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DEUTSCHE NORM Oktober 2003

Schraubwerkzeuge
Handbetätigte Drehmoment-Werkzeuge
Anforderungen und Prüfverfahren für die Typprüfung, Annahmeprüfung und das
Rekalibrierverfahren (ISO 6789:2003)
Deutsche Fassung EN ISO 6789:2003
EN ISO 6789
ICS 25.140.30 Ersatz für
DIN ISO 6789:1993-12

Assembly tools for screws and nuts — Hand torque tools —


Requirements and test methods for design conformance testing, quality
conformance testing and recalibration procedure;
German version EN ISO 6789:2003

Outils de manœuvre pour vis et écrous —


Outils dynamométriques à commande manuelle —
Exigences et méthodes d’essai pour vérifier la conformité de conception,
la conformité de qualité et la procédure de réétalonnage;
Version allemande EN ISO 6789:2003

Die Europäische Norm EN ISO 6789:2003 hat den Status einer Deutschen Norm.

Nationales Vorwort
Es wird auf die Möglichkeit hingewiesen, dass einige Elemente dieser Internationalen Norm patentrechtlich
erfasst sein können. Es liegt nicht in der Verantwortung der ISO, diese Patentrechte anzugeben.
Die Europäische Norm EN ISO 6789 wurde vom Technischen Komitee ISO/TC 29, Werkzeug, Subkomitee
SC 10, Schraubwerkzeuge — Greif- und Schneidzangen (Sekretariat: Deutschland), erstellt. Im DIN
Deutsches Institut für Normung e. V. war dabei der Arbeitsausschuss FWS-G 1 „Schraubwerkzeuge“ vom
Normenausschuss Werkzeuge und Spannzeuge (FWS) aktiv beteiligt.
Für die im Inhalt zitierten Internationalen Normen wird im Folgenden auf die entsprechenden Deutschen
Normen hingewiesen:
GUM siehe DIN V ENV 13005
VIM siehe Internationales Wörterbuch der Metrologie

Änderungen
Gegenüber DIN ISO 6789:1993-12 wurde folgende Änderung vorgenommen:
— Die Internationale Norm EN ISO 6789:2003 wurde vollständig übernommen, siehe auch „Vorwort“ der
EN ISO.

Frühere Ausgaben
DIN ISO 6789: 1988-05, 1993-12

Fortsetzung Seite 2
und 16 Seiten EN

Normenausschuss Werkzeuge und Spannzeuge (FWS) im DIN Deutsches Institut für Normung e. V.
DIN EN ISO 6789:2003-10

Nationaler Anhang NA
(informativ)

Literaturhinweise
DIN V ENV 13005, Leitfaden zur Angabe der Unsicherheit beim Messen; Deutsche Fassung ENV 13005:1999
(Guide to the expression of uncertainty in measurement). Der Kurztitel für diesen Leitfaden lautet GUM.

Internationales Wörterbuch der Metrologie (International vocabulary of basic and general terms in
metrology). 2. Auflage: 1994. Der Kurztitel für dieses Wörterbuch lautet VIM.

ANMERKUNG 1 Die in Anhang B angeführten Definitionen basieren auf dem überarbeiteten englischen Text des
VIM in seiner Endfassung vor der Veröffentlichung.

ANMERKUNG 2 Die zweite Auflage des VIM wurde von der Internationalen Organisation für Normung (ISO) im
Namen der folgenden sieben Organisationen herausgegeben, die sich an der Arbeit der Technischen Beratergruppe 4
(TAG 4) beteiligen und an der Entstehung des VIM mitgewirkt haben: Internationales Büro für Maß und Gewicht
(BIPM), Internationale Elektrotechnische Kommission (IEC), Internationale Föderation für klinische Chemie (IFCC),
ISO, Internationale Union für reine und angewandte Chemie (IUPAC), Internationale Union für reine und angewandte
Physik (IUPAP) und Internationale Organisation für gesetzliches Messwesen (OIML).

ANMERKUNG 3 Die erste Auflage des VIM wurde 1984 von der ISO im Namen von BIPM, IEC, ISO und OIML
veröffentlicht.

