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Bausteine für den Geographieunterricht der Sekundarstufe II (gymnasiale Oberstufe)

Franz Xaver Troxler

Das Ozonloch

Eine Internet-und Powerpoint-gestützte


Unterrichtssequenz
Bausteine für den Geographieunterricht der Sekundarstufe II (gymnasiale Oberstufe)

1. Einführung

Was Ozon ist und welche Bedeutung das Gas in der Atmosphäre hat, gehört heute zu einer guten Allge-
meinbildung. Oder gehören sie zu den 70%, die bei einer internationalen Erhebung zum Umweltwissen,
die Aussage: «Das Ozonloch ist schuld am Treibhauseffekt» bejahten. «Ozon» kann durchaus als eines un-
serer ungelösten Umweltprobleme bezeichnet werden. Ozonschlagzeilen haben in den Sommermonaten
im Zusammenhang mit Smog Hochkonjunktur und in den Herbstmonaten sind es häufig Pressemeldungen,
die das Ozonloch betreffen. Fragt man aber exakter nach, merkt man bald, dass Ozonloch, Smog und Treib-
hauseffekt oft verwechselt werden.

«Ozon ist die dreiatomige Form des Sauerstoffs und ist ein natürlicher Bestandteil der Atmosphäre. Sei-
ne besondere Bedeutung gründet in den ganz charakteristischen physikalischen und chemischen Eigen-
schaften. Chemisch betrachtet ist Ozon ein starkes Oxidationsmittel. Es reagiert mit zahlreichen Verbin-
dungen und ist als Initiator wichtiger Abbaumechanismen an der Entfernung anderer Luftfremdstoffe aus
der Atmosphäre beteiligt. Aus Sicht der Atmosphärenphysik interessiert Ozon vor allem als UV- und Infra-
rotstrahlung ab-sorbierendes Gas. Es spielt eine entscheidende Rolle im Strahlungs- und Temperaturhaus-
halt der Atmosphäre. Ozon ist ein klimawirksames Gas. Vom biologischen oder physiologischen Standpunkt
aus ist Ozon ein Reizgas, das in hoher Konzentration oder hohen Dosen Mensch, Tier und Pflanzen Schaden
zufügen kann. Ozon kommt in verschiedenen geographischen Regionen und verschiedenen Schichten der
Atmosphäre in höchst unterschiedlicher Konzentration vor. Die Kombination dieser beiden Faktoren – Ei-
genschaften und Vorkommen – macht Ozon zu einer Schlüsselsubstanz der Atmosphäre» (BRÖNNIMANN,
2001).

«Unten zu viel – oben zu wenig», eine immer wieder formulierte und berechtigte Aussage im Zusammen-
hang mit Ozon. Im Folgenden wird der Schwerpunkt auf das Ozonloch und somit das stratosphärische
Ozon gelegt. Es sollen die Zusammenhänge in der Ozonschicht der Stratosphäre erarbeitet werden. Dort
befindet sich auch der grösste Teil des Ozons. Seit der Entdeckung des Ozonlochs über der Antarktis vor
rund 30 Jahren ist die Ozonschicht in der Stratosphäre den meisten Menschen ein Begriff. Nicht zuletzt
auch deswegen, weil die Zerstörung der Ozonschicht ursächlich mit der menschlichen Aktivität verbunden
war und ist.

Die Sonne schenkt uns Wohlbefinden, sie kann aber auch gefährlich sein. Ein Sonnenbrand ist die Folge
einer zu grossen Dosis an UV-Strahlen. Im Sonnenbrand wird die Aggressivität des Sonnenlichts sichtbar.
Die Atmosphäre (Ozonschicht) filtert die energiereichen gefährlichen UV-Strahlen weitgehend heraus.
Trotzdem muss man sich vor den ultravioletten Strahlen gezielt schützen.

Die Sachverhalte dieses Themenschwerpunktes «Ozonloch» müssen wissenschaftlich fundiert vermittelt


werden. Mittels einer internetgestützten Animation und einer Power Point Präsentation werden die In-
formationen in aufbereiteter und übersichtlicher Form den Lehrkräften zur Verfügung stehen. Der relativ
hohe Anteil an physikalischen, chemischen und biologischen Sachverhalten lädt zum fächerübergreifenden
Unterricht ein.

