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Die Antwort auf Abul Baraas Broschüre über den Takfir.

1. VORWORT
Vergisst nie meine lieben Geschwister im Islam, dass die Einflüsterungen des Teufels zu den
Hauptursachen der Verführung gehört. In dem z. B. die rechtmäßigen Muwahidun [jene die Allah für
einzig erklären] hinterfragt werden und die Gegner wiederholt neue Scheinargumente vorlegen,
ungeachtet dessen, ob ihre Argumente wiederholt mit Fakten entkräften wurden. So berichtet Allah –
erhaben ist Er -:
‫إِ َن الشَ يْطَا َن َل ُك ْم َع ُد ٌو فَاتَِخِ ذُوهُ َع ُد ّوا ً إِنََمَ ا يَ ْدعُو حِ زْبَ ُه لِيَكُونُوا ِم ْن أ َْصحَ ابِ السَ ِعِ ي ِر‬

»Der Teufel ist euer Gegner, so nehmt ihn als Feind. Der Teufel ruft seine Anhänger zur Hölle.« (35:6)
Ibn Hibban hielt fest, dass Ibn Mas'ud berichtete wie der Prophet (‫ )ﷺ‬die Muslime vor der
Einflüsterung des Teufels warnte:
‫َصدِيقٌ بِالْحَ قِ فََمَ ْن وَجَ َد ذَل َِك‬
ْ ‫ِخيْ ِر َوت‬
َ ‫لَ َ ًُة َولِلَْمَ لَكِ لَ َ ًُة فَأأَمَا لَ َ ُُة الشَ يْطَانِ فَإِيِعَازٌ بِالشَ ِر َوتَ ْكذِيبٌ بِالْحَ قِ َوأَمَا لَ َ ُُة الْ َلَكِ فَإِيِعَازٌ بِا ْل‬
َ‫فَ ْليَحْ َمَ ِد ال‬

Dieser Hadith zeigt auf, wie der Teufel die Menschen zum Schlechten verführt und welches
Unheil er anrichten kann. Wie er Menschen beeinflusst Übel zu begehen und sich vom Recht
abzuwenden. Der Teufel versucht den Gläubigen zu manipulieren, in dem er ihn an der Wahrheit des
Islams zweifeln lässt. So verleitet der Teufel ihn ebenso dazu, ständig neue Argumente für den
Unglauben und der Irrlehre vorzulegen, wenngleich klare Beweise gegen seine Behauptungen sprechen.
Zu diesen Irregegangenen gehören zweifelsohne Abul Baraa, seine Anhänger sowie ihre
Denkschule der Irja. Wir haben einen 2-stündigen Vortrag über seine Irrlehre gehalten, hauptsächlich
über den Kettentakfir. Als Antwort darauf haben wir eine 12-seitige Broschüre erhalten, dessen Inhalt
unseren Standpunkt nicht annähernd widerlegen kann. Im Gegenteil werden unsere Argumente über
dies bestätigt.
Letztendlich wurde auf unsere Argumentation und dessen Beweislage bis dato nicht
eingegangen. Nichtsdestotrotz werden wir seine Broschüre kommentieren und bitten Allah um Hilfe
das Rechte zu tun.

YASIN AL-HANAFI, 30.12.2017


2. Nutzlose Eigenkommentare von Abul Baraa
ERSTENS: Es wird behauptet, dass man uns Gelehrte nennt. Wir haben bereits öffentlich
bekannt gegeben, dass wir keine Gelehrten sind. Als gottesfürchtige Muslime übermitteln wir die
Botschaft des Islams nach unseren großartigen Gelehrten. Wir bemühen uns stets bei jeder unserer
Aussage, Beweise aus Qur'an, Sunna und Ijma' der Gelehrten vorzutragen. Wir vermeiden über
Angelegenheiten zu sprechen, wenn wir uns nicht auf einen Gelehrten stützen können, so wie uns der
ehrenwerte Shaykh der Ahlu as-Sunna wa al-Jama'a, Ahmad Ibn Hanbal das vorgeschrieben hat:
‫ْس لَك فِيهَا إمَا ٌم‬
َ ‫َاك أ َ ْن تَأت َ َك َل َم فِي مَسْ أأ َ َل ٍُة َلي‬
َ ‫إي‬

