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Inwieweit sollten bei dem Bau und Inbetriebnahme von Windparks die Bürgerinitiativen

berücksichtigt werden?

Was ist eine Bürgerinitiative?


Eine Bürgerinitiative wird definiert als einen „Zusammenschluss von Bürgern und
Bürgerinnen mit dem Ziel, bestimmte Vorhaben, die die Gemeinde oder der Staat nicht im
Sinne der Bürger löst, durch Widerstand zu Fall zu bringen“.

Aber was haben Bürgerinitiativen mit den Windparks zu tun? Mit diesem Referat möchte
ich genau dies erklären und meine Frage beantworten, inwieweit die Bürgerinitiativen bei
dem Bau und Inbetriebnahme von Windparks berücksichtigt werden sollten.

Aktuelle Situation der Windenergie in Deutschland


Deutschland war bis zum Jahr 2018 in Europa das Land, das die erste Position was
Windkraftanlagen betrifft, besetzte. Es gab, bis zum Jahr 2018, laut Bundesamt für
Windenergie, insgesamt 30.518 installierte Windenergieanlagen, mit einer Gesamtleistung
von 59.313 Megawatt. Circa 20,4% des erzeugten Stroms kommt heutzutage von der
Windkraft und jeden Tag werden neue Parks geplant, oder ältere Windräder werden durch
neuere und moderne Räder ersetzt. Die meisten Windräder sind in Niedersachsen und
danach in Schleswig-Holstein und Brandenburg. Das kann man auf dieser Grafik sehr gut
sehen, wo klar wird, dass diese drei Bundesländer den meisten Strom aus Windenergie
erzeugen.
Die Stromerzeugung durch Windenergie steigt auch weiterhin, doch der Ausbau von neuen
Windparks war im ersten Halbjahr 2019 extrem niedrig. Im Vergleich zu den vorigen drei
Jahren liegt der Einbruch bei fast 90 Prozent. Laut der Experten gibt es zwei Gründe für
diesen Rückgang. An erster Stelle wurden im Jahr 2017 viele Fördergelder für
Windenergieprojekte die emissionsschutzrechtlich noch nicht genehmigt waren genehmigt.
Doch ein weiterer Grund für diesen Rückgang, der uns auch hier besonders interessiert ist
der Klagedruck gegenüber Wind-Vorhaben, der von Seiten der Einwohner und
Gemeinden kommt.

Um nur ein Beispiel zu nennen gibt es den Fall in Wülfershausen. Dort steht ein Projekt still.
Hier hat der Verwaltungsgerichtshof in München erst vor wenigen Wochen den Bau von
zehn Windrädern wegen eines Formfehlers gestoppt. Nachdem lokale Anwohner und ein
Naturschutzverein geklagt hatten, landete der Fall vor Gericht. Ein Beispiel von vielen. In
Niedersachsen bildete sich im Jahr 2016 sogar eine Partei aus einer Bürgerinitative, die vor
allem gegen Windkraftanlagen kämpfte.

Windenergie gehört aber doch angeblich zu den unweltfreundlichsten Energiequellen


überhaupt, wo liegt dann also das Problem? Warum gibt es eine relativ niedrige Akzeptanz
der Nachbarschaft, in Bezug auf Windparks?

Der Wiederstand der Bevölkerung gegen die mittlerweile über 200 Meter hohen
Industrieanlagen wächst. Über 1000 Bürgerinitiativen in ganz Deutschland engagieren sich
mittlerweile gegen den Bau neuer Anlagen – auch vor Gericht. Diese Ziffer ist nicht offiziell
und andere Quellen sprechen von der Hälfte, doch 500 Bürgerinitiativen ist immer noch
eine hohe Anzahl.
Die Frage bleibt weiterhin, warum?
„Wir reden hier nicht von süßen Mühlen wie in Holland, sondern von hohen,
bedrückenden, teilweise sehr lauten Industrieanlagen“, erklärt Angela Wolff, Mitglied
einer Bürgerinitiative.

Themen wie Lautstärke, Immobilien


Lebensraum der Tiere, Vibrationen und Landschaft und Tourismus sind immer wieder
Argumente gegen Windenergie. Natürlich haben Gemeinde auch noch andere Gründe eine
Bürgerinitiative gegen einen Windpark zu beginnen, aber es wäre einfach zu lang, diese
Gründe hier aufzuzählen.

Was sagen die Parteien zu diesen Bürgerinitiativen gegen Windenergie?

Bernd Westphal, energiepolitischer Sprecher der SPD sagte hierzu. „Es macht keinen Sinn,
eine der wichtigsten Energiequellen der Zukunft jetzt zu begrenzen. Das wäre
kontraproduktiv“, sagt er.

Aber nach meiner Recherche kann ich sagen, dass Bürgerinitiativen zum Teil erfolgreich
waren und eine Sache ist klar, sie werden von Tag zu Tag professioneller und sind laut
einiger Experten, nicht zu unterschätzen.

"Die Initiativen sind mittlerweile gut vernetzt und tauschen sich darüber aus, wie man
erfolgreich blockiert", so die Soziologin Eva Eichenauer vom Potsdamer Institut für
Klimafolgenforschung (PIK). So ist es zur Zeit für die Windkraftgegner leichter, aufwendige
Einsprüche gegen Genehmigungen oder Flächenausschreibungen zu erarbeiten.

Es ist klar, dass Deutschland ein grosses Interesse daran hat, weiterhin Windparks zu bauen,
da die Windenergie für den deutschen Strommix extrem wichtig ist. Insgesamt sollen die
erneuerbaren Energien 40 bis 45 Prozent der Stromerzeugung im Jahr 2025 übernehmen
und die Windenergie ist ein wichtiger Teil dieses Vorhabens. Innerhalb der erneuerbaren
Energien ist die Windenergie im Strombereich die mit Abstand wichtigste regenerative
Stromquelle. Doch wenn man mich persönlich fragen würde, könnte ich sagen, dass die
Bürgerinitiativen wichtig sind, damit auch die Einwohner nicht vergessen werden.
Schliesslich sind es diejenigen, die früher oder später neben einem Windpark leben müssen.
Somit dürfen sie nicht ignoriert werden und die Bürger müssen weiterhin die Möglichkeit
haben, ihre Meinung zu äußern und Dinge zu stoppen, wenn sie nicht richtig verlaufen.
Erneuerbare Energien hin und her, die Bewohner einer Stadt, die Tiere und der Lebensraum
vieler Tierarten dürfen nicht ignoriert werden, denn Windenergie ist meiner Ansicht nach
nicht mehr umweltfreundlich, wenn dadurch Wälder, Lebensräume und Landschaften
zerstört werden.

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