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Präanalytik

Definition und Bedeutung von Spezifität und Sensitivität

Spezifität: Anteil der nicht erkrankten mit einem negativen Testresultat

o Spezifität: RN/RN+FP

Sensitivität: Anteil der erkrankten Individuen mit einem positiven Testresultat

o Sensitivität: RP/RP+FN

Aussage über Testergebnis bei bekanntem Gesundheitszustand (Beurteilung der Leistungsfähigkeit von Laboruntersuchungen. für diagn. Fragestellung nicht geeignet!)

Anzahl mit positivem Testergebnis Anzahl mit negativem Testergebnis Gesamt Anzahl mit Krankheit RP FN RP+FN
Anzahl mit positivem
Testergebnis
Anzahl mit negativem
Testergebnis
Gesamt
Anzahl mit Krankheit
RP
FN
RP+FN
Anzahl ohne Krankheit
FP
RN
FP+RN
Gesamt
RP+FP
FN+RN
RP+FN+FP+RN

Diagnostische Sensitivität und Spezifität eines Markers in Bezug auf den Nachweis einer

Erkrankung sind über die Festlegung eines cutoffs miteinander verbunden!

Effizienz: ermöglicht Beschreibung der Leistungsfähigkeit eines Testes mit einer einzigen Maßzahl, wobei FP- und FN-Klassifizierungen als gleichwertig eingestuft werden

o Effizienz= (RP+RN)/(RP+RN+FP+FN)

Definition und Bedeutung des positiv prädiktiven Wertes

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer Erkrankung K, wenn der Test postiv ist?

weitere Informationen nötig: Prävalenz (pre-test probability)

pos.prädiktiver Wert= (p*Sensitivität)/(p*Sensitivität)+((1-p)*(1-Spezifität))

(hier p=Prävalenz)

Fehlerquellen Blutentnahme

Unzureichende Füllung (v.a. bei Gerinnungsröhrchen, sonst falsches Mischverhältnis von Probe und Antikoagulanz)

„Pumpen“ mit der Faust ↑Kalium

zu langes Stauen Aktivierung der Gerinnung und Hämolyse (↑Kalium)

zu schnelles Aufziehen, Aspiration, Schaumbildung Hämolyse

Unzureichende Gerinnung von Serumproben mind. 30min bei Raumtemperatur stehen lassen

Verschiedene Röhrchen, deren Frabe, Antikoagulanz und Einsatz

siehe Skript Seite 10 Präanalytik

Kategorien von Einflussgrößen und Störfaktoren

Einflussgrößen: Faktoren/Bedingungen, die in vivo zu Konzentrations-/Aktivitätsänderungen führen

o mit Methoden der statistischen Qualitätskontrolle erfassbar und unabhängig von der Spezifität der angewandten Analysemethode Unbeeinflussbare Einflussgrößen

Einflussgrößen

Bsp. Klinisch chemische Parameter

unveränderlich:

 

Geschlecht

Sexualhormone, Kreatinin, Harnsäure, Eisen, Hb, Gamma-GT, Transaminasen, Cholesterin

Erbfaktoren

Enzymvarianten (Cholinesterase), Cholesterin

ethnische Zugehörigkeit

z.T. überlagert durch beeinflussbare -

Einflussgrößen (Ernährung), CK, Amylase, Leukozyten, LDH

veränderlich

 

Alter

↓: alk. Phosphatase, Phosphat, Protein, Albumin ↑: Glukose, Harnsäure, Harnstoff, Cholesterin, TAG

Zyklus

Sexualhormone, Cholesterin

Gravidität

↑: alkalische Phophatase, LAP ↓: Eisen, Calcium

Beeinflussbare Einflussgrößen

Einflussgrößen

Bsp.: Klinisch-chemische Parameter

Biorhythmen

Eisen, Kalium, Kortisol, Eosinophile, Leukozyten

Nahrungszufuhr, Diäten

↑: Harnstoff, Harnsäure, Glukose, Eisen, Natrium, Lipide, alk. Phosphatase ↓: Kalium, Phosphor, LDH

Fasten

↑: Harnsäure, Kreatinin, AST ↓: Cholinesterase, einige Serumproteine

körperliche Aktivität

durch Hämokonzentration: Proteine, Calcium,

Eisen, Bilirubin, Lipide, Hkt Enzymaustritt: CK (-MM), LDH, AST, ALT Stoffwechsel: Laktat-, Ammoniakzunahme

Körperlage

durch Hämokonzentration: Proteine, Lipide,

Enzyme, proteingebundene Spurenelemente, Hormone, Zellen Sekretion von Aldesteron, Renin, ADH, Norepinephrin

Muskelmasse

Kreatininausscheidung im Urin

 

Therapeutische und diagnostische Maßnahmen

Bsp. Harnsäure: ↑(Zytostatika), ↓(Allopurinol) CK, AST, LDH: Operationen, Punktionen, i.m. Injektionen, Belastungs-EKG, Stauen vor Blutentnahme saure Phosphatase: Prostatapalpation

Störfaktoren

o

Faktoren und Bedingungen, die in vitro zu scheinbaren und reellen Konzentrations- /Aktivitätsänderungen der zu messenden klinisch-chemischen Kenngröße führen

o

nicht von Methoden der statistischen Qualitätskontrolle erfassbar und nur zum Teil von Spezifität der angewandten Analysemethode abhängig

Störfaktoren, die zu reellen Veränderungen der klinisch-chemischen Kenngrößen führen

Störfaktoren

Bsp. klinisch-chemische Parameter

Kontaminationen

Kalium aus K-EDTA Röhrchen und Infusionen, Glukose aus Infusionen, Verdünnungen durch Infusionen, Alkohol durch alkoholhaltige Hautdesinfektion, spezifisches Gewicht durch Röntgenkontrastmittel

Hämolyse, Thrombolyse

↑ Kalium, LDH, saure Phosphatase, AST

Verdunstung

↑ durch Hämokonzentration aller nicht-

flüchtigen Parameter

Gasdiffusion

↓Ammoniak, Alkohol

Entmischung

zelluläre Bestandteile, TAG

Inaktivierungen

Monoamino-Oxidase, saure Phosphatase, Gerinnungsfaktoren

Lichtexposition

↓Bilirubin, Porphyrine

Blutstoffwechsel in vivo

↑: Ammoniak, Laktat, freie FS ↓: Glukose, pH, Lipoproteine

Störfaktoren, die zu scheinbaren Veränderungen der klinisch-chemischen Laborparameter führen

Störfaktoren

Bsp. klinisch-chemischer Parameter

Lipämie

Parameter, die mit photometrischen Tests gemessen werden, immunologische Bestimmungen, RIA (Hormone) Bilirubin (Diazoreaktion)

Hämoglobin

Bilirubin (methodenabhängig)

Makroglobuline

Hämoglobin, photometrische Tests durch Trübungen

EDTA

Eisen, Calcium, Kupfer, Magnesium, alk. Phosphatase

Dextran

Protein (Biuretmethode)

Medikamente

 

Phenazetin

Harnsäure Protein, Kreatinin Medikamentenbestimmung Hormone u.a.

Bromsulphthalein

Fluoreszenzpharmaka

Isotoppharmaka

Protein, Kreatinin Medikamentenbestimmung Hormone u.a. Bromsulphthalein Fluoreszenzpharmaka Isotoppharmaka

Hämatologie I

Hämatopoese Übersicht

Hämatologie I Hämatopoese Übersicht  Blasten physiologisch nur im Knochenmark vorhanden  Blastose: vereinzelt

Blasten physiologisch nur im Knochenmark vorhanden

Blastose: vereinzelt Blasten/Retikulos im Blut

Bestandteile des kleinen Blutbildes

bestimmt durch Durchflusszytometrie bzw. Impedanzmessung

Hämoglobin (Hb)

Hämatokrit (Hkt)

Erythrozytenzahl

Thrombozytenzahl

Leukozytenzahl

Erythrozytenindices

o MCV (mean corpuscular volume)

hkt (I/I)*1000/ Erythrozytenzahl (10^6/µl)

Referenzbereich: 84-98 fl

↓ MCV: Mikrozytose, ↑MCV: Makrozytose

o

MCH (mean corpuscular hemoglobin)

Hb (g/l)/Erythrozytenzahl (10^6/ µl)

Referenzbereich: 28- 34 pg

↓MCH: hypochrom, ↑MCH: hyperchrom

o

MCHC (mean corpuscular hemoglobin concentration)

HB (g/l)/ HKt (I/I)

Referenzbereich: 320- 360 g/l (32-36 g/dl)

Bestandteile des großen Blutbildes

bestimmt durch Durchflusszytometrie

zusätzlich zum kleinen Blutbild: quantitative Aufteilung der Leukozytenpopulationen

Granulozyten

Eosinophile

Basophile

Monozyten

Lymphozyten

mikroskopisches Blutbild zur Abklärung der:

Erythrozytenmorphologie

Thrombozytenmorphologie

Leukozytenmorphologie bzw. deren Vorstufen (Myeloblasten, Promyelo, Metamyelozyten, Stab-, Segmentk., Blasten, Aktivierte/ Atypische Lymphozyten)

Normoblasten und Retikulozyten

Normozyt

o

diskuide Form, zentrale Aufhellung, Durchmesser 7-8 µm, etwa 120 Tage Lebensdauer

Retikulozyten

o

Unreife, kernlose Erythrozyten, die noch RNA enthalten.

o

Nachweis mit Spezialfärbungen (Brillantkresylblau) oder automatisierten Analysensystemen (Fluoreszenz)

o

Parameter für die Erythrozytenneubildung

Erhöht bei hypergenerative Störungen (z.B. hämolytische Anämien)

Erniedrigt bei hypogenerativen Störungen (z.B. Eisenmangelanämie)

o

Retikulozyten-Produktionsindex (RPI)/ Retikulozytenshift

normalerweise 0,5-2% Retikulozyten

Retikulozytenshift: verlängerte Verweildauer der Erythrozyten im peripheren Blut wegen Verlagerung der Reifung vom Knochenmark ins periphere Blut

 RPI = Retis (%) x HK (Patient) Shift (Tage) x 0,45  Anämie mit

RPI = Retis (%) x HK (Patient)

