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Motivation: Erkenntnisgewinn durch Gleichheit zweier Zeichen

Absatz 1
• Gleichheit ist keine Beziehung zwischen Gegenständen
◦ wäre sie eine Beziehung zwischen Gegenständen, so wären der Erkenntnisgehalt der Sätze
a=a und a=b gleich sofern a=b wahr ist
• Gleichheit ist auch keine Beziehung zwischen Zeichen für Gegenstände

◦ Verknüpfung der Zeichen mit den Gegenständen ist willkürlich

◦ der Satz a=b würde somit nur noch eine Aussage über unsere Bezeichnungsweise machen
und keine weiterführende Erkenntnis generieren
• Gleichheit ist auch keine Beziehung zwischen Zeichen

◦ a=a und a=b hätten gleichen Erkenntnisgehalt, falls a=b wahr ist

Definitionen und Erläuterungen zu Sinn, Bedeutung und Eigenname


Absatz 2
• mit dem Zeichen sind zwei Dinge verbunden: Bedeutung des Zeichens und Sinn des Zeichens

◦ Bedeutung: das Bezeichnete

◦ Sinn: Art des Gegebenseins

Absatz 3
• mit Zeichen (bzw. Namen) ist eine Bezeichnung gemeint, die einen Eigennamen vertritt

Absatz 4
• wenn wir die zugehörige Sprache hinreichend kennen, können wir den Sinn eines Eigennamens
erfassen
• Bedeutung des Eigennamens (falls vorhanden) ist nur von Seite des Sinnes gegeben

◦ wir können nicht alle mit dem Gegenstand verknüpften Sinne angeben

Absatz 5
• dem Zeichen entspricht ein bestimmter Sinn und diesem entspricht eine bestimmte Bedeutung

◦ Morgenstern → Sinn: Morgenstern → Bedeutung: Venus

• Eigenname hat immer einen Sinn aber nicht unbedingt eine Bedeutung

◦ die am wenigsten konvergente Reihe

Unterscheidung von gerader und ungerader Rede


Absatz 6
• Gerade Rede: Eigennamen in Anführungszeichen

◦ Bedeutung: Sinn des eigentlichen Eigennamens

• Ungerade Rede: Indirekte Wiedergabe von Eigennamen bzw. Sätzen

◦ (ungerade) Bedeutung: gewöhnlicher Sinn

Abgrenzung der Vorstellungen von Sinn und Bedeutung


Absatz 7
• Vorstellung eines Gegenstands: inneres Bild aus Erinnerungen von Sinneseindrücken und
Tätigkeiten
◦ subjektiv, intersubjektiv immer verschieden

• Untesrscheidung zu Sinn eines Zeichens: Eigentum von vielen

Absatz 8
• denselben Sinn können Subjekte auffassen

• Vorstellungen unterscheiden sich immer voneinander, da wir sie nicht in demselben


Bewusstsein haben können
Absatz 9
• Beispiel Betrachtung Mond durch Fernrohr

◦ Mond: Bedeutung (Gegenstand der Beobachtung)

◦ Bild im Innern des Fernrohrs: Sinn

◦ Netzhautbild des Betrachtenden: Vorstellungen

Absatz 10
• drei Stufen der Verschiedenheit von Wörtern:

◦ nur Vorstellung: unsichere Verbindung mit Worten, Dichtkunst kann verschiedene Färbung
bringen
◦ Vorstellung und Sinn

◦ Vorstellung, Sinn und Bedeutung

Absatz 11
• Formal: Eigenname drückt seinen Sinn aus und bezeichnet seine Bedeutung

Absatz 12
• idealistischer Einwand: woher sollen wir wissen, dass Eigennamen überhaupt Bedeutungen
haben?
• Wenn wir einen Eigennamen benutzen, so setzen wir eine Bedeutung voraus

◦ Sprechabsicht: nicht von Vorstellung sonder Gegenstand sprechen

Die Bedeutung des Satzes


Absatz 13
• Ist der enthaltene Gedanke eines Behautpungssatzes Bedeutung oder Sinn des Satzes?

