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Die Zahlen

1 ejnß 11 el(e)f 21 ejn un zwanzik


2 zwej 12 zwel(e)f; tuz 30 draißik
3 drai 13 draizn 40 ferzik
4 fir 14 fertzn 50 fufzik
5 fin(e)f 15 fuftzn 60 sechzik
6 sex 16 sechzn 70 sibezik
7 sibn 17 sibetzn 80 achzik
8 acht 18 achzn 90 nainzik
9 nain 19 nainzn 100 hundert; meje
10 zen 20 zw anzik / 101 hundert ejn(ß)
zwonzik
200 zwej hundert 1.00.000 milion
1.000 toisnt 2 .000.000 zwej milionen
2.000 zwej toisnt

Das Alphabet

Jiddisch w ird m it hebräischen B uchstaben geschrie-


ben. Sie könn n en es m it der folgenden Tabelle ent-
Ziffern. Gelesen w ird von rechts nach links!

‫א‬ * ‫זש‬ frz.“ja »na#


1
‫א‬ X ‫ט‬ X ‫ם‬ ‫״‬ßa
‫א‬ ‫״‬o“ ‫ר‬ X, X ‫ע‬ ‫״‬ea
‫ב‬ ‫״‬b “, ‫״‬w“ ‫רי‬ «ej“, ‫״‬eia ‫פ‬ ‫קײ‬
‫ג‬ X ‫יר‬ ‫״‬ai“ ‫פ‬ X
‫ד‬ ‫״‬d“ ‫כ‬ ‫״‬ch‫״‬ X#
‫ף‬
‫ה‬ ‫״‬h“ ‫י‬ ,A-lr* ‫צ‬ X
‫ר‬ »u‫״‬ ‫ל‬ ‫״‬1“ x #
‫ץ‬
‫ור‬ ‫״‬w“ ‫מ‬ ‫״‬ma ‫״‬k“
‫ק‬
‫וי‬ ‫״‬oi“ ‫ם‬ ‫״‬ma# ‫ױ‬ ‫״‬r“
‫ז‬ s«
»•‫״־‬ ‫נ‬ ‫ש‬ ‫״‬sch“
* A nlautzeichen vor Vokalen, # als E ndbuchstabe
Kauderwelsch
Band 110
Aussprache

Die hier verwendete U m schrift ist dem Schrift-


deutschen w eitgehend angepasst. Z u beachten ist:

ch im m er h a rt wie in ‫״‬D ach ‫״‬


s im m er stim m h aft wie in ‫״‬Sahne u
ß stim m los wie in ‫״‬F u ß “
st wie in ‫״‬S tü ck ‫״‬
sp wie in ‫״‬Spiel‫״‬
i wie das j in ,Jo u rn a l‫״‬
0 wird in einigen Regionen wie ‫״‬u ‘c gesprochen
u w ird in einigen Regionen wie ‫״‬i‫ ״‬gesprochen
9 die B uchstaben, zwischen denen es steht,
sind getrennt zu sprechen

Abkürzungen

m. m ännlich
w. weiblich
s. sächlich
Pers. Person
Sg. Singular, Einzahl
PI. Plural, M ehrzahl
best. Art. bestim m ter Artikel
Nom . N om inativ, Wer-Fall
Gen. Genitiv, Wes-Fall
Dat. Dativ, Wem-Fall
Akk. Akkusativ, Wen-Fall
wörtl. w örtlich
bes. besonders
hebr. hebräisch
Kap. Kapitel .
Nichts verstanden? - Weiterlernen!

Nit asoi gich, ich bet aich!


nicht so schnell, ich bitte Euch
Sprechen Sie bitte etwas langsamer.

Ich hob kejn sach nit farstanen.


ich habe keine Sache nicht verstanden
Ich habe nichts verstanden.

Chasert iber doß o, sait asoi gut!


wiederholt wieder das da, seid so gut
W iederholen Sie das bitte!

Ich ken redn nor a bißl jidisch.


ich kann/weiß reden nur ein bisschen Jiddisch
Ich k an n n u r wenig Jiddisch reden.

Wi hejßt men ot doß oif jidisch?


wie heißt man da das auf Jiddisch
Wie n e n n t m an das a u f Jiddisch?

Kent ir mir onwaisn, wi asoi men sol lejenen ot doß?*'


könnt Ihr mir anweisen, wie so man soll lesen da das
Wie liest m an das?

Woß sol doß bataitn? Woß mejnt ir dermit


Was soll das bedeuten? Was m einen Sie dal

eßtraich Österreich mizraim Ägypter!


jißro’el Israel poiln Polen j
lite Litauen taitschland D e u tsd j
Kauderwelsch

A rnold G roh
Jiddisch
W o rt f ü r W o rt

Oifn w eg stejt a boim


stejter aingeboign
ale fejgl funem boim
senen sich zefloign
(Itzik Manger)
Kauderwelsch-Sprechführer sind anders!

W a r u m ? Weil sie Sie in die Die A u torin n en u n d A utoren


Lage versetzen, wirklich zu spre- der Reihe sind G lobetrotter, die
chen un d die Leute zu verstehen. die Sprache im Land selbst ge-
Wie wird das gemacht? Abgese- lernt haben. Sie wissen daher ge-
hen von dem, was jedes Sprach- nau, wie u n d was die Leute a u f
buch bietet, näm lich Vokabeln, der Straße sprechen. Deren Aus-
Beispielsätze etc., zeichnen sich drucksweise ist näm lich häufig
die Bände der Kauderwelsch- viel einfacher u n d direkter als
Reihe durch folgende Besonder- z.B. die Sprache der L iteratur
heiten aus: oder des Fernsehens.
Die Gram matik wird in einfa- Besonders wichtig sind im Rei-
eher Sprache so weit erklärt, dass seland Körpersprache, Gesten,
es m öglich wird, ohne viel Pau- Zeichen u n d Verhaltensregeln,
kerei m it dem Sprechen zu be- ohne die auch Sprachkundige
ginnen, wenn auch nicht gerade kaum m it M enschen in g uten
druckreif. K ontakt kom m en. In allen Bän-
Alle Beispielsätze werden dop- den der Kauderwelsch-Reihe
pelt ins D eutsche übertragen: wird d aru m besonders a u f diese
zum einen Wort‫־‬fiixr‫־‬Wort, zum A rt der nonverbalen K om m uni-
anderen in ‫״‬ordentliches“ Hoch- kation eingegangen.
deutsch. So wird das frem de K auderw elsch-Sprechführer
Sprachsystem sehr g u t durch- sin d k eine Lehrbücher, aber
schaubar. D enn in einer frem den viel m ehr als Sprachführer!
Sprache unterscheiden sich z.B. Wenn Sie ein wenig Zeit investie-
Satzbau u n d Ausdrucksweise ren u n d einige Vokabeln lernen,
recht stark vom Deutschen. Oh- werden Sie m it ihrer Hilfe in kür-
ne diese Ü bersetzungsart ist es so zester Zeit schon Inform ationen
gu t wie unm öglich, schnell ein- bekom m en u n d E rfahrungen
zelne W örter in einem Satz aus- m achen, die ‫ ״‬ta u b stu m m e n “
zutauschen. Reisenden verborgen bleiben.
Kauderwelsch-Sprechführer sind anders!

W a r u m ? Weil sie Sie in die Die A u torin n en u n d A utoren


Lage versetzen, wirklich zu spre- der Reihe sind G lobetrotter, die
chen un d die Leute zu verstehen. die Sprache im Land selbst ge-
Wie wird das gemacht? Abgese- lernt haben. Sie wissen daher ge-
hen von dem, was jedes Sprach- nau, wie u n d was die Leute a u f
buch bietet, näm lich Vokabeln, der Straße sprechen. Deren Aus-
Beispielsätze etc., zeichnen sich drucksweise ist näm lich häufig
die Bände der Kauderwelsch- viel einfacher u n d direkter als
Reihe durch folgende Besonder- z.B. die Sprache der L iteratur
heiten aus: oder des Fernsehens.
Die Grammatik wird in einfa- Besonders wichtig sind im Rei-
eher Sprache so weit erklärt, dass seland Körpersprache, Gesten,
es m öglich wird, ohne viel Pau- Z eichen u n d Verhaltensregeln,
kerei m it dem Sprechen zu be- ohne die auch S prachkundige
ginnen, wenn auch nicht gerade kaum m it M enschen in g uten
druckreif. K ontakt kom m en. In allen Bän-
Alle Beispielsätze werden dop- den der Kauderwelsch-Reihe
pelt ins D eutsche übertragen: wird d aru m besonders a u f diese
zum einen Wort-für-Wort, zum A rt der nonverbalen K om m uni-
anderen in ‫״‬ordentliches“ Hoch- kation eingegangen.
deutsch. So wird das frem de K auderw elsch-Sprechführer
Sprachsystem sehr g u t durch- sin d keine Lehrbücher, aber
schaubar. D enn in einer frem den viel m ehr als Sprachführer!
Sprache unterscheiden sich z.B. Wenn Sie ein wenig Zeit investie-
Satzbau un d Ausdrucksweise ren u n d einige Vokabeln lernen,
recht stark vom Deutschen. Oh- werden Sie m it ihrer Hilfe in kür-
ne diese Ü bersetzungsart ist es so zester Zeit schon Inform ationen
g u t wie unm öglich, schnell ein- bekom m en u n d E rfahrungen
zelne W örter in einem Satz aus- machen, die ‫״‬ta u b stu m m en “
zutauschen. Reisenden verborgen bleiben.
9 Vorwort
11 Hinweise zur B enutzung
14 Geschichte der Sprache
17 Schrift & Aussprache
,Mm 24 W örter, die weiterhelfen

Grammatik
25 G ram m atik-Bezeichnungen
26 Artikel
27 Hinweisende Fürw örter
28 H auptw örter
29 Verkleinerungen
31 M ehrzahlbildung
37 Eigenschaftswörter
41 Steigern & Vergleichen
43 Verben & Zeiten
51 M odalverben
52 Fürw örter
56 U m standsw örter
57 Fragen
60 Verneinung
62 Zahlen & Zählen
69 Zeit & D atum
Inhalt

77 Religion
85 Begrüßen & Verabschieden
88 Das erste Gespräch
93 Unterwegs
99 U nterkunft
101 K ultur & Sport
103 Essen & Trinken
110 Post, Ämter & Polizei
113 Geld & Bank
114 Einkäufen
116 Schöne W örter
118 Schim pfwörter
119 Krank sein

Literaturhinweise
W örterliste D eutsch - Jiddisch
134 W örterliste Jiddisch - Deutsch
144 D er A utor
‫־‬ •‫׳‬

Vorwort o

Vorwort

D i e s e r Jid d isch -S p rach fü h rer will einen


Beitrag zu r V erständigung leisten. U nd zwar
zuallererst in der k o nk reten S itu a tio n der
B egegnung: Sie sollen sich a u f Ih rer Reise
m it M enschen, die Jiddisch sprechen, ver-
ständigen können. Indem Sie dies tun, grei-
fen Sie a u f eine ‫״‬lin g u a fran ca“, eine Ver-
kehrs- u n d H andelssprache zurück, die seit
dem M ittelalter zu n äc h st in E u ro p a u n d
später auch in anderen Teilen der Welt ver-
breitet wurde.
M it der Ö ffn u n g des O stblocks w urde
n ich t n u r der Z ugang zu etlichen S tätten jü-
discher K ultur erleichtert. Es m ag viele Rei-
sende erstaunen, a u f jüdische Bevölkerungs-
gru p p en zu treffen, von denen w ährend der
Ära des K om m unism us wenig b ek an n t war.
Als Ü berlebende des H olocaust u n d als de-
ren N achkom m en haben sie eine Sprache be-
w ahrt, die in ihrer schillernden Vielfalt, ihrer
G efühlsstärke u n d ihren blum igen Begriffen
ihresgleichen sucht. Diese sehr eigene, be-
eind ru ck en d e W elt erschließen Sie sich,
w enn Sie sich einen E inblick ins Jiddische
verschaffen. U nd ü ber die reine V erständi-
gung h inaus leisten Sie einen Beitrag dazu,
dass diese Sprache w eiter gepflegt wird. Eine
Sprache lebt, wenn sie gesprochen wird.
M it Jiddisch-S prechern Jiddisch zu spre-
chen, b ed eu te t auch, ihrer K u ltu r m it Re-

nain 9
^ ‫׳‬orwort

spekt zu begegnen. Jüdische K ultur befindet


sich in den m eisten Ländern, in der sie behei-
m atet ist, im U m feld einer an deren K ultur,
von der sie n u r m it E inschränkungen akzep-
tie rt wird. M it Jiddisch-S prechern in Polen
Polnisch oder gar Englisch zu sprechen, m it
denen in Prag Tschechisch usw., w ürde in ge-
wisser Weise bedeuten, der jeweiligen N atio-
n a lk u ltu r V orrang zu geben. D a m it w ürde
m an einen Beitrag zu r A ssim ilation, zum kul-
turellen Verlust leisten.
Gleichwohl sind Sie g u t beraten, einen Kau-
derwelsch-Sprechführer für das jeweilige Land
bei sich zu haben, d enn viele Begriffe des All-
tags, der Behörden, der Technik sind der Spra-
che des Umfeldes en tnom m en. D och n u n viel
Spaß beim Jiddisch-Lernen!

10 zen
Hinweise zur BenutzungJ j y

Hinweise zur Benutzung

\ N e n n Sie jiddische M uttersprachler reden


hören, w erden Sie als deutsch sp rach ig er
M ensch einige W orte verstehen können. Ins-
gesam t jedoch ist die Ä hnlichkeit des Hoch-
deutschen zum Jiddisch ungefähr so groß wie
zum H olländischen oder zum Schweizerdeut-
sehen. Bei der G estaltung dieses Sprechfüh-
rers w urde die spezielle S tellung des Jiddi-
sehen in nerhalb der Sprachfam ilie berück-
sichtigt. A uf gram m atische Regeln, die aus
dem H ochdeutschen geläufig sind, w ird des-
halb n icht näher eingegangen. W ichtiger sind
vielm ehr die B esonderheiten des Jiddischen.
Beispielsweise lässt sich die M ehrzahl vielfach
n icht in der gew ohnten Weise bilden, so dass
diesem K apitel en tsprechend viel R aum ge-
w idm et wird.
N ach dem gram m atisch en Ü berblick in Grammatik
diesem S p rachführer geht es fließ en d zum
K onversationsteil über: Z ahlen, M engen-
angaben, Z eitangaben u n d Feiertage bilden
die Ü berleitung. Im K onversationsteil werden Konversation
dann Anreize für die U nterhaltu n g geliefert:
W ortlisten fü r verschiedene T h em en u nter-
stützen die Plauderei.
In diesen W ortlisten werden vor allem Be-
griffe aufgeführt, die n icht in den Überblick-
listen am Ende des Sprechführers auftauchen,
die aber erw ähnensw ert sind, weil sie n ic h t

elf 1 1
K \ Hinweise zur Benutzung

aus dem H ochdeutschen abzuleiten sind. Es


h a n d e lt sich besonders u m Lehnw orte aus
dem H ebräischen u n d Slawischen, aber auch
um spezielle Bildungen u n d Ausdrucksweisen
des Jiddischen. Wo das jiddische W ort uner-
w ähnt bleibt, weil es m it dem H ochdeutschen
w eitgehend übereinstim m t (etwa: raiß = Reis),
k ön n en Sie im G espräch einfach den Ih n en
gew ohnten A usdruck einbauen. Sofern es sich
n ich t aus dem Z u sam m enhang ergibt, ist in
den W ortlisten das gram m atische Geschlecht
angegeben.
Praktische Hilfen fü r die Reise gibt es n ich t
n u r im Hinblick a u f die üblichen F orm alitäten
- Fahrt, H otelsuche, Behörden, E in k a u f-, es
w ird vielm ehr zu den unterschiedlichen An-
lässen auch a u f die sensible kulturelle Situa-
tion hingewiesen.
Wortlisten Am Ende dieses B üchleins fin d en Sie
W ortlisten, in d enen die W örter sow ohl
D eutsch-Jiddisch als auch Jidd isch -D eu tsch
in alph ab etisch er R eihenfolge aufgelistet
sind. D abei ist besonders a u f die D eu tsc h -
Jiddische Liste hinzuweisen: Sie ist einzigartig
a u f dem B uchm arkt. Die anderen Glossare,
Seitenzahlen die erhältlich sind, erlauben n u r das N ach-
Um Ihnen den Umgang schlagen in der R ichtung Jid d isch -D eu tsch ;
mit den Zahlen zu bislang w ar m an also ‫״‬aufgeschm issen“,
erleichtern, wollte m an nachschlagen, wie ein deutscher
wird auf jeder Seite A usdruck a u f Jiddisch lautet. H ieran w ird
die Seitenzahl auch in übrigens deutlich, dass das Jiddische quasi als
Jiddisch tote Sprache b ehandelt w urde u n d dass k aum
angegeben! jem an d m it einem W iederaufleben des Inter-
12 zwelf
Hinweise zur Benutzung^»

esses an gesprochenem Jiddisch gerechnet


hat. Das einzige andere verfügbare Buch, das
eine D eutsch-Jiddische Liste en th ält, ist ein
N achdruck aus dem Jahre 1736 - fü r heutige
Zwecke erscheint dieses ‫״‬jü d isch teu tsch e
w ö rterbüchlein“ allerdings n ic h t allzu g u t
geeignet.
Jede Sprache h a t ein typisches S atzb au ‫ ־‬Wort-für-Wort-
m uster. Um die typisch jiddische W ortfolge Übersetzung
besser durchschauen zu können, ist die W ort-
für-W ort-Übersetzung in kursiver S chrift hin-
zugefügt. Jedem jiddischen W ort e n tsp ric h t
ein W ort in der W ort-für-W ort-Übersetzung.
W erden in einem Satz m ehrere W örter ge-
n a n n t, die m an u n terein an d er au stau sch en
kann, steh t ein Schrägstrich dazwischen:

Kent ir mir/unds derwaisn dem cheder?


könnt Ihr mir/uns zeigen den Zimmer
Können Sie m ir/u n s das Z im m er zeigen?

Die U m schlagklappen helfen, die w ichtigsten Umschlagklappen


Sätze u n d F orm u lieru n g en stets p a ra t zu
haben. H ier fin d en sich auß erd em kleine
Listen m it den w ichtigsten Fragew örtern,
Richtungs- u n d Zeitangaben. A ufgeklappt ist
der Umschlag eine wesentliche Erleichterung,
da so die gew ünschte S atzk o n stru k tio n m it
dem entsprechenden V okabular aus den ein-
zelnen K apiteln kom biniert werden kann.

draizn 1 3
Geschichte der Sprache

Geschichte der Sprache

an kan n n ich t sagen, dass es das Jiddische


gibt. Seine G eschichte verlief anders als die
der übrigen D ialekte des d eutschen Sprach-
raum es, bei denen die Sprechergruppe in ei-
nem zusam m enhängenden Gebiet lebte. Jid-
dischsprecher hingegen waren praktisch im-
m er verstreut u n d stan d en eher in einer A rt
V ernetzung in K ontakt zueinander. So kam es
auch, dass je nach G egend unterschiedliche
Einflüsse a u f das Jiddisch wirkten. Sie werden
im G espräch bald feststellen, dass Sie diesen
Sprachführer n ich t als N achschlagewerk fü r
eine S tan d ard sp rach e b en u tze n k ö n n en -
ganz einfach, weil es einen solchen durchgän-
gigen S p rach stan d ard , wie wir ih n gew ohnt
sind, n ic h t gibt. Die litwakn des B altikum s
sprechen anders als die poilischn (polnischen)
u n d w iederum anders als die galizianer
(U kraine u n d Balkan). Selbst innerhalb einer
Region w ird das Jiddische von D o rf zu D orf,
ja sogar von Familie zu Familie unterschied-
lieh ausgesprochen.
In Eurasien sind es besonders die Länder der
ehemaligen UdSSR, in denen Jiddisch gespro-
chen wird. Doch auch in Frankreich un d Groß-
britannien gibt es erstaunlich große jiddische
Sprachgem einschaften. In den USA leben 1,5
Mio Menschen, deren M uttersprache Jiddisch
ist, u n d selbst an einem argentinischen Strand
können Sie jiddische Klänge hören.
14 fertzn
In Afrika leben die Sprechergruppen vor al-
lern im Süden des K ontinents.
Jiddisch w urde die meiste Zeit seines Beste-
hens als Sprache des einfachen Volkes ange-
sehen. Jüdische In tellektuelle u n d Ange-
hörige der O berschicht - ob Freud, Kafka oder
Celan - sprachen u n d schrieben hingegen
H ochdeutsch. Auch heute noch k an n es pas- Kauderwelsch-
sieren (dies sind allerdings eher A usnahm en), AusspracheTrainer
dass ältere Leute, die sow ohl Jiddisch wie Falls Sie sich die
H ochdeutsch beherrschen, en trü ste t reagie- wichtigsten jiddischen
ren, wenn m an w ährend eines hochdeutschen Sätze, die in diesem Buch
Gespräches fragt, ob sie n ich t ein wenig Jid- Vorkommen, einmal von
disch reden m öchten. Also w ird Jiddisch als einem Einheimischen
Jargon, als V ariante des D eutsch en verstan- gesprochen anhören
den; von einem in Israel lebenden Rabbi hör- möchten, kann Ihnen
te ich folgende schlichte D efinition: ‫״‬Idisch is Ihre Buchhandlung
taitsch .“ So k an n das Jiddische also n ic h t den AusspracheTrainer
vom D eutschen abgegrenzt werden, weshalb aufAudio-CD zu diesem
n ich t zw ischen Jiddisch u n d D eutsch, son- Buch besorgen.
d ern zw ischen Jiddisch u n d H o ch d eu tsch Sie bekommen ihn auch
(oder irgendeiner anderen Variante des D eut- über unseren Internetshop
sehen) zu unterscheiden ist. www.reise-know-how.de
Relativ sp ät w urde dem Jidd isch en auch Der AusspracheTrainer
von gebildeten Kreisen Wert beigemessen. Vor steht auch als
allem die D ichter w aren es, die e rk an n ten , MP3-Download unter
welch einzigartige G efühlswelt die Sprache in www.handyglobal.de
sich birgt. zur Verfügung Alle
Sätze, die Sie auf dem
Lomir-je singen, puschet un proßt, fun alz, AusspracheTrainer hören
w°ß 's hejmisch, Mb un tajer. können, sind in diesem
Lasst uns doch singen, einfach u n d schlicht, Buch m it einem $
von allem,was heim isch, lieb u n d teuer ist. gekennzeichnet.

fuftzn 15
Geschichte der Sprache

So begin n t eines der b ekanntesten G edichte


Itzik M angers. Jiddische Lieder u n d jiddische
M usik w urden allerdings erst auch in nicht-
jüdischen Kreisen populär, als es die ‫״‬gute
alte Z eit“ n ic h t m eh r gab. Dies ist vielleicht
d a m it zu vergleichen, dass z. B. bayrische
Jodelm usik bis in allerjüngste Zeit von vielen
belächelt wird; erst jetzt, wo die nach wach-
senden G enerationen längst Teil der Weltein-
h e itsk u ltu r sind, w erden H eim atklänge neu
bew ertet u n d sogar in die R ockm usik inte-
griert.
Allerdings d ü rfte die Modewelle der 1970er
Jahre, in denen m ehrere P latten (jawohl, da-
m als gab es noch S ch allp latten u n d keine
CDs) m it jiddischen Liedern a u f den M arkt
kam en, das Interesse auch an jiddischer Kul-
tu r geweckt haben. D ass Sie a u f Ihrer Reise
feststellen, dass die d azugehörigen Lebens-
w eiten W irklichkeit sind, dass das Jiddische
lebt - das w ünsche ich Ihnen.

A rnold G roh

16 sechzn
Schrift & Aussprache

J iddisch w ird m it hebräischen B uchstaben


geschrieben. Sie können es m it der folgenden
Tabelle entziffern. Gelesen w ird von rechts
nach links!