Shift (Tage) x 0,45

Anämie mit adäquater Regeneration: >3

Anämie bei hypoplastischen KM/MDS: <2

Abnorme Erythrozytenformen und ihre Bedeutung

Regeneration: >3  Anämie bei hypoplastischen KM/MDS: <2 Abnorme Erythrozytenformen und ihre Bedeutung
 

Beschreibung

 

Erythrozytentyp

 

Anisozytose

Ungleiche Größe der Ery, ohne Formveränderung, jede Anämie

Anulozyten

Ringform der Ery mit ↓MCH

Basophile Punktierung der Erythrozyten

Vorkommen bei gesteigerter und gestörter Erythropoese z.B. bei Bleiintoxikation, Thalassämie

Dakrozyten

Tränentropfenform der Ery, „teardrop“ Poikilozytose, z.B. bei Osteomyelofibrose

Elliptozyten

Ovale Ery, hereditäre Elliptose

Fragmentozyten (Schistozyten)

Fragmentierte Ery, z.B. beim hämolytisch- urämischen Syndrom, Moschkowitz-Syndrom (TTP), künstliche Herzklappen, disseminierte intravasale Koagulopathie (DIC)

Heinz-Innenkörperchen

Denaturiertes, präzipitiertes Hämoglobin, z.B. bei G6P-DH-Mangel oder Methämoglobinämie

Howell-Jolly-Körperchen

Kernreste in Ery, z.B. bei Asplenie

Makrozyten

Ery in normaler Form aber mit erhöhtem Durchmesser (>8,5 µm) oft hyperchrom, z.B. bei Alkoholismus, Vitamin B12-/ Folsäuremangel,

Megalozyten

vergrößerte, leicht ovale hyperchrome Ery, z.B. bei Vitamin B12-/ Folsäuremangel

Mikrozyten

Ery in normaler Form, verminderter Durchmesser ( <7 µm) oft hypochrom, z.B. Eisenmangelanämie

Poikilozyten

ausgeprägte Formveränderung der Ery, jede schwere Anämie

Sichelzellen

durch abnormes Hämoglobin (HbS) nehmen die Ery unter Luftabschluss Sichelform an, Sichelzellenanämie

Sphärozyten

kleine dichte Scheiben ohne zentrale Aufhellung, Sphärozytose (Kugelzellenanämie)

Targetzellen

Schießscheibenzellen: hypochrome Ery mit zentraler Verdichtung, Thalassämie

Einteilung der Anämien

Definition: Verminderung der Hämoglobinkonzentration oder des Hämatokrits unter den Bereich einer vergleichbaren Referenzpopulation ("Normalbereich")

nach WHO: bei Männern Hb <13g/dl, bei Frauen: <12g/dl

Ursachen: differenzieren durch Erythrozytenindices

 Ursachen: differenzieren durch Erythrozytenindices -

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

unklare Anämie (nach WHO)

unklare Anämie (nach WHO) Differenzierung nach MCV und MCH mikrozytär hypochrom

Differenzierung nach MCV und MCH

unklare Anämie (nach WHO) Differenzierung nach MCV und MCH mikrozytär hypochrom normozytär normochrom makrozytär
unklare Anämie (nach WHO) Differenzierung nach MCV und MCH mikrozytär hypochrom normozytär normochrom makrozytär

mikrozytär hypochrom

normozytär normochrom

makrozytär hyperchrom

Eisenmangel

 

akute Blutung

Thalassämie

Hämolyse

sideroblastische Anämie

myeloische Erkrankungen (z.B. aplastische Anämie)

Bleivergiftung

EPO-Mangel

 

Hämoglobinopathie

   

Sichelzellenanämie

 

Tumor-Infektanämie

Folsäuremangel

Vitamin B12 Mangel

Hypothyreose

Laborchemische Parameter zur Differenzierung von:

a.

Eisenmangelanämien

o

häufigste Anämieursache

o

BRD: ca 35%, Prävalenz 2-5%, weltweit leiden ca. 15% an Eisenmangel

o

Ursachen für Eisenmangelanämie:

erhöhter Bedarf (Menstruation, Schwangerschaft, Wachstum)

path. Blutverlust (GI-, urogenitale Blutungen, Blutungen aus Respirationstrakt, Blutspenden, Hämolyse)

Mangelernährung

Störung von Resorption, Transport, Speicherung

o

Labor:

MCV ↓ (mikrozytär)

MCH ↓ (hypochrom)

Retikulozyten ↓ (Reifungs-/Bildungsstörung)

Serumeisen ↓

Ferritin ↓ (speicherprotein u.a. der Leber CAVE APP!)

Transferrinrezeptor ↑ (zeigt echten Eisenbedarf an diff. zu Eisenverteilungsstörung)

mikrozytäre-hypochrome Anämie RPI <2 Ferritin n/↑ chronisch entzündliche Erkrankung/ Tumorleiden
mikrozytäre-hypochrome Anämie RPI <2
Ferritin
n/↑
chronisch entzündliche Erkrankung/ Tumorleiden
ja sTFR ↑* n/ ↓
ja
sTFR
↑*
n/ ↓
entzündliche Erkrankung/ Tumorleiden ja sTFR ↑* n/ ↓ ACD/Eisenmangel ACD nein Thalassämie Hämoglobinopathien

ACD/Eisenmangel

ACD

Tumorleiden ja sTFR ↑* n/ ↓ ACD/Eisenmangel ACD nein Thalassämie Hämoglobinopathien sideroblastische

nein

Tumorleiden ja sTFR ↑* n/ ↓ ACD/Eisenmangel ACD nein Thalassämie Hämoglobinopathien sideroblastische

Thalassämie

Hämoglobinopathien

sideroblastische

Anämie

Eisenmangelanämie

ACD= anemia of chronic desease

Hyperproliferation anderer Ursache (EPO-Therapie, Thalassämie, Hämoglobinopathien)

sTFR= soluble transferrinreceptor

*=auch erhöht bei

b. Tumor-/Infektanämie (ACD)

o

Zytokin vermittelt (Makrophagen, Lymphozyten, Fibroblasten): IL-1 und Il-6

o

Leber: 1. Akute-Phase-Reaktion ↑ Hemmung der Synthese von Albumin und Transferrin (negative Akute Phase Proteine) Serum-Eisen ↓ und Serum-

Transferrin ↓

o

Leber: 2. Hepcidin (steuert Eisenstoffwechsel i.d.Leber) Eisenaufnahme im Darm ↓ und Eisenretention↑

o

Labor:

Serum-Eisen ↓

Serum-Ferritin↑

Transferrin ↓

zunehmender Eisenbedarf der Erythropoese
zunehmender Eisenbedarf der Erythropoese

c. Hämolytische Anämien: toxisch oder immunogen bedingt

o Labor:

Retikulozyten

LDH-Aktivität im Serum (↑Zellzerfall)

Bilirubin indirekt (prähepatischer Ikterus)

Haptoglobin im Serum (Cave auch APP)

freies Hb im Serum

Urobilinogen im Serum

in vivo Hämolyse: ↑LDH/Bilirubin/Haptoglobin

in vitro Hämolyse: ↑Kalium/GOT/LDH

normozytäre-normochrome Anämie Retikulozyten-Produktionsindex RPI >2 <2 Kreatinin (Serum) Hämolysezeichen:
normozytäre-normochrome Anämie Retikulozyten-Produktionsindex RPI
normozytäre-normochrome Anämie
Retikulozyten-Produktionsindex RPI

>2

<2 Kreatinin (Serum)
<2
Kreatinin (Serum)

Hämolysezeichen:

↑LDH, indirektes Bilirubin ↑, Urobilinogen im Urin ↑

↑LDH, indirektes Bilirubin ↑, Urobilinogen im Urin ↑ negativ Blutungsanämie gesteigerter Erythrozyten- abbau
↑LDH, indirektes Bilirubin ↑, Urobilinogen im Urin ↑ negativ Blutungsanämie gesteigerter Erythrozyten- abbau

negativ

indirektes Bilirubin ↑, Urobilinogen im Urin ↑ negativ Blutungsanämie gesteigerter Erythrozyten- abbau im RES:

Blutungsanämie

gesteigerter Erythrozyten-

abbau im RES:

autoimmunhämolytische

Anämie

inkompatible

Transfusion

Hämoglobinopathien

Membrandefekte

Erythrozyten-

Stoffwechseldefekte

(z.B.

Pyruvatkinasemangel)

chemische/physikalische

Noxe

↑ EPO ↓
EPO
 chemische/physikalische Noxe ↑ EPO ↓ renale Anämie Hypo- plasie Aplastische Anämie Parvo B19

renale

Anämie

Hypo- plasie
Hypo-
plasie

Aplastische

Anämie

Parvo B19

Inf.

Anämie Hypo- plasie Aplastische Anämie Parvo B19 Inf. ↓/n positiv Haptoglobin ↓, u./o. Hämoglobinurie ja nein

↓/n

positivHypo- plasie Aplastische Anämie Parvo B19 Inf. ↓/n Haptoglobin ↓, u./o. Hämoglobinurie ja nein ↑/n

Haptoglobin ↓, u./o. Hämoglobinurie

Inf. ↓/n positiv Haptoglobin ↓, u./o. Hämoglobinurie ja nein ↑/n Knochenmarkspunktion   Infiltration

ja

nein

↑/n
↑/n
positiv Haptoglobin ↓, u./o. Hämoglobinurie ja nein ↑/n Knochenmarkspunktion   Infiltration Dyserythro -

Knochenmarkspunktion

u./o. Hämoglobinurie ja nein ↑/n Knochenmarkspunktion   Infiltration Dyserythro - poese Intravasale
u./o. Hämoglobinurie ja nein ↑/n Knochenmarkspunktion   Infiltration Dyserythro - poese Intravasale
 

Infiltration

Dyserythro - poese
Dyserythro
- poese

Intravasale Hämolyse:

/ Fibrose

inkompatible Transfusion

 autoimmunhämolytische Anämien

autoimmunhämolytische Anämien

Erythrozyten-Stoffwechseldefekte

   

Leukämie Multiples Myelom/ Karzinose Myelofibrose

Myelo-

Paroxysmale nächtl.Hämoglobinurie

dysplasie

mikroangiopathische Hämolyse (z.B. TTP, HUS, DIC; Herzklappen

 

Infektionen (z.B. Malaria)