◦ Annahme: Bedeutung

▪ wenn wir ein Wort des Satzes durch ein bedeutungsgleiches ersetzen, kann das die
Bedeutung des Satzes nicht verändern
▪ Gegenbeispiel zur Annahme: Der Morgenstern ist ein von der Sonne beleuchteter
Körper
▪ Gedanke kann also nicht Bedeutung sein

◦ Gedanke ist Sinn des Satzes

• Sätze mit Eigennamen ohne Bedeutung haben einen Sinn, aber keine Bedeutung

◦ Gedanke verliert an Wert, wenn einem Teil die Bedeutung fehlt

• es kommt auf den Wahrheitswert an

Absatz 14
• wir suchen nach der Bedeutung eines Satzes, wenn es uns auf die Bedeutung der Bestandteile
ankommt
◦ immer dann der Fall, wenn wir nach Wahrheitswert des Satzes fragen

Absatz 15
• Bedeutung des Satzes: Wahrheitswert

◦ wahr oder falsch

• in jedem Urteil ist der Schritt vom Gedanken zur Bedeutung geschehen

Absatz 16
• Verhältnis des Gedankens zum Wahren: Sinn zur Bedeutung

• Warum nicht Subjekt zum Prädikat?

◦ Subjekt und Prädikat sind beides Gedankenteile

◦ somit gelant man durch Zusammenfügen immer nur zu einem Gedanken

Absatz 17
• Wahrheitswert eines Satzes bleibt unverändert, wenn Satzteil durch bedeutungsgleichen ersetzt
wird
Nebensätze mit ungerader Bedeutung
Absatz 18
• Urteilen ist Fortschreiten von einem Gedanken zu seinem Wahrheitswert

• Urteilen ist das Unterscheiden von Teilen innerhalb des Wahrheitswertes

◦ Rückgang zum Gedanken

Absatz 19
• der Wahrheitswert eines Satzes sollte unverändert bleiben, wenn durch bedeutungsgleiche
Eigennamen oder Sätze getauscht wird
• Ausnahmen, wenn ganzer Satz oder Teilsatz in gerader oder ungerader Rede

Absatz 20
• Betrachtung der Nebensätze

• Bedeutung eines Satzes in ungerader Rede ist ein Gedanke und nicht Wahrheitswert

• Nennsätze, Beisätze, Adverbsätze

◦ ist dann der Sinn eines solchen Nebensatzes nur der Teil eines Gedanken?

• Zuerst Untersuchung von Nebensätzen, die nur Teil eines Gedanken ausdrücken

Absatz 21
• Nennsätze eingeleitet mit „dass“ (insb. Ungerade Rede):

◦ Bedeutung ist Gedanke, nicht Wahrheitswert

◦ Sinn ist Sinn der Worte „der Gedanke, dass...“

▪ nur Teil des Gedankens

◦ Indikatoren: sagen, hören, meinen, überzeugt sein, schließen u. Ä.

Absatz 22
• Wahrheitswert des ganzen Satzes ist hier unabhängig von dem Nebensatz

• in den Nebensätzen dürfen nur Ausdrücke durch sinngleiche, nicht bedeutungsgleiche getauscht
werden
• die Bedeutung von Sätzen ist nur im Fall von ungeraden Nebensätzen nicht der Wahrheitswert

Absatz 23
• es scheint mir, dass und ich meine, dass fallen unter dieselbe Kategorie von Nennsätzen

Absatz 24
• Beispiel Kolumbus

Absatz 25
• Adverbsätze des Zwecks mit damit fallen auch unter die Kategorie

Absatz 26
• Bedeutung von Befehlen, Bitte etc.: Befehl, Bitte etc.

Absatz 27
• zweifeln, ob und nicht wissen, dass fallen ebenfalls unter die Kategorie

Absatz 28
• Zusammenfassung der Ergebnisse über Nennsätze

Andere Nebensätze
Absatz 29
• jetzt betrachten wir andere Nebensätze, in denen die Worte ihre gewöhnliche Bedeutung haben,
ohne dass als Sinn ein Gedanke und als Bedeutung ein Wahrheitswert auftritt
Absatz 30
• Beispiel: „Der die elliptische Gestalt der Planetebahnen entdeckte, starb im Elend.“

◦ kein Gedanke als Sinn, da ein solcher nicht in einem Hauptsatz ausdrückbar, da „der“
keinen selbstständigen Sinn hat
◦ Bedeutung ist nicht Wahrheitswert, sondern „Kepler“

