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Sparschaltung Typ MSE 28 026 für 24 V DC

mit einstellbarer Sparspannung und


mit SPS-tauglichem Schaltverstärker

1. Allgemeines
1.1 Sparschaltung
Die Endkraft eines Betätigungsmagneten in durchgeschaltetem Zustand liegt
im allgemeinen wesentlich höher als die zum sicheren Halten des Ventils
erforderliche Kraft. Durch eine sogenannte Sparschaltung kann diese End-
kraft des Magneten nach dem Durchschalten durch Verringern der angelegten
Spannung daher je nach Ventiltyp reduziert werden Da die Spulen-Übertempe-
ratur eines Magneten quadratisch mit der angelegten Spulenspannung steigt,
kann durch Absenken derselben sich eine recht beachtliche Verminderung der
Erwärmung und damit eine deutliche Verlängerung der Lebensdauer der
Magnetspulen ergeben. Die für normal übliche Einsatzfälle nicht erforderliche
Sparschaltung kann deshalb aus diesen Gründen bei langen Einschaltzeiten
mit nur kleinen Pausen, bei Dauereinschaltung oder allgemein bei Einsatz unter
erhöhter Umgebungstemperatur sinnvoll sein. Gleiches gilt, wenn in einem
Wegeventilblock unmittelbar nebeneinander befindliche Ventile gleichzeitig und
für längere Zeitspannen eingeschaltet sind. Generell ergibt sich wegen der
geringeren Endtemperatur eine erhöhte Schaltsicherheit während des Schalt-
vorganges bei den hydraulischen Grenzdaten Qmax und pmax.

1.2 Schaltverstärker
Die Sparschaltung beinhaltet zusätzlich einen Kleinsignal-Eingang (IN), über
den das Schalten eines Ventils mit max. 15 mA Ansteuerstrom möglich ist,
z.B. vom Schaltausgang einer SPS-Steuerung.

1.3 Funktionsbeschreibung
Beim Einschalten ist die elektronische Endstufe voll durchgesteuert und die Magnetspule erhält volle Spannung. Nach einer fest
eingestellten Zeit (, 700 ms) wird selbsttätig auf pulsbreiten-modulierten Betrieb (PWM), d.h. auf Halte- oder Sparspannung
umgeschaltet. Sie ist einstellbar und so zu wählen, dass die Magnetkraft zum sicheren Halten der Ventilstellung ausreicht. Eine
gelbe Leuchtdiode (LED) unter dem Klarsichtdeckel zeigt an, ob die Spule an Spannung liegt. Die werkseitige Voreinstellung von
Umschaltzeit und Haltespannung reicht für praktisch alle infrage kommenden Magnetventile aus. Mit einer zum Teil deutlichen
Verlängerung der Abschaltzeit ist wegen der intern zwischen dem Ausgang 1 und 2 eingebauten Freilaufdiode (Löschdiode) zu rechnen.

Blockschaltbild

Magnetventil

U = Versorgungsspannung +
IN = Ansteuerspannung
- = Masse (GND)
PE = Schutzleiter
Testverhältnis

HAWE Hydraulik SE D 7832 5


STREITFELDSTR. 25 • 81673 MÜNCHEN Sparschaltung

© 1993 by HAWE Hydraulik Januar 2004-01


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2. Technische Daten, Bestellbezeichnung


2.1 Allgemeine Kenngrößen

Bestellbezeichnung Sparschaltung Typ MSE 28 026


Benennung Sparschaltung mit elektronischem Verstärker
Ausführung Steckdose mit Anschlussbild EN 175 301-803 Form A (DIN 43 650 Form A), 2-polig + PE
Kabeleingang Pg 9 für Kabel mit Manteldurchmesser 4 ... 8 mm
Anschluss im Gehäuse Anschlussklemmen bis max. 1,5 mm2 Querschnitt
Kabel 2- oder 3-adrig + PE; feindrähtig,
empfohlen z.B. Ölflex ® -100 oder - H#3VV-F 3G1
Schutzart EN 60529 lP 65 in gestecktem und festgezogenem Zustand
Achtung: Der Stecker ist stets mit beiliegender Dichtscheibe zu montieren!
Einbaulage beliebig
Masse (Gewicht) ca. 70 g (inkl. Pg-Verschraubung)
Umgebungstemperatur -20 ... +60°C

Der Verstärker wird als Einzelelement verpackt geliefert. Werkseitige Vormontage auf ein eventuell gleichzeitig mitbestelltes
Prop.-Ventil, für das er vorgesehen ist, erfolgt nicht. Ventil und Verstärker sind bei Bestellung getrennt aufzuführen.