 

chemische/physikalische Noxen

d. Renal bedingt Anämien o verursacht durch akute/chronische Nierenerkrankung  EPO-Mangel o i.d.R. normozytär
d.
Renal bedingt Anämien
o
verursacht durch akute/chronische Nierenerkrankung  EPO-Mangel
o
i.d.R. normozytär normochrom
e.
Aplastische Anämien
o
selten: 2-3 Neuerkrankungen pro 1Mio./Jahr
o
v.a. jüngere (10-25 Jahre) und ältere Patienten (>60 Jahre) betroffen
o
manchmal erblich (Fanconianämie)
o
häufig verbunden mit einer Panzytopenie aufgrund der Knochenmarksdysplasie
o
Auslöser:
 Medikamente
 Lösungsmittel (Benzene)
 Pestizide
 Schmierstoffe
 Drogen (Ecstasy, Angel Dust)
f.
Makrozytäre Anämien
o
Ursachen: Alkoholismus, Hepatopathie, refraktäre Anämie (MDS), Artefakt,
Hypothyreose
o
megaloblastäre Anämie:
 Vitamin B12 Mangel
 Folsäuremangel
 Zytostatika, Antikonvulsiva, Toxine (arsen)
 hereditär (selten!)
makrozytäre-hyperchrome Anämie
RPI
<2
Vit.B12/ Folsäure
Anämie mit Retikulozytose: (s. normozytäre-
nomochrome Anämie )
Vit.B12 ↓
n/↑
Folsäure ↓
extra-
medullär
medullär
(KM)
Alkoholismus
 Mangelernährung
perniziöse Anämie
Therapie mit
 Myelodysplasi
Inhibitoren
 erhöhter Verbrauch
 Erythroleukämie
 Magenresektion
der DNS-
Synthese
z.B. Schwangerschaft
 erworbene
 Malabsorption
z.B. tropische Sprue
sidero-
Seltene
 Therapie mit Folatantagonisten
achrestische
Enzymmangel-
 chronische N 2 O-
Exposition
Anämie
erkrankungen
 andere Medikamente

g. Anämien bedingt durch Hypothyreose oder Leberinsuffizienz

i.d.R. normozytär normochrom

oft verbunden mit Vit.B12/Folsäuremangel

Hypothyreose oder Leberinsuffizienz  i.d.R. normozytär normochrom  oft verbunden mit Vit.B12/Folsäuremangel

Akute Entzündung und Allergie

Definition

Die Entzündung ist die Reaktion des Organismus auf die Einwirkung einer schädigenden Noxe.

Ziel der Entzündungsreaktion ist die Lokalisation, die Rekrutierung von Entzündungszellen, die Noxe zu beseitigen, den Schaden zu begrenzen ( Demarkation ), die untergegangenen Zellen abzuräumen ( Organisation ) und durch Parenchym ( Regeneration ) oder eine Narbe zu ersetzen

Ursachen:

Mechanisches Trauma

Chemische Schädigung

- Säuren, Laugen, Phenole

- physiologische Substanzen am falschen Ort

Ultraviolett- oder Röntgenstrahlung

(Extreme) Kälte oder Hitze

Reduktion des arteriellen Blutzuflusses

Schädigung durch lebende Organismen

- Bakterien, Viren, Parasiten, Würmer, Pilze

Immunologisch

- überschießende Reaktionen

- fehlgesteuert (z. B. autoaggressiv)

Vasodilatation

Prostaglandine

Erhöhte Gefäßpermeabilität

Vasoaktive Amine (Histamin, H-Substanzen), C3a und C5a, Bradykinin, Leokotrien (C4, D4, E4), PAF

Chemotaxis

C5a, Leukotrien B4, Bakterienprodukte

Fieber

IL-1, TNF, Prostaglandine

Schmerz

Prostaglandine, Bradykinin

Gewebeschädigung

Lysosomale Enzyme (neutrophile GC), Monozyten/ Makrophagen, Sauerstoffmetabolite, Radikale

Akute Phase Reaktion und deren zelluläre und biochemische Komponenten

o Akute-Phase-Reaktion: Universelle Antwort auf unterschiedliche Störungen

Bereitstellung von Effektormechanismen

z.B. C-reaktives Protein

Nachschub von Immunzellen aus KM

zelluläre Aktivierung

Temperaturerhöhung

Sollwertverstellung

wirkt auf Erreger und Immunzellen

Bereitstellung von Energie

Lipolyse, Glykogenabbau, Proteinabbau (katabole SW-Lage)

Aktivierung der Stressachsen

HHN-Achse, SNS, Vagus

Akute Phase Proteine

Akute Phase Proteine Linksverschiebung (siehe Hämatologie I) Unterschiede zwischen bakteriellen und viralen Entzündungen

Linksverschiebung (siehe Hämatologie I)

Unterschiede zwischen bakteriellen und viralen Entzündungen Virale vs. bakterielle Infektion (Pneumonie)

Leukozytose / Granulozytose: keine guten Diskriminatoren

CRP > 50 mg/l virale Infektion unwahrscheinlich

je höher CRP, umso höher Wahrscheinlichkeit für bakt. Genese

Procalcitonin > 1µg/l bakterielle Infektion wahrscheinlich

Neugeborene: hohes Risiko für Sepsis; IL-6 und IL-8 beste Frühmarker

wichtigste Prognosefaktoren:

Initiale Sepsis und zusätzliche Grunderkrankungen

Sepsis

Systemic inflammatory response syndrome (SIRS) (mind. 2 Kriterien):

Temp.

38°C; oder

36°C

HF

90/min.

AF

SIRS + Infektion (Keimnachweis in sonst sterilem Gewebe oder Körperflüssigkeit)

Sepsis + akute Organdysfunktion schwere Sepsis

20/min. o. Hypervent.

4000/mm³;

Neutrophile

12,999 mm³ o.

10 % unreife

Indikation und Kinetik von:

Indikation und Kinetik von: o TNFa: o Interleukine  IL-6  IL-8  Werte (Serum): Erwachsene

o

TNFa:

o

Interleukine

IL-6

IL-8

Werte (Serum): Erwachsene

Hinweis für: Gewebeschädigung, Organschädigung (Hypoxie; Ischämie; Endotoxinämie) infolge Trauma, Sepsis, Herzinsuffizienz

Anstieg vor CRP

HWZ ~ 1 hr

produziert von: Monozyten, Endothelzelle, Fibroblasten, Keratinozyten, T-Zelle

Zielzellen: Leber APR; B-Zellen Expansion

pg/ml; Neugeborene

15pg/ml

Werte (Serum o. Hämolysat): Erwachsene

70ng/l

ng/l; Neugeborene

Frühphase der Sepsis

Neu- und Frühgeborenen- Sepsis (gram pos. und neg.)

ca. 20 Std. vor CRP

HWZ 60 Min

produziert von: Monozyten, Endothel, Hepatozyten, Fibroblasten, Keratinozyten

Zielzellen: Neutrophile Granulozyten

o

CRP

Struktur: Pentamer aus 5 identischen Untereinheiten (Pentraxin)

Nachweis: Serum, Plasma

wird in Hepatozyten gebildet (angeregt durch IL-6 u.a.)

Funktion:

 

Agglutination und Präzipitation von Bakterien, Pilzen etc. durch Bindung an galaktosehaltige Polysaccharide (Opsonierung)

Komplementaktivierung über klassischen Weg

Thrombozytenaggregation

Phagozytose über Granulozyten/ Makrophagen

 

wird verwendet für:

 

Diagnostik und Verlaufskontrolle akuter Entzündungen

Postoperativ zur Erfassung infektiöser Komplikationen

Kontrolle infektgefährdeter Patienten

Orientierend bei der Unterscheidung bakterielle/virale Infektion

Therapiekontrolle antibiotische oder antiinflammatorische Medikation

Hilfestellung bei rheumatischen Erkrankungen

o

Procalcitonin

Prohormon von Calcitonin (Bildungsort u. Funktion im Rahmen von Infektionen unklar)

PCT-Plasmakonzentration bei Gesunden (

o,1ng/ml) Anstieg auf

5-10.000 fache im Rahmen von bakteriellen/fungalen Infektionen (schwere Sepsis)

Induktion durch v.a. gramnegative, grampositive B., Pilze (NICHT VIRAL!)

Anstieg innerhalb von 2h

HWZ ca. 24h

PCT (ng/ml)

Interpretation

 

Schwere bakterielle Sepsis

2-10

Schwere SIRS, Sepsis wahrscheinlich

 

Mäßiggradige SIRS, Infektion möglich(Verlaufskontrolle), andere Ursachen

0,1-0,5

Lokale Infektion

<0,1

Normalbereich

Nichtinfektiöse Ursachen für PCT-Anstieg:

ausgedehnte (abdominal)OP, hämorrhagischer/kardiogener Schock, kardiopulmonaler Bypass, Geburtsstress, schwere Verbrennungen, biologische Immunsuppressiva (siehe VL-Folien)

Methoden

a) BSG

Westergrenmethode (nach Wikipedia): Vollblut (1,6ml) wird mit 3,8%iger Natriumcitratlösung (0,4ml) ungerinnbar gemacht und in ein senkrecht stehendes Glas-/Kunststoffröhrchen gefüllt (200mm)

zellulären Anteile sinken/“sedimentieren“ nach unten

Ablesen der zellfreien Säule nach 1h und 2h

spezifische Gewicht der Erys > Plasma Absinken

Bei Dysproteinämie Proteine an Erys Zetapotential↓(negative Ladung auf Eryoberfläche geringer weniger Abstoßung) bzw. direkte Brückenbildung (durch Proteine)Bildung von Eryaggregaten BSG↑

BSG ↓ durch: Albumin ↑, Zelldichte ↑, Sichelzellenanämie, perniziöse Anämie

BSG ↑ druch: ↑ Fibrinogen, ↑ APP, ↑Immunglobuline, ↓ Hkt (weil Bluviskosität ↓), Pharmaka (Salizylate, Östrogene, Glukokortikoide)

b) Serumelektrophorese

Auftrennung der Serumproteine mittels Elektrophorese

Östrogene, Glukokortikoide) b) Serumelektrophorese  Auftrennung der Serumproteine mittels Elektrophorese

Liquordiagnostik

a. Parameter

Zellzahl und differenzierung

Glukose und Laktat

Gesamteiweiss, Albumin, IgG, IgA, IgM

Erregernachweis, AK-Nachweis

Spezialanalysen

b. Differenzialdiagnostik pathologischer Liquorbefunde

Erregernachweis, AK-Nachweis  Spezialanalysen b. Differenzialdiagnostik pathologischer Liquorbefunde c. Reiber-Schema

c.

