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I. Genesis 1,

1-2, 3:

Die Erschaffung der Welt

1,

1 Am Anfang1 hat Gott den Himmel und

die Erde geschaffen.

2 Und die Erde war em Tohuwabohu und Finsternis lag über der Urflut und

Es werde

t

ht

es

Tag,

wurde Morgen:

6 Da sprach Gott:

s

sie

dem Wasser oberhalb

Lict.

d

Und Gott sah

schied zwischen dem Licht und der Finsternis.

.

.

r auch Gottes sch

ebte über

4

nannte

dem Wasser.

er

Nacht.

3 Da sprach Gott:

Unes wurde L1 cht.

.

und

die

Fin

ternis

em2 Tag.

und

das

Licht als gut an. Und Got

5

Da nannte Gott das Lic

wurde Abend,

und

Und es

Es werde eine Feste

Wasser

dem

scheidet.3

7

mitten in

Und

Gott

den Wassern, dass sie zwi­

machte

die Feste, sodass

hen asser

schied4

.

zwischen

Wasser unter der Feste und

f

der Feste. Und es geschah so.

8

Da nannte Gott die Feste Himmel.

Und es

wurde Abend

und

es wurde

Morgen:

ein zweiter Tag.

 

9 Da sprach Gott:

Das Wasser unter

dem

Himmel sammle

sich

an einem

Ort, sodass

das

Trockene

sichtbar werde.

Und

es geschah so.s

10 Da

nannte Gott das

Trockene

Erde,

und

die Sammlung des

Wassers nannte er

Meer. Und Gott sah es als gut an.

11 Da sprach Gott: Die Erde lasse junges

in

sachlicher Hinsicht ist V.2 vorzeitig zu V. 1.

2 Zur Verwendung der Kardinalzahl und ihrer kontextbedingten Bedeutung als Ordinale s. GK

§§98a, 134p. Nach Rasch1 ist die Kardmalzahl gewählt, um die Einzigartigkeit des ersten Tages zu

betonen.

1

�ur Artikellosigkeit

.

von b•�reSit „Am

Anfang" vgl.

die Auslegung

.

V.

J ist ein Mottovers

'

1 Der Schöpfungsbericht in Gen

.

.

m

V. 6 die

1, 1-2, 3 ist besonders sorgfältig aufgebaut und durch wieder­

Vgl. die Auslegung. Die LXX gehorcht dem Schema und

so" unmittelbar auf den Befehl folgen (vgl.

eht diese Formel dagegen vom Schema abweichend, aber sachgemäß

ennung (V. 8). Die allein gegen

gilt

Billigungsformel

stehende

k ehre nde For 1elelemente strukturiert.

lasst V.�· 11 .

z

die

auch fur die

„Und

Geschehensforme! „Und

es

geschah

emzelnen

.

18. 21.

15. 24. 30). l m MT s

1sc?en der Funkt10nsbesnmmung der Feste (V. 7) und ihrer B

w1

.

.

hugsten

.

!

extzeugen

Erganzung der am Ende

LXX

der

bietet

.

.

Gott sah es als

gut an"

��

eine harmoms1erende

Schöpfungswerke

V.

8.

Ubersetzung.

Das

üblichen

(vgl. V. 4. 12.

31) in

'

.

Es i

ist, wird er sonst 1mme r ausdrück!ich gena nm (vgl.

t nic�t ganz eind

der Feste als

L�X

utig, ob Gott oder die Feste das Subjekt zu „scheiden"ist. Sofern Gon

die Korrespondenz

emen Konsekutivsatz zum ersten Verbalsatz in

256.

Himmel

MT ist als die bes­

Kom­

möglicherweise auf einer hebräi­

Singular

Hebräi­

eine

Subiekt

des Verses zu V. 6 sprechen dafur, dass es sich um

V. : m!t Die

sammelte sich m seme (pi.) Sammelbecken,

ser bezeugte,

mentar der

sc�en Vorlage, msofern die

semes Bezugsworts „Wasser

V. Sa).

Dies und

.

.

ubje�t handelt .

die

Vgl.

J.

acob, 38-

I;

Steck, Schöpfungsbericht,

das

Wasser unter

78-81,

dem

bietet hier

.

fehlende Ausführungsnonz: „Und

und das Trockene wurde sichtbar."

schwierigere und kürzere

BHq.

yim)

Anders '.Jendel, Text,

P� ralform

(uÖwQ)_

voraussetzt.

Vgl.

Lesart beizubehalten.

l20f .

Die LXX

beruht

des

Personalpronomens

passt

und eventuell dessen

Vgl. auch den textkritischen

(mhwv) nicht

zum

pluralische Bildung im

LXX

schen (kai:n-ma

In diesem Fall bietet schon die hebräische Vorlage der

harmonJS1erende Lesart.

Wellhausen, Composition, 184.

Die

Erschaffung

der Welt

27

G

�gt,

tr

ü

n

grün

nach

so.

ld

et,

nach

rn

e ist,

end

Da

und es

sprach

en6: Kraut,

seinen Arten,

12 Und

das Samen

das Frucht

in welchem sein Same ist auf der Erde. Und es ge­

das Samen

in welcher sein

13 Und es wurde

bildet,

und7

Fruchtgehölz,

Kraut,

�� h ah

Sa

Ab

14

un

Zeichen, und zwar für Zeiten und für Tage und für10 Jahre.

den

Erde.

das größere11 Licht zur Herrschaft über den Tag und

Herrschaft

feste des Himmels, um zu leuchten auf die Erde

den Tag und

tern

die

Erde brachte junges

und Gehölz, das

Grün hervor:

Frucht

seinen Arten,

bringt,

nach seinen Arten. Und Gott sah es als gut an.

wurde Morgen: ein dritter Tag.

Gott:

Es werden8

Lichter an

der

Feste

um zu

der Nacht. Und sie sollen dienen als

Und sie wer­

auf die

Lichter,

das kleinere Licht zur

die

18 und zu herrschen über

des Himmels,9

15

leuchten

ter

scheiden zwischen dem Tag und

als Lichter dienen an

Und

es

geschah

so.

der Feste

16

Da

über

die Nacht,

und

is.

Und Gott sah es

des Himmels, um zu

machte Gott

die Sterne.

die beiden großen

17 Und Gott setzte sie

es wurde Abend und

an

die Nacht und zu scheiden zwischen dem

als gut an.

19 Und

Licht und der Fins­

es wurde

Morgen:

Da

Wesen,

entlang.13

Wesen,

alle

20

ein vierter Tag.

Gott:

sprach

und

Das Wasser

schuf Gott die

von denen

soll wimmeln

an lebenden

die Feste des Himmels

alle lebenden ihrer Art und

gut an.

Seid fruchtbar und mehrt euch und

Art.

vor Gewimmel

Flugtiere12

21 Da

sollen fliegen über der Erde,

großen

Seeschlangen und

die sich regen,

das Wasser wimmelt, nach

Und

Gott sah

es

geflügelten

Flugtiere

nach ihrer

als

22 Und Gott segnete sie und sprach:

füllt das

Erde!

Wasser in

23

den Meeren, und

die Flugtiere

seien

auf

ein fünfter Tag.

zahlreich

Und es wurde Abend und es

wurde Morgen:

der

24

Da sprach Gott: Die

25

Da machte Gott

und alles,

Erde bringe

das Wild

nach ihrer Art:

der Erde nach seiner Art. Und es geschah

das Vieh

nach seiner Art.

hervor lebende Wesen

der Erde

nach seiner Art

Vieh und Kriechtier und das Wild

so.

nach seiner Art

und

was kriecht auf dem Erdboden,

'Gegen die

LXX (ßo"taVl]V XOQ'tOU)

sind

„Grün"

und Kraut" nicht zusammenzuziehen.