Name Laut (Falls man Ihnen


‫א‬ alef * etwas in hebräischer
‫א‬ paßech alef X 1 Schreibschrift notiert,
‫א‬ komez alef X 1 bitten Sie darum,
‫ב‬ beß X 2 dass es in Druck-
‫ג‬ giml X buchstaben auf
‫ד‬ dalet X geschrieben wird.)
‫ה‬ he X
‫ר‬ waw ,X
‫וו‬ zwej wawn «Wa
‫וי‬ waw jod ‫ ״‬oi“
‫ז‬ sajin ‫״‬sa in Sahne
‫זש‬ sajin-schin ‫״‬j“ in Jo u rn al
‫ס‬ teß X
‫י‬ jod X, X
‫רר‬ zwej jodn X , X 4
‫רי‬ paßech 2 jodn ‫״‬a.“
‫כ‬ chof ‫״‬ch“ in D ach
Schluss-chof ‫״‬ch“3
lamed X
‫מ‬ mem ‫״‬m “
‫ם‬ Schluss-mem ‫״‬m “3
‫נ‬ nun »n
‫ז‬ Schluss-nun n “3
]‫ם‬ ßamech ‫ ״‬ß “ in Fuß

sibetzn 1 7
‫ע‬ ajin e“1
‫־־ימ‬
‫פ‬ pej »P“
‫פ‬ fej ‫״‬P
‫ף‬ Schluss-fej
‫צ‬ zadek ‫״‬z“ in Z im m er
‫ץ‬ Schluss-zadek ‫״‬z“3
‫ק‬ kof ‫״‬k “
‫ר‬ resch »r“
‫ש‬ schin ‫״‬sch“ in Schluss

* steh t als A nlautzeichen vor Vokalen,


w ird im D eutschen n ich t wiedergegeben
1 benötig t kein A nlautzeichen
2 nach dem W ortanfang auch ‫״‬w“
In hebräischen 3 als E ndbuchstabe
Wörtern tauchen 4 kan n auch fü r ‫״‬ji“ stehen
zusätzlich folgende
Buchstaben auf: Name Laut

‫ב‬ beß / weß kan n auch für ‫״‬w“ stehen


‫ח‬ cheß ‫״‬ch“ wie in D ach
‫כ‬ kaf / chof ‫״‬k “
‫ש‬ ßin ‫״‬ß “ wie in Straße
‫ת‬ taw ‫״‬t“
‫ת‬ ßof ‫״‬ß “wie in Straße, steh t
n ich t am W ortanfang

In diesem Buch fin d en Sie die jid d isch en


W orte so geschrieben, dass Sie sie m ühelos
aussprechen können. W ährend das Jiddische
norm alerw eise m it hebräischen B uchstaben
geschrieben wird, verw enden wir hier die
Ihnen vertraute lateinische Schrift - m it einer
18 achzn
Ausnahme: Das Zeichen j stellt den Laut dar,
der dem ‫״‬j “ in ,J o u rn a l“ oder dem ‫״‬g“ in
‫״‬Gelee“ entspricht. D a es in der O riginal-
schrift keine U nterscheidung zwischen G roß-
u n d K leinschreibung gibt, schreiben wir in
unserer U m schrift (außer am Satzanfang u n d
bei Eigennam en) m it K leinbuchstaben. Übri-
gens h eiß t der B uchstabe a u f jiddisch oß, die
M ehrzahl lautet oißjeß.
Betonen können Sie die jiddischen W örter
in der Regel so, wie Sie dies vom H ochdeut-
sehen gew ohnt sind. A usnahm en bilden dieje-
nigen Worte, die aus anderen Sprachen stam-
m en - aus dem Slawischen u n d aus dem
Hebräischen. In den m eisten Fällen ist hier die
vorletzte Silbe zu betonen; dabei ist gegebe-
nenfalls eine E ndung, die an ein solches Lehn-
w ort angehängt w ird (z. B. -in, -kejt, -schaft),
nicht m itzuzählen. Bei W örtern, die aus dem
Hebräischen stam m en, wird der Selbstlaut der
letzten Silbe m eist n u r angedeutet.
Z um Beispiel la u te t das W ort fü r Frau
ischa, ische oder ischo, was wenig U nter-
schied m acht, eben weil der Selbstlaut, a u f
den das W ort endet, n u r schwach ausgespro-
chen wird.
Im Jiddischen gibt es, wie erw ähnt, regio-
nale U nterschiede in der A ussprache. Zwar
können sich die Sprecher u nterein an der ver-
stehen, aber je nachdem , wo Sie sich gerade
aufhalten, kann es Vorkommen, dass Sie einen
M om ent stutzen. B esonders auffallen w ird
Ihnen das u, das in einigen G egenden, bei­
spielsweise in der U kraine, wie i gesprochen
wird; git b ed eu te t d an n ‫״‬g u t“: a gitn ownt
(einen gu ten Abend).
Zu beachten ist auch, dass es einen weiten
Spielraum gibt, das ei auszusprechen. Im Fol-
genden w ird deshalb ai bzw. ej geschrieben,
wo n u r eine dieser A ussprachem öglichkeiten
üblich ist. Sofern es offengelassen w ird u n d
n u r ei steht, k önnen Sie sich ihren Gesprächs-
p a rtn ern anpassen. Das gleiche gilt auch für
das weite S p ek tru m der regionalen U nter-
schiede von a über o bis u (z. B. ‫״‬waß“ - ‫״‬woß“
‫״ ־‬wuß“).
Das ch ist im m er h a rt auszusprechen,
also wie in D ach. S tim m h aftes s (wie in
Sahne) w ird in unserer U m schrift m it s dar-
gestellt, stim m loses s (wie in Ast) m it ß.
Sp u n d st werden so verw andt, wie Sie es ge-
w ohnt sind - also wie in den W orten Sprache
oder stellen.
D oppelbuchstaben tauchen n u r auf, wenn
sie notw endig sind, u m eine falsche Ausspra-
che zu verm eiden. Ein A postroph (*) w ird ge-
setzt, wo die Z u sam m en zieh u n g v erh in d ert
w erden soll. Je nach Region gibt es fü r das r
sow ohl die Z ungen- als auch die Z äpfchen-
aussprache. Ein Verschlucken des r am Wor-
tende (wie sagen Sie Lehrer?!) ist im Jiddi-
sehen unüblich.
Das h w ird n u r sehr schwach gesprochen,
u n d o ft fällt es ganz weg, weil das Davor-
stehende m it dem Folgenden zusam m enge-
zogen wird. Die B u chstabenkom bination -ng-
wird hingegen n icht so stark zusam m engezo-
gen wie im H ochdeutschen.
Für die Selbstlaute im Jiddischen gilt, dass
sie a u f andere Weise eine L ängung erfahren
als im H ochdeutschen. W enn e u n d o lang
sind, wird dies durch A nhängen eines i-Lautes
ausgedrückt - hier geschrieben ej u n d oi.
W enn wir also die h o chd eu tsch en W orte
‫״‬schlecht“ u n d ‫״‬Schnee“ vergleichen (kurzes
u nd langes e), so ergibt sich für das Jiddische
schlecht (m it h artem ch!) u n d schnej; ver-
gleichen wir ‫ ״‬noch“ u n d ‫״‬schon “ (kurzes u n d
langes o), so w ird daraus noch u n d schoin
(das oi ist wie das eu in Scheune zu sprechen).
D em langen a en tsp ric h t ein kurzes, ge-
schlossenes o: toi (Tal).
Allgem ein sind Selbstlaute eher k u rz zu
sprechen. Das i h at zwar die K langfärbung des
hochdeutschen ie wie in Liebe (u n d n ich t wie
in mit), ist jedoch kürzer. Die Laute e u n d o
sind m eist offen zu sprechen - e wie in
Mensch, o wie in offen (so k ann m an sich das
g u t merken).
A usnahm en bilden die Reste des West-
jiddischen, wo Vokale auch lang zu sprechen
sind, ohne den i‫־‬L aut anzuhän g en , ö u n d ü
sind im Jiddischen weitgehend unbekannt. Die
Faustregeln sind hier:

kurzes ö w ird zu e (lefl - Löffel)


langes ö wird zu ej (schejn - schön)
n wird zu i (hipsch - hübsch,
,(kurzes + langes)_____ mi- M ühe)__________
ejn un zwanzik 2 1
Wo ein ä au ftau ch t, ist es kurz - wie die ande-
ren Selbstlaute auch. Aber in der Regel gilt,
w enn Sie vom H o ch d eu tsch en ableiten
wollen:

kurzes ä w ird zu e kelbl (Kälbchen)


langes ä w ird zu ej mejdl (M ädchen)

A llerdings sin d dies, wie gesagt, n u r Faust-


regeln. Sie sollen Ihnen weiterhelfen, wenn Sie
gerade im G espräch sin d u n d a u f die
Schnelle einen A usdruck aus dem H och-
deutschen ableiten wollen.

Vorsilben

Viele der Ih n en bek an n ten Vorsilben k önnen


Sie in abgew andelter Form verwenden:

ab- op- (opschejd - Abschied)


an- on- (onbot - Angebot)
auf- oif-, (oifsezn - aufsetzen)
aruf-, uf-, af-
aus- oiß- (oißfiln - ausführen)
be- ba- (bahitn - behüten)
ein- arain-, ain- (arainbrech - Einbruch)
ent- ant- (antkegn - entgegen)
er- der- (derhaltn - erhalten)
her- aher- (ahergebn - hergeben)
herab- arop- (aroplosn - herablassen)
heraus- arois- (aroisrukn - herausziehen)
hin- ahin- (ahinton - hinlegen)
Schrift & Aussprache fh g i

über- iber- (ibergejn - überqueren)


um- arum- (arumringlen - um geben)
un- um- (ummeglech unm öglich)
ver- far- (farstopn - verstopfen)
weg- awek- (awekwarfn - wegwerfen)
zer- ze- (zeklapn - zerschlagen)

Allerdings ist auch dies n u r eine grobe Orien-


tierungshilfe. In vielen Fällen m uss m an sich
in die A rt des G ebrauchs, die im Jiddischen
üblich ist, hineindenken.
So bedeutet oißgesternt sternenbedeckt;
fartrogn heißt n icht vertragen, so n d ern weg-
tragen; farlernen nicht verlernen, sondern ein-
pauken, einstudieren; u n d ariber- en tsp rich t
n ich t n u r ‫ ״‬herüber‫“־‬, so n d ern je nach Um-
stand auch ‫״‬u m ‫ “־‬oder ‫״‬ver‫ ;“־‬z. B. b edeutet
ariberfir soviel wie T ransport.
Wörter, die weiterhelfen

Wörter, die weiterhelfen

M li t den folgenden W ö rtern k a n n m an


schon das w ichtigste a u f Jiddisch sagen.

Wo i s t ...? Wu gefint men ...?

die A potheke di aptejk


der G asth o f di kretschme,
di achßanje
der H afen dem hawn
die H altestelle di ßtanzje
der Park doß ßedl
das P ostam t dem poßt’optejl
das Schw im m bad dem schwimbaßejn
der S trand dem breg
die Toilette dem tualet/dem kloset
das Z entru m dem zenter
der Zoo dem so ’ogortn

Haben Sie ...? Hobt ir ...?

Briefm arken poßtmarkeß


D urst dorscht
Gem üse gortnwarg/grinß
ein H and tu ch a hantech
O bst pejreß
einen Stift a feder
Streichhölzer schw ebelech
einen Tisch für zwei a tisch far zwej mentschn
T oilettenpapier ascher-jozer-papir
ein Z im m er a cheder/a zimer
24 fir un zwanzik
Grammatik-Bezeichnungen J m j

Grammatik-Bezeichnungen

^ \ u c h w enn in den B änden der Kauder-


welsch-Reihe w eitgehend a u f lateinische Für alle, die nur die
G ram m atik-B ezeichnungen verzichtet wird, deutschen Bezeich-
ist es dennoch möglich, dass m an gelegentlich nungen gelernt haben,
a u f einen m ehr oder weniger unverständ- hier eine kleine
liehen A usdruck stößt. Orientierungshilfe.

Singular/Plural E inzahl/M ehrzahl


Substantiv H auptw o rt (Apfel, Katze)
Nominativ 1. Fall - wer? oder was? (der Vater)
Genitiv 2. Fall - wessen? (des Vaters)
Dativ 3. Fall - wem? (dem Vater)
Akkusativ 4. Fall - wen? oder was? (den Vater)
Adjektiv Eigenschaftsw ort (schön, alt)
Adverb U m standsbestim m ung (gern, im m er)
Verb T ätigkeitsw ort (arbeiten, waschen)
Präsens Gegenwart (ich wasche)
Futur Z u k u n ft (ich werde waschen)
Imperfekt einfache Vergangenheit (ich wusch)
Perfekt zusam m engesetzte Vergangenheit
(ich habe gewaschen)
Plusquamperfekt Vorvergangenheit (ich h atte gewaschen)
Personalpronomen persönliches F ürw ort (ich, du)
Demonstrativpronomen hinweisendes F ü rw ort (dieser, jener)
Possessivpronomen besitzanzeigendes F ü rw o rt (mein, dein)
Reflexivpronomen rückbezügliches Fürwort (ich wasche mich)
Präposition V erhältnisw ort (in, auf)
Konjunktion Bindew ort (und, aber)
Präfix Vorsilbe (abbrechen, aufbrechen)
Suffix Nachsilbe (H eftchen, Tischlein)
finf un zwanzik 2 5
Jiddisch h a t etwas Anarchisches. Zwar gab es,
besonders in den letzten Jahrzeh n ten , im m er
w ieder Versuche, Jiddisch in ein künstliches
gram m atisches K orsett zu zwängen. Aber
d am it w ird der Sprache ein B ärendienst er-
wiesen. D enn das C harakteristische ist gerade
ihre Lebendigkeit. Je nach Region werden die
D inge untersch ied lich au sgedrückt, w erden
die W orte anders ausgesprochen, g ib t es
Für den Fall, dass Sie eigenwillige gram m atische K o n stru k tio n en .
sich intensiver damit U nter diesem Aspekt sind auch die folgenden
auseinandersetzen D arstellungen der G ram m atik zu verstehen.
möchten, finden Sie Es sind eher R ichtlinien in O rien tieru n g an
am Ende dieses den allgem einen K onventionen, bei deren Zu-
Büchleins einen kurzen sam m en stellu n g bereits existierende G ram -
Literaturüberblick, m atiken berücksichtigt w urden.

Artikel

m ß er bestim m te Artikel lau tet in der Einzahl


(in K lam m ern die h o ch d eu tsch e E ntspre-
chung):

N om inativ der (der) di (die) doß (das)


Genitiv dem (des) der (der) dem (des) {
D ativ dem (dem) der (der) dem (das)
A kkusativ dem (den) di (die) doß (das)
26 sex un zwanzik
Hinweisende Fürwörter ß*
wm
Der unbestim m te Artikel w ird wie im Engli- In der Mehrzahl lautet
sehen gebildet (jedoch n ich t englisch ausge- der bestimmte Artikel
sprochen!): In der E inzahl la u tet er a, vor immer di. Acht zu
W orten, die m it einem S elbstlaut beginnen, geben ist auf den
an. In der M ehrzahl wird kein u n b estim m ter Akkusativ: dem
Artikel benutzt. (und nicht den).
Der Artikel k ann in bestim m ten Fällen m it
dem H auptw o rt verschmelzen u n d es so ver-
ändern. Ein solcher W andel liegt bei dem
W ort am (Amme) vor, bei dem sich m ittler-
weile die Form nam durchsetzt (an am ist zu
a nam geworden).

Hinweisende Fürwörter

■ ¥ ie Sie sehen, w ird der bestim m te Artikel


auch zum H inw eisen b en u tzt; d er/d i/d o ß
bedeutet also n ich t n u r der/die/das, sondern
auch dieser/diese/dies(es). Bisweilen können
Sie auch die verstärkten Form en ot der oder
ot o der etc. hören.

Einzahl M ehrzahl
m ännlich weiblich sächlich
N om inativ der di doß di
Genitiv dem(ß) der(ß) dem(ß) di
fun dem fun der fun dem fun di
Dativ dem der dem di
Akkusativ dem di doß di
sibn un zwanzik 2 7
Hauptwörter

Hauptwörter

l ^ a s gram m atische G eschlecht w eicht im


Doch gibt e s - Jiddischen o ft vom H o ch d eu tsch en ab. Im
zumindest regionale - B altikum ist das sächliche G eschlecht ver-
Trends, und bei den schw unden, die entsprechenden W örter sind
meisten Hauptwörtern n u n entw eder m ännlich oder weiblich. Auf-
besteht hinsichtlich g ru n d der vielfältigen k u lturellen fin d et sich
des Geschlechts in verschiedenen Fällen sogar ein N ebenein‫ ־‬,
weitgehende ander von zwei oder gar drei Geschlechtern.
Übereinstimmung Die B eugung jid d isch er H au p tw ö rter ist I
einfacher als im H o chdeutschen, d en n das ‫ן‬
W ort k a n n in den vier Fällen u n v erän d ert
bleiben.

Zu beachten ist der orem fun dem paikler


allerdings der Genitiv, der Arm von dem Schlagzeuger
Er kann mit fun (von)
oder auch mit -ß am dem paiklerß orem
Ende gebildet werden: des Schlagzeugers Arm

A usnahm en, bei denen im D ativ u n d A k k u -,


sativ ein -n au ftau ch t, sind W örter, die Men-
sehen bezeichnen (täte - taten = Vater),]
N am en (Dowid - Dowidn = David) sowie harz
- harzn (= Herz).

Lehnwörter aus dem Die slawischen Lehnw örter sind an bestim m ‫;־‬
Hebräischen sind in der ten E ndu n g en zu erkennen: viele der weib‫־‬j
Aussprache dem liehen W orte a u f -azke, -iche, ‫־‬ize, -ke, -sehe
Jiddischen angepasst, sowie die V erkleinerungen a u f -nju u n d -schi.
28 acht un zwanzik
Verkleinerungen

Verkleinerungen

V ßas Jiddische ist reich an Verkleinerungen. Die häufigste


Hier kom m t eine G efühlsbetontheit der Spra- Verkleinerung erfolgt
che zum A usdruck, die in der form alisierten durch Anhängen eines
H ochsprache längst verloren gegangen ist. -I, wobei sich teilweise,
Die Verkleinerungen sind im Jiddischen so ge- wie im Hochdeutschen
läufig, dass sie auch da auftreten, wo sie im auch, die Selbstlaute
H ochdeutschen unüblich sind. verändern:

bak - bekl (Backe - Bäckchen)


boich ‫ ־‬baichl (Bauch - Bäuchlein)
fuß ‫ ־־‬fißl (Fuß - Füßchen)
hant - hentl (H and ‫ ־‬H ändchen)
harz - herzl (Herz - H erzchen)
kop - kepl (K opf - Köpfchen)
nos - nesl (Nase - Näschen)
oig ‫ ־‬oigl (Auge - Äuglein)
ponim - peniml (Gesicht - Gesichtchen)
zop - zepl (Z opf - Zöpfchen)

Endet das W ort in der G rundform a u f ■n, so


wird ein d eingeschoben:

hun - hindl (H uhn - H ühnchen)


kan - kendl (Kanne - K ännchen)
kroin - krejndl (Krone - K rönchen)
‫* ״‬gn - nigndl (Melodie - Melodiechen)
stejn - stejndl (Stein - Steinchen)
^ j^ s in d l^ (Sohn - Söhnchen)
nain un zwanzik 2 9
E ndet ein W ort a u f Selbstlaut oder, wenn es
bereits verkleinert ist, a u f ein stim m h aftes
(‫ ״‬silbisches“) -I, so erfolgt die (weitere) Ver-
kleinerung durch A nhängen von -eie:

ejsl - ejsele (Esel - Eselchen)


floj - flejele (Floh - Flöhchen)
foigl ‫ ־‬feigele (Vogel - Vögelchen)
hintl - hintele (H ündchen)
jab(k)e ‫ ־‬jab(k)ele (Frosch - Fröschchen)
ku - ki’ele (Kuh - Kuhchen)
schwelbl - schwelbele (Schwälbchen)
tejbl - tejbele (Täubchen)
zigl - zigele (Zicklein)

Die H auptw orte, die a u f ‫״‬n ichtsilbisches“ -1


enden, w erden m it-(e)chl o d e r‫(־‬e)chn verklei-
nert:

moil - majlele (M und - M ündchen)


mil ‫ ־‬miljechl, milechen (Mühle - Mühlchen) \
tejl - tejlchn (Teil - Teilchen)

Hauptworte, die in Aus dem Slawischen w urde die Verkleinerung


der Grundform auf a u f ‫(־‬in)ke u n d -schi übernom m en:
■m oder -r enden,
können nur einmal bobe ‫ ־‬bobinke (G ro ß m u tter - Oma)
verkleinert werden. mame - maminke/ (M utter - M utti)
mameschi
sejde ‫ ־‬sejdinke (G roßvater - Opa)
täte - tatin k e/ (Vater - Vati)
tateschi

30 1draißik
Mehrzahlbildung

l ^ i e M ehrzahlbildung des Jiddischen ist ein


ziemlich um fangreiches T hem a. W ir wollen
deshalb etwas ausführlicher d a ra u f eingehen.
D enn hier können Sie n ich t ohne weiteres aus
dem H ochd eutschen ableiten. U nterschied-
liehe Regeln spielen ineinander, u n d es erge-
ben sich m ehrere Klassen, denen m anche
H auptw orte sogar parallel angehören. So
kann die M ehrzahl von:

flasch (Flasche) sowohl flaschn als auch


flescher heißen;
foigl (Vogel) sowohl foiglen als auch
fejgl;
man (Ehe-/M ann) sowohl mener als auch
manen;
nos (Nase) sowohl nes als auch
neser;
zung (Zunge) sowohl zungen als auch
zinger;
wogn (Wagen) sowohl wognß als auch
wegn u nd wegener
—________________ heißen.

Hinzu k o m m t neben regionalen Klang-


Färbungen n atü rlich auch der E influss des
H ochdeutschen. D eutlich w ird dies an fol-
§endem Beispiel: D er G ärtner h eiß t im Jiddi-
Schen fast genauso wie im H ochdeutschen,
ejn un draißik 3 1
Mehrzahlbildung

näm lich gertner. Allerdings lau tet die M ehr-


zahl von gortn (G arten) ebenso. D a k a n n es
schon zu M issverständnissen kom m en, etwa
dann, w enn von fruchtbare gertner die Rede
ist. Besonders im gehobenen Sprachstil wird
versucht, Irrtü m e r d u rch O rien tie ru n g am
H ochdeu tsch en zu verm eiden. N ach der
Regel ‫״‬o zu ö“ (z. B. T opf - Töpfe) heißen die
G ärten d an n görtner.
Im Folgenden sind D er stärkste U nterschied zu r E inzahl fin-
einige wichtige Klassen det sich d o rt, wo die M ehrzahl n ic h t du rch
der Mehrzahlbildung A nhängen einer E ndung, so n d ern du rch
aufgeführt. Stam m veränderung angezeigt wird.

kop - kep (K opf - Köpfe)


nomen - nemen (Name - N am en)
tochter - techter (Tochter - Töchter)
tog ‫ ־‬teg (Tag - Tage)

In den Regionen, wo u wie i ausgesprochen


w ird, etwa südw estlich der Achse D anzig-
Krim, k ö n n en bei einigen Begriffen E inzahl
u n d M ehrzahl n ich t unterschieden werden. :

bruder - brider (Bruder - Brüder)


brußt - brißt (B rust - Brüste)
hunt ‫ ־‬hint (H und - H unde)
hut - hit (H u t - H üte)
ku - ki (Kuh - Kühe)
fuß - fiß (Fuß/Bein - F ü ß e/B ein e)■
schuch - schich (Schuh - Schuhe)
sun - sin (Sohn - Söhne) j

32 zwej un draißik
In m anchen Fällen gibt es ü b erh au p t keinen
U nterschied zw ischen der B ildung von Ein-
zahl u n d M ehrzahl.

briw (Brief, Briefe)


arbeß (Erbse, Erbsen)
ferd (Pferd, Pferde)

Bei anderen W orten w iederum w ird sow ohl


der S tam m verändert als auch eine E n d u n g
angehängt.

bolch ‫ ־‬baicher (Bauch - Bäuche)


boim - bejmer (Baum - Bäume)
cheschbon ‫־־‬ (R echnung -
cheschboineß R echnungen)
cholem - chaloimeß (Traum - Träume)
gortn - gertner (G arten - G ärten)
nos - neser (Nase - Nasen)
of - oifeß (H u hn - Geflügel)
tocheß - techeßer (H intern)

Eine große Klasse von H auptw orten endet in


der M ehrzahl a u f -n bzw. -en.

grais - graisn (Fehler)


grüß - grußn (G ruß - Grüße)
jam - jamen (Meer - Meere)
konwert - (Briefum schlag -
konwertn Briefumschläge)
onhejb - onhejbn (Anfang - Anfänge)
schwer - schwern (Schwiegervater - -väter)
Ja ic h - taichn_____ (Fluss - Flüsse)________
Eine weitere Klasse von W orten b ild et die
M ehrzahl a u f -er:

besem - besemer (Besen)


hemd - hemder (H em d - H em den)
ßod - ßeder (O bstgarten - -gärten)
stein - steiner (Stein - Steine)

Sehr viele Worte bilden die M ehrzahl m it -ß. Es


handelt sich dabei um H auptw orte, die in der
Einzahl a u f einen u n b eto n ten Vokal, a u f -er,
-em oder -n enden sowie um Personennam en.

blaier - blaierß (Bleistift - -stifte)


entfer - entferß (A ntw ort - A ntw orten)
feter ‫ ־‬feterß (Onkel)
firme - firmeß (Firm a - Firm en)
kußt - kußteß (Busch - Büsche)
mume - mumeß (Tante - T anten)
onhejber - onhejberß (Anfänger)
tradizje - tradizjeß (Tradition - Traditionen)
wire - wireß (Lineal - Lineale)

Sehr ähnlich, a u f -eß, endet auch die M ehr-


zahl weiblicher hebräischer Lehnwörter:

choiw - choiweß (P flicht/S chuld -


P flich ten / Schulden)
räge - rägeß (M om ent - M om ente)
rejech ‫ ־‬rejcheß (G eruch - Gerüche)
schochente - (N achbarin -
schochenteß N achbarinnen)
soine - soineß (N utte - N utten)
Wie Sie sehen, en tfällt bei dieser M ehrzahl-
bildung bei einigen Begriffen das u n b eto n te
e. Das gilt gleichfalls fü r die m än n lich en
Lehnwörter aus dem Hebräischen. Sie bilden
die M ehrzahl, indem ein -im angehängt wird.

bocher - bocherim (Junggeselle - Junggesellen)


goj ‫ ־‬gojim (Nichtjude - Nichtjuden)
gwlr ‫ ־‬gwirim (Reicher - Reiche)
oile ‫ ־‬oilim (Israel - Einwanderer)

Bei m ännlichen hebräischen L ehnw örtern


gibt es bei der M ehrzahlbildung teilweise er-
hebliche Veränderungen:

beged ‫ ־־‬bgodim (K leidungsstück -


Kleidungsstücke)
chejlek - chalokim (T eil-T eile)
chilek - chilukim (U nterschied -
Unterschiede)
kelew - klowim (Köter)
minheg - minhogim (Brauch - Bräuche)
moischl - moschlim (Herrscher)
moschl - mescholim (Beispiel - Beispiele)
oifn - oifanim (Art, Weise)
pached - pchodim (Angst - Ängste)

Die M ehrzahl von V erkleinerungsform en


wird m it der E ndung ‫־‬lech, bei doppelter Ver-
kleinerung m it -elech gebildet; diese Form en
S1nd sächlich (im H o chdeutsch en ist die
Mehrzahl der V erkleinerungsform nich t von
der Einzahl zu unterscheiden):
m Mehrzahlbildung
baichlech/baichelech (Bäuchlein/Bäuchelchen)
bichlech/bichelech (Büchlein/Büchelchen)
fingerlech (Fingerchen)
fleschl - fleschlech (Fläschchen)
jingele - jingelech (kl. Junge - kl. Jungen)
jlngl ‫ ־‬jinglech (Junge - Jungen)
lefele ‫ ־‬lefelech (Teelöffel)
mejdl - mejdlech (M ädchen)

Einige aus dem H o ch d eu tsch en ü b ern o m -


mene Worte bilden wie diese die M ehrzahl a u f
-e, so etwa bakante (Bekannte) oder gelernte
(Gelehrte).

36 sex un draißik
Eigenschaftswörter

Eigenschaftswörter

E ig e n sc h a ftsw ö rte r, die bei m än n lich en


H au p tw örtern stehen, w erden nach diesem
M uster (hier grin, grün) gebeugt:

N om inativ der griner boim


(der grüne Baum)
Genitiv dem grinen boimß
(des grünen Baumes)
Dativ dem grinen boim
(dem grünen Baum)
Akkusativ dem grinen boim
(den grünen Baum)

In der M ehrzahl h e iß t es im m er di grine


bejmer, n u r im Genitiv wird ein -ß angehängt:
di grine bejmerß.

Eigenschaftswörter, die bei weiblichen H aupt-


Wörtern stehen, bilden folgende F orm en (hier
schejn, schön):

Nominativ di schejne bium


(die schöne Blume)
Genitiv der schejner blumß
(der schönen Blume)
Dativ der schejner blum
(die schöne Blume)
Akkusativ di schejne blum
(die schöne Blume)
sibn un draißik 3 7
Eigenschaftswörter
Auch hier tu t sich in der M ehrzahl n ich t viel:
Es h eiß t im m er di schejne blumen, u n d n u r
im G enitiv w ird w ieder ein -ß angehängt: di
schejne blumenß.
Die Beugung bei B esonders zu beachten ist bei Verbin-
unbestimmtem Artikel dün g en m it m än n lich en H au p tw ö rte rn im
funktioniert genauso. N om inativ u n d weiblichen im Genitiv (jeweils
der Einzahl), dass das E igenschaftsw ort die
E ndung -er hat.