Reiber-Schema

Erregernachweis, AK-Nachweis  Spezialanalysen b. Differenzialdiagnostik pathologischer Liquorbefunde c. Reiber-Schema
Erregernachweis, AK-Nachweis  Spezialanalysen b. Differenzialdiagnostik pathologischer Liquorbefunde c. Reiber-Schema
Reine Schrankenstörungen: Tumore, Infarkte, Frühphase von Meningitiden Schrankenstörung mit lokaler Ig-Synthese:

Reine Schrankenstörungen: Tumore, Infarkte, Frühphase von Meningitiden Schrankenstörung mit lokaler Ig-Synthese: virale, bakterielle, mykotische Meningitiden Chronisch-entzündlich: MS, SSPE (subakute sklerosierende Panenzephalitis), paraneoplastisches Syndrom, Protozoen (Toxoplasmose), Tumore Typische Konstellationen lokal synthetisierter Immunglobuline:

1 Klassenreaktion: IgG: MS, HSV, HIV, Neurolues IgM: NHL

2 Klassenreaktion: IgG/IgA: bakt. Meningitis IgG/IgM: FSME

3 Klassenreaktionen: Neuroborreliose, Neurotuberkulose, Mumps-ME, AIDS

Allergische Reaktionen und ihre Mediatoren (Quelle Wikipedia)

Neuroborreliose, Neurotuberkulose, Mumps-ME, AIDS Allergische Reaktionen und ihre Mediatoren (Quelle Wikipedia)
Blutgasanalysen siehe Lehrbücher der Physiologie

Blutgasanalysen siehe Lehrbücher der Physiologie

Herz und Fettstoffwechsel

Allgemeine Definition Herzinfarkt

Herz und Fettstoffwechsel Allgemeine Definition Herzinfarkt Herzmarker

Herzmarker

Herz und Fettstoffwechsel Allgemeine Definition Herzinfarkt Herzmarker

1.

Troponine

Troponine sind drei Proteinkomplexe, die in Skelett- und Herzmuskel vorkommen.

Troponinkomplex: TnC (18kDa) - Bindung von Ca2+ TnI (24 kDa) - Bindung von Aktin TnT 37 kDa - Bindung v. Tropomyosin

TnI und TnT sind herzspezifisch => Diagnostik!!

TnI- und TnT-Isoformen von Herz und Skelettmuskel unterscheiden sich in ihrer Aminosäure-sequenz

Immunoassays: Spezifischer und sensitiver Nachweis der kardialen Isoformen cTnI und cTnT.

Diagnostik:

o Troponine zeigen eine Schädigung des Myokards an, aber nicht die Ischämie!! o Ursachen der Troponinerhöhung:

Myokardinfarkt

Lungenembolie

Contusio cordis

Myocarditis

Poly - und Dermatomyositis (erhöhte Expression kardialer Isoformen im quergestreiften Muskelgewebe bei chronischen Muskelerkrankungen)

Kardiochirurgische Eingriffe

Niereninsuffizienz (Creatinin >2,5 mg/dl) Akutes Koronarsyndrom

(Creatinin >2,5 mg/dl) Akutes Koronarsyndrom 2. Kreatinkinase  Eigenschaften und Funktion:

2. Kreatinkinase

Eigenschaften und Funktion: Intrazellulär lokalisiertes Enzym des Energiestoffwechsels, wandelt Kreatin unter Spaltung von ATP zu Kreatinphosphat und ADP um

CK-MB wird meist mit 2-Schritt-Immuninhibitionstest gemessen: Hemmung von CK- M, Rest = CK-B => Unspezifisch bei CK-BB/mitochondrialer CK!!

Gewebe

CK-MM(%)

CK-MB(%)

CK-BB(%)

Skelettmuskel

     

„schnelle“ weiße Fasern

97-99%

1-3

<0,1

rote, „langsame“ Fasern

90

5

Myokard

95

5

-

Gehirn, Darm, Uterus

-

-

100

CK-Normalwerte

CK-Aktivität (37 °C): altersabhängige Normwerte: ≥18 J.: < 171 U/l (m), < 145 U/l (w)

CKMB-Aktivität (37 °C): < 24 U/l

6%-Regel (wenn CK >100 U/l):

CKMB-Anteil >6% - Herzmuskel

CKMB-Anteil <6% - Skelettmuskel

25%-Regel:

CKMB-Anteil >25% - V.a. CKBB oder Makro-CK

CKMB-Konzentration: Referenzintervall < 1 µg/l (Hersteller-abhängig !)

Falsch hohe CK-MB-Werte:

o

Makro-CK

Typ I

Immunkomplexe (aus CK-BB und IgG)

Typ II

Aggregate (aus CK-MiMi)

o

Erhöhte CK-BB

Tumoren

Neurologische Erkrankungen

Nichtkardiale Ursachen hoher CK-Werte:

o

Intramuskuläre Injektionen

o

Reanimation, Elektrokardioversion

o

Trauma

o

Chirurgische Eingriffe

o

Rhabdomyolyse

o

Dermatomyositis, Polymyositis

o

Muskeldystrophie Duchenne

o

Starke körperliche Belastung (Sport!!!)

Immer dann, wenn Muskelgewebe zerstört wird…. => CK/CKMB ist unspezifisch und kaum brauchbar!!

3.

Myoglobin

Eigenschaften : intrazellulärer Transport von O2 im Muskelgewebe

Pathophysiologie : bei Herzinfarkt Freisetzung aus geschädigten Herzmuskelzellen

Vorteile als Herzmarker: hohe Sensitivität, früher Anstieg

Erfolgskontrolle einer Thrombolysetherapie: Rascher, steiler Anstieg (4fach in 90 Min) mit rascher Normalisierung

Nachteile als Herzmarker: geringe Kardiospezifität => Als Routineparameter zur AMI-Diagnostik nicht geeignet

4.

natriuretische Peptide (BNP=brain natriuretic peptide)

Vasodilatorisches Hormon, das bei Dehnung der Herzkammern von den Herzmuskelzellen gebildet und sezerniert wird

Die Bezeichnung „Brain“ geht darauf zurück, dass BNP zunächst im Gehirn von Schweinen nachgewiesen wurde

BNP wird als diagnostischer Marker und zum Therapiemonitoring der Herzinsuffizienz eingesetzt

Die Höhe der BNP-Konzentration im Blut korreliert gut mit Schweregrad und Therapieerfolg

Herzinsuffizienz eingesetzt  Die Höhe der BNP-Konzentration im Blut korreliert gut mit Schweregrad und Therapieerfolg
Herzinsuffizienz eingesetzt  Die Höhe der BNP-Konzentration im Blut korreliert gut mit Schweregrad und Therapieerfolg

Fettstoffwechselparameter

Fettstoffwechselparameter
Fettstoffwechselparameter
Lipoproteine  globuläre Struktur: in zwei Schichten unterteilt o Kern: TAG, Cholesterolester, wenig freies

Lipoproteine

globuläre Struktur: in zwei Schichten unterteilt

o

Kern: TAG, Cholesterolester, wenig freies Cholesterol

o

Hülle: Monolayer (Phospholipiden, freiem Cholesterol und Apolipoproteinen)

HDL-Cholesterin

HDL-Cholesterin (Ref.: >35 mg/dl (m), >45 mg/dl (w))

nach Fällung der Apo B-haltigen VLDL und LDL wird im Überstand das HDL- Cholesterin enzymatisch bestimmt.

Bei TG > 400 mg/dl erfolgt verminderte Fällung von VLDL/LDL und somit falsch hohes HDL-Cholesterin.

LDL-Cholesterin

LDL-Cholesterin (Ref.: < 130 mg/dl)

o

enzymatische Messung direkt (nach Inhibition) oder nach Fällung

o

Berechnung nach Friedewald-Formel:

 

LDL = g- Chol VLDL - HDL

LDL-Chol = g-Chol (TG/5) (HDL-Chol)

o

Aber: TG < 400 mg/dl, nüchtern!

Diagnostik Fettstoffwechselstörung

Basisdiagnostik

o

Cholesterin

< 200 mg/dl

o

LDL

< 130 mg/dl

o

HDL

> 40 mg/dl

o

LDL/HDL

< 4

o

Triglyceride

< 200 mg/dl

Erweitertes Screening:

o

Lipoprotein(a)

o

Homocystein

o

Hochsensitives CRP (hsCRP)

Arteriosklerose-Screening

Lipoprotein (a)

o

Pathogenetisch involviert bei

Atherosklerose-Plaque Bildung

Hemmung der Fibrinolyse

o

Lp(a) enthält ein Apolipoprotein, das mit Plasminogen um die Bindungsstellen an den Endothelzellen konkurriert => antiplasminogene Wirkung

o

Lp(a) steigert die Expression von Plasminogenaktivator-Inhibitor I (PAI-I) => Hemmung der lokalen Thrombolyse im Endothelbereich der Gefäße => Begünstigung der Bildung von atheromatösen Plaques

o

Risikofaktor bei Koinzidenz mit anderen Risikofaktoren

o

Erhöht bei: habituellen Aborten, venösen Thrombosen, Präeklampsie, Apoplex

o

Therapeutisch nicht beeinflussbar, nur über Senkung des Cholesterin

o

Kein allgemeiner Screening-Parameter, nur bei Risiko-Patienten

allgemeiner Screening-Parameter, nur bei Risiko-Patienten  Homocystein o HCY ist Abbauprodukt der Aminosäure

Homocystein

o

HCY ist Abbauprodukt der Aminosäure Methionin, stark zytotoxisch, aber nur gering konzentriert

o

Erhöhte Werte:

Niereninsuffizienz,

Vitamin B12, B6 und Folsäuremangel

Genetische Defekte (z.B. MTHFR-Mutation)

o

Therapie: Vitaminsubstitution

o

laut Studien als unabhängiger Risikofaktor für KHK umstritten

Hochsensitives CRP (hsCRP)

o wird als mögl. prognostischer Marker für Arteriosklerose erforscht

 Hochsensitives CRP (hsCRP) o wird als mögl. prognostischer Marker für Arteriosklerose erforscht
 Hochsensitives CRP (hsCRP) o wird als mögl. prognostischer Marker für Arteriosklerose erforscht