»Nimm dich in Acht davor, über Angelegenheiten zu sprechen, ohne dich auf einem Gelehrten zu stützen« 1
Wenn die Feinde des Islam – aufgrund des Tumults ihrer Palastgelehrten aus dem Saudi – den
Tawhid angreifen, mit dem ALLE Propheten entsandt wurden, dann sind wir SCHÜLER DES
WISSENS gezwungen, dagegen vorzugehen. Wir werden uns auf unsere Gelehrten stützen und somit
gegen den Fitna antreten. Es existieren keine Bedingung dafür, ein Shaykh al-Islam werden zu müssen
um dagegen agieren zu können. Denn der Tawhid ist eine offenkundige und vor allem veranlagte
Angelegenheit, wie Allah – erhaben ist Er - uns das garantiert hat:
‫ش ِه ْدنَا أ َن تَقُولُوا يَ ْو َم‬
َ ٰ‫خذَ َرب َّك مِن بَنِي آ َد َم مِن ظُهُو ِر ِه ْم ذُ ِريَأت َ ُه ْم َوأ َْش َه َد ُه ْم َع َلىٰ أ َنفُسِ ِه ْم أَلَسْ تُ ِب َربِ ُك ْم قَالُوا بَ َلى‬
َ َ ‫َو إِذْ أ‬
‫ي‬
َ ِ‫ا ْل ِقيَا َم ُِة إِنَا كُأن َا َع ْن َهـٰذَا غَا ِفأل‬

»Und als dein Herr aus den Kindern Adams - aus ihren Lenden ihre Nachkommenschaft hervorbrachte und sie zu
Zeugen gegen Sich Selbst machte (, indem Er sprach): "Bin Ich nicht euer Herr?", sagten sie: "Doch, wir bezeugen es."
(Dies ist so,) damit ihr nicht am Tage der Auferstehung sprecht: "Siehe, wir wußten nichts davon."« (7:172)
Für dich und mich ist der Tawhid so einleuchtend, dass wir nicht einmal in unserer
Unwissenheit entschuldigt gewesen wären, wie der größte Imam der Ahlu as-Sunna wa al-Jama'a, Abu
Hanifa an-Nu'man das geschildert hat:
‫ل عذر لحد في الجهل بِخالقه لا يري من خلق السَموات والرض وخلق نفسه‬

»Es ist für denjenigen keine Entschuldigung an die Existenz Allahs nicht zu glauben, wenn er doch die Schöpfung von
Himmel und Erde und sein eigenes Dasein sieht« 2
Aufgrund dessen, da Allah – Erhaben ist Er – sprach:
‫ْض َليَقُو ُل َن اللَـ ُه‬
َ ‫َالَر‬
ْ ‫خلَقَ السَ َمَ اوَاتِ و‬
َ ‫َو َلئِن سَ أأ َ ْلأتَهُم َم ْن‬

»Und wenn du sie fragst: "Wer schuf die Himmel und die Erde?" dann werden sie gewiss sagen: "Allah."« (31:25)
Infolgedessen 'Abdullah b. 'Abbas und eine Reihe weitere Gefährten mitteilten:
‫ْس أ َحَ ٌد ِم ْن َو َل ِد آ َد َم إ َِل َو ُه َو يَ ِْعرِفُ الَ أَنَ ُه َربّ ُه‬
َ ‫فَ َلي‬