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Bausteine für den Geographieunterricht der Sekundarstufe II (gymnasiale Oberstufe)

2. Didaktische Hinweise: Lernziele

Lernziele:

Die Schülerinnen und Schüler

• können den Bildungsmechanismus des stratosphärischen Ozons erklären

• kennen die Bedeutung des Ozons für die Gesundheit des Menschen und das Leben auf der Erde

• können die Zerstörung der Ozonschicht und die Entstehung des Ozonlochs mit eigenen Worten erklären

• kennen und beschreiben die Folgen der Zerstörung der Ozonschicht für den Menschen und den Klima-
haushalt der Erde

• entwickeln und begründen vor dem Hintergrund der Ozonlochproblematik mögliche Lösungsstrategien

• erwerben sich ein Begriffsrepertoir zwecks einer sachlichen Argumentation

• üben den Umgang mit digital-basierten Informationen im Sinne einer Methoden-kompetenz

Die Lernziele sind in den KLM (Kantonaler Lehrplan für Maturitätsschulen) des Kantons Bern, Geografie des
10. Schuljahres eingebettet. Es geht dort im Themenschwerpunkt Klima, Mensch und Umwelt um ausge-
wählte Schlüsselprobleme des 21. Jahrhunderts.

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Bausteine für den Geographieunterricht der Sekundarstufe II (gymnasiale Oberstufe)

3. Unterrichtskonzept

Das vorliegende Konzept einer Unterrichtseinheit basiert auf dem Kapitel 4 «Wetter und Klima» und dort
auf dem Unterkapitel 11 ‹Klima und Umwelt› – Der anthropogene Ozonabbau in der Strastosphäre (Ozon-
loch) des Handbuches für die Sekundarstufe II, HASLER M., EGLI H.R. (Hrsg), 2004: Geografie – Wissen und
verstehen, hep-Verlag, Bern.

Diese klimageografische Unterrichtseinheit baut auf den Inhalten des GU 9 auf. Folgende Grundlagen
sollten behandelt sein:
• Aufbau der Atmosphäre
• Strahlung

Im Zentrum der Unterrichtseinheit steht eine Power Point Präsentation (PPP) mit folgendem Inhalt:
1. UV-Strahlung
2. Hautkrebs und andere Auswirkungen
3. Aufbau der Haut
4. Ozonschicht und Ozonloch
5. FCKW und Alternativen

In dieser Abfolge der Inhalte ist ersichtlich, dass von den Folgen erhöhter UV-Strahlung ausgegangen wird.
Erst in zweiter Linie werden die Aspekte Ozonschicht und Ozonloch als Erklärung der erhöhten UV-Bela-
stung nachgeliefert. Die Präsentation beginnt mit der eigenen Erfahrung beim Sonnenbaden. Sie scho-
ckiert und rüttelt durch die klaren Bilder zum Hautkrebs auf. Die Inhalte können auch in anderer Reihen-
folge verwendet werden, je nachdem ob, die PPP als Einstieg, Erarbeitung oder Zusammenfassung der
Ozonlochproblematik eingesetzt wird.

Die offene Vorgehensweise lässt genügend Spielraum den Einstieg ins Thema «Ozonloch» unterschiedlich
anzugehen, z.B.:
• Artikel NZZ online, 220907 «Die Ozonschicht rascher schützen»
• Sonnencrème und Hautschutz
• UV-Index aus der Presse oder direkt bei SMA-Meteoschweiz
• Karikaturen
• Zeitungsschlagzeilen
• Aktuelles Bild der NASA zur Ozonschicht über dem Südpol

Für die Erarbeitungsphase stehen Arbeitsaufträge, die wohl in erster Linie in Einzelarbeit bewältigt werden
müssen, da mit dem PC gearbeitet wird, zur Verfügung. In zweiter Linie können die Ergebnisse in Gruppen
verglichen und ergänzt werden. Die PPP kann im Plenum gezeigt werden, damit offene Fragen beantwor-
tet und Wissenslücken geschlossen werden können.

Als Vertiefung ist ein Rollenspiel mit verschieden Akteuren, die sich zufällig in einer Drogerie treffen, denk-
bar. Der Rollenbeschrieb wird durch die Schülerinnen und Schüler formuliert.
Rollenbeispiele:
• Drogist/in
• Vertreter einer Firma UV-Protektor AG
• Australienreisende
• Drogerie Kunde
• Umweltaktivist
• Hochgebirgsalpinist
• weitere
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Bausteine für den Geographieunterricht der Sekundarstufe II (gymnasiale Oberstufe)

