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Implantation

Zur Zusammenfassung: Diese Zusammenfassung wurde hauptsächlich mit Hilfe von Bildern und
Texten der Internet-Seite www.embryology.ch, sowie mit den Unterlagen von Prof.Kaissling erstellt.
Sie kann Fehler enthalten (v.a. bei der Beschriftung der Abbildungen). Die Nummerierung entspricht
der von Prof.Kaissling verteilten Inhaltsübersicht zu ihrer Vorlesung.

Implantation (Nidation)
(6.-9. Tag) 1 Uterushöhle
2 Isthmus uteri
3 Tuba Uterina
1. Normale Implantationszone 4 Cervix Uteri

- superiore und posteriore Wand des Corpus uteri


- in funktionelle Schicht des Endometriums
- während Sekretionsphase

2. Etappen der Implantation


- Apposition: nachdem Blastozyste am 5. Tag aus Zona pellucida geschlüpft ist, lagert sie sich
mit embryonalem Pol an Endometrium an
- Zona pellucida: wirkt bis dahin als immunologische Barriere, da sie dem mütterlichen
Organismus keine Antigene bietet

Voraussetzungen des Uterus:


- Auftreten von kleinen Erhebungen am apikalen Pol der epithelialen Endometriumszellen
→ Blastozyste könnte noch ausgewaschen werden
→ Erhebungen absorbieren Uterusflüssigkeit, womit sie Blastozyste dem Endometrium näher
bringen & sie immobilisieren

2.1. Adhäsion der Blastozyste am Endometrium

- nach Apposition interagieren Microvilli der äussersten Trophoblastzellen mit


Epithelzellen
- Verbindungskomplexe bilden sich durch Oberflächenglykoproteine
- Auswaschen der Blastozyste geht nicht mehr

2.2. Invasion des Trophoblasten und Einnistung

Trophoblast:
- Differenziert sich kurz vor Apposition in Cytotrophoblast und
Synzytiotrophoblast
- Differenzierung am 5. Tag (kurz vor Implantation)
- Cytotrophoblast:
o unregelmässige Schicht von ovoiden, einkernigen Zellen
o intensive mitotische Aktivität 1 Synzytiotrophoblast (ST)
o dort wo ehemaliger Trophoblast war 2 Zytotrophoblast (ZT)
- Synzytiotrophoblast: 3 Epiblast
o mehrkernige Schicht ohne Zellgrenzen 4 Hypoblast
5 Blastozystenhöhle
o Fusion äusserer Cytotrophoblastzellen 6 Mütterliche Blutkapillare
o Produziert lytische Enzyme und Faktoren, die Apoptose der 7 Amnionhöhle
epithelialen Endometriumzellen bewirken
o macht „Loch“ in Endometrium, dringt in Stroma unter
Epithelschicht ein
o resorbiert Stoffe aus apoptotischen Epithelzellen
Einnistung:
- 7.-8. Tag: Cytotrophoblast folgt Synzytiotrophoblast, senkt sich in
Endometrium ab 8 Amnioblasten
9 Fibrinpfropf
10 Trophoblastlakunen

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Implantation

- Eingenisteter Keim wird vollständig von Synzytiotrophoblast umgeben


- Endometrium wandelt sich durch Einnistung in Decidua um (Decidualreaktion)
- 9. Tag: Loch in Schleimhaut (Implantationsort) wird durch Fibirnpfropf
verschlossen, bis Schleimhaut wieder zuwächst
→ Keim ist geschützt vor Abbau durch mütterlichen Organismus

Entwicklung der embryonalen Scheibe (Epiblast & Hypoblast):


- 8. Tag: Amnionhöhle erscheint im Epiblast
- 9. Tag: Amnionhöhle erweitert sich, Schicht aus Amnioblasten trennt sie von
Zytotrophoblasten
- Hypoblastzellen beginnen sich zu vermehren
- Ende 2.Woche: Keim besteht aus zwei aufeinanderliegenden Bläschen 3 Extra-embryonales Retikulum
o Amnionhöhle (von Epiblast umgeben) 4 Heuser´sche Membran
5 Amnionhöhle
o Nabelbläschen (primärer Dottersack, von Hypoblast 6 Zytotrophoblast
umgeben) 7 Synzytiotrophoblast
8 Lakune, gefüllt mit Blut

Lakunen:
- Mitte 2. Woche: es entstehen Hohlräume in Synzytiotroophoblast (mit Gewebeflüssigkeit &
Uterussekreten gefüllt)
- Sobald Synzytiotrophoblast Kapillaren des Endometriums erreicht, fliesst mütterliches Blut in
die Lakunen ein
- Lakunennetzwerk bildet sich weiter aus
- 13.Tag: primitiver utero-plazentärer Kreislauf ist fertig

3. Signalaustausch während der Vorimplantation


Wie merkt der Körper, dass Endometrium nicht abgestossen werden muss?
- Keim gibt HCD ab, wodurch der Corpus luteum nicht abgebaut wird