Hämostase

Primäre und sekundäre Hämostase

Primäre Hämostase:

o

Thrombozytenadhäsion (vWF/GPIb, Kollagen/GP Ia, )

o

Thrombozyten-Transformation

o

Freisetzung von Faktoren (Thromboxan A2 u.a.)

o

Exprimieren von Oberflächenrez. für Gerinnungsproteine

o

Thrombozyten-Aggregation (GP IIb/IIIa)

Sekundäre Hämostase (mit Verstärkungsschleifen)

 Sekundäre Hämostase (mit Verstärkungsschleifen) Aktivatoren und Inhibitoren der Gerinnung und der

Aktivatoren und Inhibitoren der Gerinnung und der Fibrinolyse

 

Aktivatoren

Inhibitoren

Gerinnung

Gerinnungsfaktoren

Antithrombin (AT) Faktor(XIIa, XIa, IXa) v.a. Xa, IIa Protein C (PS) und Protein S (PS)

VIIIa, Va (Aktivierung von Protein C über Thrombomodulin auf Endothelzelle)

Fibrinolyse

Fibrinolysefaktoren :

α2-Makroglobulin (inhibiert plasmin

Plasmin(ogen)

und kallikrein)

u-PA (Urukinase)

Plasminogen-Aktivator-Inhibitor 1

t-PA (tissue plasminogen acticator)

(von Endothel gebildet inaktiviert u-PA und t-PA)

Laborparameter:

Thromboplastinzeit (Quick-Wert, TPZ)

o

Referenzbereich: 70-130 % der Norm oder INR 0,9-1,1

o

Indikation: Präoperativ ,Überwachung der Therapie mit Cumarin-Derivaten, Faktorenscreening, Verdacht auf Vitamin K-Mangel, Synthesestörung (Leberschaden)

o

Prinzip: Prüfung des exogenen Aktivierungsweg (FVII) und Endstrecke (FVIII, X, V, II, I)

aktivierte partielle Thromboplastinzeit (aPTT)

o

Referentzbereich: ca. 30-42 sec. bzw.26-36sec. (methodenabhängig)

o

Indikation: Präoperativ, Überwachung der Heparintherapie (unfraktioniertes), Verdacht auf Koagulopathien, Faktorensubstitution bei Hämophilien, Lupus Antikoagulans und Inhibitoren

o

Prinzip: Prüfung des endogenen Aktivierungswegs (F XII, XI, IX) und Endstrecke (FVIII, X, V, II, I)

Plasma-Thrombinzeit (PTZ)

o

Referenzbereich: Ca. 14 -21 sec (methodenabhängig)

o

Indikation: Verdacht auf Störungen der Fibrinpolymerisation und auf Thrombininhibitoren, Verdacht auf Hyperfibrinolyse, Verdacht auf Fibrinogenmangel, Dysfibrinogenämie, Therapieüberwachung bei Fibrinolyse, Überwachung der Heparintherapie

o

Prinzip:Prüfung der Umwandlung von Fibrinogen zu Fibrin

Blutungszeit (Globaltest)

o

untersucht primäre Hämostase

o

unterschiedliche Methoden: Ivy, Duke, Marx

o

Zeiten: je nach Methode zwischen 2 und 6 Minuten

Fibrinogen

o

1,8-3,5 [mg/dl]

o

Einflussgrößen auf das abgeleitete Fibrinogen:

(falsch) hohe Messwerte in Anwesenheit von Spaltprodukten

abgeleitetes Fibrinogen nicht valide bei Quick <25%

D-Dimere

o

D-Dimere können nur durch Plasmineinwirkung aus bereits quervernetztem Fibrin entstehen Marker der Fibrinbildung durch dessen Abbau mittels Plasmin

o

wichtig für Stufendiagnostig TVT/Lungenembolie

o

D-Dimer Messwert <0,5mg/l Verdachtsdiagnose mit 99,9% ausgeschlossen

Messwert >0,5mg/l: pathologische Gerinnungsaktivierung, Verdacht

erhärtet weiterführende spez. Diagnostik

Positive Blutungsanamnese

primäre Hämostase

o

Thrombozytopenie (Thrombozytenzahl)

o

Thrombozytopathie (Blutungszeit vWF Diagnostik bzw. Thrombozytenaggregationstests)

sekundäre Hämostase

o

Gruppentests: PTT, Prothrombinzeit, Thrombinzeit

o

evtl. Einzelfaktorbestimmung

Normalbefund bei Neogeborenen Hämophilie A/B
Normalbefund bei
Neogeborenen
Hämophilie
A/B
Normalbefund bei Neogeborenen Hämophilie A/B Kombinierte Hämostasestörung: ( z.B.Verbrauchskoagulopathie,

Kombinierte Hämostasestörung: ( z.B.Verbrauchskoagulopathie, von-Willebrand-Jürgens-Syndrom) Petechiale und großflächige Blutungen mit unscharfen Rändern

Gerinnungsstörung und Befunskonstellationen bei:

Koagulopathien

o

angeboren: Hämophilie A (Faktor VIII Mangel, X-chromosomal rezessiv) bzw. B (Faktor IX Mangel, X-chromosomal rezessiv); Faktorenmangel (sehr selten, beide Geschlechter betroffen, i.d.R. autosomal-rezessiv)

o

erworben: Vitamin-K-Mangel (Cumarintherapie; M. haemorrhagicus neonatorum), Lebererkrankungen (Syntheseleistung ↓), Verbrauchskoagulopathie

Thrombozytopathien

o angeboren: von Willebrand Syndrom (häufigste angeborene Gerinnungsstörung, gestörte Thrombozytenadhäsionsfähigkeit und gestörte plasmatische Gerinnung vWF Transportprotein für F VIII)

Thrombozytopenien:

o

HIT Typ I: in den ersten Tagen nach Start der Heparintherapie, mäßiger Abfall der Thrombos durch direkte Aktivierung durch das Medikament, Therapie nicht notwendig (laut Wikipedia)

o

HIT Typ 2: Antikörperbildung gegen Heparin/Protein-Komplex Thrombosen im venösen und arteriellen System, erste AK 6-20d nach Therapiebeginn messbar(Wiki)

Störungen der Fibrinolyse: Inhibitorenmangel

Thrombophilien:

o

Faktor-V-Leiden: am weitesten verbreiteter erblicher Risikofaktor für Thrombosneigung, APC-Resistenz (Punktmutation im FV-Gen führt zu anderer AS- Sequenz aktiviertes Protein C kann FV nicht mehr abbauen Thromboseneigung

o

Faktor II

o

Protein C- und Protein S-Mangel (↓ Hemmung von Faktor Va und VIIIa auch IL-1 und

IL-6, TNF, Fibrinolyse u.a.)

o

Antithrombin III Mangel

o

Anti-Phospholipidsyndrom: häufig assoziiert mit ↑ Thrombosen, wiederkehrende Fehlgeburten und intrauteriner Fruchttod durch Antikörper gegen diverse Proteine (Cardiolipin, Prothrombin), häufig in Verbindung mit Autoimmunerkrankungen wie SLE, RA, Sjörgen-Syndrom

Therapiemonitoring verschiedener Antikoagulanzien

Hemmung der Thrombozytenaggregation:

o

ASS PFA

o

ADP-Rezeptoranatgonisten (z.B. Clopidogrel) Aggregometrie

o

GPIIa-IIIa Rezeptorantagonisten (z.B. Abciximab) Aggregometrie

Hemmung der Plasmaaggregation:

o

Unfraktionierte Heparine PTT

o

Niedermolekulare Heparine anti-Faktor Xa

o

Vitamin-K-Antagonisten (Cumarine) TPZ (Quick)

o

Direkte Thrombininhibitoren: Hirudine Clotting-Analysen DabigatranTZ

o

Direkte Faktor Xa-Inhibitoren (z.B. Rivaroxaban) PTT

Niere und ableitende Harnwege

Kennzahlen:

Die funktionelle Einheit ist das Nephron (ca. 1 Mill./Niere!):

o

Glomerulum: Filtration

o

Tubulus (prox. u. distal): Reabsorption, Sekretion

Gesamtfiltrationsfläche ca.1,5 m²

Primärharn 150-180 l/Tag

24h Ausscheidung Harn 1-1,5 l

Funktionen der Niere

Salz- und Wasserausscheidung: Volumen, Osmolalität des EZR, Säure-Basen-Haushalt

Elimination: Stoffwechselendprodukte (z.B. Kreatinin, Harnstoff), Fremdstoffe

Reabsorption: Glucose, Aminosäuren

Stoffwechsel: Peptidabbau, Gluconeogenese, Argininbildung

Hormonbildung: Renin, Calcitriol, Erythropoetin, Prostaglandine

: Renin, Calcitriol, Erythropoetin, Prostaglandine Uringewinnung und geeignete Analysatbestimmung 

Uringewinnung und geeignete Analysatbestimmung

Spontanurin (Morgen-/Mittelstrahlurin)

Sammelurin (Morgens 1.Urin verwerfen, dann 24h in vorbereiteten Gefäß sammeln, endet mit leerer Blase)

Laborparameter

Kreatinin:

o

o

o

entsteht aus Kreatinin bzw. Phosphokreatinin im Muskel

Bildung abhängig von Muskelmasse und Lebensalter, wird fast vollständig glomerulär filtriert

Indikation: Akute/chron. Nierenerkrankungen, Stoffwechselstörungen, Systemerkrankungen, Hypertonie, Kreislaufversagen, Volumenmangel, Therapie mit nephrotox. Medikamenten, Nierenschädigung durch exogene Gifte, Hämolyse, Myolyse

Untersuchungsmaterial: Serum, Plasma, Urin

Referenzbereiche: Männer<1,1; Frauen <0,9 mg/dl (methodenabhängig)

o

o

Kreatinin-Clearance

o

die Kreatininkonzentration und damit die Clearance ist abhängig von der Körpermasse

o

die Körperoberfläche (KOF) aus Körpergröße und -länge wird aus Normogramm ermittelt

o

Kreatinin-Clearence ist auf KOF von 1,73 m 2 bezogen

Clearence-Angabe C Krea (ml/min): C Krea =(U K / P K ) x U V / t x 1,73/KOF

o MDRD-Formel (modification of diet in renal desease)

Indikation: Abschätzung der glomerulären Filtrationsrate

Untersuchungsmaterial: Serum

Bestimmungsmethode:Bestimmung von Kreatinin und Berechnung mittels Formel

GFR [ml/min/1.73m 2 ] = 175 x (Kreatinin [mg/dl] (-1.154) x Alter [Jahre] (-0.203) x Korrekturfaktor *

Referenzbereich: >90 [ml/min/1.73m 2 )

Bewertung: Kreatininwert wird durch Störfaktoren beeinflusst.

erhöhte Muskelmasse führt zu einem höheren Kreatininwert und Vegetarier zeigen einen niedrigeren Kreatininwert.