4. Materialien

A Power Point Präsentation


Jahr 2004
Ozon.ppt (www.hep.info; hepcode: Bausteine)
http://www.espere.de > deutsch > Klimaenzyklopädie > obere Atmosphäre > Basis > Ozonloch
> Ozonloch &FCKW > Seite ganz unten Powerpoint Präsentation

B Folien – Vorlagen und Arbeitsblätter Chapman-Zyklus


Seesing, Tausch Uni Duisburg, 2003
http://www.espere.de > deutsch > Klimaenzyklopädie > obere Atmosphäre > Basis > Ozonloch
> Arbeitsblatt 1

C Lösung Arbeitsblatt
Seesing, Tausch Uni Duisburg, 2003
http://www.espere.de > deutsch > Klimaenzyklopädie > obere Atmosphäre > Basis > Ozonloch
> Arbeitsblatt 1-Lösung

D Text «Chloratome fallen wie Amokläufer über das Ozon her»


Marc Frey, 1995, Dreimal tief Luft holen

E Text «Ozonschicht rascher schützen»


sda/dpa, 2007, NZZonline
http://www.nzz.ch/nachrichten/international/

Internetquellen:

http://www.espere.de > deutsch > Klimaenzyklopädie > obere Atmosphäre > Basis > Ozonloch

http://www.bafu.admin.ch > Themen > Ozonloch

http://www.atm.ch.cam.ac.uk/tour/tour_de
Deuschsprachige Information auf der Website der Universität Cambridge

http://toms.gsfc.nasa.gov
Auf dieser Website können Sie Ozondaten abfragen oder auch Animationen der Ozonlochentwicklung
abspielen lassen

htto:/Iwww.lehrer-online.de/dvnI285241.htm
Eine umfangreiche Materialsammlung zumThema Ozon mit Arbeitsblättern, Versuchsanleitungen,
Folien und Videos

http://www.swisscancer.ch / www.hauttyp.ch
Krebsliga Schweiz

Printmedien:

Brönnimann St., (2002): Ozon in der Atmosphäre. Haupt. Bern


Buwal (1994): Die Bedrohung des Ozonschildes. Nr. 14. Buwal. Bern
Geissbühler I., Gille W., (1995): Dreimal tief Luft holen. AOL-Verlag, Sauerländer. Aarau
Hasler M., Egli H.R., (2004): Geografie – Wissen und verstehen. h.e.p.-Verlag Bern

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5. Arbeitsaufträge

1 Erläutern Sie die Bildung von stratosphärischem Ozon!


Informieren Sie sich dazu im Internet auf folgender Seite:
http://www.espere.de > Klimaenzyklopädie > obere Atmosphäre > Basis/Mehr

2 Bearbeiten Sie auf der ESPERE-Seite das Arbeitsblatt zum Chapman-Zyklus,


insbesondere sollten Sie die Animation erklären können!

3 Erklären Sie die Wichtigkeit des natürlichen Auf- und Abbaus von Ozon?

4 Beschreiben Sie die Funktionsweise der Filterwirkung der Ozonschicht für UV-B und UV-C-Strahlen!

5 Welche Gefahr geht von den in den FCKWs enthaltenen Chloratomen aus?
Berücksichtigen Sie die besonderen Bedingungen während des südpolaren Winters!
http://www.espere.de > Klimaenzyklopädie > obere Atmosphäre > Basis > Ozonloch > Ozonloch & FCKW

6 Warum erzeugen schon geringe Mengen von FCKWs eine grosse Wirkung beim Zerstören der
Ozonschicht?

7 Das Ozonloch ist seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts bekannt.
1985 haben die Werte erstmals dramatische Dimensionen angenommen.
Informieren Sie sich im Internet, wie man das Ozonloch entdeckt hat!
http://www.espere.de
http://www.atm.ch.cam.ac.uk/tour/tour_de/part1.html

8 Beschreiben Sie die Entwicklung des Ozonlochs in den letzten 20 Jahren.


Betrachten Sie dazu insbesondere die Grafiken und Animationen bei:
http://www.espere.de
http://jwocky.gsfc.nasa.gov/multi/epanim97.html
Fertigen Sie dazu eine Tabelle oder einen Vortrag an, der mindestens zwei Abbildungen enthält,
an denen man die Entwicklung gut veranschaulichen kann!

9 Wann spricht man von einem Ozonloch?


Zeigen Sie auf, wie man gegen die Vergrösserung des Ozonlochs vorgegangen ist
(«Montreal-Protokoll») und wie die heutige Situation aussieht!