2
EUROPÄISCHE NORM EN ISO 6789
EUROPEAN STANDARD
NORME EUROPÉENNE April 2003

ICS 25.140.30 Ersatz für EN 26789:1994

Deutsche Fassung

Schraubwerkzeuge - Handbetätigte Drehmoment-Werkzeuge -


Anforderungen und Prüfverfahren für die Typprüfung,
Annahmeprüfung und das Rekalibrierverfahren (ISO 6789:2003)

Assembly tools for screws and nuts - Hand torque tools - Outils de manoeuvre pour vis et écrous - Outils
Requirements and test methods for design conformance dynamométriques à commande manuelle - Exigences et
testing, quality conformance testing and recalibration méthodes d’essai pour vérifier la conformité de conception,
procedure (ISO 6789:2003) la conformité de qualité et la procédure de réétalonnage
(ISO 6789:2003)

Diese Europäische Norm wurde vom CEN am 24. März 2003 angenommen.

Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen
dieser Europäischen Norm ohne jede Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist. Auf dem letzten Stand befindliche Listen
dieser nationalen Normen mit ihren bibliographischen Angaben sind beim Management-Zentrum oder bei jedem CEN-Mitglied auf Anfrage
erhältlich.

Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Französisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache,
die von einem CEN-Mitglied in eigener Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und dem Management-Zentrum
mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.

CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland,
Island, Italien, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, der Slowakei, Spanien, der
Tschechischen Republik, Ungarn und dem Vereinigten Königreich.

EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG


EUROPEAN COMMITTEE FOR STANDARDIZATION
C O M I T É E U R O P É E N D E N O R M A L I S AT I O N

Management-Zentrum: rue de Stassart, 36 B-1050 Brüssel

© 2003 CEN Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem Ref. Nr. EN ISO 6789:2003 D
Verfahren, sind weltweit den nationalen Mitgliedern von CEN vorbehalten.
EN ISO 6789:2003 (D)

Inhalt

Seite

Vorwort.........................................................................................................................................................................3
Einleitung.....................................................................................................................................................................3
1 Anwendungsbereich......................................................................................................................................4
2 Normative Verweisungen ..............................................................................................................................4
3 Begriffe ...........................................................................................................................................................4
4 Klassifizierung ...............................................................................................................................................5
5 Anforderungen ...............................................................................................................................................5
5.1 Typprüfung .....................................................................................................................................................5
5.2 Annahmeprüfung (quality conformance testing) .......................................................................................7
5.3 Rekalibrierung................................................................................................................................................7
6 Kalibrierung....................................................................................................................................................8
6.1 Kalibriereinrichtung.......................................................................................................................................8
6.2 Kalibriertemperatur........................................................................................................................................8
6.3 Kalibrierbedingungen....................................................................................................................................8
6.4 Kalibrierfolge................................................................................................................................................10
6.5 Beispiele für Kalibrierung ...........................................................................................................................11
7 Kennzeichnung ............................................................................................................................................13
Anhang A (normativ) Anzeigende Drehmoment-Schraubwerkzeuge: Typ I.......................................................14
Anhang B (normativ) Auslösende Drehmoment-Schraubwerkzeuge: Typ II .....................................................15
Literaturhinweise ......................................................................................................................................................16

2
EN ISO 6789:2003 (D)

Vorwort
Dieses Dokument (EN ISO 6789:2003) wurde vom ISO/TC 29, „Small tools“, in Zusammenarbeit mit CMC
erarbeitet.

Diese Europäische Norm muss den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Veröffentlichung eines
identischen Textes oder durch Anerkennung bis spätestens Oktober 2003, und etwaige entgegenstehende
nationale Normen müssen bis spätestens Oktober 2003 zurückgezogen werden.

Dieses Dokument ersetzt EN 26789:1994.

Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden Länder
gehalten, diese Europäische Norm zu übernehmen: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich,
Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden,
Schweiz, Slowakei, Spanien, die Tschechische Republik, Ungarn und das Vereinigte Königreich.

Internationale Normen werden nach den Gestaltungsregeln der ISO/IEC Direktiven, Teil 3, erstellt.

Es wird auf die Möglichkeit hingewiesen, dass einige Elemente dieser Internationalen Norm patentrechtlich erfasst
sein können. Es liegt nicht in der Verantwortung der ISO, diese Patentrechte anzugeben.

Die Internationale Norm ISO 6789 wurde vom Technischen Komitee ISO/TC 29, Werkzeuge, Subkomitee SC 10,
Schraubwerkzeuge, Greif- und Schneidzangen, erstellt.

Diese dritte Ausgabe annulliert und ersetzt die zweite Ausgabe (ISO 6789:1992), die technisch überarbeitet wurde:

¾ Neue Abschnitte wurden aufgenommen

3 Begriffe
5.1 Typprüfung
5.2 Annahmeprüfung
5.3 Rekalibrierung;

¾ die Bilder 1 und 2 wurden überarbeitet;

¾ Bilder 3 und B.7 wurden neu aufgenommen.

