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Pflege als Wissenschaft

LE II.11

ATL‘ s Pflegemodell nach Liliane Juchli

LILIANE JUCHLI

 19 Oktober 1933 geboren in Schweiz

 1953 – 1956 macht die Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegerin an der
Krankenpfleger Schüle Theodosiannen in Zürich

 1956 – trat Sie in den Orden der Barmherzigen Schwestern von Heiligen Kreuz im Institut
Ingenbohl, Brunnen, Schweiz an.

 1959 legte die das Profess ab und folgte die Ausbildung zur Lehrerin für Krankenfplege an der
Kaderschule des Schweizerischen Roten Kreuzes, Zürich, die Sie in 1964 abschloss.

 1978 Abschluss an der Akademie für Erwachsenenbildung Luzern mit Zertifikat

 1978 – 1984 in initiatischer Therapie bei Karlfried Graf in Todtmoss- Rütte (Deutschland) als
Mitarbeiterin sowie 1984 – 1987 berufsbegleitende Gestaltpedagogische Schulung bei
Albert, Granz

 1990 – 1994 ebenfalls berufsbegleitende Logotherapeutische Ausbildung nach Vicktor Frankl


am Institut für Logotherapie in Tübingen.

 Nach zehn Jahren Einsatz als Krankenschwester in verschiedenen Krankenhäusern aller


Fachrichtungen (z. B. Walenstadt, Locarno, Zürich) wirkte Liliane Juchli während der
folgenden zehn Jahre als Lehrerin für Krankenpflege in Schule, Theorie und Praxis in Zürich
und St. Gallen. Dabei entwickelte sie die klinische Anleitung und Begleitung der Schülerinnen.
Später war sie vier Jahre Leiterin der ordenseigenen Pflegeschule am Clara-Spital, Basel,
1971–1977 Mitarbeiterin an der Kaderschule für Krankenpflege des Schweizerischen Roten
Kreuzes (SRK) in Aarau und 1983–1990 dort Dozentin der Fächer Didaktik und Krankenpflege.
Anschließend begann sie eine umfangreiche Lehrtätigkeit in Erwachsenenbildung sowie
Weiterbildung für Pflegende, Leitende und Unterrichtende im In- und Ausland.

 1980 - gab der Orden Schwester Liliane als Botschafterin für diese Arbeit frei. Sie war in
Schulung und Beratung, Kursen und Dozententätigkeit im In- und Ausland viel unterwegs. Die
Aussage, sie sei „Reisende für Pflege“, berichtigte sie: „Wenn schon, dann Reisende in
Hoffnung.
 Als gefragte Rednerin nahm Sie an internationalen Kongressen teil und bereiste alle
europäische Länder, die USA und Taiwan. Bei ihren Seminaren und Vorträgen setze sie lieber
Bilder und Geschichte ein die den Teilnehmenden in lebhafter Erinnerung bleibt..

 1990 - Mit zunehmendem Alter traf Schwester Liliane die Entscheidung, einen Zeitpunkt für
die Beendigung ihrer intensiven Reisetätigkeit festzulegen. Die Auseinandersetzung mit
ihrem Abschied aus der Berufstätigkeit mündete im Buch Ganzheitliche Pflege – Vision oder
Wirklichkeit. Als Vertreterin einer Generation, die über Jahrzehnte den Pflegeberuf sowohl
von Traditionen als auch durch neue Denkweisen geprägt hat, war sie sich bewusst, dass eine
junge Generation von Pflegenden angetreten war, die Pflege auf ihre Art sahen, gestalteten
und veränderten. Es galt Bisheriges loszulassen, um Neuem Platz zu machen.

