doch alle sind sie abgefallen, insgesamt abartig;
Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.
Haben denn keinen Verstand die Übeltäter,
Die mein Volk verzehren?
Die der Göttin Brot wohl essen,
Doch ohne sie anzurufen?
Damals gerieten sie in Angst und Schrecken,
Ohne dass Grund zum Erschrecken war;
Denn die Göttin zerstreute die Gebeine deiner Belagerer;
Du machtest sie zuschanden,
Denn die Göttin hatte sie verworfen.
Ach, dass doch aus Zion die Rettung Israels käme!
Wenn die Göttin einst wendet das Schicksal ihres Volkes,
Wird Jakob jubeln, Israel sich freuen!

LIV

Dem Musikmeister, mit Saitenspiel;


Ein Lehrgedicht Davids,
Als die Siphiter kamen und zu Saul sagten:
Weißt du nicht, dass David sich bei uns verborgen hält?
Hilf mir, o Göttin, durch deinen Namen
Und schaffe mir Recht durch deine Kraft!
Höre, o Göttin, mein Gebet,
Vernimm die Worte meines Mundes!
Denn Freche haben sich gegen mich erhoben,
Und Gewalttätige trachten mir nach dem Leben:
Sie haben die Göttin sich nicht vor Augen gestellt.
Sela.
Ich weiß: Die Göttin ist mir eine Helferin,
Die All-Herrin ist meiner Seele Stütze.
Das Böse wird auf meine Feinde zurückfallen:
Nach deiner Treue vernichte sie!
Dann will ich mit Freuden dir Opfer bringen,
Will preisen deinen Namen, o Herrin, dass er gütig ist;
Denn du hast mich aus aller Bedrängnis errettet,
Und an meinen Feinden hat mein Auge sich geweidet.

LV

Dem Musikmeister, mit Saitenspiel,


Ein Lehrgedicht von David.
Vernimm, o Göttin, mein Gebet
Und verbirg dich nicht vor meinem Flehen!
Merke auf mich und erhöre mich!
Ich schwanke in meinem Kummer hin und her und stöhne
Über das Lärmen der Feinde,
Über das Toben der Frevler;
Denn sie wälzen Unheil auf mich
Und bekämpfen mich wütend.
Das Herz ängstigt sich mir in der Brust,
Und die Schrecken des Todes haben mich befallen;
Furcht und Zittern kommt mich an,
Und ein Schauder überläuft mich.
So ruf ich denn aus: O hätte ich doch Flügel wie die Taube!
Ich wollte fliegen, bis ich irgendwo Ruhe fände!
Ja, weithin wollt ich entfliehen,
In der Wüste einen Rastort suchen;
Sela.
Nach einem Zufluchtsorte für mich wollt ich eilen
Schneller als reißender Wind, als Sturm!
Vernichte, All-Herrin, entzweie ihre Zungen!
Denn ich sehe Gewalt und Hader in der Stadt.
Man macht bei Tag und bei Nacht
Die Runde um sie auf ihren Mauern,
Unheil und Elend herrschen in ihrer Mitte.
Heilloses Treiben besteht in ihrem Innern,
Und von ihrem Marktplatz weicht nicht Bedrückung und Trug.
Denn ach! nicht ein Feind ist’s, der mich schmäht –
Das wollt ich ertragen;
Nicht einer, der mich hasst, tut groß gegen mich –
Ich würde vor ihm mich verbergen;
Nein, du bist’s, ein Mann meinesgleichen,
Mein Freund und trauter Bekannter,
Die wir innigen Verkehr miteinander pflegten,
Zum Hause der Göttin schritten im Festgetümmel.
Möge der Tod sie ereilen,
Mögen sie lebend zur Hölle fahren!
Denn Bosheit herrscht in ihrer Wohnstatt, in ihrem Herzen.
Ich aber rufe zur Göttin,
Und die Herrin wird mir helfen.
Abends und morgens und mittags
Will ich klagen und seufzen,
So wird sie mein Flehen vernehmen.
Sie wird meine Seele erlösen zum Frieden,
So dass sie nicht an mich können;
Denn ihrer sind sehr viele gegen mich.
Die Göttin wird mich hören,
Wird sie demütigen, wird ihnen Antwort geben,
Sie, die von alters her auf dem Throne sitzt;
Sela.
Sie wollen sich ja nicht ändern
Und die Göttin nicht fürchten.
Er, der falsche Freund, hat die Hand an seine Freunde gelegt,
Hat seinen Bund entweiht.
Glatt sind die Schmeichlerworte seines Mundes,
Aber Krieg ist sein Sinnen;
Sanfter sind seine Reden als Öl,
Und sind doch gezückte Schwerter.
Wirf auf die Herrin deine Bürde:
Sie wird dich aufrecht erhalten;
Sie lässt den Gerechten nicht ewig wanken.
Ja, du, Göttin, wirst sie stürzen
In die Tiefe des Grabes;
Die Menschen des Blutvergießens und des Truges
Werden ihre Tage nicht auf die Hälfte bringen.
Ich aber vertraue auf dich!

LVI

Dem Musikmeister, nach der Melodie


Die stumme Taube der Ferne;
Ein Lied von David,
Als die Philister ihn in Gath festgenommen hatten.
Sei mir gnädig, o Göttin, denn Menschen stellen mir nach!
Immerfort bedrängen mich Krieger.
Meine Feinde stellen mir immerfort nach,
Ja, sehr viele sind’s, die in Hochmut mich bekämpfen.
In Zeiten, da mir angst ist, vertrau ich auf dich!
Mit der Göttin Hilfe werde ihr Wort ich rühmen.
Auf die Göttin vertrau ich, fürchte mich nicht;
Was können Menschen mir antun?
Allzeit suchen sie meiner Sache zu schaden;
Gegen mich ist all ihr Sinnen gerichtet auf Böses.
Sie rotten sich zusammen, lauern auf meine Schritte,
Dieweil sie nach dem Leben mir trachten.
Wegen der Bosheit zahle ihnen heim,
Im Zorn lass die Völker nieder sinken, o Göttin!
Meines Elends Tage hast du gezählt,
Meine Tränen in deinem Schlauch gesammelt;
Ja gewiss, sie stehen in deinem Buch verzeichnet.
So werden denn meine Feinde weichen,
Sobald zur Göttin ich rufe;
Dessen bin ich gewiss, dass die Göttin mir beisteht.
Mit der Göttin Hilfe werde ihr Wort ich rühmen,
Mit Hilfe der Herrin werde ihre Verheißung ich rühmen.
Auf die Göttin vertrau ich, fürchte mich nicht:
Was können Menschen mir antun?
Mir obliegt es, dir, Göttin, zu erfüllen meine Gelübde:
Dankopfer ich will dir entrichten;
Denn du hast meine Seele vom Tode errettet,
Ja, meine Füße vom Straucheln,
Dass ich wandeln soll vor der Göttin Angesicht
Im Lichte des Lebens.

LVII

Dem Musikmeister, nach der Melodie Vertilge nicht;


Ein Lied Davids, als er vor Saul in die Höhle floh.
Erbarme dich meiner, o Göttin, erbarme dich meiner!
Denn bei dir sucht meine Seele Zuflucht,
Und im Schatten deiner Flügel will ich mich bergen,
Bis das Verderben vorüber gezogen.
Ich rufe zur Göttin, der Höchsten,
Zur All-Herrin, die meine Sache hinausführt.
Sie sendet vom Himmel und hilft mir,
Da der gierige Verfolger mich geschmäht hat!
Sela.
Es sendet die Göttin ihre Gnade und Treue!
Mit meinem Leben liege ich mitten unter Löwen,
Inmitten hasserfüllter Feinde,
Unter Menschen, deren Zähne Speere und Pfeile
Und deren Zunge ein scharfes Schwert ist.
Erhebe dich über den Himmel hinaus,
O Göttin, über die ganze Erde deine Herrlichkeit!
Sie haben meinen Füßen ein Netz gestellt:
Meine Seele und mein Mut ist gebeugt;
Eine Grube haben sie vor mir gegraben:
Sie selbst sind mitten hinein gestürzt.
Sela.
Mein Herz ist getrost, o Göttin, mein Herz ist getrost;
Singen will ich und spielen!
Wach auf, meine Seele, wacht auf, Harfe und Zither:
Ich will die Morgenröte wecken!
Ich will dich preisen unter den Völkern, All-Herrin,
Ich will dir lobsingen unter den Völkern!
Denn groß bis zum Himmel ist deine Gnade,
Und bis an die Wolken geht deine Treue.
Erhebe dich über den Himmel hinaus, o Göttin,
Über die ganze Erde verbreite sich deine Herrlichkeit!

LVIII

Dem Musikmeister, nach der Melodie Vertilge nicht;


Von David ein Lied.
Sprecht in Wahrheit ihr Recht, ihr Götter?
Richtet ihr die Menschen gerecht?
Ach nein, im Herzen schmiedet ihr Frevel,
Im Lande wägen eure Hände Gewalttat dar.
Abtrünnig sind die Göttinlosen schon von Geburt an,
Schon vom Mutterleib an gehen die Lügenredner irre.
Gift haben sie in sich wie Schlangengift,
Sie gleichen der tauben Otter, die ihr Ohr verstopft,
Die nicht hört auf die Stimme der Beschwörer,
Auf die Stimme des kundigen Bannspruchredners.
Zerschmettre ihnen, Göttin, die Zähne im Munde,
Den jungen Löwen brich aus das Gebiss, o Herrin!
Lass sie vergehen wie Wasser, das sich verläuft!
Schießt er seine Pfeile ab: sie seien wie ohne Spitze!
Wie die Schnecke beim Kriechen zerfließt, so muss er zergehen,
Wie die Fehlgeburt eines Weibes, die das Licht nicht geschaut!
Bevor noch eure Töpfe den brennenden Stechdorn spüren,
Wird ihn, noch unverbrannt, die Zornesglut hinweg stürmen.
Der Gerechte wird sich freuen, dass er Rache erlebt,
Seine Füße wird er baden im Blut des Frevlers,
Und die Menschen werden bekennen:
Fürwahr, der Gerechte erntet noch Lohn!
Fürwahr, noch gibt’s eine Göttin, die auf Erden richtet!

LIX

Dem Musikmeister, nach der Melodie Vertilge nicht;


Ein Lied von David,
Als Saul das Haus bewachen ließ, um ihn zu töten.
Rette mich von meinen Feinden, meine Göttin!
Sei mir ein Schutz vor meinen Widersachern!
Rette mich von den Übeltätern
Und hilf mir gegen die Blutmenschen!
Denn siehe, sie trachten mir nach dem Leben;
Starke rotten sich gegen mich zusammen
Ohne mein Verschulden, o Herrin, und ohne dass ich gefehlt.
Gegen einen Schuldlosen stürmen sie an und stellen sich auf:
Erwache, komm mir zu Hilfe und sieh darein!
Ja, du, o Herrin, Göttin der Heerscharen, Israels Göttin,
Wache auf, um alle Heiden zu strafen!
Verschone keinen der treulosen Frevler!
Sela.
Jeden Abend kommen sie wieder, heulen wie Hunde
Und streifen umher in der Stadt.
Siehe, sie geifern mit ihrem Maul,
Schwerter stecken in ihren Lippen,
Denn sie denken: Wer hört es?
Doch du, o Herrin, du lachst ihrer,
Du spottest aller Heiden.
Meine Kraft, deiner will ich harren,
Denn die Göttin ist meine feste Burg.
Meine Göttin kommt mir entgegen mit ihrer Gnade;
Die Göttin lässt meine Lust mich sehen an meinen Feinden.
Töte sie nicht, dass mein Volk sie nicht vergesse!
Treibe sie in die Irre durch deine Macht
Und stürze sie nieder, du, unser Schild, All-Herrin!
Sündhaft ist ihr Mund, das Wort ihrer Lippen;
Darum lass sie sich fangen in ihrem Hochmut
Wegen der Flüche und Lügen, die sie reden!
Vertilge sie im Zorn, vertilge sie, dass sie nicht mehr sind!
Lass sie inne werden, dass die Göttin in Jakob herrscht,
Bis an die Enden der Erde!
Sela.
Jeden Abend kommen sie wieder, heulen wie Hunde
Und streifen umher in der Stadt;
Sie schweifen umher nach Fraß
Und knurren, sind sie nicht satt geworden.
Ich aber will deine Macht besingen
Und am Morgen über deine Gnade jubeln;
Denn du bist eine feste Burg für mich gewesen,
Eine Zuflucht zur Zeit meiner Trübsal.
Meine Kraft, dir will ich lobsingen!
Denn die Göttin ist meine feste Burg,
Die Göttin, die mir Gnade erweist.

LX

Dem Musikmeister,
Nach der Singweise Lilie des Zeugnisses;
Ein Lied Davids zum Lehren,
Als er mit den Syrern von Mesopotamien
Und mit den Syrern von Zoba Krieg führte
Und Joab zurückkehrte
Und die Edomiter im Salztal schlug,
Zwölftausend Mann.
Göttin, du hast uns verworfen, uns zersprengt,
Du hast gezürnt: stelle uns wieder her!
Du hast die Erde erschüttert, hast sie zerrissen:
O heile ihre Risse, denn sie wankt!
Dein Volk hast du Hartes erleben lassen,
Hast Taumelwein uns zu trinken gegeben;
Doch deinen Getreuen hast du
Eine Fahne wehen lassen,
Damit sie sich flüchten konnten
Vor dem Bogen des Feindes.
Sela.
Dass deine Geliebten gerettet werden,
Hilf uns mit deiner Hand, erhöre uns!
Die Göttin hat in ihrer Heiligkeit verheißen:
Als Siegerin will ich frohlocken,
Will Sichem verteilen
Und das Tal von Sukkoth vermessen.
Mein ist Gilead, mein auch Manasse,
Und Ephraim ist meines Hauptes Schutzwehr,
Juda mein Herrscherinnenstab.
Moab ist mein Waschbecken,
Auf Edom werfe ich meinen Schuh;
Jauchze mir zu, Philisterland! -
Wer führt mich hin zur festen Stadt,
Wer geleitet mich nach Edom?
Hast du uns, o Göttin, verworfen
Und ziehst nicht aus, o Göttin, mit unsern Heeren?
O schaff uns Hilfe gegen den Feind!
Denn nichtig ist Menschenhilfe.
Mit der Göttin werden wir Taten vollführen,
Und sie wird unsre Bedränger zertreten.

LXI

Dem Musikmeister über das Saitenspiel;


Von David.
Höre, o Göttin, mein lautes Rufen,
Achte auf mein Gebet!
Vom Ende der Erde ruf ich zu dir,
Da mein Herz verschmachtet
Und vor Angst vergeht.
Auf einen Felsen, der mir zu hoch ist,
Mögest du mich führen!
Denn du bist mir stets eine Zuflucht gewesen,
Ein Elfenbein-Turm vor dem Feind.
Könnte ich doch allzeit weilen in deinem Zelt,
Im Schutz deiner Flügel mich bergen!
Sela.
Denn du, Göttin, hörst auf meine Gelübde,
Du hast Besitz mir gewährt, wie die ihn erhalten,
Die deinen Namen ehren.
Füge neue Tage den Tagen des Königs hinzu,
Lass seine Jahre dauern für immer!
Ewig möge er thronen vor der Göttin Antlitz!
Sende Gnade und Treue, dass sie ihn behüten!
Dafür will ich ewig deinem Namen lobsingen,
Indem ich meine Gelübde erfülle Tag für Tag.

LXII

Dem Musikmeister
Über die Jeduthuniden;
Ein Psalm Davids.
Nur im Aufblick zur Göttin ist meine Seele still:
Von ihr kommt meine Hilfe und Rettung;
Nur sie ist mein Fels und meine Hilfe,
Nur sie ist meine Burg:
Ich werde nicht allzu sehr wanken.
Wie lange noch lauft ihr Sturm gegen einen Mann,
Wollt ihn niederschlagen alle
Wie eine sinkende Wand,
Wie eine dem Einsturz nahe Mauer?
Ja, von seiner Höhe planen sie ihn zu stoßen;
Lügen sind ihre Lust;
Mit dem Munde segnen sie,
Doch im Herzen fluchen sie.
Sela.
Nur im Aufblick zur Göttin sei still, meine Seele!
Denn von ihr kommt meine Hoffnung;
Nur sie ist mein Fels und meine Hilfe und Rettung,
Nur sie ist meine Burg:
Ich werde nicht wanken.
Auf der Göttin beruht mein Heil und mein Ruhm;
Mein starker Fels,
Meine Zuflucht liegt in der Göttin.
Vertraut auf sie zu jeder Zeit, ihr Genossen,
Schüttet vor ihr euer Herz aus:
Die Göttin ist unsere Zuflucht.
Sela.
Nur ein Hauch sind Menschensöhne,
Ein Trug sind Herrensöhne;
Auf der Waage schnellen sie empor,
Sind alle leichter als ein Hauch.
Verlasst euch nicht auf unrechtes Gut
Und setzt nicht leere Hoffnung auf Raub;
Und wenn der Reichtum sich mehrt,
So hängt das Herz nicht daran!
Eines ists, was die Göttin gesprochen,
Und zweierlei ists, was ich vernommen,
Dass die Macht bei der Göttin steht.
Und bei dir, o Allherrin, steht auch die Gnade:
Ja, du vergiltst einem jeden nach seinem Tun.

LXIII

Ein Psalm Davids,


Als er in der Wüste Juda war.
O Göttin, du bist meine Göttin:
Dich suche ich,
Es dürstet nach dir meine Seele;
Es lechzt nach dir mein Körper
Wie dürres, schmachtendes, wasserloses Land.
So habe ich nach dir im Heiligtum ausgeschaut,
Um deine Macht und Schönheit zu erblicken;
Denn deine Gnade ist besser als das Leben:
Meine Lippen sollen dich rühmen.
So will ich dich preisen mein Leben lang,
In deinem Namen meine Hände erheben.
Wie an Saft und Fett sättigt sich meine Seele,
Und mit jubelnden Lippen lobpreist dich mein Mund,
So oft ich deiner gedenke auf meinem Bett,
In den Stunden der Nacht über dich nachdenke;
Denn du bist mir eine Helferin gewesen,
Und im Schatten deiner Flügel darf ich jubeln.
Meine Seele klammert sich an dich,
Aufrecht hält mich deine Hand.
Doch die, die nach dem Leben mir trachten, mich zu verderben,
Sie werden in der Erde unterste Tiefen fahren!
Man wird sie der Schärfe des Schwertes überliefern;
Die Beute der Hunde werden sie sein.
Der König dagegen wird an der Göttin sich freuen:
Ruhm wird ernten ein jeder, der bei der Göttin schwört;
Den Lügnern dagegen wird das Maul gestopft werden.

LXIV

Dem Musikmeister,
Ein Psalm Davids.
Höre, o Göttin, meine Stimme, wenn ich klage,
Vor dem Feind, der mich erschreckt, behüte mein Leben!
Schirme mich vor den Plänen der bösen Kerle,
Vor der lärmenden Schar der Übeltäter,
Die ihre Zunge schärfen wie ein Schwert,
Giftige Worte als Pfeile auf den Bogen legen,
Um im Versteck auf den Frommen zu schießen:
Unversehens schießen sie auf ihn, ohne Scheu.
Sie ermutigen sich zu bösen Anschlägen,
Verabreden sich, mir heimlich Schlingen zu legen;
Sie denken: Wer wird es sehen?
Sie sinnen auf Freveltaten:
Wir sind fertig, der Plan ist gut erdacht! -
Und das Innere jedes Menschen
Und das Herz sind unergründlich.
Da trifft sie die Göttin mit dem Pfeil,
Plötzlich fühlen sie sich verwundet:
Ihre eigene Zunge hat sie zu Fall gebracht;
Alle, die sie sehen, schütteln über sie den Kopf.
Da fürchten sich alle Menschen
Und bekennen: Das hat die Göttin getan!
Und erwägen ihre Herrschaft.
Der Gerechte freut sich an der Herrin
Und nimmt seine Zuflucht zu ihr,
Und alle guten Herzen preisen sich selig.

LXV

Dem Musikmeister;
Ein Psalm Davids, ein Lied.
Dir gebührt Lobpreis, o Göttin, in Zion,
Und dir will ich mein Gelübde erfüllen,
Die du Gebete erhörst:
Zu dir kommt alles Fleisch
Um der Schulden willen.
Wenn uns unsere Sünden zu drückend werden,
Du, Herrin, vergibst sie.
Wohl dem, den du erwählst und zu dir nahen lässt,
Dass er in deinem Vorhof weilen darf!
Wir wollen reichlich uns laben am Segen deines Hauses,
Deines heiligen Tempels!
Durch Wundertaten erhörst du uns in Gerechtigkeit,
Du Göttin unseres Heiles,
Du Zuversicht aller Enden der Erde
Und der fernsten Meere,
Die da feststellt die Berge durch ihre Kraft,
Umgürtet mit Kraft,
Die da stillt das Brausen der Meere,
Das Brausen ihrer Wogen
Und das Toben der Völker,
So dass die Bewohner der Enden der Erde sich fürchten
Vor deinen Zeichen;
Die fernsten Länder des Ostens und Westens
Bringst du zu frohem Lachen.
Du hast das Land gesegnet,
Es strömt schier über;
Du hast es reich gemacht,
Der Göttin Bach hat Wasser in Fülle;
Du hast ihre Feldfrucht gut geraten lassen,
Denn so hast du das Land instand gesetzt;
Du hast seine Furchen getränkt,
Seine Schollen gelockert,
Durch Regen es weich gemacht,
Seine Gewächse gesegnet.
Du hast das Jahr gekrönt mit deiner Güte,
Und deine Spuren triefen von Fett.
Es triefen die Felder der Steppe,
Und mit Lachen umgürten sich die Hügel;
Die Weiden kleiden sich mit Herden,
Und die Täler hüllen sich in Korn:
Man lacht einander zu und singt!

LXVI

Dem Musikmeister; ein Lied, ein Psalm.


Jauchzt der Göttin, ihr Länder alle!
Lobsingt der Ehre ihres Namens,
Macht ihren Lobpreis schön!
Sprecht zu der Göttin: Wie wunderbar ist dein Walten!
Wegen der Fülle deiner Macht
Huldigen dir sogar deine Feinde.
Alle Länder müssen vor dir sich nieder werfen
Und dir lobsingen,
Lobsingen deinem Namen!
Sela.
Kommt und schaut die Großtaten der Göttin,
Die wunderbar ist im Walten über den Menschenkindern!
Sie wandelt das Meer in trockenes Land,
So dass man den Strom zu Fuß durchzzieht;
Darum wollen wir uns freuen!
Ewig herrscht sie in ihrer Macht;
Ihre Augen haben acht auf alle Völker:
Die Widerspenstigen dürfen sich nicht stolz erheben.
Sela.
Rühmt, ihr Völker, unsere Göttin,
Lasst schön ihren Ruhm erschallen,
Ihr, die unsre Seelen am Leben erhalten
Und unsere Füße nicht hat wanken lassen.
Zwar hast du uns geprüft, o Göttin,
Und uns geläutert, wie man Silber läutert;
Du hast uns ins Netz geraten lassen,
Hast drückende Lasten auf unsere Rücken gelegt;
Menschen hast du gehen lassen über unser Haupt,
Durch Feuer und Wasser haben wir gehen müssen:
Aber schließlich hast du uns ins Freie geführt.
Ich komme mit Brandopfern in dein Haus,
Ich erfülle dir mein Gelübde,
Zu dem meine Lippen sich verpflichtet haben,
Und die mein Mund verheißen in meiner Not.
Brandopfer von Stieren will ich dir bringen
Mit dem Opferduft von Widdern;
Rinder und Böcke will ich darbringen.
Sela.
Kommt her und hört, ihr Göttinfreunde alle:
Ich will singen, was sie an meiner Seele getan!
Zu ihr hab ich laut mit meinem Mund gerufen,
Da Lobpreis schon auf meiner Zunge war.
Wäre mein Sinn auf Böses gerichtet gewesen,
So hätte die Allherrin mich nicht erhört.
Aber die Göttin hat mich erhört,
Sie hat geachtet auf mein Flehen.
Gepriesen sei die Göttin,
Die mein Flehen nicht verworfen
Und ihre Gnade mir nicht versagt hat!

LXVII

Dem Musikmeister, mit Saitenspiel;


Ein Psalm, ein Lied.
Die Göttin sei uns gnädig und segne uns!
Sie lasse ihr Angesicht über uns leuchten,
Sela,
Dass man auf Erden dein Wirken erkenne,
Unter allen Völkern dein Heil!
Preisen müssen dich, Göttin, alle Völker,
Preisen die Völker alle;
Sich freuen müssen die Völker und jubeln,
Weil du die Völker gerecht regierst
Und leitest die Völker auf Erden.
Sela.
Preisen müssen dich, Göttin, die Völker,
Preisen die Völker alle!
Das Land hat seinen Ertrag gespendet:
Gesegnet hat uns die Göttin, unsere Göttin.
Es segne uns die Göttin,
Und ehren müssen sie alle Enden der Erde!