Einleitung
Die Überarbeitung der Norm wurde notwendig, weil die Anforderungen von ISO 9001 hinsichtlich des Verfahrens
zur Prüfmittelüberwachung sowie die Einführung von Kalibrierungsdienstleistungen Anleitungen für die Kalibrierung
und Rekalibrierung von handbetätigten Drehmoment-Schraubwerkzeugen in ISO 6789 unbedingt erforderlich
machen.

In die vorliegende neue Ausgabe wurden außerdem Angaben über die Rekalibrierung aufgenommen.

3
EN ISO 6789:2003 (D)

1 Anwendungsbereich
Die vorliegende Internationale Norm benennt die Anforderungen und beschreibt die Prüfverfahren und die
Kennzeichnung für handbetätigte Drehmoment-Schraubwerkzeuge zum kontrollierten Anziehen von geschraubten
Verbindungen.

Sie gilt für Drehmoment-Schraubwerkzeuge nach Abschnitt 4, insbesondere für anzeigende und auslösende
Drehmomentschlüssel entsprechend Nr 258 und Nr 259 von ISO 1703.

2 Normative Verweisungen
Diese Europäische Norm enthält durch datierte oder undatierte Verweisungen Festlegungen aus anderen
Publikationen. Diese normativen Verweisungen sind an den jeweiligen Stellen im Text zitiert, und die Publikationen
sind nachstehend aufgeführt. Bei datierten Verweisungen gehören spätere Änderungen oder Überarbeitungen
dieser Publikationen nur zu dieser Europäischen Norm, falls sie durch Änderung oder Überarbeitung eingearbeitet
sind. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte Ausgabe der in Bezug genommenen Publikation (einschließlich
Änderungen).
GUM, Guide for evaluation of uncertainty in measurement.

3 Begriffe
Für die Anwendung dieser Internationalen Norm gelten die folgenden Begriffe.

3.1
Typprüfung
die bei der Konstruktion oder Modifizierung von handbetätigten Drehmoment-Schraubwerkzeugen zu erfüllenden
Anforderungen (siehe 5.1)

3.2
Annahmeprüfung (quality conformance testing)
die bei der Herstellung von handbetätigten Drehmoment-Schraubwerkzeugen zu erfüllenden Anforderungen
(siehe 5.2)

3.3
Kalibrierung
Tätigkeiten zur Ermittlung des Zusammenhangs zwischen den ausgegebenen Werten eines Messgerätes oder
einer Messeinrichtung oder den von einer Maßverkörperung oder von einem Referenzmaterial dargestellten
Werten und den zugehörigen, durch Normale festgelegten Werten einer Messgröße unter vorgegebenen
Bedingungen
[VIM:1993, Definition 6.11]
ANMERKUNG Für die spezielle Anwendung dieser Internationalen Norm gilt Folgendes:
Tätigkeiten, die unter vorgegebenen Bedingungen die gegenseitige Zuordnung zwischen den angegebenen oder angezeigten
Werten eines Drehmoment-Schraubwerkzeuges und den zugehörigen Werten einer Kalibriereinrichtung bestimmen.

3.4
Rekalibrierung
die Anforderungen, die bei der Kalibrierung von handbetätigten Drehmoment-Schraubwerkzeugen nach einer
festgelegten Gebrauchsdauer zu erfüllen sind (siehe 5.3)

3.5
anzeigendes Drehmoment-Schraubwerkzeug (Typ I)
Drehmoment-Schraubwerkzeug, das über eine mechanische Skale, Messuhr oder elektronische Anzeige den Wert
des Drehmomentes angibt, das von dem Werkzeug am Abtriebsteil aufgebracht wird

3.6
auslösendes Drehmoment-Schraubwerkzeug (Typ II)
Drehmoment-Schraubwerkzeug mit Voreinstellung eines bestimmten Drehmomentwertes, bei dem ein Signal
ausgelöst wird (z. B. hörbar, sichtbar, fühlbar), sobald das Werkzeug am Abtriebsteil den eingestellten
Drehmomentwert aufbringt

4
EN ISO 6789:2003 (D)

3.6.1
verstellbares Drehmoment-Schraubwerkzeug mit Skale (Typ II, Klasse A, Klasse D und Klasse G)
Drehmoment-Schraubwerkzeug, das so ausgelegt ist, dass es vom Anwender eingestellt werden kann, und das mit
einer Skale oder einer elektronischen AnzeigeN1) versehen ist, um die Einstellung zu erleichtern

