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ERSTATTUNG

Prepaid-Guthaben auszahlen lassen: So gehts!


Sie wechseln von einem Prepaid-Tarif zu einem anderen oder in einen Laufzeitvertrag? Es liegt aber
noch ein ordentliches Guthaben auf der Prepaid-Karte? Dieses können Sie vom Anbieter zurückfordern;
in den meisten Fällen müssen Sie dazu aber selbst aktiv werden.

Vor allem Wenignutzer dürften bei einem Tarifwechsel vor dem Problem stehen, dass auf der Prepaid-Karte noch
Guthaben vorhanden ist, das sie nicht mehr aufbrauchen werden. Vielleicht mussten sie sogar regelmäßig Geld
nachladen, um die Karte aktiv zu halten, haben dieses aber nie benutzt. Wie auch immer: Wenn man den Anbieter
wechselt, möchte man natürlich sein Geld wiederhaben. Hier stellten sich in der Vergangenheit aber immer mal wieder
Anbieter quer und ließen das Guthaben verfallen.

Darf Prepaid-Guthaben verfallen?

Etliche Gerichte mussten sich schon mit der Frage befassen, ob ein Prepaid-Guthaben verfallen kann oder ob der
Anbieter für die Auszahlung an den Kunden eine Gebühr verlangen darf. Die gute Nachricht: Hier wird in der Regel
zugunsten der Verbraucher entschieden. Eine gesetzliche Regelung gibt es bisher jedoch nicht.

Gerichtsurteile oft verbraucherfreundlich

2006 entschied das OLG München, dass ein Restguthaben auch nach 365 Tagen nicht verfallen dürfe. Das OLG
Schleswig-Holstein urteilte im Jahr 2012, eine Gebühr von sechs Euro für die Erstattung des Prepaid-Guthabens sei
nicht zulässig. 2011 gab es sogar ein Urteil des Bundesgerichtshofs, das besagt, dass ein Guthaben auf Anfrage
zurückgezahlt werden muss. Ein neueres Urteil von 2015 erging durch das Landgericht Kiel: Hier wurde einem
Mobilfunkanbieter untersagt, den Kunden unnötige Hürden in den Weg zu legen. SIM-Karte sowie Kopie des
Personalausweises sollten eingeschickt werden. Außerdem war ein Formular auszufüllen, das viele Kunden gar nicht
ordnungsgemäß hätten ausfüllen können.

Sollte es zum Rechtsstreit kommen, haben Kunden demnach oft gute Karten. In den meisten Fällen sollte es jedoch
keine Probleme bereiten, sein Prepaid-Guthaben erstattet zu bekommen. Ausgeschlossen hiervon sind übrigens Extras
wie Startguthaben, die der Kunde nicht selbst eingezahlt hat.

So funktioniert die Erstattung

Wie bereits erwähnt, muss der Mobilfunkkunde in der Regel selbst aktiv werden, wenn er sein Prepaid-Guthaben
wiederhaben möchte. In welcher Form das geschehen muss, unterscheidet sich je nach Anbieter. Einige stellen
Formulare zur Verfügung, die der Kunde ausfüllen muss, bei anderen ruft man die Hotline an. Wie handhaben es die
großen Mobilfunk-Anbieter?

Telekom
Die Telekom erstattet vorhandenes Restguthaben und stellt dafür ein Formular zur Verfügung. Die Telekom weist darauf
hin, dass eine Übertragung auf ein anderes Prepaid-Konto nicht möglich ist und dass nach der Auszahlung keine
Rufnummernmitnahme mehr möglich ist.
Vodafone
Auch Vodafone zahlt das Restguthaben auf ein deutsches Bankkonto aus. Möchte man die Auszahlung veranlassen,
wendet man sich an die Kundenbetreuung.
o2/Telefónica
O2 stellt für die Beantragung der Erstattung ebenfalls ein Formular bereit. Der Anbieter weist ebenfalls darauf hin, dass
die Rufnummer nach der Auszahlung nicht mehr portiert werden kann.
E-Plus/Base
Wer eine SIM-Karte von Base (E-Plus) hat, muss die Kunden-Hotline anrufen, um eine Auszahlung des Restguthabens
zu veranlassen.
Vergleichsweise leicht haben es beispielsweise die Kunden von Fonic. Diese können die Kundenbetreuung anrufen oder
einfach im Internet die Auszahlung aktivieren. Die SIM-Karte bleibt aktiv, der Nutzer kann weiter angerufen werden und
sogar neues Guthaben aufladen.

Gebühr für Rufnummern-Mitnahme beachten

Wichtig: Wenn Sie Ihre Rufnummer zum neuen Anbieter mitnehmen, wird dafür in der Regel eine Gebühr von 25 bis 30
Euro erhoben. Da dieser Betrag normalerweise vom Prepaid-Konto abgebucht wird, sollte man darauf achten, dass
genügend Geld auf der Karte verbleibt. Unter Umständen erledigt sich die Sache mit der Rückzahlung dadurch von
selbst.