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Entwicklungspsychologie

Sterben und Tod

Lehrbuchkapitel
Kap. 8.13; S. 239-246

Weiterführende Literatur
„Trauern“ von Verena Kast (Kreuz-Verlag, 1997)

Begrenzung der absoluten Lebensdauer


- Liegt bei ca. 110 Jahren
- Gründe
o Begrenzte Teilungsrate menschlicher Zellen
o Atrophie der kollagenen Fibrillen
- Lebensfähigkeit als Gleichgewicht von Regulationsprozessen
o ZNS (zentrales Nervensystem), VNS (vegetatives NS), NES
(Neuroendokrinisches System [Hormonabsonderung]), NJS
(Neuroimmunsystem)
o Fähigkeit, Fehlinformationen zu korrigieren, nimmt ab dem 30. Lebensjahr ab

Kriterien des klinisches Todes


Der Mensch gilt als tot, sobald einer der folgenden Zustände eingetreten ist:
- Irreversibler Herzstillstand, der die Blutzufuhr zum Hirn beendigt (Herztod)
- sollständiger und irreversibler Funktionsausfall des Hirns, einschliesslich des
Hirnstamms (Hirntod)
- (absoluter Tod = vollständiges Absterben aller Zellen des Körpers)

Plötzliche Todesfälle
- Tritt v.A. bei Unfall oder auf der Intensivstation auf
- Konflikt: alles technisch mögliche tun, um den Patienten zu retten vs. Akzeptieren und
Verarbeiten des Todes

Psychische Reaktionen auf Todesfallnachricht


- Schock
- Nicht – Wahrhaben – wollen als Schutzreaktion
- Reflex „sofort hingehen“, evt. noch helfen können
- Als Arzt wichtig, einfach dabei zu sein und Präsenz zu zeigen (jedoch nicht viel reden)
- Nach dem Tod können Nachbetreuungsgespräche mit den Angehörigen sehr gut sein
(v.A. bei jungen Menschen und Suizidfällen)

Sterbeprozess bei langsam (z.B. durch Krankheit) Sterbenden


- Phasen des Sterbens
o Nicht – Wahrhaben – wollen
o Zorn
o Verhandeln
o Depression
o Zustimmung
Interview zum Thema Sterbehilfe
- Def.: Handlungen und Unterlassungen, welche darauf zielen, im Interesse eines
schwerstkranken Menschen dessen Tod herbeizuführen
o Passive Sterbehilfe
ƒ Unterlassung oder Abbruch einer potentiell lebensverlängernder
Therapie
• ca. 27% der Todesfälle in der CH
o Indirekte (aktive) Sterbehilfe
ƒ Zur Linderung von Symptomen terminal Kranker Einsatz von Mitteln,
welche als unbeabsichtigte Nebenwirkung die Überlebensdauer
herabsetzen können
• ca. 22% der Todesfälle in der CH
o Beihilfe zum Suizid
ƒ Hilfe bei gezielter Selbsttötung eines Sterbewilligen (in der Schweiz als
einziges Land der Welt legal [Art. 115 StGB „Wer aus selbstsüchtigen
Beweggründen jemandem Hilfe zum Selbstmord leistet, wird mit
Zuchthaus bis zu fünf Jahren oder mit Gefängnis bestraft.])
• Zusammen mit aktiver Sterbehilfe ca. 1% der Todesfälle in der
CH
o Aktive Sterbehilfe
ƒ (Aktive) Handlung, welche darauf zielt, den Teodeseintritt eines
schwerkranken Leidenden zu beschleunigen resp. dessen Leben zu
beenden (Euthanasie; in Holland und Belgien als einzige Länder der
Welt legal)
• Zusammen mit der Beihilfe zum Suizid ca. 1% der Todesfälle in
der CH
- In der Schweiz jeweils ca. 0.4% aller Todesfälle
o Suizidbeihilfe
o aktive Sterbehilfe auf Verlangen
o aktive Sterbehilfe ohne ausdrückliches Verlangen
- In der CH wird in der Regel (in ca. 80% der Fälle) zusammen mit dem Betroffenen die
Frage der Sterbehilfe diskutiert
- Zustimmungsrate in der Bevölkerung bei ca. 66% bis 75%
- Meinung unter Ärzten sehr gespalten
- Für Bevölkerung spielt es kaum eine Rolle, ob zwischen Tötung auf Verlangen und
Beihilfe zur Selbsttötung unterschieden wird; für Ärzte jedoch schon
- Befürwortung für Sterbehilfe verändert sich im Laufe des Lebens
o Solange Autonomie gewährleistet ist, sehr positive Einstellung
o Sobald Abhängigkeit eintritt, nimmt Zustimmung etwas ab