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1.

Messung nichtelektrischer Größen (Sensoren)


Nichtelektrische Größen werden mittels einer Messkette erfasst:

- ein Sensor wandelt die nichtelektrische Größe in ein elektrisches Signal um


eine Verstärkerstufe verstärkt das Signal. Sie erlaubt eine
Kalibrierung und die Festlegung der Empfindlichkeit. Sie treibt die
Anzeige bzw. Registrierung.
eine Auswerteeinheit registriert das Signal. Dies kann analog, digital, anzeigend,
registrierend, etc. sein.

Beispiel: Messung des Füllstandes eines Flüssigkeitsehälters.

Ein Potentiometerschleifer ist mechanisch mit einem Schwimmer gekoppelt.


Potentiometer und Schwimmer bilden den Sensor, der
eine dem Füllstand proportionale Spannung liefert. Über einen nicht invertierenden
Verstärker wird diese Spannung dem Anzeigeinstrument angepasst. Der
Zeigerausschlag ist dem Füllstand proportional.
1.1 Sensoren
Sensoren wandeln nichtelektrische in elektrische Größen um. Man unterscheidet aktive
und passive Sensoren.
Aktive Sensoren sind solche, die bei Einwirken einer nichtelektrischen Größe eine
Spannung abgeben.
Tachogenerator (Drehzahlerfassung)
Fotoelement (Lichtstärke)
Thermoelement (Temperatur)
Quarzkristalle (Druck, Kraft)
Hallgenerator (Magnetfelder)

Passive Sensoren sind solche, die bei Einwirken einer nichtelektrischen Größe ihre
elektrischen Eigenschaften ändern. (z.B. ohmschen Widerstand, Kapazität, Induktivität)
Thermowiderstand (Temperatur)
Heiss/Kaltleiter (Temperatur)
Drehpotentiometer (Position)
Fotodioden (Lichtstärke)
Dehnungsmesstreifen (Zug, Druck, Spannung)
Feldplatte (Magnetfeld)

1.2. Temperaturmessung
1.2.1.Thermoelemente

Thermoelemente dienen zur Temperaturmessung. sie beruhen auf dem


thermoelektrischen Effekt. Zwei Metalle oder Legierungen (ein Thermopaar) werden an
einem Punkt verschweißt oder verlötet .Über dem Kontakt entsteht eine
temperaturabhängige Spannung, die Thermospannung.
Bei der direkten Messung dieser Thermospannung würden durch den Anschluss eines
Messgerätes weitere Kontaktübergänge hinzukommen, deren Temperaturen ebenfalls
die Gesamtspannung beeinflussen könnten. Es muss daher eine Messkette aufgebaut
werden.
Die Messstelle wird auf die Temperatur T1 erhitzt, die Temperatur der Vergleichsstelle
wird konstant gehalten. Das Instrument zeigt dann die Thermospannung UT an.

k: Thermoempfindlichkeit
Die gemessene Spannung hängt von der Temperaturdifferenz zwischen Mess- und
Vergleichsstelle ab. Die Temperatur der Vergleichsstelle muss bekannt sein oder
konstant gehalten werden. die Grundwerte der Thermospannung liegen für eine
Bezugstemperatur von 0C und Messtemperaturen zwischen 0C und 100C zwischen
0mV und 40mV für NiCr - Ni.
Die Empfindlichkeiten liegen im Bereich ~10mV/100K
Der Einsatzbereich von Thermoelementen liegt zwischen -200C und 2500C

Thermopaare nach DIN IEC 584 (Auszug)

Anwendung: Zur Messung hoher Temperaturen


Härteöfen
Kesselanlagen

1.2.2. Widerstandsthermometer
Ausnutzung der Temperaturabhängigkeit von Widerständen (linearer Verlauf)
z.B.: Pt 100 100  bei 0°C (Platin)
Ni 100 100  bei 0°C (Nickel)
Klassen und Fehlergrenzen:
Pt:: Klasse A für T < 650 °C
Klasse B für T < 850 °C
Ni: nach Einsatztemperatur
für0 °C ... +180 °C
für -60 °C ... 0 °C
Bemerkung: Trotz höherem Temperaturkoeffizienten ergeben sich für Nickel größere
Fehlergrenzen!
Anwendung: Gefrieschränke
Elektröfen
Klimaanlagen
Motorenprüfstände