1 lm MT fehlt die Kopula. Zur gut bezeugten

Lesart (LXX, Sam, Pesch, Vulg, einige MS von

TJ) vgl.

V. 12.

1

Zur singularischen

Verbform

vgl.

GK

§1450.

9

LXX und Sam bieten hier einen in Anlehnung an

V. 15. 17 ergänzten Text.

10

sition

11

Im MT ist die von 4QGenk, Fragm. / ausgefallen.

Die

2 (DJD

Xll,

77), Pesch und LXX

drückt

(d;)

bezeugte Präpo­

Abfolge

von

zwei entgegengesetzten Adjektiven mit Artikel

den vergleichenden

Komparativ aus.

Vgl. GK

§133f.

12

('öp).

Gemeinhin wird

nde

känäp

'öp kollektiv mit „Vögel"übersetzt, doch bezeichnet der Ausdruck alle flie­

Vgl. auch das

im Sinne einer Gattungsbezeichnung für alle geflügelten Tiere

genden T iere, einschließlich der Fledermäuse und Insekten (vgl. Lev 11, 19.

erläuter

20-24).

„Flügel" in V. 21

u I

m

MT

fehlt die

25: Das

Geschehensformel „Und

es geschah so".

zu beheben .

Die

Abweichung

vom Schema

Befehl

Ibn Esra).

bleibt

analog zu

Gegen diese Auffassung spricht die Formulierung des zweiten Halbverses.

unerklärlich,

V. 11.

ist aber nicht mit der LXX

Wasser

Zudem versteht die

LXX den

(so auch

soll Kriechtiere und

Vögel entstehen lassen

29

28

Genesis 1,1-2, 3

p

Und Gott sah es als gut an. 26 Und Gott sprach: Lasst uns Menschen ma­ chen als unser Bild, wie ein uns vergleichbares Bild, sodass sie herrschen über die Fische des Meeres und über die Flugtiere des Himmels und über das Vieh und über das ganze Wild14 der Erde und über alle Kriechtiere, die auf der Erde kriechen. 27 Da schuf Gott den Menschen als sein Bild15• Als Bild Gottes schuf er ihn. Männlich und weiblich schuf er sie. 28 Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen:16 Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und nehmt sie in Besitz und herrscht über die Fische des Mee­ res und über die Flugtiere des Himmels und über jedes Lebewesen1� das auf der Erde kriecht.18 29 Da sprach Gott: Siehe, ich gebe euch alles Kraut, das Samen gibt, das auf der Oberfläche der ganzen Erde ist, und das ganze Ge­ hölz, an dem Baumfrüchte sind, die Samen geben. Euch sollen sie zur Nah­ rung dienen. 30 Und allen Lebewesen der Erde und allen Flugtieren des Himmels und allem Kriechtier auf der Erde, in denen ein lebendes Wesen ist, [gebe ich]19 das ganze Grün des Krautes zur Nahrung. Und es geschah so. 31 Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe es war sehr gut. Und es wurde Abend und es wurde Morgen: der sechste Tag. 20

2, 1 So wurden vollendet der Himmel und die Erde und ihr ganzes Heer.2 Und

Gott vollendete am siebten21 Tag seine Arbeit, die er getan hatte, und er ruhte am siebten Tag von seiner Arbeit, die er getan hatte. 3 Da segnete Gott den siebten Tag und er heiligte ihn, denn an ihm hatte er geruht von all seiner Arbeit, die Gott geschaffen hatte, indem er sie tat.

14 Trotz der nur sehr schwachen Bezeugung durch die Peschitta wird man mit Blick auf V. 24. 25 und die sonst zu beiläufige und innerhalb der Aufzählung der T iere seltsame Erwähnung

des Herrschaftsauftrages über die Erde (MT: ü-17'-kdl hä-'ärte$ "über die ganze Erde") wohl bayyat „Wild" ergänzen dürfen. Vielleicht beruht ü-17'-käl hä-'ärte$ im MT auch auf einer Haplographie des dann im folgenden vollständig wiedergegebenen ü-17'-kdl hä-ri:m.es. 'a/ hä-'är&$ „über alle

auf der Erde". Der Fehler muss sich schon sehr früh in die Textüberlieferung ein­

Kriechtiere

geschlichen haben.

1 5 Die LXX lässt 17'-$almö aufgrund eines Lesefehlers (Homoioarkton) oder aus stilistischen Gründen unübersetzt. Vgl. Rösel, Übersetzung, 50.

1 6 In Anlehnung an V. 22 formuliert die LXX gefälliger und streicht den zweiten Verbalsatz zum einfachen

Unterschied zu den Haustieren (bthemä; vgl. V. 26,

wo im Anschluss an die Peschitta das „Wild" zu ergänzen ist), wird hier aber als Kollektivbegriff für alle auf der Erde lebenden Tiere verwendet, und zwar einschließlich der Kriechtiere. V. 30 ver­

wendet /:Jayyä wohl als Oberbegriff für „Wild" und „Vieh", während die Kriechtiere eigens ge­ nannt sind.

1 7 bayyä bezeichnet eigentlich das Wild im

18 LXX und Peschitta gleichen die gliedernde Aufzählung der T ierwelt an V. 26 an.

19 Sinngemäß aus V. 29 zu ergänzen.

20 Zur Konstruktion vgl. Joüon/Muraoka § 138b.

21 Gegen LXX, Sam und Pesch sowie der Mehrzahl der Handschriften von Lat (vgl. ferner

Jub 2, 1. 16. 25), die in V. 2a „sechster Tag" lesen. MT ist wohl als lectio difficilior beizubehalten. Vgl. die Auslegung. Anders Hendel, Text, 122 f; T. Krüger, Schöpfung und Sabbat in Gene­ sis 2, 1-3, in: C. Karrer-Grube u . a. (Hg.), Sprachen - Bilder - Klänge. Dimensionen der Theo­

logie im Alten Testament und in seinem Umfeld (FS R. Bartelmus), AOAT 359, Münster 2009, 155-169, wonach die Lesung des MT auf einem Schreibversehen beruht, das durch den nahezu gleichlautenden Schluss von V. 2a und V. 2b verursacht worden ist.

Die Erschaffung

der Welt

Ana

lyse :

Der Abschnitt geht auf die Priesterschrift zurück. Gen 2, 1 ist ein sekun­

där- priesterschriftlicher Eintrag.

priesterschriftliche Schöpf ngsbericht in �en

1, 1-2,322

gehört zu den

nder s behutsam und wohluberlegt formulierten Te xten des Alten Te sta-

eso

men

b

ts. Die stetige Wiederkehr einzelner Formelelemente un

Struktur der enen_ Schöpfungswoche v rm1tte n

lie

he

dur

chgeplanten und

·

1

d

en

lne

(en

E

_

d d"

ie

.

d

kl

·

are ze1t-

k

·

e1

er

em,

m ruc

im hocsten rade reflektierten Komposition.Jedes

_

.

„Und Gott sprach

Schöpfungswerk begmnt mit Gottes Befehl:

1,3.

6.

9.

11.

14. 20.

24. 26).

11. 15. 24. 30; L

X

auch V:

20)

Im Regelfall folgen die formelhafte Fest­

der Entsprechung von Befehl und Ausführung Und es geschah so"

(en

Um

Und

}eder

!lung

1,7. 9.

u:i� ein knapper �ericht über die

Billigung des Schopfungswerkes:

12. 18. 21. 25. 31; LXX

auch

V. 8).

setzung des Befehls sowie die göttliche

_

Gott sah es als gut an" (Gen

1, 4.