 Ab 1990 fand sie neue Wirkungsfelder:

 Bildungsarbeit mit Schwestern verschiedener Orden und Kongregationen in der dritten und
vierten Lebensphase, sowie mit Schwestern, die alte und kranke Schwestern begleiten,
betreuen und pflegen (Fachausbildung für gerontologische Pflege),

 Lebenskurse mit Themen wie Sinnfindung und Lebensgestaltung, Lebensprozesse und


Lebenswenden, Schmerz, Leiden und Grenzerfahrungen sowie die Wiederentdeckung der
Ressourcen gesunden Lebens,

 Lebensberatung und Begleitung (logotherapeutisch und/oder seelsorgerisch)

Der Schweizer Nachname „Juchli“ steht für Generationen von Pflegenden als Synonym für
Pflegetheorie. Warum? 1971 verfasste Schwester Liliane Juchli das erste umfassende
Krankenpflegelehrbuch in deutscher Sprache – ein Standardwerk für jede Gesundheits- und
Krankenpflegerin in Ganzheitliches Pflegemodell.

Als Krankenpflegelehrerin beschäftigte sich Juchli bereits Ende der 60er-Jahre mit der Frage, wie
Krankenpflege als eigenständige Tätigkeit beschrieben werden kann. Ihre Überlegungen führten zu
der Formulierung der „Aktivitäten des täglichen Lebens“ (ATL). Bestehend aus 12 Elementen
entstand so eine hilfreiche Ordnungsstruktur, die zur Pflegeerfassung dienen kann. Die ATLs sind
Bestandteil eines ganzheitlichen Pflegemodells, das sich in der konkreten menschlichen Begegnung
zeigt, Ausbildung.

Kategorisierte Kompetenzstufen

Obwohl in der Zwischenzeit weitere Pflegemodelle entwickelt und ebenso für die Darstellung
der Pflege genutzt werden, bieten die „Aktivitäten des täglichen Lebens“ noch heute die einfachste
Grundlage für die Darstellung der menschlichen Kompetenzen. Die Pflege-Pionierin beschreibt in der
neuesten Ausgabe die Bedeutung des ATL-Modells:

Mit dem Kriterienkatalog bzw. mit der Ordnungsstruktur der ATL ist sowohl die Gesundheit
als auch die Pflege- und Rehabilitationsbedürftigkeit eines Menschen bzw. eines Patienten
umfänglich erfassbar, wodurch Pflegediagnose, -planung und -evaluation möglich sind. Mit anderen
Worten: Erfassung, Wirksamkeit und Qualitätssicherung können gleicherweise sichtbar gemacht
werden.
Mehr als früher würde ich aber heute betonen, dass die einzelnen ATL sich gegenseitig
beeinflussen und die Kompetenzstufen (Grad der Selbständigkeit und Selbstkompetenz) sich
ergänzen und gegenseitig beeinflussen.

Das Konzept der ATL wird immer dann ins Leere laufen, wenn wir nur auflisten würden, was
wir sehen und nicht gleichzeitig nach der Bedeutung fragen, also nach der Bedeutung des Verhaltens,
der Beeinträchtigung, des Mangels usw.

Die ATL sind nur dann ein gutes Instrument zur Datenerhebung, wenn wir nicht nur nach
Fakten fragen, sondern nach dem Menschen als ganzheitliches Wesen, im Blick auf alle seine
Beziehungen und Bezügen. Das heißt, dass wir den Menschen sehen als Träger einer individuellen
Geschichte, die das, was jetzt ist, beeinflusst und mitbestimmt hat.“

Die Pflegefachkräfte entwickeln mit Hilfe dieses Modells eine Struktur, die ihnen hilft, den
Blick auf (Kategorisierte Kompetenzstufen. Obwohl in der Zwischenzeit weitere Pflegemodelle
entwickelt und ebenso für die Darstellung der Pflege genutzt werden, bieten die „Aktivitäten des
täglichen Lebens“ noch heute die einfachste Grundlage für die Darstellung der menschlichen
Kompetenzen. Die Pflege-Pionierin beschreibt in der neuesten Ausgabe die Bedeutung des ATL-
Modells:

Mit dem Kriterienkatalog bzw. mit der Ordnungsstruktur der ATL ist sowohl die Gesundheit
als auch die Pflege- und Rehabilitationsbedürftigkeit eines Menschen bzw. eines Patienten
umfänglich erfassbar, wodurch Pflegediagnose, -planung und -evaluation möglich sind. Mit anderen
Worten: Erfassung, Wirksamkeit und Qualitätssicherung können gleicherweise sichtbar gemacht
werden.