Nun noch die N om inativ doß niderike ferd


Eigenschaftswörter (das Pony) das niedrige Pferd
bei sächlichen Genitiv dem niderikn ferdß
Hauptwörtern, hier (des Ponys)
niderik (klein, nie- D ativ dem niderikn ferd
drigj: (dem Pony)
A kkusativ doß niderike ferd
(das P ony)_______________

In der M ehrzahl auch hier wieder im G enitiv j


di niderike ferdß, so n st im m er di niderike
ferd. Bei u n b estim m te m A rtikel allerdings
w eicht die B eugung von derjenigen m it b e -:
stim m tem Artikel ab:

N om inativ a niderik ferd


(ein Pony)
Genitiv a niderik(n) ferdß
(eines Ponys)
D ativ a niderik(n) ferd
(einem Pony)
A kkusativ a niderik ferd
(ein Pony)
38 acht un draißik
Eigenschaftswörter
H at ein Eigenschaftsw ort bereits eine E ndung
a u f -ß oder -z, so w ird bei der B eugung kein
weiteres -ß angehängt.
Entsprechend wird in den Fällen, wo bereits
ein -e vorliegt, kein weiteres ■e angehängt.
E ndet das Eigenschaftsw ort a u f Selbstlaut,
so wird in den Fällen, wo ein -n anzuhängen
ist, dies a u f-e n erw eitert, z. B. fraien (Gen.,
Dat., Akk. zu frai, frei).
E igenschaftsw örter a u f -n hän g en bei der
Beugung n ic h t -n oder (substantiviert) -ns,
sondern stattdessen ■m bzw. -ms an:

dem dinems spakuln


dem Dünnens Brille
die Brille des D ün n en

E igenschaftsw örter, die eine geographische


H erkunft gezeichnen, werden n ich t gebeugt.

dem Ukrainer singerß kol


dem Ukrainer Sängers Stimme
die Stimm e des ukrainischen Sängers

ln vielen Fällen ist ein -e- einzuschieben, so bei


Auslaut a u f -I, -m, -n, -ng oder -nk, so z. B.:

tunkT(dünkel)
1*dt einer Endung: tunklen
Seram (geräumig)
m it einer Endung: geramen
eJgn (eigen)
^ J J ü te iner Endung: ejgener _
Farben - kolirn

vom Hochdeutschen gelb gel b rau n broin


abweichende rot roit grau groi
Bezeichnungen rosa/p in k rose(we) hell glanzik;
lichtik
g rün grin dunkel tunkl
blau_bloi; bla; blu bunt filfarbik

einige Eigenschaftswörter

billig volvl teuer taier


dick grob dünn din
groß groiß klein klein
hell hei dunkel tunkl
innen inewejnik außen droißndik
leicht gring schwer schwer
nah noent fern weit
oben oibn u n ten untn
links link rechts recht
richtig recht falsch farkert
schnell gich langsam pamelech
viel a ßach wenig karg
40 ferzik
Steigern & Vergleichen y|j

Steigern & Vergleichen

D
^ i eie S
Steigerung
teigerung der E
Eigenschaftsw
igenschaftsw örter er
folgt nach dem gleichen M uster wie im Hoch•
er-

deutschen:

gring ‫ ־‬gringer - gringßt


leicht - leichter - leichtest

der warmßter mantl


der w ärm ste M antel

oder aber:

stark a jingere wi si
stark eine jüngere wie sie
eine viel jüngere als sie

A ußerdem k an n auch m it mer (m ehr) u n d


ßame (meist) gesteigert werden. Ein Super-
lativ lässt sich m it ßam e auch noch ver-
stärken:

di ßame schejnßte blum


die ganz schönste Blume

Des Weiteren k ann eine Eigenschaft auch m it


sejer (sehr) hervorgehoben werden:

Sejer an onstendiker mentsch


em Seh r anständiger M ensch
ejn un ferzik 4 1
& Vergleichen

Diese H ervorhebung k an n von der M im ik be-


gleitet werden: leicht zurückgelegter Kopf, an-
gedeutetes S ch ü tteln des Kopfes, etwas ver-
engte Augen, wobei das sejer u n d /o d e r die
ganze Phrase ein- oder m ehrm als w iederholt
wird.

Es gibt auch unregelm äßige Steigerungen:

frum - frimer - frimßt


from m - fröm m er - am fröm m sten
gut ‫ ־‬beßer - beßt
g u t - besser - am besten
schlecht - arger - ergßt
schlecht - schlechter - am schlechtesten
wejnik - miner / wejniker - minßt
wenig - weniger - am w enigsten
Verben & Zeiten /k&,
Verben & Zeiten

I m Jiddischen g ib t es fü n f Zeiten: Gegen-


wart, Vergangenheit, V ollendung in der Ver-
gangenheit, Z ukunft, V ollendung in der Zu-
kunft. Die T ätigkeitsw örter bestehen wie im
H ochdeutschen aus einem W ortstam m , an
den eine E n d u n g an g eh än g t wird. In der
G rundform lautet die E ndung -en (oder ein-
fach -n). So w ird aus dem W ortstam m tracht-
durch A nhängen der G rundform -E ndung das
Wort trachten (denken); durch A nhängen der
E ndung fü r das Partizip der G egenw art
-(e)ndik ergibt sich trachtendik (denkend)

Gegenwart

Schauen wir uns die weitere Beugung dieses


und eines weiteren regelm äßigen Verbs (cho-
lernen = träum en) in der Gegenwart an:

trachten denken
*eh tracht ich denke
du trachtßt du denkst
er/ s i / e ß tracht er/sie/es d en k t
m«r trachten wir denken
!ir tracht ihr d en k t
8^!trachten sie denken

drai un ferzik 4 3
Verben & Zeiten

cholemen träum en
ich cholem ich träum e
du cholemßt d u trä u m st
e r /s i/e ß cholemt er/sie/es trä u m t
mir cholemen wir träu m en
ir cholemt ih r trä u m t
sej cholemen sie träu m en

O ftm als werden T ätigkeiten m it gebn (geben)


um schrieben. W enn Sie z. B. eine (C om puter‫־(־‬
‫״‬geben einen Quetsch Taste drücken, so h eiß t das gebn a kwetsch
für ein Knöpfchen“ far a knepl u n d gebn a kuk b ed eu tet ‫״‬einen
Blick w erfen“.

gebn geben
ich gib ich gebe
du gißt d u gibst
e r /s i/e ß git er/sie/es gibt
mit gibn wir geben
irgit ihr gebt
sej gibn sie geben

Vergangenheit

Die einfache Vergangenheit g ibt es im Jiddi-l


sehen nicht. Sie wird, wie etwa auch im B airiJ
sehen u n d in anderen D ialekten, d u rch die j
zusam m engesetzte V ergangenheit ausgedrük‫!־‬
kt. H ierzu benötigen wir das Hilfsverb hobn
(haben), das gebeugt zusam m en m it dem P a r i
tizip Perfekt des betreffenden T ätigkeits-i
Wortes (in u nserem Beispiel: getracht) a u f !
44 fir un ferzik
Verben & Zeiten
tritt. Das Partizip Perfekt w ird in der Regel
w ie im H ochdeutschen gebildet: Vor den
W o r t s t a m m wird ge-, dah in ter -t gestellt (also
w ie i n gestellt!), in einigen Fällen w ird das
P a r t i z i p Perfekt auch m it ge...(e)n gebildet.

ich hob getracht ich habe g edacht/


ich dachte
du hoßt getracht du hast g edacht/
d u dachtest
e r /s i/e ß hot getracht er/sie/es h a t gedacht/
er/sie/es dachte
mir hobn getracht wir haben gedacht/
wir dachten
ir hot getracht ihr h a b t gedacht/
ih r dachtet
sej hobn getracht sie haben ged ach t/
sie dachten

gebetn gebeten
ge’entfert geantw ortet
gelejent gelesen
gem oln/gem olt gem alt
ongehoibn begonnen
gepruwt p robiert

mame hot aingewigt doß ejfele.


die Mutter hat eingewiegt das Vögelchen
Die M utter h at ihr Baby in den Schlaf gewiegt.

ln schifl, ich hob gefirt maine b a g a j/ main pekl.


lrn H°°t ich habe geführt mein Gepäck / mein Päckchen
A ä h r e n d der B ootsfahrt h atte ich m ein Gepäck bei mir.
Verben & Zelten
Je nach den In der U m gangssprache w ird hier o ft zu-
Umständen können sam m engezogen:

auch in anderer (i)chob ich habe


Stellung erfolgen, also duoßt du hast
hobich (habe ich), ero t/sio t/ß o t er/sie/es h at
hoter (hat er) etc. mirobn wir haben
irot ih r h a b t
sejobn sie haben

Einige Verben bilden die Vergangenheit m it


dem H ilfsw ort sain:

blaibn bleiben
faln fallen
forn reisen, fahren
fli’en fliegen
gejn gehen
gelingen gelingen
gesehen geschehen
krichn kriechen
kumen kom m en; schulden |
loifn laufen
‫ו‬
schlofn schlafen
starbn sterben
stejn stehen
wakßn wachsen
wern w erden J

Dies gilt n atü rlic h auch fü r entsprechende!


Z usam m en setzu n g en m it Vorsilben wie!

46 sex un ferzik
Verben & Zeiten
antlofn (fliehen), gefeln (gefallen), oifstejn
(aufstehen), onkumen (ankom m en; onkumen
zu: Hilfe erhalten; ersuchen um). H ier h eiß t
die Vergangenheit also n icht ich hob antlofn
usw., sondern:

ich bin antlofn ich bin geflohen


du bißt antlofn du bist geflohen
e r /s i/e ß is antlofn er/sie/es ist geflohen
mir se(i)nen antlofn wir sind geflohen
ir se(i)(n)t antlofn ih r seid geflohen
sej se(i)nen antlofn sie sind geflohen

Ich hob getracht, as du bißt antlofn. Zu beachten ist; dass


Ich habe gedacht dass du bist entlaufen. viele Tätigkeitswörter
Ich dachte, du w ärst geflohen. unregelmäßig sind.
Hier kann man sich
Si is geblibn eine alein. allerdings weitgehend
Sie ist geblieben eine allein. am Hochdeutschen
Eine einzige blieb übrig. orientieren. Dies wird
schnell deutlich, wenn
Die vollendete Vergangenheit w ird nach dem man sich etwa das
M uster gebildet: Tätigkeitswort blaiben
in der Vergangenheit
ich hob gehat getracht anschaut.
ich habe gehabt gedacht
ich h atte gedacht

ich bin gewe(j)n antlofn


Ich bin gewesen entlaufen
ich war geflohen

sibn un ferzik 4 7
Verben & Zeiten

Zukunft

Um die Z u k u n ft auszudrücken, b enö tig t m an


ebenfalls ein Hilfsverb, näm lich wern, dem
d an n die G ru n d fo rm des betreffenden Tätig-
keitsw ortes folgt, also z. B.:

ich wel ratewen ich werde retten


du weßt ratewen d u w irst retten
e r /s i/e ß wet ratewen er/sie/es w ird retten
mir wein ratewen wir w erden retten
ir wet ratewen ih r w erdet retten
sej wein ratewen sie werden retten

Die (selten benutzte) vollendete Z u k u n ft bil-


det m an m it dem Hilfsverb der Z u k u n ft
(wern) plus hobn odersain plus Partizip Perfekt.

ich wel hobn gehalst


ich werde haben gehalst
ich werde u m a rm t haben

mir wein sain geforn


wir werden sein gefahren
wir w erden gefahren sein

Befehlsform

Die Befehlsform in der Einzahl liegt Ihnen be*]


reits im W ortstam m vor - hejb! (hebe!), wais!
(zeige!), se! (schau!). Die M ehrzahl der Be‫]־‬
fehlsform erhalten Sie, wenn Sie wie im H och‫]־‬
Verben & Zeiten
deutschen ein -t an den W ortstam m anhän-
gen: hejbt, waist, set. Relativ häu fig w ird im
Jiddischen die Befehlsform n ich t n u r in den
zweiten, sondern auch in der d ritte n Person
gebraucht. Dies erfolgt m it soln (sollen) als
Hilfsverb: er sol hejbn (er soll heben), si sol
waisn (sie soll zeigen) oder sej soln sen (sie
sollen schauen). A uf diese A rt lassen sich übri-
gens auch die Befehlform en der zweiten Per-
sonen bilden.

M it der W unschform wird aufgefordert. Häu-


fig ist der G ebrauch von lomir, eine Zusam -
m ensetzung aus losn (lassen) u n d mir (wir).
Dieser A usdruck w ird vor die G ru n d fo rm ge-
setzt: Lomir pruwn (lass/lasst uns ausprobie-
ren). Z ur V erstärkung k ann an lomir noch je
angehängt w erden, also: lomir‫־‬je ... (so
lass/lasst uns doch...).

Bedingungsform

Für die Gegenwart gibt es zwei Möglichkeiten:


Zum einen die Vergangenheit des Hilfsverbs
wolen m it dem Partizip Perfekt:

sh wolt gewisn ich w ürde zeigen


du woißt gewisn d u w ürdest zeigen
er/ s i / e ß wolt gewisn er/sie/es w ürde zeigen
‫ ׳ויוין‬wolten gewisn wir w ürden zeigen
ir wolt gewisn ihr w ürdet zeigen
!?ej wolten gewisn sie w ürden zeigen
nain un ferzik 4 9
Verben & Zeiten
u n d zum anderen solen m it der G rundform :

ich sol weisn ich w ürde zeigen


du solßt weisn du w ürdest zeigen
e r /s i/e s sol weisn er/sie/es w ürde zeigen
mir soln weisn wir w ürden zeigen
ir solt weisn ih r w ürdet zeigen
sej soln weisn sie w ürden zeigen

Die B edingungsform der Vergangenheit kan n


ebenfalls a u f zwei A rten gebildet w erden -
entw eder so:

ich sol gewen weisn ich h ätte gezeigt


du solßt gewen weisn du h ättest gezeigt
er/si/eß sol gewen weisn er/sie/es hätte gezeigt
mir soln gewen weisn wir h ä tte n gezeigt
ir solt gewen weisn ih r h ä tte t gezeigt
sej soln gewen weisn sie h ätten gezeigt

oder so:

ich wolt gewen gew eist ich h ätte gezeigt


du woltßt gewen gew eist d u h ätte st gezeigt
e r /s i/e ß wolt gewen er/sie/es h ätte
gew eist gezeigt
mir woltn gewen gew eist wir h ä tte n gezeigt
ir wolt gewen gew eist ih r h ä tte t gezeigt
sej woltn gewen gew eist sie h ä tte n gezeigt
Modalverben

Modalverben

^ V h n lic h wie die H ilfsverben treten h äu fig


auch die M odalverben ergänzend zum Tätig-
keitsw ort hinzu. Folgende M odalverben - die
übrigens regelmäßig gebeugt werden (gem egt
- gedurft, gedarft - gem usst) - sind üblich:

brauchen broichn; badarfn;


darfn
dürfen megen
nicht dürfen ni(sch)t torn
können kenen; konen
lassen losn
müssen badarfn; darfn; musn
sollen soln; kern
wollen wein

kern k o m m t von gehern (gehören); es w ird ‫״‬Kern“, ‫״‬Korn“ und


gebraucht im Sinn von ‫״‬sollen“, ‫( ״‬sich) gehö- ‫״‬kehren“ lauten auf
ren “. jiddisch übrigens
ebenso.
si ker kumen
sie sollte/m öge kom m en

gaslonim kern bastroft.


Die Diebe gehören bestraft.
Hier wird deutlich,
losn u nd soln sind o ft austauschbar: dass dieser Gebrauch
von losn in einer Reihe
s er/sol e r ... m öge er ... mit lomir = ‫ ״‬mögen
l° s n s ®j/soln s e j ... m ögen s ie ... wir“, ‫״‬lass/t uns“ steht.
ejn un fufzik 5 1
Fürwörter
U m eine G ew ohnheit (‫״‬ich p fjeg ce
schuh zu laufen“, ‫״‬ich lief gew öhnlich Schhtt-
sch u h “) auszu d rü ck en , k a n n z. B. gesagt
werden:

ich fleg sich glitschn


du flegßt sich glitschn
e r /s i/e ß flegt sich glitschn
mir flegn sich glitschn
ir flegt sich glitschn
sej flegn sich glitschn

Fürwörter

Persönliche Fürwörter

er sie es
Einzahl ich du
er si e ß /ß ‫־‬/ ß e
N om inativ ich/ch- du
fun im fun ir fun im
G enitiv fun mir fun dir
im /‫־‬n ir im /‫־‬n
Dativ mir dir -Ö /ß‫־לן‬//ß p
dich/dir im /‫־‬n si eis/
Akkusativ mich/mir
.
Anstelle von ich k an n ein ch- vor das fo lg en d !
W ort gestellt werden:

ichkuk
ich-gucke
ich schaue

52 zwej un fufzik
Fürwörter fhs
In einigen G egenden h e iß t es im A kkusativ
anstelle von ‫״‬m ich“ auch ‫״‬m ir“ u n d anstelle
von ‫״‬dich“ auch ‫״‬d ir“.

Besonders bei T ätigkeitsw orten, die m it meh-


reren M itlauten beginnen, k ann ß e sta tt eß
gesagt werden:

ße strikt di froi
es strickt die Frau
die Frau strickt

Auch k an n s ta tt eß n u r ß- vor das folgende


Wort gestellt werden:

ßgejt a wint
‘s-geht ein Wind
es ist windig

Wo das im (ihm ) m it dem vorausgehenden


vVort zusam m engezogen wird, bleibt -n übrig:

er sogtn on
er sagt-ihm an
er trägt ihm a u f

!a Genitiv wird fun im usw. natü rlich nicht, Der Genitiv des
'•‫׳‬le das hochdeutsche ‫ ״‬sein /e“, voran-, son- persönlichen Fürworts
dern nachgestellt: wird zu den besitz-
anzeigenden Fürwörtern
wide fun im erweitert; die Sie auf
^le ^ewohnheit von ihm der übernächsten Seite
Seine Gewohnheit aufgelistetfinden.
drai un fufzik I 5 3
Fürwörter

Mehrzahl wir ihr sie


N om inativ mir ir/ez sej
Genitiv fun un(d)s fun aich fun sej
D ativ un(d)s aich/enk sej
A kkusativ un(d)s aich/enk sej

Die Form en ez u n d enk, die in Polen, Rum ä- 1


nien u n d der U kraine auftreten, sind e ig e n t-1
lieh D ualform en, d. h. n u r a u f zwei z u s a m -1
m en angesprochene Personen bezogen.
D as persönliche F ü rw o rt k a n n in einigen I
Fällen entfallen, u n d zwar in der 2. P e rs o n !
Einzahl, z. B.

Hoßt schejne oign.


hast schöne Augen
D u hast schöne Augen.

u n d auch da, wo eine Z usam m enziehung er- J


w artet wird, wie solßtu (sollst-du) oder
wejßtu (w eißt‫־‬du), fällt das u, welches den]
Rest des ‫״‬d u “ darstellt, o ft weg: solßt, wejßt.
Ebenso kom m en ‫״‬Ausfälle“ des persönlichen
F ürw orts in der 3. Person E inzahl vor, undj
zwar besonders bei A usrufen m it s o l ...!:... sol
lebn! bzw. sol sain...! bedeuten, dass ein/e aus
dem K ontext zu ersch lie ß en d e/‫־‬r / ‫־‬s Er, Sie,
oder Es leben bzw. sein soll. Besonders eß
k a n n wegfallen, w enn es S ubjekt (Satz‫■־‬
gegenständ) ist, speziell in W endungen wie■
dacht / ducht sich / waist oiß (es scheint), i

5 4 I fir un fufzik
Besitzanzeigende Fürwörter

Einzahl M ehrzahl
1. Person main un(d)ser
2. Person dain ajer
3. Person sain/ir/sain sejer

Diese allgem einen F orm en des besitzanzei-


genden F ürw orts sind auch noch im H och-
deutschen enthalten. S ind die bezeichneten
O bjekte in der M ehrzahl, w ird ein -e ange-
hängt: maine (meine), daine (deine) usw.
Doch auch im Jiddischen sind die gebeug-
ten Form en verbreiteter. Schauen wir uns die
Beugung von sejer/e (ihr/e) an:

Einzahl m ännlich weiblich sächlich M ehrzahl


N om inativ sejerer sejere sejerß sejere
Genitiv sejernß sejerß sejernß
(fun) sejeren (fun) sejerer (fun) sejeren (fun) sejere
Dativ sejerem /‫־‬n sejerer sejerem /‫־‬n sejere
Akkusativ sejeren /‫־‬m sejere sejerß sejere

ln den vier Fällen bed eu tet dies a u f H och-


deutsch (Nom.) sein; (Gen.) seines/von sei-
nem; (Dat.) seinem; (Akk.) seinen. Die ande-
rea Personen w erden entsprechend gebeugt,
also in den drei G eschlechtern im N om inativ:
jainer (m einer) ‫ ־‬maine (m eine) mainß
unein/e/s), M ehrzahl: maine (meine).
^ ln einigen Gegenden heißt es in der 2. Person
Mehrzahl statt ‫״‬aierer“ ‫״‬enker“ (eurer) usw.

finf un fufzik 5 5
W&\ Umstandswörter

Umstandswörter

E s gibt m ehrere M öglichkeiten, ein Tätig-


keitsw ort n ä h er zu bestim m en. Z um einen
können die Eigenschaftsw örter auch als Um-
Standsw örter b e n u tz t werden [1]. Z um ande-
ren könn en Eigenschaftsw örter sowie Partizi-
pien um die E n d u n g -erhejt ergänzt w erden
[2]. U nd schließlich kö n n en auch aus H aupt-
W örtern U m stan d sw ö rter gebildet w erden,
indem -wais angehängt w ird [3].

[1] derzejln prost un puschet woß is gewen


erzählen schlicht und einfach was ist gewesen

[2 ] me tor nit forn oito schikererhejt


man darf nichtfahren Auto betrunken

[3] ich hob sch o’enwais geklungen


ich habe stundenlang angerufen

W ird ein U m standsw ort gesteigert, so lau tet


der Superlativ zum/am ... -ßtn.

geschmak - geschmaker - zum/am geschmakßtn


lecker - leckerer - am leckersten

Jener wain filt zum geschmakßtn.


jener Wein fühlt zum schmackhaftesten
D er andere Wein schm eckt am besten.

56 sex un fufzik
^ V n d ers als im H ochdeutschen gibt es im Jid-
dischen hier oft keine besondere Satzstellung.
D er Fragesatz w ird d an n wie eine Aussage
form uliert, u n d n u r durch den fragenden
Tonfall w ird klar, dass es sich u m eine Frage
handelt. H ieran w ird w iederum deutlich, dass
das G efühl in der jiddischen Denkweise (die
m it der Sprache gekoppelt ist) eine größere
Rolle spielt als im eher fu nktion so rien tierten
H ochdeutschen.

Du bißt an arumforndiker?
du bist ein Herumfahrender
Bist D u Reisender?

Schoin gesen di schul?


schon gesehen die Schule
H aben Sie schon die Synagoge gesehen?

D aneben gibt es im Jiddischen aber auch die


M öglichkeit, wie im H ochdeutschen den Satz
m it einem Fragew ort zu beginnen oder die
Frage durch die S atzstellung zu kennzeich-
nen, also m it S atzanfängen wie Bißtu ... ?
(Bist du ... ?), Hot ir ... ? (H aben Sie ... ?) etc.

Weme(n)ß reje iß izter?


wessen Reihe ist jetzt
Wer ist jetzt dran?

sibn un fufzik 5 7
Woß far a reßtoran hot ir gefunen?
Was für ein R estau ran t haben Sie gefunden?

Eine Frage erhält mehr Einen Fragesatz können Sie auch m it zi ein-
Gewicht; wenn Sie das leiten, was sowiel wie ob bedeutet. Auch
Objekt des Satzes efscher (vielleicht) ta u ch t, je nach Z usam -
weiter nach vorn stellen: m enhang, h äu fig in dieser V erbindung auf.

Mit dem oito wo fort ir?


mit dem Auto wo fahrt Ihr
W ohin fahren Sie m it dem Wagen?

Du woß wilßt?
du was wilst
Was willst denn du?

wi wie far woß w arum


wo wo woßer was für/w elcher
fun woß wovon

Fragew örter k ö n n en Sie verstärken, indem


Sie ein ■je anhängen: far woß‫־‬je ... ? (w arum
bloß ...?). Am Satzanfang kan n eine verstärkte
Frage lauten: Is woß ... ?. Das b edeutet n ich t
etwa ‫״‬Ist was?“, so n d ern soviel wie was denn j
oder warum denn (m öglicherweise ist hier das ,
is aus ‫״‬iz t“, also ‫״‬n u n “, ‫״‬je tz t“ hervorge-
gangen).

D er E inschub ajo (nicht wahr) ist zu r Einlei‫־‬


tu n g von Fragen gebräuchlich, m uss aber
n icht u n b ed in g t übersetzt werden:

58 acht un fufzik
Ajo, ir sent a ßtudent?
(N icht wahr,) Sie sind Student?

E m otion k o m m t bisweilen auch d ad u rch


zum A usdruck, dass der Fragesatz m it ‫ ״‬., ha?
beendet wird.

In einen Satz, der a u f eine Frage h inausläuft,


k ann nach dem Fragew ort ein un terstü tzen -
des eß oder doß eingebaut w erden (die beiden
sind austauschbar, eß ist etwas häufiger):

Sogt mir, wer eß wil gejn zum taich.


sagt mir, wer es will gehen zum Fluss
Wer m öchte zum Fluss gehen?

Satzbau

Im Allgemeinen können Sie beim Satzbau so


verfahren, wie Sie es vom H ochdeutschen her
gew ohnt sind. So sind U m stellungen am Satz-
anfang, wie sie im Jiddischen h äu fig sind,
zwar weniger aus dem Schriftdeutschen, aber
doch aus der U m gangssprache bekannt, also
Hot e r ... (H at er - statt: Er hat), Is men ... (Ist
uian - statt: M an ist) etc. D er Infinitiv w ird in
her Satzstellung o ft vorgezogen: Ich wil koifn
a bichl. Besonderheiten gibt es n u r beim Fra-
gesatz u n d bei der Verneinung.

nain un fufzik 5 9
Verneinung

Verneinung

V ern ein t w ird im Jidd isch en m it ni(sch)t


(nicht), kejn (kein) u n d on (ohne). Es g ibt
Nicht jeder hierbei kein festes M u ster der Satzstellung,
Verneinungssatz hat häufig aber w ird das V erneinungsw ort direkt
ein ‫״‬kejn“, aber das vor das zu verneinende T ätigkeits- oder
‫״‬ni(sch)t“ sollte H au p tw o rt gestellt. D abei ist die dopp elte
in irgendeiner Form V erneinung üblich, so wie sie auch in anderen
vorhanden sein, deutschen D ialekten vorkom m t.

Sie können die Ei‫ ׳‬hot kejn sach nit gefunen.


Verneinung verstärken, er hat keine Sache nicht gefunden
indem Sie hinter das Er h a t nichts gefunden,
kejn ein schum (da)
hängen. Kejn schum schifl fort in jam nischt arain.
kein da Schifflein fährt in Meer nicht herein
Kein einziges B oot sticht in See.

Das ni(sch)t, k önnen Sie betonen, indem Sie


gor (gar), sejer (sehr) oder biklal (überhaupt)
davorstellen.

Er wejß gornischt.
er weiß garnicht
Er h at keine A hnung.