3.6.2
verstellbares Drehmoment-Schraubwerkzeug ohne Skale (Typ II, Klasse C und Klasse F)
Drehmoment-Schraubwerkzeug, das so ausgelegt ist, dass es vom Anwender mit Hilfe einer Kalibriereinrichtung
eingestellt werden kann

3.6.3
Drehmoment-Schraubwerkzeug mit fester Einstellung (Typ II, Klasse B und Klasse E)
Drehmoment-Schraubwerkzeug, das so ausgelegt ist, dass es nicht vom Anwender eingestellt werden kann, d. h.
es hat nur eine Einstellung

3.7
Kalibriereinrichtung
Einrichtung für die Kalibrierung von Drehmoment-Schraubwerkzeugen

4 Klassifizierung
Die Drehmoment-Schraubwerkzeuge nach dieser Internationalen Norm sind wie folgt klassifiziert:

a) Typ I: Anzeigende Drehmoment-Schraubwerkzeuge (siehe Anhang A)

¾ Klasse A: Schlüssel mit Drehstab oder Biegestabhebel


¾ Klasse B: Schlüssel mit festem Gehäuse, mit Skale oder Messuhr oder elektronischer AnzeigeN1)
¾ Klasse C: Schlüssel mit festem Gehäuse und elektronischer Messung
¾ Klasse D: Schraubendreher, mit Skale oder Messuhr oder elektronischer AnzeigeN1)
¾ Klasse E: Schraubendreher mit elektronischer Messung

b) Typ II: Auslösende Drehmoment-Schraubwerkzeuge (siehe Anhang B)

¾ Klasse A: Schlüssel, verstellbar, mit Skale oder elektronischer AnzeigeN1)


¾ Klasse B: Schlüssel, fest eingestellt
¾ Klasse C: Schlüssel, verstellbar, ohne Skale
¾ Klasse D: Schraubendreher, verstellbar, mit Skale oder elektronischer AnzeigeN1)
¾ Klasse E: Schraubendreher, fest eingestellt
¾ Klasse F: Schraubendreher, verstellbar, ohne Skale
¾ Klasse G: Schlüssel mit Biegestabhebel, verstellbar, mit Skale

5 Anforderungen

5.1 Typprüfung

5.1.1 Allgemeines

Der Hersteller muss Prüfungen an Proben von Schlüsseln durchführen, um nachzuweisen, dass sie den
Festlegungen in 5.1.2 bis 5.1.7 entsprechen.

5.1.2 Zuordnung der Verbindungsvierkante

Die Größe des Verbindungsvierkantes richtet sich nach dem Drehmoment-Höchstwert des jeweiligen Drehmoment-
Schraubwerkzeuges. Die Zuordnung erfolgt nach den Werten in Tabelle 1.

N1) Nationale Anmerkung: Im englischen Original wird für „elektronische Anzeige“ der Begriff „display“ benutzt.

5
EN ISO 6789:2003 (D)

Tabelle 1 — Zuordnung der Verbindungsvierkante

Drehmoment-Höchstwert Verbindungsvierkant Nenngrößea


Nm mm
30 6,3
135 10
340 12,5
1 000 20
2 100 25
a Nach ISO 1174-1.

5.1.3 Festgelegter Messbereich

Die Anforderungen und Prüfverfahren nach dieser Internationalen Norm erstrecken sich auf einen festgelegten
Messbereich von 20 % bis 100 % des Drehmoment-Höchstwertes des jeweiligen Werkzeuges.

Die Skalen der Drehmoment-Schraubwerkzeuge nach Typ I müssen mit einer Null-Stellung markiert sein.

5.1.4 Skalen

Der Wertanstieg zwischen zwei Teilstrichen einer Skale darf höchstens 5 % des Höchstwertes betragen.

5.1.5 Grenzabmaße

5.1.5.1 Anzeigende Drehmoment-Schraubwerkzeuge (Typ I)

Die zulässige Abweichung des vom Werkzeug angezeigten Drehmomentwertes von der gleichzeitigen Anzeige der
Kalibriereinrichtung muss den Angaben in Tabelle 2 entsprechen.