10.

Schöpfungstag endet

it der , ählung der Ta ge: Es wurde Abend und

etc. (Gen

1, 5. 8

:

13.

1

.

23.

31; 2, 2

-:-

3).

es wurde Morgen: em zweiter Tag

_

Das

Sieben-Tage-Schema folgt einer strengen Sachlogik:23 Die Gegebenhe1 en

:

one:i

der Welt vor der Schöpfung sind durch das Fehlen der Ordnungskate

Zeit" und Raum" charakterisiert (Gen 1,2: Finsternis und Urflut). Die Zeit

;.,ird am

ersten Schöpfungstag mit der Einrichtung des für die Zeiteinteil

von Nacht/Finsternis

und

Ta g/Licht

ng

rundleg enden Wechsels

g

(Gen

1, 3-5). Die

mel

Ram (Gen

_ gesu�tet

n Him­

Tre nnung des ungeschiedenen Wa ssers der Urflut

Meer und Land am zweiten und dritten Schöpfungstag

1, 6-8.

etabliert den

9-13). Darüber hinaus werden die Zeit und ihr stetiger

Der

22 Seit

("Dies

Werner Carl Ludewig Ziegler (1794)

sind

die Toledot

des Himmels

und der

betrachtet.

Dies

dem

wird üblicherweise die Toledotformel von Gen

2, 4a

rschaffen wurden") a ls formaler Ab­

Erde, als sie

hat sogar

Eingang m das Druckbild der BHS

_

g

:

­

HQ). Die

.

Uberschrift

schluss des Schöpfungsberichts

funden,

die hier

These

lässt sich

von

nicht

ihrer Vorlage,

halten: 1.

Die

Codex Leningradensis, abweicht (anders

sonst

ausschließlich als

Toledotformel begegnet

(vgl.Gen 5, t;

Ruth 4, 18;

6,9;

10, 1;

11, 10.27;

25, 12.19;

36, 1.9;

auch

37,2 und außrhalb der Genesis: Num

in Gen 2, 4a als Uberschnft

3,

1;

zur folgenden Pa­

(redaktionelle) Brücke zwischen dem

des weisheitlichen Erzählers

d

s vorangehenden Tex t­

Gen

1, 1-2, 3 hat in

.

vom

„�uc� der

1Chr 1, 29), entsprechend wird sie

radieserzählung aufzufassen sein.

Als solche schlägt sie eine

3.

ie

priesterschriftlichen Schöpfungsbericht und

in Gen 2, 4bff.

Hierzu greift sie

abschnitts

auf (s.u.

2,

3 ein

eigenes,

mit

Toledot"

in Gen 5, 1

wie üblich

der Paradieserzählung

Inhalt

2, 4).

und

2.

Formulierungen

Der

zur Auslegung von Gen

1, 1 korrespondierendes

ist ein

Schöpfungsbencht

singuläre

dass innerhalb

Summarium.

Ree

starkes Indiz für die Annahme,

der pnesterschnfthchen

Aufbau

Urgeschichte

die

Reihe der

Toledot urspnglich mit

Adam

in

Gen 5, 1 eröffnet wurde und

 

der

unmittelbar

voraufgehende Schöpfungsbericht

wie

im vorliegenden

Textzusammenhang

.

einen

Prolog zur

Geschichte der Toledot (Israels)

darstellte.

Auch die

wiederholt vorgetragene Vermu­

tung,

Gen 2, 4a

habe innerhalb einer

selbständigen Priesterschrift ursprünglich vor

Gen

standen

und

sei erst

redaktionell

zur Überschrift

von

Gen 2, 4bff (bzw.

Schlussvers

des

1, 1

ge­

Schöp­

fungsbericlm

machen: Der

in Gen 1, 1-2, 3. 4a)

Mottovers Gen 1, 1

geworden (vgl.

ist eine

Gunkel, 101),

ist

nur

schwer

plausibel

zu

vollgültige Überschrift

des Schöpfungsberichts. Zur To­

ledotfo

rmel und ihrer Funktion vgl. D.M.

Carr, B[ß/,rn; yi:vfoi:w�

Revisited: A Synchronie Ana­

lysis

2J

of

Patterns

in Genesis

as Part of the

Torah,ZAW

110 (1998) 159-172, 327-347.

Vgl.

Zenger, Bogen, 71-80,

200; Janowski,

Statue,

200.

Skeptisch:

Steck,

Aufbauprobleme,

288-29 2.

31 Die Erschaffung der Welt "2•. Gleichw ohl gibt der Te xt kleine We bfehler
31
Die Erschaffung der Welt
"2•. Gleichw ohl gibt der Te xt kleine We bfehler zu erkennen.
Zuweilen feh­
ß
le�
formelha�e
E��mente oder ihre Po ition weicht vom Schema ab, was
� .
sc
h
n die antiken Ubersetzungen zu Erganzungen oder Umstellungen bewo­
0
hat (vgl. die LXX zu Gen 1,
6. 8
. 9. 20)
. Auch will die Zahl von acht Wer­
�:�
auf den ersten Blick nicht ri htig zum zeitli he
Rahmen einer Woche
·
t sechs Schöpfungstagen und emem Ta g der gotdichen Ruhe passen. Be­
trn
dlich wirkt dabei nicht allein die numerische
Differenz. So fällt auf, dass
e
J
Erscha ffu ng des Menschen am sechsten Ta g, auf welche die Reihe ? er
e �
öpfu ngswerke insgesamt hinausläuft, kein eigener Ta g vorbehalten
� leibt.
S
mag auch fragen, warum die sachlich
zusammengeh�rende Sche d
�an
ng
Wa ssers und seine Unterscheidung vom Land auf zwei Ta ge verteilt ist.
des
Wird
der Himmelsozean am zweiten �ag gesch affen, so das Meer u�d �as
.
am dritten Ta g, und zw ar geme
sam mit �en Pflan en. Schließlich
Land
.
.
u�.
� .
steh t
die Erschaffung der Gemme am vierten Ta g m
? 1 � rk
v.:i
rd1ger Doppe­
lung zu
derjenigen des Lichts am ersten Ta g. Obendrem ist sie noch nach �er
Erschaffung
der Pflanzen angesetzt. Auch wenn sich die ge
annten Auffällig­
keiten im
Einzelfall gut in das Aussagegefälle des Textes einfügen lassen, so
sind sie
doch ein ernst zu nehmendes Indiz dafür, dass die Verfasser der
Priesterschrift
bei allem Gestaltungswillen nicht völlig frei formulieren konn­
ten. Ihr Schöpfungsbericht fußt auf einer breiten religionsgeschichtlichen

Tradition und stellt das Ergebnis jahrhundertealten

(Priester-)Wissens dar.

Beides hat Spuren im vorliegenden Te xt hinterlassen.

Als das wichtigste Kennzeichen

zur Unterscheidung des vorgegebenen

Stoffes von seiner priesterschriftlichen Durchdringung gilt gemeinhin das

Nebeneinander von Gottes Schaffen durch das Wort (Wortbericht") und

Gottes bildnerischem Tun („Tatbericht"). Im vorliegenden Textzusammen­

hang wird das Nebeneinander von Wort" und „Tat" so zu verst hen s ein,

:

des Jeweiligen

.

.

dass die Anordnung durch das Wort auf den Dauerzustand

Schöpfungswerkes zielt, während der Bericht von Gottes Tun die Erster­

schaffung in den Blick nimmt.25 Fragt man angesichts der genannten Uneben­

heiten nach der Vor- und Entstehungsgeschichte des priesterschriftlichen

Schöpfungsberichts, so setzt die Schöpfung allein aufgrund des göttlichen

Befehls einen entsprechenden Bericht über die Ausführung voraus. Hingegen

bedarf die Schilderung der göttlichen Tat nicht des vorausgehenden Wortes.