2.2 Elektrische Kenngrößen


Versorgungsspannung UB 18 ... 32 V DC; Achtung: kein Verpolungsschutz!
Riffelfaktor w max. 10% (Versorgungsspannung ausreichend glätten)

Ausgang:
min. Anzugsspannung U UB - 0,8 V
max. Anzugsstrom IA 4A
max. Haltestrom IH 3A
Anzugszeit tein ist den entsprechenden Angaben in der zum Ventil gehörenden Druckschrift
für G 24-Versionen zu entnehmen
Abfallzeit taus Abschaltverzögerung und Abfallzeit je nach Ventiltyp zum Teil deutlich länger als nach
zugehörigen Druckschriften
Haltespannung 1) (0,55 ... 0,85) UB einstellbar
Voreinstellung 0,85 UB
Umschaltzeit 2) t ca. 700 ms fest eingestellt
Taktfrequenz
der PWM-Endstufe fTakt , 800 Hz

Steuereingang lN:
Steuerspannung UN Ein 15 ... 30 V DC
Aus 0 ... 11 V DC
Steuerspannung zwischen 11 und 15 V DC ist nicht zulässig
Steuerstrom IN < 15 mA
max. zulässige Schaltfrequenz 1 Hz

1) Haltespannung ist die Spannung am Ventilmagneten im Beharrungszustand


2) Umschaltzeit ist die Zeit vom Einschalten bis zum Umschalten auf Sparspannung
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3. Geräteabmessungen
Alle Maße in mm, Änderungen vorbehalten!

Kontaktbelegung:

2=- = Schutzleiter

1=+

3 = nicht belegt

Flach-
dichtung

Kunststoff-
Verschraubung Pg 9

Drehen der Kontaktscheibe


Anschlussbild nach EN 175 301-803 Form A
(DIN 43 650 Form A)

Anlieferungszustand
Masse aussen

Drehen
links max. 90°
rechts max. 180°

; Schraubendreherklinge in den Trennschlitz stecken und drehen.


< Schiebebodenteil zum Anschlag a verschieben.
Schiebeboden c dabei festhalten.
= Kontaktscheibe in gewünschte Stellung drehen (je 45° Schritt), z.B. mit 20 Cent-Münze in Aufnahmeschlitz b.
Die 45°-Raster sind deutlich spürbar.
> Schiebeboden wieder in die ursprüngliche Lage schieben.
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4. Montage- und Einstellanweisung


Hinweis: Der Stecker darf unter Last nicht gezogen werden!
Die Versorgungsspannung (Anschluss U) ist gegen Verpolung
nicht geschützt. Die Ausschaltzeiten eines Ventils können durch
den Einsatz der Sparschaltung deutlich verlängert werden
(Wirkung der integrierten Freilaufdiode).

1. Steckdosenanschluss
Steckdose über Meßadapter an Magnetspule anschließen. Steckdose ohne Unterteil
Voltmeter parallel an die Magnetspule mittels Meß-
adapter anschließen (zur Anzeige der Sparspannung). Auf der
Versorgungsseite Steuerkabel entsprechend der
Schaltungsbeispiele Position 5 anschließen.

2. Nach der Anlaufzeit (, 700 ms) stellt sich die reduzierte


Spannung (Sparspannung) an der Spule ein.

3. Die niedrigste zulässige Sparspannung ist vom Ventiltyp,


Betriebsdruck, Volumenstrom und Umgebungstemperatur
abhängig. Bei Unklarheiten betreffend einzustellender Spar-
spannung bitte rückfragen.
Bei experimenteller Bestimmung der zul. Sparspannung Mehrgangpoti (18-Gänge) für Haltespannung (Tastv)
direkt an der Anlage sind alle entspr. Versuche bei betriebs-
warmer Magnetspule und bei höchster zu erwartender
Umgebungstemperatur durchzuführen.

4. Die so ermittelte Sparspannung, bzw. eine etwas höhere


Spannung wird mit dem Mehrgang-Potentiometer Tastv
(18-Gänge) eingestellt (die Sparspannung ist am Voltmeter
abzulesen, bei Drehen entgegen dem Uhrzeigersinn steigt
die Sparspannung).
Leuchtdiode
5. Meßadapter entfernen und Stecker mit der Flachdichtung
auf dem Ventil festschrauben. Steckdose ohne Klarsichtdeckel

5. Montage- und Einstellanweisung


Beispiel 1:
Verwendung bei bestehenden Anlagen mit 2-adriger Zuleitung

Magnet-
K1 = Schaltkontakt, er schaltet den ganzen Spulenstrom
ventil
(nur eine 2-adrige Leitung erforderlich)
F1 = Feinsicherung 3,15 A mT

Beispiel 2:
Verwendung als Leistungsverstärker mit Kontakt- bzw. Halbleiter-Ansteuerung

Magnet- Magnet-
ventil ventil

K1 = Schaltkontakt, er schaltet nur den Steuerstrom T1 = Ansteuerung mit Transistor am Ausgang


(3-adrige Leitung erforderlich, vorteilhaft bei SPS) (3-adrige Leitung erforderlich, vorteilhaft bei SPS)
F1 = Feinsicherung 3,15 A mT F1 = Feinsicherung 3,15 A mT