Tabelle 2 — Zulässige Abweichung (Typ I)

Drehmoment-Höchstwert
Klasse
£ 10 Nm > 10 Nm
A und Da ±6%
B, C und Ea ±6% ±4%
a Bei Drehmoment-Schraubwerkzeugen mit elektronischer Messung (Klasse C
und Klasse E) und elektronischer Anzeige (Klasse B und Klasse D) beinhalten
die Werte für die zulässige Abweichung die auflösungsbedingte Abweichung
der Anzeige.

5.1.5.2 Auslösende Drehmoment-Schraubwerkzeuge (Typ II)

Die zulässige Abweichung des auf der Skale oder elektrischen Anzeige eingestellten Drehmomentwertes
(Klassen A, D und G) oder des Nennwertes (Klassen B und E) von dem an der Kalibriereinrichtung angezeigten
Drehmomentwert muss den Angaben in Tabelle 3 entsprechen.

Tabelle 3 — Zulässige Abweichung (Typ II, Klassen A, B, D, E und G)

Drehmoment-Höchstwert
Klasse
£ 10 Nm > 10 Nm
A und Ba ±6% ±4%
D, E und Ga ±6%
a Bei Drehmoment-Schraubwerkzeugen mit elektronischer Anzeige (Klasse A
und Klasse D) beinhalten die Werte für die zulässige Abweichung die
auflösungsbedingte Abweichung der Anzeige.

6
EN ISO 6789:2003 (D)

Die zulässige Abweichung des eingestellten Drehmomentwertes von dem an der Kalibriereinrichtung angezeigten
Drehmomentwert muss den Angaben in Tabelle 4 entsprechen:

Tabelle 4 — Zulässige Abweichung (Typ II, Klassen C und F)

Drehmoment-Höchstwert
Klasse
£ 10 Nm > 10 Nm
C ±6% ±4%
F ±6%

Für die Klassen C und F ist der eingestellte Drehmomentwert gleich dem arithmetischem Mittelwert der
10 Prüfgeräteanzeigen nach 6.4.

5.1.6 Überbelastungsprüfung

Nach der Einstellung auf 100 % des Drehmoment-Höchstwertes muss jedes zu prüfende Drehmoment-
Schraubwerkzeug in jeder Funktionsrichtung dreimal mit einem Drehmomentwert entsprechend 125 % des
Höchstwertes (oder des Nennwertes bei Werkzeugen Typ II Klassen B und E) belastet werden. Dies gilt nicht für
Werkzeuge mit Drehmomentbegrenzung.

Das Drehmoment-Schraubwerkzeug muss nach der Überbelastungsprüfung noch innerhalb der in 5.1.5
festgelegten Toleranzen liegen und darf keine physikalischen Schäden aufweisen, die die Drehmomentgenauigkeit
und die Sicherheit beeinträchtigen könnten.

5.1.7 Dauerbelastungsprüfung

Jedes zu prüfende Drehmoment-Schraubwerkzeug muss in jeder Funktionsrichtung 5 000-mal mit einer


Geschwindigkeit von 5 bis 10 Lastwechseln je Minute mit dem Höchstwert des Drehmomentes (oder dem
Nennwert bei Drehmoment-Schraubwerkzeugen Typ II Klassen B und E) belastet werden.

Das Drehmoment-Schraubwerkzeug muss nach der Dauerbelastungsprüfung noch innerhalb der in 5.1.5 fest-
gelegten Toleranz liegen und darf keine physikalischen Schäden aufweisen, die die Drehmomentgenauigkeit und
die Sicherheit beeinträchtigen könnten.

5.2 Annahmeprüfung (quality conformance testing)

Alle Drehmoment-Schraubwerkzeuge müssen nach 6.3 geprüft werden und die Anforderungen nach 5.1.5 erfüllen.

5.3 Rekalibrierung

5.3.1 Verfahren

Die Drehmoment-Schraubwerkzeuge müssen nach 6.3 geprüft werden und die Anforderungen nach 5.1.5 erfüllen.

5.3.2 Intervall

Drehmoment-Schraubwerkzeuge sind als Prüfmittel zu betrachten. Wenn der Anwender Verfahren zur Prüfmittel-
überwachung durchführt, müssen Drehmoment-Schraubwerkzeuge in diese Verfahren mit einbezogen werden.
Das Kalibrierungsintervall ist in Abhängigkeit von bestimmten Einsatzfaktoren zu wählen, z. B. erforderliche
Genauigkeit, Häufigkeit der Anwendung, typische Belastung während der Anwendung sowie Umgebungs-
bedingungen während des Arbeitsvorganges und Lagerungsbedingungen. Der Zeitraum ist nach den für die
Prüfmittelüberwachung festgelegten Verfahren und unter Auswertung der bei der Rekalibrierung gewonnenen
Erfahrungen anzupassen.