Auch scheint die Schöpfung durch das Wort innerhalb der biblischen

Schöp­

fungstexte eine Neuerung der exilisch-nachexilischen Zeit gegenüber der äl­ teren Vo rstellung von der Schöpfung als göttlicher Tat zu sein. Dies legen zu­

mindest die übrigen expliziten Belege für eine Schöpfung durch das Wort

nahe (vgl.

Ps 33, 4. 6

.

9;

148,

5; Jes

48,

13; Klgl

3, 37)

.26 Aus diesen Gründen

30

Genesis 1, 1-2, 3

Ablauf von Ta g und Nacht am vierten und siebten Schöpfungstag noch feine r strukturiert. Die Erschaffung der Gestirne am vierten Schöpfungstag ermög ­ licht die Rhythmisierung durch den Sonnen- und Mondkalender und die Be­ achtung herausgehobener Festzeiten (Gen 1, 14-19), während die Ruhe Got­ tes am siebten Schöpfungstag die Wochenzählung und die Unterscheidung von Arbeits- und Ruhezeit begründet (Gen 2, 2-3) . Die räumliche Ordnung bestimmt noch den fünften und sechsten Schöpfungstag, insofern es um das Bevölkern des dreigeteilten Raumes mit Meerestieren im Wasser und Flugtie­ ren unter dem Himmel (Gen 1, 20-23) sowie mit Landtieren (Gen 1, 24-25) und Menschen auf dem Erdboden geht (Gen 1, 26-31). Insgesamt ergibt sich also ein sorgfältiger Gesamtaufbau anhand der Zuordnung der Tage zu den

Kategorien „Zeit" und „Raum": Zeit ( 1. Ta g) - Raum ( 2. und 3. Ta g) - Zeit

( 4. Ta g) - Raum ( 5. und 6. Ta g) - Zeit (7. Ta g),

siebten Schöpfungstages ('aster bärä '"löhim; Gen 2, 3) zugleich einen Bogen zum Auftakt des Kapitels schlägt (b'-resit bärä '"löhim; Gen 1, 1). Die bestim­ mende Kategorie ist bei alldem die „Zeit". Ihr sind der Rahmen und die Mitte des Schöpfungsberichts zugeordnet. Die grundlegende Ordnung der Welt

wobei die Schlusswendung des

und des irdischen Lebens ist somit die in der Schöpfung angelegte (priester­ liche) Zeitstruktur der Sieben-Tage-Woche:

Gen 1, 1

Mottovers - Ü berschrift

 

Gen 1, 2

Die raum- und zeitlose Vo rwelt

 

Gen 1, 3-5

1 . Ta g

Licht und Finster- ms

Stiftung

Zeit

Gen 1, 6-8

2. Tag

Himmel

Etablierung

Raum

Gen 1, 9-13

3. Tag

Erde und Meer

Gen 1, 14-19

4. Tag

Sonne, Mond,

Rhythmisierung

Zeit

Sterne: Festzeiten

Gen 1, 20-23

5. Tag

Lebewesen im Wasser und unter dem Himmel

Bevölkerung

Raum

Gen 1, 24-31

6. Tag

Lebewesen an

Land

Gen 2, 1-3

7. Tag

Abschluss:

Rhythmisierung

Zeit

Gottes Ruhen am siebten Tag

Entstehung Der sorgfältige Aufbau des priesterschriftlichen Schöpfungsberichts zeugt von äußerster gedanklicher Konzentration und „vermittelt auch in ästhe­ tischer Hinsicht den Eindruck von verhaltener Kraft und lapidarer Grö-

2• von Rad, 43. Ähnlich schon Wellhausen, Prolegomena, 297; Gunkel, 117. 25 Steck, Schöpfungsbericht, 70. 26 V g l. Schmidt, Schöpfungsgeschichte, 175-178 sowie Bührer, Anfang, 320ff, mit Hinweisen zur weiteren Entwicklung einer immer stärker ausgeprägten Wo rtschöp fungscheologie in der nachexilischen Zeic.

33

Genesis 1, 1-2,3

32

wird das vorgegebene Material in der Aufzählung von Gottes Schöpfungsta­

ten zu suchen sein. Eine genaue Abgrenzung ist kaum mehr möglich, doch lässt sich als Vorgabe aus der Tradition eine Auflistung priesterlicher Her­ kunft mit sieben oder acht Schöpfungswerken vermuten.27 Diese bietet im Kontext des priesterschriftlichen Schöpfungsberichts eine Phänomenologie

der vorfmdhchen Welt, deren Lebensräume durch Ausdifferenzierung und �enennung entstehen und deren sukzessive Auffüllung sich an der Systema­ uk der nach Lebensräumen, Arten, Gattungen und Geschlecht klassifizierten

Lebewesen orientiert. Sie steht in der Tradition der Listenwissenschaft des alten Vorderen Orients, deren lnventarisierung einzelner Lebensbereiche und ihrer Bezeichnungen in Form mitunter knapp erläuterter und teilweise mehrsprachiger lexikalischer Listen als Urform einer naturkundlichen Welt­ bewältigung gelten darf (vgl. lKön 5, 12 f; Ps 148).2 8

Gedanken der Schöpfung durch das Wort sind die Herausstellung

der allem1gen Schöpfermacht Gottes durch den einleitenden Vers Gen 1 die Geschehensformel „Und es geschah so" (Gen 1, 7. 9. 11. 15. 24. 30) so;idie Billigungsformel „Und Gott sah es als gut an" (Gen 1, 4. 10. 12. 18. 21. 25. 31) untrennbar verbunden. Die Geschehensformel konstatiert die dem Befehl entsprechende Ausführung, weshalb sie im Einzelfall den Ausfüh­ rungsbericht ersetzen kann (vgl. Gen 1, 9) oder dort, wo Befehl und Bericht in den Details deutlicher differieren, dem Bericht nachgeordnet ist (vgl. Gen 1, 7b. 30b).29 Hinter der Billi gungsformel steht die Vorstellung eines ver­ antwortungsvollen Handwerkers, der den Herstellungsprozess mit der Prü­ fung des Werkstücks beendet und lediglich die für gut befundenen Stücke aus

.

.

Mit d ei

.

:-1

1

27 Abgrenzung und Beschaffenheit des Materials - verschiedene Traditionsstoffe feste münd­ liche Tradition oder schriftliche Quelle - werden kontrovers diskutiert. Nach Wern:r H. Schmidt steht hinter Gen 1, 2. 4b. 7. 9(LXX). 12. 16. 21. 25. 26-27a; 2, 2 f(?) älteres Ü berlieferungsgut, das

'orden ist (vgl. Schmidt, Schöpfungsge­

schichte, 161). Dieser Vorschlag hat mit folgenden Einschränkungen nach wie vor einige Wahr­

scheinlic hkeit für sich: Grundsätzlich ist zu bedenken, dass das Ü berlieferungsgut selbst schon in

priesterlicher Tradmon steht. Der Schöpfungsbericht lässt sich daher kaum hinreichend aus der

