Sie sind auf Seite 1von 4

Materialien zu unseren Lehrwerken Deutsch als Fremdsprache

Ergänzungsmaterial zu Band B2/2, Einheit 7

Wie ticken die Deutschen?

1 Talkrunde
a Lesen Sie den Text. Welche Frage wurde bei der Talkrunde nicht diskutiert? Kreuzen Sie an.

 Wie stark ist Ihr Nationalgefühl ausgeprägt?


 Würden Sie sich als „typisch deutsch“ bezeichnen?
 Erkennen alle Bewohner Deutschlands ihre deutsche Identität an?
 Welche Rolle spielt die Vergangenheitsbewältigung in Deutschland für eine positive
Heimatwahrnehmung?

Frau Müller, Lehrerin, Berlin: Ich, zum Beispiel, ziehe es vor, mich nicht über eine Nation zu
definieren. Die Geburt hierzulande ist ein reiner Zufall. Ich hätte auch irgendwo anders aufwachsen
können. Dadurch wäre ich kaum ein anderer Mensch geworden.
Herr Schulz, Rentner, Dresden: Ich bekenne mich mit Stolz zum „Deutschsein“. Einige aber stellen
Patriotismus dem Nationalismus gleich und finden es peinlich, laut über ihre Deutschland-
Zugehörigkeit zu sprechen. Sie geben sich die Schuld für die deutsche Vergangenheit. Quatsch! Die
Schuld der Vorfahren kann nicht geerbt werden. Liebe Mitbürger, lernt eure Heimat lieben!
© 2013 Cornelsen Schulverlage, Berlin.

Herr Bunk, Manager, Leipzig: Ich fühle mich nicht unbedingt an Deutschland gebunden. Die Grenzen
Alle Rechte vorbehalten.

der Heimat werden für mich immer fließender. Beruflich habe ich viel mit längeren
Auslandsaufenthalten zu tun. Ich muss zugeben, das ständige Umherziehen von einem Land zu einem
anderen macht mir Spaß. Ich bin ein weltoffener Mensch und integriere mich mit Leichtigkeit in jeder
Gesellschaft.
Frau Celik, Dozentin, München: Als ich vier war, ist meine Familie aus der Türkei nach Deutschland
ausgewandert. Nach einigen Jahren habe ich mich meiner Muttersprache fast völlig entwöhnt. Ich
wurde an einer deutschen Schule, an einer deutschen Universität ausgebildet. Auf die Frage nach
kultureller Selbsteinordnung würde ich mit Sicherheit „deutsch“ antworten.
Frau Ernst, Redakteurin, Frankfurt: Zum Thema möchte ich eine Geschichte erzählen. Die
Großeltern eines Bekannten von mir waren Deutsche. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie in
sowjetische Gebiete verschleppt. Vier Familiengenerationen haben in Kasachstan gelebt. Sie hatten
sich Sprache, Traditionen, selbst die Mentalität der Ortseinwohner angeeignet. 2002 wurde mein
Bekannter in Deutschland als Spätaussiedler aufgenommen. Die Kontakte zu Verwandten und
Bekannten in Kasachstan gehen allmählich verloren. Aber auch an deutsche Verhältnisse kann er sich
nicht anpassen. Ich denke, der Zustand des „Dazwischenseins“ wird noch länger dauern. Mittlerweile
ist er weder hier noch da richtig zu Hause.

b Formulieren Sie die Fragen aus 1a in indirekte Fragen um.

Der Moderator f ragt,

Autorin: Nadzeya Pisareuskaya Seite 1 von 4


www.cornelsen.de/daf
Materialien zu unseren Lehrwerken Deutsch als Fremdsprache
Ergänzungsmaterial zu Band B2/2, Einheit 7

c Lesen Sie die Zusammenfassung der Talkrunde. Welche Aussagen treffen zu? Korrigieren
Sie die falschen Aussagen und markieren Sie in 1a und 1b die entsprechenden Textstellen.

In der Talkrunde vom 12. September wurden verschiedene Meinungen zum Thema „ Was heißt das,
Deutschsein?“ geäußert. Die Ergebnisse überraschen. Frau Müller, Lehrerin aus Berlin, behauptete, sie
ziehe vor, sich nicht über eine Nation zu definieren. Sie meinte, die Geburt in Deutschland sei ein reiner
Zufall. Sie hätte auch irgendwo anders aufwachsen können. Dadurch wäre sie kaum ein anderer
Mensch geworden. Herr Schulz, Rentner aus Dresden, betonte, er bekenne sich mit Stolz zum
„Deutschsein“. Einige aber würden Patriotismus dem Nationalismus gleichstellen und fänden es
peinlich, laut über ihre Deutschland-Zugehörigkeit zu sprechen. Sie gäben sich die Schuld für die
deutsche Vergangenheit. Die Schuld der Vorfahren könne nicht geerbt werden. Man solle die Heimat
lieben lernen.

Bei Wiedergabe der direkten Rede …


richtig falsch
a) werden die nicht näher definierten Ortsangaben konkretisiert.  
b) bleiben Pronomen unverändert.  
c) bleibt der Konjunktiv II erhalten.  
d) wird der Konditionalis gebraucht, wenn der Konjunktiv II und der Indikativ
Imperfekt gleiche Formen haben.  
© 2013 Cornelsen Schulverlage, Berlin.

e) werden Aufrufe ausgelassen.  