10 In den polaren Meeren lebt zehn- bis hundertmal soviel Plankton wie in den tropischen Meeres­
regionen.
Erläutern Sie, warum der Ozonabbau in der Stratosphäre gerade unter diesem Gesichtspunkt
Gefahren für die Atmosphäre mit sich bringt.

11 Erstellen Sie eine Liste von Auswirkungen des Ozonabbaus in der Stratosphäre und überlegen Sie sich
Massnahmen, sich vor diesen Gefahren zu schützen!

12 Entwickeln Sie aufgrund der Kenntnis über das Ozonloch mögliche Lösungsstrategien und Auswege
aus der Ozonkrise!

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Chapman - Zyklus
Ozonaufbau (formation) und

Ozonabbau (depletion)

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Grundreaktionen des
chemischen Ozonabbaus

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Der Chapman-Zyklus

In der Stratosphäre wird das Ozon ständig gebildet und auch wieder zerstört. Der englische Mathemati-
ker und Geophysiker Sidney Chapman erforschte und beschrieb diesen Kreislauf, der nach ihm mit «Chap-
man-Zyklus» bezeichnet wird.

Verwandte Symbole:

Sauerstoffatom

Sauerstoff Molekül

Ozon

Photonen von hoher aber verschiedener Energie (UV-Licht)

Schwere Partikel verschiedener Temperatur

© 2003 Seesing, Tausch, Universität-Duisburg-Essen, Duisburg

Aufgabe 1 

Füllen Sie die Lücken in dem Text zur der Bildergeschichte mit folgenden Worten sinnvoll aus:
Ozonmolekül; Ozonmoleküle; Ozonspaltung; Sauerstoffatom; Sauerstoffatom; Sauerstoffatome; Sauer-
stoffatome; Sauerstoffmolekül; Sauerstoffmolekül; Sauerstoffmolekül; Sauerstoffmoleküle;
UV-Licht; UV-Licht; Wärme; Wärme; Wellenlänge

Aufgabe 2

Erläutern Sie kurz, welche Energieform in der Stratosphäre beim Chapman Zyklus in Wärme umgewandelt
wird.

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1) Energiereiches (kurzwelliges) UV-Licht kann


in
spalten.

2) Durch einen «Dreierstoß», wenn ein


,ein
und ein Masseteilchen
zusammentreffen, so bildet sich ein
.
Das Masseteilchen kann ein Staubpartikel oder ein
anderes großes Gasmolekül sein.

3) Das Masseteilchen hat die Aufgabe, die bei der


Ozonbildung frei werdende
aufzunehmen.
Die gibt es dann langsam
an die Umgebung ab.

4) können ebenfalls
durch gespalten werden.
Das dazu benötigte
braucht aber nicht so energiereich zu sein,
wie um Sauerstoffmoleküle zu spalten.
Die darf also größer sein.
Es entstehen bei der
ein und
ein .

5) Treffen zwei zusammen,


so entsteht ein .

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Lösung

Aufgabe 1 

1) Energiereiches (kurzwelliges) UV-Licht kann Sauerstoffmoleküle in Sauerstoffatome spalten.


2) Durch einen «Dreierstoß», wenn ein Sauerstoffatom, ein Sauerstoffmolekül und ein Masseteilchen
zusammentreffen, bildet sich ein Ozonmolekül. Das Masseteilchen kann ein Staubpartikel oder ein
anderes großes Gasmolekül sein.
3) Das Masseteilchen hat die Aufgabe, die bei der Ozonbildung frei werdende Wärme aufzunehmen. Die
Wärme gibt es dann langsam an die Umgebung ab.
4) Ozonmoleküle können ebenfalls durch UV-Licht gespalten werden. Das dazu benötigte UV-Licht
braucht aber nicht so energiereich zu sein, wie das, das nötig ist, um Sauerstoffmoleküle zu spalten.
Die Wellenlänge darf also größer sein. Es entstehen bei der Ozonspaltung ein Sauerstoffatom und ein
Sauerstoffmolekül.
5) Treffen zwei Sauerstoffatome zusammen, so entsteht ein Sauerstoffmolekül.

Aufgabe 2

Erläutere kurz welche Energieform in der Stratosphäre beim Chapman-Zyklus in Wärme umgewandelt
wird.
In der Stratosphäre wird Lichtenergie (UV-Licht der Sonnenstrahlung) zunächst bei der Spaltung von Sau-
erstoffmolekülen oder von Ozonmolekülen in chemische Energie umgewandelt. Die chemische Energie
wird dann bei der Ozonbildung im Dreierstoß und bei der Bildung von Sauerstoffmolekülen in Wärme
umgewandelt. Zusammengefasst wird also Lichtenergie in Wärme umgewandelt.

