Sie sind auf Seite 1von 3

Ovulation

Zur Zusammenfassung: Diese Zusammenfassung wurde hauptsächlich mit Hilfe von Bildern und
Texten der Internet-Seite www.embryology.ch, sowie mit den Unterlagen von Prof.Kaissling erstellt.
Sie kann Fehler enthalten (v.a. bei der Beschriftung der Abbildungen). Die Nummerierung entspricht
weitgehend der von Prof.Kaissling verteilten Inhaltsübersicht zu ihrer Vorlesung.

Ovulation

1. Übersicht über die inneren weiblichen Genitalwege (siehe Oogenese)

2. Heranreifen der Eizelle im dominanten Follikel kurz vor der Ovulation

Erste Zykluswoche:
- Heranreifen der Eizellen der Follikelkohorte (ausgelöst durch FSH)
- Follikel beeinflussen ihr Wachstum gegenseitig

Zweite Zykluswoche:
- fittester Follikel wird zum dominanten Follikel (später Graaf’scher Follikel)

bis 2 Tage vor Ovulation:


- Reifung der Oozyte beschränkt sich auf Stoffaufnahme (anlegen des Dotters)
- Stoffaufnahme geschieht über Cytoplasmafortsätze der Granulosazellen durch Zona pellucida
- Oozytenkern tritt von Diktyotän in Diakinese ein und bereitet so Vollendung der 1. Reifeteilung
vor

⇒ Mit dem LH-Peak werden nun in und um die Eizelle herum folgende Reifungsschritte bis zur
Ovulation ausgelöst:

In der Eizelle:
- Die Beendigung der ersten RT mit Ausstossung des ersten Polkörpers
- Inangriffnahme der zweiten RT mit Arretierung in der Metaphase
- Reifung des Zytoplasmas der Eizelle, durch Bereitstellung von Molekülen und
Strukturen, welche zum Zeitpunkt der Befruchtung benötigt werden.

Im Follikel:
- Die unmittelbar aussen auf der Zona pellucida sitzenden Granulosazellen ziehen ihre
für die Übertragung von Stoffen ausgebildeten Zellausläufer von der Eizelloberfläche
in die Zona pellucida zurück
- Zwischen der Eizelle und der Zona pellucida bildet sich der perivitelline Spalt. Dieser
ist nötig, damit sich erstens die Eizelle teilen kann, und zweitens der mit der Teilung
entstandene erste Polkörper in diesen Spalt ausgestossen werden kann.
- Auflockerung der Granulosazellen im Bereich des Cumulus oophorus und
Vermehrung der Granulosazellen.
- Erhöhung der Progesteronkonzentration in der Follikelflüssigkeit durch
Produktionssteigerung in den Granulosazellen.

2.1. Beendigung der ersten Reifeteilung

- Ausbildung des Spindelapparates radiär zur Zelloberfläche


- Zellausläufer der Granulosazellen ziehen sich von der Oozytenoberfläche in die
Zona pellucida zurück; Oozyte löst sich von Zona pellucida
→ Bildung eines perivitellinen Spaltraumes
- Ausstossung des ersten Polkörpers in perivitellinen Spaltraum als Zeichen für
das Ende der ersten Reifeteilung
→ heisst nun sekundäre Oozyte

Seite 1 von 3 2006 Ursina Jenny


Ovulation

2.2. Sekundäre Oozyte 1 Theca interna und externa


2 Basalmembran zwischen
Theka und Granulosa
- Aufgelockerte Granulosa-Zellen 3 Granulosa
- LH induziert Auflockerung, Vermehrung und 4 Graafscher Follikel mit
Progesteron-Produktion in Granulosa-Zellen Follikelflüssigkeit
5 primäre Oozyte
- Sekundäre Oozyte enthält haploiden 6 Cumulus oophorus
Chromosomensatz (1n, 2C) 7 Ovarielles Gewebe
- Durch Zellbrücke mit Polkörper verbunden 8 Tunica albuginea des Ovars
- Befindet sich in Metaphase der zweiten 9 Peritonealhöhle
Reifeteilung

2.3. Aufgaben des Progesterons

- stimuliert Reifung der Eizelle


- lockt nach Ovulation in Tuba Spermien an

2.4. Sprungbereiter Follikel (Graafscher Follikel)


Oozyte mit Corona radiata
- sehr viel Follikelflüssigkeit mit grosser Hyaluronsäure- und 1 Spindelapparat mit Chromosomen,
Progesteronkonzentration die die Metaphasenplatte bilden
2 Arretierter Spindelapparat im
- Kumuluszellverband lockert sich weiter auf, bis er sich löst Polkörper
- Oozyte schwimmt nun mit Corona radiata in Follikelflüssigkeit 3 Perivitelliner Spaltraum
- Zweite Reifeteilung wird eingeleitet, Spindelapparat bildet sich
(auch im Polkörper)
- Arretierung der 2. Reifeteilung in Metaphase
→ Follikel ist nun für Ovulation bereit

3. Die Ovulation

3.1. Mechanismus

- Follikel wandert zu Oberfläche des Ovars, wo es sich vorwölbt


- Umgebung des Follikels wird verstärkt vaskularisiert
- Hyaluronsäure kann Wasser binden, je mehr Säure desto mehr Wasseraufnahme
→ sehr viel Wasser wird aufgenommen, was zu erhöhter Wandspannung des Follikels führt
- zusätzlich abbauende Enzyme
→ führt schliessliche zu Ruptur des Follikels an definierter Stelle
- Stigma: weisser Punkt an Ovarialoberfläche wegen Abdrücken der Blutgefässe, Punkt an dem
Follikel dann reisst

3.2. hormonelle Steuerung der Ovulation


(siehe 1.3.3., etc.)
3.2.1. Hypophysenvorderlappenzyklus
3.2.2. Ovarialzyklus
3.2.3. Endometrialzyklus

Seite 2 von 3 2006 Ursina Jenny


Ovulation

4. Auffangen der Eizelle durch die Tube


- Fimbriae des Tubentrichters legen sich um Stigma und dichten Stelle ab
- Ovar dreht sich um Lig. und sprungbereiten Follikel der Tube entgegen
- Geht Positionierung der Tuba schief, landet Oozyte in Bauchhöhle

1 Ovar 5 Tube
2 Sprungbereiter 6 Ligamentum ovarii
Follikel proprium
3 Tubentrichter 7 Ligamentum
4 Fimbrien suspensorium ovarii

- Herausquellen des Follikelinhalts ist von Gerinnungsprozessen begleitet


- Gibt Fimbriae genügend Zeit, sich zu positionieren & Oozyten-Kumulus-Komplex mit dem
Follikelflüssigkeitsvolumen in Ampulle der Tuba aufzunehmen

5. Eizelle nach der Ovulation

- Oozyte wird in Tuba nach Ovulation von Corona radiata & weiteren Cumuluszellen umgeben
(Cumuluswolke)
- Zwischen Cumuluszellen: klebrige Flüssigkeit (wegen Hyularonsäure), stark Progesteron-haltig
zur Anlockung der Spermien

- klebrige Flüssigkeit hält Eizelle nun in Tuba, wo sie auf Spermien wartet
- nach einigen Stunden verflüssigt sich die Flüssigkeit & Eizelle wird uteruswärts transportiert
- Eizelle ist ca. 12h befruchtbar

Seite 3 von 3 2006 Ursina Jenny