Gegenüberstellung der altvorderorientalischen Tradition und ihrer kritischen Interpretation durch die Priesterschrift erklären. So klingt in der Rede von der Scheidung (Gen 1, 4b. 6. 7. 14. 18) der im alten Vorderen Orient verbreitete Trennungsmythos allenfalls noch von Feme an. Das ver­ wendete Verb "bdl hi. ist jedenfalls im Alten Testament ausschließlich im priesterlichen Kontext

legt. I-J_öchst unsicher ist, ob in V. 9 mit Schmidt der LXX zu folgen ist (s.o. Anm. 5). Auch

b �

durfte bei der Menschenschöpfung der genuin priesterschriftliche Anteil größer sein und sich das

überkommene Material auf die Aussage "und Gott ,machte' den Menschen" beschränkt haben (vgl. 1, 27aa''· - ohne das für die Priesterschrift typische Schöpfungsverb '''br'). Zu Versuchen einer quellenkritischen Unterscheidung von Wort- und Tatbericht sowie zur Annahme, dass im Wort­ bericht der Traditionsbestand zu suchen ist, konstatiert bereits Westermann, 120: "Deshalb ist es

eine Vergröberung des Tatbestandes, wenn man

aufteilen will; der ,Wortbericht' hat als solcher nie existiere, und der ,Tatbericht' ist nicht rekon­

struierbar. " 28 Für den übrigen alten Vorderen Orient vgl. W. von Soden, Der Alte Orient. Eine Einfüh­ rung, Darmstadt 22006, 138 ff. 29 Zur Diskussion um die noch in Ri 6, 38; 2Kön 7, 20; 15, 12 belegte „Geschehens-" oder „Aus­ führungsformel" vgl. Bührer, Anfang, 48-78.

1 in einen , Wortbericht' und einen ,Tatbericht'

vo der Prieste schrift interpretieren? überformt ; -

.

Gn

p

Die Erschaffung der Welt

el den jewei­

s�hopfers, dessen

Wohl gefallen auf semen Geschöpfen ruht. Dass sich die Bilhgungsformel un-

eachtet dieser Analogie nicht von der Schöpfung durch das Wort trennen

t, zeigt ihr erstes Vo rkommen bei der Erschaffung des Lichts aufgrund göttlichen Befehls (Gen 1, 4). zu den prägenden Vorgaben des Textes, und zwar sowohl der überkom­

des

Fäss

lig en

den Händen gibt.30 Ent prechend beschließt die Billigungsfor

Schöpfungsat mit dem anerkennenden �ob ?es

.

menen Liste von Schöpfungswerken und ihrer Rede vom Scheiden und Be­

nennen dieser Werke als auch der priesterschriftlichen lnterpretamente, ge­ hört sodann der Strom altvorderorientalischer Weltschöpfungsvorstellungen.

Allerdings lässt der „hohe G _ �ad der Abstraktion [

erahnen als triftig belegen"31• Uberdies will es nicht einmal gelingen, eine be­ stim mte Tradition oder Epoche namhaft zu machen. Erkennbar ist nur der weit e Vo rstellungsraum,32 der für einzelne, in der Auslegung zu benennende

Aspekte und Aussagezusammenhänge mehr oder weniger weitgehende Ent­ sprechungen bietet und deutlichmacht, wie sehr die Verfasser im Denken alt­ vorderorientalischer Kosmologie beheimatet waren. Die Unebenheiten des Textes lassen sich also weitgehend mit seiner Verwu rzelung in der Tradition erklären; spätere Erweiterungen hat der Te xt lediglich in Gen 2, 1 erfahren

(s. u. zur Auslegung des Verses).

Die Charakterisierung der literarischen Gestalt von Gen 1, 1 -2, 3 ist Gattung schwierig. Schon Johann Gottfried Herder hat konstatiert, dass sich der Text wegen seiner Wirksamkeit und Vorbildlosigkeit jeder gattungstypischen Klassifizierung entzieht.33 Auch wenn er in allen seinen Einzelheiten fest in die Vorstellungs- und Sprachwelt des alten Vorderen Orients eingebunden ist, so hat sich für das Gesamtwerk bislang keine Analogie beibringen lassen. Die Bezeichnung als Mythos oder auch nur als Erzählung scheitert schon da- ran, dass der Te xt anders als die Paradieserzählung keinen Plot hat, keinen Spannungsbogen entwickelt und streng genommen auch keine Auflösung ei- ner eingangs geschilderten Problemstellung bietet . We der wird der göttliche Kampf gegen Chaosgewalten geschildert, noch die Schöpfung dramatisch in- szeniert . Vielmehr entfaltet der Te xt sein theologisch gedeutetes Wissen über die Lebenswelt und entwickelt darin den einen Gedanken von Gottes Schöp- fersein. Insofern diese theologischeLehre und das von ihr gedeutete Weltwis- sen als zeitliche Abfolge von Schöpfungsakten präsentiert wird, bietet es sich an, von einem Schöpfungsbericht zu sprechen, wie dies auch der nüchterne und ganz auf das Wesentliche konzentrierte Berichtsstil nahelegt. Die alles

] die Vorgänger eher

Schmidt, Schöpfungsgeschichte, 62. 3 1 Levin, Tatbericht, 128. 32 Für einen Ü berblick vgl. R.G. Kratz/H. Spieckermann, Art. "Schöpfer/Schöpfung II. Altes Testament", TRE 30 (1999) 258-283; Keel/Schroer, Schöpfung. 33 Vgl. C. Bultmann, Die Biblische Urgeschichte in der Aufklärung, BHT 110, Tübingen 1999,

149f.

1,

34

Genesis

1, 1-2,3

bestimmende klare und abgeklärte, beinahe schon monoton wirkende Struk­ turierung ist aber nicht nur den Stilvorgaben geschuldet. Sie hat auch eine unverkennbare inhaltliche Abzweckung. Unter den Bedingungen einer Kri­ senzeit, in der Israel seinen König, sein Land und seine Selbständigkeit ver­

loren hatte

(oder persischen) Oberherren ausgesetzt sah, mithin We niges Bestand zu ha­ ben schien, betont allein schon die sprachliche Gestalt des Schöpfungsbe­ richts, „wie wohlgeordnet, beständig, verlässlich, rhythmisch wiederkehrend Gott die Schöpfung gemacht hat"34. Hinter der Wissenschaftsprosa steht also das Bekenntnis zur Verlässlichkeit des einen Gottes und seiner Schöpfungs­ ordnung, was wiederum in den hymnischen Elementen des Textes seinen sprachlichen Ausdruck gefunden hat.35 In diesem Sinne handelt es sich um

eine theologische Abhandlung über die grundlegenden Ordnungen der Welt.

bersetzung

und d1 � Auslegung der ersten drei Verse der Bibel sind umstritten.36 Die an­

tiken Ubersetzungen haben hier drei eigenständige Sätze erkannt („Am An­

Und

Gott sprach

fang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer

"). Viele, darunter der Ve rfasser des Prologs zum Johannes­

evangelium (vgl. Joh 1, 1), sind ihnen gefolgt, doch hat sich auch immer Wi­ derspruch geregt. Grund hierfür ist das Fehlen eines Artikels in dem berühm­

bersetzungstradition versteht

den Ausdruck als nominale Zeitangabe zu einem selbständigen Satz im Um­

fang von V. 1. Daran gilt als proble . i:natisch, dass die nominale Zeitangabe in

V. 1 unbestimmt ist, während die Ubersetzungen wie selbstverständlich da­ von ausgehen, dass es sich um einen bestimmten Anfang handelt: Die eine Welt kann nur einen Anfang haben, was die Aussage erwarten lässt, dass es

sich um einen bestimmten und keinen beliebigen Anfang handelt. Sprachlich könnte dies außer durch den (hier fehlenden) Artikel auch durch ein auf das „Anfang" bezogenes Nomen angezeigt werden. In der Tat steht das hebräi­

s he

in einer „Geni­

uvverbmdung"

u. ö.). Das Fehlen des Artikels ist in diesem Fall regelkonform, weil das no­

einer Konstruktusverbindung keinen Artikel tragen darf. Frei-

men regens in

und

sich

der

schier

übermächtigen Kultur der babylonischen

1-3 Die B estimmung der syntaktisc�en Struktur und damit die

_

.