LXVIII

Dem Musikmeister,
Von David ein Psalm, ein Lied.
Die Göttin steht auf:
Da zerstieben ihre Feinde,
Und die sie hassen, fliehen vor ihrem Angesicht.
Wie Rauch verweht, so verwehst du sie;
Wie Wachs zerschmilzt vor dem Feuer,
So kommen die Göttinlosen um vor der Göttin Angesicht;
Die Gerechten aber freuen sich,
Sie jubeln vor der Göttin Angesicht
Und frohlocken voller Freude.
Singt der Göttin, lobsingt ihrem Namen,
Macht Bahn ihr, die durch Wüsten geht,
Herrin ist ihr Name,
Und jauchzt vor ihrem Angesicht!
Eine Mutter der Waisenkinder,
Eine Helferin der Witwen
Ist die Göttin in ihrer heiligen Wohnung.
Die Göttin verhilft den Vereinsamten zum Hausstand,
Sie führt Gefangene heraus zum Wohlergehen;
Doch Widerstrebende müssen wohnen in dürrem Land.
Als du auszogst, Göttin, an der Spitze deines Volkes,
Einher schrittest durch die Wüste,
Sela,
Da bebte die Erde,
Da troffen die Himmel vor der Göttin Angesicht,
Der Sinai vor dem Angesicht der Göttin,
Der Göttin Israels.
Regen in Fülle ließest du strömen, o Göttin;
Dein Eigentumsvolk, sooft es ermattet war,
Du machtest es wieder stark.
Deine Herde fand Wohnung im Lande,
Durch deine Güte stelltest du, Göttin,
Die Schwachen wieder her.
Die Allherrin ließ Siegesruf erschallen,
Der Siegesbotinnen war eine große Schar:
Die Könige der Heere fliehen, sie fliehen,
Und die Hausfrau teilt die Beute aus.
Wollt ihr zwischen den Hürden liegen bleiben?
Die Flügel der Tauben, mit Silber überzogen,
Und ihr Gefieder gelblich schimmernd von Gold.
Als die Könige dort die Allmächtige zerstreute,
Da fand ein Schneegestöber statt auf dem Zalmon.
Du Göttinnenberg Baschan,
Du gipfelreicher Berg Baschan:
Warum blickt ihr neidisch, ihr gipfelreichen Berge,
Auf den Berg, den die Göttin sich zum Wohnsitz erkoren?
Ja, ewig wird die Herrin dort wohnen und thronen.
Der Kriegswagen der Göttin sind viele tausendmal tausend;
Die Allherrin ist unter ihnen,
Sie ist ein Sinai an Heiligkeit.
Du bist zur Höhe aufgefahren,
Du hast Gefangene weggeführt,
Die hast Gaben von den Menschen angenommen
Ja, auch die Widerstrebenden müssen wohnen
Bei der Göttin, der Herrin.
Gepriesen sei die Allherrin Tag für Tag!
Uns trägt die Göttin, die unsere Hilfe ist.
Sela.
Diese Göttin ist uns eine rettende Göttin,
Und die Göttin Herrin weiß Rat auch gegen den Tod.
Ja, die Göttin zerschmettert das Haupt ihrer Feinde,
Den Scheitel dessen, der in seinen Sünden einhergeht.
Die Allherrin hat verheißen:
Aus Baschan bringe ich sie heim,
Ja, ich bringe sie heim aus den Tiefen des Meeres,
Auf dass du in Blut deine Füße badest
Und die Zunge deines Hundes an den Feinden sich letze.
Man hat, o Göttin, deinen Festzug gesehen,
Den Festzug meiner Göttin, meiner Königin, im Heiligtum:
An der Spitze zogen die Sänger,
Dahinter die Saitenspieler
Inmitten trommelnder Jungfrauen:
In den Versammlungen preist die Göttin,
Die Allherrin, ihr aus Israels Lebensquelle!
Dort schritt Benjamin hin, der Jüngste,
Der sie doch beherrscht hat,
Die Fürsten Judas nach ihrer großen Menge,
Sebulons Fürsten, die Fürsten von Naphthali.
Sende, o Göttin, deine Macht,
Erhalte in Kraft, o Göttin, was du uns erwirkt hast!
Um deines Tempels willen müssen Könige dir
Geschenke hinauf nach Jerusalem bringen.
Bedrohe das Tier des Schilfrohrs,
Die Rotte der Großmächte samt den Völkern,
Die mit Silberbarren sich unterwerfen;
Zerstreue die Völker, die Freude am Kriege haben!
Kommen werden die Edlen aus Ägypten,
Äthiopien eilt mit vollen Händen der Göttin entgegen.
Ihr Königreiche der Erde, singt der Göttin,
Lobsinget der Allherrin,
Sela,
Ihr, die einher fährt im innersten Himmel der Urzeit!
Horcht! Sie lässt ihre Stimme erschallen,
Den rollenden Donner!
Gebt der Göttin die Macht und die Ehre!
Über Israel waltet ihre Hoheit
Und ihre Macht in den Wolken.
Furchtbar bist du, Göttin, von deinem Heiligtum aus!
Israels Göttin, sie ist’s,
Die Macht verleiht und Stärke ihrem Volk.
Gepriesen sei die Göttin!

LXIX

Dem Musikmeister,
Nach der Singweise Lilien,
Von David.
Hilf mir, o Göttin,
Denn die Wasser gehen mir bis ans Leben!
Ich versinke im tiefen Schlamm, wo kein Grund ist;
In Wassertiefen bin ich geraten,
Und die Flut überströmt mich.
Müde bin ich vom Schreien,
Meine Kehle ist heiser;
Erloschen sind mir die Augen,
Während ich warte auf meine Göttin.
Größer als die Zahl der Haare auf meinem Haupt
Ist die Zahl derer, die mich ohne Ursache hassen;
Mächtig sind meine Gegner,
Die mich ohne Grund anfeinden:
Wo ich nichts geraubt, soll ich Ersatz leisten!
Du, o Göttin, du weißt um meine Torheit,
Und meine Vergehen sind dir nicht verborgen.
Lass nicht enttäuscht werden durch mich,
Die auf dich hoffen,
O Göttin, o Herrin der Scharen!
Lass nicht beschämt werden durch mich,
Die dich, Göttin Israels, suchen!
Denn um deinetwillen trage ich Schmach,
Für dich bedeckt Beschämung mein Antlitz;
Ein Fremder bin ich meinen Brüdern geworden
Und unbekannt den Söhnen meiner Mutter.
Denn der Eifer um dein Haus hat mich verzehrt,
Und die Schmähungen derer, die dich schmähen,
Haben mich getroffen.
Ich weinte und kasteite mich durch Fasten,
Doch es brachte mir nur Beschimpfung ein;
Als ich ein Trauergewand zu meinem Kleide machte,
Da wurde ich ihnen zum Spott;
Es schwatzten von mir die Leute auf dem Markt,
Und Spottlieder sangen von mir die Säufer beim Wein.
Ich aber richte mein Gebet an dich, o Herrin,
Zur Zeit, da dir es wohlgefällig ist;
O Göttin, nach deiner großen Gnade
Erhöre mich, nach deiner heilenden Treue!
Zieh mich heraus aus dem Schlamm,
Dass ich nicht versinke,
Lass mich Rettung finden
Von meinen Hassern
Und aus den Wassertiefen!
Lass die Wasserflut mich nicht überströmen
Und die Tiefe mich nicht verschlingen
Und den Abgrund seinen Schlund nicht über mir schließen!
Erhöre mich, Herrin, denn deine Güte ist köstlich!
Nach deinem großen Erbarmen wende dich mir zu
Und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Sklaven,
Denn ich bin in Not:
Erhöre mich eilig!
Nahe dich meiner Seele, erlöse sie,
Um meiner Feinde willen mach mich frei!
Du weißt um meine Schande,
Um Schande und Schimpf;
Meine Feinde sind dir alle bekannt.
Die Schmach hat mir das Herz gebrochen,
So dass ich verzweifle.
Ich hoffte auf Mitleid, aber vergebens,
Und auf Trösterinnen,
Doch ich habe keine gefunden;
Nein, sie haben mir Gift in die Speise getan
Und Essig mich trinken lassen für meinen Durst.
Möge ihr Tisch vor ihnen zum Fangnetz werden
Und ihnen, den Sicheren, zum Fallstrick!
Lass ihre Augen dunkel werden, dass sie nicht sehen,
Und ihre Hüften lass immer wanken!
Gieße über sie deine Wut aus,
Und deines Zornes Glut erreiche sie!
Ihre Behausung müsse zur Öde werden,
In ihren Zelten kein Bewohner sein!
Denn den du selbst geschlagen hast,
Den verfolgen sie,
Und über den vom Weh Verwundeten schwatzen sie.
Füge noch Schuld zu ihrer Verschuldung hinzu
Und lass sie nicht kommen zur Gerechtigkeit vor dir!
Sie müssen ausgelöscht werden
Aus dem Buch des Lebens
Und nicht eingeschrieben werden mit den Gerechten!
Doch ich bin elend und von Schmerzen beladen:
Deine Hilfe, Göttin, möge mich retten!
Ich will den Namen der Göttin preisen in Liedern,
Will sie rühmen mit Dank;
Das wird der Herrin willkommener sein als Rinder,
Als Stiere mit Hörnern und gespaltenen Hufen.
Wenn die Bedrückten es sehen,
So werden sie sich freuen:
Ihr, die ihr die Göttin sucht:
Euer Herz lebe auf!
Denn die Herrin erhört die Armen,
Und ihre Gefangenen lässt sie nicht unbeachtet.
Es mögen sie preisen Himmel und Erde,
Die Meere und alles, was in ihnen sich regt!
Denn die Göttin wird Zion retten
Und Judas Städte wieder aufbauen,
Dass man da wohne und das Land besitze;
Und die Kinder ihrer Sklaven werden es erben,
Und die ihren Namen lieben,
Werden darin wohnen.

LXX

Dem Musikmeister, von David;


Bei Darbringung des Duftopfers.
O Göttin, eile zu meiner Rettung,
Herrin, eile zu meiner Hilfe herbei!
Lass alle beschämt und schamrot werden,
Die mir nach dem Leben trachten!
Lass mit Schande beladen abziehen,
Die mein Unglück wünschen!
Lass zurück sich wenden in ihrer Schmach,
Die über mich rufen: Haha, haha!
Lass jubeln und deiner sich freuen
Alle, die dich suchen!
Lass alle, die nach deinem Heil verlangen,
Immer bekennen: Groß ist die Göttin!
Doch ich bin elend und arm:
O Göttin, eile zu mir!
Meine Hilfe und meine Retterin bist du:
O Herrin, säume nicht!
Bei dir, Herrin, suche ich Zuflucht:
Lass mich nimmer enttäuscht werden!
Nach deiner Gerechtigkeit rette und befreie mich,
Neige dein Ohr mir zu und hilf mir!
Sei mir ein schützender Fels,
Zu dem ich immer fliehen kann;
Du hast ja geboten, mich zu retten,
Denn mein Fels und meine Burg bist du.
Meine Göttin, errette mich aus des Göttinlosen Faust,
Aus der Faust des Frevlers und Gewaltmenschen!
Denn du bist meine Hoffnung, Herrin, meine Göttin,
Du meine Zuversicht von Jugend an.
Auf dich hab ich mich gestützt seit meiner Geburt;
Aus dem Mutterschoß hast du mich ans Licht gezogen:
Dir hat mein Lobpreis immer gegolten.
Wie ein Wunder komme ich vielen vor,
Doch du bist meine starke Zuflucht.
Mein Mund ist deines Ruhmes voll,
Allzeit voll von deiner Verherrlichung.
Verwirf mich nicht in den Tagen des Alters,
Beim Schwinden meiner Kraft verlass mich nicht!
Denn schon verhandeln meine Feinde über mich,
Und die den Tod mir wünschen,
Beraten sich zusammen
Und sagen: Die Göttin hat ihn verlassen:
Verfolgt und ergreift ihn,
Denn er hat keine Retterin! -
O Göttin, bleib du nicht fern von mir,
Meine Göttin, eile mir zu Hilfe!
Es müssen enttäuscht und vernichtet werden,
Die mich anfeinden!
Lass alle in Schmach und Schande sich hüllen,
Die mein Unglück suchen!
Ich aber will immer warten
Und all deinen Ruhm mehren.
Mein Mund soll deine Gerechtigkeit künden,
Allzeit deine Heilswerke,
Denn ich vermag sie nicht zu zählen.
Kommen will ich mit den Machttaten
Der Göttin, der Herrin,
Will preisen deine Gerechtigkeit, dich allein.
Du hast mich, o Göttin, von Jugend auf gelehrt,
Und bis hierher habe ich deine Wunder verkündet;
Doch auch bis zum Greisenalter und grauen Haar
Verlass mich nicht, o Göttin,
Auf dass ich deinen Arm verkünde den Zeitgenossen
Und allen, die noch kommen werden, deine Kraft.
O Göttin, deine Gerechtigkeit reicht bis hoch an den Himmel;
Die du große Dinge getan, o Göttin, wer ist dir gleich?
Du hast viel Not und Leid uns fühlen lassen:
Du wirst uns auch wieder beleben
Und aus den Tiefen der Erde uns empor führen.
Du wirst mich um so höher erheben
Und mit Trost dich wieder zu mir wenden.
So will denn auch ich dich preisen mit dem Saitenspiel,
Für deine Treue dir danken, meine Göttin;
Ich will auf der Gitarre dir spielen, du Heilige Israels.
Jubeln sollen meine Lippen, wenn ich dir spiele,
Und zugleich meine Seele, die du erlöst hast;
Auch meine Zunge soll allezeit
Von deiner Gerechtigkeit reden,
Denn enttäuscht und schamrot sind geworden,
Die mein Unglück suchten.

LXXII

Von Salomo.
O Göttin, dein richterliches Walten verleihe dem König
Und deine Gerechtigkeit dem Königssohn,
Dass er dein Volk mit Gerechtigkeit richte
Und deine Elenden und Bedrückten nach dem Recht!
Lass die Berge dem Volke Frieden tragen
Und die Hügel sich kleiden in Gerechtigkeit!
Er schaffe Recht den Elenden und Bedrückten im Volk,
Er helfe den armen Leuten und zertrete den Unterdrücker.
Möge er leben, solange die Sonne scheint
Und der Mond uns leuchtet,
Von Geschlecht zu Geschlecht!
Er möge sein wie Regen für frisch gemähte Wiesen,
Wie Regenschauer, die das Land besprengen!
In seinen Tagen möge der Gerechte blühen
Und Friede in Fülle bestehen,
Bis kein Mond mehr scheint.
Er herrsche von Meer zu Meer
Und vom Euphrat bis hin an die Enden der Erde!
Vor ihm müssen die Steppenvölker die Knie beugen
Und seine Feinde den Staub lecken;
Die Könige von Tarsis und den Meeresländern
Müssen Geschenke ihm bringen,
Die Herrscherinnen von Saba und Seba
Tribut entrichten;
Ja, huldigen müssen ihm alle Könige,
Die Völker alle ihm dienen!
Denn er wird den Armen retten,
Der um Hilfe schreit,
Den Leidenden und den,
Der keine Helfer hat.
Er wird sich erbarmen des Schwachen und Armen
Und Hilfe gewähren den Seelen der Armen;
Aus Unterdrückung und Gewalttat
Wird er ihre Seelen erlösen,
Und ihr Blut wird kostbar sein in seinen Augen.
So lebe er denn,
Und man gebe ihm vom Gold aus Saba,
Man bete immerdar für ihn und segne ihn allezeit!
Fülle von Korn möge sein im Lande
Bis auf die Gipfel der Berge,
Es rausche seine Frucht wie der Wald des Libanon!
Und aus den Städten blühe das Volk hervor
So zahlreich wie das Gras der Erde!
Sein Name möge ewig bestehen:
Solange die Sonne scheint, lebe sein Name fort,
So dass man in ihm sich Segen wünscht
Und alle Völker ihn selig preisen!
Gepriesen sei die Göttin, die Herrin, die Göttin Israels,
Die Wunder vollbringt, sie allein!
Und gepriesen sei ihr herrlicher Name in Ewigkeit,
Und die ganze Erde
Sei ihrer Schönheit voll!
Amen, ja, Amen!

Zu Ende sind die Hymnen Davids, des Sohnes Jesses.


LXXIII

Ein Psalm von Asaph.


Dennoch ist die Göttin voll Güte gegen den Frommen,
Die Herrin gegen alle, die reinen Herzens sind.
Doch ich – fast wäre ich gestrauchelt mit meinen Füßen,
Nichts fehlte, so wären meine Schritte ausgeglitten;
Denn ich ereiferte mich über die Großmäuler,
Wenn ich sehen musste der Göttinlosen Wohlergehen.
Denn bis zu ihrem Tode leiden sie keine Schmerzen,
Und wohlgenährt ist ihr Leib;
Unglück trifft sie nicht wie andere Sterbliche,
Und sie werden nicht geplagt wie sonst die Menschen.
Darum ist auch Hochmut ihr Halsgeschmeide,
Und Gewalttat ist das Kleid, das sie umhüllt.
Aus strotzendem Antlitz tritt ihr Auge hervor,
Die Gebilde ihres Herzens wallen über.
Sie höhnen und reden in Bosheit von Gewalttat,
Führen Reden von oben herab;
Gegen den Himmel richten sie ihren Mund,
Und ihre Zunge ergeht sich frei auf Erden.
Darum wendet das Volk sich ihnen zu
Und schlürft das Wasser ihrer Lehren in vollen Zügen;
Sie sagen: Wie sollte die Göttin es wissen,
Und wie sollte die Höchste Kenntnis davon haben? -
Seht, so treiben es die Göttinlosen,
Und, immer in Sicherheit lebend, häufen sie Reichtum an.
Ach, ganz umsonst hab ich rein mein Herz erhalten
Und in Unschuld meine Hände gewaschen;
Ich ward ja doch vom Unglück allezeit geplagt,
Und jeden Morgen war meine Züchtigung da.
Doch hätte ich gedacht: Ich will auch so reden!,
So hätte ich treulos verleugnet deiner Kinder Geschlecht.
So sann ich denn nach, um dies zu begreifen,
Doch es war zu schwer für mein Verständnis,
Bis ich eindrang in die Heiligtümer der Göttin
Und acht gab auf der Göttinlosen letztes Geschick.
Wahrlich, auf schlüpfrigen Boden stellst du sie,
Lässt sie fallen, dass sie in Trümmer zergehen.
Wie werden sie doch im Nu vernichtet,
Weggerafft, und nehmen ein Ende mit Schrecken!
Wie ein Traumbild gleich nach dem Erwachen verfliegt,
So lässt du, o Allherrin, beim Wachwerden ihr Bild verschwinden.
Wenn mein Herz sich nun noch verbitterte
Und ich in meinem Innern empört mich fühlte,
So wäre ich ein wahrer Tor und ohne Einsicht,
Benähme mich wie ein vernunftloses Tier gegen dich.
Doch nein, ich bleibe stets mit dir verbunden,
Du hältst mich fest bei meiner rechten Hand;
Du leitest mich nach deinem Ratschluss
Und nimmst mich endlich auf in deine Herrlichkeit.
Wen hätte ich sonst noch im Himmel?
Und außer dir erfreut mich nichts auf Erden.
Mag Leib und Seele mir verschmachten,
Bleibt die Göttin doch allzeit meines Herzens Fels und mein Teil.
Denn gewiss: wer von dir sich lossagt, der kommt um;
Du vernichtest alle, die treulos von dir abfallen.
Mir aber ist der Göttin Nähe beglückend:
Ich setze mein Vertrauen auf die Göttin, die Herrin,
Um alle deine Werke zu verkünden.

LXXIV

Ein Lehrgedicht von Asaph.


Warum hast du uns, o Göttin, für immer verworfen,
Warum raucht dein Zorn gegen die Herde, die du weidest?
Gedenke deiner Gemeinde, die vor alters du erworben,
Die zum Eigentumsvolk du dir erlöst hast!
Gedenke des Berges Zion, auf dem du Wohnung genommen!
Lenke deine Schritte hinauf zu den ewigen Trümmern:
Ach, alles hat der Feind im Heiligtum zerstört!
Wild brüllen deine Feinde
Im Innern deiner Versammlungsstätte;
Haben dort ihre roten Fahnen als Siegeszeichen aufgestellt.
Es sieht so aus, als ob man die Äxte hoch
Geschwungen hätte im Dickicht des Waldes.
Und jetzt zerschlagen sie auch dein Schnitzwerk
Allzumal mit Äxten und Hämmern.
Sie haben dein Heiligtum in Brand gesteckt,
Bis zum Boden entweiht die Wohnung deines Namens.
Sie haben sich vorgenommen: Wir rotten sie allesamt aus! -
Und haben alle Stätten der Göttin im Lande verbrannt.
Unsere Zeichen sehen wir nicht mehr,
Kein Prophet ist mehr da,
Und niemand weiß bei uns, wie lange das dauern soll.
Wie lange, o Göttin, soll der Widersacher noch schmähen,
Der Feind deinen Namen immerfort lästern?
Warum doch ziehst du deine Hand zurück?
O zieh deine Rechte hervor aus dem Busen, mach ein Ende!
Die Göttin ist ja doch meine Königin von alters her,
Rettungstaten vollführt sie auf der ganzen Erde.
Du hast das Meer durch deine Kraft gespalten,
Die Häupter der Drachen auf den Fluten zerschellt.
Du hast Leviathans Köpfe zermalmt,
Zum Fraß ihn hingegeben dem Volke der Wüstentiere.
Du hast Quellen und Bäche hervorbrechen lassen,
Du hast nie versiegende Ströme trocken gelegt.
Dein ist der Tag, dein auch die Nacht,
Du hast den Mond und die Sonne hingestellt.
Du hast der Erde rings die Grenzen festgesetzt,
Sommer und Winter, du hast sie gebildet.
Denke daran: der Feind hat dich, o Herrin, gehöhnt,
Und ein göttinloses Volk deinen Namen gelästert!
Gib nicht den Raubtieren preis die Seele deiner Taube,
Vergiss nicht für immer das Leben deines Dulders!
Blick hin auf den Bund! Denn angefüllt sind
Die Verstecke des Landes mit Stätten der Gewalttat.
Lass den Bedrängten nicht enttäuscht davongehen,
Der Arme und Bedrückte müsse deinen Namen rühmen!
Steh auf, o Göttin, kämpfe für deine Sache!
Gedenke der Schmach,
Die dich trifft von den Ruchlosen Tag für Tag!
Vergiss nicht das laute Schmähen deiner Feinde,
Das Toben deiner Gegner, das allezeit aufsteigt!

LXXV

Dem Musikmeister, nach der Melodie Vertilge nicht;


Ein Psalm von Asaph, ein Lied.
Wir preisen dich, Göttin, wir preisen dich!
Denn nahe ist uns dein Name:
Deine Wundertaten verkünden dich.
Wenn ich die Zeit gekommen erachte,
Dann halte ich gerechtes Gericht.
Mag wanken die Erde mit allen ihren Bewohnern:
Ich bins, die ihre Säulen festgestellt.
Sela.
Ich rufe den Stolzen zu: Seid nicht stolz!
Und den Frevlern: Hebt den Kopf nicht so hoch!
Hebt euren Kopf nicht gar so hoch,
Redet nicht vermessen mit gerecktem Hals! –
Denn nicht vom Aufgang noch vom Niedergang
Und nicht von der Wüste her kommt die Erhöhung;
Nein, die Göttin ist’s, die da richtet:
Diesen erniedrigt und jenen erhöht sie.
Denn ein Becher ist in der Hand der Herrin
Mit schäumendem Wein,
Voll von berauschender Mischung;
Und sie schenkt daraus ein:
Sogar die Hefen davon müssen schlürfen
Und trinken alle Frevler der Erde.
Ich aber will das ewig verkünden,
Will lobsingen der Göttin Jakobs;
Und alle Hörner der Frevler will ich abhauen,
Doch die Hörner der Gerechten sollen erhöht sein.

LXXVI

Dem Musikmeister, mit Saitenspiel;


Ein Psalm von Asaph, ein Lied.
Allbekannt ist die Göttin in Juda,
In Israel ist groß ihr Name;
In Salem erstand ihr Zelt
Und ihre Wohnung in Zion.
Dort hat sie zerbrochen des Bogens Blitze,
Schild und Schwert und jegliche Kriegswehr.
Sela.
Ruhmvoll bist du, herrlich
Von den ewigen Bergen her.
Entwaffnet wurden die tapferen Streiter,
Sanken hin in ihren Todesschlaf,
Und all den Helden versagte der Arm:
Vor deinem Drohruf, du Göttin Jakobs,
Sanken in Betäubung so Wagen wie Rosse.
Ja, du bist furchtbar, und wer kann bestehen vor dir,
Sobald dein Zorn entbrannt ist?
Vom Himmel her kündigtest du das Gericht an:
Da erschrak die Erde und wurde still,
Als die Göttin sich erhob zum Gericht,
Um allen Bedrückten auf Erden zu helfen.
Sela.
Denn der Menschen Grimm wird dir zum Lobpreis,
Wenn zuletzt du dich gürtest mit Zornesflammen.
Bringt Gelübde dar und erfüllt sie der Herrin, eurer Göttin:
Alle, die sie rings umgeben,
Müssen Geschenke der Ehrfurcht Gebietenden bringen,
Ihr, die den Hochmut der Fürsten dämpft
Und furchtbar ist den Königen der Erde.