Der geschätzte GFR-Wert wurde bei ambulanten nierenkranken Patienten evaluiert. Die so ermittelte GFR ist daher nur bei chronisch Nierenkranken im Stadium 2-4 sicher anwendbar. Dann bildet die MDRD-Formel die GFR jedoch über einen weiten Bereich hin ab!

die GFR jedoch über einen weiten Bereich hin ab!  Harnstoff: o Endprodukt des Aminosäurenstoffwechsels

Harnstoff:

o

Endprodukt des Aminosäurenstoffwechsels

o

überwiegend renal ausgeschieden

o

tubulär reabsorbiert (50 %), z.T. sezerniert

o

im Gegensatz zum Kreatinin von der Wasserausscheidung abhängig

o

Indikation:

Berechnung der osmotischen Lücke (HST, NA, Gluc)

Nierenfunktion (reagiert bei akuten Schäden schneller als Kreatinin)

o

Untersuchungsmaterial: Serum, Plasma

o

Bestimmungsmethode: Enzymatische Spaltung von Harnstoff in CO2 und NH3 durch Urease. Quantitativer Nachweis des entstandenen NH3 durch:

GLDH-Reaktion

Berthelot-Reaktion

o

Referenzbereich: Serum, Plasma: 10 50 mg/dl (ernährungsabhängig)

o

Bewertung:

Harnstoffkonzentration stark abhängig von Proteinzufuhr, Katabolismus, Diurese

o

erhöhte Serumwerte erst bei Einschränkung der Nierenfunktion (GFR) < 25 %

o

Erhöhte Werte: Katabole Stoffwechsellage, hohe Proteinzufuhr, Dehydratation, schwere Niereninsuffizienz

Cystatin C

o

Indikation: Bestimmung der glomerulären Filtrationsrate mit einem sensitiven endogenen Marker

o

Untersuchungsmaterial: Serum

o

Bestimmungsmethode: Immunologisch partikel-verstärkte Immunturbidimetrie

o

Referenzbereich: ab > 1 Jahr: ca. 0,53 bis 0,95 mg/l

o

Bewertung: Cystatin C wird wird von nahezu allen kernhaltigen Zellen gebildet und als kleines Protein (Protease-Inhibitor) komplett glomerulär filtriert, tubulär reabsorbiert und katabolisiert,

o

ist unbeeinflusst von:Geschlecht, Muskelmasse (Kinder > 1 Jahr haben Erwachsenenwerte), Proteinaufnahme, Akute-Phase-Reaktion, Lebererkrankungen,

o

wird frei glomerulär filtriert - ohne tubuläre Sekretion,

o

hat eine stabile Produktionsrate und einen konstanten Blutspiegel

o

es gibt keinen Wiedereintritt in die Blutzirkulation und keine extrarenale Ausscheidung.

o

Cystatin C ist folglich ein idealer Marker zur Abschätzung der GFR

Elektrolyte

Methoden:

1.

Teststreifenmethode Urinteststreifenmethode: Bewertung und Störungen

Abschätzung der GFR  Elektrolyte Methoden: 1. Teststreifenmethode Urinteststreifenmethode: Bewertung und Störungen
 Bilirubin ist bei einer Hämolyse nicht im Urin zu finden (es wird nur konjungiertes

Bilirubin ist bei einer Hämolyse nicht im Urin zu finden (es wird nur konjungiertes nachgewiesen)

2.

Harnsediment

mikroskopische Untersuchung des Urins

Bestandteile

Diagnostische Beurteilung

Erythrozyten:

normal (0-2/Gesichtsfeld) postrenale Blutung, HWI, Tumore, Steine, Trauma

Eumorphe Erythrozyten

Dysmorphe Erys (Akantozyten)

Goleruläre Blutung, Glomerulonephritis

Epithelzellen:

 

Tubuluszellen

Akute GN, akute Tubulusnekrose

Urothelzellen

normal vereinzelt, gehäuft bei Zyklus

Plattenepithel

Beimischung aus Genitalbereich, begrenzte klinische Bedeutung

Leukozyten

normal: 0-5/Gesichtsfeld Entzündungen des Nierenparenchyms und der ableitenden Harnwege

Bakterien

HWI

Hefen

↑bei Diabetikern

Zylinder

 

hyaline Zylinder

↓ klinische Bedeutung, verstärkt nach Anstrengung und Herzinsuffizienz

Wachszylinder

schwere Proteinurie, polyurische Phase nach akutem Nierenversagen

Epithelzylinder

toxische Schädigung der Tubulusepithelien,

Granulierte Zylinder

Hepatitis- und Zytomegalieviren Tubuslusnekrose, Nierenparenchymerkrankungen, Pyelonephritis

Fettzylinder

schwere Proteinurie (Nephrotisches Syndrom), toxische Nierenschäden, diabetische Nephropathie

Erythrozytenzylinder

Glomerulonephritis, ischämisches/toxisches Nierenversagen, renaler Ursprung einer Hämaturie

Leukozytenzylinder

Pyelonephritis, Entzündungen der ableitenden Harnwege

Kristalle

↓diagnostische Bedeutung

3.

Proteindiagnostik

Klinische Aspekte der Proteinurie

o

Vorliegen einer Nieren-/Systemerkrankung

o

zusätzlicher Progressionsfaktor der Nierenerkrankung

o

Proteinmuster kann Hinweis auf Art der Grunderkrankung geben (sog. diagnostische Erwartungsgruppe des Protein-Ausscheidungsprofils)

o

in Verbindung mit „aktivem Harnsediment“ (Erythrozyturie, Leukozyturie, Zylindrurie, Rundzellen etc.) umgehend weiter Diagnostik erforderlich (Bsp.:

Nierenbiopsie)

o

Proteinurie wird über SDS-PAGE in jeweilige Untergruppen aufgeschlüsselt (Teststreifenmethode reagiert v.a. auf Albumin)

Nierenerkrankungen und laborchemische Diagnostik, Befundkonstellationen:

und laborchemische Diagnostik, Befundkonstellationen:  bei V.a.gomerulärer Nephritis: Eryzylinder und

bei V.a.gomerulärer Nephritis: Eryzylinder und Akantozyten beweisend!

Differenzierung von prärenalen, renalen und postrenalen Proteinurien

o

Prärenale Proteinurie

Marker: Hb, Myoglobin, Bence-Jones-Protein

normale Architektur der gesamten Basalmembran

Overflow Proteinurie: hohe Syntheserate eines filtrierbaren niedermolekularen Proteins im Serum

Überschreiten des tubulären Resorptionsmaximums: geringe tubuläre Verstoffwechslung des filtrierten Proteins z.B. bei Paraproteinämie mit Ig-Leichtketten; Lysozymurie bei Leukaemien, freies Hb (bei Hämolysen), Myoglobin (Rhabdomyolysen)

o

Renale Proteinurie

1. glomeruläre Proteinurie

entzündliche/toxische Schädigung des Filters führt zu Verlust der neg. Ladung der Basallamina Filtration von Albumin und Transferrin (selektive Proteinurie)

fortgeschr. Schädigung auch hochmolekulare Proteine (Bsp.:Ig) druch defekte Basallamina nicht selektive Proteinurie

Mikroalbuminurie: selektive Albuminausscheidung (20- 200mg/d); Gesamteiweißausscheidung liegt meist noch im Normalbereich erster Hinweis auf Filterschädigung

2. Tubuläre Proteinurie

↓Resorptionsfähigkeit der Tubulusepithelzellen durch tubulointerstitielle Erkrankung niedermolekulare Proteine (α1-/β2-Mikroglobulin) werden ausgeschieden (letzteres nicht stabil im sauren Urin)

o

Postrenale Form

Marker: α2-Makroglobulin

normale Nierenmorphologie und Funktion

Entzündliche Erkrankungen der ableitenden Harnwege, Tumore, Steine

vermehrte Ausscheidung von IgG, IgA, IgM, α2- Makroglobulin, Apolipoprotein A1

regelhaft Hämaturie

Ursachen der Hämaturie

Glomerulonephritis, Nierenstein, Nierentuberkulose, Hypernephrom, Harnleitertumor, Harnleiterstein, Blasen-CA, Blasenstein, Cystitis, Prostataadenom

Leber und Pancreas

Funktionen der Leber

Aminosäuren - und Proteinstoffwechsel

o

Synthese der meisten Plasmaproteine

o

Katabolismus von Plasmaproteinen

o

Metabolisierung von Aminosäuren

o

Synthese von Harnstoff, Kreatin

Lipidstoffwechsel

o

Synthese von Lipoproteinen

o

Triglyzeriden, Fettsäuren,Cholesterin, Gallensäuren

o

ß-Oxidation der Fettsäuren

Kohlenhydrat-Stoffwechsel ( Glucosehomöostase)

o

Glykogensynthese, Glykogenolyse

o

Gluconeogenese

o

Pentosephosphatzyklus

Biotransformationen

o Aktivierung / Inaktivierung von endogenen/exogenen Substanzen

/ Inaktivierung von endogenen/exogenen Substanzen Leberenzyme und deren Vorkommen, Zeichen der Schädigung der

Leberenzyme und deren Vorkommen, Zeichen der Schädigung der Hepatozyten

/ Inaktivierung von endogenen/exogenen Substanzen Leberenzyme und deren Vorkommen, Zeichen der Schädigung der Hepatozyten
ALT-Aktivitäten und ihre prozentuale Häufigkeit bei Leber/Gallenwegserkrankungen Gamma- Glutamyltransferase (γ -GT) 