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Ozonloch

Chloratome fallen wie «Amokläufer» über das Ozon her

In der Stratosphäre, jener Schicht zwischen 15 und 50 Ki­lometer, entfaltet das FCKW-Molekül - bei einer
Lebens­dauer bis zu hundert Jahren - seine ozonzerstörende Wir­kung, die meistverwendeten FCKW-Typen
11 und 12 dort, wo der Ozongehalt am höchsten ist: zwischen 25 und 35 Ki­lometer. .
Das aus im Molekül gebundenem Sauerstoff (O2) und atomarem Sauerstoff (0) entstehende Ozon (03)
ist für das Überleben auf der Erde so wichtig, weil es die UV-Strahlen zurückhält, die nicht nur Hautkrebs
hervorrufen können, sondern auch das menschliche Immunsystem schädigen, das für die Nahrungskette
wichtige Zooplankton im Meer zerstören und das Wachstum von Pflanzen beeinflussen.
Unter Einwirkung eben dieser harten UV-Strahlung spaltet sich vom FCKW-Molekül Chlor (Cl) ab (Photosyn­
these). Das freigesetzte Chlor-Atom ist äußerst reaktions­freudig: Es «raubt» dem O3-Molekül ein Sauer-
stoffatom und reagiert zudem mit weiterem freien atomaren Sauer­stoff, der sonst für die Ozonbildung
zur Verfügung gestan­den hätte. Zurück bleibt molekularer Sauerstoff (O2) und freies Chlor, das diesen
Zerstörungsprozeß bis zu 100.000­mal fortsetzt.
Normalerweise wird freies Chlor in den Chlor-Reservoi­ren Salzsäure (HCl) und Chlornitrat (ClONO2) gebun-
den und so am Zerstören des Ozons gehindert. Dieser Prozeß ist jedoch vor allem über dem Südpol zeit-
weise gestört. Während des dunklen antarktischen Winters läßt der Süd­polarwirbel eine riesige Luftsäule
entstehen, die von ande­ren ozonreichen Luftströmungen abgeschnitten ist. Bei den dabei herrschenden
Temperaturen von minus 80 Grad Celcius und darunter entstehen polare stratosphärische Wolken (PSW),
die eine entscheidende Rolle bei der Ozon­zerstörung spielen: Stickoxide kristallisieren als Salpeter­säure
aus, formieren sich zu den PSW und stehen fortan nicht mehr zur Chlorbindung bereit; der Chlorgehalt
rei­chert sich an.
Kommt nun im antarktischen Frühling Ende August die Sonne zurück, fällt das freie, nicht gebundene Chlor
wie ein «Amokläufer» über das Ozon her. Im Zentrum dieses Pro­zesses werden pro Tag etwa fünf Prozent
des vorhandenen Ozons zerstört, nach 20 Tagen ist vom Ozon keine Spur mehr zu finden. Hinzu kommt,
daß der Ozonabbau mit dem Quadrat der Menge freigesetzten Chlors wächst: Dop­pelt soviel Chlor zerstört
also viermal soviel Ozon. Da längst noch nicht alles auf der Erde freigesetzte FCKW in der Stratosphäre
angekommen ist, wird sich der Ozonabbau selbst dann noch zwangsläufig verstärken, wenn die FCKW-
Produktion eingestellt wäre.
Diese Zusammenhänge liefern auch die Erklärung da­für, warum in den zurückliegenden Jahren ein Ozon-
loch der bekannten Ausprägung nur über der Antarktis festge­stellt wurde: Über dem Nordpol liegen die
Temperaturen für gewöhnlich etwas höher, so daß es nicht in dem Ausmaß zu der tückischen Wolkenbil-
dung kommt. Auch gibt es ei­nen häufigeren Austausch mit ozonreicher Luft.
Die Absorption ultravioletter Strahlung durch Ozon heizt die Stratosphäre auf. Je mehr Ozon aber verloren
geht, um so kälter wird die Stratosphäre, die kalten Polarwirbel werden stabilisiert - eine Rückkopplung,
über die sich der Ozon-Abbau selbst verstärkt.
(aus GEISSBÜHLER I., GILLE W., 1995)

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Die Ozonschicht rascher schützen 22. September 2007, 15:13, NZZ Online

Durchbruch an der Uno-Konferenz


Die Uno-Umweltkonferenz im kanadischen Montréal hat einen Duchbruch zum Schutz der Ozonschicht
erzielt. Die Umweltminister und hochrangige Vertreter von 191 Ländern haben vereinbart, dass die ent-
wickelten Länder und die Entwicklungsländer jeweils zehn Jahre früher als bisher vorgesehen auf den
Ozonkiller Fluorkohlenwasserstoff (FCKW) verzichten wollen.