Alle Rechte vorbehalten.

f) wird die Anrede in den Satz eingebaut.  


g) wird der Imperativ durch ein unpersönliches Verb ausgedrückt.  

d Ergänzen Sie die Zusammenfassung der Talkrunde.

Autorin: Nadzeya Pisareuskaya Seite 2 von 4


www.cornelsen.de/daf
Materialien zu unseren Lehrwerken Deutsch als Fremdsprache
Ergänzungsmaterial zu Band B2/2, Einheit 7

2 Statistik: Werte und Einstellungen


a Welche Werte werden am höchsten geschätzt? Erheben Sie eine Gruppenstatistik zur
Wichtigkeit der Werte bzw. machen Sie eine Umfrage in Ihrem Bekanntenkreis. Wählen Sie
dabei einen oder mehrere Aspekte der Kategorisierung von Befragten: Geschlecht, Alter,
Familienstand.

Angaben in %
Werte Erfolg im Umwelt- Liebe und
Familie Glaube Gesundheit
Beruf schutz Zuneigung

Wichtigkeit 1 2 3 1 2 3 1 2 3 1 2 3 1 2 3 1 2 3
Männer
Frauen
… bis … Jahre
… bis … Jahre
… bis … Jahre
verheiratet
© 2013 Cornelsen Schulverlage, Berlin.

ledig
Alle Rechte vorbehalten.

1 – sehr wichtig 2 – wichtig 3 – unwichtig

b Werten Sie die Statistik aus. Verwenden Sie die Redemittel aus dem Kursbuch auf Seite 80.

3 Nationen und ihre typischen Eigenschaften


a Welche Eigenschaften gelten als „typisch deutsch“?

verschlossen eingebildet spießig bürokratisch ordnungsliebend unberechenbar


verschwenderisch sparsam unkompliziert geizig aufgeschlossen unempfindlich
unbefangen gutmütig selbstsicher korrekt pflichtbewusst intelligent unbeherrscht
sentimental traditionsgebunden skeptisch pedantisch mürrisch ehrgeizig vernünftig
lässig konsequent heißblutig großzügig lebhaft redegewandt flink heiter

b Erstellen Sie ein Eigenschaftsraster für Vertreter Ihrer Nation.


i nt el li g e nt

c Welche Eigenschaften aus der Eigenschaftsliste schreiben Sie sich selbst zu?

Autorin: Nadzeya Pisareuskaya Seite 3 von 4


www.cornelsen.de/daf
Materialien zu unseren Lehrwerken Deutsch als Fremdsprache
Ergänzungsmaterial zu Band B2/2, Einheit 7

Lösungsschlüssel

Wie ticken die Deutschen?

1a
Würden Sie sich als „typisch deutsch“ bezeichnen?

1b
Der Moderator fragt,
– wie stark das Nationalgefühl der Talkrunde-Teilnehmer ausgeprägt sei.
– ob sich die Talkrunde-Teilnehmer als „typisch deutsch“ bezeichnen würden.
– ob alle Bewohner Deutschlands ihre deutsche Identität anerkennen würden.
– welche Rolle die Vergangenheitsbewältigung in Deutschland für eine positive Heimatwahrnehmung
spiele.

1c
richtig: a), c), d), e)
falsch: b), f), g)
© 2013 Cornelsen Schulverlage, Berlin.

b) Bei der Wiedergabe der direkten Rede wird das Pronomen gewechselt.
f) Bei der Wiedergabe der direkten Rede wird die Anrede ausgelassen.
Alle Rechte vorbehalten.

g) Bei der Wiedergabe der direkten Rede wird der Imperativ durch ein Modalverb ausgedrückt.

1d
C Der Manager Herr Bunk aus Leipzig sagte, er fühle sich nicht unbedingt an Deutschland gebunden.
Die Grenzen der Heimat würden für ihn immer fließender. Beruflich habe er viel mit längeren
Auslandsaufenthalten zu tun. Er gestand, das ständige Umherziehen von einem Land zu einem
anderen mache ihm Spaß. Er sei ein weltoffener Mensch und integriere sich mit Leichtigkeit in jeder
Gesellschaft.
D Frau Celik, Dozentin aus München, erzählte, als sie vier gewesen sei, sei ihre Familie aus der
Türkei nach Deutschland ausgewandert. Nach einigen Jahren habe sie sich ihrer Muttersprache
fast völlig entwöhnt. Sie sei an einer deutschen Schule, an einer deutschen Universität ausgebildet
worden. Auf die Frage nach kultureller Selbsteinordnung würde sie mit Sicherheit „deutsch“
antworten.
E Die Redakteurin aus Frankfurt, Frau Ernst, erzählte von einem ihrer Bekannten. Seine Großeltern
seien Deutsche gewesen. Nach dem Zweiten Weltkrieg seien sie in sowjetische Gebiete
verschleppt worden. Vier Familiengenerationen hätten in Kasachstan gelebt. Sie hätten sich
Sprache, Traditionen, selbst die Mentalität der Ortseinwohner angeeignet. 2002 sei ihr Bekannter in
Deutschland als Spätaussiedler aufgenommen worden. Kontakte zu Verwandten und Bekannten in
Kasachstan würden allmählich verloren gehen. Aber auch an deutsche Verhältnisse könne er sich
nicht anpassen. Frau Ernst denkt, der Zustand des „Dazwischenseins“ werde noch länger dauern.
Mittlerweile sei er weder in Deutschland noch in Kasachstan richtig zu Hause.

Autorin: Nadzeya Pisareuskaya Seite 4 von 4


www.cornelsen.de/daf