• in einer Behauptung ist das Vorhandensein der Bedeutung eines enthaltenen Eigennamens
präsupponiert
• ob der Nebensatz „Der die elliptische Gestalt der Planetenbahn entdeckte“ einen Gegenstand
bezeichnet, hängt davon ab, ob die Präsupposition wahr ist
◦ Mangel der Alltagssprache, dass so etwas möglich ist

Absatz 31
• logisch vollkommene Sprache (Begriffschrift) muss jeden neu eingeführten Ausdruck zwingend
eine Bedeutung besitzen
• logisch verwandte Nebensätze zu obigen: Bei- und Adverbsätze

Absatz 32
• Beisätze, die durch Merkmalsangabe einen Begriffsausdruck bilden

◦ „die Quadratwurzel aus 4, die kleiner als 0 ist“

• hat als Sinn nur einen Teil eines Gedankens

Absatz 33
• Adverbsätze wie „Frege war bestürzt, als Russell den Fehler fand.“

◦ Sinn des Nebensatzes kann nicht in Hauptsatz wiedergegeben werden

Absatz 34
• Bedingungssätze:

◦ Bedingungssatz und Nachsatz drücken zusammen einen Gedanken aus, dessen Teile keine
Gedanken sind
Absatz 35
• Tempus praesens im Bedingungs- und Nachsatz bezeichnet nicht die Gegenwart

Absatz 36
• Nennsätze mit „wer“, „was“ und Adverbsätze mit „wo“, „wann“, „wo immer“ und „wann
immer“ sind dem Sinn nach als Bedingunssätze aufzufassen
Absatz 37
• auch Beisätze können Bedingungssätze vertreten

Absatz 38
• wenn der gemeinsame Bestandteil von Haupt- und Nebensatz durch einen Eigennamen
bezeichnet wird
◦ „Napoleon, der die Gefahr erkannte, führt seine Garden selbst.“

◦ hier werden zwei Teilsätze behauptet

▪ ist einer der Sätze falsch, ist der ganze Satz falsch

◦ Bedeutung des Nebensatzes ist also sein Wahrheitswert

Absatz 39
• in Nebensätzen mit „obgleich“ dieselbe Struktur

Absatz 40
• wenn Bedingungssatz vollständigen Gedanken ausdrückt, sieht die Sache anders aus:

◦ „Wenn jetzt die Sonne schon aufgegangen ist, ist der Himmel stark bewölkt.“
◦ hier kann man einen der Satzteile gegen einen wahrheitserhaltenden austauschen und es
verändert sich nichts an der Bedeutung
Absatz 41
• Zusammenfassung

Absatz 42
• zusammengefügte Sätze können Implikaturen enthalten

• der Wahrheitsgehalt würde sich potentiell ändern können, wenn einer der Satzteile ausgetauscht
wird
• „Napoleon, der die Gefahr für seine rechte Flanke erkannte, führte selbst seine Garden gegen
die feindliche Stellung.“
Absatz 43
• regelmäßiges Vorkommen dieses Phänomens:

◦ „Bebel irrt, daß durch die Rückgabe Elsaß-Lothringens Frankreichs Rachegelüste


beschwichtigt werden können.“
▪ zwei Gedanken, aber nicht eindeutig Haupt- und Nebensatz zuordbar:

• Bebel glaubt, dass durch die Rückgabe Elsaß-Lothringens Frankreichs Rachegelüste


beschwichtigt werden können (ungerade Bedeutung des Nebensatzes)
• durch die Rückgabe Elsaß-Lothringens können Frankreich Rachgelüste nicht
beschwichtigt werden. (gewöhnliche Bedeutung des Nebensatzes)
▪ Nebensatz muss doppelt genommen werden

• Wahrheitswert ist somit nicht die ganze Bedeutung des Nebensatzes

• also können wir ihn nicht durch einen anderen desselben Wahrheitswerts ersetzen

Absatz 44
• Begründende Nebensätze:

◦ „Weil das Eis spezifisch leichter als Wasser ist, schwimmt es auf dem Wasser.“

▪ Implikation: zweite Prämisse

▪ im Nebensatz ist die Implikation mit ausgedrückt

→ kann nicht durch anderen wahrheitserhaltenden Nebensatz ersetzt werden


Absatz 45
• zweites Beispiel
Zusammenfassung
Absatz 46 - Ende
• Zusammenfassung der Ergebnisse