Ü

ten b'-resit

(„am Anfang")3� Die klassische

.

Ü

re f! -t

(„Anfang von etwas") gewöhnlich als

(status constructus)

nomen regens

und wird so determiniert (vgl. Jer 26, 1

H

Seebaß,

62.

Js Vgl.

a

raktens1

owski, Schöpfung, 506 f, der diesen Aspekt jedoch zu einseitig betone und gegen die rung als " Schöpfungsbericht" anführt. Stattdessen spricht er von einer "Schöpfungs­

112 daran fest, dass es eine

Ch

erzahlung m1t doxolog1schem Charakter", hält aber mit Westermann,

„Form

_

einer Erzählung [ist], die eigentlich keine Erzählung ist".

p

36 Die Diskussion ist monographisch aufgearbeitet bei ßauks, Welt.

_

A �

37

ders als es der Apparat der BHS vermuten lässt, ist die zuweilen vorgeschlagene Lesung

"eine freie Konjektur, die sich weder auf griechische Transkriptionen der Vä­

mit Amkel

ter noch das samaritanische Material

mi t Artikel zu vokalisieren?

Fnbourg/Göttingen

(bä-rii$it)

stützen kann"

(U. Rüterswörden/G. Warmuth, Ist

n'f11i:J.

123,

in: W. Zwickel

167-175,

175).

[Hg.], Biblische Welten

[FS M. Metzger], OBO

1993,

Die Erschaffung der Welt

35

lieh

d

fehlt in V. 1 ein auf das „am Anfang" bezogenes Nomen (n

reSit

steht für sich

_

(status absolutus). Deshalb

men r:ctu : n)

wurde verschiedentlich 1m

nschluss

a Jters

1 als genitivischer Attributsatz zu dem einleitenden b'­

den

1 nicht als selbständiger Satz verstanden, sondern gilt als em temporaler

Neb

fasst

lich er - in V. 3a. Die Passage wäre dann wie folgt zu übersetzen: „Am Anfang

von Es-schuf-Gott-den-Himmel-und-die-Erde (war es), während die Erde

als To huwabohu existierte, wobei Finsternis über der Oberfläche der Flut (lag) und ein starker Wind über der Oberfläche des Wa ssers ,rüttelte', da

sprach

Gott: Es werde Licht!"39 pie wichtigste sachliche Akzentv rschie­

wird, findet sich der Hauptsatz zu V. 1 dann in V. 2 oder - wahrschein­

ensatz. Sofern dieser nicht als unvollständiger Satz (Anakoluth) aufge­

V.

Entsp _r echend wird

s en der

an die beiden bedeutenden jüdischen Kommentatoren des Mittel-

Raschi (1040-1105) und Ibn Esra (1092-1167) vermutet, dass stattdes­

Rest von V.

aufz ufassen ist. 38 Nach diesem Vorschlag ist

b'-reSit das nomen reg

ganzen

V.

1

umfas senden Konstruktusverbindung

_

:

ens einer

e{it

bung gegenüber der gewohnten Ubersetzung besteht dann, dass sich das

Anfang" nicht auf den absoluten und voraussetzungslosen Anfang der

.

Arn

W elt, sondern auf den Beginn des Schöpfungshandelns Gottes bezieht. Syn­

taktis ch ist die vorgeschlagene Auflösung von V. 1-(2.)3a als ein Satz gefüge

von unter-

Auch fehlt es nicht an Analogien (vgl. Gen 2, 4b-7 und aus der altvorderori­

entalischen Literatur Atr I,

spricht indes, dass das Alte Te stament den für V. 1 vermuteten Gebrauch von

Verbalsätzen als Ersatz für ein

bindung nur in wenigen und an besondere Bedingungen geknüpften Ausnah­

men kennt.40 Aus diesem Grund liegt es näher,

len im Hebräisch des Alten Te staments zu zählen, wonach bei bestimmten

Substantiven für Zeitangaben die Determination in der Regel nicht eigens durch einen Artikel angezeigt wird.41 Das Fehlen des Artikels wäre demnach

einen be­

kein Einwand gegen die traditionelle Auffassung, wonach

stimmten Anfang meint und als nominale Zeitangabe zu V. 1 zu verstehen ist

und

übergeordneten

(Neben-)Sätzen grundsätzlich

I, 1-9/29 f). Gegen

möglich.

1-7; EnEl

diese Lösung

nomen rectum

innerhalb einer Konstruktusver­

das b'-reSit

zu denjenigen Fäl­

b'-reSit

und die drei ersten Verse der Bibel jeweils selbständige Sätze sind. Ganz unabhängig von der Diskussion um die Artikellosigkeit von

(„Am Anfang") ist die Frage zu beantworten, wie das Ve rhältnis der drei

selbständigen Sätze in V. 1-3 sachlich zu bestimmen ist.

In der Tradition

bc-reSit

" Vgl. We ippert, 39 A.a.O., 14.

Schöpfung.

in: S.Ö.

lason (Hg.), Literatur- und sprachwissenschaftliche Beiträge zu alttestament­

Genau genommen gilt dies für die vorlie­

gende tiberische Fassung des masoretischen Textes. Mit Stipp steht zu vermuten, dass es im vor­

lichen Texten,

Steingrimsson/K.

•0

Vgl.

H.-J. Stipp,

Ö

Gen 1, 1

St.

und die asyndetischen Relativsätze im Bibelhebräischen,

Ottilien 2007,

323-355.

ATSAT 83,

tiberischen Hebräisch mehr Möglichkeiten gegeben hat, ein

ersetzen und dies auch sprachlich eindeutig anzuzeigen.

zu

nomen rectum durch

einen Verbalsatz

"H.-J. Stipp, Anfang und Ende. Nochmals zur Syntax von Gen 1, 1, ZAH 17-20 (2004-2007)

188-1

96,

mit Hinweis auf den "artikelscheuen" Gegenbegriff qii$ („Ende").

36

Genesis

1, 1-2, 3

Die Erschaffung der Welt

37

wurden die drei Sätze in der Regel als Abfolge von Handlungen verstande

und zumeist so ausgedeutet, dass V. 1 von der Erschaffung der Materie

aus der dann, wie V. 2 ff berichten, alles Existierend

tio immediata) spricht,

Geschehnis en ab V. 3

n

dar,

hier

was den

auf

ten

�te r

en

hil

��etet

orausgegang n ist. Als Analo . !? ie kann

_v

m altvorderonenta1schen Schopfung

.