LXXVII

Dem Musikmeister über die Jedutuniden;


Von Asaph ein Psalm.
Laut rufe ich zur Göttin, ja, ich will schreien,
Laut rufe ich zur Göttin: Ach, höre mein Flehen!
Wenn Drangsalszeiten über mich kommen,
Suche ich die Allherrin;
Meine Hand ist nachts ohne Ermatten ausgestreckt,
Meine Seele will sich nicht trösten lassen.
Denke ich an die Göttin, so muss ich seufzen;
Sinne ich nach, so verzagt mein Geist.
Sela.
Du hältst mir die Augenlider offen,
Uch bin voll Unruhe und kann nicht reden.
Ich überdenke die Tage der Vorzeit,
Die längst entschwundenen Jahre;
Ich denke bei Nacht an mein Saitenspiel,
Ich sinne in meinem Herzen nach,
Und es grübelt mein Geist und fragt:
Wird die Allherrin mich auf ewig verstoßen
Und niemals wieder Gnade zeigen?
Ist ihre Liebe für immer erschöpft?
Sind ihre Verheißungen abgetan für alle Zukunft?
Hat die Göttin vergessen, gnädig zu sein,
Oder im Zorn ihr Erbarmen verschlossen?
Sela.
Da sagte ich mir: Das bekümmert mich schmerzlich,
Dass das Verhalten der Höchsten sich geändert hat.
Ich will gedenken der Taten der Herrin,
Will gedenken deiner Wunder von der Vorzeit her,
Will sinnen über all dein Tun
Und deine großen Taten erwägen.
O Göttin, erhaben ist dein Weg:
Wo sind Göttinnen so groß wie meine Göttin?
Du bist die Göttin, die Wunder tut,
Du hast deine Macht an den Völkern bewiesen,
Du hast dein Volk erlöst mit starkem Arm,
Die Kinder Jakobs und Josefs.
Sela.
Als die Wasser dich sahen, o Göttin,
Als die Wasser dich sahen, erbebten sie,
Auch die Tiefen des Weltmeers zitterten;
Die Wolken ergossen sich in strömenden Regen,
Das Gewölk ließ Donner krachen,
Und deine Pfeile fuhren einher;
Deine Donnerstimme dröhnte am Himmelsgewölbe,
Blitze erhellten den Erdkreis,
Es bebte und schwankte die Erde.
Durchs Meer ging dein Weg dahin
Und dein Pfad durch gewaltige Fluten;
Doch deine Spuren waren nicht zu erkennen.
Du hast dein Volk geführt wie eine Herde
Unter Leitung von Mose und Mirjam.

LXXVIII

Ein Lehrgedicht von Asaph.


Gib acht, mein Volk, auf meine Belehrung,
Leiht euer Ohr den Worten meines Mundes!
Ich will auftun meinen Mund zur Rede in Sprüchen,
Will Rätsel verkünden von der Vorzeit her.
Was wir gehört und erfahren
Und unsere Ahnen uns erzählt haben,
Das wollen wir unsern Kindern nicht verschweigen,
Sondern dem künftigen Geschlecht verkünden
Die Ruhmestaten der Herrin und ihre Kraft
Und die Wunder, die sie getan hat.
Denn sie hat ein Zeugnis aufgerichtet in Jakob
Und festgestellt in Israel ein Gesetz,
Von dem sie unsern Eltern gebot,
Es ihren Kindern kundzutun,
Auf dass die Nachwelt Kenntnis davon erhielte:
Die Kinder, die geboren würden,
Sollten aufstehen und auch ihren Kindern davon erzählen,
Dass sie auf die Göttin ihr Vertrauen setzten
Und die Taten der Göttin nicht vergäßen
Und ihre Gebote befolgten,
Dass sie nicht wie ihre Väter würden,
Ein trotziges und widerspenstiges Geschlecht,
Ein Geschlecht mit wankelmütigem Herzen,
Dessen Geist sich nicht zuverlässig zu der Göttin hielt.
Ephraims Söhne, bogengerüstete Schützen,
Haben den Rücken gewandt am Tage des Kampfes.
Sie hielten den von der Göttin gestifteten Bund nicht
Und wollten nicht wandeln in ihrem Gesetz;
Nein, sie vergaßen ihre Taten
Und ihre Wunder, die sie sie hatte sehen lassen.
Vor ihren Ahnen hatte sie Wunder getan
Im Lande Ägypten, im Gefilde von Zoan.
Sie spaltete das Meer und ließ sie hindurch ziehen
Und türmte die Wasser auf wie einen Wall;
Sie leitete sie bei Tag durch die Wolke
Und während der ganzen Nacht durch Feuerschein;
Sie spaltete Felsen in der Wüste
Und tränkte sie reichlich wie mit Fluten;
Bäche ließ sie aus dem Felsen hervor gehen
Und Wasser gleich Strömen nieder fließen.
Dennoch fuhren sie fort, gegen sie zu sündigen,
Und widerstrebten der Höchsten in der Wüste;
Ja, sie versuchten die Göttin in ihren Herzen,
Indem sie Speise verlangten für ihr Gelüste,
Und redeten gegen Göttin mit den Worten:
Kann die Göttin wohl einen Tisch in der Wüste uns decken?
Wohl hat sie den Felsen geschlagen,
Dass Wasser flossen heraus und Bäche sich ergossen;
Doch wird sie auch vermögen, Brot zu geben
Oder Fleisch ihrem Volke zu schaffen? -
Darum, als die Herrin das hörte, ergrimmte sie:
Feuer entbrannte gegen Jakob,
Und Zorn stieg auf gegen Israel,
Weil sie an die Göttin nicht glaubten
Und auf ihre Hilfe nicht vertrauten.
Und doch gebot sie den Wolken droben
Und tat die Türen des Himmels auf,
Ließ Manna auf sie regnen zum Essen
Und gab ihnen himmlisches Brotkorn:
Engelsspeise aßen sie allesamt,
Reisekost sandte sie ihnen zur Sättigung.
Hinfahren ließ sie den Ostwind am Himmel
Und führte durch ihre Kraft den Südwind herbei;
Fleisch ließ sie auf sie regnen wie Staub
Und beschwingte Vögel wie Meeressand;
Mitten in ihr Lager ließ sie sie fallen,
Rings um ihre Wohnungen her.
Da aßen sie und wurden reichlich satt,
Und was sie gewünscht, gewährte sie ihnen.
Noch hatten sie sich ihres Gelüstes nicht entschlagen,
Noch hatten sie ihre Speise in ihrem Munde,
Da stieg der Ingrimm der Göttin gegen sie auf
Und erwürgte die kräftigen Männer unter ihnen
Und streckte Israels junge Mannschaft zu Boden.
Trotz alledem sündigten sie weiter
Und glaubten nicht an ihre Wunder.
Darum ließ sie ihre Tage vergehen wie einen Hauch
Und ihre Jahre in angstvoller Hast.
Wenn sie sie sterben ließ, dann fragten sie nach ihr
Und kehrten um und suchten die Göttin eifrig
Und dachten daran, dass die Göttin ihr Fels sei
Und die Göttin, die Höchste, ihre Erlöserin.
Doch sie heuchelten ihm mit ihrem Munde
Und belogen sie mit ihrer Zunge;
Denn ihr Herz hing nicht fest an ihr,
Und sie hielten nicht treu an ihrem Bunde.
Doch sie war barmherzig, vergab die Schuld
Und vertilgte sie nicht,
Nein, immer wieder hielt sie ihren Zorn zurück
Und ließ nicht ihren ganzen Grimm erwachen;
Denn sie dachte daran, dass nur Fleisch sie waren,
Ein Windhauch, der hinfährt und nicht wiederkehrt.
Wie oft widerstrebten sie ihr in der Wüste,
Kränkten sie sie in der Öde!
Und immer aufs neue versuchten sie die Göttin
Und betrübten die Heilige Israels.
Sie dachten nicht mehr an ihre starke Hand,
An den Tag, wo sie sie vom Bedränger erlöste,
Als sie ihre Zeichen in Ägypten tat,
Ihre Wunder im Gefilde von Zoan.
Sie verwandelte dort in Blut ihre Nilarme,
So dass man ihr fließendes Wasser nicht trinken konnte;
Sie sandte unter sie Ungeziefer, das sie fraß,
Und Frösche, die ihnen Verderben brachten;
Sie gab ihre Ernte den Fressgrillen preis
Und die Frucht ihrer Arbeit den Heuschrecken;
Sie zerschlug ihre Reben mit Hagel,
Ihre Maulbeerfeigenbäume mit Schlossen;
Sie gab ihr Vieh dem Hagel preis
Und ihren Besitz den Blitzen;
Sie sandte gegen sie ihres Zornes Glut,
Wut und Grimm und Drangsal:
Eine Schar von Unglücksengeln;
Sie ließ ihrem Ingrimm freien Lauf,
Entzog ihre Seele nicht dem Tode,
Überließ vielmehr ihr Leben der Pest;
Sie ließ alle Erstgeburt in Ägypten sterben,
Der Manneskraft Erstlinge in den Zelten Hams.
Dann ließ sie ihr Volk ausziehen wie Schafe
Und leitete sie in der Wüste wie eine Herde
Und führte sie sicher, so dass sie nicht bangen mussten;
Ihre Feinde aber bedeckte das Meer.
So brachte sie sie in ihr heiliges Gebiet,
In das Bergland, das sie mit ihrer Rechten erworben,
Und vertrieb vor ihnen her die Völker,
Verloste ihr Gebiet als erblichen Besitz
Und ließ in ihren Zelten die Stämme Israels wohnen.
Doch sie versuchten und reizten die Göttin, die Höchste,
Und hielten sich nicht an ihre Gebote,
Sondern fielen ab und handelten treulos, ihren Vätern gleich;
Sie versagten wie ein schlaffer Bogen
Und erbitterten sie durch ihren Höhendienst
Und reizten sie zum Eifer durch ihre Götterbilder.
Als die Göttin es vernahm, ergrimmte sie
Und verwarf Israel ganz und gar:
Sie gab ihre Wohnung in Silo auf,
Das Zelt, das sie aufgeschlagen unter den Menschen;
Sie ließ ihre Macht in Gefangenschaft fallen
Und ihre Zier in die Hand des Feindes;
Sie gab ihr Volk dem Schwerte preis
Und war entrüstet über ihr Eigentumsvolk;
Seine jungen Männer fraß das Feuer,
Und seine Jungfrauen blieben ohne Brautlied;
Sine Priester fielen durchs Schwert,
Und seine Witwen konnten keine Totenklage halten.
Da erwachte die Allherrin wie eine Schlafende,
Wie eine vom Wein überwältigte Kriegerin;
Sie schlug ihre Feinde von hinten
Und gab sie ewiger Schande preis.
Auch verwarf sie das Zelt Josefs
Und erwählte nicht den Stamm Ephraim,
Sondern erwählte den Stamm Juda,
Den Berg Zion, den sie liebgewonnen;
Und sie baute den ragenden Bergen
Und Palästen gleich ihr Heiligtum,
Fest wie die Erde, die sie auf ewig gegründet.
Dann erwählte sie David, ihren Knecht,
Den sie wegnahm von den Hürden des Kleinviehs;
Von den Mutterschafen holte sie ihn,
Dass er Jakob weide, ihr Volk,
Und Israel, ihren Erbbesitz.
David weidete sie mit redlichem Herzen
Und leitete sie mit kundiger Hand.

LXXIX

Ein Psalm von Asaph.


O Göttin, in dein Eigentum sind Heiden eingedrungen,
Haben deinen heiligen Tempel entweiht,
Jerusalem zu Trümmerhaufen gemacht!
Sie haben die Leichen deiner Knechte
Den Vögeln des Himmels zum Fraß gegeben,
Den wilden Tieren des Landes die Leiber deiner Frommen!
Sie haben deren Blut vergossen wie Wasser
Rings um Jerusalem her, und niemand hat sie begraben!
Wir sind unsern Nachbarn zur Schmähung geworden,
Ein Spott und Hohn den Völkern um uns her!
Wie lange, o Herrin, willst du unversöhnlich zürnen?
Bis wann soll lodern deine Leidenschaft wie Feuer?
Gieß deine Zornglut über die Heiden aus, die dich nicht kennen,
Auf die Reiche, die deinen Namen nicht anrufen!
Denn sie haben Jakob gefressen
Und seine Wohnstatt verwüstet.
Rechne uns nicht die Schuld unsrer Väter an,
Lass eilends dein Erbarmen uns angedeihen!
Denn sehr schwach sind wir geworden.
Hilf uns, du Göttin unseres Heiles,
Um der Ehre deines Namens willen!
Errette uns und vergib uns unsere Sünden
Um deines Namens willen!
Warum sollen die Heiden sagen: Wo ist ihre Göttin? -
Lass kund werden an den Heiden vor unsern Augen
Die Rache für das vergossene Blut deiner Knechte!
Lass vor dich kommen das Seufzen der Gefangenen;
Kraft deines starken Armes
Erhalte am Leben die dem Tode Geweihten!
Und zahle unsern Nachbarn siebenfach heim in ihren Busen
Den Hohn, mit dem sie dich, o Allherrin, gehöhnt!
Wir aber, dein Volk und die Herde, die du weidest,
Wir wollen dir ewiglich danken,
Von Geschlecht zu Geschlecht verkünden deinen Ruhm!

LXXX

Dem Musikmeister, nach der Melodie


Lilienrein ist das Zeugnis;
von Asaph ein Psalm.
O HirtIn Israels, merk auf,
Die du Josef leitest wie eine Herde!
Die du thronst über den Cherubim, erscheine!
Als Führerin Ephraims und Benjamins und Manasses
Biete deine Heldinnenkraft auf und komm uns zu Hilfe!
O Göttin der Heerscharen, stelle uns wieder her
Und lass dein Angesicht leuchten,
Damit uns Rettung widerfährt!
O Herrin, Göttin der Heerscharen, wie lange noch
Raucht dein Zorn trotz der Gebete deines Volkes?
Du hast uns Tränenbrot essen lassen
Und uns überreichlich getränkt mit Tränen;
Du hast uns gemacht zum Zankapfel unsern Nachbarn,
Und unsere Feinde spotten über uns.
O Göttin der Heerscharen, stelle uns wieder her
Und lass dein Angesicht leuchten,
Damit uns Rettung widerfährt!
Einen Weinstock hast aus Ägypten du ausgehoben,
Hast Heidenvölker vertrieben, ihn eingepflanzt,
Hast weiten Raum vor ihm her geschafft,
Dass er Wurzeln schlug und das Land erfüllte;
Die Berge wurden von seinem Schatten bedeckt
Und von seinen Reben die Zedern der Göttin;
Er streckte seine Ranken aus bis ans Meer
Und seine Schösslinge bis zum Euphrat.
Warum hast du sein Gehege eingerissen,
So dass alle ihn zerpflücken, die des Weges ziehen?
Es zerwühlt ihn der Eber, der Eber aus dem Walde,
Und die Tiere des Feldes fressen ihn kahl.
O Göttin der Heerscharen, kehre doch zurück,
Schaue vom Himmel nieder und blicke her
Und nimm dich dieses Weinstocks an,
Des Setzlings, den deine Rechte gepflanzt,
Und des Schösslings, den du dir großgezogen!
Er ist mit Feuer verbrannt, ist abgehauen:
Vor dem Zornesblick deines Angesichts kommen sie um.
Halte schirmend die Hand über den Mann deiner Rechten,
Den Menschensohn, den du dir großgezogen:
So wollen wir nimmer von dir weichen!
Schenke uns neues Leben,
So wollen wir deinen Namen preisen!
O Herrin, Göttin der Heerscharen, stelle uns wieder her,
Lass dein Angesicht leuchten,
Damit uns Rettung widerfährt!

LXXXI

Dem Musikmeister,
Nach der Keltertreterweise;
Von Asaph.
Singt jubelnd der Göttin, die unsre Stärke ist,
Jauchzt der Göttin Jakobs!
Stimmt Lobgesang an und lasst die Pauken erschallen,
Die liebliche Zither mitsamt der Harfe!
Stoßt am Neumond in die Posaune,
Beim Vollmond zur Feier unsres Festes!
Denn so ist es Satzung für Israel,
Ein Gebot der Göttin Jakobs;
Als Gesetz hat sie es für Josef verordnet,
Als sie auszog gegen Ägyptenland.
Eine Sprache, die ich bisher nicht gekannt, vernehme ich:
Ich habe seinen Rücken der Last entzogen,
Seine Hände sind des Tragkorbs ledig geworden.
Als du riefst in der Drangsal, erlöste ich dich,
Erhörte dich in der Hülle der Donnerwolke,
Prüfte dich am Haderwasser.
Sela.
Höre, mein Volk, ich will dich warnen!
O Israel, möchtest du mir doch gehorchen!
Kein fremder Gott soll unter dir sein,
Vor keinem Gott des Auslands darfst du dich niederwerfen!
Ich, die Herrin, bin deine Göttin,
Die dich heraufgeführt aus Ägyptenland:
Tu deinen Mund weit auf, so will ich ihn füllen!
Doch mein Volk hat nicht gehört auf meine Stimme,
Und Israel ist mir nicht zu Willen gewesen.
Da hab ich sie preisgegeben dem Starrsinn ihres Herzens:
Sie sollten nach ihren eignen Gedanken wandeln.
O wollte mein Volk doch mir gehorchen,
Israel doch wandeln auf meinen Wegen!
Wie bald würde ich ihre Feinde beugen
Und gegen ihre Bedränger kehren meine Hand!
Die da hassen die Herrin, die müssten ihr schmeicheln,
Und ihre Gerichtszeit sollte ewig währen.
Doch dich wollte ich nähren mit dem Mark des Weizens,
Dich sättigen aus dem Felsen mit Honig.
LXXXII

Ein Psalm Asaphs.


Die Göttin steht da in der Götterversammlung,
Sie hält inmitten der Götter Gericht:
Wie lange noch wollt ihr ungerecht richten
Und Partei für die Göttinlosen nehmen?
Sela.
Schafft Recht dem Geringen und Verwaisten,
Dem Bedrückten und Dürftigen verhelft zum Recht!
Rettet den Geringen und Armen,
Entreißt ihn der Hand der Göttinlosen!
Doch sie sind ohne Einsicht und ohne Erkenntnis;
In Finsternis gehen sie einher,
Mögen der Erde Pfeiler auch alle wanken.
Wohl hab ich selber gesagt, dass ihr Götter seid
Und Söhne der Höchsten allesamt;
Dennoch wie gewöhnliche Menschen sollt ihr sterben
Und fallen wie irgendeiner der Fürsten. -
Erhebe dich, Göttin, richte die Erde!
Denn du bist die Erbherrin über alle Völker.

LXXXIII

Ein Lied, ein Psalm Asaphs.


O Göttin, halte dich nicht zurück,
Verharre nicht im Schweigen
Und bleibe nicht ruhig, o Göttin!
Denn siehe, deine Feinde toben,
Und die dich hassen, tragen die Nase hoch!
Gegen dein Volk ersinnen sie einen Anschlag
Und beraten sich gegen deine Schutzbefohlenen;
Sie sagen: Kommt, wir wollen sie vertilgen als Volk:
Des Namens Israel soll man weiterhin nicht gedenken! -
Ja, sie haben einmütigen Sinnes sich beraten,
Ein Bündnis gegen dich geschlossen:
Die Zelte Edoms und der Ismaeliter,
Moab und die Hagariter,
Gebal und Ammon und Amalek,
Das Philisterland samt den Bewohnern von Tyrus.
Auch Assur hat sich zu ihnen gesellt,
Es leiht den Nachkommen Lots seinen Arm.
Sela.
Verfahre mit ihnen wie einst mit Midian,
Wie mit Sisera, wie mit Jabin am Bach Kison,
Die bei En-Dor den Untergang fanden,
Mit ihren Körpern das Erdreich düngten!
Mache sie und ihre Edlen wie Oreb und Seeb,
Und wie Sebah und Zalmunna alle ihre Fürsten,
Die gesprochen hatten: Wir wollen für uns erobern
die Gefilde der Göttin! -
Meine Göttin, mache sie gleich dem verwehten Laub,
Wie Spreu vor dem Winde!
Wie Feuer, das den Wald verzehrt,
Wie Flammen, welche die Berge versengen:
So verfolge sie mit deinem Sturm
Und schrecke sie mit deiner Windsbraut!
Lass Beschämung ihr Antlitz bedecken,
Auf dass sie nach deinem Namen fragen, o Herrin!
Lass sie beschämt und erschreckt sein für immer,
In Schande geraten und vergehen!
Sie müssen erkennen, das du, deren Name Herrin ist,
Du allein die Höchste bist über die ganze Erde.

LXXXIV

Dem Musikmeister,
Nach der Keltertreterweise;
Von den Korahiten, ein Psalm.
Wie lieblich ist deine Wohnstatt,
Herrin der Heerscharen!
Meine Seele hat sich gesehnt, ja, geschmachtet
Nach den Vorhöfen der Herrin;
Nun jubeln mein Herz und mein Leib
Der lebendigen Göttin entgegen!
Hat doch auch der Sperling ein Haus gefunden
Und die Schwalbe ein Nest für sich,
Wo sie ihre Jungen birgt:
Deine Altäre, o Herrin der Heerscharen,
Meine Königin und meine Göttin.
Wohl denen, die da wohnen in deinem Haus,
Dich allzeit preisen!
Sela.
Wohl allen, die in dir ihre Stärke finden,
Wenn auf Pilgerfahrten sie gehen!
Wenn sie wandern durchs Baka-Tal,
Machen sie es zum Quellengrund,
Den auch der Herbstregen kleidet in reichen Segen.
Sie wandern dahin mit stets erneuter Kraft,
Bis vor der Göttin sie erscheinen in Zion.
O Herrin, Göttin der Heerscharen, höre mein Gebet,
Vernimm es, Göttin Jakobs!
Sela.
Du unser Schild, blick her, o Göttin,
Und schau auf das Antlitz deines Gesalbten!
Denn ein einziger Tag in deinen Vorhöfen
Ist besser als tausend andere;
Lieber will ich stehen an der Schwelle
Im Hause meiner Göttin,
Als wohnen in den Zelten der Frevler.
Denn Sonne und Schild ist die Göttin Herrin;
Gnade und Ruhm verleiht die Herrin,
Nichts Gutes versagt sie denen, die gerecht leben.
O Herrin der Heerscharen,
Wohl dem Menschen, der dir vertraut!

LXXXV

Dem Musikmeister;
Von den Korahiten ein Psalm.
Du hast zwar, Herrin, deinem Lande Gnade gewährt,
Du hast Jakobs Missgeschick gewendet,
Du hast deinem Volke die Schuld vergeben
Und all seine Sünde zugedeckt,
Sela;
Du hast deinem ganzen Groll entsagt,
Von der Glut deines Zornes dich abgewandt:
Stell uns nun aber auch wieder her, du Göttin unseres Heiles,
Und lass deinen Unmut gegen uns schwinden!
Willst du denn unversöhnlich gegen uns zürnen
Und deinen Zorn fortdauern lassen für immer?
Willst du uns nicht wieder neu beleben,
Dass dein Volk sich deiner freuen kann?
Lass uns schauen, o Herrin, deine Gnade
Und gewähre uns dein Heil!
Ich will doch hören, was die Göttin Herrin verkündet!
Fürwahr, sie kündet Segen an
Ihrem Volk und ihren Frommen;
Nur dass sie nicht wieder sich wenden zur Torheit!
Wahrlich, ihre Hilfe ist denen nah, die sie ehren,
Dass Herrlichkeit in unserm Lande wohne,
Dass Gnade und Treue einander begegnen,
Gerechtigkeit und Friede sich küssen!
Die Treue wird aus der Erde sprossen
Und Gerechtigkeit vom Himmel nieder schauen.
Dann wird uns die Herrin auch Segen spenden,
Dass unser Land uns seinen Ertrag gewährt;
Gerechtigkeit wird vor ihr hergehen
Und achten auf den Weg ihrer Schritte.

LXXXVI

Ein Gebet Davids.


Neige, o Herrin, dein Ohr, erhöre mich,
Denn elend bin ich und arm!
Bewahre meine Seele, denn ich bin fromm;
Hilf du, meine Göttin, deinem Knecht, der auf dich vertraut!
Sei mir gnädig, o Allherrin,
Denn zu dir rufe ich allezeit.
Erfreue das Herz deines Knechtes,
Denn zu dir, Allherrin, erhebe ich meine Seele.
Denn du, Allherrin, bist gütig und bereit zum Verzeihen,
Bist reich an Gnade für alle, die dich anrufen.
Vernimm, o Herrin, mein Gebet
Und merke auf mein lautes Flehen!
Bin ich in Not, so ruf ich zu dir,
Denn du erhörst mich.
Keine kommt dir gleich unter den Göttinnen, o Allherrin,
Und nichts ist deinen Werken vergleichbar.
Alle Völker, die du geschaffen,
Werden kommen und vor dir anbeten,
Allherrin, und deinen Namen ehren;
Denn du bist groß, und Wunder tust du:
Ja, du, nur du bist Göttin.
Lehre mich, Herrin, deinen Weg,
Dass ich ihn wandle in deiner Wahrheit;
Richte mein Herz auf das Eine,
Dass es deinen Namen ehre!
Preisen will ich dich, Allherrin,
Meine Göttin, von ganzem Herzen
Und deinen Namen ewiglich ehren;
Denn deine Gnade ist groß gegen mich gewesen:
Du hast meine Seele errettet
Aus der Tiefe des Totenreichs.
O Göttin! Vermessene haben sich gegen mich erhoben,
Eine Rotte von Schreckensmännern steht mir nach dem Leben;
Sie haben dich nicht vor Augen.
Doch du, Allherrin, bist eine Göttin voll Erbarmen und Gnade,
Langmütig und reich an Gnade und Treue.
Wende dich zu mir und sei mir gnädig;
Verleih deine Kraft deinem Knecht
Und hilf dem Sohne deiner Magd!
Tu ein Zeichen an mir zum Guten,
Dass meine Feinde es sehen und sich schämen müssen,
Weil du, o Herrin, meine Helferin und Trösterin gewesen!