V erneinungen erfolgen auch mit:

anit falls n ich t


be’ejn oifn nit a u f keinen Fall
in ergez nit n irgendw o/hin
60 sechzik
Verneinung

mer nischt n ich t m ehr


nischt mer n icht m ehr
nischto nich t da
nit wos nichts
nor gornischt m ach t nichts
schoin nicht nicht m ehr
wenn nischt wenn nich t

Um keine der üblichen V erneinungen h and elt


es sich, w enn Sie in einem Satz schir nit
(schier nicht) hören, da es ‫״‬fast“ oder ‫״‬beina-
he“ bedeutet; ähnlich wi nit is (wie n ich t ist),
was soviel wie ‫״‬ü b erh au p t“ heißt; oder wenn
nit wenn (gelegentlich). Auch das wi nit (wie
nicht) stellt lediglich eine V erstärkung dar:
Wenn Sie auf
... schir nit farlorn dem biljet. eine Frage,
... schier nicht verloren das Ticket die Sie gestellt haben,
... beinahe das Ticket verloren. Nu, woden?
(Nun, wo denn?)
Wi hobn sej nit gepruwt. hören, so ist das der
wie haben sie nicht geprüft Form nach zwar
Sie haben es m it aller K raft versucht. eine Gegenfrage,
sie bedeutet aber
H aupt- u n d E igenschaftsw örter w erden ‫״‬Na klarN.
durch die Vorsilbe um- (un-) verneint:

umbahilfik unbeholfen
umbamenscht u n b em an n t
ymbarirlech u n an tastb a r
j umglik Unglück
umongenemkait U nannehm lichkeit
LHmsißt um sonst
ejn un sechzik 6 1
Zahlen & Zählen

‫א‬ alef
Zahlen & Zählen ‫ב‬ beß

UW m Z ahlen zu schreiben, b edient m an sich


im Jiddisch en des hebräischen Systems, bei
‫ג‬
‫ד‬
giml
dalet
‫ה‬ he
dem den B uchstaben bestim m te Zahlenw erte ‫ו‬ waw
Sie können beim zugeordnet werden. ‫ז‬ sajin
Besuch jüdischer Orte N ull lässt sich m it nul oder sero ausdrücken; ‫ח‬ cheß
oftmals auf solche beide W orte k ö n n en m än n lich (der) u n d ‫ט‬ tet
Zahlen treffen, weiblich (di) sein. Ebenso, wie es im H och-
jod
besonders bei deutschen ‫״‬N ullen“ gibt, k an n auch im Jiddi-
Datumsangaben in sehen die M ehrzahl gebildet werden: nuln |‫יא‬ jod-alef
Synagogen, auf bzw. seroß. ‫יב‬ jod-beß
Friedhöfen oder bei Ejnß (eins) ta u c h t n u r beim Z ählen auf. ‫יכ‬ jod-giml
anderen Inschriften. Auch hier sind sowohl die m ännliche wie die ‫יד‬ jod-dalet
weibliche Form möglich; die M ehrzahl lau tet ‫טו‬ tet-waw
ejnßn. In V erbindung m it einem H a u p tw o rt' ‫טז‬ tet-sajin
w erden die G eschlechter folgenderm aßen ‫יז‬ jod-sajin
unterschieden: ejner (m), ejne (w), ejn (s). ‫יח‬ jod‫־‬cheß
‫יט‬ jod-tet

I?
In der folgenden Tabelle fin d e n Sie die ;
Buchstaben m it den entsprechenden W erten
chof
aufgelistet.
lamed
1‫מנ‬ mem
nun
‫ם‬ ßamech
‫ע‬ ajln
‫פ‬ pej
‫צ‬ zadek____

f
;‫ש‬
l<of
resch
schin

62 zwej un sechzik
Zahlen & Zählen
1 Zahlen sind entweder
2 grod (gerade) oder
3 umik (ungerade).
4
5
6
7
8
9
10

11
12
13
14
15
16
17
18
19

drai un sechzik 6 3
Zahlen & Zählen

Grundzahlen - di gruntzoln

1 ejnß 11 el(e)f
2 zwej 12 zwel(e)f; tuz
3 drai 13 draizn
4 fir 14 fertzn
5 fin(e)f 15 fuftzn
6 sex 16 sechzn
7 sibn 17 sibetzn
8 acht 18 achzn
9 nain 19 nainzn
10 zen 20 zwanzik/zwonzik

21 ejn un zwanzik/zwonzik 1
22 zwej un zwanzik/zwonzik
23 drai un zwanzik/zwonzik
24 fir un zwanzik/zwonzik
25 finf un zwanzik/zwonzik
30 draißik
31 ejn un draißik
40 ferzik
50 fufzik
60 sechzik
70 sibezik
80 achzik
90 nainzik

100 hundert; meje


101 hundert (un) ejn(ß)
110 hundert (un) zen
120 hundert (un) zwanzik/zwonzik
200 zwej hundert
300 drai hundert
563 finf hundert drai un sechzik

64 fir un sechzik
Zahlen & Zählen
1.000 toisnt
2.000 zwej toisnt
3.000 drai toisnt
1.000.000 milion
2.000.000 zwej milionen

W ährend bei milion keine V erständigungs-


probleme zu erw arten sind, ist bei miliard u n d
bilion Vorsicht geboten. D enn dort, wo ameri-
kanische E influss herrscht, b ed eu te t biljon
nicht Billion, sondern M illiarde.
Die M ehrzahlen hunderter, toisnter, milio-
nen, miliardn sind m ännlich. Meje (hundert)
allerdings ist, ebenso wie die M ehrzahl mejeß,
weiblich. Tuz (D utzend; Mz: tuzn) ist m änn-
lieh, ebenso wie zendling oder zendlik (Zehn-
schaft; Mz zendlinger, zendliker); diese W orte
werden aber nach einem Z ahlw ort in der Ein-
zahl benutzt.

Is gekumen a zendlik raisnderß.


Lt gekommen eine Zehnschaft Reisende.
Eine G ruppe von zehn T ouristen ist angekom m en.
Zahlen & Zählen

Halb h a t dieselbe B edeutung wie im H o c h ®


deutsch en u n d w ird auch als A djektiv g e ®
beugt. ‫״‬Ein halbes“, ‫״‬eine H älfte“ w ird d u rch ®

66 sex un sechzik 1
Zahlen & Zählen
Einzahl M ehrzahl F o lg t d ie B ru c h z a h l
1/2 helft (w) helftn e in e m Z a h lw o rt, so
1/3 dritl (s) oder dritlech oder b le ib t sie in d e r
dritchejlek (m) dritchalokim E in z a h l: drai fertl
1/4 fertl (s) oder ferdlech oder (d re i V ie rte l).
fertchejlek (m) fertchalokim

Z usam m engesetzte B rüche k ö n n en a u f vie-


lerlei Weise ausgedrückt werden:

- ejn a halb - onderthalb(e)n F ü r 1 1/2 g ib t es fo lg e n d e


‫ ־‬ejn un a halb ‫ ־‬ejn(ß) un a halb(ß) M ö g lic h k e ite n :
‫ ־‬anderthalb(e)n - ejn(ß) mit a halb(ß)

Bei 2 V i ist es schon einfacher: zwej un/m it a


halb(ß) oder drithalb(e)n.
So geht es auch weiter: 3V2 - drai un/m it a
halb(ß) oder ferthalb(e)n.

Weitere Zahlenangaben

erstens ärstnß/rejscheß
zweitens zw ejtnß/schejneß
drittens dritnß/schlischeß
viertens fertnß
fünftens fi(n)ftnß
sechstens sextnß
jje b te n s sibetnß usw.

beide bejde
doppelt tapel(t)
lungefa.hr (m it Zahlw ort) (a) woßere
sibn un sechzik 6 7
Zahlen & Zählen
W enn Sie n ich t allein reisen, w erden Sie Ihren
G espräch sp artn ern m itteilen wollen, zu wie
vielen Sie unterw egs sind:

‫ ־‬zu zweit: salbenand


- zu d ritt: salbdrit usw.

Die G ru pp en g rö ß e anderer k a n n m an auch


wie folgt ausdrücken:

- zwej ire (ihrer zwei)


- drai ire (ihrer drei) usw.

M öchten Sie etwas ü b er V erteilungen aus-


sagen, kö n n en Sie das so tun:

- je zwei: zu zwej
‫ ־‬je drei: zu drai usw.

Mengenangaben & Bestimmungen

z. B. Stück etc. a ca., eine gewisse M enge


abi w er/w oß irgendw er/irgendw as
a ß a ch /a sa ßach viel/soviel
verstärkend zum em ez(er)/epeß jem and/etw as
Hauptwort funt P fund
gorni(sch)t nichts
itlicher/karg, knap jeder/w enig
m oß/sejer a ßach M aß /seh r viel

‫ ״‬Alle“ w ird m it ale, al di/al de, al d oß /ald es


ausgedrückt, ‫״‬die m eisten“ m it (do)ß row.
68 acht un sechzik
Zeit & Datum

Zeit & Datum

W ifl is/halt der sejger?


wie viel ist/hält die Uhr?
Wie spät ist es?

Woß is der zait? Sejger wenn?


was ist die Zeit? Uhr wann
Wie spät ist es? Um wie viel Uhr?

wifl a sejger? um wie viel Uhr?


genoi ejnß a sejger exakt ein U hr
zen minut noch ejnß zehn M in u ten nach eins
a fertl noch ejnß Viertel nach eins
ejn (un) draißik ein U hr dreißig
halb noch ejnß/halb zwej halb zwei
zwanzik minut zu zwej zwanzig M in u ten vor zwei
fufzn minut zu zwej fünfzehn M in u ten vor zwei
a fertl zu zwej Viertel vor zwei
zweje/zwej a sejger zwei (Uhr)

:i° r (s) Jah r


choidesch/monat (beide m), M onat
PI. chadoschim/m onatn
woch (w )/tog (m), PL teg W oche/Tag
scho/m inut/ßekunde (alle w) Stunde/M inute/Sekunde
cre, tkufe (beide m) Ära
dor (m), PL doires G eneration
!.sman, (m) PL smanim Z eitspanne, Semester
__
zait (w)/friling (m), w eßne (m) Jah reszeit/F rühling
sumer (m )/cheschw n‫־‬sumer (m) Som m er/A ltw eibersom m er
[harbßt (m), oßjen (m )/winter (m) H erbst/W inter
nain un sechzik 6 9
■s*2\ Zeit & Datum

wenn? wann?
baitog(ik)/bainacht(ik) tag s/n ach ts
fartog, inderfri m orgens
farnacht, oif der nacht abends
baginen, mitn tog glaich, kajor Tagesanbruch, M orgendäm m erung
fa rm itog/n och m itog/ovent V o rm ittag/N achm ittag/A bend
mitog, halber tog/halbenacht M ittag /M ittern ach t
bejnaschm oscheß (s) D äm m eru n g
haind/haintike zait h eu te/h eu tzu tag e
morgn/ibermorgn m o rg en / überm orgen
nechtn/ej(er)nechtn gestern/vorgestern
in gichl, bekorew/lehabe b ald /k ü n ftig
izt, azind, azund/anumelt jetzt/n eu lich
ale mol, stendik im m er

Die jiddischen B ezeichnungen der internatio-


Eine weitere nal üblichen M on ate weichen vom H och-
Bezeichnungfür den deutschen n u r d arin ab, dass oigußt (August)
Frühling ist farpej- gesagt wird u n d dass der M ärz sowohl marz
ßech (zu Pessach). als auch merz heißt.

Der wiflter is haint?


D er wie vielte ist heute?

Mir hobn haint dem ferzetn juni.


W ir haben heute den 14. Juni.

Wenn is aier geboirn-tog?


W ann ist Ih r G eburtstag?

Ich bin geboirn geworn dem dritn mai im


nainznachzikßtn jor.
Ich bin am d ritte n Mai 1980 geboren.
70 sibezik
Zeit & Datum
Beim Besuch jüdischer O rte steh t m an häufig
vor dem Problem, die angegebene Jahreszahl
in die allgem ein übliche D atie ru n g um zu-
rechnen. D er hebräische K alender zä h lt die
Jahre von der Erschaffung der Welt an, wie sie
von jü d isch en G elehrten errech n et w urden.
Da nach diesem K alender C hristi G eburt, wie
sie dem in tern atio n alen K alender zugrunde-
gelegt wird, u m das Jah r 3760 stattfan d , sind
diese Jahre zu einer Jahreszah l des christ-
liehen K alenders hinzuzuzählen, u m a u f die
Jahreszahl des hebräischen K alenders zu
kom m en; bzw. es sind 3760 Jahre von der jü-
dischen Jahreszahl abzuziehen, u m a u f das
in ternationale Jah r zu kom m en. So fällt der
Beginn des Jahres 2000 in das Jah r 5760 des
hebräischen Kalenders.
Der hebräische Kalender (lu’ech, m), der im
heutigen Ju d en tu m parallel zum christlichen
Kalender (kalendar, m) w eiterg efü h rt wird,
richtet sich nach dem M ond. D a der M ond-
m o n at zw ischen 29 u n d 30 Tagen lang ist,
sind auch die K alenderm onate 29 bzw. 30 Ta-
ge lang. U nd um das 354 Tage lange M ond-
jahr an das S o nnenjahr anzupassen, g ib t es
m nerhalb eines 19-Jahres-Zyklus sieben
Schaltjahre (iberjorn), in denen der Schaltm o-
nat oder zwej eingefügt wird.

In der folgenden Tabelle ist neben der jiddi-


Schen u n d der hebräischen B ezeichnung an-
£egeben, in welchem in tern atio n alen M o n at
der jeweilige hebräische M onat ungefähr liegt.
Zeit & Datum

jiddisch hebräisch ca. Zeit


tischre Tischri S eptem ber-O ktober
cheschwn Cheschwan O ktober-N ovem ber
kißlew Kislew N ovember-Dezem ber
tejweß Tebeth D ezem ber-Januar
schwat Schebat Januar-F ebruar
oder Adar Februar-M ärz
oder zwej Adar II M ärz (Schaltm onat)
nißn N issan März-April
ijer Ijar April-Mai
ßiwn Siwan M ai-Juni
tam es T am m uz Juni-Juli
ow Ab Juli-A ugust
elel Elul A ugust-Septem ber

In einem Schaltjahr werden der M o n at Adar


u n d der folgende S ch altm o n at auch nach den
hebräischen B uchstaben als oder alef u n d
oder bejß b en an n t; ferner trä g t der Schalt-
m o n at die Bezeichnung wejoder (und-Adar).
Alle M onatsn am en (internationale wie jiddi-
sche/hebräische) sowie die N am en der
W ochentage u n d die Bezeichnungen der Jah-
reszeiten sind m ännlich.
D er Tag b eg in n t m it S o n n en u n terg an g
u n d er en d et m it S o n n en u n terg an g , nach
dem Bibelwort: ‫( ״‬...) D a ward aus A bend u n d
M orgen der erste Tag.“ (1. M ose 1, 5). Auch
nach der Bibel endet die Woche m it dem
schabeß, dem siebenten Tag. Die Bezeich-
n u n g en der an d eren Tage stam m en jedoch
aus dem D eutschen:

72 zwej un sibezik
Zeit & Datum J |
suntik Sonntag
montik M ontag
dinßtik D ienstag
mitwoch M ittw och
donersch’tik D onnerstag
fraitik Freitag
schabeß S onn ab en d / Sam stag

mit a choidesch zurik mit finef jorn zurik


mit einem Monat zurück mit fünf Jahren zurück
vor einem M onat vor fü n f Jahren

ober un wider in a woch arum


aber und wieder in einer Woche herum
im m er wieder in /n ach einer Woche

in fir minut* arum *Nach einem Zahlwort


in vier Minuten herum wird nicht die
in/nach vier M inuten Mehrzahl (minutnj
benutzt, sondern die
ejder wos un wenn in m eschech fun Singularform.
ehe was und wann in Dauer von
ehe m an sich versieht w ährend

Feiertage

Im jüdischen Leben spielen die Feiertage eine


wichtige Rolle. Es gibt biblische u n d traditio-
nelle Feste; erstere sind heilig u n d oftm als m it
dem V erbot der A rbeit verbunden. Jeder
siebte Tag, der schabeß (S chabbat/S abbat),
ist feierlich zu begehen. Von Freitagabend bis

drai un sibezik 7 3
Zeit & Datum
Sam stag ab en d soll g e ru h t werden; auch
Feuerm achen ist verboten. Die h o h en Jahres-
feste sind (3. Mose 23):

pejßech Pessach/Passah
15. - 21. N issan
schwu’eß Schawuot, W ochenfest
6. Siwan
roscheschone Rosch H aSchana, N eujahr
1. Tischri
jom kiper Jom Kippur, V ersöhnungstag
10. Tischri
ßukeß Sukkot, L aubhüttenfest
5. 22 ‫־‬. Tischri

Die eintägigen Feste sowie der erste u n d letz- ;


te Tag der längeren Feste sind h ohe Feiertage,
an denen das V ersam m lungsgebot m it Got-
tesdiensten befolgt wird. A ußerhalb Israels
wird an Pessach u n d Schawuot noch ein wei-j
terer Tag angehängt. Um Ih ren G astgebern ‫י‬
keine Problem e zu bereiten, b eachten Sie .‫׳‬
b itte speziell zu Pessach die Speise-
vgl Kapitel Vorschriften. Die zehn B ußtage vom 1. - 10.
‫״‬Essen & Trinken“ T ischri werden m it dem Blasen des schoifer
(Schofar, W idderhorn) eingeleitet. W enn Sie
Jom K ippur in Israel verbringen, seien Sie dar-
a u f gefasst, dass G eschäfte u n d R estaurants ^
geschlossen sind u n d jeglicher Verkehr ru h t.
Das Land d a rf n ich t einm al überflogen wer-
den. D er Tag w ird streng beachtet, u m die
Sündenvergebung zu erlangen (3. M ose 16).
Zu den kleineren Festen zählen:
74 fir un sibezik
Zeit & Datum
ßimche toire (Simchat Thora, Thora-Freude)
23. Tischri, der Tag, an dem
die Lesung der T h o ra beendet
ist u n d m an wieder von vorn
anfängt
tische bow (Tischa beAw, 9. Aw),
ein Fasttag, an dem der
Z erstörung des Tempels
gedacht wird.

Weitere traditionelle Feste sind:

1chanike (C hanukka), das achttägige


Lichterfest (25. Kislew -2. Tebet)
u n d das Freudenfest zur
E rrettung des Volkes (s. Esther)
Purim (hier stim m t die jiddische
Aussprache ausnahm sw eise m it
der hebräischen u n d der hoch-
deutschen überein) am 14. Adar
i— - (im Schaltjahr: Adar II).________
finf un sibezik
76 sex un sibezik
Religion

Religion

I m Jiddischen haben ‫״‬jü d isc h “ u n d ‫״‬jid-


disch“ dieselbe Bezeichnung. Religion ist das
zentrale M o m en t jü disch en Lebens. O hne
sie gäbe es w ohl keine jid d isch en Sprach-
gem einschaften, zum al K ultur u n d Sprache
eng verbunden sind. Es ist deshalb n ich t ver-
w underlich, dass die G ottesb ezeich n u n g
eine Sonderstelle in der Sprache einnim m t.
Seien Sie hier in G esprächen besonders rük-
ksichtsvoll: D er in hebräischen Texten ge-
schriebene G ottesnam e d a rf n ic h t ausge-
sprochen werden! Wo er a u fta u ch t, w ird
Adonai (Herr) gelesen. Auch w enn lateini-
sehe B uchstaben verw andt werden, ist m an
h äu fig d a ra u f bedacht, keinen Fehler zu
m achen u n d schreibt bew usst unvollständig:
G’tt. Bei diesem R espekt g ib t es im Jiddi-
sehen entsprechend viele U m schreibungen
wie z. B. sain Über nomen (sein lieber Name),
Almechtiker (Allmächtiger) oder Baschefer
(Erschaffer, Schöpfer).

i Das Ju d en tu m k ann ohne die Bibel n ich t


verstanden werden. W enn Sie also Einblick

‫יי‬
in die religiöse G rundlage haben m öchten,
so erhalten Sie ihn dort. Jüdischer G laube ist
geprägt von der Sicht einer selbstverständ-
liehen H eiligkeit. N ich t zu letzt das bedin-
gungslose Festhalten an der Religion, ange-
fangen m it der Z eitrechnung, die bei der

sibn un sibezik 7 7
E rschaffung der Welt einsetzt, ü ber die
B eachtung der N ahrungsgebote bis zu r strik-
ten E in h altu n g der R uhetage h a t im V erlauf 1
der G eschichte im m er w ieder zu Hass- 9
ausb rü ch en der U m gebung g eführt. Auch |
heute stag n iert die A kzeptanz o ft im Bereich 1
von Lippenbekenntnissen. Versuchen Sie sich 1
als G ast in dieser K ultur klarzum achen, wie I
schwer es ist, die Religion zu praktizieren, 1
w ährend die ‫ ״‬aufgeklärte“ G esellschaft dies 1
wie eine Zw angsneurose betrachtet. Wer z. B. 1
F reitagabend eine A rbeit abb rich t, weil der 1
S chabbat beginnt, oder a u f einer Feier die 1
schw einshaltigen Speisen ablehnt, k an n n icht J
im m er V erständnis von seinen M itm enschen 1
erw arten. Jüdischer G laube h a t in unserer ach ■
so to lera n te n G esellschaft m it ihrer Reli‫■־‬
gionsfreih eit nach allem, was p assiert ist, ■
im m er noch einen schw eren S tand. Offene J
G espräche können Sie n u r erw arten, wo Ver-B
ständnis die G rundlage bildet. W enn Sie Re‫■־‬
spekt vor dem R espekt vor G o tt aufbringen
u n d Ihre G espräche sensibel führen, w ird sich
Ihnen eine h öchst interessante Welt au ftu n . ■
N eben der Heiligen Schrift gibt es den T a lB
m u d oder genauer die beiden T alm udim (Ja ®
rusalm i, in Jerusalem en tsta n d en , u n d den
um fangreicheren Babli, im Exil e n tsta n d e n )®
H ier fanden die A uslegungsdiskussionen ih ®
ren N iederschlag. Auch heute werden religio®
se E ntscheidungen w eiterhin von den Rabbi-■
n aten getroffen. D iesen nachbiblischen In ‫■־‬
stanzen w ird m indestens soviel A u to rität
(wenn n ich t noch m ehr) eingeräum t wie der
Bibel selbst. Allerdings gibt es auch israeliti-
sehe G laubensgem einschaften, die den Tal-
m ud n ich t akzeptieren, wie etwa die Karäer.
Das israelische O b errab b in at andererseits
stellt das Ju d e n tu m derjenigen in Frage, die
den aktuell als gültig erklärten R itus n ich t be-
folgen (und etwa eine Orgel im G ottesdienst
einsetzen). Bereits die D efinition, wer Jude sei,
wird von rabbinischer Seite enger gefasst als
es im Alten T estam ent geschieht. D enn d o rt
sind die Israeliten misera awrom jizehok we-
ja’akow, N achkom m en A braham s, Isaaks
und Jakobs. In der heute üblichen D ogm atik
hingegen ist n u r derjenige Jude, dessen M ut-
ter Jü d in ist - eine Praxis, die verm utlich a u f
die Zeit der Kreuzzüge zurückgeht. Allerdings
ist diese Regelung von einer einschließenden
zu einer ausschließenden gewandelt. D a die
Hälfte der aus M ischehen stam m enden Kin-
der dam it aus der R eligionsgem einschaft aus-
geschlossen werden, gibt es viele Betroffene,
die allenfalls über eine form ale Konversion
eine A ufnahm e erwirken können - ein schwie-
riger u n d langwieriger Weg, den zu beschrei-
ten viele n ic h t einsehen. Auch in der jiddi-
sehen L iteratur können Sie kritische Anspie-
hingen zu diesem Problem finden - schauen
Sie sich mal einige Gedichte Itzik M angers an.
Im O stju d en tu m h atten sich zwei Schwer-
punkte herausgebildet: Im B altikum das eher
dogm atische Ju d e n tu m der Litwakn, dessen
Schw erpunkt in Wilne (Vilnius) lag, u n d als
W Religion
Gegengewicht der weiter südlich beheim atete
C hassidism us, in dem a u f die W ichtigkeit der
N ächstenliebe u n d der Freude hingew iesen
wird. N achdem in der Shoah ein großer Teil
der osteu ro p äisch en Ju d en erm o rd e t war,
herrschte d o rt fü r einige Jah rzeh n te der Korn-
m unism us, u n d das O stju d en tu m lebte vor-
nehm lich in anderen L ändern - in Amerika,
in Israel - weiter. D o rt lassen sich die beiden
früheren A usprägungen n ich t m ehr regional
u n d auch p rak tisch n ic h t m eh r im öffent-
liehen E rscheinungsbild unterscheiden. Die
Leute, die jetzt die oftm als m useal wirkende
T racht anlegen, grenzen sich eher von denen
ab, die g rundsätzlich weniger Gewicht a u f die
D ogm atik legen u n d m o d ern leben. Aber
auch eine solche Zweiteilung wäre zu einfach, <
Es gibt, besonders in Amerika, viele Reform-
gem einden, die einige der starren R iten abge-
schafft haben. Auch schließen z. B. m ehr als
die H älfte aller jüdischen US-Bürger die Ehe
m ittlerw eile m it einem n ichtjüdischen Part-
ner. So k o m m t es auch zu einem ökumeni-j
scheren R eligionsverständnis: Inzw ischen
gibt es - in O steuropa, A m erika u n d Israel ‫־־‬
n ich t wenige m essianische Ju d e n u n d
G em einden, die in dem Rabbi Jeschua (Jesus)
den M eschiach (Messias) sehen, ohne
d adurch das Ju d en tu m aufzugeben. Vielmehr
weisen sie im interreligiösen D ialog a u f die
jüdischen W urzeln des C h risten tu m s hin. <
D er jüdische Alltag ist, wo der Religion ent- ;
sprechende B edeutung beigemessen wird, von
80 achzik
der E in h altu n g der G ebetsvorschriften be-
stim m t. D er Tag wird m it dem M orgengebet,
dem schachreß begonnen. Es folgen weitere
Gebete bis zum N achtgebet. Diese Gebete
werden m eist ausw endig leise gesagt oder aus
dem ßider, dem G ebetsbuch, abgelesen. Im
Gegensatz zum C hristentum ist selbstständi-
ges Beten, d. h. m it eigenen W orten, weniger
anzutreffen. Viele der B etenden wiegen sich
rhythm isch, weil die F orderung, G o tt m it
aller Kraft anzubeten, nach ihrer Ü bersetzung
‫״‬m it allen K nochen“ bedeutet. Z um Gebet
wird in der Regel der taleß (der Tallith, das
G ebetstuch) getragen. Eine K opfbedeckung
ist Pflicht, üblicherweise ist dies das kapl (die
Kippa, das Käppchen).
So sollten Sie keinesfalls als M ann m it un-
bedecktem K opf eine Synagoge betreten. Als
Frau m üssen Sie, sofern die T radition einge-
halten wird, w ährend des G ottesdienstes a u f
der Galerie oder zum indest in einer eigenen,
von den M än n ern g etren n ten A bteilung
sitzen. Frauen tragen weder Tallith noch Kip-
pa (einzelne A usnahm en gibt es in Reform -
gemeinden). Auch von vielen weiteren religio-
sen V orschriften sind Frauen ausgenom m en.
Aber drängen Sie einer Jü d in keinen Hände-
druck u n d auch sonst keine B erührung auf,
es sei denn, sie geht a u f Sie zu, u n d nehm en
Sie n u r Platz, wenn er Ihnen angeboten wird.
Denn falls sie gerade ihre M en stru atio n hat,
befindet sie sich (ebenso wie alles, w o rau f sie
gesessen oder gelegen hat) im Z u sta n d der
f Religion
U nreinheit, der nach A blauf von sieben Tagen
m it der Mikwe, dem ritu ellen Bad (hierher
stam m t die christliche Taufe), beendet wird.
Als Frau verstehen Sie daher bitte auch, wenn Ju-
den Ihnen zunächst zögerlich begegnen. Auch
Lesen Sie hierzu M änner können körperlich unrein werden, hier
3. Mose, Kap. 15. gelten dann entsprechende Regelungen.

alia machn ins G elobte Land


ausw andern
bentschn segnen
briß, m Beschneidungsfeier
chet, m; PL chato’im Sünde
chored, m; charejdim streng gläubiger Jude
choßed, PL chßidim Chassid
abwertend daitschun deutscher Jude
dawenen beten
drösche, w Predigt
em eße weit, w die künftige Welt
gan-ejdn, m Paradies
gehenem , s Hölle
gemore, w Talm ud(text)
g e ’ule, w A n kunft des Messias, |
E rlösung
goi/goje (PI. gojim) N ich tju d e/N ich tjü d id
halacha/haloche, w den relig. Vorschriften!‫־‬
entsprechender
Lebenswandel
kidesch, m Feiertags-D ankgebet
vor dem Essen
kippa, w K äppchen
kloißter, s Kloster

82 zwej un achzik
kojen A ngehöriger der
Religion
w
Priestersippe
machser m, G ebetsbuch für
PL machsoirim Festtage
malech m Engel
mechaje-mejsim Auferstehung der Toten
menoire w siebenarmiger Leuchtei
meschiach m Messias
me sc hume d /‫־‬eßte g etau fte/r Ju d e/Jü d in
m esuse w D enkzettel-B ehälter
am T ürpfosten
mikwe w rituelles Bad
mile w B eschneidung bei Unreinheit
mußulman M oslem
nefesch s, PL nefascheß Seele
nejder m, PL nedorim G elübde
novi, PL nevim Prophet
oißlejser m; gojel m Erlöser
orl/erl m, PL arelim U nbeschnittener, abwertend
N ichtjude
pejeß w PL Schläfenlocken
pejresch m, religiöse Auslegung
PL pejruschim eines Textes
plischti/-m; kreti/-m Philister/Palästinenser Singular/Plural
poipß Papst
poßel unrein
rebe m, Rabbi (chassid.),
PL rebejm/rebeß jüd. Lehrer
r°w m, PL rabonim Rabbi
schaitl m /s jüd. Frauenperücke
PL schaitlen zur K opfbedeckung
^??hejgetß, PL schkozim nichtjüd. Junge abwertend

drai un achzik 8 3
■Fr Religion

schickß(e) nichtjüdisches
M ädchen
schul w Synagoge
sindiker Sünder
straiml s, festliche Pelzm ütze
PL straimlen
ßider, m; PL ßidurim G ebetsbuch
taiwl, m Teufel
taleß, m G ebetstuch
talmed (Talm ud-)Schüler
tfiln, m, PL G ebetsriem en
trejfe u nrein (bes. N ahrung«
zadek, m from m er Jude
zejlemen___________ sich bekreuzigen |

Die Mehrzahl von jid Die feierliche E in fü h ru n g des 13‫־‬jäh rig en


(Jude), jidn, ist ohne Jungen in die G em einde h eiß t bar-mizwe. Für
Artikel zu benutzen. M ädchen w urde diese Z erem onie, die d an n
In den Fällen, wo alle baß-mizwe heißt, erst im 20. Ja h rh u n d e rt ein-J
Beteiligten jüdisch sind, gerichtet.
hat jidn auch die
Bedeutung von W enn Sie erst einm al bakantschaft (Bekannt- {
‫ ״‬Leute schaft) geschlossen haben, w ird das T hem a
Sprache sicherlich sehr ergiebig sein, u n d Sie
kön n en sich vieles gegenseitig oißtaitschn
Es kommt bei den (erläutern). Von Ihrem jiddischsprachigen Ge-
Gastgebern gut an, sp räch sp artn er w ird d an n viel Interessantes
wenn Sie für solche zu seiner mameloschn (M uttersprache) zu er-
Gelegenheiten fahren sein. Vielleicht w erden Sie auch als
matone (Geschenke) oirech (Gast) oder, w enn Sie n ic h t allein
als kleine Geste reisen, als orchim (Gäste) eingeladen. Solche
der Aufmerksamkeit E inladung en auszusprechen, ist besonders j
dabei haben. nach dem G ottesdienst am Schabbat üblich. 1
84 fir un achzik
Begrüßen & Verabschieden1
w
Begrüßen & Verabschieden

l ^ i e höfliche Anrede erfolgt im Jiddischen


n icht in der 3., sondern in der 2. Person der
M ehrzahl:

ir Sie
aich Ihnen
aier (bagaj) Ih r (Gepäck)

Erst bei n äherer V ertrautheit kan n , wie im


H ochdeutschen, zu r 2. Person der E inzahl
gewechselt werden.

