Sie sind auf Seite 1von 3

Technische Dokumentation:

Eine Technische Dokumentation (auch Technikdokumentation oder Produktdokumentation)


umfasst alle Informationsprodukte, die ein technisches Erzeugnis beschreiben und zu seiner
Nutzung, Wartung oder Reparatur anleiten. Sie bereitet die Informationen systematisch auf und
strukturiert sie so, dass der jeweilige Zweck vollständig erfüllt wird. Die Technische
Dokumentation wird dem dokumentierten Erzeugnis meist über Namens- und Nummernsysteme
eindeutig zugeordnet.

Zweck der Technischen Dokumentation[Bearbeiten | Quelltext


bearbeiten]
Die Technische Dokumentation dient der Information und Instruktion definierter Zielgruppen,
der haftungsrechtlichen Absicherung des Herstellers, der Produktbeobachtung, der
Rückverfolgbarkeit und Reproduzierbarkeit sowie der dauerhaften bzw. gesetzlich geforderten
Archivierung der relevanten Informationsinhalte.
Die Bestandteile der Technischen Dokumentation bieten Informationen über das Produkt selbst,
den Umgang mit ihm und über das Verhalten der Nutzer. Sie betrachten alle Lebensphasen des
Produktes, von der Entwicklung bis zur Entsorgung, teilweise einschließlich der Herstellung der
Vorprodukte.

Interne und externe Technische


Dokumentation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Bei der Technischen Dokumentation wird nach VDI 4500 zwischen interner und externer
Technischer Dokumentation unterschieden:

 Die interne Technische Dokumentation dient der internen Archivierung aller


produktrelevanten Dokumente und der Nachweispflicht, alle rechtlichen Pflichten eingehalten
zu haben. Sie umfasst den gesamten Produktlebenszyklus von der Produktplanung über
Entwicklung, Markteinführung und Produktbeobachtung bis zur Einstellung des Produkts. Die
Informationen bleiben im Normalfall beim Hersteller, der sie dauerhaft archiviert und während
der gesamten Lebensdauer des Produkts aktuell hält. Typische Bestandteile
sind Pflichtenhefte, Berechnungsunterlagen,
Versuchsberichte, Risikobeurteilungen, technische Zeichnungen und Fertigungsunterlagen,
Nachweise über Maßnahmen der Qualitätssicherung sowie die gesamte externe Technische
Dokumentation des Produkts.
Die interne Dokumentation wird in der Regel von der Entwicklungs- oder
Konstruktionsabteilung des Herstellers geführt.

 Die externe Technische Dokumentation dient der Information der Betreiber und Benutzer
des Produkts und stellt sicher, dass das Produkt sicher und bestimmungsgemäß in
Betrieb genommen, verwendet, gewartet und ggf. entsorgt werden kann.
Die externe Dokumentation wird in der Regel von Technischen Redakteuren erstellt und
in der Regel in die Sprache der jeweiligen Anwender übersetzt. Je nach Produkt,
Zielgruppe und gesetzlichen Anforderungen sind verschiedene Bezeichnungen und
Formen möglich, wie Gebrauchsanleitung, Installationsanleitung, Montageanleitung,
Kurzanleitung, Benutzerhandbuch, Gebrauchsanweisung, Bordbuch, Serviceanleitung,
Online-Hilfe, Tutorial usw.
Spezielle Unterarten der Technischen Dokumentation ergeben sich aus rechtlichen
Anforderungen wie der Hinterlegungspflicht bei Benannten Stellen (Beispiel: Technische
Dokumentation nach Richtlinie 94/9/EG „ATEX“).

Gesetzliche Grundlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Um die Sicherheit von Produkten sicherzustellen, fordern
staatliche Gesetze und Vorschriften privatrechtlicher Organisationen die Hersteller und
Einrichter von technischen Erzeugnissen zur Bereitstellung der Technischen
Dokumentation.
In der EU sind einschlägige EG-Richtlinien wie die Maschinenrichtlinie, die ATEX-
Richtlinie, die Niederspannungsrichtlinie, die Druckgeräterichtlinie oder die
Produktsicherheitsrichtlinie zu nennen, die von den Mitgliedstaaten in nationales Recht
umgesetzt wurden (z. B.
deutsches Produktsicherheitsgesetz oder Medizinproduktegesetz).
Im Schadensfall führt eine fehlerhafte Technische Dokumentation zur Haftung des
Herstellers, die sich aus dem Produkthaftungsgesetz, dem Bürgerlichen Gesetzbuch (§
823 Schadensersatzpflicht) sowie eventuellen einzelvertraglichen Verpflichtungen ergibt.

Normen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Normen und Richtlinien erstellen das DIN, der VDE, der VDI und das CEN. Im
englischen Sprachgebrauch wird zwischen Normen und Standards nicht unterschieden.
Internationale Standards erstellt und liefert unter anderem die ISO (die bei den Vereinten
Nationen als weltweit koordinierende Standardisierungsinstitution registriert ist).
Standards nationaler Organisationen wie die amerikanische ANSI oder das
russische GOSTfinden ebenso internationale Anerkennung. Weitere
Standardisierungsgremien finden sich beispielsweise in der IEC, der IMO, der IATA und
der ICAO, die ihre Arbeit teilweise direkt mit der ISO organisieren und koordinieren.
Leitfäden für das Gestalten von Technischer Dokumentation oder Benutzerinformation
sind in Form verschiedener Normen und Richtlinien verfügbar, die EN 82079 oder die
Richtlinie VDI 4500. Die Dokumentation für Kraftwerke ist geregelt in der VGB-
Richtlinie VGB-S-831-00, Lieferung der Technischen Dokumentation (Technische
Anlagendaten, Dokumente) für Anlagen der Energieversorgung.
Die EN 61355 regelt die Klassifikation und Kennzeichnung von Dokumenten der
Technischen Dokumentation für Anlagen, Systeme und Einrichtungen.
In einigen Industriebereichen werden abhängig von der zivilen oder militärischen
Nutzung eines Produktes unterschiedliche Normen, Richtlinien und Spezifikationen
eingesetzt. In der Luftfahrt sind dies beispielsweise die
Spezifikation ATA100/ATA2000 im zivilen Bereich und die Spezifikation S1000D in
der Wehrtechnik, wobei auch zivile Normen für Wehrmaterial verwendet werden und
umgekehrt. Die Rangfolge der Normen, Richtlinie (EU) und Spezifikationen, für
Wehrmaterial sind in § 14 der RICHTLINIE 2009/81/EG[1] sowie in der DIN EN
16341 geregelt.
Für die physische Verwaltung der schriftlichen und elektronischen Dokumente kommt die
internationale Norm ISO 15489 (Records Management/Schriftgutverwaltung) zur
Anwendung.
Terminologie (Begrifflichkeiten) der technischen Produktdokumentation regelt u. a. DIN
199.

Dokumentationssystematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Das Arbeiten an einer Dokumentation ist eine planbare Tätigkeit. Daher sollte eine
systematische Produktion auch technischer Dokumentation einem Plan folgen, der
wiederum während der Bearbeitung erweitert und verändert wird.