LXXXVII

Von den Korahiten ein Psalm, ein Lied.


Ihre Gründung liegt auf heiligen Bergen:
Lieb hat die Herrin die Tore Zions
Mehr als alle anderen Wohnstätten Jakobs.
Herrliches ist von dir berichtet, du Stadt der Göttin.
Sela
Ich nenne Ägypten und Babel als meine Bekenner,
Hier das Philisterland und Tyrus samt Äthiopien,
Nämlich wer dort seine Heimat hat.
Doch von Zion heißt es:
Mann für Mann hat dort seine Heimat,
Und sie selbst, die Höchste, macht sie stark.
Die Herrin zählt, wenn sie die Völker aufschreibt:
Dieser hat dort seine Heimat.
Sela.
Sie aber tanzen den Reigen und singen:
Alle meine Quellen sind in dir, o Zion!

LXXXVIII

Ein Lied, ein Psalm von den Korahiten;


Dem Musikmeister, nach der Melodie die Krankheit;
Ein Lehrgedicht von Heman, dem Esrahiten.
O Herrin, du Göttin meines Heiles,
Ich rufe bei Tage und schreie nachts vor dir:
O lass mein Gebet vor dich kommen,
Neige dein Ohr meinem Flehen zu!
Denn meine Seele ist mit Leiden gesättigt,
Und mein Leben naht sich dem Totenreich.
Schon zählt man mich zu den ins Grab Gesunkenen,
Ich bin wie ein Mann ohne Lebenskraft.
Unter den Toten hab ich mein Lager
Wie Erschlagene, die im Grabe liegen,
Deren du nicht mehr gedenkst:
Sie sind ja deiner Hand entrückt.
Du hast mich in die Grube der Unterwelt versetzt,
In finstre Nacht, in die Tiefe;
Auf mir lastet schwer dein Grimm,
Und mit all deinen Wogen drückst du mich nieder.
Sela.
Meine Freunde hast du mir entfremdet,
Hast mich ihnen zum Abscheu gemacht;
Eingeschlossen bin ich und kann nicht hinaus:
Mein Auge erlischt vor Elend.
Ich rufe zu dir, o Herrin, jeden Tag,
Ich breite zu dir meine Hände aus:
Kannst an den Toten du Wunder tun,
Oder werden Schatten auferstehen, um dich zu preisen?
Sela.
Wird man im Grabe von deiner Gnade erzählen,
Von deiner Treue im Abgrund?
Verkündet man dein Wunderwirken in der Finsternis
Und deine Gerechtigkeit im Lande des Vergessens?
Ich dagegen rufe laut zu dir, o Herrin,
Schon am Morgen tritt mein Gebet vor dich:
Warum, o Herrin, verwirfst du mich,
Verbirgst du dein Antlitz vor mir?
Elend bin ich und krank von Jugend auf,
Ich trage deine Schrecken und verzweifle.
Deine Zornesgluten sind über mich hingegangen,
Deine Schrecknisse haben mich vernichtet;
Sie umgeben mich immerdar wie Wasserfluten,
Umringen mich allzumal.
Freunde und Genossen hast du mir entfremdet:
Nur die Finsternis ist meine Vertraute.

LXXXIX

Ein Lehrgedicht von Ethan, dem Esrahiten.


Die Gnadenerweise der Herrin will ich allzeit besingen,
Bis zum fernsten Geschlecht deine Treue laut verkünden.
Denn du, Herrin, hast verheißen:
Auf ewig soll der Gnadenbund aufgebaut sein,
Fest wie den Himmel hast du deine Treue gegründet:
Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Erwählten,
Habe David, meinem Knecht, geschworen:
Deinem Geschlecht will ich ewige Dauer verleihen
Und aufbauen deinen Thron für alle Zeiten.
Sela.
Da priesen die Himmel deine Wundertat, o Herrin,
Dazu deine Treue in der Versammlung der Heiligen.
Denn wer in der Wolkenhöhe kommt der Herrin gleich,
Ist der Herrin vergleichbar unter den Göttersöhnen,
Der Göttin, die gefürchtet ist im Kreise der Heiligen
Und furchtbar über alle um sie her?
Herrin, du Göttin der Heerscharen, wer ist dir gleich?
Stark bist du, Herrin, und deine Treue ist rings um dich her.
Du herrschst über das Ungestüm des Meeres:
Erheben sich seine Wogen, du besänftigst sie.
Du hast Rahab zermalmt wie einen Durchbohrten,
Deine Feinde mit deinem starken Arm zerstreut.
Dein ist der Himmel, dein auch die Erde,
Der Erdkreis und seine Fülle, du hast sie gegründet;
Norden und Süden, du hast sie geschaffen,
Der Tabor und Hermon bejubeln deinen Namen.
Du hast einen Arm voll Heldinnenkraft:
Stark ist deine Hand, deine Rechte hoch erhoben.
Gerechtigkeit und Recht sind deines Thrones Stützen,
Gnade und Treue gehen vor dir her.
Wohl dem Volk, das zu jubeln versteht,
Das, o Herrin, im Licht deines Angesichts wandelt:
Über deinen Namen frohlocken sie allezeit,
Über deine Gerechtigkeit sind sie hochgemut.
Denn du bist ihr Ruhm und ihre Stärke,
Und durch deine Gnade ragt hoch unser Horn;
Denn der Herrin gehört unser Schild
Und der Heiligen Israels unser König.
Damals hast du in einem Gesicht
Zu deinem Frommen gesprochen:
Ich habe die Hilfe einem Helden übertragen,
Einen Auserwählten über das Volk erhöht:
Ich habe David als meinen Knecht gefunden,
Mit meinem heiligen Öl ihn gesalbt,
Damit meine Hand beständig mit ihm sei
Und mein Arm ihm Stärke verleihe.
Kein Feind soll ihn überlisten
Und kein Ruchloser ihn überwältigen;
Nein, seine Gegner will ich vor ihm zerschmettern,
Und die ihn hassen, will ich niederschlagen.
Doch mit ihm soll meine Treue und Gnade sein,
Durch meinen Namen soll sein Horn hoch ragen;
Ich will das Meer unter seine Hand tun
Und seine Rechte auf die Ströme legen.
Er soll zu mir rufen: Meine Mutter bist du,
Meine Göttin und der Berg meines Heiles!
So will auch ich ihn zum Erstling machen,
Zum höchsten unter den Königen der Erde.
Für immer will ich ihm meine Gnade bewahren,
Und mein Bund soll fest ihm bleiben;
Für immer will ich sein Geschlecht erhalten
Und seinen Thron, solange der Himmel steht.
Wenn seine Söhne mein Gesetz verlassen
Und nicht in meinen Rechten wandeln,
Wenn sie meine Satzungen entweihen
Und meine Gebote nicht beachten:
So werde ich zwar mit der Rute ihren Abfall strafen
Und ihre Übertretung mit Schlägen,
Doch meine Gnade will ich ihm nicht entziehen
Und meine Treue nimmer verleugnen;
Ich werde meinen Bund nicht entweihen
Und den Ausspruch meiner Lippen nicht ändern.
Ein für allemal hab ich bei meiner Heiligkeit geschworen
Und niemals werde ich David belügen:
Sein Geschlecht soll ewig bestehen,
Sein Thron wie die Sonne vor mir,
Wie der Mond soll für immer er bleiben:
Der Zeuge in Wolkenhöhen ist treu!
Sela.
Und dennoch hast du verworfen und verstoßen,
Hast Zorn gegen deinen Gesalbten betätigt;
Du hast den Bund mit deinem Knecht gebrochen,
Seine Krone entweiht und zu Boden geschleudert;
All seine Mauern hast du eingerissen,
Seine festen Plätze in Trümmer gelegt.
Es plündern ihn alle, die des Weges ziehen,
Seinen Nächsten ist er zum Spott geworden.
Du hast den Arm seiner Bedränger hoch erhoben
Und all seine Feinde mit Freude erfüllt;
Auch hast du rückwärts gewandt sein scharfes Schwert
Und im Krieg ihn nicht aufrecht gehalten;
Du hast seinem Glanz ein Ende gemacht
Und seinen Thron zu Boden gestürzt;
Du hast die Tage seiner Jugend verkürzt,
Hast ihn mit Schande bedeckt.
Sela.
Bis wann, Herrin, willst du dich ganz verbergen?
Bis wann soll lodern wie Feuer dein Zorn?
Bedenke, wie kurz meine Lebenszeit ist,
Wie vergänglich du alle Menschenkinder geschaffen!
Wo ist ein Mensch, der leben bleibt und den Tod nicht sieht,
Seine Seele errettet vor des Totenreichs Macht?
Wo sind deine früheren Verheißungen, Allherrin,
Die du David geschworen in deiner Treue?
Gedenke, Allherrin, der Schmach deines Knechtes,
Dass ich tragen muss in meinem Busen
Den Hohn von all den vielen Völkern,
Womit deine Feinde, o Herrin, geschmäht mich haben,
Womit geschmäht sie haben
Die Fußstapfen deines Gesalbten!
Gepriesen sei die Herrin in Ewigkeit!
Amen, ja Amen!

XC

Ein Gebet Moses, des Mannes der Göttin.


O Allherrin, eine Zuflucht bist du uns gewesen
Von Geschlecht zu Geschlecht.
Ehe die Berge geboren waren
Und die Erde und die Welt von dir geschaffen wurden,
Ja, von Ewigkeit zu Ewigkeit bist du, o Göttin.
Du lässt die Menschen zum Staub zurückkehren
Und sprichst: Kommt wieder, ihr Menschenkinder!
Denn tausend Jahre sind in deinen Augen
Wie der gestrige Tag, wenn er vergangen,
Und wie eine Wache in der Nacht.
Du schwemmst sie hinweg;
Sie sind wie ein Schlaf am Morgen,
Dem wachsenden Gras gleich:
Am Morgen grünt es und sprießt,
Am Abend welkt es ab, und es verdorrt.
Denn wir vergehen durch deinen Zorn
Und werden hinweggerafft durch deinen Grimm.
Du hast unsre Sünden vor dich hingestellt,
Unser geheimstes Denken ins Licht vor deinem Angesicht.
Ach, alle unsre Tage fahren dahin durch deinen Grimm;
Wir lassen unsre Jahre entschwinden wie einen Gedanken.
Unsre Lebenszeit, sie währt nur siebzig Jahre,
Und wenns hoch kommt sinds achtzig Jahre,
Und ihr Stolz ist Mühsal und Beschwernis;
Denn schnell ist sie enteilt, und wir fliegen davon.
Doch wer bedenkt die Stärke deines Zorns
Und deinen Grimm trotz deines furchtbaren Herrschens?
Unsre Tage zu zählen, das lehre uns,
Damit ein weises Herz wir gewinnen!
Kehre dich wieder zu uns, o Herrin!
Wie lange noch?
Erbarme dich deiner Knechte!
Sättige früh uns am Morgen mit deiner Güte,
Dass wir jubeln und uns freuen unser Leben lang!
Erfreue uns so viele Tage, wie du uns gebeugt hast,
So viele Jahre, wie Unglück wir erlebten!
Lass deinen Knechten dein Walten sichtbar werden
Und ihren Kindern deine Herrlichkeit!
Und es ruhe auf uns die Huld der Allherrin, unsrer Göttin,
Und das Werk unsrer Hände segne bei uns!
Ja, das Werk unsrer Hände mögest du segnen!

XCI

Wer da wohnt unter dem Schirm der Höchsten


Und im Schatten der Allmächtigen weilt,
Der spricht zur Herrin: Meine Zuflucht und meine Burg,
Meine Göttin, auf die ich vertraue!
Denn sie ist es, die dich rettet
Aus den Vogelfängers Schlinge,
Von der unheilvollen Pest.
Mit ihren Fittichen deckt sie dich,
Und unter ihren Flügeln bist du geborgen,
Schild und Panzer ist ihre Treue.
Du brauchst dich nicht zu fürchten vor nächtlichem Schrecken,
Vor dem Pfeil, der bei Tage daherfliegt,
Nicht vor der Pest, die im Finstern schleicht,
Vor der Seuche, die mittags wütet.
Ob tausend dir zur Seite fallen,
Zehntausend zu deiner Rechten:
An dich kommt es nicht heran;
Nein, lediglich mit eignen Augen wirst du es schauen
Und zusehen, wie den Frevlern vergolten wird.
Ja, du, o Herrin, bist meine Zuflucht:
Die Höchste hast du zum Schutz dir erwählt.
Kein Übel wird dir begegnen,
Kein Schicksalsschlag deinem Zelte nahen;
Denn ihre Engel wird sie für dich entbieten,
Dass sie dich behüten auf all deinen Wegen;
Auf den Armen werden sie dich tragen,
Damit dein Fuß nicht stoße an einen Stein;
Über Löwen und Ottern wirst du schreiten,
Wirst junge Löwen und Schlangen zertreten.
Weil er fest an mir hängt, so will ich ihn retten,
Will ihn schützen, denn er kennt meinen Namen.
Ruft er mich an, so will ich ihn erhören;
Ich stehe ihm bei in der Not,
Will frei ihn machen und geehrt.
Mit ewigem Leben will ich ihn sättigen
Und lasse ihn schauen mein Heil.

XCII

Ein Psalm; ein Lied für den Sabbat.


Köstlich ist es, der Herrin zu danken,
Zu lobsingen deinem Namen, du Höchste,
Am Morgen deine Gnade zu künden
Und deine Treue in den Nächten
Zum Klang des zehnsaitigen Psalters und der Harfe,
Zum Saitenspiel auf der Zither.
Denn du hast mich erfreut, o Herrin, durch dein Tun,
Über die Werke deiner Hände juble ich.
Wie groß sind deine Werke, o Herrin,
Gewaltig tief sind deine Gedanken!
Nur ein unvernünftiger Mensch erkennt das nicht,
Nur ein Tor sieht dies nicht ein.
Wenn die Göttinlosen sprossen wie Gras
Und alle Übeltäter blühen,
So ist es doch nur dazu, damit sie für immer vertilgt werden.
Du aber thronst auf ewig in der Höhe, Herrin!
Denn wahrlich, deine Feinde, o Herrin,
Ja, wahrlich deine Feinde kommen um:
Alle Übeltäter werden zerstreut.
Doch mein Horn erhöhst du wie das eines wilden Stiers,
Hast allzeit mich gesalbt mit frischem Öl;
Mein Auge wird sich weiden an meinen Feinden;
Vom Geschick der Bösen, die sich gegen mich erheben,
Wird mein Ohr mit Freuden hören.
Der Gerechte sprießt gleich der Palme,
Er wächst wie auf dem Libanon die Zeder.
Gepflanzt im Hause der Herrin,
Sprossen sie reich in den Vorhöfen unserer Göttin,
Tragen Frucht noch im Greisenalter,
Sind voller Saft und frisch belaubt,
Um zu verkünden, dass die Herrin gerecht ist,
Mein Berg, an der kein Unrecht haftet.

XCIII

Die Herrin ist Königin!


Sie hat sich gekleidet in Majestät;
In Hoheit hat die Herrin sich gekleidet,
Mit Kraft umgürtet,
Auch die Erde steht fest, so dass sie nicht wankt.
Fest steht dein Thron von Anbeginn,
Von Ewigkeit her bist du.
Fluten erhoben, o Herrin, Fluten erhoben ihr Brausen,
Fluten werden auch weiter ihr Tosen erheben,
Mächtiger als das Brausen gewaltiger Wasser,
Mächtiger als die brandenden Meereswogen
Ist die Herrin in der Himmelshöhe!
Was du verheißen hast, ist völlig zuverlässig,
Deinem Hause gebührt Heiligkeit,
O Herrin, für die Dauer der Zeiten.

XCIV

Du Göttin der Rache, o Herrin,


Du Göttin der Rache, erscheine!
Erhebe dich, Richterin der Erde,
Vergilt den Stolzen nach ihrem Tun!
Wie lange noch sollen die Göttinlosen, Herrin,
Wie lange noch sollen die Göttinlosen jubeln,
Sollen sie geifern und trotzige Reden führen,
Alle Übeltäter stolz sich brüsten?
Dein Volk, o Herrin, zertreten sie
Und bedrücken dein Eigentumsvolk;
Sie erwürgen Witwe und Fremdling
Und morden die Waisenkinder
Und sagen dabei: Nicht sieht es die Herrin
Oder: Nicht merkt es die Göttin Jakobs. -
Nehmt Vernunft an, ihr Unvernünftigen im Volk,
Und ihr Toren: wann wollt ihr Einsicht gewinnen?
Die das Ohr gepflanzt, die sollte nicht hören?
Die das Auge gebildet, die sollte nicht sehen?
Die die Völker erzieht, die sollte nicht strafen,
Sie, die die Menschen Erkenntnis lehrt?
Die Herrin kennt wohl die Gedanken der Menschen,
Dass nur ein Hauch, ein Nichts sie sind.
Wohl dem Manne, den du, Herrin, in Zucht nimmst,
Und den du aus deinem Gesetz belehrst,
Damit er sich Ruhe verschaffe vor Unglückstagen,
Bis dem Frevler die Grube man gräbt!
Denn die Herrin wird ihr Volk nicht verstoßen
Und ihr Erbe nicht verlassen;
Denn Recht muss doch Recht bleiben,
Und ihr werden alle ehrlich Gesinnten sich anschließen.
Wer leistet mir Beistand gegen die Bösen?
Wer tritt für mich ein gegen die Übeltäter?
Wäre die Herrin nicht meine Helferin gewesen,
So wohnte meine Seele wohl schon im Land der Stille.
Sooft ich dachte: Mein Fuß will wanken,
Hat deine Gnade, Herrin, mich immer gestützt;
Bei der Menge meiner Kümmernisse in meinem Busen
Haben deine Tröstungen mir das Herz erquickt.
Sollte verbündet dir sein der Richterstuhl des Unheils,
Der Verderben schafft durch Gesetzesverdrehung?
Sie tun sich ja zusammen gegen das Leben des Gerechten
Und verurteilen unschuldiges Blut.
Doch die Herrin ist mir zur festen Burg geworden,
Meine Göttin zu meiner Zuflucht;
Sie lässt ihren Frevel auf sie selber fallen
Und wird sie wegen ihrer Bosheit vertilgen:
Ja, vertilgen wird sie die Herrin, unsere Göttin.

XCV

Kommt, lasst uns der Herrin zujubeln,


Jauchzen dem Berg unseres Heiles!
Lasst uns mit Dank vor ihr Angesicht treten,
Mit Liedern und Lobgesängen ihr jauchzen!
Denn eine Große Göttin ist die Herrin
Und eine große Königin über alle Götter,
Sie, in deren Hand die Tiefen der Erde sind
Und der auch die Gipfel der Berge gehören;
Sie, der das Meer gehört: sie hat es ja geschaffen,
Und das Festland: ihre Hände haben es gebildet.
Kommt, lasst uns anbeten und niederfallen,
Die Knie beugen vor der Herrin, unserer Schöpferin!
Denn sie ist unsere Göttin,
Und wir das Volk ihrer Weide,
Die Herde ihrer Hand.
Möchtet ihr heute doch hören auf ihre Stimme:
Verstockt nicht euer Herz wie bei Meriba,
Wie am Tage von Massa in der Wüste,
Wo eure Väter mich versuchten,
Mich prüften, obwohl sie doch sahen mein Tun.
Vierzig Jahre hegte ich Abscheu gegen dieses Geschlecht,
Und sagte: Sie sind ein Volk mit irrendem Herzen;
Sie aber wollten von meinen Wegen nichts wissen.
So schwor ich denn in meinem Zorn:
Sie sollen nicht eingehen in meine Ruhe!

XCVI

Singt der Herrin ein neues Lied,


Singt der Herrin, alle Länder!
Singt der Herrin, preist ihren Namen,
Verkündet Tag für Tag ihr Heil!
Erzählt von ihrer Herrlichkeit unter den Heiden,
Unter allen Völkern ihre Wundertaten!
Denn groß ist die Herrin und hoch zu preisen,
Mehr zu fürchten als alle Götter;
Denn alle Götter der Heiden sind nichtige Götzen,
Doch die Herrin hat den Himmel geschaffen.
Hoheit, Majestät und Pracht gehen vor ihr her,
Macht und Herrlichkeit füllen ihr Heiligtum.
Bringt dar der Herrin, ihr Geschlechter der Völker,
Bringt dar der Herrin Ruhm und Preis!
Bringt dar der Herrin die Ehre ihres Namens,
Bringt Opfergaben und kommt in ihre Vorhöfe!
Werft vor der Herrin euch nieder in heiligem Schmuck,
Erzittert vor ihr, alle Länder!
Verkündet unter den Heiden: Die Herrin ist Königin!
Und feststehen wird die Erde, dass sie nicht wankt;
Richten wird sie die Völker, wie es gerecht ist.
Dessen freue sich der Himmel, die Erde jauchze,
Es brause das Meer und was darin wimmelt!
Es jauchze die Flur und was auf ihr wächst!
Dann werden auch jubeln alle Bäume des Waldes
Vor der Herrin, wenn sie kommt,
Wenn sie kommt, zu richten die Erde.
Richten wird sie den Erdkreis mit Gerechtigkeit
Und die Völker mit ihrer Treue.

XCVII

Die Herrin ist Königin!


Darüber juble die Erde,
Die Menge der Inseln möge sich freuen!
Gewölk und Dunkel umgibt sie rings,
Gerechtigkeit und Recht sind ihres Throns Stützen.
Feuer geht vor ihr her
Und rafft ihre Feinde ringsum hinweg.
Ihre Blitze erleuchten den Erdkreis:
Die Erde sieht es und erbebt in Angst.
Die Berge zerschmelzen wie Wachs
Vor der Herrin,
Vor der Herrscherin der ganzen Erde.
Die Himmel verkünden ihre Gerechtigkeit
Und alle Völker sehen ihre Herrlichkeit.
Zuschanden sollen werden alle Bilderverehrer,
Die der nichtigen Götter sich rühmen:
Alle Götter werfen vor ihr sich nieder.
Zion vernimmt es mit Freuden,
Und die Töchter Judas jauchzen
Um deiner Gerichte willen, o Herrin.
Denn du, Herrin, bist
Die Höchste über die ganze Erde,
Hoch erhaben über alle Götter.
Die die Herrin ihr lieb habt, hasst den Bösen!
Sie, die die Seelen ihrer Frommen behütet,
Wird sie erretten aus der Göttinlosen Hand.
Licht erstrahlt dem Gerechten
Und Freude dem redlich Gesinnten.
Freut euch der Herrin, ihr Gerechten,
Und preist ihren heiligen Namen!

XCVIII

Ein Psalm.
Singt der Herrin ein neues Lied!
Denn Wunderbares hat sie vollbracht:
Den Sieg hat ihre Rechte ihr verschafft
Und ihr heiliger Arm.
Die Herrin hat kundgetan ihr hilfreiches Tun,
Vor den Augen der Völker
Ihre Gerechtigkeit offenbart.
Sie hat gedacht ihrer Gnade und Treue
Gegenüber dem Hause Israel:
Alle Enden der Erde haben geschaut
Die Heilstat unserer Göttin.
Jauchzt der Herrin, alle Lande,
Brecht in Jubel aus und spielt!
Spielt zu Ehren der Herrin auf der Zither,
Auf der Zither und mit lautem Gesang,
Mit Trompeten und Posaunenschall!
Jauchzt vor der Herrin, der Königin!
Es tobe das Meer und was darin wimmelt,
Die Erde und ihre Bewohner!
Die Ströme sollen in die Hände klatschen,
Die Berge allesamt jubeln
Vor der Herrin, wenn sie kommt,
Zu richten die Erde.
Richten wird sie die Erde mit Gerechtigkeit
Und die Völker nach Gebühr.

XCIX

Die Herrin ist Königin:


Es zittern die Völker;
Sie thront über den Cherubim:
Es wankt die Erde.
Groß ist die Herrin in Zion
Und hoch erhaben über alle Völker.
Preisen sollen sie deinen Namen,
Den großen und hehren, heilig ist er,
Und preisen die Stärke der Königin,
Die da liebt das Recht.
Du hast gerechte Ordnung fest gegründet,
Recht und Gerechtigkeit hast du in Jakob hergestellt.
Erhebt die Herrin, unsere Göttin,
Und werft euch nieder
Vor dem Schemel ihrer Füße:
Heilig ist sie!
Mose und Aaron waren unter ihren Priestern
Und Samuel unter denen, die ihren Namen anriefen:
Sie riefen zur Herrin, und sie erhörte sie.
In der Wolkensäule redete sie zu ihnen;
Sie wahrten ihre Gebote,
Das Gesetz, das sie ihnen gegeben.
O Herrin, unsere Göttin, du hast sie erhört,
Eine verzeihende Göttin bist du ihnen gewesen,
Doch auch eine strafende Göttin ihrer Vergehen.
Erhebt die Herrin, unsere Göttin,
Und werft euch nieder auf ihrem heiligen Berg,
Denn heilig ist die Herrin, unsere Göttin!