»Es gibt niemanden unter den Söhnen Adams, die nicht wissen dass Allah ihr Herr ist!« 3
Wer nun die klare Existenz des Tawhids anfechtet, der für jeden verständlich gemacht wurde,
wie das Abul Baraa, seine Anhänger und ihre Palastgelehrten denen sie bedingungslos folgen, tun, so
dürfen wir als Schüler des Wissens nicht schweigen. Es ist unsere Pflicht einen verbalen Widerstand zu
1 I'lam al-Mawqi'in, Ibn al-Jawzi
2 Sharh 'Alyy al-Qari
3 At-Tamhid, Ibn 'Abd al-Barr
leisten, mithilfe Quelltexten und der klassischen Gelehrten. Ich möchte hiermit festhalten, dass Abul
Baraa ebenfalls KEIN Gelehrter ist! Er ist ein Unwissender der sich selber den Titel „Shaykh“
zugeschrieben hat. Wahrscheinlich würde seine Gefolgschaft, die Haltung Abul Baraas folgendermaßen
rechtfertigen: „Er folge doch nur den Gelehrten und gebe dessen Lehren wieder!“ Genau das behaupten wir von
uns auch(!) Im Gegensatz zu ihnen folgen wir den echten Gelehrten, sprich den klassischen Gelehrten,
welche die wahren Erben des Propheten sind. Wir lehnen die vordiktierten und korrupten Lehren der
Palastgelehrten aus dem Saudi-Arabien ab, welche verantwortlich sind für das Auftreten dieser Irja-
Lehre. Möge Allah uns vor ihnen und ihren Fitna bewahren.
ZWEITENS: Abul Baraa wirft uns vor, dass sobald wir dazu aufgerufen werden den echten
Gelehrten zu folgen, wir uns widersetzen und überdies sie des Unglaubens bezichtigen. Auf diese
Aussage sei gesagt: „Echten Gelehrten“ ist eine Ansichtssache. Indes legen wir keinen Wert auf die
Meinung Abul Baraas. Er betitelt solche Gelehrten wie Albani, Bin Bass, Uthaymin und ihresgleichen
als „echte Gelehrten“, wir hingegen nicht. Wir ziehen der Untergang der Welt vor, ehe wir diese
Palastgelehrten als „echte Gelehrte“ anerkennen. Andererseits ist Abul Baraa derjenige der nicht den
„richtigen Gelehrten“ folgen will. Weisen wir ihn auf Ibn Hajar, an-Nawawi, al-Baqillani, al-Haramayn, Ibn
Furaq, al-Qurtubi, ar-Razi, Al-'Ayni, al-Baydawi, an-Nasafi, as-Samarkandi, al-Qastalani und unzählige weitere
Gelehrte hin, ferner riefen wir ihn dazu auf diesen Gelehrten zu folgen, wich Abul Bara unseren
Beweisführungen aus sowie lehnt sie vehement ab. Infolgedessen hätte er den Takfir auf sie
aussprechen müssen. Weshalb?
a-) All diese Gelehrten gehören zu der Asha'ira und Maturidiyya. Sie sind Feinde von Abul Baraa
und seiner anthrophomorphistische Glaubenslehre.
b-) Abul Baraa glaubt den Gelehrten aus dem Najd zu folgen, so wie Muhammad b. 'Abd al-
Wahhab. Indes sprechen die Gelehrten aus dem Najd mit Übereinstimmung den Takfir auf
diese oben genannten Ashari-Gelehrten und auf die Asha'ira im Allgemeinen aus, da sie als
„Grabensanbeter“ verurteilt werden.
Wir überlassen es den Lesern für welche Seite sie sich entscheiden. Stellt ihr euch auf die Seite
von Abul Baraa, der sich lediglich auf die Palastgelehrten verlässt oder auf unsere Seite, die uns auf die
klassischen Gelehrten der Ahlu as-Sunna stützen? Ihr müsst wählen(!)
3. Allgemeiner und spezieller Takfir.
Es wird uns böswillig unterstellt, dass wir keinen Unterschied zwischen den allgemeinen (umum)
Takfir und den speziellen (mu'ayyan) Takfir machen würden. Daraufhin legen sie uns die Aussage von
Ibn Taimiyya vor, der genau diesen Unterschied in sein Majmu al-Fatawa 3/229 anspreche. Ibn Taimiyya
fordert uns dazu auf, die Wichtigkeit der Unterscheidung zwischen beiden Kategorien zu erkennen und
nicht, dass der spezielle Takfir erst gar nie angewendet werden darf, wie das bei Abul Baraa und den
Murjia der Fall ist. Denn sind die Bedingungen für den speziellen Takfir gegeben, dann findet er
Verwendung, so wie es einst Ibn Taimiyya mit Ibn al-'Arabi dem Sufi getan hat. Die Murjia ignorieren
diese Regel vollkommen, sogar wenn die Bedingungen gegeben sind. Das hat Ibn Taimiyya
unmissverständlich angesprochen. Um den Takfir auszusprechen, muss folgendes berücksichtigt
werden: Es darf kein Hindernis für den Takfir geben, z. B. wenn es eine Ta'wil-Angelegenheit von
mehrdeutigen Verse ist oder die Bezugsperson versehentlich etwas gesagt hat, was Kufr ist oder wenn
sein Leben in Gefahr ist und er dazu gezwungen wurde. Das nennt man auch „Ikrah“. Allerdings gibt
es bei „Ikrah“ viele Bedingungen, die erfüllt werden müssen, damit seine Situation als „Ikrah“ bewertet
werden kann. Darüber werden wir, so Allah will, auf einem weiteren Beitrag zu sprechen kommen.
Man muss die absolute Gewissheit darüber haben, sobald der Takfir auf eine Person
ausgesprochen wird, dass er auch wirklich den Kufr begangen hat. Die Tat an sich kann Kufr sein, doch
ihn der Person zuzuschreiben, dafür muss absolute Sicherheit gegeben sein. Liegt der Beweis vor, erst
dann kann über ihn der Takfir ausgesprochen werden. Sind es Angelegenheiten in Shar‘i und ist es keine
Angelegenheiten der Fitra, dann muss sichergestellt werden, ob der Islam die Bezugsperson erreicht
hat. So was nennt man „Iqaamat al-Hujja“. Mit den Takfir geht man nicht eilig um, wenn die
Angelegenheit eine unklare Sache ist. Der Prophet (‫ )ﷺ‬äußerte selber:
ِ‫الأت َأأَنِي ِم َن الَِ وَا ْلِعَجَ َل ُُة ِم َن الشَ يْطَان‬