Mehr als früher würde ich aber heute betonen, dass die einzelnen ATL sich gegenseitig
beeinflussen und die Kompetenzstufen (Grad der Selbständigkeit und Selbstkompetenz) sich
ergänzen und gegenseitig beeinflussen.

Das Konzept der ATL wird immer dann ins Leere laufen, wenn wir nur auflisten würden, was
wir sehen und nicht gleichzeitig nach der Bedeutung fragen, also nach der Bedeutung des Verhaltens,
der Beeinträchtigung, des Mangels usw.

Die ATL sind nur dann ein gutes Instrument zur Datenerhebung, wenn wir nicht nur nach
Fakten fragen, sondern nach dem Menschen als ganzheitliches Wesen, im Blick auf alle seine
Beziehungen und Bezügen. Das heißt, dass wir den Menschen sehen als Träger einer individuellen
Geschichte, die das, was jetzt ist, beeinflusst und mitbestimmt hat.“

Die Pflegefachkräfte entwickeln mit Hilfe dieses Modells eine Struktur, die ihnen hilft, den
Blick auf die jeweils zu fördernder Kompetenz bei ihren Patientinnen zu konzentrieren.

Dass Juchli ein umfassendes Verständnis von Krankenpflege hat, beweist das folgende Zitat:
„Als Folge der Auffassung, dass man Gesundheit hat, entsteht eine Konsumhaltung, die jede Störung
von sich selbst weg auf den Experten verlagert. Bei einer Funktionsstörung, die nicht als
Seinszustand, sondern als „technische Panne“ erfahren wird, wird nach Hilfe von außen verlangt,
nach der Sachkompetenz des Arztes und der pharmazeutischen Industrie.

Die heilende Kraft der Zuwendung – auch zu sich selbst – und die unterstützende Wirkung von
natürlichen Hilfsmitteln, die körpereigene Selbstheilungskräfte fördern, sind fast vergessen. Die
Außenorientiertheit des Erwachsenen wird schon in der Kindheit geformt. Kinder dürfen nicht mehr
krank sein.“ (Juchli, 1993, S. 152)
Aktivierung von Selbsthilfe

Dieser Ansatz macht den Menschen nicht nur abhängig von dem, was ExpertInnen wissen, es macht
ihn auch unmündig. Die Krankheits-Therapie und die Medikamenten-Gläubigkeit werden
überdimensioniert. Natürlich gehören ernste Erkrankungen in die Hand des Arztes. Aber vieles, was
heute als Krankheit definiert wird, fußt auf dem Nicht-Erkennen von „Selbstheilungskräften“. Die
grundlegende Frage lautet: Wie kann man eine Person wieder an ihre „Kraftquellen anschließen“,
sodass sie sich selbst helfen und die Qualität ihres Lebens verbessern kann.

Acktivitäten des täglichen Lebens

Die Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL) nach Liliana Juchli stellen ein konzeptionelles Modell der
Pflege dar.

DAS KONZEPT

Die 12 ATL nach Juchli lauten:

1. Wach sein und schlafen

2. Sich bewegen

3. Sich waschen und kleiden

4. Essen und Trinken

5. Ausscheiden

6. Körpertemperatur regulieren

7. Atmen

8. Für sicherheit sorgen

9. Raum und Zeit gestalten, arbeiten und spielen

10. Kommuniezieren

11. Kind, Frau, Mann sein

12. Sinn finden in Werden, Sein, Vergehen (auch: Lebenssinn, Sinnkrise, Sterben)

Mit hilfe der ATL´S kann man überprüfen, in welchen Bereichen individueller Pflegebedarf eines
Patientesn besteht. Die ATL´s erleichern sie Systematiesierung und Ganzheitlichkeit beim Erstellen
der Pflegeplanung – der Informationssammlung.
Die ATL´s sollen in Form von Fahigkeiten, Ressourcen und Defizieten beim jeweiligen Bewohnner
ausformuliert werden. Der Grenzbereich sollte möglichst eng sein, weil damit unnötige Ubernahme
von vorhanden Fähigkeiten vermeiden wird.