Ein Psalm als Darbringung des Dankopfers.


Jauchzt der Herrin, alle Lande,
Dient der Herrin mit Freuden,
Kommt vor ihr Angesicht mit Jubel!
Erkennt, dass die Herrin Göttin ist!
Sie hat uns geschaffen, und ihr Eigentum sind wir,
Ihr Volk und die Herde, die sie weidet.
Zieht ein durch seine Tore mit Danken,
In ihres Tempels Höfe mit Lobgesang,
Dankt ihr, preist ihren Namen!
Denn freundlich ist die Herrin,
Ihre Gnade währt ewig
Und ihre Treue von Geschlecht zu Geschlecht.

CI

Von David, ein Psalm.


Von Gnade und Recht will ich singen,
Dir, o Herrin, will ich spielen!
Achten will ich auf fehlerlosen Wandel,
Wann wirst du zu mir kommen?
In Herzensreinheit will ich wandeln
Im Innern meines Hauses.
Ich will nicht meine Augen gerichtet halten
Auf schandbare Dinge;
Das Tun der Abtrünnigen hasse ich:
Es soll mir nicht anhaften.
Ein falsches Herz soll fern von mir bleiben,
Einen Bösen will ich nicht kennen.
Wer seinen Nächsten heimlich verleumdet,
Den will ich zum Schweigen bringen;
Wer stolze Augen hat und ein hochmütiges Herz,
Den werde ich nicht ertragen.
Meine Augen sollen blicken
Auf die Treuen im Lande:
Die sollen bei mir wohnen;
Wer auf frommen Wege wandelt,
Der soll mir dienen.
Nicht darf inmitten meines Hauses weilen,
Wer Betrug verübt;
Wer Lügen redet, soll nicht bestehen
Vor meinen Augen.
Jeden Morgen will ich unschädlich machen
Alle Frevler im Land,
Um auszurotten aus der Stadt der Herrin
Alle Übeltäter.

CII

Gebet eines Elenden,


Als er verzagt war
Und seine Klage vor der Herrin ausschüttete.
Herrin, höre mein Gebet
Und lass mein Schreien zu dir dringen!
Verbirg dein Angesicht nicht vor mir
Am Tage, wo mir angst ist!
Neige dein Ohr mir zu
Am Tage, wo ich rufe;
Erhöre mich eilends!
Ach, meine Tage sind wie Rauch entschwunden
Und meine Gebeine wie von Brand durchglüht;
Mein Herz ist versengt und verdorrt wie Gras,
So dass ich sogar vergesse, Speise zu genießen;
Infolge meines Ächzens und Stöhnens
Klebt mein Gebein mir am Fleisch.
Ich gleiche dem Wasservogel in der Wüste,
Bin geworden wie ein Kauz in Trümmern;
Ich finde keinen Schlaf und klage
Wie ein einsamer Vogel auf dem Dach.
Tagtäglich schmähen mich meine Feinde;
Und die gegen mich toben, wünschen mir Unheil.
Ach, Asche esse ich als Brot
Und mische meinen Trank mit Tränen
Wegen deinem Zorn und Grimm;
Denn du hast mich hochgehoben
Und nieder geschleudert.
Meine Tage sind wie ein langer Schatten,
Und ich selbst verdorre wie Gras!
Du aber, Herrin, thronst ewiglich,
Und dein Gedächtnis bleibt
Von Geschlecht zu Geschlecht.
Du wirst dich erheben, dich Zions erbarmen,
Denn es ist Zeit, Gnade an ihr zu üben:
Die Stunde ist da,
Denn deine Knechte lieben Zions Steine,
Und Weh erfasst sie um ihren Schutt,
Damit die Heiden fürchten lernen
Den Namen der Herrin
Und alle Könige der Erde deine Herrlichkeit.
Denn die Herrin hat Zion wieder aufgebaut,
Sie ist in ihrer Herrlichkeit erschienen,
Sie hat dem Gebet des Verlassenen sich zugewandt
Und sein Flehen nicht verachtet.
Dies werde aufgeschrieben
Fürs kommende Geschlecht,
Damit das neugeschaffne Volk
Die Herrin lobpreise,
Dass von ihrer heiligen Höhe sie herabgeschaut,
Dass die Herrin geblickt hat vom Himmel zur Erde,
Um das Seufzen der Gefangenen zu hören
Und die Tod-Geweihten frei zu machen,
Damit man verkünde in Zion
Den Namen der Herrin
Und ihren Ruhm in Jerusalem,
Wenn die Völker sich alle versammeln
Und die Königreiche,
Um der Göttin Herrin zu dienen.
Gelähmt hat sie mir auf dem Wege die Kraft,
Sie hat verkürzt meine Lebenstage.
Nun flehe ich: Meine Göttin,
Raffe mich nicht hinweg
In der Mitte meiner Tage,
Du, deren Jahre währen immerdar!
Vorzeiten hast du die Erde gegründet,
Und die Himmel sind deiner Hände Werk:
Sie werden vergehen, du aber bleibst;
Sie werden alle zerfallen wie ein Gewand,
Wie ein Kleid wirst du sie wechseln,
Und so werden sie verschwinden.
Du aber bleibst dieselbe,
Und deine Jahre nehmen kein Ende.
Die Kinder deiner Knechte werden sicher wohnen,
Und ihr Geschlecht wird fest bestehen vor dir.

CIII

Von David.
Lobe die Herrin, meine Seele,
Und all mein Inneres ihren heiligen Namen!
Lobe die Herrin, meine Seele,
Und vergiss nicht, was sie dir Gutes getan!
Die dir alle deine Schuld vergibt
Und alle deine Gebrechen heilt;
Die dein Leben erlöst vom Tode,
Die dich krönt mit Gnade und Erbarmen;
Die dein Alter mit guten Gaben sättigt,
Dass, dem Adler gleich sich erneut deine Jugend.
Gerechtigkeit übt die Herrin,
Sie schafft allen Unterdrückten ihr Recht;
Sie hat Mose ihre Wege kundgetan,
Den Kindern Israel ihre Großtaten.
Barmherzig und gnädig ist die Herrin,
Voller Langmut und reich an Güte;
Sie wird nicht ewig hadern
Und den Zorn nicht immerdar festhalten;
Sie handelt nicht an uns nach unsern Sünden
Und vergilt uns nicht nach unsern Missetaten;
Nein, so hoch der Himmel über der Erde ist,
So groß ist ihre Gnade über denen, die sie ehren;
So fern der Sonnenaufgang ist vom Niedergang,
Lässt sie unsre Verschuldungen fern von uns sein;
Wie eine Mutter sich über die Kinder erbarmt,
So erbarmt die Herrin sich derer, die sie ehren.
Denn sie weiß, was für ein Gebilde wir sind,
Sie denkt daran, dass wir nur Staub sind.
Der Mensch, dem Gras gleicht seine Lebenszeit,
Wie die Blume des Feldes, so blüht er:
Wenn ein Windstoß über sie hinfährt, ist sie dahin,
Und ihr Standort weiß nichts mehr von ihr.
Doch die Gnade der Herrin erweist sich
Von Ewigkeit zu Ewigkeit an denen, die sie ehren,
Und ihre Gerechtigkeit besteht für Kindeskinder
Bei denen, die ihren Bund bewahren
Und ihrer Gebote gedenken, um sie zu tun.
Die Herrin hat ihren Thron im Himmel festgestellt,
Und ihre Königinnenmacht umschließt das All.
Lobt die Herrin, ihre Engel,
Ihr starken Helden, die ihr Wort vollführen,
Gehorsam der Stimme ihrer Gebote!
Lobt die Herrin, alle ihre Scharen,
Ihre Diener, Vollstrecker ihres Willens!
Lobt die Herrin, alle ihre Werke
An allen Orten ihrer Herrschaft!
Lobe die Herrin, meine Seele!

CIV

Lobe die Herrin, meine Seele!


O Herrin, meine Göttin, wie bist du so groß!
In Majestät und Pracht bist du gekleidet,
Du, die in Licht sich hüllt wie in ein Kleid,
Die den Himmel ausspannt wie ein Zelt,
Die die Balken ihres Palastes im Wasser festlegt,
Die die Wolken macht zu ihrem Wagen,
Die einher fährt auf den Flügeln des Windes;
Die Winde zu ihren Boten bestellt,
Zu ihren Dienern loderndes Feuer,
Flammende Blitze.
Sie hat die Erde gegründet auf ihre Säulen,
So dass sie in alle Ewigkeit nicht wankt.
Mit der Urflut gleich einem Kleide bedecktest du sie:
Bis über die Berge standen die Wasser;
Doch vor deinem Schimpfen flohen sie,
Vor der Stimme deines Donners
Wichen sie angstvoll zurück.
Da stiegen die Berge empor,
Und die Täler senkten sich
An den Ort, den du ihnen verordnet.
Eine Grenze hast du gesetzt,
Die sie nicht überschreiten:
Sie dürfen die Erde nicht noch einmal bedecken.
Quellen lässt sie den Bächen zukommen:
Zwischen den Bergen rieseln sie dahin;
Sie tränken alles Getier des Feldes,
Die Wildesel löschen ihren Durst;
An ihnen wohnen die Vögel des Himmels,
Lassen ihr Lied aus den Zweigen erschallen.
Sie tränkt die Berge aus ihrem Himmelspalast:
Vom Segen deines Schaffens wird die Erde satt.
Gras lässt sie sprossen für das Vieh
Und Pflanzen für den Bedarf der Menschen,
Um Brotgetreide aus der Erde hervorgehen zu lassen
Und Wein, der des Mannes Herz erfreut;
Um jedes Antlitz erglänzen zu lassen vom Öl
Und durch Brot das Herz des Menschen zu stärken.
Es trinken sich satt die Bäume der Herrin,
Die Zedern des Libanon, die sie gepflanzt,
Wo die Vögel ihre Nester bauen,
Der Storch, der Zypressen zur Wohnung wählt.
Die hohen Berge gehören den Gämsen,
Die Felsen sind der Klippdachse Zuflucht.
Sie hat den Mond gemacht
Zur Bestimmung der Zeiten,
Die Sonne, die ihren Niedergang kennt.
Lässt du Finsternis entstehen, so wird es Nacht,
Da regt sich alles Getier des Waldes:
Die jungen Löwen brüllen nach Raub,
Indem sie von der Göttin ihre Nahrung fordern.
Geht die Sonne auf, so ziehen sie sich zurück
Und kauern in ihren Höhlen;
Dann geht der Mensch hinaus an seine Arbeit
Und an sein Tagwerk bis zum Abend.
Wie sind deiner Werke so viele, o Herrin!
Du hast sie alle mit Weisheit geschaffen,
Voll ist die Erde von deinen Gütern.
Da ist das Meer, so groß und weit nach allen Seiten:
Darin wimmelt es ohne Zahl von Tieren klein und groß.
Dort fahren die Schiffe einher;
Da ist der Walfisch, den du geschaffen,
Im Meer sich zu tummeln.
Sie alle warten auf dich,
Dass du Speise ihnen gibst zur rechten Zeit;
Gibst du sie ihnen, so lesen sie auf;
Tust deine Hand du auf, so werden sie satt an Gutem;
Doch verbirgst du dein Angesicht,
So befällt sie Schrecken;
Nimmst du weg ihren Atem, so sterben sie
Und kehren zurück zum Staub, woher sie gekommen.
Lässt du ausgehen deinen Atem,
So werden sie geschaffen,
und so erneuerst du das Antlitz der Erde.
Ewig bleibe die Ehre der Herrin bestehen,
Es freue die Herrin sich ihrer Werke!
Blickt sie die Erde an, so erbebt sie;
Rührt sie die Berge an, so rauchen sie.
Singen will ich der Herrin mein Leben lang,
Will spielen meiner Göttin, solange ich bin.
Möge mein Denken ihr wohlgefällig sein:
Ich will meine Freude haben an der Herrin!
Möchten doch die Sünder verschwinden vom Erdboden
Und die Göttinlosen nicht mehr sein!
Lobe die Herrin, meine Seele!
Halleluja!

CV

Preist die Herrin, ruft ihren Namen an,


Macht ihre Taten unter den Völkern bekannt!
Singt ihr, spielt ihr,
Redet von all ihren Wundern!
Rühmt euch ihres heiligen Namens!
Es mögen herzlich sich freuen,
Die da suchen die Herrin!
Fragt nach der Herrin und ihrer Kraft,
Sucht ihr Angesicht allezeit!
Gedenkt ihrer Wunder, die sie getan,
Ihrer Zeichen und der Urteilssprüche ihres Mundes,
Ihr Kinder Abrahams, ihres Knechtes,
Ihr Söhne Jakobs, ihre Erwählten!
Sie, die Herrin, ist unsere Göttin,
Über die ganze Erde ergehen ihre Gerichte.
Sie gedenkt ihres Bundes auf ewig,
Des Wortes, das sie geboten für tausend Geschlechter,
Des Bundes, den sie mit Abraham geschlossen,
Und des Eides, den sie Isaak geschworen,
Den sie Jakob er als Satzung bestätigt
Und für Israel als ewigen Bund,
Da sie sprach: Dir will ich Kanaan geben,
Das Land, das ich euch als Erbbesitztum zugeteilt!
Damals waren sie noch ein kleines Häuflein,
Nur wenige und nur Gäste im Lande;
Sie mussten wandern von Volk zu Volk,
Von einem Reich zur andern Völkerschaft;
Doch keinem gestattete sie, sie zu bedrücken,
Ja, Könige strafte sie ihretwillen:
Tastet meine Gesalbten nicht an
Und tut meinen Propheten nichts zuleide!
Dann, als sie Hunger ins Land ließ kommen
Und jegliche Stütze des Brotes zerbrach,
Da hatte sie schon einen Mann vor ihnen her gesandt:
Josef, der als Sklave verkauft war.
Man hatte seine Füße gezwängt in den Stock,
In Eisenfesseln war er gelegt,
Bis zu der Zeit, wo seine Weissagung eintraf
Und der Ausspruch der Herrin ihn als echt erwies.
Da sandte der König und ließ ihn entfesseln,
Der Völkergebieter, und machte ihn frei;
Er bestellte ihn über sein Haus zum Herrn,
Zum Gebieter über sein ganzes Besitztum;
Er sollte über seine Fürsten schalten nach Belieben
Und seine höchsten Beamten Weisheit lehren.
So kam denn Israel nach Ägypten,
Und Jakob weilte als Gast im Lande Hams.
Da machte die Göttin ihr Volk sehr fruchtbar
Und ließ es stärker werden als seine Bedränger;
Sie wandelte ihren Sinn, ihr Volk zu hassen
Und Arglist an ihren Knechten zu üben.
Dann sandte sie Mose, ihren Knecht,
Und Aaron, den sie erkoren;
Die richteten seine Zeichen unter ihnen aus
Und die Wunder im Lande Hams:
Sie sandte Finsternis und ließ es dunkel werden;
Doch sie achteten nicht auf ihre Worte;
Sie verwandelte ihre Gewässer in Blut
Und ließ ihre Fische sterben;
Es wimmelte ihr Land von Fröschen
Bis hinein in ihre Königsgemächer;
Sie gebot, da kamen Hornissen-Schwärme,
Stechfliegen über ihr ganzes Gebiet;
Sie gab ihnen Hagelschauer als Regen,
Sandte flammendes Feuer in ihr Land;
Sie schlug ihre Reben und Feigenbäume
Und zerbrach die Bäume in ihrem Gebiet;
Sie gebot, da kamen die Heuschrecken
Und die Grillen in zahlloser Menge,
Die verzehrten alle Gewächse im Land
Und fraßen die Früchte ihrer Felder.
Dann schlug sie alle Erstgeburt im Lande,
Die Erstlinge ihrer Manneskraft.
Nun ließ siie sie ausziehen mit Silber und Gold,
Und kein Strauchelnder war in ihren Stämmen;
Ägypten war ihres Auszugs froh,
Denn Angst vor ihnen hatte sie befallen.
Sie breitete Gewölk aus als Decke
Und Feuer, um ihnen die Nacht zu erhellen;
Auf Moses Bitte ließ sie Wachteln kommen
Und sättigte sie mit Himmelsbrot;
Sie spaltete einen Felsen: da rannen Wasser
Und flossen durch die Steppen als Strom;
Denn sie gedachte ihres heiligen Wortes,
Dachte an Abraham, ihren Knecht.
So ließ sie ihr Volk in Freuden ausziehen,
Unter Jubel ihre Erwählten;
Dann gab sie ihnen die Länder der Heiden,
Und was die Völker erworben,
Das nahmen sie in Besitz,
Auf dass sie ihre Gebote halten möchten
Und ihre Gesetze bewahrten. Halleluja!

CVI

Halleluja!
Preist die Herrin, denn sie ist freundlich,
Ja, ewiglich währt ihre Gnade!
Wer kann der Herrin Machttaten gebührend preisen
Und kundtun all ihren Ruhm?
Wohl denen, die am Recht festhalten,
Und dem, der Gerechtigkeit übt zu jeder Zeit!
Gedenke meiner, o Herrin, mit der Liebe zu deinem Volk,
Nimm dich meiner an mit deiner Hilfe,
Dass ich schaue meine Lust am Glück deiner Erwählten,
An der Freude deines Volkes Anteil habe
Und glücklich mich preise mit deinem Eigentumsvolk!
Wir haben gesündigt gleich unsern Vätern,
Wir haben gefehlt und göttinlos gehandelt.
Unsre Väter in Ägypten achteten nicht auf deine Wunder,
Sie gedachten nicht der Fülle deiner Gnadenerweise,
Sie waren widerspenstig gegen die Höchsten
Schon am Schilfmeer;
Dennoch half sie ihnen um ihres Namens willen,
Um ihre Kraft als Heldin zu erweisen.
Sie bedrohte das Schilfmeer: da ward es trocken,
Und sie ließ sie ziehen durch die Fluten wie über die Trift.
So rettete sie sie aus der Hand des Verfolgers
Und erlöste sie aus der Gewalt des Feindes:
Die Fluten bedeckten ihre Bedränger,
Nicht einer von ihnen blieb übrig.
Da glaubten sie an ihre Worte,
Besangen ihren Ruhm.
Doch schnell vergaßen sie ihre Taten
Und warteten ihren Ratschluss nicht ab;
Sie frönten ihrem Gelüste in der Wüste
Und versuchten die Göttin in der Einöde:
Da gewährte sie ihnen ihr Verlangen,
Sandte aber die Seuche gegen ihr Leben.
Dann wurden sie eifersüchtig auf Mose im Lager,
Auf Aaron, den Geweihten der Herrin:
Da tat die Erde sich auf und verschlang Dathan
Und begrub die ganze Rotte Abirams,
Feuer verbrannte ihre Rotte,
Flammen verzehrten die Frevler.
Sie machten sich ein Stierbild am Horeb
Und warfen vor einem Gussbild sich nieder
Und vertauschten so die Herrlichkeit ihrer Göttin
mit dem Bildnis eines Stiers, der Gras frisst.
Sie hatten die Göttin, ihre Retterin, vergessen,
Die große Dinge getan in Ägypten,
Wunderzeichen im Lande Hams,
Furchtbare Taten am Schilfmeer.
Da gedachte sie sie zu vertilgen,
Wenn nicht Mose, ihr Auserwählter,
Mit Fürbitte vor sie hingetreten wäre,
Um ihren Grimm vom Vernichten abzuwenden.
Sodann verschmähten sie das herrliche Land
Und schenkten ihrer Verheißung keinen Glauben,
Sondern murrten in ihren Zelten,
Gehorchten nicht der Weisung der Herrin.
Da erhob sie ihre Hand gegen sie zum Schwur,
Sie in der Wüste niederzuschlagen,
Ihre Nachkommen unter die Heiden niederzuwerfen
Und sie rings zu zerstreuen in die Länder.
Dann hängten sie sich an den Baal-Peor
Und aßen Opferfleisch der toten Götzen
Und erbitterten sie durch ihr ganzes Tun.
Als nun ein Sterben unter ihnen ausbrach,
Trat Pinhas auf und hielt Gericht:
Da wurde dem Sterben Einhalt getan.
Das wurde ihm angerechnet zur Gerechtigkeit
Von Geschlecht zu Geschlecht in Ewigkeit.
Dann erregten sie der Göttin Zorn am Haderwasser,
Und Mose erging es übel um ihretwillen;
Denn weil sie dem Geist der Göttin widerstrebten,
Hatte er unbedacht mit seinen Lippen geredet.
Sie vertilgten auch die Völker nicht,
Von denen die Herrin es ihnen geboten,
Sondern traten mit den Heiden in Verkehr
Und gewöhnten sich an deren böses Tun
Und dienten ihren Göttern:
Die wurden ihnen zum Fallstrick.
Ja, sie opferten ihre Söhne
Und ihre Töchter den bösen Geistern
Und vergossen unschuldiges Blut:
So wurde das Land durch Blutvergießen entweiht.
Sie wurden unrein durch ihr Verhalten
Und verübten Abfall durch ihr Tun.
Da entbrannte der Zorn der Herrin gegen ihr Volk,
Und Abscheu fühlte sie gegen ihr Erbe;
Sie ließ sie in die Hand der Heiden fallen,
So dass ihre Hasser über sie herrschten;
Ihre Feinde bedrängten sie hart,
So dass sie sich beugen mussten unter deren Hand.
Oftmals zwar befreite sie sie,
Doch sie blieben widerspenstig gegen ihren Ratschluss
Und sanken immer tiefer durch ihre Schuld.
Sie aber nahm sich ihrer Drangsal an,
Sooft sie ihr Wehgeschrei hörte,
Und gedachte ihres Bundes ihnen zugute,
Fühlte Mitleid nach ihrer großen Güte
Und ließ sie Erbarmen finden
Bei allen, die sie gefangen hielten.
O hilf uns, Herrin, unsere Göttin,
Und bring uns wieder zusammen aus den Heiden,
Damit wir deinem heiligen Namen danken,
Uns glücklich preisen, deinen Ruhm zu künden!
Gepriesen sei die Herrin, die Göttin Israels,
Von Ewigkeit zu Ewigkeit!
Und alles Volk sage Amen!
Halleluja!

CVII

Dankt der Herrin, denn sie ist freundlich,


Ja, ewiglich währt ihre Gnade:
So sollen die von der Herrin Erlösten sprechen,
Die sie befreit hat aus Drangsal
Und die sie gesammelt aus den Ländern
Vom Aufgang her und vom Niedergang,
Vom Norden her und vom Meer.
Sie irrten umher in der Wüste, der Öde,
Und fanden den Weg nicht zu einer Wohnstatt;
Gequält vom Hunger und vom Durst,
Wollte ihre Seele in ihnen verzweifeln.
Da schrien sie zur Herrin in ihrer Not,
Und sie rettete sie aus ihren Ängsten
Und leitete sie auf richtigem Wege,
Dass sie kamen zu einer bewohnten Ortschaft:
Die mögen danken der Herrin für ihre Güte
Und für ihre Wundertaten an den Menschenkindern,
Dass sie die hungrige Seele gesättigt
Und die dürstende Seele gefüllt hat mit Labung.
Die da saßen in Finsternis und Todesnacht,
Gefangen in Elend und Ketten,
Denn sie hatten der Göttin Geboten getrotzt
Und den Willen der Höchsten verachtet,
So dass sie ihren Sinn durch Leiden beugte,
Dass sie niedersanken und keinen Helfer hatten;
Da schrien sie zur Herrin in ihrer Not,
Und sie rettete sie aus ihren Ängsten;
Sie führte sie heraus aus Finsternis und Todesnacht
Und zerbrach ihre Fesseln:
Die mögen danken der Herrin für ihre Güte
Und für ihre Wundertaten an den Menschenkindern,
Dass sie eiserne Türen zerbrochen
Und eiserne Riegel zerschlagen.
Die da krank waren infolge ihres Sündenlebens
Und wegen ihrer Verfehlungen leiden mussten,
Vor jeglicher Speise hatten sie Ekel,
So dass sie den Pforten des Todes nahe waren;
Da schrien sie zur Herrin in ihrer Not,
Und sie rettete sie aus ihren Ängsten;
Sie sandte ihr Wort, sie gesund zu machen,
Und ließ sie aus ihren Gräbern entrinnen:
Die mögen danken der Herrin für ihre Güte
Und für ihre Wundertaten an den Menschenkindern;
Sie mögen Opfer des Dankes bringen
Und ihre Taten mit Jubel verkünden!
Die aufs Meer gefahren waren in Schiffen,
Auf weiten Fluten Handelsgeschäfte trieben,
Die haben das Walten der Herrin geschaut
Und ihre Wundertaten auf hoher See.
Denn sie gebot und ließ einen Sturm entstehen,
Der hoch die Wogen des Meeres türmte:
Sie stiegen empor zum Himmel
Und fuhren hinab in die Tiefen,
So dass ihr Herz vor Angst verzagte;
Sie wurden schwindlig und schwankten wie Trunkene,
Und mit all ihrer Weisheit wars zu Ende:
Da schrien sie zur Herrin in ihrer Not,
Und sie befreite sie aus ihren Ängsten;
Sie stillte das Ungewitter zum Säuseln,
Und das Toben der Wogen verstummte;
Da wurden sie froh, dass es still geworden,
Und sie führte sie zum ersehnten Hafen:
Die mögen danken der Herrin für seine Güte
Und für ihre Wundertaten an den Menschenkindern;
Sie mögen sie erheben in der Gemeinde
Und im Kreise der Alten sie preisen!
Sie wandelte Ströme zur Wüste
Und Wasserquellen zu dürrem Land,
Fruchtbare Erde zu salziger Steppe
Wegen der Bosheit ihrer Bewohner.
Wiederum machte sie wüstes Land zum Wasserteich
Und dürres Gebiet zu Wasserquellen
Und ließ dort Hungrige sesshaft werden,
So dass sie eine Stadt zum Wohnsitz bauten
Und Felder besäten und Weinberge pflanzten,
Die reichen Ertrag an Früchten brachten;
Und sie segnete sie, dass sie sich mehrten,
Und ließ ihres Viehs nicht wenig sein.
Dann aber nahmen sie ab und wurden gebeugt
Durch den Druck des Unglücks und Kummers;
Über Edle goss sie Verachtung aus
Und ließ sie irren in pfadloser Öde.
Den Armen aber hob sie empor aus dem Elend
Und machte seine Kinder wie Kleinviehherden.
Die Gerechten sehen es und freuen sich,
Alle Bösen aber müssen schließen den Mund.
Wer ist weise? Der beachte dies
Und lerne die Gnadenerweise der Herrin verstehen!