»Das Agieren mit Nachsicht und Vernunft kommt von Allah; das Agieren mit Eile kommt vom Teufel!« 4
So wie man bei einer unklaren Sache nicht voreilig einen Takfir aussprechen sollte, genauso
wenig sollte bei einer klaren Angelegenheit mit einem Takfir zugewartet werden, wie das oft bei den
demokratischen Herrscher, ihrer Wähler und jene Anhänger die sie nicht verurteilen, der Fall ist.
4.1 Die Suren 17:15 und 4:165 als Entschuldigung für Unwissende?
Bei unserer Antwort auf Abul Baraa haben wir mittels Aussagen großartiger Gelehrten
bewiesen, dass eine Person die den großen Shirk begangen hat, in seiner Unwissenheit nicht
entschuldigt ist. Das zeigen zusätzliche Verse wie Sure 28:47 und Sure 6:131. Hier stellt sich eher die
Frage, ob er bestraft wird, oder nicht? Wäre er in seiner Unwissenheit im großen Shirk entschuldigt
gewesen, hätten unsere klassischen Gelehrten diese nicht als „Mushrikun“ bezeichnet. Jedoch taten sie
das! Auf diese Aussagen der Gelehrten, die wir Abul Baraa und den Murjia vorlegten, haben wir bis
dato noch keine Stellungsnahme erhalten. Der „große Shaykh“ scheint diese handfesten Argumente wohl
nicht widerlegen zu können. In diesen Versen geht es um die Frage, ob Allah einen „MUSHRIK“ vor
der Hujjah bestrafen würde, oder nicht? Dass dieser weiterhin ein „Mushrik“ ist, daran ändern diese
Verse nichts. Folglich ist ihre Unwissenheit keine Entschuldigung.
4.2 Die Angelegenheit mit Hajjaj
Wie Abul Baraa von seinen Palastgelehrten von Saudi Amerika gelernt wurde, zieht er die
Angelegenheit mit Hajjaj als Beweis dafür bei, den Kettentakfir abzulehnen. Solche Beweise führen wir
im Übrigen als ad absurdum. Wie nicht anders erwartet, wird unser Gegenargument wiederholt
ignoriert. Beim Kettentakfir achtet man auf folgendes: Es gibt in der Shar‘i zwei Pfeile: a- Subut
(Qur'an und Muawatir Ahadithe), b- Delalet (die Bedeutung). Diese teilen sich wiederum in zwei
Weitere auf: a- Qat'i (absolut) b- Zanni (relativ). Der Kettentakfir wird bei der Voraussetzung
verwendet, an welcher Stelle der Koranvers wie auch die Mutawatir Ahadithe (subut) sowie die
Bedeutung (delalet), absolut (qat'i) sind. Wie im Falle derjenigen die Allahs Gesetze ablehnen, ihre
eigenen erlassen, mit denen dann über die Menschen richten, ferner jene diese wiederum wählen und
somit zu ihren Herrn genommen haben. Hier den Kettektakfir zu unterlassen, führt zum Austritt des
Islams. Bei welcher Angelegenheit verwendet man keinen Kettentakfir?
Wenn a- Subut relativ- und Delalet absolut ist, b- Delalet relativ- und der Subut absolut ist, c-
wenn beides relativ sind. Und genau hier wird die Thematik mit Hajjaj ath-Thaqafi eingeführt. Denn

4 Sunnan at-Tirmidhi: Über die Authentizität lässt sich streiten.


seine Situation ist keine klare Sache, so wie beim Unterlassen des Gebets. Imam Ahmad Ibn Hanbal
spricht den Takfir auf denjenigen aus der das Gebet unterlässt, egal mit welcher Begründung. Diese
Meinung teilen die restlichen Rechtsgelehrten nicht, so spricht Imam Ahmad also kein Takfir auf sie
aus. Hajjaj als Argument herzuziehen, bei einer Angelegenheit die offenkundig ist, wie bei jenen die
Allah und den Gesandten den Krieg erklärt haben, ist lächerlich.
Zugegeben, einige der Tabi'in haben den Takfir auf Hajjaj ausgesprochen. Es stimmt, dass
einige von ihnen, insbesondere Ibrahim an-Nakhai sogar vor Freude weinten, als sie hörten, dass Hajjaj
gestorben ist. Diejenigen die den Takfir auf ihn aussprachen waren: Said Ibn Jubayr, Ibrahim an-
Nakhai, Mujahid, 'Asim, ash-Sha'bi, Tawus und andere.
Diejenigen die keinen Takfir aussprachen und ihn weiterhin als Muslim ansahen, waren: Ibn
Umar, Anas Ibn Malik, Al-Hasan al-Basri, Muhammad Ibn Sirin und andere Rechtsgelehrten aus Kufa.
Und vielleicht – Allah weiß es am Besten – könnte man sich gut vorstellen, wieso sie keinen Takfir auf
ihn ausgesprochen haben, insbesondere Hassan al-Bassri. Denn wir lesen in Al-Bidaya von Ibn Kathir:
Es wurde berichtet, dass 'Umar Ibn 'Abd al-Aziz sagte:
‫ ال َل ُه َم‬: ُ‫ض َرتْ ُه ا ْل َوفَاة‬
َ َ‫ي ح‬
َ ِ‫ َو َق ْولِ ِه ح‬، ‫شيْ ٍء حَ سَ دِي إِيَاهُ َعلَى حُ أبِ ِه ا ْل ُقرْآ َن َو إِ ْعطَا ِئ ِه أ َ ْه َل ُه‬
َ ‫ج َع ُد َو الَِ َعلَى‬
َ ‫مَا حَ سَ دْتُ الْحَ جَ ا‬
ُ‫َاس يَزْعَُمُ و َن أَن ََك َل تَفِْعَل‬
َ ‫ فَ ِإ َن الأن‬، ‫ا ْغ ِف ْر لِي‬