1.2.3. Thermistoren
Halbleiterwiderstände mit pos. oder negativen Temperaturverlauf
Kaltleiter (PTC)
(engl. : Positive Temperature Coefficient)
Material: dotierte Titanat-Keramik
Vorteile: sehr hoher Temperaturkoeffizient
Nachteile: starke Nichtlinearität
Heißleiter (NTC)
(engl.: Negative Temperature Coefficient)
Material: polykristalline Halbleiter-Keramik
Vorteile: hoher Temperaturkoeffizient
Nachteile: Exemplarstreuung, ungünstige Langzeitstabilität
Anwendung (PTC): Temperaturmessung
Temperaturregelung
Überlastschutz

Anwendung (NTC): Temperaturmessung Körpertemperatur


Kühlwassertemperatur
Öltemperatur
1.3Weg- und Drehwinkelaufnehmer
1.3.1. Messprinzipien
Man unterscheidet zwischen berührungs und berührungslosen Verfahren. Zur ersten
Gruppe gehören die resistiven Sensoren. Die meisten übrigen Sensoren arbeiten
berührungslos.
Die wichtigsten Prinzipien sind:
• resistiv Änderung des Wirkwiderstandes
• kapazitiv Änderung der Kapazität eines Kondensators
• induktiv Änderung der Induktivität einer Spule
• optisch Zählung von Inkrementen
Beispiele:
- Stellung von Klappen, Ventilen, Einstellreglern, pneumatischen Stellzylindern
- Füllstand in Behältern
- Position oder Geometrie eines Werkstückes
1. 3. 2. Resistive Aufnehmer
Einfachstes Verfahren zur Messung geometrischer Größen, da die Information über die
Position direkt als Spannung dargestellt werden kann
Für Wegmessungen sind Potentiometer besonders geeignet, bei denen die
Widerstandsbahn als Gerade ausgelegt ist (Linearpotentiometer); für Winkelmessungen
gibt es ringförmige Anordnungen (Drehpotentiometer).

Anwendung.:
Linearpotentiometer: Wegmessung Werkzeugmaschinen
5mm bis 4000 mm
Drehpotentiometer Gelenkwinkel Roboter od. Messtechnik
0° bis 355°
1.3.3. Induktive Sensoren:

Ausführungsformen
a) Tauchanker-Aufnehmer
Durch Eintauchen des beweglichen Ankers in die Spule verringert sich der
magnetische Widerstand. Dies führt zu einer Erhöhung der Induktivität.
Wegen der nichtlinearen Beziehung zwischen Auslenkung und
Induktivitätsänderung werden Differentialausführungen bevorzugt, bei denen der
Anker zwischen beiden Spulen bewegt wird.

Durch Positionsänderung ändert sich die Induktivität.


Induktive Aufnehmer arbeiten berührungsfrei.
Messbereich von mm Bruchteilen bis zu 1 m

Anwendung:
Taster zur Dickenmessung von Werkstücken
Weggeber bei kleinen Werkzeugtischen
Erfassung der Greifbewegung bei Robotern
Schwingungserfassung von Prüfständen

1. 3. 4. Kapazitive Sensoren

Durch Änderung des Plattenabstandes, Dielektrikum oder Plattenfläche wird die


Kapazität verändert
Änderung der Kapazität
- des Abstandes: Membrankondensator (s. Differenzdruckmessung)
- der wirksamen Fläche: Verschiebung zweier konzentrischer Röhren
(Zylinderkondensator), Verdrehung zweier ineinander greifender Plattenpakete
(Drehkondensator)
- der relativen Dielektrizitätskonstante : Ersatz von Luft durch andere Materialien, z.B.
Glimmer ; organische Isolierstoffe , Wasser
Anwendung:
Erfassung der Stempelwege bei Druckgießmaschinen
Füllstandsmessung und Feuchtemessung

1. 3.5. Inkrementale Weggeber


1.3.5.1. Aufbau
Als Maßstab dient hier ein in Inkremente eingeteiltes Rasterlineal. Die Breite der
Inkremente bestimmt die Auflösung. Bei optischer Abtastung erfolgt die Kodierung durch
Schwärzung jedes 2. Inkrementes.
Bei magnetischer Abtastung sind die Inkremente abwechselnd als Nord- bzw. Südpol
eines Magneten ausgebildet. Als Empfänger werden magnetoresistive Sensoren
eingesetzt.
Besondere Eigenschaften
• Inkrementale Weggeber besitzen keinen festen Nullpunkt, sondern liefern
lediglich Informationen über die Größe der Verschiebung. Der Nullpunkt muss zu
Beginn durch Anfahren einer bestimmten Position festgelegt werden. Bei
Verwendung von codierten Maßstäben (b), z. B. auf der Basis des Dual-Codes,
ist dagegen die tatsächliche Position immer feststellbar.
zwei Empfänger im Abstand von ¼ der Inkrementbreite eingesetzt, kann auch die
Verschiebungsrichtung erkannt werden. Dies ist mit einem einzigen Empfänger
nicht möglich.