CVIII

Ein Lied, ein Psalm Davids.


Mein Herz ist getrost, o Göttin:
Singen will ich und spielen!
Wach auf, meine Seele!
Wacht auf, Harfe und Zither:
Ich will die Morgenröte wecken!
Ich will dich preisen unter den Völkern, o Herrin,
Und dir lobsingen unter den Völkerschaften!
Denn groß bis über den Himmel hinaus ist deine Gnade,
Und bis an die Wolken geht deine Treue.
Erhebe dich über den Himmel hinaus, o Göttin,
Und über die ganze Erde deine Herrlichkeit!
Dass deine Geliebten gerettet werden,
Hilf uns mit deiner Rechten, erhöre uns!
Die Göttin hat in ihrer Heiligkeit verheißen:
Als Siegerin will ich frohlocken,
Will Sichem verteilen
Und das Tal von Sukkoth vermessen.
Mein ist Gilead, mein auch Manasse,
Und Ephraim ist meines Hauptes Schutzwehr,
Juda mein Herrscherstab.
Moab ist mein Waschbecken,
Auf Edom werfe ich meinen Schuh;
Über das Philisterland will ich jauchzen. -
Wer führt mich hin zur festen Stadt,
Wer geleitet mich bis Edom?
Hast nicht du uns, o Göttin, verworfen
Und ziehst nicht aus, o Göttin, mit unsern Heeren?
O schaffe uns Hilfe gegen den Feind!
Denn nichtig ist Männerhilfe.
Mit der Göttin werden wir Taten vollführen,
Und sie wird unsre Bedränger zertreten.

CIX

Dem Musikmeister; von David ein Psalm.


Du Göttin, der mein Lobpreis gilt, bleibe nicht stumm!
Denn Frevlermund und Lügenmaul
Haben sich gegen mich aufgetan,
Mit trügerischer Zunge zu mir geredet;
Mit Worten des Hasses haben sie mich umgeben
Und ohne Ursache mich angegriffen;
Für meine Liebe befeinden sie mich,
Während ich doch für sie bete;
Ja, sie haben mir Böses für Gutes vergolten
Und Hass mir für meine Liebe erwiesen.
Bestelle einen Frevler zum Richter gegen ihn,
Und ein Ankläger stehe ihm zur Rechten!
Als schuldig soll er hervorgehen aus dem Gericht
Und sogar sein Gebet ihm als Sünde gelten!
Seiner Lebenstage müssen nur wenige sein,
Und sein Amt ein andrer empfangen!
Seine Kinder müssen zu Waisen werden
Und seine Frau eine Witwe!
Seine Kinder müssen unstet umherziehen und betteln
Und vertrieben werden aus ihres Vaterhauses Trümmern!
Sein Gläubiger lege Beschlag auf alles, was er hat,
Und Fremde müssen seine Habe plündern!
Er finde keinen, der ihm Schonung gewährt,
Und niemand habe Erbarmen mit seinen Waisen!
Sein Nachwuchs müsse der Ausrottung verfallen:
Schon im zweiten Glied müsse ihr Name erlöschen!
Der Verschuldung seiner Väter
Werde bei der Herrin gedacht,
Und die Sünde seiner Mutter bleibe ungetilgt!
Sie müssen beständig der Herrin vor Augen stehn,
Und sie tilge ihr Gedächtnis aus von der Erde,
Dieweil er nicht daran dachte, Liebe zu üben,
Vielmehr den Elenden und Armen verfolgte
Und den hoffnungslos Verzagten, ihn zu töten.
Er liebte den Fluch: so treffe er ihn!
Er hatte am Segen keine Freude: so bleibe er ihm fern!
Er zog den Fluch an wie sein Kleid:
So dringe er ihm in den Leib wie Wasser
Und wie Öl in seine Gebeine;
Er werde ihm wie der Mantel, in den er sich hüllt,
Wie der Gürtel, den er sich umlegt!
Dies sei meiner Widersacher Lohn
Vonseiten der Herrin
Und derer, die Böses gegen mich reden!
Du aber, Herrin, meine Göttin,
Tritt für mich ein um deines Namens willen!
Weil deine Gnade köstlich ist, errette mich!
Denn elend bin ich und arm,
Und mein Herz ist verwundet in meiner Brust.
Wie ein Schatten, wenn er sich neigt, so schwinde ich hin,
Bin vom Sturm verweht einer Heuschrecke gleich;
Meine Knie wanken vom Fasten,
Mein Leib ist abgemagert, ohne Fett;
Und ich bin den Leuten zum Hohn geworden:
Sehen sie mich, so schütteln sie höhnissch den Kopf.
Stehe mir bei, o Herrin, meine Göttin,
Hilf mir nach deiner Gnade!
Lass sie erkennen, dass dies deine Hand ist,
Dass du, Herrin, selbst es so gefügt hast!
Sie mögen fluchen, du aber mögest segnen;
Erheben sie sich, so lass sie zuschanden werden,
Dein Knecht aber müsse sich freuen!
Lass meine Widersacher in Schmach sich kleiden
Und ihre Schande umtun wie einen Mantel!
Laut soll mein Mund der Herrin Dank sagen,
Und inmitten vieler will ich sie preisen;
Denn sie steht dem Armen zur Rechten,
Um ihn zu retten vor denen, die ihn schuldig sprechen.

CX

Von David, ein Psalm.


So lautet der Ausspruch der Herrin an meinen Herrn:
Setze dich zu meiner Rechten,
Bis ich deine Feinde hinlege
Zum Schemel für deine Füße! -
Dein machtvolles Zepter wird
Die Herrin von Zion hinausstrecken:
Herrsche inmitten deiner Feinde!
Dein Volk wird voller Willigkeit sein
Am Tage deines Heereszuges;
In heiligem Schmuck,
Wie aus der Morgenröte Schoß der Tau,
Wird dir kommen deine junge Mannschaft.
Geschworen hat die Herrin
Und wird es sich nicht leid sein lassen:
Du sollst ein Priester in Ewigkeit sein
Nach der Weise Melchisedeks. -
Die Allherrin, die dir zur Rechten steht,
Wird Könige zerschmettern am Tage ihres Zorns;
Gericht wird sie unter den Völkern halten,
Sie füllt alles mit Leichen an,
Zerschmettert Häupter auf weitem Gefilde.
Aus dem Bach am Wege wird sie trinken;
Darum wird sie das Haupt hoch halten.

CXI

Halleluja!
Preisen will ich die Herrin von ganzem Herzen
Im Kreise der Frommen und in der Gemeinde.
Groß sind die Werke der Herrin,
Weise zu erforschen für alle,
Die Gefallen an ihnen haben.
Ruhmvoll und herrlich ist ihr Tun,
Und ihre Gerechtigkeit bleibt ewig bestehen.
Sie hat ein Gedächtnis ihrer Wundertaten gestiftet;
Gnädig und barmherzig ist die Herrin.
Speise hat sie denen gegeben, die sie fürchten;
Sie gedenkt ihres Bundes ewiglich.
Ihr machtvolles Walten hat sie kundgetan ihrem Volk,
Indem sie ihnen das Erbe der Heiden gab.
Die Werke ihrer Hände sind Treue und Recht;
Unwandelbar sind alle ihre Gebote,
Festgesetzt für immer, für ewig,
Gegeben mit Treue und Redlichkeit.
Erlösung hat sie ihrem Volk gesandt,
Ihren Bund auf ewig verordnet;
Heilig und furchtgebietend ist ihr Name.
Die Furcht der Herrin ist der Weisheit Anfang,
Eine treffliche Einsicht für alle, die sie üben:
Der Göttin Ruhm besteht in Ewigkeit.

CXII

Halleluja!
Wohl dem Menschen, der die Herrin fürchtet,
An ihren Geboten herzliche Freude hat!
Seine Nachkommen werden auf Erden gewaltig sein,
Als ein Geschlecht von Frommen wird man sie segnen.
Wohlstand und Fülle herrscht in seinem Hause,
Und seine Gerechtigkeit besteht für immer.
Den Frommen geht sie auf wie ein Licht in der Finsternis,
Als gnädig, barmherzig und gerecht.
Glücklich der Mann, der Barmherzigkeit übt und leiht!
Er wird sein Recht behaupten vor Gericht;
Denn nimmermehr wird er wanken:
In ewigem Gedächtnis bleibt der Gerechte.
Vor Unglücksbotschaft braucht er sich nicht zu fürchten;
Sein Herz ist fest, voll Vertrauen auf die Herrin.
Getrost ist sein Herz, er fürchtet sich nicht,
Bis er seine Lust sieht an seinen Bedrängern.
Reichlich teilt er aus und spendet den Armen;
Seine Gerechtigkeit besteht fest für immer,
Sein Horn ragt hoch empor in Ehren.
Der Göttinlose sieht es und ärgert sich;
Er knirscht mit den Zähnen und vergeht;
Der Göttinlosen Wünsche bleiben unerfüllt.

CXIII

Halleluja!
Lobt, ihr Verehrer der Herrin,
Lobt den Namen der Herrin!
Gepriesen sei der Name der Herrin
Von nun an bis in Ewigkeit!
Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang
Sei gelobt der Name der Herrin!
Erhaben über alle Völker ist die Herrin,
Den Himmel überragt ihre Herrlichkeit!
Wer ist der Herrin gleich, unserer Göttin,
Die da thront in der Höhe,
Die nieder schaut in die Tiefe,
Im Himmel und auf Erden?
Sie hebt aus dem Staub den Geringen empor
Und erhöht aus dem Schmutz den Armen,
Um ihn sitzen zu lassen neben Edlen,
Neben den Edlen seines Volks.
Sie verleiht der kinderlosen Gattin Hausrecht,
Macht sie zur fröhlichen Mutter von Kindern.
Halleluja!

CXIV

Halleluja!
Als Israel aus Ägypten auszog,
Jakobs Haus aus dem Volk fremder Sprache,
Da ward Juda der Göttin Heiligtum,
Israel ihr Herrschaftsgebiet.
Das Meer sah es und floh,
Der Jordan wandte sich rückwärts,
Die Berge hüpften wie Widder,
Die Hügel wie Lämmer.
Was war dir, o Meer, das du flohst,
Dir, Jordan, dass du dich rückwärts wandtest?
Was war euch, ihr Berge, dass ihr hüpftet wie Widder,
Ihr Hügel wie Lämmer?
Vor dem Anblick der Herrin erbebe, du Erde,
Vor dem Anblick der Göttin Jakobs,
Die Felsen wandelt zum Wasserteich,
Kieselgestein zum sprudelnden Quell!

CXV

Nicht uns, o Herrin, nicht uns,


Nein, deinem Namen schaffe Ehre
Um deiner Gnade, um deiner Treue willen!
Warum sollen die Heiden sagen:
Wo ist denn ihre Göttin? -
Unsere Göttin ist ja im Himmel:
Alles, was ihr gefällt, vollführt sie.
Ihre Götter sind nur Silber und Gold,
Machwerk von Menschenhänden.
Sie haben einen Mund und können nicht reden,
Haben Augen und sehen nicht;
Haben Ohren und können nicht hören,
Haben eine Nase und riechen nicht;
Mit ihren Händen können sie nicht greifen,
Mit ihren Füßen nicht gehen;
Kein Laut dringt aus ihrer Kehle.
Ihnen gleich sind ihre Verfertiger,
Jeder, der auf sie vertraut.
Du, Israel, vertraue auf die Herrin!
Deine Hilfe und ihr Schild ist sie.
Ihr vom Hause Aarons, vertraut auf die Herrin!
Eure Hilfe und ihr Schild ist sie.
Ihr, die ihr fürchtet die Herrin, vertraut auf die Herrin!
Eure Hilfe und ihr Schild ist sie.
Die Herrin hat unser gedacht: sie wird segnen,
Segnen das Haus Israels,
Segnen das Haus Aarons;
Sie wird segnen, die die Herrin fürchten,
Die Kleinen samt den Großen,
Die Jungen samt den Alten.
Die Herrin wolle euch mehren,
Euch selbst und eure Kinder!
Gesegnet seid ihr von der Herrin,
Die Himmel und Erde geschaffen!
Der Himmel ist der Himmel der Allherrin,
Die Erde aber hat sie den Menschen gegeben.
Nicht die Toten preisen die Herrin
Und keiner, der ins Land des Vergessens hinabgefahren.
Doch wir, wir preisen die Herrin
Von nun an bis in Ewigkeit.
Halleluja!

CXVI

Ich liebe die Herrin,


Denn sie hat erhört
Mein flehentliches Rufen;
Ja, sie hat ihr Ohr mir zugeneigt:
Ich will zu ihr rufen mein Leben lang!
Umschlungen hatten mich des Todes Netze
Und die Ängste der Unterwelt mich befallen,
In Drangsal und Kummer war ich geraten.
Da rief ich den Namen der Herrin an:
Ach Herrin, errette meine Seele!
Gnädig ist die Herrin und gerecht,
Und unsere Göttin ist voll Erbarmens;
Die Herrin schützt den, der unbeirrt ihr traut:
Ich war schwach geworden, aber sie half mir.
Kehre zurück, meine Seele, zu deiner Ruhe,
Denn die Herrin hat Gutes an dir getan!
Ja, du hast mein Leben vom Tode errettet,
Meine Augen vom Weinen,
Meinen Fuß vom Gleiten;
Ich werde noch wandeln vor der Herrin
In den Landen der Lebenden.
Ich habe Glauben gehalten, wenn ich auch sagte:
Ich bin tief gebeugt;
In meiner Verzagtheit hab ich gesagt:
Die Menschen sind alle Lügner.
Wie soll ich der Herrin vergelten
Alles, was sie mir Gutes getan?
Den Becher des Heils will ich erheben
Und den Namen der Herrin anrufen;
Meine Gelübde will ich erfüllen der Herrin,
Ja, angesichts ihres ganzen Volkes.
Kostbar ist in den Augen der Herrin
Der Tod ihrer Frommen.
Ach Herrin, ich bin ja dein Knecht,
Ich bin dein Knecht, der Sohn deiner Magd;
Meine Fesseln hast du gelöst:
Dir will ich Dankopfer bringen
Und den Namen der Herrin anrufen;
Meine Gelübde will ich erfüllen der Herrin,
Ja, angesichts ihres ganzen Volkes,
In den Vorhöfen am Hause der Herrin,
In deiner Mitte, Jerusalem!
Halleluja!

CXVII

Lobt die Herrin, ihr Heiden alle!


Preist sie, ihr Völker alle!
Denn machtvoll waltet über uns ihre Gnade,
Und die Treue der Herrin währt ewiglich.
Halleluja!
Dankt der Herrin, denn sie ist freundlich,
Ja, ewiglich währt ihre Gnade!
So bekenne denn Israel:
Ja, ewiglich währt ihre Gnade!
So bekenne denn Aarons Haus:
Ja, ewiglich währt ihre Gnade!
So mögen denn alle Göttinfürchtigen bekennen:
Ja, ewiglich währt ihre Gnade!
Aus meiner Bedrängnis rief ich zur Herrin:
Da hat die Herrin mich erhört,
Mir weiten Raum geschafft.
Ist die Herrin für mich, so fürchte ich nichts:
Was können Männer mir tun?
Tritt die Herrin für mich zu meiner Hilfe ein,
So werde ich siegreich jubeln über meine Feinde.
Besser ist es, auf die Herrin zu vertrauen
Als auf Männer sich zu verlassen;
Besser ist es, auf die Herrin zu vertrauen
Als auf Herren sich zu verlassen.
Die Heidenvölker alle hatten mich umringt:
Im Namen der Herrin vertilgte ich sie;
Sie hatten mich umringt, umzingelt:
Im Namen der Herrin vertilgte ich sie;
Sie hatten mich umringt wie Bienenschwärme;
Schnell wie ein Dornenfeuer sind sie erloschen:
Im Namen der Herrin vertilgte ich sie.
Man hat mich hart gestoßen, damit ich fallen sollte,
Doch die Herrin hat mir geholfen.
Meine Stärke und mein Lobpreis ist die Herrin,
Und sie ist meine Retterin geworden.
Jubel und Siegeslieder erschallen
In den Zelten der Gerechten:
Die Hand der Herrin schafft mächtige Taten,
Die Hand der Herrin erhöht und ist erhaben,
Die Hand der Herrin schafft mächtige Taten!
Ich werde nicht sterben, nein, ich werde leben
Und die Taten der Herrin verkünden.
Die Herrin hat mich hart gezüchtigt,
Doch dem Tode mich nicht preisgegeben.
Öffnet mir die Tore der Gerechtigkeit:
Ich will durch sie eingehen,
Der Herrin zu danken.
Dies ist das Tor der Herrin:
Gerechte dürfen hier eingehen.
Ich danke dir, dass du mich erhört hast
Und bist mir eine Retterin geworden.
Der Stein, den die Bauleute verworfen haben,
Der ist zum Schluss-Stein geworden;
Von der Herrin ist dies geschehen,
In unsern Augen ein Wunder!
Dies ist der Tag, den die Herrin gemacht hat:
Lasst uns jubeln und fröhlich an ihm sein!
Ach hilf doch, Herrin,
Ach Herrin, lass wohl gelingen!
Gesegnet sei, der da kommt im Namen der Herrin!
Wir segnen euch vom Hause der Herrin aus.
Die Herrin ist Göttin,
Sie hat uns Licht gegeben:
Windet den Reigen, mit Zweigen geschmückt,
Bis an die Hörner des Altars!
Du bist meine Göttin, ich will dir danken;
Meine Göttin, ich will dich erheben!
Dankt der Herrin, denn sie ist freundlich,
Ja, ewiglich währt ihre Gnade.

