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Fieber: Verlaufsformen

Mediziner unterscheiden verschiedene Temperaturverläufe bei Fieber:

 Kontinuierliches Fieber: Die Temperatur bleibt länger als vier Tage ungefähr
gleichermaßen erhöht, erreicht Werte von über 39 Grad Celsius und schwankt
tagsüber um höchstens ein Grad. Dieser Verlauf tritt oft bei bakteriellen
Infektionen wie Scharlach, Typhus oder bakterieller Lungenentzündung auf.

 Remittierendes Fieber: Der Patient hat praktisch den ganzen Tag Fieber,
morgens allerdings weniger als abends (der Unterschied beträgt ein bis zwei
Grad). Ein remittierendes Fieber zeigt sich etwa bei manchen Virusinfektionen,
Tuberkulose, Bronchitis, Eiteransammlungen und rheumatischem Fieber.

 Intermittierendes Fieber: Hier schwankt das Fieber noch deutlicher im


Tagesverlauf. Die Körpertemperatur ist morgens (annähernd) normal und
steigt dann bis zum Abend auf teils hohe Fieberwerte an (der Unterschied
beträgt mehr als zwei Grad Celsius). Das kann man zum Beispiel bei Rippen-
und Brustfellentzündung, Blutvergiftung (Sepsis), Salmonellen-Infektion
(Salmonellose), Herzinnenwandentzündung (Endokarditis) und
Knochenmarkentzündung (Osteomyelitis) beobachten. Auch
Tumorerkrankungen (wie Morbus Hodgkin) können ein intermittierendes
Fieber auslösen.
 Undulierendes Fieber: Ein wellenförmiger (undulierender) Fieberverlauf kann
zum Beispiel bei einer Brucellose auftreten. Auch bei Lymphomen (wie
Morbus Hodgkin) kann das Fieber undulierend verlaufen: Dabei wechseln sich
mehrtägige Fieberphasen mit etwa gleich langen fieberfreien Phasen ab.
Mediziner sprechen hierbei vom Pel-Ebstein-Fieber.

 Rezidivierendes Fieber: Von einem rezidivierenden (oder rekurrierenden)


Fieber spricht man, wenn zwischen einzelnen Fieberschüben regelmäßig ein
oder zwei (gelegentlich auch bis zu 14) fieberfreie Tage liegen. Ein solcher
Verlauf ist typisch für Malaria. Auch bei bestimmten bakteriellen Infektionen
kann ein rezidivierendes Fieber auftreten. Ein Beispiel dafür ist das Fünf-
Tage-Fieber bei einer Infektion mit Bartonella-Bakterien.

 Zweigipfeliges (biphasisches) Fieber: Nach einigen Tagen Fieber sinkt die


Temperatur wieder auf Normalwerte, bevor dann eine zweite, mehrtägige
Fieberphase folgt. Eine solche zweigipfelige Fieberkurve kann zum Beispiel
bei Masern oder einer Blutvergiftung durch Meningokokken
(Meningokokkensepsis) auftreten.