Weitere Vorgänge:
- Blastozyste sezerniert ab Schlüpfen Moleküle, die auf Ovar, Tuba und Endometrium wirken
- mit Kompaktion der Morula entstehen Rezeptoren (u.a. für EGF, LIF, Cadherin)
- EGF: epidermal growth factor, evt. beteiligt an Ausrichtung der Blastozyste
- LIF: Leukämie Inhibitions Faktor, scheint Rolle in der Differenzierung des ZT zum ST zu spielen,
trägt zur HCG-Sekretion bei
- CSF: koloniestimulierender Faktor
- Cadherine spiele Rolle bei Verankerung der Blastozyste in Endometrium
- Interleukin 1: Schlüsselrolle bei der Ausrichtung des Embryos zur Uterusschleimhaut hin,
wichtig für LIF-Produktion
- Während Vorimplantationsphase nimmt Dicke der Oberflächenproteine & Abstossung
zwischen Blastozyste und Endometrium ab

3.1. Interaktionen zwischen Blastozyte und Endometrium

- Von Trophoblast sezernierte matrizielle Metalloproteinasen (MMP) und Plasminogen-


Aktivatoren zerlegen extrazelluläre Matrix des Endometriums
- Trophoblastzellen produzieren Integrine
- Oberflächlich produzierte Integrine interagieren mit Uterusschleimhaut, tiefgelegen produzierte
dagegen nicht
→ Modulation der Rezeptoren determiniert das Ausmass des Einwachsens des Trophoblasten
- Einwachsen des Trophoblasten und der Abbau der EZM werden durch endometriale
Faktoren kontrolliert (sezerniert durch Epithelzellen, Fibroblasten, Makrophagen und Leukozyten).

4. Extrauterine Schwangerschaften (EUG)


- 2,5% aller Schwangerschaften
- 99% davon sind Tubenschwangerschaften

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Implantation

Tubenschwangerschaft:
- Eizelle implantiert sich dabei in Tuba uterina
- passiert, wenn Wanderung der befruchteten Eizelle verzögert wird
- kann zu Sterilität führen wenn Tuba reisst
- in gesunder Tuba: 10% der Fälle (wegen Fehler beim Auffangen der Oozyte durch
Tubentrichter oder Fehler der Muskeltätigkeit der Tuba, z.B. wegen Medikamenten)
- in pathologischer Tuba: 90% der Fälle
- Risikofaktoren:
o Infektionen (Eileiterentzündung, Salpingitis)
o Chirurgische Eingriffe im Becken
o Tabakmissbrauch
o In Vitro Fertilisation (IVF)
o Kongenitale Anomalien (Tubenmissbildungen)
o Endometriose (ektopische Fragmente der Uterusschleimhaut)

4.1. Plazenta praevia

- 1% der Schwangerschaften
- Implantation erfolgt dabei im unteren Teil des Uterus
- Plazenta entwickelt sich in Cervix uteri, was bei Geburt nicht geht
- Blutungen während der Schwangerschaft
- Geburt erfolgt in diesen Fällen immer per Kaiserschnitt

5. Empfängnisverhütende Methoden auf Ebene der Ovulation

5.1. Chemische Methode

Pille danach:
- hohe Dose an Oestrogenen & Progesteron oder nur hohe Dose an Progesteron wird
verabreicht
- Funktioniert bis spätestens 72 Stunden nach Geschlechtsverkehr mit 99% Sicherheit (je
schneller desto sicherer)
- Wirkung: Hemmung der Ovulation, des Transports der Oozyte/des Spermiums durch die Tube,
Interferenz mit der Befruchtung und Veränderungen des Endometriums
→ Verunmöglichung einer Implantation
Mifepriston-RU486:
- synthetisches Steroidmolekül, bewirkt kompetitive Hemmung der Progesteronrezeptoren
- Mifepriston hat Anti-Einnistungs-Effekt
- Zusätzlich wird Abstossung des Embryos beschleunigt
- Kombiniert mit Prostaglandin: 95% Sicherheit für Schwangerschaftsabbruch
- Wirkt bis spätestens 49 Tage nach Ausbleiben der Menstruationsblutung

5.2. Mechanische Methode

Spirale:
- Einlage aus Plastik, die Kupferfaden enthält, wird in Uterus eingesetzt
- Gibt langsam kleine Mengen an Kupfer oder Progesteron (neuere Modelle) ab
- Kupfer immobilisiert Spermien, indem es Mitochondrienstoffwechsel hemmt
- Progesteron verdickt Schleimpfropf auf Cervix und verändert endometriale
Epithelauskleidung
- Alle intra-uterinen Einsätze lösen eine endometriale Entzündung aus mit Leukozytose
(Ansammlung von weissen Abwehrzellen) und Freisetzung von Prostaglandinen
(Entzündungsmoleküle)
- Prostaglandine wirken gleichzeitig Cervix, den Uterus und die Eileiter, was eine Befruchtung
der Oozyte durch ein Spermium verhindert

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