CXIX

Wohl denen, deren Wandel tadellos ist,


Die einhergehen im Gesetz der Herrin!
Wohl denen, die ihre Zeugnisse beobachten,
Die mit ganzem Herzen sie suchen,
Die auch kein Unrecht verüben,
Sondern auf ihren Wegen gehen!
Du selbst hast deine Befehle erlassen,
Dass man sie genau befolge.
Ach möchte doch mein Wandel fest sein
In der Befolgung deiner Satzungen!
Dann werde ich nicht beschämt sein,
Wenn ich alle deine Gebote vor Augen habe.
Ich will dir aufrichtigen Herzens danken,
Indem ich die Rechte deiner Gerechtigkeit lerne.
Deine Satzungen will ich halten:
Verlass mich nicht ganz und gar!
Wie wird ein Jüngling seinen Wandel rein gestalten?
Wenn er ihn führt nach deinem Wort.
Mit ganzem Herzen suche ich dich:
Lass mich von deinen Geboten nicht abirren!
In meinem Herzen wahre ich dein Wort,
Um mich nicht gegen dich zu verfehlen.
Gepriesen seist du, o Herrin:
Lehre mich deine Satzungen!
Mit meinen Lippen zähle ich her
Alle Rechte deines Mundes.
An dem Wege deiner Zeugnisse habe ich Freude
Wie über irgendwelchen Reichtum.
Über deine Befehle will ich sinnen
Und achten auf deine Pfade.
An deinen Satzungen habe ich meine Lust,
Will deine Worte nicht vergessen.
Tu Gutes an deinem Knecht,
Auf dass ich leben bleibe,
So will ich deine Worte befolgen.
Öffne mir die Augen, dass ich klar erkenne
Die Wunder in deinem Gesetz.
Ich bin nur ein Gast auf Erden:
Verbirg deine Gebote nicht vor mir.
Meine Seele verzehrt sich vor Sehnsucht
Nach deinen Rechten allezeit.
Gedroht hast du den Stolzen; verflucht sind,
Die von deinen Geboten abweichen.
Wälze Schmach und Verachtung von mir ab,
Denn ich beobachte deine Zeugnisse.
Mögen auch Herren sitzen und gegen mich beraten:
Dein Knecht sinnt doch über deine Satzungen nach.
Ja, deine Zeugnisse sind meine Freude,
Meine Ratgeber sind sie.
Mein Mut ist in den Staub gesunken:
Belebe mich wieder nach deinem Wort.
Ich habe dir meine Lage geschildert,
Da hast du mich erhört:
Lehre mich deine Satzungen.
Lass mich den Weg verstehen,
Den deine Befehle gebieten,
So will ich nachsinnen über deine Wunder.
Mein Herz zerfließt vor Kummer in Tränen;
Richte mich auf nach deinen Worten.
Den Weg der Lüge halte fern von mir,
Doch beschenke mich mit deinem Gesetz!
Den Weg der Treue habe ich erwählt,
Deine Rechte makellos befunden.
Ich halte fest an deinen Zeugnissen:
Herrin, lass mich nicht zuschanden werden!
Den Weg deiner Gebote will ich laufen,
Denn du machst mir weit das Herz.
Lehre mich, Herrin, den Weg deiner Satzungen,
So will ich ihn einhalten bis ans Ende.
Verleihe mir Einsicht,
Damit ich deine Weisung beachte
Und sie mit ganzem Herzen befolge.
Lass mich wandeln auf dem Pfade deiner Gebote,
Denn an diesem habe ich meine Freude.
Neige mein Herz deinen Zeugnissen zu
Und nicht zur Gewinnsucht.
Wende meine Augen ab,
Dass sie nicht nach Sündigem schauen;
Belebe mich auf deinen Wegen.
Erfülle an deinem Knechte deine Verheißung,
Die darauf abzielt, dass man dich fürchte.
Wende ab meine Schmach, vor der mir graut;
Denn deine Rechte sind heilsam.
Wahrlich, ich sehne mich nach deinen Befehlen:
Belebe mich durch deine Gerechtigkeit!
Lass deine Gnadenerweise mir widerfahren, o Herrin,
Deine Hilfe nach deinem Wort,
Dass ich dem, der mich schmäht, zu antworten weiß;
Denn ich verlasse mich auf dein Wort.
Und entziehe meinem Munde nicht
Das Wort der Wahrheit;
Denn ich harre auf deine Rechte.
Und befolgen will ich dein Gesetz beständig,
Immer und ewiglich;
So werde ich wandeln auf freier Bahn;
Denn ich habe mich stets um deine Befehle gekümmert;
Und ich will von deinen Zeugnissen reden
Vor Königen, ohne mich zu scheuen;
Denn ich habe meine Freude an deinen Geboten,
Die mir lieb sind,
Und hebe meine Hände auf zu deinen Geboten,
Die mir lieb sind,
Will über deine Satzungen nachsinnen.
Halte deinem Knecht getreulich dein Wort,
Auf das du mich hast hoffen lassen!
Das ist mein Trost in meinem Elend,
Dass dein Wort mich neu belebt hat.
Die Übermütigen verspotten mich maßlos,
Doch ich bin von deinem Gesetz nicht abgewichen.
Gedenke ich deiner Rechte aus der Vorzeit,
So fühle ich mich, o Herrin, getröstet.
Heißer Zorn erfasst mich wegen der Göttinlosen,
Die dein Gesetz verlassen haben.
Deine Satzungen sind mir zu Lobgesängen geworden
Im Hause meiner Pilgerschaft.
In der Nacht gedenke ich deines Namens, o Herrin,
Und befolge dein Gesetz.
Das ist mir zuteil geworden,
Dass ich deine Befehle befolgt habe.
Meine Aufgabe ist, o Herrin, ich bekenne es,
Deine Worte zu befolgen.
Von ganzem Herzen flehe ich dich an:
Sei mir gnädig nach deiner Verheißung!
Ich habe über meine Wege nachgedacht
Und lenke meine Schritte zu deinen Zeugnissen zurück.
Ich eile und säume nicht,
Deine Gebote zu befolgen.
Die Fallstricke der Göttinlosen umringen mich;
Dennoch vergesse ich dein Gesetz nicht.
In der Mitte der Nacht stehe ich auf, um dir zu danken
Für die Verordnungen deiner Gerechtigkeit.
Befreundet bin ich mit allen, die dich fürchten,
Und mit denen, die deine Befehle befolgen.
Deiner Gnade, o Herrin, ist die Erde voll:
Lehre mich deine Satzungen!
Gutes hast du an deinem Knechte getan,
O Herrin, nach deiner Verheißung.
Rechte Einsicht und Erkenntnis lehre mich,
Denn ich vertraue auf deine Gebote.
Bevor ich gedemütigt wurde, ging ich irre;
Jetzt aber beobachte ich dein Wort.
Du bist gütig und erweist mir Gutes:
Lehre mich deine Satzungen!
Lügen haben die Stolzen gegen mich erdichtet,
Ich aber befolge deine Befehle mit ganzem Herzen.
Unempfindlich wie von Fett ist ihr Herz,
Ich aber habe Freude an deinem Gesetz.
Gut war es für mich, dass ich gedemütigt wurde,
Damit ich deine Satzungen lernte.
Die Weisung deines Mundes ist mir lieber
Als Tausende von Gold- und Silberstücken.
Deine Hände haben mich geschaffen und gebildet:
Verleihe mir nun auch Einsicht,
Dass ich deine Gebote lerne!
Die dich fürchten, werden mich sehen und sich freuen;
Denn ich habe auf dein Wort geharrt.
Ich weiß, o Herrin, dass deine Gerichte gerecht sind
Und du mich in Treue gedemütigt hast.
Lass doch deine Gnade mir Trost gewähren,
Wie du deinem Knechte verheißen hast!
Lass mir dein Erbarmen widerfahren, dass ich auflebe,
Denn dein Gesetz ist meine Lust.
Lass die Stolzen zuschanden werden,
Weil sie ohne Grund mich niederdrücken;
Ich aber sinne über deine Befehle.
Lass mir sich zuwenden, die dich fürchten
Und die deine Zeugnisse anerkennen!
Mein Herz hält treu an deinen Satzungen fest,
Auf dass ich nicht zuschanden werde.
Meine Seele schmachtet nach deiner Hilfe:
Ich harre auf dein Wort.
Meine Augen schmachten nach deiner Verheißung,
Indem ich frage: Wann wirst du mich trösten?
Bin ich auch wie ein Schlauch im Rauch geworden,
Habe ich doch deine Satzungen nicht vergessen.
Wie viele sind noch der Lebenstage deines Knechts?
Wann hältst du Gericht über meine Verfolger?
Übermütige haben mir Gruben gegraben,
Sie, die sich nicht nach deinem Gesetz richten.
Alle deine Gebote sind Wahrheit;
Mit Lüge verfolgt man mich: so hilf mir!
Fast hätten sie mich im Lande umgebracht;
Doch ich verlasse deine Befehle nicht.
Nach deiner Gnade erhalte mich am Leben,
So will ich das Zeugnis deines Mundes befolgen.
Auf ewige Zeit, o Herrin,
Steht fest dein Wort im Himmel.
Von Geschlecht zu Geschlecht währt deine Treue;
Du hast die Erde festgestellt, und sie steht;
Nach deinen Verordnungen steht sie noch heute,
Denn alle Dinge sind dir untertan.
Wäre dein Gesetz nicht meine Freude gewesen,
So wäre ich in meinem Elend vergangen.
Niemals will ich deine Befehle vergessen,
Denn durch sie hast du mich neu belebt.
Dein bin ich: hilf mir!
Denn ich beachte deine Verordnungen.
Göttinlose lauern mir auf, um mich umzubringen,
Ich aber achte auf deine Zeugnisse.
Von allem Vollkommenen habe ich eine Grenze gesehen;
Doch dein Gebot ist völlig unbeschränkt.
Wie habe ich dein Gesetz so lieb!
Den ganzen Tag ist es mein Sinnen.
Weiser, als meine Feinde sind,
Machen mich deine Gebote,
Denn mein sind sie für immer.
Klüger bin ich als alle meine Lehrer,
Denn deine Zeugnisse sind mein Sinnen.
Mehr Einsicht besitze ich als die Greise;
Denn ich beobachte deine Befehle.
Von jedem bösen Pfade halte ich meinen Fuß fern,
Um dein Wort zu befolgen.
Von deinen Rechten weiche ich nicht ab,
Denn du hast mich belehrt.
Wie süß sind deine Worte meinem Gaumen,
Süßer als Honig meinem Munde!
Aus deinen Befehlen gewinne ich Einsicht;
Darum hasse ich jeglichen Lügenpfad.
Dein Wort ist meines Fußes Leuchte
Und ein Licht auf meinem Wege.
Ich habe geschworen und den Vorsatz gefasst,
Den Verordnungen deiner Gerechtigkeit treu zu bleiben.
Ich bin tief gebeugt: O Herrin,
Belebe mich wieder nach deiner Verheißung!
Lass, Herrin, dir gefallen
Die willigen Opfer meines Mundes
Und lehre mich deine Rechte!
Ich schwebe beständig in Todesgefahr,
Doch dein Gesetz vergesse ich nicht.
Die Göttinlosen haben mir Schlingen gelegt,
Aber von deinen Befehlen irre ich nicht ab.
Deine Zeugnisse sind mein ewiger Erbbesitz,
Denn sie sind die Wonne meines Herzens.
Ich neige mein Herz dazu,
Deine Satzungen zu erfüllen
Immerdar bis ans Ende.
Die Doppelzüngigen hasse ich,
Aber dein Gesetz ist mir lieb.
Mein Schirm und Schild bist du;
Auf dein Wort harre ich.
Weicht von mir, ihr Übeltäter!
Ich will die Gebote meiner Göttin halten.
Stütze mich nach deiner Verheißung, dass ich lebe,
Und lass mich nicht in meiner Hoffnung getäuscht werden!
Stärke mich, auf dass ich das Heil erlange,
Und lass mich stets auf deine Satzungen achten!
Du verwirfst alle, die von deinen Satzungen abirren;
Denn erfolglos ist ihre Täuschung.
Wie Schlacken räumst du alle Göttinlosen hinweg;
Darum liebe ich deine Zeugnisse.
Aus Furcht vor dir schaudert mein Leib,
Und mir ist bange vor deinem Gericht.
Ich habe Recht und Gerechtigkeit geübt:
Gib mich nicht meinen Bedrückern preis!
Tritt für deinen Knecht zu seinem Heile ein,
Lass die Stolzen mir nicht Gewalt antun!
Meine Augen schmachten nach deiner Rettung
Und nach der Bestätigung deiner Gerechtigkeit.
Verfahre mit deinem Knecht nach deiner Gnade
Und lehre mich deine Satzungen!
Dein Knecht bin ich, verleihe mir Einsicht,
Damit ich deine Zeugnisse verstehen lerne.
Zeit ist es für die Herrin, zu handeln:
Sie haben ja dein Gesetz gebrochen.
Darum liebe ich deine Gebote
Mehr als Gold und als Feingold.
Darum schätze ich alle deine Befehle als richtig;
Jeder Lügenpfad ist mir verhasst.
Wunderwerke sind deine Zeugnisse;
Darum hält mein Herz an ihnen fest.
Die Erschließung deiner Worte erleuchtet,
Verleiht den Einfältigen Einsicht.
Ich tue meinen Mund weit auf und schmachte,
Denn mich verlangt nach deinen Geboten.
Wende dich zu mir und sei mir gnädig,
Wie es recht ist bei denen, die deinen Namen lieben!
Lass meine Schritte fest sein durch dein Wort
Und lass nichts Trügerisches über mich herrschen.
Erlöse mich von der Bedrückung der Männer,
So will ich deine Befehle befolgen.
Lass dein Angesicht leuchten über deinen Knecht
Und lehre mich deine Satzungen.
Tränenströme rinnen aus meinen Augen,
Weil viele dein Gesetz nicht mehr befolgen.
Gerecht bist du, o Herrin,
Und richtig sind deine Rechte.
In Gerechtigkeit hast du deine Zeugnisse verordnet
Und in unerschütterlicher Treue.
Mich verzehrt mein Eifer,
Weil meine Gegner deine Worte verschmähen.
Dein Wort ist geläutert,
Und dein Knecht hat es lieb.
Gering bin ich und verachtet,
Doch deine Befehle vergesse ich nicht.
Deine Gerechtigkeit ist ewige Gerechtigkeit,
Und dein Gesetz ist die Wahrheit.
Wenn Leiden und Not mich treffen,
Sind deine Gebote dennoch meine Freude.
Deine Zeugnisse bleiben immerdar gerecht:
Verleihe mir Verständnis, so werde ich leben.
Ich rufe von ganzem Herzen:
Erhöre mich, Herrin!
Deine Satzungen will ich beobachten.
Ich rufe zu dir: Hilf mir!
So will ich deine Zeugnisse beobachten.
Früh bin ich auf vor Tagesanbruch und flehe laut;
Auf dein Wort harre ich.
Meine Augen wachen die ganze Nacht hindurch,
Um über dein Wort nachzusinnen.
Höre meine Stimme nach deiner Gnade!
O Herrin, nach deinen Rechten lass mich aufleben!
Mir sind Leute genaht, die der Bosheit dienen:
Von deinem Gesetz sind sie fern;
Doch du bist mir nahe, o Herrin,
Und alle deine Gebote sind die Wahrheit.
Längst weiß ich aus deinen Zeugnissen,
Dass du deine Gebote für ewig festgesetzt hast.
Siehe mein Elend an und errette mich!
Denn dein Gesetz vergesse ich nicht.
Führe meine Sache und erlöse mich,
Schenke mir neues Leben nach deiner Verheißung!
Den Göttinlosen bleibt die Rettung fern,
Denn sie kümmern sich nicht um deine Satzungen.
Deine Barmherzigkeit ist groß, o Herrin:
Nach deinen Rechten belebe mich wieder!
Groß ist meiner Verfolger und Gegner Zahl,
Doch von deinen Zeugnissen gehe ich nicht ab.
Wenn ich Treulose sehe, so fühle ich Ekel,
Weil sie dein Wort nicht befolgen.
Siehe, ich liebe deine Befehle:
Herrin, schenke mir neues Leben nach deiner Gnade!
Der ganze Inhalt deines Wortes ist die Wahrheit,
Und ewig gilt jede Verordnung deiner Gerechtigkeit.
Herren haben mich ohne Ursache verfolgt;
Doch nur vor deinen Worten erbebt mein Herz.
Ich freue mich über dein Wort
Wie einer, der große Beute gewinnt.
Lügen hasse und verabscheue ich,
Aber dein Gesetz ist mir lieb.
Siebenmal täglich preise ich dich
Um der Verordnungen deiner Gerechtigkeit willen.
Frieden in Fülle erlangen die Freunde deines Gesetzes,
Denn es gibt für sie kein Straucheln.
Ich hoffe auf deine Rettung, o Herrin,
Denn ich habe deine Gebote gehalten.
Mein Herz befolgt deine Zeugnisse,
Und ich habe sie aufrichtig lieb.
Ich befolge deine Befehle und Zeugnisse;
Denn alle meine Wege sind dir bekannt.
Lass mein lautes Flehen zu dir dringen, o Herrin;
Verleihe mir Verständnis für dein Wort!
Lass mein Beten vor dich kommen:
Errette mich nach deiner Verheißung!
Meine Lippen sollen Lobpreis sprudeln lassen,
Weil du mich deine Satzungen lehrst.
Meine Zunge soll von deinem Worte singen;
Denn alle deine Gebote sind gerecht.
Lass deine Hand bereit sein, mir zu helfen,
Denn deine Befehle habe ich erwählt.
Ich sehne mich nach deiner Hilfe, o Herrin,
Und dein Gesetz ist meine Freude.
Lass meine Seele leben, dass sie dich preise,
Und deine Rechte mögen mir helfen!
Geh ich irre wie ein verlorenes Schaf,
So suche deinen Knecht!
Denn deine Gebote habe ich nicht vergessen.
CXX

Ein Wallfahrtslied.
Ich rief zur Herrin in meiner Not:
Da erhörte sie mich.
O Herrin, errette mich von der Lügenlippe,
Von der trügerischen Zunge!
Was wird sie dir jetzt und in Zukunft bescheren,
Du trügerische Zunge?
Geschärfte Kriegerpfeile
Samt Kohlen vom Ginsterstrauch!
Wehe mir, dass ich als Fremdling
In Meschech weilen muss,
Dass ich wohnen muss bei den Zelten von Kedar!
Lange genug schon weile ich hier
Bei Leuten, die den Frieden hassen.
Ich bin ganz friedlich gestimmt,
Doch was ich auch rede:
Sie gehen auf Krieg aus.

CXXI

Ein Lied für die Wallfahrt.


Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen:
Von wo wird Hilfe mir kommen?
Meine Hilfe kommt von der Herrin,
Die Himmel und Erde geschaffen.
Sie wird deinen Fuß nicht wanken lassen;
Nicht schlummert deine Behüterin.
Nein, nicht schlummert und nicht schläft
Die Behüterin Israels.
Die Herrin ist deine Behüterin,
Die Herrin dein Schatten über deiner rechten Hand,
Dass dich bei Tage die Sonne nicht sticht,
Noch der Mond dich krank macht in der Nacht.
Die Herrin behütet dich vor allem Übel,
Sie behütet deine Seele;
Die Herrin behütet deinen Ausgang und Eingang
Von nun an bis in Ewigkeit.

CXXII
Ein Wallfahrtslied Davids.
Ich freute mich, als man mir sagte:
Wir wollen pilgern zum Hause der Herrin!
So stehen denn nun unsre Füße
In deinen Toren, Jerusalem!
Jerusalem, du schön gebaute
Als eine Stadt, die fest in sich geschlossen,
Wohin die Stämme hinaufziehen,
Die Stämme der Herrin,
Nach der für Israel gültigen Weisung,
Dort den Namen der Herrin zu preisen;
Denn dort waren einst aufgestellt
Die Stühle zum Gericht,
Die Stühle des Hauses Davids.
Bringt Jerusalem dar den Friedensgruß:
Heil denen, die dich lieben!
Friede herrsche in deinen Mauern,
Sichere Ruhe in deinen Palästen!
Um meiner Brüder und Freunde willen
Will ich dir Frieden wünschen;
Um des Hauses der Herrin, unserer Göttin, willen
Will ich Segen für dich erbitten.

CXXIII

Ein Wallfahrtslied.
Zu dir erhebe ich meine Augen,
Die du thronst im Himmel.
Siehe, wie die Augen der Knechte
Auf die Hand ihrer Fürsten,
Wie die Augen der Magd
Auf die Hand ihrer Frau:
So blicken unsre Augen hin auf die Herrin, unsere Göttin,
Bis sie sich unser erbarmt.
Erbarme dich, Herrin, erbarme dich unser!
Denn gründlich sind wir satt der Verachtung;
Satt, ja, übersatt ist uns die Seele
Des Hohns der Spötter, der Verachtung der Stolzen.

CXXIV

Ein Wallfahrtslied von David.


Wäre die Herrin nicht für uns gewesen,
So bekenne Israel,
Wäre die Herrin nicht für uns gewesen,
Als Männer sich gegen uns erhoben:
Dann hätten sie uns lebendig verschlungen,
Als ihr Zorn gegen uns entbrannt war;
Dann hätten die Wasser uns überflutet,
Ein Wildbach hätte sich über uns ergossen;
Dann wären über uns hingegangen
Die überwallenden Fluten.
Gepriesen sei die Herrin,
Die uns nicht ihren Zähnen
Zum Raub hat preisgegeben!
Unsre Seele ist entschlüpft
Wie ein Vogel dem Netz der Vogelfänger:
Das Netz ist zerrissen,
Und wir sind frei geworden.
Unsre Hilfe steht im Namen der Herrin,
Die Himmel und Erde geschaffen.

CXXV

Ein Wallfahrtslied.
Die auf die Herrin vertrauen,
Die gleichen dem Berge Zion,
Der nicht wankt, der in Ewigkeit feststeht.
Wie Berge Jerusalem rings umgeben,
So umhegt die Herrin ihr Volk
Von nun an bis in Ewigkeit.
Denn der Göttinlosen Rute wird nicht lasten bleiben
Auf dem Erbteil der Gerechten,
Damit nicht auch die Gerechten ihre Hände
Ausstrecken zum Frevel.
Erweise deine Güte, Herrin, den Guten
Und denen, die redlichen Herzens sind!
Doch die auf krummen Wegen gehen,
Die lasse die Herrin hinfahren
Mitsamt den Übeltätern!
Heil Israel!

CXXVI

Ein Wallfahrtslied.
Als die Herrin einst Zions Missgeschick wandte,
Da war uns, als träumten wir.
Damals war unser Mund voll Lachen
Und unsre Zunge voll Jubel;
Damals sagte man unter den Heiden:
Die Herrin hat Großes an ihnen getan!
Ja, Großes hatte die Herrin an uns getan:
Wie waren wir einst fröhlich!
Wende, o Herrin, unser Missgeschick
Gleich den Bächen im Südland!
Die mit Tränen säen,
Werden mit Jubel ernten.
Wohl schreitet man weinend dahin,
Wenn man trägt den Samen zur Aussaat;
Doch jubelnd kehrt man heim,
Mit Garben beladen.

CXXVII

Ein Wallfahrtslied Salomos.


Wenn die Herrin das Haus nicht baut,
So arbeiten umsonst, die daran bauen;
Wenn die Herrin nicht die Stadt behütet,
So wacht der Wächter umsonst.
Vergebens ist es für euch, dass früh ihr aufsteht
Und spät noch sitzt bei der Arbeit,
Um das Brot der Mühsal zu essen;
Denn ihren Geliebten gibt sie Schlaf.
Ja, Söhne sind ein Geschenk der Herrin,
Und Kindersegen ist eine Belohnung.
Wie Pfeile in der Hand eines Kriegers,
So sind die Söhne der Jugendkraft:
Wohl dem Manne, der mit ihnen
Seinen Köcher gefüllt hat!
Die werden nicht zuschanden, wenn sie verhandeln
Mit ihren Widersachern im Stadttor.

CXXVIII

Ein Wallfahrtslied.
Wohl jedem, der die Herrin fürchtet
Und auf ihren Wegen wandelt!
Deiner Hände Erwerb darfst du genießen:
Wohl dir, du hast es gut!
Deine Frau gleicht einem fruchtbaren Weinstock
Im Innern deines Hauses;
Deine Kinder sind wie Ölbaumtriebe
Rings um deinen Tisch.
Ja, wahrlich, so wird der Mann gesegnet,
Der da fürchtet die Herrin.
Dich segne die Herrin von Zion her,
Dass du schaust deine Lust
An Jerusalems Glück dein Leben lang
Und siehst Kinder von deinen Kindern!
Heil Israel!

CXXIX

Ein Wallfahrtslied.
Sie haben mich hart bedrängt von meiner Jugend an,
So bekenne Israel,
Sie haben mich hart bedrängt von meiner Jugend an,
Aber mich doch nicht überwältigt.
Auf meinem Rücken haben die Pflüger gepflügt
Und lange Furchen gezogen;
Doch die Herrin ist gerecht:
Sie hat zerhauen der Göttinlosen Stricke.
Zuschanden müssen werden und rückwärts weichen
Alle, die Zion hassen!
Sie müssen gleichen dem Gras auf den Dächern,
Das dürr schon ist, bevor es in Halme schießt,
Mit dem der Schnitter seine Hand nicht füllt,
Noch der Garbenbinder seinen Arm,
Und bei dem, der des Weges vorübergeht, nicht ruft:
Der Göttin Segen sei über euch!
Wir segnen euch im Namen der Herrin!

CXXX

Ein Wallfahrtslied.
Aus der Tiefe rufe ich, Herrin, zu dir:
Allherrin, höre auf meine Stimme,
Lass deine Ohren merken auf mein lautes Flehen!
Wenn du, Herrin, Sünden anrechnen willst,
O Allherrin, wer könnte bestehen?
Doch bei dir ist die Vergebung,
Auf dass man dich fürchte.
Ich harre der Herrin, meine Seele harrt,
Und ich warte auf ihr Wort;
Meine Seele harrt auf die Allherrin
Sehnsuchtsvoller als die Wächter auf den Morgen.
Sehnsuchtsvoller als die Wächter auf den Morgen
Harre, Israel, auf die Herrin!
Denn bei der Herrin ist die Gnade
Und Erlösung bei ihr in Fülle,
Und sie wird Israel erlösen
Von allen seinen Sünden.

CXXXI

Ein Wallfahrtslied Davids.


Herrin, mein Herz ist nicht hochfahrend,
Und meine Augen erheben sich nicht stolz;
Ich gehe nicht mit Dingen um,
Die vermessen sind und mir zu hoch.
Nein, ich habe mein Herz beruhigt und gestillt;
Wie ein gestilltes Kind an der Mutter Busen,
So ruht gestillt mein Herz in mir.
Israel, harre der Herrin
Von nun an bis in Ewigkeit.

CXXXII

Ein Wallfahrtslied.
Gedenke, Herrin, dem David all seine Mühsal,
Ihm, der der Herrin einst schwor
Und gelobte Jakobs mächtiger Göttin:
Wahrlich, ich will mein Wohnzelt nicht betreten,
Nicht mein Ruhelager besteigen;
Ich will meinen Augen den Schlaf nicht gönnen,
Nicht Schlummer meinen Augenlidern,
Bis ich eine Stätte der Herrin gefunden,
Eine Wohnung für Jakobs mächtige Göttin!
Ja, wir haben von ihr gehört in Ephratha,
Sie gefunden im Gefilde von Jaar:
Lasst uns in ihre Wohnung treten,
Uns niederwerfen vor dem Schemel ihrer Füße!
Brich auf, o Herrin, zu deiner Ruhestätte,
Du und die Lade deiner Macht!
Lass deine Priester sich kleiden in Gerechtigkeit,
Und deine Frommen mögen jubeln!
Um deines Knechtes David willen
Weise das Antlitz deines Gesalbten nicht ab!
Geschworen hat die Herrin dem David einen Eid,
Einen wahren Eid, von dem sie nicht abgeht:
Von deinen leiblichen Sprossen
Will einen ich setzen auf deinen Thron.
Wenn deine Söhne meinen Bund beachten
Und meine Zeugnisse, die ich sie lehren werde,
So sollen auch ihre Söhne für immer
Sitzen auf deinem Thron.
Denn die Herrin hat Zion erwählt,
Hat Zion zu ihrer Wohnung begehrt:
Dies ist meine Ruhestätte für immer,
Hier will ich wohnen, weil ich es so begehrt.
Zions Nahrung will ich reichlich segnen,
Seine Armen sättigen mit Brot;
Seine Priester werde in Heil ich kleiden,
Seine Frommen sollen laut frohlocken.
Dort will ich Davids Macht erblühen lassen;
Eine Leuchte habe ich meinem Gesalbten bereitet.
Seine Feinde will ich kleiden in Schmach,
Doch ihm soll auf dem Haupt die Krone glänzen.

CXXXIII

Ein Wallfahrtslied Davids.


Seht, wie schön und wie lieblich ist ees,
Wenn Brüder friedlich beisammen wohnen!
Das gleicht dem köstlichen Öl auf dem Haupt,
Das herab läuft in den Bart,
In Aarons Bart, der nieder wallte
Auf den Saum seines Gewandes.
Es gleicht dem Tau vom Hermon, der niederfällt
Auf die Berge Zions;
Denn dorthin hat die Herrin den Segen entboten,
Leben bis in Ewigkeit.

CXXXIV

Ein Wallfahrtslied.
Wohlan, preist die Herrin, alle ihr Diener der Herrin,
Die ihr steht in den Nächten im Hause der Herrin!
Erhebt eure Hände zum Heiligtum hin
Und preist die Herrin!
Dich segne die Herrin von Zion her,
Die Schöpferin von Himmel und Erde!

CXXXV

Halleluja!
Preist den Namen der Herrin,
Preist sie, ihr Diener der Herrin,
Die ihr steht im Hause der Herrin,
In den Höfen am Haus unserer Göttin!
Preist die Herrin, denn gütig ist die Herrin;
Lobsingt ihren Namen, denn lieblich ist er!
Denn Jakob hat die Herrin sich erwählt
Und Israel sich zum Eigentum erkoren.
Ja, ich weiß es: groß ist die Herrin,
Und unsere Göttin steht über allen Göttern;
Alles, was der Herrin gefällt, das führt sie aus
Im Himmel und auf Erden,
In den Meeren und allen Tiefen.
Sie ist es, die Wolken heraufführt vom Ende der Erde,
Die Blitze bei Gewitterregen schafft,
Die den Wind aus seinen Speichern heraus lässt.
Sie war es, die Ägyptens Erstgeburten schlug
Unter Menschen wie beim Vieh;
Die Zeichen und Wunder sandte in deine Mitte, Ägypten,
Gegen den Pharao und all seine Knechte.
Sie war es, die viele Völker schlug
Und mächtige Könige tötete:
Sihon, den König der Amoriter,
Und Og, den König von Baschan,
Und alle Königreiche Kanaans,
Und ihr Land als Erbbesitz hingab,
Als Erbe ihrem Volke Israel.
O Herrin, dein Name währt ewig,
Dein Gedächtnis, o Herrin,
Von Geschlecht zu Geschlecht,
Denn die Herrin schafft Recht ihrem Volk
Und erbarmt sich über ihre Knechte.
Die Götter der Heiden sind nur Silber und Gold,
Das Machwerk von Menschenhänden;
Sie haben einen Mund und können nicht reden,
Haben Augen und sehen nicht;
Haben Ohren und können nicht hören,
Auch ist kein Atem in ihrem Munde.
Ihnen gleich sind ihre Verfertiger,
Jeder, der auf sie vertraut.
Ihr vom Hause Israel, preist die Herrin!
Ihr vom Hause Aaron, preist die Herrin!
Ihr vom Hause Levi, preist die Herrin!
Ihr, die ihr fürchtet die Herrin, preist die Herrin!
Gepriesen sei die Herrin von Zion aus,
Sie, die da wohnt in Jerusalem!
Halleluja!