­

m

(crea­

die „Vorweltschilderungen

verwiesen werden, die den Zustand der Welt vor ihrer Erschaffung

e t

geformt und gestaltet worden ist

s

handelt es sich um den klassischen Beleg für die Lehre von der Schöpfung aus

die Aussage dieser Lehre, Gott bedürfe

in seiner Allmacht keines vorgegebenen Stoffes, der schon durch die Vo rgabe des Materials die Freiheit des Schöpfungshandelns einschränken würde, ist dem vorhellenistischen Orient schon hinsichtlich der Problemstellung noch

völlig fremd. Sie hat sich erst in der Auseinandersetzung mit dem Neuplato­

und im argumentativen Weiterdenken der biblischen Texte entwi­

ckelt. Entsprechend begegnet die Formel von Gottes Schaffen „nicht aus

der biblischen Tradition erstmals im hel­

lenistischen Makkabäerbuch, besagt hier jedoch (noch) nichts anderes, als

Das

Verständnis von V. 1 und V. 2 als Handlungs- oder Ereignisfolge ist aber auch

in sprachlicher Hinsicht schwierig: Der Ausdruck „Himmel und Erde" (V. 1) ist ein Merismus. Damit ist eine Stilfigur gemeint, die zwei sich ausschlie­ ßende, aber aufeinander bezogene Begriffe gegenüberstellt, um die zwischen

Polen gedachte Ganzheit auszudrücken („jung und alt" = „jeder",

diesen

„gut und böse" = „alles", „Tag und Nacht" = „immer"). Entsprechend be­

zeichnet der Ausdruck „Himmel und Erde" das, was das griechische xoaµo oder das lateinische universum zu einem Begriff zusammenfassen. Als eigen­ ständiger Satz gelesen, besagt V. 1 demnach „Gott hat alles geschaffen", und sicher nicht „Gott hat die ungestaltete Materie geschaffen". Sollten die V. 1-3 als Handlungs- oder Ereignisfolge zu verstehen sein, käme die Schilderung der ungeordneten Welt in V. 2 also eindeutig zu spät. Hinzu kommt, dass V. 2 mit seinen drei Nominalsätzen eine Zustandsbeschreibung bietet und inso­ fern aus der unterstellten Abfolge von Handlungen oder Ereignissen heraus­

ber­

Schilderung der Gegebenheiten vor der

voneinander

Schöpfung (V. 2) und als Auftakt des Schöpfungshandelns (V.

abzuheben.43 Für diese Lösung spricht, dass sie den Konventionen altvorder­

schrift oder Mottovers (V. 1),

fällt. So bietet es sich an, die drei als eigenständig erkannten Sätze als

(creatio mediata). Nach

diesem Verständni

Regel kontrastierend als ein Zustand des „Noch-Nicht" (V. 2aa; vgl.

2,

5)

oder als Negation der bestehenden Welt (V. 2aß ; vgl. en 2, 6)

Vo rw eltschilderung

dern. 44 Ein schönes Beispiel für eine ausführliche

das babylonische Marduk-Epos Enuma Elis. Das wohl aus der Regie­

Nebukadnezars

1

(ca .

1120-10'.'.8 v. Chr.) stammende und durch

Te xtvertreter aus der ersten Halfte des 1. Jt. v. Chr. belegte We rk

( = exis­

dem

Nichts (creatio ex nihilo). Doch

ngszeit

ru

��ginnt

hlreiche

tierte)

der

wie folgt: „Als oben der Himmel (noch) nicht benannt war

und unten die Erde (noch) nicht mit Namen genannt war,

nismus

war Apsu,

erste, ihr Erzeuger, und die Schöpferin

Tiamat, die sie alle gebar. Ihre

dem, was war" (oux e

övtwv) in

hatten sie miteinander vermischt, ehe sich Weideland verband und

zu finden war. Als die Götter noch nicht hervorgebracht

waren,

Wasser

Röhricht

kein

noch

fen

„."

dass die Welt zuvor nicht war (2Makk

7,

28; vgl. Röm

4,

17; Hebr 1 1

, 3).42

einziger, sie mit Namen noch nicht gerufen waren, ihnen die Schicksale

nicht bestimmt waren, da wurden die Götter in ihrer Mitte geschaf­

(EnEl I, 1-9).45

Der Mottovers V. 1

bildet mit Gen 2,

3 einen Rahmen um den priester- V. 1

schriftlichen Schöpfungsbericht (s.o.) und fasst zugleich zusammen, was im

folgenden entfaltet wird.

In dieser Funktion gibt der Vers wichtige Verste­

von Anfang an feststeht:

allem, was ist,

und ihnen ge­

kann entwe­

der Fall.47

henshilfen für den Gesamttext, dessen Hauptaussage

Gott ist als Schöpfer Gott. Gott ist der alleinige Schöpfer von

und als ihr Schöpfer ist Gott von Himmel und Erde entkoppelt

genübergestellt. Dabei formuliert schon die

'"löhim

genommen handelt es sich um einen Gattungsbegriff. Der Plural

formen in Gen

1

Wa hl der Gottesbezeichnung

(„Gott" oder Götterwesen") einen besonderen Anspruch.46 Streng

der eine Mehrzahl von Göttern bezeichnen oder hat als Hoheitsplural die Be­

deutung „Gott". Letzteres ist ausweislich der durchweg singularischen Verb­

und der übrigen Urgeschichte der Priesterschrift

« Das Material ist zusammengestellt bei Bauks, Welt. Zur literarischen Funktion und zum Er­

kenntnisinteresse derartiger Aussagen über den Zustand der Welt vor der Schöpfung s. u. zu V. 2.

Bezeichnung Schöpfungs­

epos" ist etwas irreführend, insofern im Zentrum des Epos nicht die Erschaffung der Erde und des

•s

Die geläufige und dem Vergleich mit Gen

1

und 2 geschuldete

Menschen steht, sondern der Aufstieg Marduks zum Götterkönig.

Unterschied

zum

schaftsanspruchs

biblischen

des

Schöpfungsbericht,

in dem

Dies ist auch der grundlegende

die Frage der Durchsetzung des Herr­

keine

Rolle (mehr)

sei­

enuma elis-

als

universalen Schöpfergottes gegenüber anderen Göttern

spielt. Zur Charakterisierung des We rks als „Geheimwissen der Marduk-Priesterschaft" und

ner

damit scheinbar in Widerspruch stehenden

weiten Verbreitung vgl.

G. Gabriel,

Weg

zu einer

globalen Weltordnung, ORA

12, Tübingen

2014, 101-106.

Zur Verbreitung

Schultext vgl. P. Gcsche, Schulunterricht in Babylonien im ersten Jahrtausend v. Chr., AOAT 275,

Ü

als

3)

orientalischer Literatur entspricht und sich bestens in den Gesamtaufbau des priesterschriftlichen Schöpfungsberichts einfügt. Der das Folgende zusam­

ber­

schriften entsprechendes Verfahren der Texteröffnung. Die an den Mottovers

in

Ubereinstimmung mit der streng sukzessiven Anlage des Schöpfungsberichts

�!"!schließende

menfassende Mottovers ist in dieser Literatur ein gängiges, unseren

Ü

legt

Schilderung

der

Gegebenheiten vor

der Schöpfung

ferner G. May, Schöpfung

der Lehre von der creatio ex

speziell zu 2Makk 7, 28 G. Schmuttermayer, „Schöpfung aus dem Nichts" in 2. Makk. 7, 28?, BZ 17

(1973) 203-228.

und

aus dem Nichts.

42 Vgl. W. Groß, Art. „Creatio ex nihilo", RGG 2

Die Entstehung

('1999)

485-487;

nihilo,

AKG

48,

Berlin

1978

43

Vgl.

Schmidt, Schöpfungsgeschichte, 73-76; Steck, Schöpfungsbericht, 223-228.

Münster, 2001, 177 f.

<!>Vgl.

Entstehu

A. de Pury, Gottesname, Gottesbezeichnung und Gottesbegriff: 'Elohim als Indiz zur

ngsgeschichte des Pentateuch,

in: J.C.

Gertz/K.

Schmid/M. Wirre, Abschied vom Jah­

wisten, BZAW 315, Berlin 25-47.