„Ich beneide nichts in Bezug auf al-Hajjaj, dem Feind Allahs, außer seine Liebe zum Qur’an. Die Art und Weise wie
er seiner Familie zu geben pflegte und seine Aussage, als er sich dem Tod näherte, welche war: “Oh Allah vergib mir,
denn wahrlich die Leute behaupten, Du wirst es nicht tun.“
Einige Leute des Wissens haben berichtet:
‫ عَسَ ى‬: َ‫ قَال‬. ‫ نَ َِع ْم‬: ‫ أَقَا َلهَا؟ قَالُوا‬: َ‫ج قَالَ عِأن ْ َد الْ َوْتِ َكذَا َو َكذَا قَال‬
َ ‫ إِ َن الْحَ جَ ا‬: ِ‫قِيلَ لِلْحَ سَ ن‬

»Es wurde zu al-Hassan gesagt: „Al-Hajjaj sagte diese und diese Dinge, als Er am Rande des Todes war.“ Al-Hassan
antwortete: „Er sagte dies?“ Sie antworteten: “Ja.“ So sagte al-Hassan: „Es wird nützlich für ihn sein.“«
Von al-Asma'i wurde überliefert:
ُ‫ج ا ْل َوفَاةُ أَنْشَ أأ َ يَقُول‬ َ َ‫ لَ َا ح‬:
َ ‫ضرَتِ الْحَ جَ ا‬

‫ِب أأَنَنِي رَجُ لٌ ِم ْن سَ ا ِكنِي الأن َا ِر‬ ‫ال َ ْعدَا ُء وَاجْ أت َ َهدُوا‬
ْ َ‫يَا رَبِ َق ْد حَ لَف‬

‫ظيأم ِ ا ْل َِعفْ ِو َغفَا ِر‬


ِ ‫مَا ِعلَْمُ ُه ْم ِب َِع‬ ‫أَيَحْ ألِفُو َن َعلَى عََمْ يَا َء َويْحَ ُه ُم‬

‫ تَالَِ إِ ْن نَجَ ا فَ ِبهَِمَ ا‬: َ‫خ ِب َر ِبذَل َِك الْحَ سَ ُن فَقَال‬


ْ ُ ‫ فَأأ‬: َ‫قَال‬

Als al-Hajjaj sich dem Tode näherte, begann er folgendes zu murmeln (in Gedichtform): „Oh
Herr! Feinde haben geschworen und beharrten, sie sagen, dass ich ein Bewohner der Hölle bin; schwören sie weil sie
unwissend sind? Wehe Ihnen? Sie erkennen nicht den Barmherzigen, Gütigen und den Großzügigen.“ Des Weiteren
wird über al-Hassan berichtet: „Bei Allah! Wenn er gerettet ist, dann wegen dieser Aussage!“
Es gibt noch viele Sichtweisen, was den Takfir auf Hajjaj erschwert. Folglich kann seine
Angelegenheit, nicht als Beweis herangezogen werden.
4.3. Die Angelegenheit mit Ahmad Ibn Hanbal
Abul Baraa zieht einige Aussagen von Imam Ahmad und Ibn Taimiyya heran. Dabei soll es sich
um jemanden handeln der Kafir wird, sobald er die Rede Allahs für erschaffen erklärt. Worum es in
diesem Thema eigentlich handelt, dass jemand Kafir werden soll, das erklärt 'Ali al-Qari in sein Sharh
und zwar, soll dies kein Unglaube sein, dass jemanden aus dem Islam ausgeschlossen wird. Wir haben
diesbezüglich zwar nie etwas anderes behauptet, denn diese Thematik gehört zu jenen Themen die von
mehrdeutigen Verse abgeleitet wurden und folglich wird kein Takfir gemacht, um einen aus dem Islam
auszuschließen. Der Kettentakfir, der hier angewendet wird, entspricht der gleichen Natur, wie das
folgende: Sufyan Bin 'Uyayna sagte:
‫ ومن شك في كفره؛ فهو كافر‬،‫ مِخلوق؛ فهو كافر‬:‫القرآن كلم ال عز وجل؛ من قال‬