ALT-Aktivitäten und ihre prozentuale Häufigkeit bei Leber/Gallenwegserkrankungen

prozentuale Häufigkeit bei Leber/Gallenwegserkrankungen Gamma- Glutamyltransferase (γ -GT)  Vorkommen: viele

Gamma-Glutamyltransferase (γ-GT)

Vorkommen: viele Organe, besonders reich in Leber- und Nierengewebe

o

Lokalisation: membranständig, kanalikuläre u. sinusoidale Segmente der Hepatozytenmembran

o

Freisetzung durch drei Mechanismen:

Ablösung durch Detergentienwirkung von Gallensäuren

Zellmembranschädigung (Zellläsion)

Induktion der Synthese (Medikamente, Alkohol)

Plasma-Eliminationszeit beträgt 3 4 Tage

(Zellläsion)  Induktion der Synthese (Medikamente, Alkohol)  Plasma-Eliminationszeit beträgt 3 – 4 Tage

Alkalische Phosphatase (ALP)

Vorkommen: verschiedene Isoenzyme in verschiedenen Organen (Leber, Knochen, Niere, Darm, Keimzellen, Plazenta)

o Lokalisation: vorwiegend Außenseite der Zellmembran Ablösung bei Cholestase

Plasma-Eliminationszeit beträgt 3 7 Tage

 Plasma-Eliminationszeit beträgt 3 – 7 Tage Cholestasemarker  Hyperbilirubinämie: o konjugiertes

Cholestasemarker

Hyperbilirubinämie:

o konjugiertes (direktes) Bilirubin

o nicht konjugiertes (indirektes) Bilirubin

Enzymaktivitätserhöhungen im Serum:

o

Gamma-Glutamyltransferase (γ-GT)

o

Alkalische Phosphatase (AP)

 Enzymaktivitätserhöhungen im Serum: o Gamma-Glutamyltransferase ( γ -GT) o Alkalische Phosphatase (AP)

Differenzialdiagnose der Ikterusformen

Differenzialdiagnose der Ikterusformen Zeichen der Schädigung der Hepatozyten Verminderte Syntheseleistung o Albumin

Zeichen der Schädigung der Hepatozyten

Verminderte Syntheseleistung

o

Albumin (HWZ 21 d)

o

Präalbumin (HWZ 2 d)

o

Antithrombin III (HWZ 2 Tage)

o

Gerinnungsfaktoren F II, V, VII (HWZ wenige Stunden)

2. Aktivitätsabnahme von Sekretionsenzymen

o Pseudocholinesterase (HWZ 10 d)

3. Abnahme der Biotransformationsleistungen

o

Hyperammonämie (hepatische Enzephalopathie)

o

Veränderungen der Pharmakokinetik

Erkrankungen der Leber

o Hyperammonämie (hepatische Enzephalopathie) o Veränderungen der Pharmakokinetik Erkrankungen der Leber

Pathobiochemische Partialreaktion des geschädigten Leberparenchyms

1. Nekrose

2. Metabolische Insuffizienz

3. Fibrose

4. Cholestase

1. Enzymmuster der Zellnekrose (Abb. 3)

o

GPT: erhöht bis stark erhöht

o

GOT: erhöht bis stark erhöht (GPT > GOT)

o

Gamma-GT: erhöht

o

Eisen: erhöht

o

Gesamt Bilirubin: erhöht

o

Ammoniak: normal bis erhöht

o

Gerinnung (Quick): reduziert

o

GLDH: erhöht bis stark erhöht

2. Enzymmuster bei metabolischer Insuffizienz

o

Gerinnung (Quick): reduziert bis stark reduziert

o

Cholinesterase: reduziert bis stark reduziert

o

Albumin: reduziert bis stark reduziert

o

Fibrinogen: reduziert bis stark reduziert

o

Gamma-Globuline: erhöht

o

Indirektes und Gesamt-Bilirubin: erhöht bis stark erhöht

o

Ammoniak: erhöht bis stark erhöht

3. Enzymmuster bei Cholestase (Abb. 6)

o

Alkalische Phosphatase: erhöht

o

Gamma-GT: erhöht bis stark erhöht

o

Direktes Bilirubin: erhöht

o

GPT: normal bis erhöht

o

GOT: normal bis erhöht

o

Gallensäuren: normal bis erhöht

4. Enzymmuster bei Fibrosierung

o

Zeichen der Insuffizienz

o

Gamma-Globuline

o

Hyaluronsäure (unspezifisch) normal bis erhöht

Leberschädigung durch chronischen Alkoholmissbrauch

CDT (carbohydrate defecient transferrin)

 CDT (carbohydrate defecient transferrin) o erhöhte Werte sind bei einem täglichen Alkoholkonsum
 CDT (carbohydrate defecient transferrin) o erhöhte Werte sind bei einem täglichen Alkoholkonsum

o erhöhte Werte sind bei einem täglichen Alkoholkonsum von mehr

als 50 80 g

Ethanol zu erwarten (Ausnahme: Schwangerschaft, PBC, HHC)entspricht 0.75 l

Wein oder 1,5 l Bier täglich

o

bei Abstinenz biologische Halbwertszeit von ca. 14 17 Tagen

o

Sensitivität: 81 93%, Spezifität: 98%

o Alkoholismus-Diagnostik: siehe auch GGT (induziert) und MCV (Vit.B12 und Folsäure) Leberschädigung durch Viren

1. Hepatitis A

siehe auch GGT (induziert) und MCV (Vit.B12 und Folsäure) Leberschädigung durch Viren 1. Hepatitis A 2.

2. Hepatitis B

siehe auch GGT (induziert) und MCV (Vit.B12 und Folsäure) Leberschädigung durch Viren 1. Hepatitis A 2.

Pancreas

Pancreas Exokrine Pancreasinsuffizienz  Direkt: o Pankreozymin-Sekretin-Test  Indirekt: o Pankreolauryltest

Exokrine Pancreasinsuffizienz

Direkt:

o Pankreozymin-Sekretin-Test

Indirekt:

o

Pankreolauryltest

o

Chymotrypsin im Stuhl

o

Elastase 1 im Stuhl

Steatorrhoe

Stoffwechsel und Endokrinologie

Laborchemische Diagnostik und Befundkonstellationen von:

1. Diabetes mellitus

o

Diabetes mellitus ist der Sammelbegriff für heterogene Störungen des Stoffwechsels, deren Leitbefund die chronische Hyperglykämie ist.

o

Ursache ist entweder eine gestörte Insulinsekretion oder eine gestörte Insulinwirkung oder auch beides.

o

Prävalenz: 6-8% (davon ca. 90% Typ II-Diabetes)

Klassifikation

o

1. Typ 1 Diabetes

a. Immunologisch vermittelte Form (Typ IA)

b. Idiopathische Form (Typ 1B), in Europa selten

o

2. Typ 2 Diabetes

o

3. Andere spezifische Typen des Diabetes mellitus

a. Maturity-onset Diabetes of the Young (MODY)

b. Genetische Defekte der Insulinwirkung

c. Erkrankungen des endokrinen Pankreas

d. Medikamente (z.B. Glukokorticoide, Betaadrenergika)

e. Infektionen (kongenitale Rötelinfektion, CMV)

f. Endokrinopathien (Cushing-Syndrom, Phäochromozytom etc.)

g. Gestationsdiabetes

Pathogenese Typ I Diabetes

CMV) f. Endokrinopathien (Cushing-Syndrom, Phäochromozytom etc.) g. Gestationsdiabetes Pathogenese Typ I Diabetes

o

Zerstörung der ß-Zellen der Langerhansschen Inseln durch Auto-Ak und konsekutive Autoimmun-Insulitis führt zu absolutem Insulinmangel

o

Autoimmunerkrankung: Nachweis von Auto-Antikörpern im Blutserum

o

Wenn >80% der Inselzellen zerstört sind, steigt der Blutzuckerspiegel an

o

Genetische Faktoren spielen eine prädisponierende Rolle (20% positive Familienanamnese mit Typ I DM)

o

Umweltfaktoren (z.B. Viren) ??

o

Histologie: Infiltration der Inselzellen mit autoreaktiven T-Lymphozyten

Pathogenese Typ II Diabetes

mit autoreaktiven T-Lymphozyten Pathogenese Typ II Diabetes  Am Anfang steht eine Insulinresistenz der

Am Anfang steht eine Insulinresistenz der insulinabhängigen Gewebe (z.B. Muskelzellen)

Erhöhte Insulinspiegel zur Glucoseverwertung nötig

Hyperinsulinämie

A) Dichte und Sensibilität der Insulinrezeptoren ↓Insulinwirkung ↓

weitere Steigerung der Insulinspiegel nötigErschöpfung der Inselzellen (Circulus vitiosus, Teufelskreis)

B) Hungergefühl ↑Nahrungsaufnahme ↑Adipositas ↑Vorzeitige Atherosklerose

Therapeutischer Ansatz ist die Beseitigung von Hyperalimentation und Adipositas (Fettsucht, Obesity) => Kalorienreduktion, Sport

o Insulinspiegel ↓ Dichte und Sensibilität der Insulinrezeptoren ↑

Ansatz darf nicht die Stimulation der Insulinsekretion sein Orale Antidiabetika sind eher schädlich

Metabolisches Syndrom

o

Der DM 2 entwickelt sich meist auf dem Boden eines metabolischen Syndroms

o

Risikofaktoren für die Entstehung eines metabolischen Syndroms:

 

o

Stammbetonte Adipositas

o

Dyslipoproteinämie (Triglyceride ↑, HDL-Chol ↓)

o

Essentielle Hypertonie

o

Glucosetoleranzstörung

Definition nach IDF (International diabetes federation,2005)

o

Abdominelle Adipositas:

Taillenumfang: M: ≥ 94 cm, F: ≥ 80 cm

o

Plus zwei der folgenden Faktoren:

Glucose im Plasma (nüchtern):

> 100 mg/dl

Triglyzeride (nüchtern)

> 150 mg/dl

HDL-Cholesterin

Hypertonie

M: < 40 mg/dl, F: < 50 mg/dl

> 130/85 mm Hg

M: < 40 mg/dl, F: < 50 mg/dl > 130/85 mm Hg Diabetes mellitus - Diagnostische

Diabetes mellitus - Diagnostische Kriterien (Plasmaglukose bei Patienten mit HbA1c 5,7-6,4 %)