Wenn der Anwender keine Verfahren zur Prüfmittelüberwachung durchführt, kann eine Gebrauchsdauer von
12 Monaten oder ungefähr 5 000 Lastwechseln als Anhaltswert für ein Rekalibrierintervall genommen werden. Für
die erste Rekalibrierung beginnt der Zeitraum der Gültigkeit mit der ersten Nutzung des Drehmoment-Schraub-
werkzeuges.

7
EN ISO 6789:2003 (D)

Zusätzlich zu diesen Festlegungen sind werksmäßige oder gesetzliche Bestimmungen zu beachten.

Das Drehmoment-Schraubwerkzeug muss rekalibriert werden, wenn es einer Überbelastung ausgesetzt wurde, die
die in 5.1.6 angegebenen Werte überschreitet, nach einer Reparatur oder nach unsachgemäßer Handhabung,
wodurch es zu einer Beeinflussung der Maßabweichungen kommen könnte.

6 Kalibrierung

6.1 Kalibriereinrichtung

Die höchstzulässige Messunsicherheit der Kalibriereinrichtung beträgt ± 1 % des angezeigten Wertes. Die
Messunsicherheit ist nach dem „Guide for evaluation of Uncertainty in Measurement“ (GUM) mit einem
Erweiterungsfaktor k = 2 zu errechnen.

Vor Beginn der Kalibrierung ist die Kalibriereinrichtung auf Null zu stellen.

6.2 Kalibriertemperatur

Die Kalibrierung muss bei einer Temperatur durchgeführt werden, die auf ± 1 °C beständig ist. Diese Temperatur
muss im Bereich zwischen 18 °C und 28 °C (maximale relative Feuchte 90 %) liegen und muss dokumentiert
werden.

6.3 Kalibrierbedingungen

6.3.1 Vor Beginn der Kalibrierung ist sicherzustellen, dass:

a) die Kalibrierung nach den Bildern 1, 2 oder 3 ausgerichtet ist;

b) bei Drehmoment-Schraubwerkzeugen, Typ I, mit Skale oder Messuhr, die Ableserichtung senkrecht zur Skale
oder Messuhr ist (Parallaxenausgleich);

c) bei anzeigenden Drehmoment-Schraubwerkzeugen, Typ I, vor der Prüfung nach 6.4 eine Vorbelastung mit
dem Höchstwert in der zu prüfenden Funktionsrichtung aufgebracht und nach Rücknahme der Belastung der
Zeiger oder die elektronische Anzeige auf Null gesetzt wurde. Bei Prüfung in anderen Funktionsrichtungen
muss dieses Verfahren wiederholt werden;

d) bei auslösenden Drehmoment-Schraubwerkzeugen, Typ II, vor der Prüfung nach 6.4 fünf Auslösungen ohne
Messung mit dem Höchstwert (Nennwert des Drehmoment-Schraubwerkzeuges) in der zu prüfenden
Funktionsrichtung erfolgt sind. Bei Prüfung in anderen Funktionsrichtungen muss dieses Verfahren wiederholt
werden;

e) die Betätigungskraft F innerhalb der in Bild 1 und Bild 2 festgelegten Grenzen in der Mitte der Position des
Handgriffes oder des gekennzeichneten Belastungspunktes aufgebracht wird;

f) bei Drehmoment-Schraubendrehern und Drehmoment-Schlüsseln mit T-Griff die Betätigungskraft T innerhalb


der in Bild 3 festgelegten Grenzen aufgebracht wird.

6.3.2 Drehmoment-Schraubwerkzeuge Typ I sind auf der Kalibriereinrichtung mit steigender Kraft so lange zu
belasten, bis das Drehmoment-Schraubwerkzeug den jeweiligen Drehmomentwert anzeigt. Auslösende Dreh-
moment-Schraubwerkzeuge Typ II sind auf der Kalibriereinrichtung mit steigender Kraft so lange zu belasten, bis
ungefähr 80 % des jeweiligen Zielwertes des Drehmomentes erreicht sind. Ab 80 % des endgültigen Zielwertes
des Drehmomentes muss die Kraft langsam und stetig innerhalb von 0,5 s bis 4 s aufgebracht werden.

Wenn bei Drehmoment-Schraubwerkzeugen Typ I das zu messende Drehmoment überschritten wurde, muss
diese Kalibrierphase von der Null-Stellung aus wiederholt werden.