47 Die einzige Ausnahme in der Priesterschrift

Ex 12, 12.

ist

die Rede von

den

„Göttern

Ägyptens"

in

38

Genesis 1, 1-2, 3

Die Gattungsbezeichnung verlangt in polytheistischen Kontexten eine An­ gabe darüber, um welche Gottheit es sich handelt. Der priesterschriftlic he Schöpfungsbericht verzichtet bewusst auf eine entsprechende Näherbestim­ mung und gebraucht stattdessen die Gattungsbezeichnung wie einen Indivi­ dualbe griff. Der zunächst namenlose.Weltschöpfer, der sich im weiteren Ve r­ lauf der Geschichte zunächst als El Saddaj, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, und dann als Jhwh, der Gott Israels, offenbaren wird (vgl. Gen 17, 1; Ex 6, 2 f), ist der eine universale und transzendente Gott. Auch wenn der Weltschöpfer in Gen 1 noch nicht eindeutig als Jhwh benannt ist, so dürfte für die Aut0ren und Leser der Priesterschrift nie ein Zweifel daran bestanden haben, dass der Weltschöpfer mit dem Gott Israels zu identifizieren ist. Gleichwohl eröffnet die offene Formulierung bemerkenswerte Möglichkeiten des Verstehens. Die Priesterschrift erhebt in Gen 1 den Anspruch, dass der Gott Israels der eine universale und transzendente Gott ist. Doch diese Ex­ klusivität ist nicht ausgrenzend, da die Darstellung der Welt am Anfang im Grunde von jedem mitgesprochen werden konnte, der mit der Kosmologie des alten Vorderen Orients und ihrem religiösen Rahmen vertraut war.4s Unterstrichen werden Universalität und Transzendenz des einen Gottes durch den Gebrauch des Verbs ::·br' („schaffen"). Das Verb ist ausschließlich in exilischen und nachexilischen Texten belegt, wobei der Schwerpunkt bei Deuterojesaja samt seinen Fortschreibungen und in der Priesterschrift liegt. Im Jesajabuch steht das Verb gleichermaßen für vergangenes und gegenwär­ tiges Ges 40, 26. 28; 42, 5; 45, 12. 18) wie auch zukünftiges Schaffen Got­ tes Ges 41, 20; 45, 8; 65, 17; vgl. Jer 31, 22), während es die Priesterschrift konsequent auf Gottes anfängliches Schaffen (Gen 1, 1. 21. 27; 2, 3 f; 5, 2) beschränkt. Für das Verstehen des priesterschriftlichen Gebrauchs ist dabei entscheidend, dass ':· br' von allen Verben, die im Alten Testament für das Schöpfungshandeln Gottes benutzt werden, dasjenige mit dem höchsten Grad theologischer Abstraktion ist. Das in Gen 1 ebenfalls für Gottes Schöp­ fungshandeln belegte ':· sh („machen/tun") bezeichnet jedwedes menschliches oder göttliches Tun und bei den anderen Schöpfungsverben des Alten Testa­ ments wie •:· bnh („bauen"), •:·y$r („bilden/formen"), ::·qnh („kaufen/erwer­ ben") und •:- kün („ aufstellen/gründen") sowie ·=·ysd („errichten/begründen") überwiegt der konkrete und zumeist handwerkliche Gebrauch. Dagegen ist •:·br' ausschließlich Gott vorbehalten und nie mit einer Materialangabe dessen verbunden, woraus oder womit Gott schafft.49 Das mit •:·br' bezeichnete Schöpfungshandeln ist somit jeder Vorstellbarkeit enthoben. Dies wird zwar im folgenden nicht konsequent durchgehalten, insofern der Schöpfungsbe-

48 Vgl. Schüle, Prolog, 62-65.

49 Der mögliche Beleg für br' "Bildhauer"

(?)in einem phönizischen Text (CIS I, 347, 4; vgl.

J.

Hoftizjer, Dictionary of the North-West

dert an diesem Befund nichts,

Semitic inscriptions Vol. 1, Leiden 1995, 196 s.v. br']) än­

des Wortes, sofern er

b•ri'ä

da im Alten Testament auf diese Verwendung

verzichtet wurde.

den biblischen

„Schöpfung" ist erstmals in Qumran und dann in

Autoren überhaupt geläufig war,

Die Substantivbildung

der rabbinischen Literatur belegt.

p

Die Erschaffung der Welt

39

ff notgedrungen auf bildliche Vorstellungen zurückgreifen muss,

n� t r Gottes Schöpfungshandeln überhaupt beschreiben können. Doch

;lb st dann ist die billiche yer

tthche Tun . eigen u licgebrochen. Der pri s­

ers chri ftliche Schpfungsberich beschreib mithm em Geschehe ? da . sich

genommen Jeder Beschreibung entzieht. Das aus der Tradmon uber-

stren

r-

n ntnissta

ndern lediglich um die theologische Kernaussage des ersten Verses zu ent­

f�ten. Auf den Punkt bringt dies der späte.Ps 148: Kosms �nreatur sollen

(V. Sa). Das

JWie" ist dabei von untergeordnetem Interesse. Der umversale Charakter des

Schöpfergottes, di� ,;i:end enz, umfasse

olog1en be-

legten

Such-

Erde" den Merismus „Himmel und Erde" auf, konzentriert sich aber

erfahrbaren Lebensraum des Menschen. Der Himmel wird hingegen

nur noch als trennende „Feste" zwischen Himmels

Me:r t emati-

d uth h, das es

Menschen geht. Sie ist die besum­

rn Y. 2 v�m der „unge­

mende Perspektive des Schöpfungsberichts . lnsof

im Widerspruch zur

Erschaffung

sehen am dritten Schöpfungstag (V. 9 f). Der Zustand der „ungeschaffenen Erde wird außer durch das sprichwörtliche „Tohuwabohu" (töhü wä-böhü)

noch durch die Stichworte „Finsternis" (böscek) , „Urflut" (t'höm) und "Schweben des Hauches Gottes" (m•rabiRpcet ritb '"'löhim) charakterisiert. Die Erde war ein Tohuwabohu" ist eine „Noch-nicht-Aussage" über den Zustand der Erde als Lebenswelt in Form einer Negation. Das zweiteilige Reimwort „Tohuwabohu" ist noch in Jes 34, 11 („Nichtiges") und Jer 4, 23

". irrwarr"

("Leere") belegt. Sein zweiter Teil hat wie „warr" im deutschen

keine eigene Bedeutung und dient der Verstärkung. Der erste Teil hangt ety­

l. Dtn 2, 10;

mologisch mit arabisch tih „wasserarme Wüste" zusammen (v

Hi 6, 18; Ps 107, 40). Sonst hat töhü im Alten Testament vorwiegend die B�­

deutung „nicht" oder „Nichtiges". In einem kosmogonen Kontext steht die Parallelisierung mit dem, „was nicht ist" in Hi 26, 7: „Der den Zaphon aus­ spannt über dem töhu, der die Erde auffängt über dem, was nicht ist." In Jes 45, 18 f bezeichnet töhü den nicht vorhandenen Lebensraum: „Nicht zum

töhu hat er Ghwh) sie (die Erde) geschaffen c=·br'), zum Wohnen hat er sie ge­

bildet". Ähnlich begegnet der Ausdruck mit Blick auf die historische Situa­

tion des Landverlustes inJer 4, 23. Ausweislich der kosmischen Dimensionen

.

h

· n V. 3

nschaulicung . ur . eh die Voranstellung ?es

h d

em

d

ama l' igen

E

ird nicht um seiner selbst willen überliefert,

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mmene Wissen über die Weltentstehung, das s1c · h er l' 1c

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d . entsprocen hat,

hwh loben, „denn er befahl, da wurden sie geschaffen · br m.)

k en"so , findet schließlich m dem auch m mesopotamischen