1.3.5.2.Inkrementale Längengeber:
Das bewegte Teil ist mit einem Codelineal verbunden, das von einem
feststehenden Punkt aus (meist optisch) abgetastet wird.
Signalauswertung:

Der Zählerstand ist ein Mass für die Strecke.

1.3.5.3. Richtungserkennung:
Zum Erkennen der Bewegungsrichtung werden 2 Sensoren benötigt,
die um ¼ Raster versetzt angeordnet sind.
Signalauswertung:

Im Flip-Flop wird die Bewegungsrichtung gespeichert. Sein Ausgang


schaltet die Zählrichtung des Zählers um

Pulsdiagramm:
1.3.5.4.Eigenschaften inkrementaler Geber:
gute Auflösung
Nullpunkt lässt sich beliebig festsetzen
zählt auch Störungen
verliert den Messwert bei Spannungsausfall

1.3.5.5.Anwendungen:
Maus
Rollkugel
Positionierungen
- Linearmaßstab bis zu 3m mit Strichteilung von 1µm bzw. als
- Drehgeber mit bis zu 36 000 Strichen

1.3.6..Absolutwertgeber
Kodierung:

Das direkte erzeugen von Bonärcode ist ungünstig. Man verwendet


daher den sog. Gray Code, bei welchem sich beim Übergang von
einer Position zur nächsten immer nur 1 Bit ändert.
Vorteile:
Fehlererkennung
kleiner „Anzeigefehler“

Eigenschaften kodierter Geber:


aufwendig (Auflösung von 2n n Spuren erforderlich)
messen von einem definierten Anfangspunkt aus
liefern direkt das Ergebnis
behalten den Messwert bei Spannungsausfall
unempfindlich gegen Störungen

Einsatz bei Werkzeugmaschinen


Antriebstechnik (Servo)
1.4. Drehzahlmessung

1.4.1. Tachodynamo
Kleiner Gleichstromgenerator mit der Welle gekoppelt
Ausgabe der Spannung ist prop. der Geschwindigkeit

1. 4. 2. Wirbelsstromtachometer

Tachometer bei KFZ; Dauermagnet wird über biegsame Welle angetrieben und
rotiert in Al – Trommel. Al – Trommel erhält durch Spiralfeder Gegenmoment

1. 4. 3. Drehzahlmessung über die Impulszählung

Zahnrad mit induktiven Näherungsschalter oder Lochscheibe mit Lichtschranke

1.4.4. Stroboskopisches Verfahren

Lichtblitzfrequenz prop. Drehzahl

1.5. Druck- Kraft- und Spannungsmessung


Prinzip aller Sensoren ist die Umsetzung der Kraft oder des Druckes in eine
Wegänderung oder Verformung.
Beispiele:
Durchfluss über Staudruck, Drehmoment, Füllstand (über den hydrostatischen
Druck), Biegebalken zur Kraftmessung.
• Wegänderung Verwendung von Federn, z. B. bei Plattenfeder-Manometern oder
Wägezellen. Wegen der verhältnismäßig großen Auslenkungen können
potentiometrische, kapazitive oder induktive Längenmessverfahren angewandt
werden.
• Verformung Messung kleinster Formänderungen an speziell geformten
Werkstücken wie z. B. einem Biegebalken oder einer Membran mit
Dehnungsmessstreifen. Häufigste Technik für Druck- und Kraftmessung.
1.5.1. Dehnmessstreifen
Dehnungsmessstreifen sind Widerstände, die - auf einem Körper aufgeklebt - dessen
Formänderung in eine Widerstandsänderung umsetzen können.
1.5.1.1. Ausführungsformen
Einzel – Folien - DMS:
Zwischen zwei Trägerfolien befindet sich eine dünne Widerstandsbahn in Form eines
Mäanders. Der Folien - DMS wird mit Spezialkleber auf dem Werkzeug befestigt.
Anwendung am Biegebalken:

Auf beiden Seiten befinden sich je 2 DMS, die in einer Messbrücke diagonal
verschaltet sind. - DMS 1 und DMS 4: Dehnung
- DMS 2 und DMS 3: Stauchung
Durch die Verwendung von 4 DMS ergibt sich gegenüber einem Einzelsensor
eine 4-fache Empfindlichkeit.
Membran-Rosette-DMS
Auch hier 4 DMS als Folienwiderstände zur Schaltung als Vollbrücke zum Aufkleben auf
eine Plattenfeder (b).

Bei Druckbeaufschlagung werden die Randzonen gestaucht, die Mittelzone gedehnt.