(sda/dpa) Regierungsvertreter von 191 Ländern, darunter der Schweiz, haben sich am frühen Samstag im
kanadischen Montréal auf neue einschneidende Massnahmen zum Schutz der Ozonschicht geeinigt. Die
Konferenz fand unter der Schirmherrschaft des Uno- Umweltprogramms (Unep)statt. Demnach werden
sowohl Industrie- als auch Ent-wicklungsländer jeweils zehn Jahre früher auf Chemikalien verzichten, die
vor allem zur Kühlung verwendet werden.
Diese H-FCKW (Teilhalogenierte Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe) waren zunächst als relativ unschädlich
angesehen und als Ersatzstoffe für die FCKW (Fluor-Chlor-Kohlen-wasserstoffe) eingesetzt worden. Seit-
dem zeigte sich, dass auch die H-FCKW die Ozonschicht zerstören und zum Treibhauseffekt beitragen.

«Historische Nacht»
Der kanadische Umweltminister John Baird sprach am Ende der einwöchigen Verhand-lungen zwischen
den 191 Mitgliedsstaaten des Montréaler Protokolls von einer «historischen Nacht». Die Verhandlungsfüh-
rerin der Europäischen Union, Marianne Wenning, würdigte «den vorgezogenen Verzicht auf die H-FCKW
als weitere historische Errungenschaft des Montréaler Protokolls aus dem Jahr 1987».
Auch die Schweiz erklärte sich zufrieden mit dem Resultat. Sie habe zusammen mit Norwegen und Island
bei der Vorbereitung der Konferenz eine wichtige Rolle gespielt, sagte Thomas Kolly, Chef der Abt. Inter-
nationales im Bundesamt für Umwelt (Bafu).

Auch China sagt zu


Ein hochrangiger Experte des Uno-Umweltprogramms Unep, Lambert Kuijpers, be-grüsste vor allem die
Zusage Chinas, sich ebenfalls an die Abmachung zu halten. Laut Kuijpers entfallen 80 Prozent aller in Ent-
wicklungsländern verwendeten H-FCKW auf China.
Die Ozonkiller H-FCKW werden ebenso wie die früher produzierten FCKW in Kühlan-lagen, Kühlschränken
sowie unter anderem für Haarspray und in anderen Sprühbe-hältern verwendet.
Nach der neuen Übereinkunft müssen sie in Industrieländern bis etwa 2020 durch andere Chemikalien er-
setzt werden und in Entwicklungsländern bis 2030. Im Zeitplan des sogenannten Montréal- Protokolls aus
dem Jahr 1987 waren der Ausstieg aus der Produktion und Verwendung von H-FCKW in den Industrielän-
dern erst für 2030 und in Entwicklungsländer für 2040 vorgesehen.

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Bausteine für den Geographieunterricht der Sekundarstufe II (gymnasiale Oberstufe)

Finanzielle Unterstützung
China sowie andere Schwellen- und Entwicklungsländer stimmten nach Angaben von Wenning erst zu,
nachdem sich die Industrieländer zur finanziellen Unterstützung bei der Umstellung auf alternative Tech-
nologien und Stoffe verpflichtet hatten.
Einige Details des neuen Abkommens müssen noch ausgehandelt werden, sagte UNEP-Sprecher Nick
Nuttall am Ende der Konferenz. Der endgültige Verzicht auf H-FCKW würde nach UNEP-Schätzungen einem
Abbau der weltweiten Treibhausgasemissionen um 3,5 Prozent pro Jahr entsprechen.
Die Konferenz hatte auch das 20-jährige Bestehen des Montréaler Protokolls am vergangenen Sonntag
(16. September) gefeiert. 1987 hatten sich 24 Staaten in der ostkanadischen Stadt auf das Verbot der ozon-
schädigenden FCKW (Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe) geeinigt.

Diesen Artikel finden Sie auf NZZ Online unter:


http://www.nzz.ch/nachrichten/international/uno_ozonschicht_rascher_schuetzen_1.559091.html
Copyright © Neue Zürcher Zeitung AG

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