A gutn morgn! A gutn tog!


einen guten Morgen einen guten Tag
G uten Morgen! G uten Tag!

A gutn ownt! A gute nacht!


einen guten Abend eine gute Nacht
G uten Abend! G ute N acht!

Für diese verschiedenen G rüße g ibt es auch Dieser Gruß


einen allgemeinen G ruß, der ru n d um die U hr beschließt auch den
‫ ־־‬zu r B egrüßung wir zu r V erabschiedung - Freitagabend-Gottes-
gesagt w erden kann: A gut jor! (Ein gutes dienst. Geht man am
J3‫־‬Er!) Samstag auseinander,
Freitag u n d Sam stag (diese Bezeichnung ist so wünscht man
übrigens aus ‫״‬Sabbat“ entstanden) g eh ö rt es sich zusätzlich
zum guten Ton, dass m an sich gut schabeß a gute woch
(guten Sabbat) w ünscht. (eine gute Woche).
finf un achzik 8 5
Begrüßen & Verabschieden
w
beg rü ß en / bagrißn/
em pfangen gebn scholem
einladen farbetn
Em pfang kaboleß-ponim, m /s
G eschenk geschank
W illkom men! barüch habä!
w illkom m en heißen mekabl (ponem) sain
Abschied gesegenung
(sich) verabschieden gesegnen sich

H ier geb rau ch t m an den ebenfalls aus dem


H ebräischen stam m enden G ruß Scholem alej-
Der hebräische chem! (Friede m it Euch!). Die A ntw ort hier-
Willkommensgruß a u f lautet: Alejchem scholem!
baruch haba ist in
Israel und teilweise in Eine herzliche A nredeform b este h t darin,
Amerika üblich, in dass ein (e)nju an das H au p tw o rt angehängt j
Osteuropa weniger. wird:

mumenju! liebe Tante!


sunenju! lieber Sohn! 1

Ebenfalls in liebevollen A nreden k a n n -lebn


(‫־״‬Leben“) angehängt werden:

Sie drücken damit aus, mame-lebn tate-lebn


dass Ihnen die oder Mutter-Leben Vater-Leben
der Angeredete liebe M u tter lieber Vater
lieb wie das Leben ist.
In verstärkter Form Sol aich got schoimer un mazll sain!
können Sie -nju lebn möge Euch Gott Hüter und Retter sein
anhängen. Sei/d gesegnet!
86 sex un achzik
Begrüßen & Verabschieden
9 A broche oif aich! Sai mazli’ech!
ein Segen auf euch sei erfolgreich
Sei/d gesegnet! Viel Erfolg!

Beim A bschied sagt m an Leb gesunt! bzw.


kan n m an heu te noch Reste des West-
jiddischen hören (z. B. bei niederschlesischen
Sprechern):

9 Laab gesunt! S a i/t gesunt!


leb gesund sei/d gesund
Lebewohl! L eb/tw ohl!

9 Lomir sich bagegenen oif ßimcheß.


lass/t uns sich begegnen auf Freuden
M ögen wir uns bei frohen G elegenheiten
Wiedersehen.

Lang lebn solt ir! A gesunt in dir!


Langes Leben! Bleib gesund!

Masel tow!
Glück gut
Glückwunsch!

A ußerdem k ö n n en Sie zum Verabschieden


dieselben W örter benutzen wie bei der Begrü-
ßung (s. o.). Ein saloppes ‫ ״‬ciao!“ oder
‫־‬,tschüss!“ k e n n t das Jiddische nicht. Es
würde leicht als O berflächlichkeit, als herz-
lose D istanz gedeutet. Zu allen Gelegenheiten
können Sie auch den hebräischen G ru ß
Schalom! (Friede) verwenden.
sibn un achzik
Das erste Gespräch
*
Das erste Gespräch

W.f er ein G espräch anfangen will, k an n


sagen: Woß hert sich? (Was h ö rt sich?). Die
übliche A ntw ort d a ra u f lau tet zunächst: Woß
sol sich hern? (Was soll sich hören?), was aber
n icht als abweisend zu verstehen ist; vielm ehr
ist dies die G elegenheit, sich Z eit fü r eine
Plauderei zu nehm en.

Lomir sich bakenen!


lass(t)/lassen Sie uns bekanntwerden
M achen wir uns m iteinander bekannt!

Wi hejßt ir? Ich h e jß ...


wie heißt Ihr ich heiße...
Wie heißen Sie? Ich h e iß e ...

Wi is doß gesunt? Oißgezejchnt.


wie ist das Befinden ausgezeichnet
Wie geht es Ihnen? Ausgezeichnet.

Nischkosche. ßis kalt oifn harzn.


gedrückt cs-ist kalt a u f m Herzen
Es geht. Ich fühle mich
(psychisch) n ich t gut.

Wi alt sa it/sen t ir? Ich b in ...


wie alt seid Ihr ich b in ...
Wie alt sind Sie? Ich b i n ...

88 acht un achzik
Das erste Gespräch
Zu einem M ann: Zu einer Frau:

Sait ir bawaibt? Sait ir bamant?


seid Ihr beweibt seid Ihr bemannt
Sind Sie verheiratet? Sind Sie verheiratet?

9 Ich bin frailejdik. Chaßene gehat.


ich bin freiledig Hochzeit gehabt
Ich bin ledig. Ich bin verheiratet.

9 Hot ir nochwukß? Mir hobn a jingl/a mejdl/... kinder(lech).


habt Ihr Nachwuchs W ir haben einen Ju n g en /ein M ädchen/
Haben Sie Kinder? ... (kleine) Kinder.

9 Izt, woß tut ir? Wu woint ir?


jetzt was tut Ihr wo wohnt Ihr
Was m achen Sie gerade? Wo w ohnen Sie?

Möglicherweise w erden Sie gefragt, aus wel-


chem Land Sie stam m en oder w oher Sie a u f
Ihrer Reise gerade kom m en: Anstatt wanet ist auch
die Form wanen in
Fun wanet sait/kim t ir? Gebrauch (als Gegen-
von wo seid/kommt Ihr stück zu danen, vgl
Woher sind/k om m en Sie? hochdt. ‫ ״‬von dannen “).

Wuhin gejt ir azint? Ich gej zu der achßanje.


Wohin gehen Sie jetzt? Ich gehe zu r Herberge.

Mir forn ahejm. Mir forn kejn lite.


vWr fahren nach Hause. W ir fahren nach Litauen.

nain un achzik 8 9
(^ ) Das erste Gespräch

Die weiblichen
Berufsbezeichnungen A wakanzije?
werden in der Regel ein Urlaub
gebildet, indem -in, im A uf Urlaub?
slawischen Umfeld -ke
und in der lockeren Kein wakanzije nischt, mir forn arbetn.
Umgangssprache ‫־‬sehe kein Urlaub nicht wir fahren arbeiten
angehängt werden. N icht a u f Urlaub, so ndern dienstlich.

Was sind Sie von Beruf? Woß is aier fach?


Ich b i n ... Ich b in ...
A ngestellte/A rbeiter(in) ongestelte(r)/arbeter, arbetorin
Bauer/Beam te(r) poier (PL poirim)/ba’amte(r)
Fleischer kazef
Friseur/G ärtner parikmacher. scherer, frisirer/gertn
K aufm ann/K ellner ßoicher/ßarwer
K lem pner/Ladenbesitzer blecher/kremer
Lehrer/M aler lerer/farber
M aurer/M eister moi’erer/mejnßter
Reiseleiter/Schriftsteller wegwaiser/schraiber
S ekretär(in)/Soldat ßekretar(-in/‫־‬k e/-sch e)/seln er
S tew ard(ess)/Student ßtu’erd(ke)/ßtudent
90 nainzik
Das erste (
Auch über das W etter ko m m t m an leicht ins
G espräch - eine ideale Gelegenheit, Konver-
sation zu üben.

Wi is eß in droißn? Der himl is a bejser.


wie ist es im draußen der Himmel ist ein böser
Wie ist das Wetter? Es sieht bedrohlich aus.

p Nischkoschedik. Worem un sunik.


gedrückt-lich warm und sonnig
Erträglich. W arm u n d sonnig.

Izt waisen sich stiklech wolkn oifn himl.


jetzt zeigen sich Stückchen Wolken aufm Himmel
Es ziehen einige Wolken auf.

bew ölkt/D onner/ farwolknt/duner, m /


do n nern dunern
G ew itter/H agel/ geduner, s/hogl, m /
hageln hoglen
Nässe/Nebel nez, w/tum an, m
regnen (leicht/heftig) sprejen/chljapen
regnerisch/Schauer regndiK/ßchum regn, m
Schlam m / schlam m ig blote, w/blotik
Schnee/ Schneesturm schnej, m/saweruche, s
S onne/sonnig sun, w /sunik
Sprühregen regndl, s; sprejregn, m
Tau/ trocken roße, w; toi, m/trukn
vereist/warm faraisikt/warem
w ehen/W etter blosn/weter, m______

hin anderes beliebtes G esprächsthem a, das


Me K ontakte vertiefen hilft, sind die
Terw andtschaftsbeziehungen.
Das erste Gespräch

A ngeheiratete(r) m echutn/
m echuteneßte (m/w)
Baby ejfele, s
B raut/B räutigam kale/ch osen
E ltern tate-mame
gehoben: eitern
Enkel ejnikl, s
Familie mischpoch, w
F reundin moid, w
G roßeltern sejde-bobe
G ro ß m u tte r/‫־‬vater bobe/sejde
Junge jingl, m /s; (kl.)
jingele, s; boitschik, m
M ädchen mejdl (PL mejdlech); |
(kl.) mejdele, w
maminke/mame
gehoben: muter M am a/M u tter
N effe/N ichte plimenik/ plimenize
bobinke/sejdinke
O m a/O p a
Papa tatinke
Schwager/ schw oger/
Schwägerin schwegerin
Schw iegerm utter/ schw iger/
-vater schwer
Schw iegersohn/ ejdem/schnur
(Pl. schnir/schnurn)
-tochter
Sohn sun (PL sin)
Tante mume
täte
gehoben: foter Vater
verlobt farknaßt
V erwandter ejgener; korew
foroißgejer/firgejer, m
V orfahr
joßem, m; jeßoime, w
Waise (m/w)

zwej un nainzik
Unterwegs
Hier noch einige Vokabeln zu einem Them a, Um Missverständnisse
a u f das Sie verm utlich auch in einem länge- zu vermeiden, sei
ren Gespräch kom m en werden: darauf hingewiesen,
iberlebn ‫ ״‬er/e-
Flüchtling polet, m; PL plejtim £‫׳‬en “ oder auch ‫״‬sich
H olocaust churbn, m/katastrof, wy aufregen “ bedeutet.
ola, w /oile, w / Es könnte also zu
scho’e, w/umkum, m Verwechslungen mit
K onzentrationslager kazet, m; dem hochdeutschen
konzentrazi’e lager, m Wort‫״‬überleben“
Nazis nazißtn kommen.
Überlebende(r) lebn geblibne(r)

Unterwegs
mß as T ram pen ist von allen Fortbewegungs-
arten diejenige, bei der m an am besten m it der
anderen K ultur in K ontakt kom m t. Die Ge-
spräche sind m eist viel intensiver als in öf-
fentlichen V erkehrsm itteln, u n d n ich t selten
wird m an eingeladen oder schließt B ekannt-
schäften. N atürlich gelten überall die üb-
liehen Vorsichtsregeln - besonders für Frau-
en - zu wem m an einsteigt, in welcher Situa-
tion m an sich vorn oder h in te n h insetzen
sollte etc.

drai un nainzik 9 3
Unterwegs

fliegen fli’en (mitn fliwarg) |


hinfliegen farfli’en
hinfahren farforn
m it dem S chiff fahren forn mit der schif
m it dem Z ug fahren forn mit der (aisn)ban
zu F uß gejendik
m it einem forndik
T ranspo rtm ittel_________________________ J
mitforn bechinem
mitfahren zu-umsonst
tram pen

betn a neßi’e (oifn weg)


bitten eine Reise (auf dem Weg)
per A nhalter fahren

Zi ir kent mir derwaisn dem derech/w eg?


ob Ihr könnt mir zeigen den Weg
K önnen Sie m ir den Weg erklären?

Ich wil g e jn ... Ich w ill... gehen.


‫ ־‬kejn . nach ... (Land, Stadt)
‫ ־‬noch ... n a c h ... (um etwas zu holen) j
■zu... z u ... (bestim m te/s Person/
Objekt)

geradeaus glaich
nach links oif linkß
h in a u f aroif
zurück zurik
nach rechts oif rechtß
h in u n te r arop
94 fir un nainzik
Unterweg!
9 Wu fort op der oitobuß kejn ...?
wo fährt ab der Bus gen ...
Wo fäh rt der Bus nach ... ab?

9 Der dosiker oitobuß fort kejn ...?


dieser Bus fährt gen ...
Ist das der Bus nach ...?

9 Mir darfn/ich darf ibersezn sich?


wir müssen/ich muss umsteigen
M üssen w ir/m uss ich umsteigen?.

Wenn Sie wissen wollen, wie weit es noch zu Sie können erwarten,
einem b estim m ten Ziel ist, fragen Sie: Eß is dass Ihnen auf diese
noch wait b is ...? Frage nicht mit ja/nein
geantwortet wird,
Auch wollen die gehetzten M enschen der In- sondern dass man
d u strie k u ltu r ihre Zeit genau verplanen. Ihnen Näheres zu der
Wenngleich dies für viele andere eher wie eine Entfernung zum Weg
m erkwürdige A ngew ohnheit erscheint, kön- und zu Dingen, die
nen Sie vorsichtig versuchen, etwas über die dabei zu beachten sind,
Fahrzeit zu erfahren, die Sie noch einzukal- erläutert.
kulieren haben: Wifi zait darf men noch forn?
(wie viel Zeit braucht man noch fahren). Planen
Sie aber bitte auch hier genug Zeit m it ein -
für ein Gespräch, für m ehr als ein Lächeln, für
das H ören u n d für das Erzählen.
D ann die Sehensw ürdigkeiten. Besonders
1n O steuropa d a rf m an kaum d am it rechnen,
dass nachvollziehbar ist, sie ‫״‬ab h ak en “, also
schnell gem äß der touristischen P flicht kon-
sum ieren zu wollen. Probieren Sie es m it der
2aghaften Frage:
finf un nainzik 9 5
^ 5 ^ Unterwegs
Seien Sie offen für die Dortn wet sain interessant?
persönliche Meinung dort wird sein interessant
ihres Gesprächs- G ibt es d o rt interessante Sehenswürdigkeiten? 1
partners. Wenn es
seiner Meinung nach Selbstverständlicher ist es allerdings, wenn Sie
Sehenswertes gibt, wird bei einem ö ffentlichen V erkehrsm ittel die
er es Ihnen schon A bfahrtszeit erfragen:
sagen. Wenn nicht,
dürfen Sie ebenfalls Wenn forn mir aroiß?
mit einer Begründung wann fahren wir heraus
rechnen. W ann fahren wir ab?

D am it Sie Ih r Ziel n ic h t verpassen, können


Sie den Busfahrer, den Schaffner oder einen
M itreisenden bitten:

Sogt mir bite, wenn ich darf aroißgejn.


sagt mit bitte, wann ich muss herausgehen
Sagen Sie m ir bitte Bescheid, wenn ich aus- 1
steigen muss.

Taxi! ‫ ־‬Ich wil forn zu ...


Taxi - ich will fahren zu
Taxi! ‫ ־‬Fahren Sie mich n ach /z u ...

Sait asoi gut, ir darft opsteln sich do.


seid so gut, Ihr sollt anhalten hier
H alten Sie bitte hier.

Mir senen do.


wir sind da
W ir sind da.

96 sex un nainzik
Unterwegs ^/3^
9 Wu gefint men di noentßte garaj/oitowarstat?
w o findet man die nächste Garage/Autowerkstatt
Wo ist die nächste W erkstatt?

Konßtu/kent ir mir/unds helfn?


K annst d u /k ö n n en Sie m ir/u n s helfen?

Gißt arain... Liter.


gießt herein... Liter
Füllen Sie bitte ... Liter ein.

tanken/ganz voll onfiln/farful


au fp u m p en / onpom pen/
reparieren farichtn
Inspektion______arumkuk, m; durchkuk, m

A bfahrt opforn, s
A bsperrung opzoim, m
anhalten blejbn stejn
anschnallen farschnoln
Batterie baterje, w
befahrbar/ durchforewdik/
,begehbar durchgejewdik

sibn un nainzik 9 7
^ 3 ^ Unterwegs

Bremse tormas, m
durchdrängeln, sich durchsparn sich
D urchreisende(r) durchforer(n)
E inbahnstraße hingaß, w
Fahrrad rower, m
weloßiped, m
bizikl, m
Gefälle bargaroif/bargarop, m
gem ietet gedungen
geöffnet/geschlossen g e ’efnt/farm acht
Hafen hawn, m
Haltestelle ßtanzje, w
K otflügel blote-fligl, m
langsam er werden farparmeiechn sich
Park, kleiner ßedl, s
Parkplatz stej-ort, m
Reifen gumi-reif, m
R eifenpanne ainstoch, m
Reise arumforn, s; raise, w
Sackgasse farhak, m
Schaden hesek, m, PL hesejkeß
spazierenfahren durchforn sich
steil stozik
Straßenecke rog, m
Ufer breg, m
um kehren farkärewen
um steigen ibersezn sich
Unfall umglik, s
Z en tru m zenter, m |
Z erstörung, churbn, m
T rüm m er PL churboneß

98 acht un nainzik
Unterkunft

Unterkunft

W o schloft dan ir?


wo schlaft denn Ihr
Wo übernachten Sie?

9 Ich such/m ir suchn noch wi zu ibernachtn.


ich suche/wir suchen noch wie zu übernachten
Ich suche/w ir suchen noch eine U nterkunft.

^ Mir wiln ainordnen sich in a panßion


wir wollen einordnen sich in einer Pension
Wir m öchten in einem G ästehaus absteigen.

Kent ir mir sogn a wolwl/laitisch hotel?


Könnt Ihr mir sagen ein billiges/angesehenes Hotel
Können Sie m ir ein preisw ertes/gutes H otel empfehlen?

Zi hot ir a frajer ejnortiker/zwejortiker numer fa r ... teg?


ob habt Ihr eine freie ein-Platz/zwei-Platz Nummer f ü r ... Tage
Haben Sie ein freies Einzel‫־‬/D o p p elzim m er fü r ... Tage?

kent ir mir/unds derwaisn dem cheder/zimer?


könnt Ihr mir/uns zeigen das Zimmer
Können Sie m ir/u n s das Z im m er zeigen?

Wu/wer is der bal-achßanje?


w°/wer ist der Herr-Herberge
W /
wo/wer ist der Herbergsvater?

nain un nainzik
Unterkunft
Zi meg ich iberlosn die sachn bai dem oifnem?
ob darf ich zurücklassen die Sachen bei der Rezeption
K ann ich die Sachen an der R ezeption lassen?

Mir musn fun danen in a scho.


wir müssen von dannen in einer Stunde
In einer S tunde m üssen wir abreisen.

D er/di/doß ... is/sen en nit in ordenung.


der/die/das... ist/sind nicht in Ordnung
D er/die/das... funktioniert/funktionieren nicht.

... is nischto.
... istnicht-da
Es fehlt e in (e)...

Aufzug hejbmaschin, w Jugendherbergeturbase, w


Bad bod, s Kleiderbügel (kleider)henger, r
Bettdecke koldere, w Laken lailech, m
D achgeschoss boidemstub, w Lampe lomp, m
D oppelbett porfolkbet, w R echnung cheschbon, m
d op pelt topl; zwejik R ezeption oifnem, m
D usche sprizbod, w Schlüssel schlißl, m
einzeln basunder; einzik Schrank almer, m
Fußboden podloge, w Seife seif, w
G asth o f kretschme, w Sofa sofe, w
G ebäude binjen, m Toilette tualet, m
G lühbirne elektrisch lempl, s Toilettenbrille klosetbret, w
Herberge achßanje, w Toilettenpapier ascher-jozer-papir,
H ü tte chate, w T ürklinke kljamke, w
H an dtuch hantech, m W asserhahn kran, s

100 hundert
Kultur & Sport

Kultur & Sport

\Nu n d ern Sie sich nicht, w enn Ih n en er-


zählt wird, ein Schauspieler, Sänger o. ä. sei
farschemt. Das W ort b ed eu te t b e rü h m t; es
k om m t aus dem H ebräischen u n d h a t nichts schäm heißt ‫״‬Name“!
m it der gleichlautenden B ezeichnung fü r ver-
schäm t zu tun.

9 Wi ken men koifn biljetn fa r...?


wie kann man kaufen Karten für
Wo gibt es K arten für ...?

ich wil doß* plaz.


ich will das Platz *Hier wird Umgangs-
Diesen Platz bitte. sprachlich doß be-
nutzt; um Ihr Zeigen -
Wenn hejbt sich on? Wifi wet dass* gedoiern? mit dem Finger auf den
wann hebt sich an wie viel wird das dauern Sitzplan - zu
Wann beginnt es? Wie lange d a u ert es? verdeutlichen.

ausgehen gejn farbrengen


D ram a drame, w Hm Theater; in der
E intrittskarte bilet, m Oper oder sonstigem
G arderobe garderob, m ‫״‬gehobenem “ Kontext
Oper opere, w wird gern das
Schauspieler aktjor, m hochdeutsche ‫״‬das“
^Vorverkauf foroißiker farkoif fun biljetn benutzt.

Ich hob sich gehat geredlt noch do.


d'h habe mich gehabt gerädelt nach hier
Hh bin m it den Rollerskates hergekom m en.
hundert ejn 1 0 1
Kultur & Sport

Lomir sich ariberglitschn zu der anderer breg. J


la s s /t-u n s sich h e rü b e rg le ite n z u d e m a n d e re n Ufer
Komm(t), wir fahren m it den S chlittschuhen
zum anderen Ufer.