Drehmoment-Schraubwerkzeuge Type II, ausgenommen Klasse B und Klasse E, müssen, von einem niedrigeren
Wert ausgehend, auf den jeweiligen Prüfwert eingestellt werden.

8
EN ISO 6789:2003 (D)

a Linienberührung, gekennzeichneter Belastungspunkt oder Mitte der Position des Handgriffes

Bild 1 — Prüfung eines Schlüssels in vertikaler Stellung

a Linienberührung, gekennzeichneter Belastungspunkt oder Mitte der Position des Handgriffes

Bild 2 — Prüfung eines Schlüssels in horizontaler Stellung

9
EN ISO 6789:2003 (D)

Bild 3 — Prüfung eines Drehmoment-Schraubendrehers und Drehmoment-Schlüssels mit T-Griff


in horizontaler und vertikaler Stellung

6.4 Kalibrierfolge

Die Drehmoment-Schraubwerkzeuge müssen zuerst bei 20 %, dann bei ungefähr 60 % und bei 100 % des
Drehmoment-Höchstwertes der Drehmoment-Schraubwerkzeuge geprüft werden (oder beim Nennwert/Einstellwert
bei Drehmoment-Schraubwerkzeugen Typ II, Klassen B und E).

Wenn die Skalenmarkierung von 20 % des Drehmoment-Höchstwertes auf dem Drehmoment-Schraubwerkzeug


nicht angegeben ist, müssen die zulässigen Abweichungen beim nächst niedrigeren Skalenwert überprüft werden.

Die Anzahl der Messungen muss in jeder Funktionsrichtung wie folgt sein:

¾ Typ I, alle Klassen 5-mal hintereinander an jeder Messstelle;

¾ Typ II, Klassen A, D und G 5-mal hintereinander an jeder Messstelle;

¾ Typ II, Klassen B und E 5-mal hintereinander beim Nennwert/Einstellwert;

¾ Typ II, Klassen C und F 10-mal hintereinander an jeder Messstelle.

Alle Ablesungen müssen innerhalb der in 5.1.5 festgelegten zulässigen Toleranzen liegen und müssen protokolliert
werden.

Die Bewertung der Abweichung muss nach folgender Formel erfolgen:

( xa - x r ) 100
As (%) =
xr

Dabei ist:

As (%) die errechnete Abweichung des Drehmoment-Schraubwerkzeuges;

xa der Anzeigewert des Drehmoment-Schraubwerkzeuges;

xr der Bezugswert (ermittelt anhand der Kalibriereinrichtung).

10
EN ISO 6789:2003 (D)

6.5 Beispiele für Kalibrierung

BEISPIEL 1 Berechnung der Abweichung anzeigender und auslösender Drehmoment-Schraubwerkzeuge (ausgenommen


Typ II, Klasse C und Klasse F):

— Anzeigewert der Messuhr, mechanischen Skale oder elektronischen Anzeige (Typ I, Klassen A, B, C, D und E) oder

— Einstellwert der mechanischen Skale oder elektronischen Anzeige (Typ II, Klassen A, D und G) oder

— Nennwert (Typ II, Klasse B und Klasse E):

Xa = 100 Nm

Bezugswerte (ermitteln anhand der Kalibriereinrichtung)

Xr1 = 100 Nm

Xr2 = 96 Nm

Xr3 = 103 Nm

Xr4 = 99 Nm

Xr5 = 101 Nm

Errechnete Abweichungen der Drehmoment-Schraubwerkzeuge in %

(100 - 104 ) ´ 100


AS1 =
104

AS1 = - 3,85 %

(100 - 96) ´ 100


AS2 =
96

AS2 = 4,17 %

(100 - 103 ) ´ 100


AS3 =
103

AS3 = - 2,91 %

(100 - 99 ) ´ 100
AS4 =
99

AS4 = 1,01 %

(100 - 101) ´ 100


AS5 =
101

AS5 = - 0,99 %

11
EN ISO 6789:2003 (D)

BEISPIEL 2 Berechnung der Abweichung auslösender Drehmoment-Schraubwerkzeuge, verstellbar, ohne Skale (Typ II,
Klasse C und Klasse F):

— Einstellwert entsprechend dem arithmetischen Mittelwert der 10 Bezugswerte (ermittelt anhand der Kalibriereinrichtung)

X r1 + X r 2 + ..... X r10
Xa =
10

104 + 96 + 103 + 99 + 101 + 98 + 97 + 101 + 100,5 + 102,5


Xa =
10

Xa = 100,2 Nm

Bezugswerte (ermitteln anhand der Kalibriereinrichtung)