»Der Koran ist das Wort Allahs. Wer sagen sollte der Koran ist erschaffen, ist ein Kafir. Wer an seinem Kufr zweifelt,
ist auch ein Kafir.«5
Abu Bakr Ibn 'Ayash al-Mukri stellte klar:
‫من قال القرآن مِخلوق فهو كافر ومن شك في كفره فهو كافر‬

»Wer sagt der Koran ist erschaffen, ist ein Kafir und wer kein Takfir auf ihn macht, ist auch ein Kafir.« 6
Ibn Hajjar sagt:
‫ فأأسألأأت سأألَمُة بأأن‬: ‫ قأأال داود‬، ‫ ل أكأأفر مأأن وقأأف فأأي الأأقرآن‬: ‫قأأال داود بأأن الحسأأي الأأبيهقي ؛بأألغني أن الحأألوانأأي قأأال‬
‫من لم يشهد بكفر الكافر فهو كافر‬، ‫) يرمى في الحُ ش‬: ‫فقال‬، ‫شبيب عن الحلواني‬

Imam Bayhaqi deutete an: »Al-Halwani hat keinen Takfir auf denjenigen ausgesprochen der Zweifel hatte ob der
Qur'an erschaffen sei oder nicht.« Er erwähnt weiter: »Ich habe mich bei Salama Ibn Shabib (großer Muhaddith in
Mekka 247 n.H) über diese Aussage von al-Halwani erkundigt. Er hat mir mitgeteilt: „Diese Aussage gehört in den
Hof. Wer zum Kafir nicht Kafir sagt, ist ein Kafir.“« 7
Khatib al-Baghdadi überliefert in seinem Buch »Tarikh al-Baghdad 7/365« genau das Selbe.
Abu Zur'a Ubaydullah Ibn 'Abd al-Karim Ar-Razi betont:
‫من زعم أنه مِخلوق مجِعول فهو كافر كفرا ينتقل به عن اللُة ومن شك في كفره مَمن يفهم ول يجهل فهو‬

»Wer behauptet der Koran sei erschaffen, ist mit einem Kufr der einen aus dem Islam ausschließt und Kafir geworden.
Diejenigen die an seinen Kufr zweifeln, sind unterschiedslos Kafir.«
Abu Hatim Muhammed Ibn Idris Ar-razi, bestätigt seine Aussage.8
Wir akzeptieren demnach die Aussagen und die Bedeutung, dass jemand nicht direkt vom Islam
ausgeschlossen wird. Folglich kann man ein solches nicht, als Gegenargument vorlegen, um unsere
Sichtweise anzuzweifeln, da wir über Angelegenheiten sprechen die absolut und eindeutig sind. Jenes
mit Argumenten oder Belege, verzweifelt widerlegen zu wollen, mit Angaben die nicht auf unser
Thema eingeht, ist keine richtige Herangehensweise, sondern lediglich ein Ausweichen.

5 As-Sunna; die Überlieferung ist authentisch.


6 Usul I'tiqadi Ahlu as-Sunna wa al-Jama'a, Al-Lalkai
7 At-Tahzib, Ibn Hajar
8 As-Sunna, Lalkai
4.4 Den Kettentakfir findet nur bei Kuffar Asliyyun Verwendung?
Abul Baraa hält bewusst eine täuschende Rede. Er spricht über den Kettentakfir an Juden und
Christen, jedoch ignoriert er jene Abtrünnige (murtaddeen), also ehemalige Muslime welche vom
Glauben abgefallen sind. Er ersetzt diese kurzerhand mit „Muslime“, wieder einmal ein Beweis für seine
Unehrlichkeit. Qadi 'Iyyad erwähnt:
َ‫ي أ َ ْو َوقَف‬
َ ‫ َوكُلَ َم ْن فَارَقَ دِي َن الْ ُسْ ألِ َِم‬، ‫َصارَى وَا ْليَهُو ِد‬
َ ‫ِالِجْ َمَ اع ِ َعلَى ُكفْ ِر َم ْن َل ْم يُ َكفِ ْر أ َحَ دًا ِم َن الأن‬
ْ ‫َوقَائِلُ َهذَا ُك ِل ِه كَا ِف ٌر ب‬
‫ش َك‬
َ ‫فِي تَ ْكفِي ِر ِه ْم أ َ ْو‬