Die Rosette (a) ist so dimensioniert, dass sich an den DMS betragsmäßig möglichst
gleiche Widerstandsveränderungen ergeben.
1.5.2. Piezoelektrische Kraft- und Druckaufnehmer
1.5.2.1. Piezoelektrischer Effekt
Bei elektrisch polarisierten Kristallen treten unter mechanischer Beanspruchung
Ladungsverschiebungen auf. Diese verhalten sich proportional zur Größe der
Deformation und damit zur einwirkenden Kraft. Der dadurch bewirkte Stromfluss kann
als Spannungsabfall an einem Widerstand oder mit einem speziellen Ladungsverstärker
gemessen werden.
Vorsicht sehr schlagempfindlich

Kraftaufnehmer und elektr. Ersatzschaltbild:

3.4.6. Binäre Sensoren (Seite 174)

Näherungsschalter
Induktive NS
Metall verändert die Induktivität (Ausgabe binäres Signal)
Anwendung:
Endlagenschalter,
Erfassen, Zählen und Sortieren von Werkstücken
Kapazitive NS
Durch Annäherung eines metallischen oder nichtmetallischen
Körpers wird die Kapazität verändert
Anwendung:
Zur Erfassung von Werkstücken aus Keramik, Kunststoff, Glas, Holz,
Öl, Wasser und Papier
Optische NS

Lichttaster
Lichtstrahl (Infrarot) wird reflektiert und über Fototransistor
Empfangen

Reflexionslichtschranke
Lichtstrahl wird durch Reflektor zurückgebracht
Einweglichtschranke
Räumlich getrennte Sender und Empfängereinheit
1.1.2. Hall Sonde
Die Hall Sonde wird zum Messen von Magnetfeldstärken verwendet.
Das Funktionsprinzip beruht auf der Ablenkung von elektrischen Ladungen durch
magnetische Felder. Die Ladungen bewegen sich in einem Festkörper, die ablenkende
Kraft ist die Lorentzkraft.

Auf die bewegten Elektronen wirkt die Lorentz Kraft F L =q v B . Dadurch sammelt sich
auf der rechten Seite negative und auf der linken Seite positive Ladung an.
Es entsteht ein elektrisches Feld E das auf die Elektronen
die Kraft FE =q E ausübt.

Im Gleichgewicht gilt:

Stromdichte:

Hallspannung:

n: Elektronenkonzentration
v: Geschwindigleit der Elektronen

Bei konstantem Strom ist die Hallspannung proportional zur Feldstärke B.


Wegen der höheren Beweglichkeit der Elektronen nimmt man als Material für
Hallsonden InSb (Indium Antimon) oder InAs (Indium Arsenid)

Piezoelektrische Stoffe sind elektrisch polarisiert. Die vorhandenen elektrischen


Dipolmomente ändern sich bei Verformung. Der Effekt ist umkehrbar, d.h. legt man an
den Kristall eine Spannung an, dann verformt er sich.
Kraftaufnehmer und elektr. Ersatzschaltbild:

Photoelement/Photodiode
Aufbau einer Si Photodiode:
Betrieb als Photoelement:

Das einfallende Licht erzeugt einen Strom, der mit der


Beleuchtungsstärke ansteigt. Mit dem Widerstand kann der
Arbeitspunkt des Elements eingestellt werden. Es kann der Strom
im Kreis sowie der Spannungsabfall am Widerstand gemessen
werden. Der Zusammenhang zwischen Beleuchtungsstärke und
Strom bzw.Spannungsabfall ist nichtlinear.

Betrieb als Photodiode:


Es wird in Sperrichtung eine Spannung an die Diode gelegt. Diese
ändert den vom Sensor gelieferten Strom nicht. Der
Zusammenhang zwischen der Beleuchtungsstärke und dem im
Kreis fließenden Strom ist linear.
Messung nicht elektrischer Größen mit Sensoren
3.4.6. Binäre Sensoren (Seite 174)

Näherungsschalter
Induktive NS
Metall verändert die Induktivität (Ausgabe binäres Signal)
Anwendung:
Endlagenschalter,
Erfassen, Zählen und Sortieren von Werkstücken
Kapazitive NS
Durch Annäherung eines metallischen oder nichtmetallischen
Körpers wird die Kapazität verändert
Anwendung:
Zur Erfassung von Werkstücken aus Keramik, Kunststoff, Glas, Holz,
Öl, Wasser und Papier
Optische NS

Lichttaster
Lichtstrahl (Infrarot) wird reflektiert und über Fototransistor
Empfangen

Reflexionslichtschranke
Lichtstrahl wird durch Reflektor zurückgebracht
Einweglichtschranke
Räumlich getrennte Sender und Empfängereinheit