Xr1 = 104 Nm

Xr2 = 96 Nm

Xr3 = 103 Nm

Xr4 = 99 Nm

Xr5 = 101 Nm

Xr6 = 98 Nm

Xr7 = 97 Nm

Xr8 = 101 Nm

Xr9 = 100,5 Nm

Xr10 = 102,5 Nm

Errechnete Abweichungen der Drehmoment-Schraubwerkzeuge in %

(100,2 - 104 ) ´ 100


AS1 =
104

AS1 = - 3,65 %

(100,2 - 96 ) ´ 100
AS2 =
96

AS2 = 4,38 %

(100,2 - 103 ) ´ 100


AS3 =
103

AS3 = - 2,72 %

(100,2 - 99 ) ´ 100
AS4 =
99

AS4 = 1,21 %

(100,2 - 101) ´ 100


AS5 =
101

12
EN ISO 6789:2003 (D)

AS5 = - 0,79 %

(100,2 - 98 ) ´ 100
AS6 =
98

AS6 = 2,24 %

(100,2 - 97 ) ´ 100
AS7 =
97

AS7 = 3,30 %

(100,2 - 101) ´ 100


AS8 =
101

AS8 = - 0,79 %

(100,2 - 100,5 ) ´ 100


AS9 =
100,5

AS9 = - 0,30 %

(100,2 - 102,5 ) ´ 100


AS10 =
102,5

AS10 = - 2,24 %

7 Kennzeichnung
Handbetätigte Drehmoment-Schraubwerkzeuge sind dauerhaft und gut lesbar mindestens mit den folgenden
Angaben zu kennzeichnen:

a) dem maximalen Wert des Drehmomentes;

b) der Maßeinheit;

c) der Funktionsrichtung (nur bei Drehmoment-Schraubwerkzeugen mit nur einer Funktionsrichtung);

d) dem Namen oder Zeichen des Herstellers (oder verantwortlichen Lieferers);

e) wird eine Kalibrierbescheinigung mitgeliefert, muss das Drehmoment-Schraubwerkzeug eine Seriennummer


oder Identifizierungsnummer haben. Falls erforderlich, ist die Identifizierungsnummer von der Kalibrierungs-
stelle zu erteilen.

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EN ISO 6789:2003 (D)

Anhang A
(normativ)

Anzeigende Drehmoment-Schraubwerkzeuge: Typ I

Bild A.1 — Klasse A: Schlüssel mit Drehstabschaft oder Biegestabhebel

Bild A.2 — Klasse B: Schlüssel mit festem Gehäuse, mit Skale oder Messuhr
oder elektronischer AnzeigeN1)

Bild A.3 — Klasse C: Schlüssel mit festem Gehäuse und elektronischer Messung

Bild A.4 — Klasse D: Schraubendreher mit Skale oder Messuhr oder elektronischer AnzeigeN1)

Bild A.5 — Klasse E: Schraubendreher mit elektronischer Messung

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EN ISO 6789:2003 (D)

Anhang B
(normativ)

Auslösende Drehmoment-Schraubwerkzeuge: Typ II

Bild B.1 — Klasse A: Schlüssel, verstellbar, mit Skale oder elektronischer AnzeigeN1)

Bild B.2 — Klasse B: Schlüssel, fest eingestellt

Bild B.3 — Klasse C: Schlüssel, verstellbar, ohne Skale

Bild B.4 — Klasse D: Schraubendreher, verstellbar, mit Skale oder elektronischer AnzeigeN1)

Bild B.5 — Klasse E: Schraubendreher, fest eingestellt

Bild B.6 — Klasse F: Schraubendreher, verstellbar, ohne Skale

Bild B.7 — Klasse G: Schlüssel mit Biegestabhebel, verstellbar, mit Skale

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EN ISO 6789:2003 (D)

Literaturhinweise

ISO 1174-1, Schraubenwerkzeuge — Antriebs-Vierkante — Teil 1: Antriebs-Vierkante für handbetätigte Steck-


schlüssel.

ISO 1703, Schraubwerkzeuge — Benennungen.

ISO 9001, Qualitätsmanagementsysteme — Anforderungen.

VIM, Grundnormen — Internationaler Wortschatz der grundlegenden und allgemeinen Begriffe der Metrologie.
BIPM, IEC, IFCC, ISO, IUPAC, OIML, 2. Auflage 1993.

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