Freibad schwimbaßejn in droißn


H allenbad schwimbaßejn farmachter
Rollerskates redlschich
Schiedsrichter schoifet
Schlittschuh glitscher, m
Schw im m bad schwimbaßejn, m
Sauna schwizbod, w
paren k o m m t vo m in der Sauna paren sich m
slaw ischen para schwitzen
‫ ״‬D a m p f. Skier lischeß; narteß, w. PL
Skilauf/ skilaufen nartlerai, w/nartl(e)n
Skiläufer(in) lischßnik, iischßnize;
nartler(in)
Strand breg, m
Vergnügen fargenigen, s
Wettbewerb farmeßt, m
Zirkus zirk, m
Zoo so ’ogortn, m

102 hundert zwej


Essen & Trinkend

Essen & Trinken

G r u n d l a g e der jü d isch en Speisevorschrif-


ten sind die biblischen G ebote, die Sie zu-
sam m engefasst im 3. Buch M ose, Kap. 11
nachlesen können.
In den A uslegungsschriften des T alm ud
wurde eine Reihe weiterer Regelungen aufge-
stellt, die in die T radition einflossen. So wur-
de von dem biblischen Hinweis, dass das
Böcklein n ich t in der M ilch seiner M u tte r ge-
kocht werden soll (2. Mose 23, 19; 5. Mose 14,
21), die Regel abgeleitet, dass generell Flei- Wenn Sie also zu Gast
schiges u n d M ilchiges zu trenn en sei. in einem jüdischen
In orthodoxen H aushalten finden Sie des- Haushalt sind, geben
halb getrennte K ühlschränke, getrenntes Ge- Sie acht, wie die Dinge
schirr etc. gehandhabt werden,
K om m t ein G eschirrstück m it einer Speise und fragen Sie lieber
in B erührung, fü r die es nich t bestim m t ist, einmal zu viel als zu
muss es zerbrochen werden. wenig

flejschik fleischig
kaschreß, s Regelungen der N ah ru n g
u n d der Z ubereitung
milchik m ilchig
pareve neutral (pflanzlich; Fisch)

Beth Din h eiß t die Instanz, die bestim m t, was


koscher (rein) ist u n d was nicht. Aber n atür-
lieh gibt es unterschiedliche A nsichten.
Einige Ju d en rich ten sich stren g nach den
falm udregelungen, einigen genügen die
hundert drai 1 0 3
Rio Essen & Trinken
Durch die Vertreibung biblischen V orschriften, u n d an d eren sind
der Israeliten aus dem diese Dinge ziem lich egal.
Heiligen Land und ihre H ö h ep u n k te der jü d isch en Küche sind
Zerstreuung unter die natürlich die großen Festtage. M it einer Aus-
Völker sind etliche nähm e: Am Jom Kippur, dem B ußtag, sollte
unterschiedliche m an eigentlich gar n ich ts zu sich nehm en.
traditionelle Küchen Jüdische R estau ran ts sin d d a n n auch ge-
entstanden. Neue schlossen. Aber ansonsten sind praktisch alle
Nahrungsmittel und der vielen Feiertage m it bestim m ten Speisen
Rezepte wurden aus verbunden.
dem jeweiligen Jeder siebte Tag, der Schabbat, w ird als
kulturellen Umfeld Feiertag begangen. Challe ist das geflochtene
übernommen, wobei Schabbatb ro t. Zwar w ird von F reitagabend
jedoch die religiösen bis Sam stagabend n ich t gekocht (der Tag be-
Gebote die Richtschnur g in n t jeweils schon am Vorabend), an anderen
dafür waren, ob eine h o h en Feiertagen auch n icht, aber ein typi‫־‬J
Speise akzeptiert sches G ericht, das m an lange w arm h alten
werden konnte. k ann, ist der Tscholent, ein E intopf, dessen
Z u sam m en setzu n g je nach G egend variiert.
Der N am e w ird übrigens als Schul-End (Ende
des Synagogengottesdienstes) ged eu tet (an-
dere m einen, er stam m e vom französischen
Es ist gut möglich, dass ‫״‬ch au d “, warm). F rüher war es üblich, nach !
Sie als Reisender in der Synagoge Arme, A lleinstehende oder j
Osteuropa auch noch D urchreisende zu m Essen einzuladen
die Herzlichkeit dieser (mechabed sain = bew irten), wobei sich die
Tradition erfahren G astgeber n ich t selten um die Gäste stritten. j
können. Die B esonderheit von Pessach (ungefähr |
O stern) besteht darin, dass eine Woche lang |
Matze gegessen wird, ungesäuertes Brot, nach I
dem G ebot der T h o ra (2. Mose 12), zu r Erin- 1
neru n g an den Auszug aus Ägypten. Zwar ist J
die einleitende Feier am V orabend fü r den J
104 hundert fir
Essen & Trinken 0
engeren jüdischen Kreis bestim m t, aber die A uf eine Sache sollten
d a ra u f folgende Pessachzeit b ietet auch fü r Sie zu Pessach
Besucher G elegenheit, die Spezialitäten, zu besonders achten:
denen d an n besonders die vielfältigen Klöße Bringen Sie in diesen
un d K lößchen zählen, zu kosten. Tagen nichts mit
Die B esonderheit von Schawuot (ungefähr Triebmittel Gebackenes
Pfingsten) sind m ilchige Speisen. Am N eu- (Brot, Kuchen etc.) in
jahrsfest, Rosch ha Schanah, w erden Apfel- eine jüdische Wohnung!
Stückchen, in H onig getaucht, gegessen, u n d
es gibt Speisen m it K arotten; Saures oder Bit-
teres ist d an n von der Tafel verbannt, u n d die
Challes sind ausnahm sw eise ru n d . Die
Hamantaschen, Hefeteig m it süßer Füllung,
werden zu Purim gereicht, wenn in einem kar-
nevalsm äßigen Freudenfest die R ettu n g vor
der V ernichtung durch die Perser gefeiert
wird. Sukkot, das L aubhütten fest, g eh t m it
Holischkes (gefülltem Kohl), G em üsen,
Früchten, S trudel u n d Tee einher. W ährend
des trad itio n ellen Lichterfestes Chanukka Bei einer solchen
sind Latkes, kleine K artoffelp fan n k u ch en , kulinarischen
sehr beliebt. Gelegenheit können
Sie sagen:
Mir prawen di ßude.
Wir feiern das Festmahl.

Wenn Sie sich als Tourist aber noch nicht aus-


kennen u n d essen gehen wollen, können Sie
fragen:

Wu gefint men a reßtoran?


Wo findet man ein Restaurant
Wo gibt es ein R estaurant?
hundert finf 1 0 5
BEssen & Trinken
Beachten Sie bitte, dass Ich wil eßn. - Ich bin hungerik.
das Restaurant im ich möchte essen - ich bin hungrig
Jiddischen männlich Ich habe H unger.
ist: es heißt nicht
doß, sondern Schoin lang kejn bißn in moil nischt gehat.
der reßtoran. schon lange keinen Bissen im Mund nicht gehabt.
Ich habe schon lange nichts m ehr gegessen.
Wenn Sie Durst haben,
können Sie sagen: Ich wil trinken. ich m öchte trin k en
Ich hob dorscht. ich habe D u rst
Ich darscht. ich durste
Ich bin dorschtik. ich bin d urstig

Kent ir mir sogn a wolwl/laitisch reßtoran? 9


Könnt Ihr mir sagen ein billiges/angesehenes Restaurant j
K önnen Sie m ir ein preisw ertes/gutes
R estauran t empfehlen?

A tisch far ein leit/... leit, seit asoj gut!


Ein Tisch für ein Leut/... Leute seid so gut
Einen Tisch für eine Person/... Personen, bitte! |

Is do noch frai? Mir senen in ailenisch. ‫׳‬


Ist hier noch frei? W ir sind in Eile.

Brengt zu dem menju, bite!


Bringt her die Karte bitte
Die Speisekarte bitte!

Ich bet aich, brengt... Wos hot ir zum trinken? $


Ich bitte Euch bringt... was habt ihr zu trinken |
Bitte bringen Sie ... Was gibt es zu trinken?

106 hundert sex


Essen & Trinken^
Sogt mir, wenn is ofn/farmacht?
Sagt mir; wann ist offen/zugemacht
Wann ist geöffnet/geschlossen?

v Fun woß is grejt geworen der dosiker molzait?


Von was ist bereitet worden diese Mahlzeit
Woraus besteht dieses G ericht?

Sol dir woil bakumen! Doß is ibersalzn/


soll dir wohl bekommen nit ainzubaißn/zugebrent.
Wohl bekom m ’s! Das ist versalzen/
zu zäh/angebrannt.

9 Ich wel/mir welen bazoln. Doß is ni(sch)t recht.


Ich will/wir wollen bezahlen Das ist nicht richtig
Die R echnung bitte! Die R echnung stim m t nicht.

9 Doß is mit birgelt.


Das ist mit Biergeld
Der Rest ist für Sie.

molzeitn (M ahlzeiten)
onbaißn; fristik Frühstück
waremeß M ittagessen
wetschere; weßper Abendessen
iberbaißn; farbaißechz Im biss
farbaißn N achtisch; Knabberei

wos zum eßn (N ahrungsm ittel)


arbeß Erbsen
bar Birne
baschmirechz B rotaufstrich
J^rojt _______________ Brot________
hundert sibn
lüü Essen & Trinken

kartofl, bulbeß K artoffeln dinßt(mejdl) (jg.) weibl.


bulion, joich Suppe Bedienung
bulke, seml B rötchen ejdl zart, m ager
dinje, (arbüs) (Wasser-)Melone fargejn einkehren
epl Apfel farschickert b etrunken
farjech Pfirsich fendl kl. B ratpfanne
gebrotnß B raten flasch Flasche
gortnwarg, G emüse fleschl Fläschchen
grinß flasch-efener, Flaschenöffnei
hindl H uhn oifsterzler
honechl H ähnchen geschm ak lecker,
indik Pute, T ru th a h n schm ackhaft
jagedeß Beeren grepzn rülpsen
karschn Kirschen gopl Gabel
kelberns Kalbfleisch kaschern K üchengerät
knejdlach Knödel rituell reinigen
lokschn N udeln kejle G efäß
maranz Apfelsine kloset Toilette
mer M öhre knipik kl. Küchenmesse
ojfes G eflügel koß Becher
pejreß O bst kretschmer W irt
pomidor Tom ate lechaim! Prost!
priline(ß) Praline(n) lefele Teelöffel
putter B utter lefl Löffel
rindernß R indfleisch legitim, den Speise-
schofn flejsch Schaffleisch olrait Vorschriften
schwemlech, Pilze entsprechend
schwomen meßer Messer
ugerke G urke nit gut sain, Übelkeit
zibele Zwiebel migl
bal-ßimche G astgeber ofiziant Kellner
basteln bestellen peiger zum Essen uner‫־‬
brechen, mejken s. übergeben laubtes Fleisch
gesodn gekocht prajen, preglen braten

108 hundert acht


Essen & Trinken|jl|g
rain K ochtopf
roi roh
telerl U ntertasse
schenk, kretschme Kneipe
selzerl Salzstreuer
skowrode, fan B ratpfanne
ßarwer (in USA) Kellner
ßm etene (Sauer-)Rahm
ßudewen Gelage feiern
tarn G eschmack
tas Tasse
trunk D rink, G etränk
tschainik (Tee-)Kanne

jidisch eßnwarg (traditionelle Spezialitäten)


aingemachz in Zucker eingelegte Früchte
blini B uchw eizen-Pfannkuchen
blinzen P fannkuchen
borscht Rote-Bete-Suppe
gefilte fisch Fischteig-Speise
golupzi gefüllter Kohl
kasche Getreidespeise, Brei
kichlach Küchlein
knischeß gefüllte Teigtäschchen
kreplach eine A rt Ravioli
kugel A uflauf; großer (K artoffel-/N udel-)Kloß
lekach Lebkuchen, Honig-G ewürz-K uchen
pirog gefüllter Krapfen
piroschki gefüllte H örnchen
roßl Fleischsuppe
warnischkeß Teigtaschen m it Pilz-G etreide-Füllung
^zimeß süßlicher E in to p f

hundert nain 1 0 9
m Post, Ämter & Polizei

Post, Ämter & Polizei

BJ ^e h ö r d e n h aben regional sehr unter-


schiedliche B ezeichnungen wie der amt, di
ejberschaft (Übergeordnetes), di macht (z. B.
ortike macht: Bezirksamt), doß direktorium.

nochzol, m per Einschreiben


farschribn, m per N achnahm e
poßtkartlech, s. Pl. P ostkarten
poßtkeßtl, s Briefkasten
poßtmarke(ß), w Briefmarke(n)
poßt’toib w Brieftaube
potschtamt, P o stam t
poßt’optejl, m
potschtaljon B riefträger
poßt’optejl, m Kurier
sch(e)li’ech, m Bote
schlicheß, s B otengang
waitklung, m Ferngespräch

arainbrecher(ke) Einbrecher(in)
chosched, m, Verdächtiger
Pl. chschudim
gefinß, s F und
genejwe, w D iebstahl
joischer, m G erechtigkeit
meldung, w Anzeige
metrike, w G eb u rtsu rk u n d e

110 hundert zen


Post, Ämter & Polizei ■S.
schoimer W ächter
scholesch Schlichter
ßtrachirung, w, Versicherung
farsicherung, w
tafßn, m, Pl. tafßonim G efängnisw ärter
takone, w V orschrift
tfiße, w Gefängnis

9 Zu wemen darf ich mich wenden?


An wen m uss ich m ich wenden?

9 Ich wil losn protokolirn.


ich will lassen protokollieren
Ich m öchte Anzeige erstatten.

Men hot gegan(e)wet m ein/e ...


man hat gestohlen m ein/e...
M an h a t m ir ... gestohlen.

Ich hob farlorn mainem paßport.


ich habe verloren meinen Pass
Ich habe m einen Pass verloren.

ich bin bafaln geworn/men hot geroibt fun mir.


ich bmüberfallen worden/man hat geraubt von mir
Ich bin überfallen/beraubt worden.
Haben Sie eine
Ich wil ejn exemplar fun dem protokol far Reiseversicherung
maine farsicherung. abgeschlossen, so ist es
Ich brauche ein Exemplar des Protokolls für ratsam, einen Beleg zu
meine Versicherung. bekommen.

hundert elf 1 1 1
Post, Ämter & Polizei
v
Um träge Beamte Wifi darf koßtn?
zu motivieren, ist es wie viel soll kosten
manchmal hilfreich, Wie hoch ist die G ebühr?
so zu tun, als sei es
selbstverständlich, Ich wil gebn a matone.
ihnen etwas Geld ich will geben ein Geschenk
zu geben. Ich m öchte m ich erkenntlich zeigen.

In schweren Fällen bleibt noch das:

Wu gefint men dem konßulat fun ...?


wo findet man das Konsulat von ...
Wo ist das ... K onsulat?

Ich wil klingen dem konßulat.


ich will anrufen das Konsulat
Ich m öchte meine B otschaft anrufen.

choißem, m Stem pel, Siegel


durchgejn dem kontrol kon tro lliert werden
durchkuk, m Inspektion
durchlos-schain, m Passierschein
durchmischtem durchsuchen
auch: Filzung durchsuch, m D urchsuchung
ejdeß Zeuge(n)
geschriftß, s S chriftstück
knaß, m Geldstrafe
pinkeß, m Register
Pl. pinkejßim
reschuß, m Vollmacht, Erlaubnis
(G e ltu n g sb e re ic h ^

112 hundert zwelf


Geld & Bank

Geld & Bank

A u c h w enn Sie das ‫״‬Wo?“ wissen wollen, ist


hier nach dem ‫״‬Wie?“ zu fragen, einfach weil
das (funktionsorientierte) ‫״‬Wo?“ unüblich ist.
Vielleicht erfahren Sie a u f diese Weise noch
n ützliche Dinge über die G eldtauscher.

Wi ken ich iberbaitn main gelt?


wie kann ich wechseln mein Geld
Wo k ann ich Geld wechseln?

Beim Bargeld gibt es genaue U nterschei-


düngen: H an d elt es sich um ein G eldstück
bzw. einen Geldschein, so k an n die Einzahl-
Form (doß) mesumen verw endet werden; an-
sonsten lautet die M ehrzahl mesumonim. Das Sogarfür die
jeweilige kleinste G eldstück ist der beschidn geschenkte Münze,
(von hebr. ‫״‬peschut“: einfach), ebenso wie der z. B. als Trinkgeld, gibt
poschet. es ein eigenes Wort, es
ist die matbeje
ich bazol bimsumen ich zahle bar
ainkaßirn Geld bar
entgegennehmen
ßilekn Schulden abzahlen

Aus dem W estjiddischen stam m en die allge-


m einen B ezeichnungen für Geld moß, mo’eß
oder mej’eß (nicht überall üblich). D er
L eb ensunterhalt ist die parnoße, u n d der
•‫׳‬ejbach oder re(j)wech ist der Gewinn.

hundert draizn 1 1 3
Einkäufen

Der Ausdruck ‫״‬pleite“ Wenn u n zu m u tb are Zahlungen von einem er-


dürfte zwar aus dem w artet werden, k an n m an sagen:
Hebräischen über das
Jiddische ins Hochdeut- Ich bin kain oischer nischt.
sehe gelangt sein, aber er ich bin kein Reicher nicht
hat dabei seine Bedeu- Ich bin kein Krösus.

dass Sie ihn in der Ihnen kabole-zetl, m Q u ittu n g


geläufigen Form nicht malwe Geldverleiher
verwenden können. konte, w K onto
Denn plejte ist die rewech, m P rofit
weibliche Form zu polet, loiwe Schuldner
Flüchtling (PL plejtimj. tschek, m Scheck

Einkäufen
w i ken ich koifn ... ?
wie kann ich kaufen ...
Wo gibt es ... zu kaufen?

Wifi koßt doß bawlene klejd?


wie viel kostet das baumwollene Kleid
Wie viel kostet das Baumwollkleid?

Wifi koßt preßn dem r o k / doß halbe klejdl? 9


wie viel kostet bügeln den Rock / das halbe Kleidchen m
Wie viel kostet es, den Rock bügeln zu lassen?

Ärmel arbl, m
baum w ollen baweln
Bleistift blai(feder), w
Bluse bluske, w
114 hundert fertzn
Brieftasche taiß ter, m
Friseur frisirer, sch erer
G ürtel paß, m
Jacke rekl, s
K leidungsstück beged, m
K nopf (groß) knop, m
K nopf (klein) knepl, s
Krawatte schnipß, m
Kunde(n) koine (koinim)
Liste reschim e, w
Pfand krikzol, m
Preisliste praiskurant, m
Rasierer goler, m
Reinigungsmittel loigwarg, s
Reißverschluss (bliz)schleßl, s
Sandalen latschn, m
Schal schalikl, s
Schm uck zirung, w Als ich in Israel von
Schnäppchen mezi’e, w einem Kollegen namens
Schuhe schieb, m ‫ ״‬Schmuck‫ ״‬berichtete,
S chultertuch schal, m gab es eine bemerkens-
Seife sejf, w /s werte Reaktion meines
Socke(n) ßkarpet(n), m Gesprächspartners, und
Stiefel stiwl, m ich lernte schnell\ jenen
Stift (Schreib-) feder, w Namen nur im Flüsterton
Streichhölzer schw ebeiech, s und unter Vergewisserung
Süßigkeiten sißw arg, s dass niemand anderes ihn
T.-Emma-Laden klejt, w; krom, w mitbekam, auszusprechen.
Tasche (Kleid.) keschene, w Vermeiden Sie es, das
Taschentuch nos’tichl, s Wort ‫ ״‬Schmuck “ vor
U nterhose Unterkleid, s Jiddischsprechern zu
U nterhose, lang g atk eß , w. PL benutzen, da es im
Ware ßchoire, w Jiddischen ein obzönes
Z ahnbürste zejnberschtl, s Schimpfwort ist!

hundert fuftzn 1 1 5
w Schöne Wörter

Schöne Wörter

E s g ibt eine ganze Reihe von M öglichkeiten,


‫ ״‬Liebling“ zu sagen:

duschenju - harzenju - krejnele ‫ ־־‬ljuwe ‫ ־־‬siße

Etwas anspruchsvoller k a n n m an auch, m it


der gleichen B edeutung, neschomenju lebn
(Seelchen Leben) sagen. Das angehängte -nju
ist eine V erkleinerungsform , wie sie z. B. auch
in harzenju (Herzchen) vorkom m t.

Lomir gejn tanzn!


Lass(t) uns tanzen gehen!

Lomir gejn spazirn!


Lass(t) uns spazieren gehen!

Ich hob dich lib.


Ich liebe dich.

In main harz brent a faier.


In m einem H erzen b re n n t ein Feuer.

benkschaft, w S ehnsucht
chejn, m / A n m u t/
chejndl, s kleine Koketterie
durchblikn sich Blicke tauschen
gletn streicheln
jagedeß, w. PL schöne Augen J

116 hundert sechzn


Schone^/V^

kraßawize, w; schejnhait schöne Frau


kuschn küssen
sain a porl m it jm d. gehen
schejn/schejnkejt, w h ü b sch /S ch ö n h eit
schmeichlen lächeln
zuker-siß zuckersüß

Bai mir bißtu schejn bedeutet n ich t nur, dass


m an eine Person optisch schön findet. Schejn
b ed eu tet m ehr, h ierm it w ird A n erkennung
für jem and oder etwas ausgedrückt. Die hoch-
deutschen A usdrücke ‫״‬ideal“, ‫ ״‬an seh n lich “
oder ‫״‬sta ttlic h “ gehen in diese R ichtung,
haben aber n ich t die G efühlsw ärm e wie das
jiddische schejn.
V erstehen Sie es n ich t falsch, w enn sich
jem and m it Ihnen opschmuäßn will. Er oder
sie m öchte Sie d an n n ich t abschm usen; das
W ort b ed eu te t lediglich ‫״‬verabreden“, u n d
schmuäß heiß t ‫״‬U n terh altu n g “.
Um Ihnen E nttäuschungen zu ersparen, sei
hier gleich klar gesagt: In traditionellen jiddi-
sehen G esellschaften haben Sie als A ußen-
stehende(r), zum al w enn Sie n ich tjü d isch
sind, kau m eine C hance ‫״‬a n z u b än d e ln “.
Beziehungen werden m eist zwischen den be-
teiligten Fam ilien ausgehandelt. A ußerehe-
liehe In tim itäten sind tabu, u n d selbst in der
Ehe sind diese D inge strengen R egelungen
unterw orfen.

hundert sibetzn 1 1 7
Schimpfwörter

Schimpfwörter

deutscher G ast in der jiddischen K ultur


sind Sie g u t beraten, zu rü ck h alten d zu sein.
G leichwohl sollten Sie verstehen können, was
gesagt wird, sollten Ih n en einm al K raftaus-
drücke zu O hren kom m en.

siisulim B eschim pfungen


boßjak V agabund oißwurf A bschaum
cham er Esel parschiwez mieser Typ
jungatsch Bengel p artatsc h S tüm per
julik G auner paßkudniak Schurke
hultai W üstling pefer Schlafm ütze
hultaike liderliches Weib redl Gesindel
hultaisch ausschweifend schakren Lügner
hultajew en liderlich leben schlum periche Schlam pe
kamzn Geizhals schoite D um m kopf
laidak H erum treiber(in) ßm orkatsch Rotznase
ligneruk elender Lügner tipesch D um m kopf
m eschuge verrückt to c h eß Arsch
m ufkerte Flittchen zedrejt verrückt

Kusch mir im to ch eß .
küss mich im Arsch
Leck m ich am Arsch.

Woß bißt asoi a kaißn?


was hist solch ein Jähzorniger
W arum schreist d u so?
118 hundert achzn
Krank sein
Farschwind! Los mich bescholem !
verschwinde lass mich in-Frieden
H au ab! Lass m ich in Ruhe!

Wenn Sie als Frau sagen:

Ich hob die zait.


ich habe die Zeit
Ich habe meine Tage.

können Sie in der Regel dam it rechnen, dass


m an Sie in Ruhe lässt.

Kranksein

» W o gefint men a dokter?


wo findet man einen Doktor
Wo gibt es einen Arzt?

9 Ich darf a m edikam ent.


Ich brauche ein M edikam ent.

9 Ich hob a krenk-ßtrachirung.


Ich habe eine Krankenversicherung.

$ Ot do tu t mir wej.
dort tut mir weh
Ich habe d o rt Schmerzen.

Eß tu t/tu n mir w e j...


cs tut/tun mir weh ...
Ich habe ...-Schmerzen.
hundert nainzn 1 1 9
A potheke aptejk, w Kopfweh kopwejtik, m
Arm orem, m K rankheit chalaß, s, krenk,w
Arzt dokter k rank sein krenken
atm en otem en Krebs rak, m
Auge oig, s Leibschmerzen grim enisch
äußerlich oißnw enikßt Leistenbruch winklbroch, m
Bauch boich, m M agen mogn, m
Bein fuß, m (PI. fiß) M und moil, s
bew usstlos farchalescht Nacken kark, m
B linddarm blinde kischke Nase nos, w
B rust brußt,w ,busem ,m O h n m ach t chaloscheß, s
D arm kischke, w O hr oi’er, s
Diabetes zukerkrenk, w Reiseapotheke aptejkl, s
D urchfall loiser mogn, Rücken rukn, m
schilschl Salbe salb, w
erbrechen oißbrechn Schlaftabletteschlefpil,
erkältet farkilt Schmerz(en) wejtik, m
E rkältung farkiiung, w Schmerzmittel schm erzm itl, s I
E rschöpfung oißgem aterkejt, w Schulter axl, m; plejze, w
Erste Hilfe giche hilf, w schütteln schokln
Finger finger, m Stirn stern, m
Fuß fuß, m Tropfen tropnß, m. PL
Gebrechen mum, m Verband bandaj, m
G ehirn moich, m verbinden farbandajirn
G liedm aß ejwer, m V erbrennung farbrenung, w
Hals gorgel, m, halds,m verletzt zem asikt
H and hant, w (PL hent) Verletzung wund, w
H eilm ittel refu’e, w Verstopfung farhaltung, w
Herz harz, s Wade litke, w
H in tern hintn, m Wehen kim pet, w
K nochen bejner, m. PL W irbelsäule ruknbein, s
K örper kerper, m; guf, m Z ahn zon, m; (PL zejn)
Koma kßiße, w Z ahnfleisch zejnflejsch
120 hundert zwanzik
Literaturhinweise

Literaturhinweise
B ir n b a u m , S a lo m o A . Grammatik der Jiddischen Sprache.
M it einem W örterbuch u n d Lesestücken.
5., erg. Aufl., H am burg 1988

C a lle n b e rg J. H . & Schriften zur jiddischen Sprache.


C h ry sa n d e r, W. C .J . Faksim iledruck,
(1 7 3 3 , 1 73 6, 1 7 5 0 ) M arburg 1966

C o ld o ff, H a r r y A Yiddish Dictionary in Transliteration.


T oronto 1988

F ra n k , J e h u d a L e o p o ld Löschen Hakodesch. Jüdisch-deutsche


(1 9 6 1 ) Ausdrücke, Sprichwörter und Redensarten
der Nassauischen Landsjuden.
3. Aufl., Eigenverlag, C holon, Israel, 1990

G ross, D a v id C. English-Yiddish, Yiddish-English Dictionary.


Revised edition, New York 1994

H a rd u f, D a v is M e n d e l English-Yiddish, Yiddish-English Dictionary.


W illowdale, O n tario 1993

L a n d m a n n , S a lc ia Jiddisch. Das Abenteuer einer Sprache.


W iesbaden/M ünchen 1979

L o ck w o o d , W. B. Lehrbuch der modernen jiddischen Sprache.


M it ausgew ählten Lesestücken.
H am burg 1995

Lötzsch, R o n a ld Jiddisches Wörterbuch.


Leipzig 1990

R o c k o iv itz , A n n a C. 2 0 1 Yiddish Verbs - fully conjugated in


all the tenses. New York, 1979
hundert ejn un zwanzik 1 2 1
Literaturhinweise
R o se n b a u m , S a m u e l A Yiddish Word Book
for English-Speaking People.
New York, 1978

W e in b e rg W e rn e r Die Reste des Jüdischdeutschen.


S tu ttg a rt 1969

W e in re ic h , U r ie l Coli ege Yi dd isc h.


An Introduction to the Yiddish Language
and to Jewish Life and Culture.
5 th ed., New York, 1976

W eissherg J o s e f Jiddisch. Eine Einführung. Bern 1988

W e ltm a n , G. Yiddish Sayings Mama Never Taught You.


& Z u c k e rm a n , M . S. Van Nuys, California, 1975

W o lf, S ie g m u n d Jiddisches Wörterbuch. Wortschatz des deut-


sehen Grundbestandes der jiddischen Sprache.
M annheim 1962

W o lf C ohen, E liz a b e th Jüdische Küche. 100 authentische Rezepte.


Köln 1995

Z iv y , A r t h u r Elsässer Jiddisch. Jüdisch-deutsche


Sprichwörter und Redensarten. Basel, o.J.

G o ld in , H y m a n E . The Yiddish Teacher. A Method for


(1 9 3 9 ) the Study of Yiddish. New York 1996

S c h n itz le r, L e o p o ld Prager Judendeutsch.