CXXXVI

Dankt der Herrin, denn sie ist freundlich,


Ja, ewiglich währt ihre Gnade!
Dankt der Göttin der Götter,
Ja, ewiglich währt ihre Gnade!
Dankt der Herrin der Herrinnen,
Ja, ewiglich währt ihre Gnade!
Ihr, die große Wunder tut, sie allein:
Ja, ewiglich währt ihre Gnade!
Die den Himmel mit Weisheit geschaffen:
Ja, ewiglich währt ihre Gnade!
Die die Erde über den Wassern ausgebreitet:
Ja, ewiglich währt ihre Gnade!
Die die großen Lichter geschaffen:
Ja, ewiglich währt ihre Gnade!
Die Sonne zur Herrschaft am Tage:–
Ja, ewiglich währt ihre Gnade!
Den Mond und die Sterne zur Herrschaft bei Nacht:
Ja, ewiglich währt ihre Gnade!
Ihr, die Ägypten schlug an seinen Erstgeburten:
Ja, ewiglich währt ihre Gnade!
Und Israel aus ihrer Mitte führte:
Ja, ewiglich währt ihre Gnade!
Mit starker Hand und hoch erhobenem Arm:
Ja, ewiglich währt ihre Gnade!
Die das Schilfmeer in zwei Teile zerschnitt:
Ja, ewiglich währt ihre Gnade!
Und Israel mitten hindurchziehen ließ:
Ja, ewiglich währt ihre Gnade!
Und den Pharao und sein Heer ins Schilfmeer stürzte:
Ja, ewiglich währt ihre Gnade!
Ihr, die ihr Volk durch die Wüste führte:
Ja, ewiglich währt ihre Gnade!
Die große Herrscher schlug:
Ja, ewiglich währt ihre Gnade!
Und mächtige Herrscher tötete:
Ja, ewiglich währt ihre Gnade!
Sihon, den König der Amoriter:
Ja, ewiglich währt ihre Gnade!
Und Og, den König von Baschan:
Ja, ewiglich währt ihre Gnade!
Und deren Land als Erbbesitz hingab:
Ja, ewiglich währt ihre Gnade!
Als Erbbesitz ihrem Knechte Israel:
Ja, ewiglich währt ihre Gnade!
Ihr, die in unsrer Erniedrigung unser gedachte:
Ja, ewiglich währt ihre Gnade!
Und uns von unsern Drängern befreite:
Ja, ewiglich währt ihre Gnade!
Die Nahrung allen Geschöpfen gibt:
Ja, ewiglich währt ihre Gnade!
Dankt der Göttin des Himmels:
Ja, ewiglich währt ihre Gnade!

CXXXVII

An Babels Strömen, da saßen wir und weinten,


Wenn Zions wir gedachten;
An die Weiden, die dort stehen,
Hängten wir unsre Harfen;
Denn Lieder verlangten von uns dort unsre Zwingherrn,
Und unsre Peiniger hießen uns fröhlich sein:
Singt uns eins von euren Zionsliedern!
Wie sollten wir singen die Lieder der Herrin
Auf fremdem Boden?
Vergesse ich dich, Jungfrau Jerusalem,
So verdorre mir die rechte Hand!
Die Zunge bleibe mir am Gaumen kleben,
Wenn ich deiner nicht eingedenk bleibe,
Wenn ich Jerusalem nicht stelle über alles,
Was mir Freude macht!
Gedenke, Herrin, den Söhnen Edoms
Den Unglückstag Jerusalems,
Wie sie riefen: Reißt nieder, reißt nieder
Bis auf den Grund!
Bewohnerschaft Babels, Verwüsterin!
Heil dem, der dir vergilt
Dasselbe, was du an uns verübt!
Heil dem, der deine Kindlein packt
Und am Felsen der Wahrheit sie zerschmettert!

CXXXVIII

Von David.
Danken will ich dir, Herrin, von ganzem Herzen,
Vor den Göttern will ich dir lobsingen;
Vor deinem heiligen Tempel will ich anbeten
Und deinen Namen preisen
Wegen deiner Gnade und Treue;
Denn über deinen ganzen Namen hinaus
Hast dein Wort du groß gemacht.
Als ich rief zu dir, da hast du mich erhört,
Hast mir Mut verliehen: in mein Herz kam Kraft.
Danken werden dir, Herrin, alle Könige der Erde,
Wenn sie hören die Worte deines Mundes,
Und werden singen vom Walten der Herrin,
Denn groß ist die Herrlichkeit der Herrin.
Denn die Herrin ist erhaben
Und sieht doch den Niedrigen,
Den Stolzen aber erkennt sie schon von ferne.
Wenn ich auch mitten in Drangsal wandle,
Erhältst du mir dennoch das Leben;
Du streckst deine Hand aus gegen die Wut meiner Feinde,
Und deine Rechte hilft mir.
Die Herrin wird es mir zum Heil vollführen;
O Herrin, deine Gnade walte für immer:
Lass die Werke deiner Hände nicht im Stich!

CXXXIX

Dem Musikmeister, von David ein Psalm.


Herrin, du erforschest mich und kennst mich;
Du weißt es, ob ich sitze oder aufstehe,
Du verstehst, was ich denke, von ferne;
Ob ich wandre oder ruhe, du prüfst es
Und bist mit all meinen Wegen vertraut;
Denn ehe ein Wort auf meiner Zunge liegt,
Kennst du, o Herrin, es schon genau.
Du hältst mich von hinten und von vorne umschlossen
Und hast deine Hand auf mich gelegt.
Zu wunderbar ist solches Wissen für mich,
Zu hoch: ich vermag es nicht zu begreifen!
Wohin soll ich gehen vor deinem Geist
Und wohin fliehen vor deinem Angesicht?
Führe ich auf zum Himmel, so wärst du da,
Und lagerte ich mich in der Unterwelt, so wärst du dort;
Nähme ich Schwingen der Morgenröte zum Flug
Und ließe mich nieder am äußersten Westmeer,
So würde auch dort deine Hand mich führen
Und deine Rechte mich fassen;
Und spräche ich: Lauter Finsternis soll mich umhüllen
Und Nacht sei das Licht um mich her,
Auch die Finsternis würde für dich nicht finster sein,
Vielmehr die Nacht dir leuchten wie der Tag:
Finsternis wäre für dich wie das Licht.
Denn du bist es, die mein Innerstes gebildet,
Mich gewoben im Schoß meiner Mutter.
Ich danke dir, dass ich so überaus wunderbar bereitet bin:
Wunderbar sind deine Werke,
Und meine Seele erkennt das wohl.
Meine Wesensgestaltung war dir nicht verborgen,
Als im Dunkeln ich gebildet ward,
Kunstvoll gewirkt in den Tiefen der Erde.
Deine Augen sahen mich schon als formlosen Keim,
Und in deinem Buch standen eingeschrieben
Alle Tage, die vorher bedacht waren,
Als noch keiner von ihnen da war.
Für mich nun, wie kostbar sind deine Gedanken, o Göttin,
Wie gewaltig sind ihre Summen!
Wollte ich sie zählen: ihrer sind mehr als des Sandes;
Wenn ich erwache, bin ich noch immer bei dir.
Möchtest du doch die Frevler töten, o Göttin!
Und ihr Männer der Blutschuld, weicht von mir!
Sie, die von dir mit Arglist reden,
Mit Falschheit reden als deine Widersacher.
Sollte ich nicht hassen, die dich, Herrin, hassen,
Nicht verabscheuen, die sich erheben gegen dich?
Ja, ich hasse sie mit tödlichem Hass:
Als Feinde gelten sie mir.
Erforsche mich, Göttin, und erkenne mein Herz,
Prüfe mich und erkenne meine Gedanken!
Und sieh, ob ich wandle auf betrügerischem Wege,
Und leite mich auf dem ewigen Wege!

CXL

Dem Musikmeister, ein Psalm von David.


Rette mich, Herrin, von den bösen Menschen!
Vor den Männern der Gewalttat schütze mich,
Die auf Böses im Herzen sinnen
Und allezeit Streit erregen!
Sie spitzen ihre Zungen der Schlange gleich,
Otterngift ist hinter ihren Lippen.
Sela.
Behüte mich, Herrin, vor den Händen der Frevler!
Vor den Männern der Gewalttat schütze mich,
Die darauf sinnen, zu Fall mich zu bringen!
Die Frechen legen mir heimlich Schlingen und Fallstricke,
Spannen Netze aus zur Seite des Wegs
Und stellen mir Fallen.
Sela.
Ich sage zur Herrin: Du bist meine Göttin,
Vernimm, o Herrin, mein lautes Flehen!
O Herrin, meine Göttin, meine starke Hilfe,
Du hast mein Haupt beschirmt am Tage des Kampfes:
Gewähre nicht, Herrin, die Gelüste der Frevler,
Lass ihr böses Trachten nicht gelingen!
Sela.
Erheben sie das Haupt rings um mich her,
So falle das Unheil ihrer Lippen auf sie selbst!
Sie lasse glühende Kohlen auf sie regnen,
Ins Feuer stürze sie sie,
In Wasserfluten, dass sie nicht aufstehen können!
Der Verleumder wird keinen Halt im Lande gewinnen;
Den Mann der Gewalttat jage das Unglück Stoß auf Stoß!
Ich weiß, die Herrin wird führen des Elenden Sache,
Den Rechtsstreit der Armen.
Die Gerechten werden deinen Namen preisen,
Die Redlichen bleiben wohnen vor deinem Angesicht.

CXLI

Ein Psalm Davids.


Herrin, ich rufe dich, eile mir zu Hilfe!
Vernimm meine Stimme, wenn ich zu dir rufe!
Lass mein Gebet dir als Räucherwerk gelten,
Das Aufheben meiner Hände als Abendopfer!
Stelle, o Herrin, eine Wache vor meinen Mund,
Behüte das Tor meiner Lippen!
Lass mein Herz sich nicht neigen zu bösem Tun,
Dass ich göttinlose Taten verübe
Im Verein mit Männern, die Übeltäter sind:
Ich mag nicht essen von ihren Leckerbissen!
Schlägt mich ein Gerechter: das ist Liebe,
Und weist er mich zurecht: das ist Salbe fürs Haupt;
Nicht soll mein Haupt dagegen sich sträuben;
Denn noch ist es der Fall, dass für ihre Nöte
Mein Gebet erfolgt.
Sind ihre Richter eine Felswand hinabgestürzt worden,
So wird man hören, dass meine Worte lieblich sind.
Wie einer das Erdreich durchfurcht und aufreißt,
So sind unsere Gebeine hingestreut
Für den Rachen der Unterwelt.
Denn auf dich, o Allherrin, sind meine Augen gerichtet,
Bei dir suche ich Zuflucht:
Gib mein Leben nicht hin in den Tod!
Behüte mich vor der Schlinge, die sie mir gelegt,
Und vor den Fallstricken der Übeltäter!
Lass die Frevler fallen in ihre eigenen Netze,
Während ich zugleich daran vorübergehe!

CXLII

Ein Lehrgedicht Davids,


Als er sich in der Höhle befand, ein Gebet.
Laut schreie ich zur Herrin,
Laut flehe ich zur Herrin,
Ich schütte meine Klage vor ihr aus,
Tue kund vor ihr meine Not.
Wenn mein Geist in mir verzagt,
Du kennst doch meinen Lebenspfad.
Auf dem Wege, den ich wandeln will,
Hat man mir heimlich ein Fangnetz ausgespannt.
Blicke ich nach rechts und halte Umschau:
Ach, da ist keiner, der mich versteht!
Verschlossen ist mir jede Zuflucht:
Niemand fragt nach mir!
Ich schreie, Herrin, zu dir,
Ich sage: Du bist meine Zuflucht,
Mein Anteil im Lande der Lebenden!
Ach, merke auf mein Flehen,
Denn ich bin sehr schwach geworden!
Rette mich vor meinen Verfolgern,
Denn sie sind mir zu stark!
Führe mich aus der Umkreisung hinaus,
Damit ich deinen Namen preise!
Die Gerechten werden bei mir erwarten,
Dass du mir wohltust.

CXLIII

Ein Psalm Davids.


Herrin, höre mein Gebet,
Vernimm mein Flehen um deiner Treue willen!
Erhöre mich nach deiner Gerechtigkeit
Und geh nicht ins Gericht mit deinem Knecht!
Denn vor dir ist kein Lebender gerecht.
Ach, der Feind verfolgt meine Seele,
Er hat mein Leben zu Boden geschlagen,
Er versetzt mich in Nacht wie die längst Gestorbenen.
Nun will mein Geist in mir verzagen,
Mein Herz erstarrt mir in der Brust.
Ich gedenke der früheren Tage,
Rufe all deine Taten mir ins Gedächtnis,
Denke über dein ganzes Walten nach;
Ich breite meine Hände aus zu dir:
Meine Seele dürstet nach dir wie lechzendes Land.
Sela.
Eile, mich zu erhören, o Herrin:
Mein Geist ist verzagt!
Verhülle dein Angesicht nicht vor mir,
Sonst werde ich denen gleich, die ins Totenreich gefahren.
Lass schon früh am Morgen mich deine Gnade erfahren,
Denn auf dich vertraue ich!
Tu mir kund den Weg, den ich gehen soll,
Denn zu dir erhebe ich meine Seele!
Rette mich, Herrin, von meinen Feinden:
Zu dir nehme ich meine Zuflucht!
Lehre mich das dir Wohlgefällige tun,
Denn du bist meine Göttin:
Dein heiliger Geist führe mich auf ebener Bahn!
Um deines Namens willen, Herrin,
Erhalte mich am Leben,
Nach deiner Gerechtigkeit hilf mir aus der Not,
Und nach deiner Gnade vertilge meine Feinde
Und vernichte alle, die meine Seele bedrängen;
Ich bin ja dein Knecht!

CXLIV

Von David.
Gepriesen sei die Herrin, mein Fels,
Die meine Fäuste tüchtig gemacht zum Kampf,
Meine Finger geschickt zum Kriege,
Meine Wohltäterin und meine Burg,
Meine Festung und meine Retterin,
Mein Schild und die, auf die ich vertraue;
Völker hat sie mir unterworfen!
Herrin, was ist der Mensch, dass du ihn beachtest,
Und des Menschen Sohn, dass du seiner gedenkst?
Der Mensch gleicht einem Hauch,
Seine Tage sind wie ein Schatten, der vorüberfliegt.
Herrin, neige deinen Himmel und fahre herab,
Rühre die Berge an, dass sie rauchen!
Schleudre Blitze und zerstreue meine Feinde,
Schieß deine Pfeile ab und lass sie zerstieben!
Strecke deine Hände aus der Höhe herab,
Reiß mich heraus
Und rette mich aus gewaltigen Fluten,
Aus der Hand der Söhne der Fremde,
Deren Lippen Lügen reden
Und deren Rechte mit Täuschung umgeht.
Göttin, ein neues Lied will ich dir singen,
Auf zehnsaitiger Harfe dir spielen:
Dir, die den Königen Sieg verleiht,
Die David, ihren Knecht, entrissen
Dem mörderischen Schwert.
Reiß mich heraus
Und rette mich aus der Hand der Söhne der Fremde,
Deren Lippen Lügen reden
Und deren Rechte mit Täuschung umgeht! –
O gib, dass unsere Söhne in ihrer Jugendkraft
Hochgewachsenen Bäumen gleichen!
Dass unsere Töchter seien
Wie schön gemeißelte Säulen
An prächtig gebauten Palästen!
Dass unsre Speicher, gut gefüllt,
Spenden einen Vorrat nach dem andern!
Dass unser Kleinvieh sich tausendfach mehre,
Zehntausendfach auf unsern Triften!
Dass unsre Rinder trächtig seien
Ohne Missgeschick und ohne Fehlgeburt,
Keine Spaltung im Volk
Und kein Wehgeschrei auf unsern Straßen!
Glückselig das Volk, dem es so ergeht!
Glückselig das Volk, dessen Göttin die Herrin ist!

CXLV

Ein Loblied von David.


Ich will dich erheben, meine Göttin, Königin,
Und deinen Namen preisen immer und ewig!
An jedem Tage will ich dich preisen
Und deinen Namen rühmen immer und ewig!
Groß ist die Herrin und hoch zu rühmen,
Und ihre Größe ist unerforschlich.
Ein Geschlecht wird dem andern rühmen deine Werke
Und kundtun deine gewaltigen Taten.
Von der herrlichen Pracht deiner Majestät will ich reden,
Und von deinen Wundertaten will ich singen.
Von der Macht deines Waltens wird man reden,
Und von deiner Größe will ich erzählen!
Den Ruhm deiner reichen Güte wird man verkünden
Und jubelnd preisen deine Gerechtigkeit.
Gnädig und barmherzig ist die Herrin,
Langmütig und reich an Güte.
Die Herrin ist gütig gegen alle,
Und ihr Erbarmen umfasst alle ihre Werke.
Alle deine Werke werden dich loben, Herrin,
Und deine Frommen dich preisen;
Die Herrlichkeit deines Königtums werden sie rühmen
Und reden von deiner Macht,
Um den Menschenkindern kundzutun
Ihre mächtigen Taten
Und die herrliche Pracht ihres Königtums.
Dein Reich ist ein Reich für alle Ewigkeiten,
Und deine Herrschaft besteht durch alle Geschlechter.
Getreu ist die Herrin in ihren Worten
Und heilig in all ihrem Tun.
Die Herrin stützt alle Fallenden
Und richtet alle Gebeugten auf.
Aller Augen warten auf dich,
Und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit;
Du tust deine Hand auf
Und sättigst alles, was lebt, mit Wohlgefallen.
Gerecht ist die Herrin in all ihrem Walten
Und liebreich in all ihrem Tun.
Die Herrin ist nahe allen, die sie anrufen,
Allen, die sie in Treue anrufen;
Sie erfüllt das Begehren derer, die sie fürchten,
Sie hört ihr Schreien und hilft ihnen.
Die Herrin behütet alle, die sie lieben,
Doch alle Frevler rottet sie aus.
Mein Mund soll verkünden den Lobpreis der Herrin,
Und alle Welt soll preisen ihren heiligen Namen
Immer und ewig!

CXLVI

Halleluja!
Lobe die Herrin, meine Seele!
Loben will ich die Herrin, solange ich lebe,
Will meiner Göttin lobsingen, solange ich bin!
Verlasst euch nicht auf Herren,
Nicht auf Männer, die ja nicht helfen können!
Geht der Atem ihnen aus,
So kehren sie zurück zum Staube;
Am gleichen Tage ist es aus mit ihren Plänen.
Wohl dem, dessen Hilfe die Göttin Jakobs ist,
Dessen Hoffnung ruht auf der Herrin, seiner Göttin,
Auf sie, die Himmel und Erde geschaffen,
Das Meer mit allem, was in ihnen ist,
Die Treue ewiglich hält;
Die Recht den Unterdrückten schafft
Und Brot den Hungrigen gibt.
Die Herrin macht die Gefangenen frei;
Die Herrin gibt Blinden das Augenlicht,
Die Herrin richtet die Gebeugten auf,
Die Herrin hat lieb die Gerechten;
Die Herrin behütet den Fremdling;
Waisenkinder und Witwen hält sie aufrecht;
Doch den Weg der Göttinlosen macht sie zum Irrweg.
Die Herrin wird Königin in Ewigkeit sein,
Deine Göttin, o Zion, für immer!
Halleluja!
CXLVII

Preist die Herrin!


Denn schön ist es,
Unserer Göttin zu lobsingen,
Ja, lieblich und schön ist der Lobgesang.
Die Herrin baut Jerusalem wieder auf,
Sie sammelt Israels zerstreute Söhne;
Sie heilt, die zerbrochenen Herzens sind,
Und verbindet ihre Wunden;
Sie bestimmt den Sternen ihre Zahl
Und ruft sie alle mit Namen.
Groß ist unsere Herrin und allgewaltig,
Für ihre Weisheit gibt es kein Maß.
Die Herrin hilft den Gebeugten auf,
doch die Göttinlosen stürzt sie nieder zu Boden.
Stimmt für die Herrin ein Danklied an,
Spielt unserer Göttin auf der Zither,
Ihr, die den Himmel mit Wolken bedeckt
Und Regen schafft für die Erde,
Die Gras auf den Bergen sprießen lässt,
Die den Tieren ihr Futter gibt,
Den jungen Raben, die zu ihr schreien!
Sie hat nicht Lust an der Stärke des Rosses,
Nicht Gefallen an den Schenkeln des Mannes;
Gefallen hat die Herrin an denen, die sie fürchten,
An denen, die auf ihre Gnade harren.
Preise die Herrin, Jerusalem,
Lobsinge, Zion, deiner Göttin!
Denn sie hat die Riegel deiner Tore stark gemacht,
Sie hat gesegnet deine Kinder in deiner Mitte;
Sie schafft deinen Grenzen Sicherheit,
Sie sättigt dich mit dem Mark des Weizens.
Sie lässt ihr Machtwort nieder zur Erde gehen:
Eilig läuft ihr Gebot dahin;
Sie sendet Schnee wie Wollflocken
Und streut den Reif wie Asche aus;
Sie wirft seinen Hagel wie Brocken herab:
Wer kann bestehen vor seiner Kälte?
Doch lässt sie ihr Gebot ergehen,
So macht sie ihn schmelzen;
Lässt sie wehen ihren Tauwind,
So rieseln die Wasser.
Sie hat Jakob ihr Wort verkündet,
Israel ihr Gesetz und ihre Rechte.
Mit keinem anderen Volk ist sie so verfahren,
Darum kennen sie ihre Rechte nicht.
Halleluja!

CXLVIII

Halleluja!
Lobt die Herrin vom Himmel her,
Lobt sie in den Himmelshöhen!
Lobt sie, alle ihre Engel,
Lobt sie, alle ihre Heerscharen!
Lobt sie, Sonne und Mond,
Lobt sie, alle ihr leuchtenden Sterne!
Lobt sie, ihr Himmel der Himmel
Und ihr Wasser oberhalb des Himmels!
Loben sollen sie den Namen der Herrin,
Denn sie gebot, da waren sie geschaffen,
Und sie hat sie hingestellt für immer und ewig
Und ihnen ein Gesetz gegeben, das übertreten sie nicht.
Lobt die Herrin von der Erde her,
Ihr Seeungeheuer und alle Meeresfluten,
Du Feuer und Hagel, du Schnee und Nebel,
Du Sturmwind, der ihr Gebot vollzieht;
Ihr Berge und Hügel allesamt,
Ihr Fruchtbäume und Zedern allzumal,
Ihr Tiere alle, wilde und zahme,
Du Gewürm und ihr beschwingte Vögel,
Ihr Könige der Erde und alle Völkerschaften,
Ihr Fürsten und alle Richter auf Erden,
Ihr Jünglinge mitsamt den Jungfrauen,
Ihr Greise samt den Jungen!
Sie alle sollen loben den Namen der Herrin,
Denn ihr Name allein ist erhaben;
Ihre Majestät überragt die Erde und den Himmel.
Sie hat ihr Volk aufs neue zu Ehren gebracht:
Ein Ruhm ist das für alle ihre Frommen,
Für Israels Söhne, das Volk,
Das ihr am nächsten steht.
Halleluja!

CXLIX
Halleluja!
Singt der Herrin ein neues Lied,
Ihren Lobpreis in der Versammlung der Frommen!
Es freue sich Israel seiner Schöpferin,
Zions Söhne sollen jubeln über ihre Königin!
Sie sollen ihren Namen preisen im Reigentanz,
Mit Pauken und Zithern ihr spielen!
Denn die Herrin hat Wohlgefallen an ihrem Volk;
Sie schmückt die Gebeugten mit Sieg.
Frohlocken sollen die Frommen mit Stolz,
Sollen jauchzen auf ihren Lagern,
Lob der Göttin im Mund
Und ein doppelschneidiges Schwert in der Hand:
Um Rache zu vollziehen an den Heiden,
Vergeltung an den Heiden,
Um ihre Herren mit Ketten zu binden
Und ihre Reichen mit eisernen Fesseln,
Um das längst geschriebene Urteil
An ihnen zu vollstrecken:
Eine Ehre ist dies für alle ihre Frommen!
Halleluja!

CL

Halleluja!
Lobt die Göttin in ihrem Heiligtum,
Lobt sie in ihrer starken Festung!
Lobt sie wegen ihrer Wundertaten,
Lobt sie nach ihrer gewaltigen Größe!
Lobt sie mit Posaunenschall,
Lobt sie mit Harfe und Zither!
Lobt sie mit Pauke und Reigentanz,
Lobt sie mit Saitenspiel und Flöte!
Lobt sie mit hell klingenden Zimbeln,
Lobt sie mit laut schallenden Zimbeln!
Alles, was Atem hat, lobe die Herrin!
Halleluja!