50 mg/dl > 130/85 mm Hg Diabetes mellitus - Diagnostische Kriterien (Plasmaglukose bei Patienten mit HbA1c
HbA1c  Definition : Anteil der nichtenzymatisch glykierten Hämoglobine (Amadori-Umlagerung) am gesamten
HbA1c  Definition : Anteil der nichtenzymatisch glykierten Hämoglobine (Amadori-Umlagerung) am gesamten

HbA1c

Definition: Anteil der nichtenzymatisch glykierten Hämoglobine (Amadori-Umlagerung) am gesamten erythrozytären Hämoglobin

Glykierte Hämoglobine sind eine Unterfraktion des Erwachsenen-HbA = HbA1

Hb mit Glucose-Bindung = HbA1c

Die HbA1c-Konzentration ist abhängig von der Blutglucose-Konzentration während der Erythrozyten-Lebenszeit (ca. 100 Tage)

C-Peptid  C-Peptid wird bei der Sekretion des Insulins abgespalten  Die Sekretion von Insulin

C-Peptid

C-Peptid wird bei der Sekretion des Insulins abgespalten

Die Sekretion von Insulin und C-Peptid verläuft äquimolar

Plasmaelimination Insulin (t1/2 4 min) ist schneller als die des C-Peptid (t1/2 40 min)

Abschätzung der Sekretion des Inselzellorgans besser über C-Peptid

Indikation: Diagnostik von Inselzelltumoren, insulininduzierte Hypoglykämia factitia, schwierige Diabetesklassifizierung

Hypoglykämia factitia, schwierige Diabetesklassifizierung Komplikationen des Diabetes mellitus  Akute

Komplikationen des Diabetes mellitus

Akute Stoffwechselentgleisung

o

Coma Diabetikum

ketoazidotisches Koma

hyperosmolares Koma

o

Hypoglykämischer Schock

Langzeitschäden

o

o

o

o

Mikroangiopathie (Auge, ZNS, Niere)

Makroangiopathie (koronar, zerebral, peripher)

Neuropathie

Lipidstoffwechselstörungen (Fettleber, Hypertriglyceridämie

Endokrinologie

Primärer und sekundärer Hyperparathyreodismus

Parathormon

Peptidhormon, das in den Nebenschilddrüsen (Epithelkörperchen) gebildet wird

Synthese und Ausschüttung abhängig von der Plasmacalciumkonzentration

1mmol/l ionisiertes Plasmacalcium maximale Sekretion, bei 1,25mmol/l minimale Sekretion (basale Sekretionsaktivität), neg. Rückkopplung läuft g-Protein gesteuert

HWZ: wenige Minuten, Abbau in Epithelkörperchen, Leber und Niere

Wirkung:

o Induktion und Reifung der Osteoklasten Calcium Mobilisierung aus dem Knochen

o Hemmung der Phosphatresorption in der Niere

o Induktion der Biosynthese von Calcitriol (Aktivierung der 1α-Hydrolase)

Klinik:

o Primärer Hyperparathyreodismus: entartetes Epithelkörperchen (Adenom, Karzinom) unterliegt nicht mehr calciumabhängigen Sekretionssteuerung Hyperkalzämie

o Sekundärer Hyperparathyreodismus: Hypokalzämie infolge von Nieren-/Leber-/ Darmerkrankung führt zu Hyperplasie der Epithelkörperchen

o Hypoparathyreodismus: Schilddrüsenoperation, Epithelkörperchenresektion, autoimmun bedingt Hypocalcämie (Gefahr der hypocalzämischen Tetanie)

25-OH-D3

1,25-OH-D3

Nierenparameter

T3,T4 Wirkung:

Herzfrequenz/-schlagkraft

anabole Wirkung auf Skelettmuskulatur

Körpertemperatur/Grundumsatz ↑

ZNS Wachstum und /-Reifung werden gefördert

T3 Triiodthyronin: 3-5mal aktiver als T4

T4 Thyroxin: „Prohormon“ von T3

TRH und TSH

TRH = Thyreotropin-Releasing-Hormon, Tripeptid (PyroGLU-His-Pro-NH2)

o

Stärkster Reiz für die TRH-Freisetzung ist die Kälteexposition (Neugeborene)

o

TRH- Freisetzung wird gehemmt durch T3

o

TRH stimuliert TSH-Sekretion an der Hypophyse

TSH = Thyroid-stimulierendes Hormon, 26 kDA Glykoprotein, aus basophilen Zellen der Adenohypophyse, Dimer bestehend aus einer a- und b-Untereinheit

o TSH steuert sämtliche Funktionen der Schilddrüse (Iodaufnahme, T3/T4- Synthese und Ausschüttung, Durchblutung und Wachstum des Organs)

Bindung an Plasmaproteine

und Wachstum des Organs) Bindung an Plasmaproteine Schilddrüsenerkrankungen im Kindesalter  Störung kann

Schilddrüsenerkrankungen im Kindesalter

Störung kann auf hypothalamischer, hypophysärer oder Schilddrüsenebene verursacht sein, wie z.B. durch:

o

Genetische Defekte von Enzymen der Hormonbiosynthese

o

Mutationen im T3-Rezeptor-Gen, der den Liganden bindet (T3-Resistenz)

o

Mutationen in der Bindungsdomäne des TSH-Rezeptors (TSH-Resistenz)

Folgen: schwerer physischer und geistiger Entwicklungsrückstand

im Erwachsenenalter

Störung wird durch Autoantikörper gegen Schilddrüsenantigene ausgelöst (z.B. gegen Thyreoglobulin) Hypothyreose

struppige trockene Haare

Verlangsamung

Myxödem

tiefe heisere Stimme

↓ Grundumsatz

Müdigkeit, depressive Verstimmung

verlangsamte Reflexe

Hyperthyreose

↑ Grundumsatz

Gewichtsabnahme

Pulsbeschleunigung

Wärmeempfindlichkeit

Unruhe, Zittern

Schlaflosigkeit

Diarrhoe

 Unruhe, Zittern  Schlaflosigkeit  Diarrhoe Ursachen der Schilddrüsenerkrankungen  Iodmangel : Iod

Ursachen der Schilddrüsenerkrankungen

Iodmangel: Iod wird zur Synthese der Schilddrüsenhormone gebraucht, Deutschand ist Iodmangelgebiet durch Zugabe von Iod zu Speisesalz behoben; Kropfbildung (Iodmangel Hormonsynthese ↓ TSH-Sekretion ↑ Thyreozyten Proliferation ↑ Strumabildung), Unterfunktion

Thyreoiditis: meist Autoimmunprozess, Schilddrüsen-Ak nachweisbar (V.a. Hashimoto- Thyreoiditis, M.Basedow)

Morbus Basedow

Antikörper gegen TSH-Rezeptor wirken wie TSH T3/T4↑ TSH ↓ (neg.Rückkopplung)

Klinische Zeichen: Nervosität, ↑Schweißneigung, Wärmeintoleranz, Gewichtsverlust

Merseburger-Trias: Kropf, Exophthalmus, Tachykardie

Chronische Entzündung

Chronische Infektionen: (Viren, Borrelien, MRSA…): dauerhafte Stimulierung des Abwehrsystems

Allergische Reaktionen

Autoimmunerkrankungen: Organspezifisch, Systemisch

Allgemeine Entzündungsparameter geben nur groben Hinweis

Chronische Stimulation T- und B-Lymphozyten, polyklonale Ig-Vermehrung, Infektion ggf. APR, Allergie: Eosinophilie

Diagnostische Marker

HLA-Antigene

Infektionsnachweis

(meist serologisch

Genetik

Multiple Gene mit Polymorphismen

HLA Konstellation

Verlust protektiver Funktion u/o Verstärkung pro- inflammatorischer Mechanismen

Funktion u/o Verstärkung pro- inflammatorischer Mechanismen Trigger • virale Infektionen • bakterielle Antigene

Trigger

virale Infektionen

bakterielle Antigene (z. B. Superantigene)

Molekulares Mimikri Kreuzreaktionen

Zeichen der akuten Entzündung

Mimikri Kreuzreaktionen Zeichen der akuten Entzündung BSG, CRP Serum-Eiweiß-Elektrophorese

BSG, CRP

Serum-Eiweiß-Elektrophorese

Komplement-Aktivität

(Klassischer Weg)

Immun-Komplexe

Autoantikörper (spezifisch [SD, DM, PA unspezifisch [ANA, ANCA, AMA ])

]

/

Bei Chronifizierung dauerhaft AAK und Immunkomplexe, Zellen des erworbenen Immunsystems

Parameter der akuten Entzündung abhängig von aktueller Krankheitsaktivität

Entzündung abhängig von aktueller Krankheitsaktivität Initiation Akute Entzündung Perpetuation Chronische

Initiation

abhängig von aktueller Krankheitsaktivität Initiation Akute Entzündung Perpetuation Chronische Entzündung

Akute Entzündung

aktueller Krankheitsaktivität Initiation Akute Entzündung Perpetuation Chronische Entzündung Fibrosierung

Perpetuation

Initiation Akute Entzündung Perpetuation Chronische Entzündung Fibrosierung Sklerosierung Verlust

Chronische Entzündung

Akute Entzündung Perpetuation Chronische Entzündung Fibrosierung Sklerosierung Verlust von Organfunktion;

Fibrosierung

Sklerosierung

Chronische Entzündung Fibrosierung Sklerosierung Verlust von Organfunktion; Organspezifische

Verlust von Organfunktion;

Organspezifische Funktions-Diagnostik

Laborchemische Diagnostik bei:

o Arthritiden: z.B. Rhematoide Arthritis

Unbekanntes Antigen

Synoviale Makrophagen: TNFa, IL1. Folge:

o

CD4+T-Lymphozyten aktivieren Fibroblasten, Chondrozyten

o

Angiogenese wird stimuliert

o

B-Lymphozyten bilden Rheumafaktoren

o

Chemotaktische Einwanderung weiterer Entzündungszellen

Immunkomplexe, z.B. aus Rheumafaktoren

o

Führen systemisch zu Vaskulitis

o

Führen nach Phagozytose zur weiteren Freisetzung von Zytokinen und knorpelzerstörenden Stoffen (Stickstoffoxydsynthetase, Cyclooxygenase, verschiedene Proteinasen)