»Wer auf Juden, Christen oder auf diejenigen welche die Religion des Islams verlassen haben (Murtaddeen) kein Takfir
ausspricht (also zu ihnen nicht Kafir sagt), ja im Takfir auf sie zögert oder zweifelt, wird zum Kafir.« 9
Imam Nawawi bemerkt:
‫ َو إِ ْن أَظْ َه َر‬، ‫ فَ ُه َو كَا ِف ٌر‬، ‫صحَ َحَ َمذْ َهأبَ ُه ْم‬
َ ‫ أ َ ْو‬، ‫ش َك فِي تَ ْكفِي ِر ِه ْم‬
َ ‫ أ َ ْو‬، ‫َصارَى‬
َ ‫الِسْ َلم ِ كَالأن‬
ْ ‫َوأ َ َن َم ْن َل ْم يُ َكفِ ْر َم ْن دَا َن ِب َغيْ ِر‬
ُ‫الِسْ َل َم وَا ْعأت َ َق َده‬
ْ ‫َمعَ ذَل َِك‬

»Wer keinen Takfir auf diejenigen ausspricht, die nicht der Religion des Islams angehören (damit sind alle die Shirk
begehen gemeint) oder am Takfir auf sie zweifelt, oder daran glaubt, dass ihr Weg (Deen) nicht falsch ist, ist ein Kafir.
Egal ob er behauptet, dass er Muslim ist oder die Religion des Islams akzeptiert.« 10
In Fiqh al-Absad ist berichtet, dass Sa'id b. Musayyab erwähnte:
‫من لم ينز الكفار منزلهم من النار فهو مثلهم‬

»Wer den Ungläubigen ihre Position (des Unglaubens) nicht zu schreibt, ist selber (ein Ungläubiger) wie sie!«
Erneut wurde in Fiqh al-Absad benannt, dass ein Schüler Abu Hanifa darauf ansprach, wie
eine Person beurteilt wird, der zweifelt:
‫ل أعرف الكافر كافرا قال هو مثله‬

»Wie wird jemand eingestuft, der einen Kafir infrage stellt: „Ich weiß nicht, ob er wirklich Kafir ist?“ «Abu Hanifa
antwortete: »Er ist genau so ein Kafir!«
Imam al-Baghawi lässt zum Tafsir der Sura Al-A'raf dem 30. Vers anmerken, dass die Kuffar
Asliyyun und Kuffar Murtaddeen gleich beurteilt werden:
‫فِي ِه َدلِيلٌ َعلَى أ َ َن ا ْلكَا ِف َر ا َلذِي يَظُ ّن أَنَ ُه فِي دِي ِن ِه َعلَى الْحَ قِ وَالْجَ احِ َد وَالْ ُِعَا ِن َد سَ وَا ٌء‬

»Diese Aya ist ein eindeutiger Beweis dafür, dass die Unwissenden die meinen, sich auf die wahre Religion zu stützen
(Kuffar Murtaddeen) und jene Kuffar, die bewusst leugnen oder es aus Trotz tun (Kuffar Asliyun), dem gleichen Urteil
unterzogen werden.«
Kein klar denkender Gläubiger würde jemals behaupten, dass der Kettentakfir auf Muslime
benutzt wird. Die Leute der Irja mögen ihre Anhänger damit täuschen. Doch die Muwahidun werden das
sofort erkennen, alhamdulillah.

9 Ash-Shifa
10 Rawdat at-Talibin
5. Ibn Taimiyyas Aussage über die Niederwerfung
In einer Angelegenheit in Bezug auf die Aussage von Ibn Taimiyya, im Bezug auf jemand der
sich vor einem anderen außer Allah niederwerft, ob er Shirk begeht oder nicht. Möchten wir gerne
Stellung nehmen. Allah offenbarte:
‫إِ َن اللَـ َه َل يَ ْغ ِف ُر أ َن يُشْ ر ََك ِب ِه َويَ ْغ ِف ُر مَا دُو َن ذَٰل َِك لِ َن يَشَ ا ُء‬

»Gewiß, ALLAH vergibt nie, daß Ihm gegenüber Shirk betrieben wird! Doch ER vergibt, was (an Verfehlungen)
geringer ist als dies, wem ER will.« (4:48)
Wie wir wissen, war die Unterwerfung vor anderen Geschöpfe, vor der Offenbarung des
Qur'ans erlaubt. So befahl Allah den Engeln:
‫جدِي َن‬
ِ ‫إِذْ قَالَ َرب َّك لِلَْمَ َل ِئ َك ُِة إِنِي خَالِقٌ بَشَ رًا مِن طِ يٍ فَ ِإذَا سَ َويْأت ُ ُه َونَفَِخْتُ فِي ِه مِن رّوحِ ي فَ َقِعُوا َل ُه سَ ا‬