Gräfelfing bei M ünchen, 1966

W e in re ic h , U. < & B . Say it in Yiddish. New York 1996

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hundert drai un zwanzik 1 2 3


Wörterliste Deutsch - Jiddisch

Wörterliste Deutsch - Jiddisch


wo die Jiddisch-
Sprechenden leben.
Abend ow(e)nt, m
Es sei hier deshalb
Abendessen wetschere, w;
nochmals empfohlen, ow(e)ntbroit, s
die entsprechenden aber ober; nor
Kauderwelsch- abfahren opfom
abfliegen awekfli'en
Sprechführer
abreisen awekforn, farlosn
dabei zu haben, abschleppen zi’en/schlepn
ln den einzelnen (m itastrik/kejt)
Kapiteln dieses Adresse adreß, m
Alkohol alkohol, m
Büchleins finden Sie
allein alein
weitere Begriffe‫ ׳‬die alles alz
i& ie finden hier über diesen als(zeitl.) as, wenn
einen Grundwort- Grundwortschatz als (Vergleich) fun
schätz von ca. 1.000 alt alt
hinausgehen.
Alte(r) sekene, f; soken, m
Wörtern, einmal Wo sich das Geschlecht Alter (Lebens‫ )־‬elter, m
Hochdeutsch-Jiddisch aus der Wortbedeutung Andenken ondenk, m
und einmal Jiddisch- ergibt oder das Wort anfangen onhejbn
Hochdeutsch auf- je nach Situation Angestellte(r) ongestelte(r)
Angst m oire,f
gelistet. Moderne verschiedene
anhalten apsteln
Ausdrücke, Fachwör- Geschlechter ankommen onkumen
ter etc. werden annehmen kann, ist es Ankunft onkumen, s
entweder aus dem nicht angegeben. Antwort entfer, m
antworten entfern
Hochdeutschen oder Ohnehin ist das
Apotheke aptejk, w
aus dem jeweiligen grammatische arbeiten arbejtn
sprachlichen Umfeld Geschlecht oft nicht Arbeiter/in
entlehnt - also z. B. eindeutigfestgelegt, so Arbejter/Arbetorin
aus dem Polnischen, arm orem
dass Sie in der Praxis
Arzt dokter
Englischen, Hebräi- Abweichungen feststel- auch oich
sehen - je nachdem, len können. auf oif

124 hundert fir un zwanzik


Wörterliste Deutsch - J id d is c h ^ ^ j
Aufenthalt wisit, m begleiten bagleitn bisschen brekl.s
aufhören oifhern begrüßen bagrißn Bitte bakosche, w
aufstehen oifstejn behandeln (Krankheit) bitten betn; farlangen
aufwachen oifchapn sich bahandlen Blatt blat, m
aus (Ursache) oiß Behörde ejberschaft, w bleiben blaibn
Ausfuhr aroißfirung, w bei bai Bleistift blaier, m
Ausgang aroißgang, m Beispiel moschl, m Blume kwejt, m
ausgezeichnet oisgezeichnt bekanntmachen, sich Boot lotke, w
Auskunft informazi’e, w bakanen sich Botschaft (dipl.)
Ausland oißland,s beleidigen baleidikn ambaßade, w
Ausländer oißlender benachrichtigen Brand ßrejfe, w
ausländisch fremd gebn zu wißn Brauch minheg, m
Ausreise aroißfar, m Benzin bensin, m brauchen darfn
Aussprache aroißred, m Berg barg, m breit breit
aussteigen aroißgejn Beruf fach, m; profeßje, w brennen brenen
Ausstellung aroißstelung, w berühmt barimt Brief briw, m
Ausweis personschain, m beschweren, sich Briefmarke poßtmarke,w
ausziehen oißtun baklogen sich Briefumschlag konwert, m
Auto oito, m; awtomobil, m besichtigen basuchn, Brille spakuln (Mz.)
Autowerkstatt oitowarstat, w wisitirn bringen brengen
Besitzer ejgntimer Brot broit, s
besser beßer Brücke brik, w

B - i S ■ bestellen baschteln Bruder bruder


Bestellung baschtelung, f Brust (weibl.) busem, m;
Badeanzug bodkoßtjum, m bestrafen strofn zizke, w
Badehose schwimhejslech, s Besuch wisit, m Brust(korb) bußem, m;
baden (sich) bodn besuchen kumenzugaßt; brußt, w
Badezimmer waschzimer, m basuchn Buch buch,s
Bahnhof woksal, m; betrügen opnarn buchen baschteln
ßtanzje, w betrunken farschikert Buchstabe oß, m
Bahnsteig platforme, w Bett geleger, s; bet, w /s bunt filfarbik
bald in gichn Bettzeug baziächz, s Burg feßtung, w
Bank (Geld) bank, m bevor ejder Bürger (Staats-) birger
Bargeld mesumonim Beweis derwais, m Büro bjuro, s
Batterie baterije, s bezahlen bazoln Bus oitobus, m
bauen boien Bier bir, s
Bauer poier Bild bild.s
Baum boim,m billig wolwl C /D
beeilen, sich ailn; jogn sich Binde bandaj, m
beenden endikn bis bis (wanet) Chauffeur schafer, m

hundert finf un zwanzik 1 2 5


Wörterliste Deutsch - Jiddisch
Chef schef dürfen megen er er
da o; dortn Durst dorscht, m Erde erd, w
Dach dach, m Durst haben darschtn Ereignis gesche’enisch, m
damit dermit Erfolg hazloche, w
danach dernochdem erhalten derhaltn
danke a dank E erholen, sich opru’ensich
danken danken erinnern, sich gedenken
dann demolt echt echt erkältet sein farkiltsain
darum derfar Ehefrau waib erklären derklern
dass as Ehemann man erlauben derloibn
Datum date,w Ehepaar por-folk, s Erlaubnis derloibenisch
dauern onhaltn Ei ej, s Ermäßigung aroplos, m
Decke (Bett) koldre, w Eigentum zugeher, s Ersatzteil farbait-tejl, w
dein/e dein einander anander erzählen der-/farzejlen
denken trachtn Einbruch arainbrech, m essen eßn
Denkmal denkmol, m einfach puschet Etage stok, m; etaj, m
deshalb deriber Einfuhr areinfirung, w etwa be'erech
deutsch taitschisch Eingang areingang, m etwas epeß
Deutsche(r) taitschische(r) einige etleche euer/e aier
Deutschland taitschland einladen farbetn
Dialekt dialekt Einladung ainladung, w
dick dik
Diebstahl genejwe, w
einmal amol; ejnzik
einsteigen aroifgejn
lF S
dies otder/di/d oß eintreten araingejn Fabrik fabrik, w
diese(r,s) d i/d e r/ einverstanden ainstimik Faden fodem, m
doß dosike/r Einwohner ainwoiner Fähre iberfir-schifl, s
Ding sach, w Eis (Speise-) ais(-krem) fahren forn
Diskothek diskotek Eisenbahn ban,w Fahrkarte bilet, m
Dokument(e) dokument(n) Eiter materije Fahrplan (zait)plan, m
Dolmetscher oißtaitscher Eltern tate-mame Fahrpreis forgelt, s
Dorf dorf, s; jischew, m; empfangen derhaltn, Fahrrad bizikl, m;
kfar, m oifnemen veloßiped, m
dort(hin) (noch) dortn empfehlen rekomendirn Fahrzeug
dringend dringlech Ende ßof, m; ek, s komunikazie-mitl, s
du du eng schmol; eng falsch farkert
dumm narisch englisch englisch Familie mischpoche, w
dunkel tunkl, finzter Enkel(in) ejnikl Familienname zunomen, m
dünn dar, din, schiter entscheiden paßkenen Farbe farb, w
durch (hindurch) durch entschuldigen, sich Farbfilm farb-film, m
Durchfall schilschl, m antschuldiken sich faul (Obst) farfoilt

126 hundert sex un zwanzik


Wörterliste Deutsch - J id d is c h ^ ^ j
faul (träge) foil frei frai boiung, w
Fehler to'eß, m fremd fremd geben gebn
Feier faierung, w; ßimche, w freuen, sich derfrejen sich Gebirge berg, di (m Mz.)
feiern prawen Freund(in) chawer, m; Gebühr opzol, m
feilschen dingen sich chawerte, w Geburtstag geboirntog, m
Feld feld,s freundlich fraindlech gefährlich meßukn;
Fenster fenßter, m Freundschaft fraintschaft, w geferlech
Ferien wakanzije, w Frieden scholem, m gefallen gefeln
fern wait frieren friren Gefängnis türme, w; tfiße, w
Fernsehgerät telewisi'e, w frisch (Obst) frisch Gefäß kejle, w
fertig grejt fröhlich frejlech Gefühl gefil, s
fest feßt Frucht pejre,w gegen kegn
Fest ßimche, w früh fri Gegend gegnt, m
feucht naßlech Frühling friling, m gegenüber antkegn
Feuer faier, m Frühstück iberbaißn, s; gehen gejn
Fieber hiz, w fristik, m Geld gelt
Film film, m frühstücken iberbaißn, Gemüse grinß, s;
finden gefinen fristikn gartnwarg, s
Finger finger, m fühlen, sich filn gemütlich heimisch
Fisch fisch, m Führung firung, w genau punkt
Flasche flasch, w für far genug genug
Fleisch flejsch, s fürchten, sich (vor) Gepäck bagaj, m
fleißig flaißig moire hobn (fun) geradeaus glaich
fliegen fli'en Fuß fuß, m gern geren sain zu
flirten flirtewen (+ Infinitiv)
Flughafen a’eroport, m Geschäft (Tätigkeit)
Flugticket fligbilet, m ejßek, m
G * M
Flugzeug a’eroplan, m; Geschäft (Laden) krom,w
fliwarg, s; awjon, m Gabel gopl, m Geschenk matone, w
Fluss taich, m ganz ganz Geschichte (Erzählung)
Folklore folklor, m Garten gortn, m maiße, w
Formular formuliar, m Gas gas, m Geschichte (Historie)
Fotoapparat Gasse steg, m hißtori’e, w
fotografira parat, m Gast oirech, m Geschwister geschwißter
Fotografie fotografi’e, w Gastfreundschaft Gesellschaft geselschaft, w
fotografieren aropchapn gaßtfraindlechkejt, w Gesetz din, m
Frage schaile, w; kasche, w Gastgeber(in) baleboß(te) Gespräch schmu'eß, m
fragen fregn Gaststätte reßtoran, m gestern nechtn
Frau ische, w; froi, w; waib, w Gebäck gebekß, s gesund gesunt
Fräulein frailn, w Gebäude binjen, m; Gesundheit gesunt, s

hundert sibn un zwanzik 1 2 7


Wörterliste Deutsch - Jiddisch
Getränk trunk, m hart hart informieren, sich
Gewicht wog, w Haus hois, s; stub, w informirn sich
Gewitter gewiter, s Hausfrau baleboßte Insekt inßekt, m
gewöhnen, sich (an) heben hejbn Insel indsl, m
zugewejnen sich (zu) Heftpflaster flaßter, interessant intereßant
Gewürz gewirz, s plaßter, s interessieren, sich (für)
Gift ßam, m heiß hejß tschikawe sain (far)
Giftschlange helfen helfn international internazional
giftik schlang, m /w hell lichtik
Glas (Material) glos, s Herbst harbßt, m
Glas (Trink-) glesl, s Herr adön
glauben gloibn herzlich harzik
Glück masl,s heute haint ja jo
Gold gold,s hier (ot) do Jahr jor, s
Gott Adonai; Hilfe hilf, w Jahreszeit zaitfunjor, w
Ejberschter; Got hinten hintn jährlich jeriech
Gramm gram, m hinter hinter jeder jeder ejner
Grammatik gramatik, w hoch hoich jedes Mal ale mol
Gras gros, s Hochzeit chaßene, w jemand emezn
gratulieren wintschewen hoffen hofn jener dero
Grenze grenez, m höflich heflech jetzt azind
Grippe influenzi’e, w Holz holz, s Journalist jurnalißt
groß groiß hören hern jung jung
Größe (Kleidung) numer, m Hotel achßanje.w Junge jingl, m /s
Großmutter bobe hungrig (sein)
Großvater sejde (sain) hungerik
Gruppe grupe, w; chewre, w Hygiene higiene, w K
grüßen, sich bagrißn sich
gültig giltik
gut gut; woil
m t mmm ■
kalt kalt
kaputt zeklapt; mechule
Karte kort, w; bilet, m
ich ich Kasse kaße,w
ih r/e (Ez.) ir/e; (Mz.) sejer/e kaufen koifn
Ih r/e aier/e kennen kenen,wißn
haben hobn immer tomid, stendik Kind kind, s
Hafen hawn, m impfen wakzinirn Kino kino, m
Hälfte helft, w in (zeitlich) in Kirche kirch,w
halten haltn in (örtlich) in Kleidung klejder; onton;
Haltestelle ßtanzje, w Industrie indußtri’e, w malbuschim
Handel mißcher, m Information informazi'e, w klein klejn

128 hundert acht un zwanzik


Wörterliste Deutsch ‫ ־‬J id d isch ^^|
klug geschait lang (Entfernung) lang aptejkwarg, s
Kneipe schenk, w lang(e) (Zeit) lang Meer jam, m
kochen kochn langsam pamelech mehr mer(er)
Koffer walise, w; langweilig nudne m ein/e main/e
tschemodan, m laufen loifn, jogn Menge ßchum, m; kameß, s
kommen kumen laut hoich Mensch mentsch, m
kompliziert komplizirt leben/Leben lebn Messer meßer, m
können kenen Lebensmittel spais, w mieten dingen
Konsulat konßulat, m ledig frailejdik Minute minut, w
kontrollieren kontrolirn leer lejdik mit mit
Konzert konzert, m legen lejgn Mittag mitogzait, w
kosten (Preis/probieren) Lehrer/-in lerer/-(i)n, -ke Mittagessen onbaißn,s
kostn; filn dem tarn leicht (nicht schwer) gring Mode mode, w
kostenlos umsißt leihen, sich (von) möglich meglech
krank krank lajen sich (fun) Monat choidesch, m
Krankenhaus spitol, m lernen lernen sich morgen morgn
Krankheit krenk, w lesen lejenen Morgen inderfri, m;
Krieg milchome, w Leute lait fri morgn; m
kühl kil Licht licht, w Motor maschin, w; motor, m
Kühlschrank frijider, m lieben Mb hobn Motorboot motor-schifl,s
Kunst kunßt, w Lied lid, s Motorrad motorzikl, m
kunstgewerbliche Waren liegen lign müde mid; farmaterd
kinßtlerische sachn links linkß Müll opfal, m; mißt,s
kurz kurz Loch loch Museum musej, m
küssen kuschn Löffel lefl, m Musik musik, w
Lohn pejde, w; gezolt, s müssen darfn; musn
lügen l(a)ign Mutter mame
i ■ lustig spaßik

lächeln schmejchlen
lachen über etwas M fSlBfli * * 1 B
lachn wegn epeß nach (zeitl.) noch;
Lage (geogr.) Iage,w machen machn nach (örtl.) in, kejn
Laken lailech, m Mädchen rnejdl.s Nachmittag nochmitog, m
Lampe lomp, m malen moln Nachricht jedije, w; nai(e)ß,
Land land, s; erd, w; man men; me s
medine, w; ume, w manchmal a mol nächstes Mal
Landkarte karte, w; mape, w Mann man(zbil), m dos nekßte mol
Landschaft landschaft, w Markt mark, m Nacht nacht, w
Landwirtschaft erdarbet, w Medikament(e) nackt naket

hundert nain un zwanzik 1 2 9


Wörterliste Deutsch - Jiddisch
Nadel nodl,w Ort ort, m; mokem, m Qualität ejcheß, s
nah noent Osten misrech, m Radiogerät radio, m
Name nomen, m Österreich eßtraich,s Rat ejze, w
nass naß Österreicher(in) rauchen roichern
Nationalität birgerschaft, w eßtraicher(n) Raum chejder, m; zimer, m /s
Natur natur, w rechnen chejbenen
natürlich (nicht künstl.) Rechnung cheschbon, m
betewe
neben leben; noenzt
* Recht din, m; recht, s
rechts rechts
nehmen nemen paar etleche reden redn
nein nejn Paar por, w Regen regn, m
neu nai Päckchen klejn pekl, s Regenschirm schirem, m
neugierig tschikawe Paket groiß pekl, s registrieren farschraibn
nicht ni(sch)t Palast palaz, m reich raich
nichts kejn sach nit Papier papir, s reif zaitik
niedrig niderik; gemejn Park stotgortn, m Reifen (gume-)rejf, m
niemals kejn mol nit parken parkirn Reise neßi’e, w
niemand kejnernit Pass paßport, m Reisebüro raisebiuro, m
nirgendwo/-hin in ergets nit Patient choile, m reisen arumforn
noch (einmal) noch (a mol) Pause hafßoke, w reparieren farichtn
Norden zofn, m Person parschoin, m reservieren farbronirn;
normal normal Pflanze gewikß, s reserwirn
notwendig nejtik Plan plan, m Restaurant reßtoran, m
Nummer zol, w Platz ort, m Rettungswagen
nur blois; ejnzik; nor Platzkarte plazkarte, w ambulans, m
plötzlich pluzling richtig recht
Politik politik, w Richtung richtung, w

° Polizei polizai,w roh roi


Post(amt) poßtamt, m Rückfahrt wegzurik, m
ob zi Postkarte poßtkartl, s Rucksack ruksak, m
oben oibn Preis mekech, m; prais, m rückständig primitiw
Obst oips, s privat priwat rufen rufn
oder oder Problem problem.w Ruhe stilkejt, w; schalwe, w
öffnen efnen; oifmachn Programm program, w
oft oft mol Prospekt proßpekt, m
ohne on pünktlich pinktlech s i ■
Öl ejl, m
Onkel feter; onkl Sache sach, w
Organ organ, m Iq /r m sagen sogn
organisieren organisirn Salbe salb, w

130 hundert draißik


Wörterliste Deutsch ‫ ־‬J id d is c h ^ j
Salz salz, w schwanger trogedik spät soet
sammeln klaibn; samlen Schweiz Schweiz, w Spazierengehen
Sand samd,s Schweizer(in) schweizer (gejn) spazirn
satt sat schwer/schwierig schwer Speise spais, w
Satz (Grammatik) saz, m Schwester schweßter Speisekarte menju, m
sauber rejn schwimmen schwimen spielen spiln
sauber machen rejnikn schwitzen schwizen Spielzeug spilwarg, s
sauer soier See(m ) os(j)ere,w Sport ßport, m
Schallplatte plate.w; sehen sen Sprache loschn,s
disk, m Sehenswürdigkeit sprechen redn
scharf scharf merkwird igkeit, w Spritze spriz, m;
Scheck geltanwaisung, w oißterlichkeit, w ainsprizung, w
Schere scherl, s tschikaweßn, s Staatsangehörigkeit
schicken, senden sehenswürdig birgerschaft, w
(zu-)schikn tschikawe zu sen Stadt stetl, s
schießen schißn Seide said, w; saidnß, s stark kraftik
Schiff schif, w Seife seif, w stehen stejn
schlafen schlofn Seil strik, m Stein stejn, m
Schlafsack schlofsak, m sein/e sain/e Stelle (Ort) ort, m
Schlafzimmer schlofzimer, m seit sint stellen stein
schlagen schlogn; Seite (Richtung) sait, w sterben starbn
schlagen (milit.) zeklapn Sekunde ßekunde, w Stil (Architektur) stil, m
schlecht schlecht selbst alein; gufe Stimme kol,s
Schloss (Gebäude) palaz, m selten seltn Stoff stof, m
Schlüssel schlißl, m setzen, sich sezn sich stören stern
schmackhaft batamt sicher sicher Strafe oinesch, m
Schmerz wej(tik), m sie(Ez./M z.) si/sej Strand plaje, w
schmerzen wejton Sie ir Straße gaß, w
Schmuck zirung, w Silber Silber, s Straßenbahn tramwai, m
schmutzig brudik singen singen Streichhölzer schwebele, s
Schnaps bronfn, m sitzen sizen; streiten sich ampern
schnell gich sitzen (passen) paßn Stück stikl, s
schon schoin so asoi Student ßtudent
schön fain; lib; schejn sofort oif der rage Stunde scho,w
schreiben schraibn Sohn sun suchen suchn
schreien schraien solch(e,er,es) asa Süden dorem, m
Schuh schuch, m sollen darfn;soln Summe batref, m
schuldig schuldik Sommer sumer Suppe joich,w
Schule schul, w Sonne sun, w süß siß
Schüler{in) schlier sparen farsporn; opsporn

hundert ejn un draißik 1 3 1


Wörteriiste Deutsch - Jiddisch
trocken trukn unterrichten (lehren)
tschüss gej(t) mitGot lerenen
Tabak tabik, m;tabike, w tun to n ;tu ’en unterschreiben chaßmenen
Tablette tablet, m Tür tir, w Urlaub wakanzije, w
Tag tog, m Turm turem, m
täglich teglech; togik
Tal toi, m
Tankstelle
I M₪ ₪ ₪ ₪
owto-ongißn-ßtanzje, w üben ibn Valuta (Devisen)
Tante mume über (örtl./zeitl.) iber (oißlendische) walute
tanzen tanzn überall umetum Vater täte
Tasche sekl, s übermorgen ibermorgn verabreden (sich)
Tasche (Kleidungs-) übersetzen fartaitschn opschmuäßn (s.)
keschene,w Übersetzer verboten (sein)
keschenik, m Taschendieb oißtaitscher; ibersezer (sain)farwert
Taxi taxi, m Überweisung Verbrechen farbrech, m
Telefon telefon, m onwaisung, w verdienen fardinen
telefonieren telefonirn; übrig iberik vergessen fargeßn
op-, onklingen Uhr seiger, m;seigerl,s vergnügen, sich
Telegramm telegrame, w um arum; hanoje hobn
teuer tajer um zu... kedejzu... verirren, sich farblondjen
Theater teater, m Umgebung arum, m verkaufen farkoifn
tief tif Umleitung verleihen (an)
Tier chaje, w endern dem marschrut lajen (mit Dat.)
Tochter tochter Umtauschen oißbaitn verletzt zemasikt
tot toit Umweg arum weg, m Verletzung schodn, m
Tod toit, m; ptire, w Umwelt ßebibe, w verlieben, sich farlibn sich
Toilette kloset, m; nujnik, m unbekannt umbakant verlieren farlirn; onwern
Toilettenpapier und un vermieten fardingen
ascherjozerpapir, s Unfall umglik, s Vermittlung farmitlung
töten hargenen Universität uniwerßitet, w Versicherung aßekurazie,
Tradition tradizije, w unschuldig umschuldik ßtrachirung, farsicherung; w
tragen trogn unser/e undsere/r verspäten, sich farzi’en sich;
traurig trojerik; umetik unten anider farspetikn sich
treffen (begegnen) trefn; unter unter versprechen, sich
bagegenen Unterhaltung redn nit zu der sach
Treppe trep, w schmueß, m; verstehen farstejn
trinken trinken farwailung, w versuchen pruwn
Trinkgeld birgelt, s; Unterkunft viel aßach
bafmejeß, s; bafmoß, s derweilike woinung, w vielleicht efscher

132 hundert zwej un draißik


Wörterliste Deutsch - Jiddisch
Vogel foigl, m warum far woß wo wu
Volk folk, s was woß Woche woch, w
voll ful waschen waschn woher fun wanet
von fun waschen, sich wohin wuhin
vor ejder; far arumwaschn sich wohnen woinen
vorbereiten (zu)grejtn Wasser waßer, s Wohnung dire, w
vorgestern ejnechtn; Watte wate, w wollen wein
ejernechtn wechseln baitn Wort wort, s
vorher afri’er; fri'erdik wecken oifwekn Wörterbuch werterbuch, s
Vormittag farmitog Weg weg, m Wunde wund, w
Vorname nomen, m wegen zulib wünschen wintschn
vorne fornt weiblich waiblech
vorschlagen weil machmeß Z
forschlogn; weinen wejnen
forlejgn weit wait zahlen bazoln
vorstellen, sich forstein sich welcher welcher Zahnarzt zondokter
Vorwahlnummer wenig bißt, s; kap, m Zahnpasta zejnpaßte, w
telefonischer kod wenn (als) as;wenn zeigen waisn
wenn (falls) oib; tomer Zeit zait, w
wer wer Zeitung blat, s
w : werden wern Zelt gezelt, s
wessen wemens Zentrum zenter, m
Wagen wogn, m Westen mairew, m Zigarette papiroß, m
wahr emeßdik Wetter weter, m Zimmer chejder, m;
Wahrheit emeß wichtig wichtik zimer, m
während bejß; beschaß wie wi (asoi) Zoll zol, m
Wald wald, m wieder nochamol zu (+ Adjektiv) zu
Wand want, w wiederholen iberchasern zufrieden zufridn
wandern wogten wieviel wifil Zug ban, w
wann wenn Wind wint, m zurück (oif) zurik
Ware ßchoire, w Winter winter, m zusammen inejnem
warm warem wir mir zu viel zu fil
warten wartn wissen kenen;wißn zwischen zwischn

hundert drei un draißik 1 3 3


H b Wörterliste Jiddisch ‫ ־‬Deutsch

Wörterliste Jiddisch ‫ ־‬Deutsch


aptejk, w Apotheke
A
aptejkwarg, s
B
adank danke Medikament(e) bafmejeß, s Trinkgeld
a mol manchmal arainbrech, m Einbruch bafmoß, s Trinkgeld
aßach viel araingejn eintreten bagaj, m Gepäck
achßanje, w Hotel Arbejter/Arbetorin bagegenen
adön Herr Arbeiter/in treffen (begegnen)
Adonai Gott arbejtn arbeiten bagleitn begleiten
adreß, m Adresse areinfirung, w Einfuhr bagrißnsich grüßen, sich
a’eroplan, m Flugzeug areingang, m Eingang bagrißn (be-)grüßen
a’eroport, m Flughafen aroifgejn einsteigen bahandlen
afri’er vorher aroißfar, m Ausreise behandeln (krank)
aher hier aroißfirung, w Ausfuhr bai bei
aier/e Ihr/e aroißgang, m Ausgang baitn wechseln
aier euer/e aroißgejn aussteigen bakanen sich
ailn sich beeilen aroißred, m Aussprache sich bekanntmachen
ainladung, w Einladung aroißstelung, w baklogen sich s. beschweren
ainsprizung, w Spritze Ausstellung bakosche,w Bitte
ainstimen aropchapn fotografieren; baleboß(te) Gastgeber(in)
einverstanden sein knipsen baleboßte Hausfrau
ainwoiner Einwohner aroplos, m Ermäßigung baleidikn beleidigen
ais(-krem) (Speise-)Eis arum, m Umgebung ban,w Zug, Eisenbahn
ale mol jedes Mal arum um bandaj, m Binde
alein selbst, allein arumforn reisen bank, m Bank (Geld)
alkohol, m Alkohol arumwaschn sich barg, m Berg
alt alt sich waschen barimt berühmt
alz alles arumweg, m Umweg baschteln buchen, bestellen
ambaßade, w as dass, wenn, als (zeitl.) baschtelung, f Bestellung
Botschaft (dipl.) asa solch(-e,-er,‫־‬es) basuchn besichtigen,
ambulans, m ascherjozerpapir, s besuchen
Rettungswagen Toilettenpapier batamt schmackhaft
amol einmal; einst asoi so baterije, s Batterie
anander einander aßekurazie Versicherung batref, m Summe
anider unten awekfli’en abfliegen baziächz, s Bettzeug
antkegn gegenüber awekforn abreisen bazoln (be-)zahlen
antschuldiken sich awjon, m Flugzeug be’erech etwa
s. entschuldigen awtomobil, m Auto bejß während; Ort
apsteln anhalten azind jetzt bensin, m Benzin

134 hundert fir un draißik


Wörterliste Jiddisch - D e u ts c h J ^ |
berg, di (m Mz.) Gebirge
beschaß während
c derweilike woinung, w
Unterkunft
beßer besser chaje, w Tier derzejlen erzählen
betewe natürlich (n. künstl.) chaßene, w Hochzeit di/der/dos doß dosike/r
bild, s Bild chaßmenen unterschreiben diese(-r,-s)
bilet, m (Fahr-)Karte chawer, m Freund dialekt Dialekt
binjen, m Gebäude chawerte, w Freundin dik dick
bir, s Bier chejbenen rechnen din, m Gesetz, Recht
birgelt, s Trinkgeld chejder, m Raum, din dünn
birger (Staats-)Bürger (Lern-)Zimmer; jüd. Schule dingen mieten
birgerschaft, w cheschbon, m Rechnung dingen sich feilschen
Staatsangehörigkeit choidesch, m Monat dire, w Wohnung
bis (wanet) bis choile, m Patient disk, m Schallplatte
bißl, s wenig diskotek Diskothek
bizikl, m Fahrrad do hier
bjuro, s Büro
blaibn bleiben
X 1 ■ dokter Arzt
dokument(n) Dokument(e)
blaier, m Bleistift dach, m Dach dorem, m Süden
blat, m Blatt dafke notwendig dorf, s Dorf
blat, s Zeitung danken danken dorscht, m Durst (haben)
blois nur dar dünn dortn dort
bobe Großmutter darfn brauchen, müssen, doß nekßte mol
bodkoßtjum, m Badeanzug sollen nächstes Mal
(sich) bodn baden darschtn Durst (haben) dringlech dringend
boien bauen date,w Datum du du
boim, m Baum dein dein/e durch durch (hindurch)
breit breit demolt dann
brekl, s bisschen denkmol, m Denkmal
brenen brennen
brengen bringen
dero jener
derfar darum
k
brik,w Brücke derfrejen sich sich freuen echt echt
briw, m Brief derhaltn erhalten, efnen öffnen
broit, s Brot empfangen efscher vielleicht
bronfn, m Schnaps deriber deshalb ej, s Ei
bruder Bruder derklern erklären ejberschaft, w Behörde
brudik schmutzig derloibenisch Erlaubnis Ejberschter Gott
brußt, w Brust(korb) derloibn erlauben ejcheß, s Qualität
buch,s Buch dermit damit ejder vor; bevor
busem, m Brust (weibl.); dernochdem danach ej(er)nechtn vorgestern
Brust( korb) derwais, m Beweis ejgntimer Besitzer

hundert finf un draißik 1 3 5


ejl, m Öl farb-film, m Farbfilm film, m Film
ejnikl Enkel(in) farbait-tejl, w Ersatzteil filn dem tarn kosten,
ejnzik nur, einmal farbetn einladen probieren
ejßek, m Geschäft (Tätigkeit) farblondjen verirren, sich filn sich fühlen
ejze,w Rat farbrech, m Verbrechen finger, m Finger
ek, s Ende farbronirn reservieren finzter dunkel
elter, m (Lebens-)Alter fardinen verdienen firung, w Führung
emeß Wahrheit fardingen vermieten fisch, m Fisch
emeßdik wahr farfoilt faul (Obst) flaißig fleißig
emezn jemand fargeßn vergessen flasch, w Flasche
endern dem marschrut farichtn reparieren flaßter, s Heftpflaster
Umleitung farkert falsch flejsch, s Fleisch
endikn beenden farkiltsain erkältet sein fli’en fliegen
englisch englisch farkoifn verkaufen fligbilet, m Flugticket
entfer, m Antwort farlangen bitten flirtewen flirten
enk euch farlibn sich sich verlieben fliwarg, s Flugzeug
entfern antworten farlirn verlieren (Dinge) fodem, m Faden
epeß etwas farlosn abreisen foigl, m Vogel
er er farmaterd müde foil faul (träge)
erd, w Erde, Land farmitlung Vermittlung folk, s Volk
erdarbet, w Landwirtschaft farschikert betrunken folklor, m Folklore
eßn essen farschraibn registrieren forgelt, s Fahrpreis
eßtraich, s Österreich farsicherung; w forlejgn vorschlagen
eßtraicher(n) Versicherung formuliar, m Formular
Österreicher(in) farspetikn sich forn fahren
etaj, m Etage sich verspäten fornt vorne
etleche einige, ein paar farsporn sparen forschlogn vorschlagen
ez ihr farstejn verstehen forstein sich
fartaitschn übersetzen (sich) vorstellen
farwailung, w Unterhaltung fotografi'e, w Fotografie
farwert verboten fotografira parat, m
F ■ $₪ i
far woß warum Fotoapparat
fabrik, w Fabrik farzejlen erzählen frai frei
fach, m Beruf farzi’en sich sich verspäten frailejdik ledig
faier, m Feuer feld, s Feld frailn,w Fräulein
faierung, w Feier fenßter, m Fenster fraindlech freundlich
fain schön feßt fest fraintschaft, w Freundschaft
far für, vor feßtung, w Burg fregn fragen
far mitog Vormittag feter Onkel frejlech fröhlich
farb, w Farbe filfarbik bunt fremd ausländisch, fremd

136 hundert sex un draißik


n. J Wörterliste Jiddisch - Deutsch

fri früh genejwe, w Diebstahl


H
fri’erdik vorher genug genug
frijider, m Kühlschrank gerensainzu(m itlnf.) gern hafßoke, w Pause
friling, m Frühling geschait klug haint heute
frimorgn; m Morgen gesche’enisch, m Ereignis haltn halten
friren frieren geschwißter Geschwister hanoje hobn
frisch frisch (Obst) geselschaft, w Gesellschaft sich vergnügen
fristik, m Frühstück gesunt gesund harbßt, m Herbst
fristikn frühstücken gesunt, s Gesundheit hargenen töten
froi, w Frau gewikß, s Pflanze hart hart
ful voll gewirz, s Gewürz harzik herzlich
fun wanet woher gewiter, s Gewitter hawn, m Hafen
fun von, als (Vergleich) gezelt, s Zelt hazloche, w Erfolg
fuß, m Fuß gezolt, s Lohn, Gehalt heflech höflich
gich schnell heimisch gemütlich
giftik schlang, m /w hejbn heben

G Giftschlange hejß heiß


giltik gültig helfn helfen
ganz ganz glaich geradeaus helft, w Hälfte
gartnwarg, s Gemüse glesl, s (Trink-)Glas hern hören
gas, m Gas gloibn glauben higiene, w Hygiene
gaß, w Straße glos, s Glas (Material) hilf, w Hilfe
gaßtfraindlechkejt, w gold, s Gold hinter hinter
Gastfreundschaft gopl, m Gabel hintn hinten
gebekß, s Gebäck gortn, m Garten hißtori'e, w Geschichte
gebn zu wißn Got Gott hiz,w Fieber
benachrichtigen gram, m Gramm hobn haben
gebn geben gramatik, w Grammatik hofn hoffen
geboirntog, m Geburtstag grejt fertig hoich hoch; laut
gedenken sich erinnern, grejtn(zu) vorbereiten hois, s Haus
s. merken grenez, m Grenze holz, s Holz
gefeln gefallen gring leicht (nicht schwer) hungerik hungrig
gefil, s Gefühl grinß, s Gemüse
gefinen finden groiß pekl, s Paket
gegnt, m Gegend groiß groß ü . m ■■
gej(t) mit Got tschüss gros, s Gras
gejn gehen grupe, w Gruppe iber über
geleger, s Bett, Couch gufe selbst iberbaißn frühstücken
gelt Geld gut gut iberbaißn, s Frühstück
geltanwaisung, w Scheck iberchasern wiederholen

hundert sibn un draißik 1 3 7


Wörterliste Jiddisch - Deutsch
iberfir-schifl, s Fähre konzert, m Konzert
iberik übrig kort, w Karte
ibermorgn übermorgen kostn kosten (Preis)
kalt kalt
ibersezer Übersetzer kraftik stark
kameß, s Menge, Quantität
ibn üben krank krank
kap, m wenig
ich ich krenk, w Krankheit
karte, w Landkarte
in in, nach (Richtung) krom, w Geschäft (Laden)
kaße, w Kasse
inejnem zusammen kumen kommen
kedejzu... um zu ...
in ergets nit kumen zu gaßt besuchen
kegn gegen
nirgendwo/-hin kunßt, w Kunst
kejle, w Gefäß
ingichn bald kurz kurz
kejn nach (Richtung)
inderfri, m Morgen kuschn küssen
kejn mol nit niemals
indsl, m Insel kwejt, m Blume
kejn sach nit nichts
indußtri’e, w Industrie
kejnernit niemand
influenzi’e, w Grippe
kenen kennen,können,
informazi’e, w Auskunft,
wissen
Information
keschene,w
informirn sich s. informieren lachn (wegn epeß)
Tasche (Kleidungs-)
inßekt, m Insekt lachen (über)
keschenik, m
intereßant interessant läge, w Lage (geogr.)
Taschendieb
internazional international laign lügen
kfar, m Dorf
ir Sie lailech, m Laken
kil kühl
ir/e ihr/e (Ez.) lait Leute
kind, s Kind
ische, w Frau lajen sich (fun)
kino, m Kino
kirch, w Kirche sich leihen (von)

klaibn sammeln lajen (+ Dat.) verleihen (an)


j klejder Kleidung land, s Land

klejn pekl, s Päckchen landschaft, w Landschaft


jam, m Meer lang lang (zeitl. + örtl.)
klejn klein
jeder ejner jeder lebn leben
kloset, m Toilette
jedije, w Nachricht lebn, s Leben
kochn kochen
jeriech jährlich leben neben
koifn kaufen
jingl, m /s Junge lefl, m Löffel
kol, s Stimme
jischew, m Dorf lejdik leer
koldre, w Decke (Bett)
jo ja lejenen lesen
komplizirt kompliziert
jogn laufen, rennen lejgn legen
komunikazie-mitl, s
jogn sich sich beeilen lerenen unterrichten
Fahrzeug
joich,w Suppe (lehren)
konßulat, m Konsulat
jor, s Jahr lerer/-(i)n, -ke Lehrer/in
kontrolirn kontrollieren
jung jung lernen sich lernen
konwert, m Briefumschlag
jurnalißt Journalist lib schön

138 hundert acht un draißik


Wörterliste Jiddisch - Deutsch
lib hobn lieben mer mehr naß nass
licht, w Licht merer mehr naßlech feucht
lichtik hell merkwirdigkeit, w natur, w Natur
lid, s Lied Sehenswürdigkeit nechtn gestern
lign liegen; lügen meßer, m Messer nejn nein
linkß links meßukn gefährlich nemen nehmen
loch Loch mesumonim Bargeld nejtik notwendig
loifn laufen, rennen mid müde neßi’e,w Reise
lomp, m Lampe milchome, w Krieg niderik niedrig
loschn, s Sprache minheg, m Brauch ni(sch)t nicht
lotke, w Boot minut, w Minute noch nach (Zeit); mehr, noch
mir wir noch dortn dorthin
mischpoche, w Familie nochamol noch einmal,
M misrech, m Osten wieder
mißcher, m Handel nochmitog, m Nachmittag
machmeß weil mißt, s Müll nodl, w Nadel
machn machen mit mit noent nah
m ain/e mein/e mitogzait, w Mittag noenzt neben
mairew, m Westen mode, w Mode nomen, m (Vor-)Name
maiße, w Geschichte moire hobn (fun) nor nur, aber
(Erzählung) sich fürchten (vor) normal normal
malbuschim Kleidung moire, f Angst nudne langweilig
mame Mutter mokem, m Ort nujnik, m Toilette
man Mann, Ehemann moln malen numer, m Größe (Kleidung)
manzbil, m Mann morgn morgen
mape, w Landkarte moschl, m Beispiel
mark, m Markt motor(zikl), m Motor(rad) o M f l■
maschin,w Motor motor-schifl, s Motorboot
masl, s Glück mume Tante o da
materije Eiter musej, m Museum ober aber
matone, w Geschenk musik, w Musik oder oder
me man musn müssen oft mol oft
mechule verdorben; kaputt oib wenn (falls)
medine, w Land oibn oben
megen dürfen N 1 f l oich auch
meglech möglich oif auf
mejdl, s Mädchen nacht, w Nacht oifderräge sofort
mekech, m Preis nai neu oifchapnsich aufwachen
men man nai(e)ß, s Nachricht oifhern aufhören
menju, m Speisekarte naket nackt oifmachen öffnen
mentsch, m Mensch narisch dumm oifnemen empfangen

hundert nain un draißik 1 3 9


Wörterliste Jiddisch - Deutsch
oifstejn aufstehen opsporn sparen polizai, w Polizei
oifwekn wecken opzol, m Gebühr por, w Paar
oinesch, m Strafe orem arm por-folk, s Ehepaar
oips, s Obst organ, m Organ poßtam t, m Post(amt)
oirech, m Gast organisirn organisieren poßtkartl, s Postkarte
oisgezeichnt ausgezeichnet ort, m Stelle, Ort, Platz poßtm arke, w Briefmarke
oiß aus (Ursache) os(j)ere, w See, m prawen feiern
oißbaitn Umtauschen oß, m Buchstabe prim itiw primitiv
oißland, s Ausland ot da, jetzt, bald priwat privat
oißlender Ausländer o td er/d i/d o ß dies Problem, w Problem
oißtaitscher Dolmetscher, ow(e)nt, m Abend profeßje, w Beruf
Übersetzer ow(e)ntbroit, s Abendessen program, w Programm
oißterlichkeit owto-ongißn-ßtanzje, w proßpekt, m Prospekt
Sehenswürdigkeit Tankstelle pruwn versuchen
oißtun ausziehen ptire, w Tod
oito, m; Auto punkt genau
oitobus, m Bus p puschet einfach
oitowarstat, w
Autowerkstatt palaz, m Palast, Schloss
on ohne pamelech langsam
onbaißn, s Mittagessen papir, s Papier
ondenk, m Andenken papiroß, m Zigarette radio, m Radiogerät
ongestelte(r) parkirn parken raich reich
Angestellte(r) parschoin, m Person raisebiuro, m Reisebüro
onhaltn dauern paßkenen entscheiden recht richtig; Recht
onhejbn anfangen paßn sitzen, passen (Kleidg.) rechts rechts
onkl Onkel paßport, m Pass redn reden, sprechen
onklingen anrufen, pejde, w Lohn, Gehalt redn nit zu dersach
telefonieren pejre, w Frucht sich versprechen
onkumen ankommen; personschain, m Ausweis regn, m Regen
Ankunft pinktlech pünktlich (gume)rejf, m Reifen
onton, s Kleidung plaje, w Strand rejn sauber
onwaisung, w Überweisung plan, m Plan rejnikn sauber machen
onwern verlieren (Dinge) plaßter,s Heftpflaster rekomendirn empfehlen
opfal, m Müll plate, w Schallplatte reserwirn reservieren
opforn abfahren platforme, w Bahnsteig reßtoran, m Gaststätte,
opnarn betrügen plazkarte,w Platzkarte Restaurant
opru'en sich sich erholen pluziing plötzlich richtung, w Richtung
opschmuäßn (sich) poier Bauer roi roh
(sich) verabreden Politik, w Politik roichern rauchen

140 hundert ferzik


Wörterliste Jiddisch - Deutsch
rufn rufen, schreien schmol eng soln sollen
ruksak, m Rucksack schmu’eß, m Gespräch, soken, m alter Mann
Unterhaltung spais, w Speise,
scho, w Stunde Lebensmittel
s schodn, m Verletzung spakuln (Mz.) Brille
schoin schon spaßik lustig
sach,w Ding, Sache scholem, m Frieden (gejn)spazirn
said, w Seide schraibn schreiben Spazierengehen
saidnß, s Seide schraien rufen, schreien spet spät
sain sein schuch, m Schuh spiin spielen
sain/e sein/e schul, w Schule spilwarg, s Spielzeug
sait,w Seite (Richtung) schuldik schuldig spitol, m Krankenhaus
salb, w Salbe schwebele, s Streichhölzer spriz, m Spritze
salz, w Salz Schweiz, w Schweiz ßam, m Gift
samd, s Sand schweizer Schweizer(in) ßchoire, w Ware
samlen sammeln schwer schwer, schwierig ßchum, m Menge, Quantität
sat satt schweßter Schwester ßebibe,w Umwelt
saz, m Satz (Grammatik) schwimen schwimmen ßekunde,w Sekunde
schafer, m Chauffeur schwimhejslech, s Badehose ßimche, w Fest
schaile, w Frage schwizen schwitzen ßof, m Ende
schalwe, w Ruhe seif, w Seife ßport, m Sport
scharf scharf seiger, m Uhr(zeit) ßrejfe,w Brand
schef Chef seigerl, s Uhr ßtanzje, w Haltestelle,
schejn schön sej sie(Mz.) Bahnhof
schenk, w Kneipe sejde Großvater ßtrachirung Versicherung
scherl, s Schere sejer/e ihr/e (Mz.) ßtudent Student
schif, w Schiff sekene, f Alte starbn sterben
(zu)schikn schicken, senden sekl, s Tasche steg, m Gasse
schiler Schüler(in) seltn selten stejn stehen; Stein
schilschl, m Durchfall sen sehen stein stellen
schirem, m Regenschirm sezn sich sich setzen stendik immer
schißn schießen si sie (Ez.) stern stören
schiter dünn sicher sicher stetl, s Stadt
schlecht schlecht Silber, s Silber stikl, s Stück
schlißt, m Schlüssel singen singen stil, m Stil (Architektur)
schlofn schlafen sint seit stilkejt, w Ruhe
schlofsak, m Schlafsack siß süß stof, m Stoff
schlofzimer, m Schlafzimmer sizen sitzen stok, m Etage
schlogn schlagen sogn sagen stotgortn, m Park
schmejchlen lächeln soier sauer strik, m Seil

hundert ejn un ferzik 1 4 1


Wörterliste Jiddisch - Deutsch
ton tun
trachtn denken
tradizije, w Tradition veloßiped, m Fahrrad
tramwai, m Straßenbahn waib, w Frau, Ehefrau
trefn treffen (begegnen) waiblech weiblich
trep, w Treppe waisn zeigen
trinken trinken wait fern, weit
trogedik schwanger wakanzije, w Urlaub, Ferien

‫ז‬ trogn tragen wakzinirn impfen


trojerik traurig wald, m Wald
tabik, m/tabike, w Tabak trukn trocken walise, w Koffer
tablet, m Tablette trunk, m Getränk walute, w Mz Valuta, Devisen
taich, m Fluss tschemodan, m Koffer want, w Wand
taitschisch deutsch tschikawe neugierig warem warm
taitschische(r) Deutsche(r) tschikawe sain (far) wartn warten
taitschland Deutschland sich interessieren (für) waschn waschen
tajer teuer tschikawe zu sen waschzimer, m
tanzn tanzen sehenswürdig Badezimmer
täte Vater tschikaweßn, s waßer, s Wasser
tate-mame Eltern Sehenswürdigkeit wate, w Watte
taxi, m Taxi tu’en tun weg (zurik), m (Rück-)Weg
teater, m Theater tunkl dunkel wej(tik), m Schmerz
teglech täglich tu rem, m Turm wejnen weinen
telefon, m Telefon türme, w Gefängnis wejton schmerzen
telefonischer kod, m welcher welcher
Vorwahlnummer wein wollen
telegrame, w Telegramm U wemens wessen
telewisi’e, w Fernsehgerät wenn als (zeitl.),
tfiße, w Gefängnis umbakant unbekannt wann, wenn
tif tief ume,w Land wer wer
tifle, w Kirche (a. verächtl.) umetik traurig wern werden
tir, w Tür umetum überall werterbuch, s Wörterbuch
tochter Tochter umglik, s Unfall weter, m Wetter
to’eß, m Fehler umschuldik unschuldig wetschere, w
tog, m Tag umsißt kostenlos Abendessen
togik täglich un und wi (asoi) wie
toit tot; Tod undsere/r unser/e wichtik wichtig
toi, m Tal uniwerßitet, w wifil wieviel
tomer wenn (falls) Universität wint, m Wind
tomid immer unter unter winter, m Winter

142 hundert zwej un ferzik


Wörterliste Jiddisch - D e u ts c h ^ J
wintschewen gratulieren zizke,w (weibl.) Brust
Z
wintschn wünschen zofn, m Norden
wisit, m Aufenthalt, Besuch zait fun jor,w Jahreszeit zol, w Nummer
wisitirn besichtigen zait, w Zeit zoi, m Zoll
wißn kennen, wissen zaitik reif zondokter Zahnarzt
woch, w Woche zaitplan, m Fahrplan zu zu (+ Adjektiv)
wog, w Gewicht zejnpaßte, w Zahnpasta zu fil zu viel
woglen wandern zeklapn schlagen (milit.) zu fuß zu Fuß
wogn, m Wagen zeklapt zerbrochen; zufridn zufrieden
woil gut kaputt; gebrochen zugeher, s Eigentum
woinen wohnen (auch Sprache) zugewejnen sich (zu)
woksal, m Bahnhof zemasikt verletzt sich gewöhnen (an)
wolwl billig zenter, m Zentrum zulib wegen
wort, s Wort zi ob zunomen, m
woß was zi’en abschleppen Familienname
wu(hin) wo(hin) zimer, m Zimmer zurik (oif) zurück
wund, w Wunde zirung,w Schmuck zwischn zwischen

Jiddisch lernen ohne Stress!

Kaud erw elsch


Jiddisch AusspracheTrainer

Der AusspracheTrainer macht die wichtigsten


Sätze und Redewendungen aus dem
Konversationsteil des Kauderwelsch-
Buches (gekennzeichnet mit 9 )
auf Audio-CD hörbar:
mit Nachsprechpausen und
Wiederholung.

hundert drai un ferzik 1 4 3


r Der Autor

Der Autor

/A rnold Groh: N achdem ich über 70 Länder


bereist habe, bin ich in Berlin hängengeblie-
ben, wo ich seit 1990 Jid d isch u n terric h te.
Jiddisch h a tte ich w ährend m eines S tudium s
an der U niversität Bielefeld gelernt. A uf mei-
nen Reisen tra f ich zu m einer Ü berraschung
verschiedentlich a u f Jiddisch sprechende
M enschen - in Israel ebenso wie in O steuropa.
In W arschau etwa: N eben dem G elände des
ehem aligen G hettos liegt ein kleiner Synago-
genbezirk, a u f dem auch Jiddisch-S precher
w ohnen. D a ich kein Polnisch k a n n (noch!
D en K auderw elsch-S prachführer habe ich
im m erh in schon), war Jiddisch angesagt.
O der Litauen: M ein Russisch reicht einerseits
n ich t aus, andererseits w ird m an d o rt heut-
zutage leicht vor die T ü r gesetzt, w enn m an
irgendetw as a u f russisch sagt. M eine Ge-
sprächspartner k o n n ten ihrerseits kein Hoch-
deutsch, Englisch etc. - Jiddisch war das Ver-
ständigu n g sm ittel der Wahl. U nd n u n in Ber-
lin habe ich Zuw anderer kennen gelernt, m it
Ic h h o fe , Sie k ö n n e n denen ich m ich ebenfalls a u f Jiddisch unter-
diesen S p ra c h fü h re r halte. Dies ist speziell der E rstellung dieses
g u t g ebrauchen. B üchleins zu g u te gekom m en, w ofür ich be-
Ü b e r K o m m e n ta re , sonders d an k b a r bin. H ervorheben m öchte
A n re g u n g e n u n d ich an dieser Stelle H errn K oifm an u n d H errn
k o n s tru k tiv e K r it ik Kovalis; ihre ejzeß waren besonders wertvoll.
w ü rd e ich m ich fre u e n . A gute neßi’e!

144 hundert fir un ferzik ‫״‬


Die wichtigsten Redewendungenn

ja/n ein
jo/nein
G uten Morgen!
A gutn morgn!
G uten Tag!
A gutn tog!
G uten Abend!
A gutn ownt!
G ute N acht!
Schlof(t) gesunt!
b itte (um etwas bitten)
ich bet aich
danke
a dank
Keine Ursache!
Äderabe. /
Nischto farwoß.
Wie geht es Ihnen?
Wi is doß gesunt?
Ausgezeichnet.
Oißgezejchnt.
M ittelm äßig.
Nischkosche.
N icht so gut.
Nit asoi gut.
Leb(t)/Leben Sie wohl!
Leb(t) gesunt!
Verzeihung!
Sait moichl!
Prost!
Lechaim!
Hilfe!
Gwald!
Die wichtigsten Fragewörter

was woß? w arum far woß


wie wi wo wu; woje; awo
w ann wenn; in woßer zait w oher fun wanen

Die wichtigsten Richtungsangaben

rechts recht herab arop


links link geradeaus glaich
h e ra u f aroif zurück zurik

Die wichtigsten Zeitangaben

heute haint V orm ittag farmitog


m orgen morgn M ittag mitog,
gestern nechtn halber tog
vorgestern ej(er)nechtn N ach m ittag nochmitog
m orgens inderfri bald in gichl,
abends farnacht, bekorew
oif der nacht k ü n ftig lehabe
tagsüber baitog(ik) im m er ale mol,
nachts bainacht(ik) stendik

Jah r jor S on n tag suntik


M o n at choidesch, M on tag montik
monat D ienstag dinßtik
Woche woch M ittw och mitwoch
Tag tog D on n erstag donersch’tik
S tunde scho Freitag fraitik
M inute minut Sam stag schabeß
Die wichtigsten Fragen

D a rf m an ... ? Zi m eg men ... ?


M uss m an ... ? Darf men ... ?
Ich m öchte ... kaufen. Ich wil koifn ... .
Wie viel k o s te t... ? Wifi k o ß t... ?
Wo i s t ... ? Wu gefint men ... ?
Wo gibt es einen Arzt? Wu gefint men a dokter?
Wo gibt es K arten für ... ? Wi ken men koifn
biljetn fa r ... ?
Einen Tisch für A tisch fa r ... leitn,
... Personen, b itte !‘ seit asoj gut!
Taxi! - Fahren Sie Taxi! ‫ ־‬Ich wil
m ich nach ... forn zu ...
Wo ist die Wu gefint men di
nächste W erkstatt? no’etßte oitowarstat?
W ann m uss ich aussteigen? Wenn darf ich aroißgejn?
Ich suche eine U nterkunft Ich such wi zu
fü r ... Person(en). ibernachten fa r ... lait.
H aben Sie ein freies Zi hobt ir a frajer
Einzel‫־‬/D oppelzim m er ejnortiker / zwejortiker
fü r ... Tage? numer fa r ... teg?
D er/die/das ... Der / di / doß ...
funktioniert/ is /se n e n in ordenung./
fu nktionieren nicht. nit in ordenung.
PressestimnI C i i ‫*״״‬/‫ן‬

‫ ״‬... Endlich gibt es Sprachführer,


mit denen die Verständigung klappt. ..."
, DM ‫ ־‬das kritische Verbrauchermagazin
‫ ״‬... M/'t d/esen unkonventionellen Sprachfibeln
macht nicht nur das Lernen Spaß, das Konzept
verspricht auch rasche Erfolgserlebnisse. ..."
Tl-Geschäftsreise
‫ ״‬... Sprachführer, die wirklich weiterhelfen, die Zu dies
auch noch Redewendungen anzubieten haben, ^\Uss ertl &Uch iSf
wo herkömmliche Lehrbücher passen müssen. ‫ ״‬a u fA ud in * X Tr* ‫׳‬ner
Brigitte CD *'hält,ich
‫ ״‬... macht in hervorragender Weise die
Grundzüge der Grammatik soweit deutlich,
wie es zum Sprachverständnis nötig ist. ..."
Promobil
‫ ״‬... Was alle Bücher der Reihe auszeichnet,
ist ihre Nähe zum Alltag, der Mut, perfekte
Grammatik gar nicht erst anzustreben,
und der großartige Einfall, jeden Satz zwei-
mal zu übersetzen: in korrektes Deutsch und
Wort für Wort, wodurch man bisweilen über-
raschend schnell ein Gefühl für den Fluss der
fremden Sprache bekommt."
Frankfurter Allgemeine Zeitung