»Da sprach dein Herr zu den Engeln: "Es ist Mein Wille, einen Menschen aus Ton zu erschaffen. Und wenn Ich ihn
gebildet und Meinen Geist in ihn eingehaucht habe, dann fallt vor ihm nieder." « (38:72)
Die Geschwister von Yusuf (as.) haben sich vor ihm unterworfen:
‫خرّوا َل ُه سُ جَ دًا‬
َ ‫ْش َو‬
ِ ‫َو َرفَعَ أَبَ َويْ ِه َعلَى ا ْل َِعر‬

»Und er hob seine Eltern auf den Thron und sie warfen sich vor ihm nieder.« (12:100)
Nachdem der Prophet die Shar'ia eingeführt hatte, beabsichtigten sich einige Gefährten ihm zu
unterwerfen. Der Prophet hingegen missbilligte dies. Ziel dieser Unterwerfung war nicht die Anbetung
des Propheten, viel mehr war diese Handlungsweise im Sinne des Gehorsams gängig. Dem entgegen
heißt das, Allah hat sicherlich nicht den SHIRK vorher erlaubt um es später dann zu dementieren.
Allah andere Götter beizugesellen und sie anzubeten, war seit jeher Shirk und demnach nie erlaubt
gewesen. Demzufolge kann die „Unterwerfung“ keinesfalls im absolutem Sinne als Anzeichen für den
Shirk bewertet werden.
Imam adh-Dhahabi unterrichtet uns in der Angelegenheit der Niederwerfung in Mujam
Shuyukh adh-Dhahabi:
‫ فلو أذن لهم لسجدوا له‬, ‫ ل‬:‫ أل نسجد لك؟ فقال‬:‫أل ترى الصحابُة من فرط حبهم للنبي صلى ال عليه وسلم قالوا‬
‫ وكذلك القول في سجود السلم‬.‫سجود إجلل وتوقير ل سجود عبادة كَما قد سجد اخوة يوسف عليه السلم ليوسف‬
‫لقبر النبي صلى ال عليه وسلم على سبيل التِعظيم والتبجيل ل يكفر به أصل بل يكون عاصيا فليِعرف أن هذا منهي‬
‫ وكذلك الصلة إلى القبر‬, ‫عنه‬

»„Siehst du nicht, dass die Gefährten aufgrund ihrer Liebe zum Propheten Muhammad (sas.) sprachen: »Dürfen wir
uns vor dir niederwerfen?« So antwortete er: »Nein.« Und hätte er es ihnen erlaubt, dann hätten sie vor ihm eine
Niederwerfung der Ehre und Wertschätzung vollzogen und keine Niederwerfung der Anbetung, vergleichbar mit den
Geschwister des Propheten Josef (as.) die sich vor ihm niederwarfen - 12:100 - hinsichtlich der Niederwerfung vor dem
Grabe des Propheten (sas.), um ihm Wertschätzung und Ehre entgegenzubringen, wird ein Muslim dadurch nicht
unweigerlich zu einem Ungläubigen. Er wäre eher ein Übertreter seiner Anweisung, weil ihm bewusst sein sollte, dass
ihm dies untersagt wurde, gleichermassen gilt dies bei der Grabesanbetung.”«
Wäre die Absicht der Unterwerfung aufgrund einer Anbetung gemacht worden, dann wäre dies
eindeutig Shirk gewesen. Ist das Augenmerk hingegen Ehre und Wertschätzung, gilt dies als eine
verbotene Praktik und führt zur Sünde. Wohlgemerkt, es ist kein Shirk. Die „Unterwerfungsargumentation“
wird unterschiedlich gedeutet, da Allah vorher diese Handlung ERLAUBTE und daraufhin sie
VERBOTEN hat. Keinesfalls gehört diese Begebenheit als „klar und eindeutig“, demgegenüber
können zB. demokratische Wahlen zweifellos nicht als Beweis herangezogen werden, wie das manche
Murjia verzweifelt versuchen. Die Beweise diesbezüglich haben wir in unseren Videos oftmals
kundgetan. Wer eine Niederwerfung aus Unwissenheit vollzieht, ist infolgedessen entschuldigt. Denn
wieder einmal geht es hier nicht um eindeutige und absolute (qat'i) Angelegenheiten. Deshalb weisen
wir diese Argumente und Beweise zurück.
Was die Aussagen von Ibn 'Abd al-Wahhab betrifft, wiederholen wir erneut nichts anderes, was
wir in einem Vortrag erwähnt haben: Die Khawarij aus dem Najd können wir nicht ernst nehmen, egal
ob sie Muslime, Kuffar oder Mushrikuun genannt werden. Dass sie jedoch in unserer Ummah Unheil
anrichten, sind wir ausnahmsweise mit den Murjia einer Meinung.
Wir danken Allah den über alles Erhabenen, die Lügen und Verdrehungen der Murjia
beantwortet zu haben. Möge der Erhabene uns vor ihren Fitna schützen und uns mit Wissen
bereichern, Amin.

Yasin Al-Hanafi – Im Auftrag des Islam!